Green Tech/Nachhaltigkeit Zielvereinbarung Fakultät Ingenieurwissenschaften

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1 [ 03] [ 2013] DAS INFO MAGAZIN DER Green Tech/Nachhaltigkeit Zielvereinbarung Fakultät Ingenieurwissenschaften Schwerpunktthema Green Tech/Nachhaltigkeit [04/05] / Mode mit Heißprägefolien [12] / ebusiness-lotse [14] / Maschinenbau International [22/23] / 1. International Teaching Week [24/25]

2 02 Inhalt Editorial 03 Inhalt [ 03] [ 2013] Das Infomagazin der Hochschule Hof Schwerpunktthema [ ] Aktuelles [ ] Lehre [ ] Wissenschaft + Forschung [ ] Hochschule + Wirtschaft [ ] Liebe Leserinnen und Leser, das Sommersemester 2013 neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Einer der Höhepunkte des vergangenen Semesters war die Durchführung der 1. International Teaching Week (ITW), im Rahmen derer wir vom 03. bis insgesamt 18 internationale Dozentinnen und Dozenten in Hof begrüßen konnten. Die International Teaching Week richtete sich an Studierende aus dem ersten und zweiten Studienjahr (erstes bis viertes Semester) der drei Fakultäten Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften sowie Informatik und ermöglichte ihnen einen Einstieg in die internationalen und interkulturellen Aspekte der globalen Wirtschaft. Zudem hatten die Studentinnen und Studenten die Gelegenheit, die Partneruniversitäten und -hochschulen sowie deren Studienangebot näher kennen zu lernen, wodurch die Wahl einer geeigneten Hochschule für einen möglichen Auslandsaufenthalt erleichtert wird. Die ITW soll künftig alle zwei Jahre im Wechsel mit der Summer School stattfinden. Ziel dieses Angebots ist die weitere Vertiefung unseres Profilthemas Internationalisierung. Im Schwerpunkt dieser Ausgabe stellt Ihnen die Fakultät Ingenieurwissenschaften abschließend zu den Berichten aus den beiden anderen Fakultäten der Hochschule in der campuls 01 und 02/2013 ihre Zielvereinbarungen zu den Themen Green Tech/Nachhaltigkeit vor und beleuchtet die Frage, wie diese bei der Ausbildung von Ingenieuren und Wirtschaftsingenieuren umgesetzt werden. Ich wünsche unseren Studierenden Erfolg bei den anstehenden Prüfungen und Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Internationales [ ] Ihr Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann Präsident der Hochschule Hof

3 04 Schwerpunktthema Schwerpunktthema 05 Leitbild der Hochschule Hof Verankerung der Themen Green Tech/ Nachhaltigkeit in der Fakultät Ingenieurwissenschaften Auf der Internetseite unserer Hochschule steht zu unserem Leitbild der Satz: Praxisorientierung, Internationalisierung und Ressourceneffizienz stehen im Fokus von Lehre und Forschung an der Hochschule Hof. Was bedeutet dies für die Fakultät Ingenieurwissenschaften? Wie werden speziell die Themen Green Tech/Nachhaltigkeit bei der Ausbildung von Ingenieuren und Wirtschaftsingenieuren umgesetzt? Eine gegenüber Technik (zunehmend) skeptisch eingestellte Öffentlichkeit macht an den Begriffen Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit eine allgemeine Ingenieurskritik fest. Von den Ausbildern wird verlangt, dass sie den vermeintlich unsensiblen Ingenieur für diese Themen sensibilisieren. Hier liegt ein Missverständnis vor: Der Ingenieur war und ist ein Gestalter, der die vorhandenen Ressourcen effizient einsetzt. Seine zentrale Aufgabe ist es, die Teile einer technischen Lösung so zu dimensionieren, dass sie zu den Anforderungen passen ( Ingenieurdenke ). Zu schwach dimensionierte Teile versagen im Einsatz, zu stark dimensionierte Teile verbrauchen unnötig viele Ressourcen. Ein Grund für die zunehmende Skepsis gegenüber der Technik liegt gerade im reibungslosen Funktionieren der Technik. Das international berühmte German Engineering hat Lösungen entwickelt, die so zuverlässig sind, dass sich unsere Gesellschaft blind auf deren