1. Preis CITOYENNE 2014 Patenschaftsmodell Offenbach

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1 1. Preis CITOYENNE 2014 Patenschaftsmodell Offenbach (Fotos von Patenschaftsmodell Offenbach zur Verfügung gestellt) Das Patenschaftsmodell Offenbach (PMO) wurde 2004 als Kooperationsmodell von der Evangelischen Kirche (Dekanat Offenbach) und dem Jugendamt der Stadt Offenbach gegründet, um die Aussichten von Offenbacher Hauptschülern auf einen Ausbildungsplatz zu verbessern und ihnen damit die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen. Jedes Jahr begleiten etwa 40 Patinnen und Paten ebenso viele Jugendliche, aus mittlerweile vier Offenbacher Hauptschulen (Mathildenschule, Bachschule, Geschwister-Scholl-Schule, Ernst- Reuter-Schule).Während vor Einführung des Projektes kaum ein Schüler einen Ausbildungsplatz-erhielt oder einen weiterführenden Schulabschluss erreichte, sind es jetzt fast 90% - ein überwältigender Erfolg für das Projekt! Das Konzept: Eine ehrenamtliche Patin bzw. ein ehrenamtlicher Pate coacht und begleitet einen Hauptschüler bzw. eine Hauptschülerin (8. und 9. Klasse) auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Paten werden durch spezielle Fortbildungen und Workshops auf ihre Aufgabe vorbereitet und während der Dauer der Patenschaft vielseitig unterstützt. Sie verpflichten sich, ihren Mentee für mindestens ein Jahr zu begleiten, fördern ihre Schützlinge aber oft die gesamten zwei Jahre. Zur Betreuung gehören auch kostenloser Nachhilfeunterricht und Bewerbungstrainings. Die Patenschaften gehen oft weit über eine Arbeitsbeziehung hinaus. Es entstehen persönliche Beziehungen über kulturelle Grenzen und Generationen hinweg.

2 Die Lebensweisheit und Erfahrung der Älteren wird von den Jugendlichen sehr geschätzt. Umgekehrt profitieren die Paten vom Elan und der Begeisterung der Patenkinder. So ist die Patenschaft für beide Seiten ein Gewinn.

3 2. Preis CITOYENNE 2014 Das Goldstein Projekt, Frankfurt (Fotos vom Goldstein Projekt zur Verfügung gestellt) Das von engagierten Erwachsenen, darunter zahlreiche Senioren, entwickelte Goldstein Projekt betreibt seit 2007 ehrenamtliche Stadtteilarbeit im Frankfurter Stadtteil Goldstein im Bereich der Gesundheits-, Sucht- und Gewaltprävention im Kindesalter. Es bietet Kindern, Eltern, Großeltern, ErzieherInnen, PädagogInnen und der Stadtteil-Öffentlichkeit vielfältige Projekte, Kurse und Präventionsprogramme an, u.a. den ADHS-Dialog, spezielle Angebote für Väter und Söhne, Theaterangebote für Eltern und Kinder, den Goldstein Dialog, durch den der fachliche Dialog und die Vernetzung präventiv arbeitender Einrichtungen des Stadtteils gefördert werden. Träger des Projekts sind die konfessionellen Kindertageseinrichtungen, das Kinderhaus und die Goldsteinschule. In Kooperation mit der Goldsteinschule sind 2010 eine Schach-AG, geleitet von Senioren aus dem örtlichen Schachclub, und die AG-Garten entstanden, die von Goldsteiner Senioren aus der Gruppe der Offenen Gärten geleitet wird. Die Kinder gestalten und pflegen einen Teil ihres direkten Lebensumfelds selbst, übernehmen Verantwortung und können im Austausch mit den erfahrenen Hobbygärtnern viel über Natur und Pflanzen lernen. Insgesamt engagieren sich einige Dutzend vorwiegend ältere Erwachsene im Goldstein Projekt, die in ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit ein inklusives, präventives soziales Netzwerk etabliert haben, was alleine deshalb erfolgreich funktioniert, weil alle Beteiligten

4 es wichtig finden. Dies ist das wesentliche Motiv für eine schon seit Jahren kontinuierliche soziale Arbeit, die allen Goldsteiner Kindern zugutekommt unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, von ihrer gesundheitlichen Verfassung, von ihrer kulturellen und nationalen Identität und vom Geschlecht.

