EMISSION TRADING. Dresdner Beiträge zur Lehre der Betrieblichen Umweltökonomie. Nr. 12/2003. Günther, E. / Berger, A. / Hochfeld, C. (Hrsg.

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1 TECHNISCHE UNIVERSITÄT DRESDEN Dresdner Beiträge zur Lehre der Betrieblichen Umweltökonomie Nr. 12/2003 EMISSION TRADING Günther, E. / Berger, A. / Hochfeld, C. (Hrsg.) Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen Tröltzsch, J. Herausgeber: Professur für Betriebswirtschaftslehre Betriebliche Umweltökonomie ISSN

2 Prof. Dr. Edeltraud Günther Dipl.-Wirtsch.-Ing. Antje Berger Dipl.-Ing. Christian Hochfeld (Öko-Institut) Dipl.-Wirtsch. -Ing. Jenny Tröltzsch Technische Universität Dresden Fakultät Wirtschaftswissenschaften Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbes. Betriebliche Umweltökonomie Dresden Telefon: (0351) Telefax: (0351) Als wissenschaftliches elektronisches Dokument veröffentlicht auf dem Hochschulschriftenserver der Sächsischen Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) unter: Diplomarbeit eingereicht: 2003 Veröffentlicht: 2004

3 Vorwort Die Bedeutung der natürlichen Umwelt in den Wirtschaftswissenschaften hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen: Durch die zunehmende ökologische Knappheit entwickelt sie sich zu einem ökonomisch knappen und somit entscheidungsrelevanten Parameter. Das Forschungsprogramm der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insb. Betriebliche Umweltökonomie an der Technischen Universität Dresden spiegelt sich auch im Aufbau der Lehre wider. So fließen die gewonnenen Erkenntnisse aus theoretischer und praktischer Forschung direkt in die einzelnen Lehrveranstaltungen ein. Die vorliegenden Dresdner Beiträge zur Lehre der Betrieblichen Umweltökonomie sollen diesen Prozess der Verzahnung unterstützen. Inhalt der Schriftenreihe sind in erster Linie ausgewählte Diplomarbeiten der Professur für Betriebliche Umweltökonomie, durch die der Leser Einblick in die Arbeitsschwerpunkte und Transparenz über die Arbeitsinhalte gewinnen soll. Die Gestaltung der Schriftenreihe ist Frau Dipl.-Kffr. Susann Kaulich zu verdanken, in deren Hand die redaktionelle Arbeit, die Koordination der Autoren bzw. Herausgeber und das Layout der vorliegenden Schriftenreihe lag. Die vorliegende Ausgabe beschäftigt sich mit dem Thema Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen. Es gilt festzustellen, ob bereits eine einheitliche Erfassung in den Unternehmen vorgenommen wird, wie ein Treibhausgas-Controlling zur Steuerung der Treibhausgasemissionen in den Unternehmen aufgebaut sein müsste und wieweit ein Treibhausgas-Controlling bereits in den Unternehmen implementiert ist. Es sollen Ansätze und Instrumente eines Treibhausgas-Controllings erläutert werden. Für die Ermittlung der aktuellen Situation der Erfassung der Treibhausgasemissionen und der Installierung eines Treibhausgas-Controllings in den Unternehmen wird beispielhaft die chemische Industrie analysiert. Aufbauend auf den theoretischen Untersuchungen und den Ergebnissen der empirischen Studie sollte ein spezifisches Kennzahlensystem für Treibhausgasemissionen entwickelt werden. Aus den klimapolitischen Regelungen und Ansprüchen anderer Stakeholder ergibt sich für die Unternehmen die Aufforderung ihre Treibhausgasemissionen zu verringern. Der erste Schritt für eine Reduktion ist eine Erfassung der Treibhausgasemissionen in den Unternehmen. Als Hilfe bei der Erfassung für Unternehmen stehen einen Vielzahl von Leitfäden zur Verfügung, wobei kein einheitlicher Standard für Unternehmen vorhanden ist. Die Unternehmenspraxis stellt sich nach Analyse der untersuchten Unternehmen sehr unterschiedlich dar. Die meisten Unternehmen erfassen schon Teile ihrer Emissionen. Von einer weitgehend vollständigen Erfassung sind aber alle Unternehmen noch entfernt. Aus der empirischen Studie in der chemischen Industrie geht ebenfalls hervor, dass die Unternehmen einen allgemeingültigen Erfassungsstandard für Treibhausgasemissionen wünschen. 1 Edeltraud Günther Die wissenschaftliche Fundierung der Arbeit basiert auf den Ergebnissen der gleichnamigen Diplomarbeit von Frau Dipl.-Wirtsch.-Ing. J. Tröltzsch an der TU Dresden, Professur für Betriebliche Umweltökonomie. Hochschullehrer: Prof. Dr. Edeltraud Günther / Betreuer: Dipl.-Wirtsch.-Ing. Antje Berger und Dipl.-Ing. Christian Hochfeld. Für den Inhalt dieses Beitrages ist selbstverständlich allein der Autor verantwortlich.