Funktionieren verlässt. Das (schwindende) Bewusstsein dieser Zusammenhänge führt in Deutschland zu einem (unberechtigten) diffusen Unbehagen gegenüber technischen Lösungen. Wahrgenommen wird nur noch, was nicht oder zu teuer funktioniert. Damit den Studierenden noch deutlicher wird, dass es einen Bezug zwischen der Ingenieurdenke und Nachhaltigkeit sowie dem umweltschonenden Umgang mit Ressourcen und Rohstoffen gibt, wurden in den Modulbeschreibungen der technischen Grundlagen aus Mechanik, Elektrotechnik, Chemie und Mathematik diese Aspekte vertieft dargestellt. Damit können die Ingenieure von morgen genau wie die von gestern innovative und effiziente technische Lösungen entwickeln. Vertieftes, grünes Wissen vermittelt einerseits der Studiengang Umweltingenieurwesen (vgl. rechte Seite) und auch im Bachelorstudiengang Maschinenbau nehmen zwei neue Studienrichtungen explizit Bezug auf Green Tech und Nachhaltigkeit: a) Energie und Versorgung vertieft das Wissen um den effizienten Umgang mit Energie. b) Ressourceneffiziente Gestaltung behandelt Punkte wie Material- und Gewichtseinsparung und Betrachtung des Lebenszyklus (Sustainability, Total cost of ownership). Basis für diese Betrachtungen ist das nötige Grundlagenwissen (insbesondere in der Mechanik), das im Schwerpunkt noch durch moderne, computergestützte Berechnungsverfahren ergänzt wird. Der Ingenieur von heute weiß darüber hinaus aber auch, dass er an seinem Selbst- und Fremdbild arbeiten muss. Unsere Absolventen werden daher in die Lage versetzt, ihre Lösung darzustellen und deren Vorteile gegenüber anderen, weniger effizienten Lösungen herauszuarbeiten. Dementsprechend werden in den Ingenieurstudiengängen heute auch kommunikative Fähigkeiten und wirtschaftliche Grundlagen vermittelt. Bei allem Grundlagenwissen und der Vermittlung kommunikativer Fähigkeiten kommt die eigentliche Ingenieursfähigkeit nicht zu kurz. Die Fakultät verfügt an den Standorten Hof und Münchberg über neueste Geräte auf insgesamt über qm Fläche. Die Studierenden machen im Umgang mit diesen Geräten die Erfahrung, die ein Ingenieur benötigt, um ein abstraktes Konzept in eine konkrete Lösung zu überführen. Zu Beginn des Studiums werden sie dabei zunächst in klar definierten Grundlagenpraktika von erfahrenen Laboringenieuren geführt. In höheren Semestern werden sie dann bei der selbständigen Projektarbeit begleitet. Derartige Projekte werden oft auch in Verbindung mit der regionalen Wirtschaft definiert und durchgeführt, so dass den Studierenden die praktische Relevanz des Gelernten deutlich wird. Oftmals ergibt sich aus einem derartigen Projekt auch die erste Anstellung. Prof. Dr.-Ing. Valentin Plenk Vertieftes grünes Wissen - Studiengang Umweltingenieurwesen Der Beruf des Umweltingenieurs umfasst nachhaltig alle Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung einer lebensgerechten Umwelt. Hierzu gehören die Entwicklung und Verbesserung neuer und umweltschonender Verfahren, Produkte und Prozesse. Die beiden Themenbereiche Green Tech und Nachhaltigkeit werden innerhalb der Fakultät Ingenieurwissenschaften direkt durch den Studiengang Umweltingenieurwesen repräsentiert. Die Inhalte der Lehrveranstaltungen sind auf diese auch wirtschaftspolitisch bedeutenden Leitthemen insbesondere in den umwelttechnischen Fächern sowie im Bereich Energie- und Verfahrenstechnik Wasser ausgerichtet. Im Sinne einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften werden sie zudem auch durch Referenten und Lehrbeauftragte aus Wirtschaft und Technik vermittelt. Die erworbenen Kompetenzen aus den Vorlesungen zu umweltrelevanten Problemstellungen, umweltverträglichen Lösungsmöglichkeiten und ökologischen Ausgleichsmaßnahmen, werden durch Übungen, Seminare, Projektarbeiten, Praktika sowie Exkursionen vertieft. Im Studiengang Umweltingenieurwesen wird