5 3. Preis CITOYENNE 2014 Jung hilft Alt Initiative von Viktor Selmanaj und Ramazan Uzun Die Idee für das ehrenamtliche Projekt Jung hilft Alt im Stadtteil Frankfurter Berg entstand vor dem Hintergrund persönlicher Erfahrungen. Einer der jungen Männer hatte die Pflege seiner kranken Großmutter übernommen und so entwickelte sich die Idee, alleinstehende Seniorinnen und Senioren, die Unterstützung benötigen, mit Jugendlichen, die sich ehrenamtlich in ihrem Stadtteil engagieren wollen, zusammenzubringen. Dadurch erhalten die alten Menschen Hilfe, ihr Alltag wird abwechslungsreicher und sie bekommen Anschluss an das Leben in ihrem Stadtteil. Die Jugendlichen übernehmen eine Aufgabe, die sie herausfordert, und engagieren sich aktiv für ihren Stadtteil. Auf diese Weise entstehen persönliche Kontakte zwischen Großeltern- und Enkelgeneration, die den Dialog der Generationen und das gegenseitige Verständnis fördern. Der Kontakt zu den Seniorinnen und Senioren wird durch einen engen Austausch mit dem Vereinsring Frankfurter Berg e.v., dem Ortsbeirat 10 und dem Sozialrathaus Am Bügel hergestellt. Das Jugendhaus Frankfurter Berg schult die Jugendlichen vor Beginn ihres Engagements. Durch diese Anbindung soll eine Verstetigung des Projekts erreicht werden. Es werden Tandems aus einem Jugendlichem und einem Senior gebildet, die sich zuvor behutsam kennengelernt haben. Um generationsübergreifenden Missverständnissen vorzubeugen, werden die gegenseitigen Erwartungen schriftlich festgehalten. Die Hilfeleistungen sind vielseitig und reichen vom Abnehmen und Aufhängen von Gardinen über Einkäufe gemeinsam oder alleine bis hin zur Begleitung bei Arztbesuchen oder bestehen auch ganz einfach darin, Gesellschaft zu leisten.

6 ANERKENNUNGSPREIS für Alte Wache Oberstedten e.v. (Foto von Generationentreffpunkt Alte Wache zur Verfügung gestellt) Generationentreffpunkt Alte Wache 2011 entwickelten 20 Menschen zwischen 20 und 75 die Idee, das zum Verkauf stehende ehemalige Feuerwehrgerätehaus im Zentrum von Oberstedten zu einem Generationentreffpunkt zu machen. Auslöser war die Verödung des Ortskerns durch Wegzug der Läden in das Industriegebiet und die wachsende Vereinsamung insbesondere der Senioren und Familien. Im Herbst 2012 konnte die Alte Wache eröffnet werden. Sie ist inzwischen zu einem lebendigen Ort für den Ort für alle Generationen geworden, der neben einem Café, einer Kleinkunstbühne und einem kleinen Laden mit Produkten Made in Stedten auch ein vielfältiges Kulturprogramm sowie Seminare, Workshops und persönliche Beratung bietet. Es werden zudem Spielenachmittage für Jung und Alt angeboten. Der gemeinnützige Verein betreibt die Begegnungsstätte ausschließlich in ehrenamtlichem Engagement es sind ca. 170 Ehrenamtliche tätig und in Kooperation mit lokalen Akteuren.

