Evangelische Kirchengemeinde Merzig. Taufen. in unserer Gemeinde ein Wegweiser

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1 Evangelische Kirchengemeinde Merzig Taufen in unserer Gemeinde ein Wegweiser

2 Geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Matthäus 28, Mit diesen Worten hat sich Jesus von seinen Jüngern verabschiedet. Darum taufen wir Menschen. Was ist Taufe? Taufe Jesu nach Andrea del Verrocchio, 1474 In der Taufe wird das Ja Gottes zum Menschen deutlich: Du gehörst zu mir, du bist mein Kind, ich bin für dich da. Die Taufe ist aber auch das Ja des Menschen zu Gott. Wer sich taufen lässt, sagt: Ja, ich will zu diesem Jesus, zu diesem Gott und zu dieser Kirche gehören. Mit der Taufe wird ein Mensch in die Kirche Jesu aufgenommen. Sie geschieht deshalb im Gottesdienst der Gemeinde. Wann taufen? In den Anfangszeiten der christlichen Kirche war nur die Erwachsenentaufe üblich. Aber schon in den ersten Jahrhunderten kam der Wunsch auf, auch die eigenen Kinder taufen zu lassen. Die Freude und die Dankbarkeit über die Geburt eines Kindes wurden so mit der Bitte um Gottes Begleitung und seine Hilfe ver-

3 bunden. Die besondere Wertschätzung der Kinder durch Jesus hat die Kirche dazu ermutigt. Seit vielen Jahrhunderten ist in unserer Kirche nun schon die Kindertaufe üblich. Sie ist aber weder vorgeschrieben noch an einen bestimmten Zeitpunkt gebunden. Heute werden Kinder in ganz unterschiedlichem Alter zur Taufe gebracht. Manche werden als Babys getauft, manche kurz bevor sie in die Schule kommen, einige auch erst bei der Konfirmation. Und natürlich gibt es auch die Taufe von Erwachsenen. Aus der Sicht der Familie ist klar: Paten sollen den Kindern Freunde sein, mit ihnen was tolles unternehmen, Geschenke machen und babysitten. Für die Gemeinde kommt aber noch etwas entscheidendes hinzu: Paten sollen ein Vorbild im Glauben sein. Kein Mensch kann für sich allein Christ sein. Stellvertretend für die ganze Gemeinde sollen die Paten deshalb dem Kind zur Seite stehen. Darum müssen Paten auch Mitglied der Wozu sind Paten da? Kirche sein. Die Konfession spielt keine Rolle, aber ausgetretene oder ungetaufte Menschen können nicht Paten werden. Erwachsenentaufen oder Wiederaufnahme sind aber Möglichkeiten. Wir können gern darüber sprechen. Wenn die Paten nicht evangelisch sind oder von auswärts kommen, ist die Vorlage einer Taufpatenbescheinigung erforderlich. Sie wird ausgestellt von dem für die Paten zuständigen Pfarramt. Die Zahl der

4 Paten ist nicht vorgeschrieben. Sollte sich niemand finden, ist eine Taufe auch ohne Paten möglich. Übrigens: Weit verbreitet ist die Annahme, Kinder kämen im Falle des Todes der Eltern zu ihren Paten. Aber das Jugendamt bestimmt dies allein nach der Frage des Kindeswohls. Paten können dabei allenfalls in Frage kommen, werden aber nicht automatisch die Pflegeeltern. Wann finden Taufen statt? Taufen sind grundsätzlich in jedem Gemeindegottesdienst möglich. Aber die Gottesdienste ohne Abendmahl sind sinnvoller, da es sonst sehr lange dauert. Zusätzlich bieten wir in Merzig zweimal im Jahr einen speziellen Taufgottesdienst am Samstag an. Die Termine stehen im Gemeindebrief. Rufen Sie mich an. Wir suchen dann gemeinsam einen Termin und vereinbaren auch gleich ein Gespräch. Zum Gespräch sollten sie schon mitbringen: - Stammbuch - Bescheinigung über die Geburt für religiöse Zwecke - Patenbescheinigungen Wie läuft die Taufe ab? Der Gottesdienst folgt einem bestimmten Ablauf. Dieser kann aber auch gern ergänzt werden. Wir freuen uns, wenn Eltern, Paten und sonstige Verwandte musikalische oder textliche Beiträge bringen. Es gibt aber als Grundgerüst einen Ablauf. Zunächst wird der Gottesdienst wie jeden Sonntag