auf eine grundlegende Ingenieurausbildung unter Einbezug von naturwissenschaftlichen Fächern Wert gelegt. Im Spezialisierungsbereich des Studiengangs wird das wertvolle Gut Wasser von der Gewinnung über die Aufbereitung und Nutzung bis zur Reinigung und neuen Verwendung im nachhaltigen Sinne über technische, chemische und biologische Prozesse dargestellt. Die Absolventen sollen im späteren Berufsleben durch die Entwicklung neuer Technologien und Verfahren einen Beitrag zum Umweltschutz, zur Ressourceneffizienz und der ökologischen Modernisierung leisten können. Prof. Dr. Hans Schmidt

4 06 Aktuelles Aktuelles 07 Veranstaltungskalender Termin Zeit Veranstaltung Ort Bewerbertag Hochschule Hof Informationsveranstaltung Berufsbegleitende Hochschule Hof, A 109 Zertifikatslehrgänge und Master Logistik & Einkauf / Supply Chain Management Contacta 1. Tag Hochschule Hof, Geb. A, B und C Contacta 2. Tag Hochschule Hof, Geb. A, B und C Freshers Fair Hochschule Hof, Foyer A und B ab Jahrestagung Fachbereichstag Informatik iisys-gebäude Mädchen und Technik Hochschule Hof Hochschulpfarrer Hof: Gott, die Welt und ein, zwei Bierchen Pizzeria FHVR International Days - Markt der Möglichkeiten Hochschule Hof, Foyer B Hochschulpfarrer Hof: Vortrag Hof und der Nationalsozialismus Stabsstelle Hochschulkommunikation FHVR, Hörsaal 1 Corinna Müller ist neue Marketing- Verantwortliche der Hochschule Hof fh hof alumni e.v. Verein jetzt unter neuer Geschäftsführung Der Alumni-Verein der Hochschule bestellte zum Jahreswechsel eine neue Geschäftsführung. Katrin Blug löste den bisherigen Geschäftsführer Claus Beyerlein ab, der die Schwerpunkte seiner Tätigkeit verstärkt auf die Felder Fundraising und hochschule dual verlegt. Nach Studium und Ausbildung war Katrin Blug lange Jahre im Agentur- und Beratungsbereich sowie als Texterin und Lektorin tätig bevor sie 2007 an die Hochschule Hof wechselte. Bis zum Jahreswechsel verantwortlich für den Bereich Marketing, übernahm sie nun Gelungene Veranstaltung neben ihren Aufgaben im Eventmanagement der Hochschule die Geschäftsführung des fh hof alumni e.v. Vor allem das Thema Kommunikation liegt ihr am Herzen, daher hatte der Relaunch der Internetpräsenz des Vereins oberste Priorität. Auch soll die Kommunikation mit und zwischen den Mitgliedern z.b. via Facebook vereinfacht werden. Neue Veranstaltungsreihen, z.b. die Präsentation von Forschungsschwerpunkten verschiedener Mitglieder des Professorenkollegiums lassen die Alumni noch stärker am Hochschulleben teilhaben. Im nächsten Jahr wird dann wieder das Homecoming gemeinsam mit dem Sommerfest der Hochschule Hof stattfinden. Bei diesem dreitägigen Treffen werden zahlreiche Absolventinnen und Absolventen an ihrer Alma Mater zusammenkommen und alte Erinnerungen und neue Erfahrungen austauschen. Der fh hof alumni e.v. bedankt sich bei Claus Beyerlein für seinen Einsatz beim Aufbau des Vereins und freut sich auf die Zusammenarbeit mit der neuen Geschäftsführerin Katrin Blug. Prof. Dr. Ronald Hechtfischer Zum übernahm Corinna Müller die Verantwortung für den Bereich Marketing der Hochschule Hof. Die studierte Kommunikationswissenschaftlerin mit Bachelorabschluss in Medienkommunikation (TU Chemnitz) und Masterabschluss in Angewandter Medienforschung (TU Dresden) hat bereits verschiedene berufliche Stationen auf Agentur- und Unternehmensseite im Bereich Marke-ting und Kommunikation durchlaufen. Zuletzt war sie als Projektleiterin bei einem Münchner Marktforschungsinstitut tätig und hat dort schwerpunktmäßig Projekte im Bereich Kundenzufriedenheit, Mystery Shopping und Pricing betreut. Der Fokus ihrer Tätigkeit an der Hochschule Hof liegt perspektivisch im strategischen Bereich. Corinna Müller soll das Marketing der Hochschule durch ihre analytische Expertise neu ausrichten und eine Marketingstrategie entsprechend