7 ANERKENNUNGSPREIS für Freizeit-Helden e.v. Internetzportal Freizeit-Helden Das in Frankfurt 2010 entstandene Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, mit einem Internetportal soziales Engagement für jeden leichter zugänglich zu machen und eine unbürokratische Brücke zu schlagen zwischen Helden (ehrenamtlichen Helfern), sozialen Einrichtungen und Menschen, die Hilfe benötigen. Soziale Einrichtungen und Organisationen inserieren ihren Bedarf und Interessierte, die sich registriert haben und ein Einführungsseminar absolviert haben, suchen sich ein passendes Projekt in ihrer Nähe aus. Das Besondere an Freizeit-Helden ist, dass das Internet zur passgenauen Vermittlung zwischen Freiwilligen und Hilfesuchenden eingesetzt wird. Gerade mit den Vernetzungsmöglichkeiten sozialer Medien wie Facebook und Twitter werden mehr und vor allem jüngere Menschen erreicht. HeldInnen können so ihre Helden-Taten online mit anderen teilen und Freunden davon berichten. Die Idee von Freizeit-Helden soll nun weitergetragen und auch andernorts angeboten werden.

8 ANERKENNUNGSPREIS für KiBiz e.v. Verein für die Schaffung von bedarfsgerechten Betreuungsmodellen für Kinder berufstätiger Eltern (Foto von KiBiz e.v. zur Verfügung gestellt) Ferienbetreuung für Kinder durch Senioren Seit 2001 betreuen Pensionärinnen und Pensionäre des Hessischen Rundfunks ehrenamtlich Kinder berufstätiger Eltern im Stadtteil Dornbusch während der hessischen Schulferien. In einer für die Ferienspiele hergerichteten Schule werden Kinder von gemischten Teams (Junior + Senior) betreut. Gemeinsam mit einer pädagogischen Fachkraft erstellen die Senioren das Ferienprogramm. Sie sind auch Gesprächs- und Spielpartner für die Kinder. Der Verein organisiert außerdem zwei Jugendfreizeiten pro Jahr und bietet täglich eine Spontanbetreuung auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks an. Durch diese kostengünstigen und flexiblen Betreuungsangebote ermöglicht der Verein Eltern eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und fördert aktiv das Miteinander der Generationen.

9 ANERKENNUNGSPREIS für Kinderhaus am Weingarten e.v. und Begegnungszentrum Bockenheimer Treff im Frankfurter Verband e.v. Bockenheimer Treff Lese- und Spielpaten Unter dem Motto Alt und Jung in guter Nachbarschaft treffen Seniorinnen und Senioren des Begegnungszentrums Bockenheimer Treff, Am Weingarten 18-20, sich seit 2011 regelmäßig mit Kindern des benachbarten Kinderhauses am Weingarten e.v., um gemeinsam zu lesen und Gesellschaftsspiele zu spielen. Die Kinder erweitern dabei ihre Lese- und Sprachkompetenz und entwickeln eine Beziehung zu ihren Paten, die durch Fortbildungen auf ihre Aufgabe vorbereitet werden. Die Seniorinnen und Senioren haben so regelmäßig Kontakt zu jungen Menschen. Durch das Projekt entsteht Verständnis zwischen den Generationen. Gleichzeitig wird die Nachbarschaft kreativ gestaltet. Die positiven Erfahrungen haben die Beteiligten angeregt, 2014 mit den Kochpatenschaften ein weiteres Projekt zum Thema gesunde Ernährung zu starten. Gemeinsam wollen Kinder und Senioren lernen, gesunde Gerichte zu kochen und einen alternativen Bauernhof besuchen. Kinderhaus am Weingarten e.v. Frankfurter Verband e.v. Bockenheimer Treff