4 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen Vorwort Angesichts der Einführung eines Emissionshandels in der Europäischen Union im Jahre 2005 ist es dringend notwendig den Unternehmen eine einheitliche Erfassung der Treibhausgasemissionen zu ermöglichen. Ebenso werden Instrumente zur effizienten Steuerung der Reduzierung von Treibhausgasemissionen in Unternehmen benötigt. Hier setzt diese Arbeit an. Die vorliegende Arbeit entstand an der Professur für Betriebliche Umweltökonomie der TU Dresden in Kooperation mit dem Öko-Institut e.v., Büro Berlin. Besonders möchte ich mich bei Frau Prof. Dr. Edeltraud Günther für die Übernahme des Gutachtens bedanken. Die Anregungen sowie die Kritik waren eine große Hilfe. Ebenso gilt mein Dank meiner Betreuerin Antje Berger an der TU Dresden und meinem Betreuer Christian Hochfeld am Öko-Institut e.v., Büro Berlin, der mich erst an dieses Thema herangeführt hat. Ihre Anregungen und ihre Bereitschaft, bei auftauchenden Problemen und Fragen mit kompetentem Rat zur Seite zu stehen, waren von großem Wert. Mein Dank gilt weiter den Befragungspartnern aus der Praxis für Ihre Bereitschaft, sich meinen Fragen zu stellen. Durch die zur Verfügung gestellten Informationen wurde der Praxisbezug erst möglich. Anerkennung gebührt auch meinem Freund Timo Mehrmann für die gewissenhafte Durchsicht der Arbeit und die große Hilfe bei der zeitintensiven Entstehung. Vor allem möchte ich mich noch bei meinen Eltern bedanken, die mir durch ihre Unterstützung dieses Studium erst ermöglichten. Dresden, im März 2003 Jenny Tröltzsch

5 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen III Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis... III Abbildungsverzeichnis...VI Tabellenverzeichnis...VIII Abkürzungsverzeichnis...IX Symbolverzeichnis...X 1 Einleitung Klimapolitischer Hintergrund Treibhauseffekt und Treibhausgase Internationale Klimapolitik Europäische Klimapolitik Nationale Klimapolitik Auswirkungen der Klimapolitik auf deutsche Unternehmen Fazit Ziel und Methodik der Arbeit Ziel der Arbeit Methodischer Hintergrund Erfassung von Treibhausgasemissionen Leitfäden zur Erfassung von Treibhausgasemissionen Auswertung der Leitfäden zur Erfassung von Treibhausgasemissionen Organisatorische Systemgrenzen Operationale Systemgrenzen Berechnung von Treibhausgasemissionen mittels Emissionsfaktoren Festlegung eines Basisjahres und Änderung der Emissionen des Basisjahres Externe Prüfung Betrachtung von Unsicherheiten Controlling und Steuerung im Unternehmen Fazit Erfassung von Treibhausgasemissionen in Unternehmen auf Grundlage einer Befragung in der chemischen Industrie...32

6 IV Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen Organisatorische Systemgrenzen Operationale Systemgrenzen Berechnung der Treibhausgasemissionen mittels Emissionsfaktoren Festlegung eines Basisjahres und Änderung der Emissionen des Basisjahres Externe Prüfung Verbreitung der Leitfäden zur Erfassung von Treibhausgasemissionen Engagement zum Thema Treibhausgasemissionen in Organisationen und Verbänden Ansatzpunkte für Verbesserungen der Erfassung Fazit Treibhausgas-Controlling Controlling-Ansatz als Grundlage für ein Treibhausgas-Controlling Öko-Controlling als Grundlage für ein Treibhausgas-Controlling Definition und Teilsysteme des Treibhausgas-Controllings Generelle Zielplanung Strategische Planung Strategischer Planungsprozess Treibhausgas-Buchführung Treibhausgas-Portfolio-Matrix Operative Planung Vermeidungskostenkurve Einbeziehung von Treibhausgasemissionen in die Investitionsrechnung Fazit Treibhausgas-Controlling in Unternehmen auf Grundlage einer Befragung in der chemischen Industrie Motivation zur Reduktion von Treibhausgasemissionen Klimapolitische Instrumente und Vorbereitungen bzw. erwartete Reaktionen auf den EU-weiten Emissionshandel Treibhausgas-Controllingprozess Explizites Treibhausgas-Controlling...65

