UND WAS GLAUBST DENN DU? Die Comic Clips sind entstanden aus der Zusammenarbeit mit der Webseite

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1 Infos zum Film und den Kapiteln Und was glaubst denn du? 6 Comic-Clips, jeweils ca. 2 1/2 Minuten Deutschland 2008/2009 Produziert durch den Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) Einsatzbereiche Eignung/Altersstufen: Sekundarstufe I, Sekundarstufe II, Erwachsenenbildung, Gemeindearbeit Fächerzuordnung: Ev. Religionslehre, Ethik, Philosophie; außerschulischer Einsatz: Konfirmandenunterricht Stichwörter: Glauben, Glaubensinhalte, Rechtfertigung, Weihnachten, Advent, Beten, Spenden, Heilige Drei Könige, evangelische Kirche Angebote der -educativ -Video-Ebene: Film in 6 Kapiteln -ROM-Ebene: 3 Themenblätter, 6 Infoblätter, Infos zum Film, Medientipps, 6 Arbeitsblätter, 2 Unterrichtsvorschläge, Themen A-Z, 6 Szenenbilder Autorin: Wenke Liedtke Redaktion: Sonja Gerner Technische Redaktion: Martin Sass Schlussredaktion: Maike Siebold Hintergrund Die Comic Clips sind entstanden aus der Zusammenarbeit mit der Webseite Darauf finden sich zahlreiche Stichworte, die mit kleinen Geschichten, Impressionen oder Erläuterungen aufgegriffen werden. So werden etwa Begriffe wie Auferstehung, Zeit oder Sonne aus einer christlichen, evangelischen Perspektive betrachtet. Die Bandbreite erstreckt sich über spezielle Glaubensbegriffe bis hin zu alltäglich genutzten. Bei der Betrachtung dieser Begriffe spielt besonders die persönliche evangelische Note der einzelnen Autoren eine wichtige Rolle. Sie eröffnen durch eigene Eindrücke und Standpunkte einen Diskurs zum 1

2 Begriff und regen den Zuschauer zum weiteren Nachdenken an. Jedes Stichwort besitzt eine eigene Webseite, die durch eine Verlinkung auf der Hauptseite zu erreichen ist. Darauf finden sich der Text und Links, die weitere Ansätze aufzeigen sollen. Die Seiten werden durch die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover betreut. Die sechs Clips auf der sind Teil einer 26-teiligen Serie, in der zentrale Themen der evangelischen, christlichen Konfession angesprochen werden. Die jeweils etwa zweieinhalbminütigen Clips sind in animierter Form in einer lockeren, jugendlichen Sprache gestaltet. Produziert werden die Clips von der Evangelischen Kirche Niedersachsen (ekn) für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Alle Clips sind nach einem einheitlichen Konzept aufgebaut. Durch den gesamten Clip leitet ein Erzähler. Zunächst wird der Begriff in den alltäglichen Kontext gestellt, in dem er von jedem Menschen wahrgenommen werden kann. Es folgt die eigentliche Frage, die den gesamten Clips umspannt: Wer oder was ist das eigentlich?. Es folgen Antworten von Menschen auf der Straße, die ihre ersten Eindrücke mit dem Begriff verdeutlichen. Der Sprecher des Clips nimmt diese auf und leitet zu dem Paten des Clips über. Jeder Comic-Clip besitzt einen Paten, der, wie die Autoren auf der Internetseite, seine persönlichen Eindrücke zu dem Begriff deutlich macht. Er/Sie antwortet auf die Frage Wer oder was ist das eigentlich? ganz persönlich. Die Paten sind Repräsentanten der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Landeskirchen und geben somit nicht nur eine persönliche Stellungnahme ab. Während der Erzähler die Begriffe aus der objektiven, wissensvermittelnden Perspektive erläutert, kann der Pate seine persönlichen Eindrücke deutlich machen. Am Ende des Clips fasst der Erzähler noch einmal die wichtigsten Aussagen zu dem Begriff zusammen. Inhalt des Films Rechtfertigung Martin Luther bringt den Stein ins Rollen und muss sich die Frage stellen: Wie soll ich als sündiger Mensch vor Gott bestehen? Seine Antwort ist die Rechtfertigung. Die Frage der Rechtfertigung in der heutigen Zeit wirft aber zunächst die Frage nach dem Begriff selbst auf. Die Passanten auf der Straße bringen unterschiedliche Antworten. Für den einen ist mit dem Begriff der Rechtfertigung vor allem gemeint, das man sich unter Druck erklären muss, während für den anderen eine Rechtfertigung eine Verteidigung gegen einen Angriff bedeutet. Martin Luther, so der Pate in dem Clip Bischof Wolfgang Huber, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, denkt zunächst ganz anders, nämlich an die Liebe Gottes zu den Menschen. 2