10 ANERKENNUNGSPREIS für Männerchor Praunheim e.v. (Foto von Chorprojekt Sound of Praunheim zur Verfügung gestellt) Chorprojekt Sound of Praunheim Gesang für die ganze Familie Der von Überalterung bedrohte Männerchor Praunheim e.v. ist mit einer erfolgreichen Werbeaktion für Nachwuchs neue Wege gegangen. Die große Resonanz führte 2011 zur Gründung eines Kinderchors und 2013 zur Gründung eines Frauenchors. Mit großem ehrenamtlichem Engagement unterstützen die Männer des Männerchors das Kinderchorprojekt und stellen gemeinsam die Jubiläumsrevue Reisezeit-Zeitreise auf die Beine. Die drei Chöre treten gemeinsam in unterschiedlichen Zusammensetzungen auf und präsentieren sich inzwischen als Sound of Praunheim Gesang für die ganze Familie. Der Brückenbau zwischen den Generationen funktioniert und bereitet sowohl den Beteiligten der unterschiedlichen Altersgruppen als auch dem Publikum große Freude. Für 2015 ist ein generationenverbindendes Chorprojekt geplant unter dem Motto: Gelebt wird überall Sound of Praunheim, an dem alle Chöre beteiligt sein werden.

11 ANERKENNUNGSPREIS für Susanne Harth, Musiklehrerin (Foto von Susanne Harth zur Verfügung gestellt) Projekt Lieblingslieder Gesprächskonzert zwischen Jugendlichen und Senioren Die Musiklehrerin Susanne Harth besucht im Rahmen des Musikunterrichts mit Schülern und Schülerinnen der Falkschule, einer Realschule im Frankfurter Gallus Viertel, regelmäßig das Johanna-Kirchner-Altenhilfezentrum der AWO im Gutleut Viertel. Dieses Singen für die meist sehr kranken alten Menschen und die damit verbundenen Begegnungen zweimal pro Jahrzu Weihnachten und im Frühling bereitet den Kindern, deren Großeltern oft im Ausland leben, so große Freude, dass sie den Wunsch nach mehr Kontakt geäußert haben. Dies bildet den Ausgangspunkt für ein neues Projekt, das regelmäßig angeboten werden soll: Schüler und Schülerinnen sowie Senioren und Seniorinnen stellen sich gegenseitig ihre Lieblingslieder im Rahmen eines Gesprächskonzerts vor, entweder als selbstgesungene Version mit Klavierbegleitung oder auch im Original vom Tonträger. Ein Lied soll danach gemeinsam ausgesucht und einstudiert werden. Indem Jung und Alt sich ihre Hits gegenseitig vorstellen, erfahren sie etwas über das Leben und die Welt des anderen und lernen sich besser kennen und achten. Diese Projektidee wird Susanne Harth in Zusammenarbeit mit Frau Geelhaar, der Leiterin des Begegnungszentrums in der Seniorenanlage umsetzen.

12 ANERKENNUNGSPREIS für Tanz-Theater Johanna Knorr (Foto von Johanna Knorr zur Verfügung gestellt) Tanztheaterstück Vom Kommen und Gehen und Kommen In ihrem am im Frankfurter Gallus Theater uraufgeführten Stück Vom Kommen und Gehen und Kommen bringt Johanna Knorr Kinder, Jugendliche und alte Menschen auf einer Tanzbühne zusammen. Die Begegnungen der drei Generationen (sieben alte Menschen zwischen 67 und 81 Jahren, fünf junge Frauen zwischen 17 und 19 Jahren, sechs Kinder zwischen 7 und 10 Jahren) erzählen tänzerisch und darstellerisch Geschichten über das Leben, die Vergänglichkeit und den Tod. Daraus ergibt sich ein vielfältiges Geflecht aus Interaktionen, die ihren Ausdruck finden in der quirligen Lebendigkeit der Kinder, den zielstrebig handelnden Jugendlichen und den behutsamen Bewegungen der Alten. Das Stück beschreibt Momente der Annäherung und der Abgrenzung zwischen den Generationen und thematisiert den gegenseitigen Respekt.

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