7 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen V Verwendung von Informationen zu Treibhausgasemissionen in anderen Unternehmensbereichen Ansatzpunkte für Verbesserungen im Treibhausgas-Controlling Fazit Kennzahlensystem als Instrument des Treibhausgas-Controllings Notwendigkeit eines Kennzahlensystems für das Treibhausgas-Controlling Anforderungen an ökologieorientierte Kennzahlensysteme Kennzahlen der Treibhausgasproblematik in Vorschlägen für Umweltkennzahlensysteme in der Literatur Verwendung von Treibhausgas-Kennzahlen in der Praxis Vorschlag für ein Kennzahlensystem des Treibhausgas-Controllings Fazit Gesamtfazit Zusammenfassung...79 Anhang...82 Anhang 1: Liste aller betrachteten Leitfäden...82 Anhang 2: Analyse der betrachteten Leitfäden...85 Anhang 3: Analyse der Emissionsfaktoren Anhang 4: Fragebogen Anhang 5: Ergebnisse der Befragung Literaturverzeichnis...148

8 VI Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Strahlungskomponenten (in W/m 2 )...4 Abb. 2: Abb. 3: Vergleich der Ziele der Treibhausgasemissionen der Europäischen Union nach dem Kyoto-Protokoll und dem Stand der Veränderung der Treibhausgasemissionen im Jahr Entscheidungssituation der Unternehmen bei einem Zertifikatehandel...10 Abb. 4: Kohlendioxidemissionen in Deutschland aufgeteilt auf Sektoren im Jahr Abb. 5: Abb. 6: Abb. 7: Abb. 8: Abb. 9: Einbezogene Quellen von Treibhausgasemissionen in analysierten Leitfäden...25 Vergleich der Emissionsfaktoren zur stationären Verbrennung für die untersuchten Leitfäden...27 Vergleich der Emissionsfaktoren im Transport anhand von zwei Leitfäden...28 Befragungsergebnis: Operationale Systemgrenzen...34 Befragungsergebnis: Inhalt der externen Prüfung...38 Abb. 10: Befragungsergebnis: Verbreitung von Leitfäden zur Erfassung von Treibhausgasemissionen...39 Abb. 11: Befragungsergebnis: Ansatzpunkte für Verbesserungen bei der Erfassung von Treibhausgasemissionen auf Unternehmensebene...40 Abb. 12: Controlling als kybernetischer Prozess...42 Abb. 13: Kybernetisches Controllingsystem...43 Abb. 14: Kybernetischer Treibhausgas-Controllingprozess...45 Abb. 15: Stufen der generellen Zielplanung...46 Abb. 16: Strategischer Planungsprozess...47 Abb. 17: Ablauf der Treibhausgas-Buchführung...49 Abb. 18: Treibhausgas-Portfolio-Matrix...51 Abb. 19: Normstrategien der Treibhausgas-Portfolio-Matrix...53 Abb. 20: Vermeidungskostenkurve...55 Abb. 21: Beispielhafte Auswirkungen der Einbeziehung von Treibhausgasemissionen in die Investitionsrechnung...57

9 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen VII Abb. 22: Befragungsergebnis: Standardabweichung der Zustimmung zu Motiven zur Treibhausgasreduktion...60 Abb. 23: Befragungsergebnis: Meinung zu langfristigem Durchsetzen von klimapolitischen Instrumenten...62 Abb. 24: Befragungsergebnis: Erwartete Entscheidungen nach eingeführtem EU-weiten Emissionshandel bei verschiedenen Zertifikatepreisen...62 Abb. 25: Befragungsergebnis: Setzen von Reduktionszielen auf verschiedenen Unternehmensebenen...63 Abb. 26: Befragungsergebnis: Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen...64 Abb. 27: Ansatz für den Aufbau eines Kennzahlensystems für das Treibhausgas- Controlling...67

10 VIII Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen Tabellenverzeichnis Tab. 1: Daten zu Kyoto-Gasen...5 Tab. 2: Liste der angefragten Unternehmen...19 Tab. 3: Gründe für Nichteilnahme bei angefragten Unternehmen...20 Tab. 4: Befragungsergebnis: Emissionsfaktoren der Verbrennung...36 Tab. 5: Befragungsergebnis: Emissionsfaktoren des Stroms...37 Tab. 6: Befragungsergebnis: Motive zur Reduktion von Treibhausgasemissionen...60 Tab. 7: Befragungsergebnis: Meinung zu klimapolitischen Instrumenten...61 Tab. 8: Kennzahlen zur Treibhausgasproblematik aus bisherigen Vorschlägen zu Umweltkennzahlensystemen...72 Tab. 9: Kennzahlensystem für das Treibhausgas-Controlling...75