3 Jeder Mensch, so Bischof Huber, besitzt die Würde, die ihm durch Gott gegeben ist. So sind alle Menschen vor Gott gleich wichtig, unabhängig davon, was sie in ihrem Leben geleistet haben. Die Liebe Gottes wird in der Gnade, die er über den Menschen walten lässt, deutlich. So ist das Leben ein Geschenk. Aus Gnade leben heißt, dass Gott einen auch dann liebt, wenn es mal nicht so gut gelaufen ist und der Mensch Fehler begangen hat. Durch die Gnade ist jeder Mensch gerechtfertigt. Luther hatte seinen Geistesblitz über der Rechtfertigung, als er sich mit einer Stelle des Apostel Paulus auseinandersetzte. Der fragte sich nämlich auch, was es mit der Gnade auf sich hat. Du bist mehr als du selbst aus dir machst und was dein Leben ausmachst, das kannst du dir nicht kaufen. Dazu ist das, was von Luther ausgeht revolutionär, auch noch heute, so Bischof Huber. Jeder Mensch hat deshalb seine Würde, die ihm auch niemand nehmen kann, meint Wolfgang Huber. Egal was er tut, denn diese Würde hat er von Gott und genau das ist Rechtfertigung. Beten Angeblich werden betende Menschen schneller gesund, als nicht betende. Ist das Beten die Arzttasche Gottes? Beten kann unterschiedlich aufgefasst werden. Manche suchen Unterstützung bei Gott, in anderen Situationen eignet sich Gott als besserer Gesprächspartner als die Eltern und ein Gebet zu ihm kann befreiend sein. Für Hermann Barth, den Präsidenten des Kirchenamtes, ist das Beten wie ein Gespräch mit einem guten Freund. 3

4 Gott ist der Freund und dem kann der Mensch alles sagen. Er ist da, wenn es einen nicht so gut geht. Ihm kann man seine Ängste, Sorgen und Hoffnungen mitteilen. Aber Gott nimmt keine Bestellungen auf. Das Beten ist kein Zaubertrick, erklärt Hermann Barth. Der Mensch kann nicht erwarten, dass Gott einfach alles erfüllt. Beten ist anders. Beten ist seine Hoffnungen in den Himmel werfen, was Gott daraus macht, das ist seine Sache. Für Barth ist klar, dass Christen zu Gott beten. Das Beten braucht also einen Empfänger. An ihn kann der Mensch seine Hoffnungen richten. Das bekannteste Gebet der Christen ist das Vaterunser. Es ist von Jesus überliefert. Manchmal bleibt gar keine Zeit darüber nachzudenken, ob es richtig ist mit Menschen anderer Religion zu beten. Dann, sagt Hermann Barth, kann ich auch anfangen und helfen, wo es jemand sterbenselend zu Mute ist, wenn ich ein Gebet sprechen kann. Mit Gott sprechen wie mit einem Freund, egal wann, wie und wo, das ist Beten. Advent Für viele Menschen ist die Zeit des Advents eine Zeit der schönen Stimmung, des Kekse Backens, mit Kerzen und Geschenken. Für die Christen ist es aber die Zeit, in der sie auf die Geburt Jesu warten und auch der Anfang eines neuen Jahres. Für die evangelische Kirche ist der Advent auch Neujahr. Mit dem ersten Advent beginnt das neue Kirchenjahr. Ralf Meister, evangelischer Pfarrer und Generalsuperintendent in Berlin von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, findet es sehr schön, dass mit der Zeit des Wartens das Jahr neu begonnen wird. Wir wissen, es kommt noch was, deswegen beginnen wir mit dieser Phase, lasst uns warten und es passiert etwas Großartiges, sogar noch nach diesem Leben, erklärt er weiter. 4