der Vision 2020 für die kommenden Jahre entwickeln und implementieren. Die Koordination und Umsetzung aller operativen Marketingmaßnahmen liegt momentan ebenfalls in ihrer Zuständigkeit. Corinna Müller Girls Day an der Hochschule Hof, Campus Münchberg Auch in diesem Jahr waren die 13- bis 15-jährigen Mädchen, die am an die Hochschule Hof, Campus Münchberg, zum Girls Day kamen, wieder mit Feuereifer bei der Sache. Nach einer kurzen Begrüßung durch Prof. Dr. Reinhart Möckel fand ein Rundgang durch die Textilabteilung statt. Die Mädchen zeigten sich bereits hier beeindruckt von der Vielseitigkeit des textilen Aufgabengebiets. Eingeteilt in zwei Gruppen fanden danach Workshops statt. Beim ersten Workshop konnten die Mädchen im Chemielabor Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (u.a. Kartoffeln bzw. Kartoffelstärke) herstellen. Parallel dazu waren sie im Druckereilabor beim Bedrucken eines Baumwollschals kreativ, sowohl bei der Farbstellung als auch bei der Musterauswahl. Nach der gemeinsamen Mittagspause, in der sie sich bei Getränken und Pizza stärkten, wurden die Labore getauscht. Silke Pöhlmann

5 08 Aktuelles Aktuelles 09 Über 50 Teilnehmer Textilfachleute tagen in Münchberg Am fand an der Hochschule Hof, Campus Münchberg eine Tagung von Textilspezialisten mit internationaler Beteiligung statt. Über 50 Teilnehmer aus Deutschland, Gesundheitstag an der Hochschule Hof Glückliche Gewinner Tschechien und den USA diskutierten über Möglichkeiten und Probleme bei der Prüfung der Beständigkeit von Bekleidungs- und technischen Textilien gegenüber Sonnenlicht und UV-Strahlung. Die Tagung wurde von der Fa. Q-Lab in Kooperation mit dem Studiengang Innovative Textilien der Hochschule organisiert. Anlässlich der Tagung wurde Dipl.-Ing. (FH) Matthias Mai für seine hervorragende Masterarbeit über die Ursachen der schlechten Waschbeständigkeit von wasserabweisender Ausrüstung für Out-Door-Beklei- Der Gesundheitstag vom fand im Mai seinen gelungenen Abschluss. Gemeinsam mit Daniela Trampisch und Florian Tschampel von der AOK Hof wurden die Gewinner des dung von der Fa. Q-Lab mit dem Q-Lab Textil eaward und einem Geldpreis ausgezeichnet. Thomas Fein, Bürgermeister der Stadt Münchberg, und Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann, Präsident der Hochschule Hof, richteten Grußworte an die Teilnehmer. In seiner Ansprache berichtete Prof. Dr. Lehmann über die geplanten Investitionen und die Einrichtung eines Fraunhofer-Zentrums mit Schwerpunkt auf Verarbeitungstechniken für keramische Fasern am Standort Münchberg. Prof. Dr. Wolfgang Schrott Preisausschreibens gekürt. Für Doris Strößner, Gabriele Eiber, Sandra Gallisch, Romy Ottiger und Sandra Wunderlich (von links) hat sich die Teilnahme am Quiz gelohnt: Sie können sich über Saunahandtücher, einen Gymnastikball, einen Massage- sowie über einen Saunagutschein freuen. Allen Gewinnern nochmals herzlichen Glückwunsch. Kathrin Keßelring Teilhabe an Intelligenz der Welt winfors und AGI zu Gast an Hochschule Hof Internationalisierung ist eine Überlebensstrategie mit diesen Worten beschrieb Präsident Prof. Dr. Dr. h. c. Jürgen Lehmann bei einem Vortrag vor Geschäftsleuten die Bedeutung, welche die Ausrichtung der Hochschule Hof wie auch der Wirtschaft über die Grenzen Deutschlands und Europas hinaus, für die nächsten Jahre und Jahrzehnte hat. Eingeladen hatten das winfors Kompetenznetz und die AGI Arbeitsgemeinschaft der Industrie Hochfranken plus zu einer gemeinsamen Veranstaltung im Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof (iisys). 