11 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen IX Abkürzungsverzeichnis BP British Petrol CEFIC European Chemical Industry Council CH 4 Methan CO Kohlenmonoxid CO 2 Kohlendioxid DIN Deutsches Institut für Normung e.v. EIA Energy Information Administration, USA EU Europäische Union GHG Greenhouse Gases GRI Global Reporting Initiative GWP Global Warming Potential HFCs Wasserstoffhaltige Fluorkohlenwasserstoffe IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change ISO International Organization on Standardization IGBCE Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie NMVOC Flüchtige organische Verbindungen ohne Methan N 2 O Distickstoffoxid NO X Stickstoffoxide PFCs Perfluorierte Kohlenwasserstoffe RRM Relatives Reduktionsmaß SF 6 Schwefelhexafluorid SO 2 Schwefeldioxid SO X Schwefeloxide UN United Nations UNEP United Nations Environment Programme VOC Flüchtige organische Verbindungen VCI Verein der Chemischen Industrie WBCSD World Business Council on Sustainable Development WRI World Resources Institute

12 X Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen Symbolverzeichnis GVK Grenzvermeidungskosten GVK 1 Grenzvermeidungskosten des Unternehmen 1 GVK 2 Grenzvermeidungskosten des Unternehmen 2 p Z Zertifikatepreis Q 1 Q 2 Q T Q Z Emissionsmenge bei der GVK 1 = p Z Emissionsmenge bei der GVK 2 = p Z tatsächliche Emissionen zugeteilte Emissionsmenge

13 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen 1 1 Einleitung Durch die auftretenden Unwetter in Österreich, Tschechien und Deutschland im Sommer 2002, welche die Hochwasser an Elbe und Donau zur Folge hatten, wurde oft in den Medien von Auswirkungen der Klimaveränderungen gesprochen. Mit 300 Liter Regen pro Quadratmeter wurde ein Jahrhundertrekord für Deutschland aufgestellt. 1 Ob diese Wetterereignisse wirklich bereits Folgen eines Klimawandels sind, wird unter Klimaforschern eher bezweifelt. 2 Allerdings ist zu erkennen, welche deutlichen Konsequenzen von klimatischen Veränderungen ausgehen könnten. Aber was wird unter Klimaänderung verstanden? Klimaänderung ist der Sammelbegriff für alle nachhaltigen Veränderungen des Klimas. 3 Es werden vor allem die allgemeine Zirkulation der Atmosphäre, Luftdruck, Temperatur und Niederschlag betroffen, wobei vielfältige Wechselwirkungen auftreten, die auch Rückkopplungseffekte beinhalten. Es werden keine kurzfristigen Schwankungen umfasst, sondern nur langfristige Entwicklungen, die in eine Richtung zeigen. 4 Unabhängig von der Frage, ob schon Klimaänderungen auftreten, wurden präventiv bereits klimapolitische Regelungen getroffen. Das Ziel der klimapolitischen Maßnahmen ist die Reduzierung der Treibhausgasemissionen der Unternehmen und anderer Akteure. Vor allem vor dem Hintergrund der Einführung eines EU-weiten Emissionshandels ist eine einheitliche Erfassung der Treibhausgasemissionen in den Unternehmen notwendig. Aufbauend auf der Erfassung muss die Reduzierung der Treibhausgasemissionen in den Unternehmen gesteuert werden, um optimale Reduktionsmaßnahmen durchführen zu können. In der vorliegenden Arbeit soll am Beispiel der chemischen Industrie analysiert werden, ob in den Unternehmen bereits eine einheitliche Erfassung der Treibhausgasemissionen vorliegt und ob den Unternehmen die Möglichkeit einer einheitlichen Erfassung gegeben wird. Um die Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu steuern, soll ein Treibhausgas-Controlling vorgeschlagen werden. Des Weiteren soll herausgestellt werden inwieweit ein Treibhausgas-Controlling bereits in den Unternehmen der chemischen Industrie implementiert ist. Aufbau der Arbeit Die Arbeit ist in acht Kapitel untergliedert. Im ersten Kapitel erfolgt eine kurze Einleitung in das Thema. Das zweite Kapitel beinhaltet die grundlegende Entwicklung der Klimapolitik auf internationaler, europäischer und na tionaler Ebene. Aus dieser Entwicklung und den Ansprüchen anderer Stakeholder werden die Folgen für Unternehmen abgeleitet. Aufbauend auf den Konsequenzen der klimapolitischen Entwicklung für die Unternehmen werden die Ziele der vorliegenden Arbeit entwickelt. Es wurden sieben Fragen aufgestellt, die in den folgenden Kapiteln beantwortet werden sollen. Ebenso wird die Methodik der Arbeit beschrieben. 1 Vgl. SCHUH, H. (2002), S Vgl. DRÖSSER, C.; RAUNER, M. (2002), S. 27 f. 3 Vgl. ZWAHR, A. (Red.) (2000), S Vgl. ZWAHR, A. (Red.) (2000), S f.