5 Adventzeit ist aber nicht nur eine besinnliche Zeit, sie kann ganz schön stressig sein. Doch trotz des Stresses steht für Ralf Meister das Beschenken und die damit verbundene Freude im Vordergrund. Neben den Geschenken gehören die glitzernden Lichter, der Adventskranz und der Adventskalender dazu. Der Adventskranz etwa ist grün und spiegelt so die Farbe der Hoffnung wider. Die Lichter zeigen, dass es in der dunklen Zeit ein Licht gibt. Und der Kalender hebt die Spannung, bis es dann endlich Weihnachten ist. Das Warten auf die Geburt Christi und das über vier Sonntage hinweg, das ist Advent. Spenden Überall bitten die Menschen um Spenden, ob auf der Straße oder in der Kirche. Dabei hat Spenden ganz unterschiedliche Bedeutungen. Man kann Geld, aber auch Zeit und Hilfe spenden. Beim Spenden muss man etwas übrig haben. Die Starken helfen den Schwachen, dafür hat Jesus schon zu seiner Zeit gestanden. Ausschlaggebend ist die Nächstenliebe. Der Präsident des Diakonischen Werkes, Klaus-Dieter Kottnik, erzählt, dass schon die ersten Christen etwas gaben, wenn ihnen etwas Gutes widerfahren war, den sogenannten Zehnt. 5

6 So sammelt auch das Diakonische Werk im Namen der christlichen Nächstenliebe für die unterschiedlichsten Organisationen. Immer am Beginn des neuen Kirchenjahres, dem ersten Advent, beginnt Brot für die Welt die neue Spendensaison. Sie arbeiten mit Partnerorganisationen in den jeweiligen Ländern zusammen, die wissen, wo das Geld am nötigsten gebraucht wird. So helfen sie etwa Menschen in Afrika, die in Dürregebieten nur schwer mit Wasser versorgt werden. Einen Teil von dem, was man hat den Armen und Schwachen zu geben, das ist Spenden. Weihnachten Am 24. Dezember ist Weihnachten. Es ist das Fest der Geburt Christi. Aber nicht nur damit wird Weihnachten verbunden. Weihnachten bedeutet Zusammensein mit der Familie, Geschenke, ein großes Essen, ein Tannenbaum und für manche auch eine Krippe. In Lukas 2,1-21 kann die Geschichte über die Geburt von Jesus nachgelesen werden. Margot Käßmann, Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche, verweist darauf, dass sich die Geschichte des Paares Josef und Maria eigentlich auch heute noch so abspielen könnte. 6

7 Aber heute ist zu Weihnachten auch noch der Weihnachtsmann da. Für die Bischöfin ist er nur ein Überbleibsel aus der Werbung über den sie auch lachen kann. Aber mit der Bibel hat er nichts zu tun, sagt sie. Da ist schon eher das Christkind wichtig, denn weil es geboren ist, geben wir den Kindern die Geschenke. An Weihnachten feiern die meisten Menschen mit der Familie oder Freunden, aber es gibt auch Menschen, die sind ganz allein. Landesbischöfin Käßmann findet es schade, dass manche nicht Weihnachten feiern, weil es gerade in einer oft dunklen Zeit ein Fest der Besinnung und des Lichtes sein kann. Eine geweihte und für Christen eine ganz außergewöhnliche Nacht, in der Jesus Christus, der Sohn Gottes, geboren wird, das ist Weihnachten. Die Heiligen Drei Könige Die Heiligen Drei Könige, auch die Weisen aus dem Morgenland genannt, brachten dem neugeborenen Jesuskind Geschenke zur Geburt. Bei Matthäus kann man die Geschichte nachlesen. Ein Stern wies ihnen den Weg und vielleicht konnten sie sogar aus den Sternen lesen. Denn ein Weiser in der damaligen Zeit zu sein, bedeutete Wissenschaftler, Astronom oder sogar Astrologe zu sein. Man kuckte gerne in die Sterne, um zu sehen, was kommen würde, sagt die Theologin Oda- Gebbine Holze-Stäblein. 7

8 Später wurde zu der Geschichte in Matthäus noch einiges ergänzt. Die Weisen erhielten die Namen Kaspar, Balthasar und Melchior. Und weil die Weisen Gold, Weihrauch und Myrre als Geschenke brachten, alles sehr wertvolle Geschenke, wurden sie für Könige gehalten. So wurden aus den Weisen plötzlich Könige. Und obwohl sie Könige waren fielen sie vor dem kleinen, armen Jesuskind auf die Knie, weil ihnen bewusst war, dass es Gott gab, der über ihnen steht. Das ist noch jemand, der ist höher als ich, genau das macht sie aus die Heiligen Drei Könige. 8

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