5 eröffnet. Dabei wechseln sich Gebete und Gesänge in einer bestimmten Reihenfolge ab. Sie können diesen Ablauf im Gesangbuch vorne mitverfolgen. Nach dem Verlesen des Evangeliums beginnt dann der eigentliche Taufakt. Er besteht aus mehreren Punkten: 1. Taufansprache zum Taufspruch 2. Taufversprechen 3. Glaubensbekenntnis 4. Einsetzungsworte 5. Taufe 6. Segnung des Kindes 7. Nennen des Taufspruchs 8. (Anzünden der Taufkerze) 9. Aufhängen der Frucht 10. Segnung der Eltern Taufspruch Der Taufspruch ist ein Bibelvers, den Sie bitte selber aussuchen. Eine Liste mit Vorschlägen liegt bei. Sie können aber auch jeden anderen Bibelspruch nehmen, z.b. den Taufspruch eines der Eltern oder der Paten, vielleicht den Konfirmationsspruch der Oma? einige Erklärungen: Oder sie suchen nach einem Spruch, der in besonderer Weise Ihre Fragen aufgreift oder Besonderheiten des Kindes berücksichtigt. Im Internet werden sie leicht fündig (www.taufspruch.de). Und natürlich sind sie herzlich eingeladen, in der Bibel selbst nach Taufsprüchen zu suchen. In vielen Bibelausgaben wird die Suche erleichtert, in-

6 dem besonders schöne und gut zitierbare Sprüche fett oder kursiv gedruckt sind. Taufversprechen Eltern und Paten werden ausdrücklich gefragt, ob sie die Taufe des Kindes wollen, und es wird ihnen das Versprechen abgenommen, nach bestem Können für die christliche Erziehung des Kindes zu sorgen. Bitte antworten Sie darauf laut und vernehmlich mit ja. Die Kirchengemeinde verspricht, den Eltern und Paten bei der christlichen Erziehung zu helfen. Dazu gehören Angebote wie Krabbelgottesdienst, Kirche für Kinder, Abendkurse zum christlichen Glauben und zur Erziehung etc. Im Alter von 12 Jahren werden die Kinder zum kirchlichen Unterricht eingeladen. Dabei werden sie auf die Konfirmation vorbereitet, in der sie das Ja der Eltern und Paten für sich selbst bestätigen sollen. Glaubensbekenntnis Gemeinsam sprechen Eltern und Paten zusammen mit der Gemeinde stellvertretend für das Kind das Apostolische Glaubensbekenntnis. Es steht im Gesangbuch hinten in roter Schrift. Es ist aber angemessen, wenn Eltern und Paten dieses Glaubensbekenntnis auswendig mitsprechen können. Die eigentliche Taufe Danach treten Eltern, Paten und gern auch anwesende Kinder mit dem Täufling an den Taufstein. Halten Sie das Kind so, dass es das Wasser sehen kann, es

7 erschreckt sich dann nicht. Dreimal wird der Kopf des Täuflings reichlich mit Wasser übergossen. An kalten Tagen ist es deshalb gut, wenn Sie ein Mützchen parat haben. Taufkerze eine Taufkerze ist nicht vorgeschrieben, ist aber eine schöne Erinnerung an diesen wichtigen Tag. Sie erhalten Sie im Einzelhandel und bringen Sie am Tauftag mit. Wir stellen sie dann zu Beginn des Gottesdienstes auf den Altar, zünden sie bei der Taufe an und lassen sie bis zum Ende des Gottesdienstes auf dem Altar stehen. Segnung der Eltern Paten, Verwandte und Kinder setzen sich nun hin. Die Eltern bleiben mit dem Kind vorne stehen und empfangen noch einen besonderen Segen. Bitte stellen sie sich dabei vor den Altar, den Rücken zur Gemeinde und das Gesicht zum Pfarrer. Frucht wir haben einen Baum aus Styropor in unserer Kirche. Jeder Täufling soll dort seine eigene Frucht bekommen. Bitten Sie doch eine Patin, solche eine Frucht zu basteln. Sie sollte den Namen und das Taufdatum des Kindes enthalten, gern auch ein Foto. Die Frucht wird dann an den Baum angehängt und das Kind somit symbolisch in die Gemeinde aufgenommen. weiterer Gottesdienstverlauf Es folgen ein Tauflied und die Predigt. Es ist verständlich, wenn die kleineren Kinder dann die Kirche verlassen und eine erwachsene Person als Begleitung mitgeht. Bitte fotografieren Sie während der Taufe und des

8 gesamten Gottesdienstes nicht. Ich stehe Ihnen danach für einige Fotos rund um den Taufstein gern zur Verfügung. Eins ist klar: Wir freuen uns riesig über jeden Täufling! Darum zögern sie nicht, mich anzurufen und mir eine Freude zu machen. Ihr Klaus Künhaupt Pfarrer Am Gaswerk Merzig 06861/6295 Vorbereitung im Schnelldurchgang: - Pfarrer Künhaupt anrufen, Termin für Taufe und Gespräch vereinbaren - Taufpatenbescheinigungen anfordern - zum Gespräch mitbringen: Stammbuch, Geburtsbescheinigung, Taufpatenbescheinigungen

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