14 2 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen Das vierte Kapitel befasst sich mit der theoretischen und praktischen Betrachtung der Erfassung der Treibhausgasemissionen in Unternehmen. Es erfolgt eine Analyse von bereits existierenden Leitfäden zur Erfassung von Treibhausgasen und der erste Teil der durchgeführten empirischen Studie wird ausgewertet. Im fünften Kapitel werden zunächst die Grundlagen des Controllings und des Öko- Controllings erläutert. Aufbauend auf den kybernetischen Controllingprozess wird ein Treibhausgas-Controllingprozess vorgestellt. Für einzelne Stufen des Treibhausgas- Controllingprozesses wird die Möglichkeiten der Anpassung auf treibhausgasrelevante Probleme betrachtet, wobei auch spezielle Instrumente vorgestellt werden. Anhand des zweiten Teils der durchgeführten empirischen Studie wird der state-of-the-art der in der Praxis verwendeten Instrumente eines Treibhausgas-Controllings beschrieben. Im sechsten Kapitel wird ein Kennzahlensystem für das Treibhausgas-Controlling entwickelt. Der Aufbau erfolgt anhand der theoretischen Untersuchungen und in der Praxis verwendeten treibhausgasrelevanten Kennzahlen. Im siebenten Kapitel folgt das Gesamtfazit, wobei die im dritten Kapitel gestellten Fragen beantwortet werden. Im abschließenden achten Kapitel werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst.

15 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen 3 2 Klimapolitischer Hintergrund In diesem Kapitel wird erläutert, warum es für Unternehmen notwendig ist, sich mit der Problematik der Treibhausgase zu beschäftigen. Ausgehend von den naturwissenschaftlichen Grundlagen des Treibhauseffektes folgt in der Betrachtung die Entwicklung der politischen Aktivitäten auf internationaler Ebene, in Europa und in Deutschland. Als Ergebnis dieses Kapitels ergeben sich die unternehmerischen Konsequenzen aus der klimapolitischen Entwicklung. Im Rahmen der Klimaforschung wurde 1988 ein Zwischenstaatlicher Ausschuss über Klimaänderungen gegründet. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wurde vom UN-Umweltprogramm (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) eingerichtet. Das Ziel des IPCC ist es, die Kenntnisse der Wissenschaft zum Thema Klimaveränderungen zusammenzutragen. In Anbetracht der Mitarbeit von zahlreichen führenden Klimaforschern der Erde stellen die Ergebnisse des IPCC einen breiten wissenschaftlichen Konsens dar. Als ein Ergebnis seiner bisherigen Arbeit hat das IPCC drei Berichte mit den Titeln Climate Change 1990, Climate Change 1996 und Climate Change 2001 veröffentlicht. Die folgenden Ausführungen zum Treibhauseffekt und der Klimaänderung beziehen sich vor allem auf den dritten Bericht des IPCC und auf Ausführungen von John Houghton, dem Pro-Direktor der Working Group I des IPCC Treibhauseffekt und Treibhausgase Die Sonne als Energiequelle ist ein Faktor, der das Leben auf der Erde erst ermöglicht. Etwa ein Drittel der Strahlung der Sonne wird an der Erdatmosphäre reflektiert. Die anderen zwei Drittel führen zu einem geringen Teil zur Erwärmung der Atmosphäre, wobei der größere Teil die Atmosphäre durchdringt und von der Erdoberfläche absorbiert wird. In gleichem Maße, wie Sonnenstrahlung auftritt, wird Wärmestrahlung von der Erde abgegeben. Diese Infrarotstrahlung wird durch sogenannte Spurengase, unter anderem Wasserdampf und Kohlendioxid, in der Atmosphäre absorbiert. Somit ist eine ungehinderte Abstrahlung ins All nicht möglich. Diesen Effekt bezeichnet man als natürlichen Treibhauseffekt und die verursachenden Gase als Treibhausgase. Erst durch diesen Effekt entsteht auf der Erde eine tatsächliche durchschnittliche oberflächennahe Temperatur von + 15 C. Bei Existenz einer Atmosphäre ohne Spurengase (nur Sauerstoff und Stickstoff) würde diese Temperatur ca. -6 C betragen. Dies verdeutlicht die große Bedeutung der Treibhausgase in der Atmosphäre, obwohl sie nur in geringen Mengen vorkommen. In Abbildung 1 sind die Strahlungskomponenten dargestellt, die die Erdatmosphäre durchschnittlich erreichen und verlassen und den Strahlungshaushalt der Atmosphäre bilden. 5 IPCC (Hrsg.) (2001), Foreword.

16 4 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen Einstrahlung von der Sonne Reflexion durch Wolken, Atmosphäre und Oberfläche Ausstrahlung von der Erdoberfläche Ausstrahlung der Wolken Ausstrahlung von Treibhausgasen Atmosphäre Sonnenstrahlung Wärmestrahlung Erdoberfläche Abb. 1: Strahlungskomponenten (in W/m 2 ) (in Anlehnung an: HOUGHTON, J. (1997), S. 19) Wie reagiert nun diese Bilanz, wenn die Konzentration an Treibhausgasen ansteigt? Bei einer Verdopplung des CO 2 -Gehaltes in der Atmosphäre würde sich die von der Erdoberfläche ausgesendete Wärmestrahlung um etwa 4 W/m 2 (Watt pro Quadratmeter) verringern. Dem System würde mehr Energie zugeführt, als es abgibt. Damit würde sich die Erdoberfläche so stark erwärmen, bis die Wärmestrahlung sich wieder im Gleichgewicht befindet. Die Erhöhung der Temperatur ohne weitere Rückkopplungen würde nach Schätzungen von HOUGHTON (1997) 1,2 C betragen. Durch den Anstieg der Temperaturen werden überdies komplexe positive und negative Rückkopplungen auftreten, z. B. die Veränderung der Schnee- und Eisbedeckung, der Wolken oder des Wasserdampfes. Dadurch wird unter Einbeziehung der Rückkopplungen ein Temperaturanstieg um 2,5 C erwartet. 6 Zum Vergleich gab es bei der letzten Eiszeit vor Jahren eine Temperaturschwankung von 5 bis 6 C. 7 Der anthropogene Treibhauseffekt könnte solche Wirkungen erzeugen. In der Wissenschaft wird unter dem anthropogenem Treibhauseffekt ein zusätzlicher Treibhauseffekt bezeichnet, der durch die Aktivitäten des Menschen entsteht. 8 Im weiteren Verlauf der Arbeit wird der Begriff Treibhauseffekt für den anthropogenen Treibhauseffekt verwendet. Seit Beginn der Industrialisierung steigen die Konzentration der Treibhausgase durch menschliche Aktivitäten stark an. In Tabelle 1 sind einige Daten zu wichtigen Treibhausgasen zusammengestellt. 9 6 Vgl. HOUGHTON, J. (1997), S. 21 ff. 7 Vgl. HOUGHTON, J. (1997), S Vgl. HOUGHTON, J. (1997), S. 13 ff. 9 Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoff (FCKW) ist in der Tabelle nicht enthalten und wird auch in der Arbeit nicht betrachtet, da es nicht im Kyoto-Protokoll sondern im Montreal-Protokoll der United Nations (UN) enthalten ist.

17 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen 5 Kyoto-Gase Emissionsquellen Erhöhung der Lebensdauer Geschätzter Anteil an Konzentration Anteil am Treibhausgas - seit vor der in Treibhauseffekt emissionen der Industrialisierung Jahren Industrie-/ und Transformations- länder (1990) Kohlendioxid (CO 2 ) Verbrennung fossiler ca. 30% % ca. 82 % Brennstoffe: über 95 %; industrielle Prozesse: 2-3 % Methan (CH 4 ) Produktion, Vertrieb ca. 150 % % ca. 12 % und Verbrennung fossiler Brennstoffe: 33 %, Landwirtschaft: 33 %, Abfälle: 33 % Distickstoffoxid (N 2 O) Landwirtschaft: 40 %, 15 % % ca. 4 % Verbrennung fossiler Brennstoffe: %, industrielle Prozesse: 33 % Wasserstoffhaltige Industrie, Kühlschränke, - a 260 < 1 % < 1 % Fluorkohlenwasserstoffe Klimaanlagen (HFC (HFCs) 23) Perfluorierte Aluminiumherstellung, - a < 1 % < 1 % Kohlenwasserstoffe Halbleiterindustrie, bis über (PFCs) Feuerlöschgeräte, Lösungsmittel (CF 4 ) Schwefelhexafluorid Elektronik, Isolation - a < 1 % < 1 % (SF 6 ) a : Gase waren vor der Industrialisierung noch nicht vorhanden, deshalb kann keine prozentuale Erhöhung bestimmt werden. Tab. 1: Daten zu Kyoto-Gasen (Eigene Darstellung basierend auf: OBERTHÜR, S.; OTT, H. E. (2000), S. 31 f.; GRUBB, M.; VROLIJK, C.; BRACK, D. (1999), S. 73) Seit 1750 stieg die CO 2 -Konzentration um 30 % an und im Jahr 1994 wurde eine CO 2 - Konzentration von 358 ppmv (parts per million by volume) erreicht. Die gegenwärtige CO 2 - Konzentration wurde in den letzten Jahren nicht überschritten und wahrscheinlich auch nicht in den letzten 1 Millionen Jahren. Eine solche Anstiegsrate ist in den letzten Jahren nicht aufgetreten Vgl. IPCC (Hrsg.) (2001), S. 39.

18 6 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen Im 20. Jahrhundert konnte ein deutlicher Anstieg der Temperaturen festgestellt werden. Das 20. Jahrhundert hatte den schnellsten Anstieg der Temperaturen eines Jahrhunderts in den letzten Jahren zu verzeichnen. Das Jahrzehnt der 1990er war das wärmste Jahrzehnt und 1998 das wärmste Jahr im letztem Jahrtausend. Der globale Mittelwert der bodennahen Te mperaturen ist im letzten Jahrhundert um 0,6 C angestiegen. 11 Im Second Assessment Report des IPCC von 1995 wird die Meinung des IPCC und der Gemeinschaft der Klimawissenschaftler zu den Ursachen eines Klimawandels dargestellt: "The balance of evidence suggests a discernible human influence on global climate." 12. Das IPCC geht von einem Zusammenhang zwischen der Veränderung des Klimas und der Zunahme der CO 2 -Konzentration durch den Menschen in den letzten Jahrzehnten aus. Es werden somit Maßnahmen zur Vorbeugung empfohlen, obwohl eine letzte Unsicherheit bleibt. In der vorliegenden Arbeit wird aufgrund der Aussagen des IPCC von einem Zusammenhang zwischen dem Ausstoß von Treibhausgasen und globalen Klimaveränderungen ausgegangen. Zwischen 1990 und 2100 ist nach Berechnungen des IPCC ein durchschnittlicher Temperaturanstieg der Erdoberfläche um 1,4 C bis 5,8 C vorausgesagt. Aufgrund der Komplexität der Wirkungszusammenhänge sind exakte Prognosen schwierig. Folgen der Erhöhung der Temperatur ist ein Anstieg des Meeresspiegels. Zusätzlich zu dem Anstieg um 20 cm im letzten Jahrhundert wird er bis zum Jahr 2100 um 9 bis 88 cm steigen. Vorausgesagt wird das Schmelzen von Gletschern und des Eises an den Polen. Die Variabilität der Wettervorgänge nimmt zu und ebenso die Stärke von extremen Wetterereignissen. 13 Die Folgen des zu erwartenden Klimawandels werden auch bei einem sofortigen starken Rückgang der Treibhausgasemissionen eintreten, da die Treibhausgase in der Atmosphäre eine Lebensdauer von mehreren Jahren bis Jahrtausenden haben (vgl. Tabelle 1). Je niedriger der Level der Stabilisierung der Konzentration ist, um so geringer ist der Anstieg der durchschnittlichen Temperatur. 14 Wenn eine mittlere globale Erwärmung um 0,1 C als noch ökologisch verträglich angenommen wird, müssen die CO 2 -Emissionen bis 2050 um mindestens 50 % im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. 15 Tabelle 1 zeigt auch, dass Kohlendioxid den absolut höchsten Beitrag an den Treibhausgasemissionen in Industrie- und Transformationsländern hat. Damit trägt CO 2 etwa zu 70 % zur Zunahme des Treibhauseffektes bei. 16 Bei anderen Gasen wurde zum Teil ein sehr viel höheres Treibhausgaspotential (Global Warming Potential) festgestellt, d.h. die Folgen des Ausstoßes einer Einheit tragen um ein Vielfaches mehr zum Treibhauseffekt bei als bei Kohlendioxid. Das Treibhausgaspotential wird ebenfalls verwendet, um die Treibhausgase in der Einheit CO 2 -Äquivalente zusammenzufassen und um sie miteinander vergleichen zu können. 17 Die weiteren Stoffe treten allerdings in viel geringerem Umfang auf, siehe Tabelle 1. Deshalb richten sich viele Maßnahmen in der Klimapolitik zunächst auf die Reduzierung von Kohlendioxidemissionen. 11 Vgl. IPCC (Hrsg.) (2001), S. 26 ff. 12 IPCC (Hrsg.) (1996), S Vgl. IPCC (Hrsg.) (2001), S. 13 ff. 14 Vgl. IPCC (Hrsg.) (2001), S Vgl. MICHAELIS, H. (1992), S Vgl. HOUGHTON, J. (1997), S Vgl. IPCC (Hrsg.) (2001), S. 46 f.

19 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen 7 Aufgrund der Aussagen des IPCC wurden Konsequenzen in der internationalen, europäischen und nationalen Umweltpolitik gezogen. Diese umweltpolitischen Maßnahmen betreffen die Unternehmen direkt in ihrem unternehmerischen Handeln. Die Grundlagen der Klimapolitik werden in den nächsten Abschnitten kurz erläutert. 2.2 Internationale Klimapolitik Aufgrund der Empfehlung des IPCC Maßnahmen zur Eingrenzung des Treibhauseffektes und somit zur Reduktion der Emission von Treibhausgasen zu ergreifen, wurden auf internationaler Ebene klimapolitische Regelungen festgelegt. Die bedeutendsten Schritte sind die UN-Klimarahmenkonvention und das Kyoto-Protokoll. Als ersten Meilenstein in der internationalen Klimapolitik gilt die Klimarahmenkonvention, welche auf der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 zur Unterzeichnung vorgestellt wurde. Mehr als 150 Staaten und die EG unterzeichneten die Konvention direkt. 18 Das Ziel der Klimarahmenkonvention ist nach Artikel 2 des Vertragstextes die Stabilisierung der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre auf dem Niveau zu erreichen, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird. 19 Auf eine Verpflichtung über die Höhe der Treibhausgasreduktionen konnten sich die Vertragsparteien nicht einigen, sondern es wurde formuliert, dass sich die Industriestaaten bemühen sollen, ihre Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2000 wieder auf das Niveau des Jahres 1990 zu reduzieren (Art. 4.2.a und b). 20 Erst fünf Jahre nach der Verabschiedung der Klimarahmenkonvention wurde 1997 in Kyoto das sogenannte Kyoto-Protokoll vorgestellt und von den Staaten angenommen. Der wichtigste Teil des Kyoto-Protokolls betrifft die Industrie- und Transformationsländer nach Annex I der Klimarahmenkonvention. Diese verpflichten sich verbindlich ihre Kyoto-Gase im Zeitraum 2008 bis 2012 um mindestens 5 % gegenüber dem Jahr 1990 zu reduzieren. Diese Zielstellung bezieht sich auf Kohlendioxid (CO 2 ), Methan (CH 4 ), Distickstoffoxid (N 2 O), Schwefelhexafluorid (SF 6 ), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW, engl. HFCs) und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW, engl. PFCs), die sogenannten Kyoto-Gase, auf welche sich die vorliegende Arbeit konzentrieren wird. Die Verpflichtungen der Emission von Treibhausgasen der einzelnen Staaten sind im Annex B des Kyoto-Protokolls enthalten. 21 Um den Staaten eine Möglichkeit zur Realisierung ihrer Verpflichtungen zu möglichst geringen Kosten zu bieten, wurden drei flexible Mechanismen vereinbart. Beim Emission Trading können Emissionsrechtszertifikate zwischen Annex B-Ländern gehandelt werden. Im Rahmen des Joint Implementation können sich Industrie- und Transformationsländer Emissionsreduktionen durch bilaterale Projekte in anderen Industrie- und Transformationsländern aner- 18 Vgl. LOSKE, R. (1996), S. 244 ff. 19 Vgl. OBERTHÜR, S., OTT, H. E. (2000), S Vgl. OBERTHÜR, S., OTT, H. E. (2000), S. 64 f. 21 Vgl. OBERTHÜR, S., OTT, H. E. (2000), S. 399, 418 f.

20 8 Treibhausgas-Controlling auf Unternehmensebene in ausgewählten Branchen kennen lassen, die auf ihre Reduktionsziele angerechnet werden. Clean Development Mechanism (CDM) wird die Durchführung solcher Projekte in Entwicklungsländern genannt. 22 Auf dem 7. Treffen der Vertragsstaaten im Dezember 2002 in Marakesch wurden die Marakesh Accords verabschiedet, womit eine Ratifizierung des Kyoto-Protokolls bevorsteht. 23 Mit dem Inkrafttreten des Protokolls wird im Jahr 2003 gerechnet. Dazu muss das Russische Parlament das Kyoto-Protokoll noch ratifizieren Europäische Klimapolitik Die Europäische Union hat sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls auf ein gemeinsames Reduktionsziel der Kyoto-Gase von 8 % bis auf der Basis 1990 verpflichtet. Dieses Ziel wird innerhalb der Gemeinschaft auf einzelne Staaten, wie Abbildung 2 zeigt, aufgeteilt. Ebenfalls in Abbildung 2 dargestellt, ist der Stand der Treibhausgasemissionen im Jahr 2000 auf Basis des Jahres Anhand der Abweichungen lässt sich der aktuelle Handlungsbedarf in den Ländern der Europäischen Union erkennen. Ziel auf der Basis 1990 Veränderung Großbritannien Schweden Spanien Portugal Niederlande Luxemburg Italien Irland Griechenland Deutschland Frankreich Finnland Dänemark Belgien Österreich EU-Gesamt -45, ,5-12,6-1,7-6 -6, ,9-1,7-4, ,2-7, , ,1 4,1 6,2 3, , , , prozentuale Veränderung der CO 2 -Äquivalente zu 1990 Abb. 2: Vergleich der Ziele der Treibhausgasemissionen der Europäischen Union nach dem Kyoto-Protokoll und dem Stand der Veränderung der Treibhausgasemissionen im Jahr 2000 (Eigene Darstellung basierend auf: ZIESING, H.-J. (2002), S. 12) 22 Vgl. OBERTHÜR, S., OTT, H. E. (2000), S. 203 ff. 23 Vgl. WUPPERTAL INSTITUT FÜR KLIMA, UMWELT, ENERGIE (Hrsg.) (2001), S. 2 ff. 24 Vgl. SÄCHSISCHE ZEITUNG (Hrsg.) (2003), S. M12.

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