80 Millionen Deutsche in einer Welt mit 6 Milliarden Menschen: Das ist für Prof. Dr. Lehmann der Maßstab, an dem sich unser Land zu orientieren hat. Aus vielen Auslandsreisen und Gesprächen hat er Eindrücke einer großen Dynamik in vielen aufstrebenden Ländern gewonnen, insbesondere in Asien. Die Konsequenz für Deutschland heißt aus seiner Sicht, Teilhabe an der Intelligenz der Welt zu suchen und an den eigenen Stärken zu arbeiten: Wir können nur überleben, wenn wir ein bisschen besser sind als der Rest. Für die Hochschule Hof gelte es, die jetzige Zahl von rund Studierenden langfristig zu halten keine leichte Aufgabe in Zeiten des demografischen Wandels. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kooperation mit der Wirtschaft, Praxisorientierung, Internationalisierung und Konzentration auf das Thema Ressourceneffizienz. Dazu werden Lehrangebote in Englisch weiter entwickelt, der internationale Austausch ausgebaut und zunehmend ausländische Dozenten nach Hof geholt. Eine zentrale Rolle in den internationalen Aktivitäten der Hochschule spielt Indien. Mit der Konzentration auf dieses Land hat sich Präsident Lehmann bewusst vom allgemeinen Trend zu China abgesetzt. So gewann die Hochschule Hof ein Alleinstellungsmerkmal und wurde Sitz des Bayerisch- Indischen Zentrums für Wirtschaft und Hochschulen (BayIND). Die Stärken Indiens sieht der Hochschulpräsident vor allem im starken Wachstum, dem von Großbritannien beeinflussten Rechtssystem, den vielen jungen Menschen, der Amtssprache Englisch sowie Demokratie und freier Presse. Gleichwohl müsse man sich auf eine ungewohnte Mentalität und Geschäftskultur sowie eine ausufernde Bürokratie einstellen. Für die Hochschule trägt die Zusammenarbeit schon Früchte: Seit dem Wintersemester 2011/2012 bietet sie in Kooperation mit dem PSG Institute of Advanced Studies in Coimbatore, Indien, das in Europa einmalige viersemestrige MBA-Programm German-Indian Management Studies GIMS an. Geduld, Toleranz und Offenheit sieht Prof. Dr. Lehmann als Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit mit Indien. Die erfolgreichen Projekte der Hochschule geben ihm offensichtlich Recht. Ralf Schiffers

6 10 Aktuelles Aktuelles 11 ifw Institut für Weiterbildung der Hochschule Hof Praxisorientierte Weiterbildung auf Hochschulniveau Kompetente Fach- und Führungskräfte sind auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt. Das ifw bietet Berufstätigen eine praxisorientierte Weiterbildung auf Hochschulniveau. Die Dozenten besitzen wissenschaftlich fundierte Kenntnisse gepaart mit mehrjähriger Praxiserfahrung in der Wirtschaft. Um den unterschiedlichen Bedürfnissen von Weiterbildungsinteressierten gerecht zu werden, hat die Hochschule verschiedene Angebote entwickelt. Berufsbegleitende Bachelorstudiengänge Abiturienten mit Berufsausbildung, ausgebildete Fachkräfte mit dreijähriger Berufserfahrung oder Berufsstätige mit besonderer Qualifikation wie Techniker oder Meister haben derzeit die Wahl zwischen drei Studiengängen. Betriebswirtschaft und Technische Betriebswirtschaft werden in Kooperation mit der VWA angeboten. Ein Großteil der Vorlesungen kann dadurch auch an verschiedenen Studienorten besucht werden: neben Hof auch in Bamberg, Ansbach oder Nürnberg. Gesundheits- und Pflegemanagement wird gemeinsam mit der bfz-akademie für Pflege, Gesundheit und Soziales in Marktredwitz angeboten. Nach ca. vier Jahren des berufsbegleitenden Studiums können die Absolventen den Titel Bachelor erlangen. Die Veranstaltungen sind in Abendkursen und/oder in Blockveranstaltungen organisiert. Akademische Weiterbildungskurse Ein neues Angebot gibt es für Berufstätige, die keinen akademischen Abschluss anstreben, aber eine praxisbezogene Weiterbildung auf Hochschulniveau suchen. Bestimmte Module aus den berufsbegleitenden Studiengängen können nun einzeln gebucht werden. Kurse mit betriebswirtschaftlichem Schwerpunkt sind beispielsweise Buchhaltung und Bilanzkunde oder Organisation- und Geschäftsprozessmanagement. Praxisorientierung wird dabei groß geschrie- ben. So werden im Kurs Wirtschafts- und Finanzmathematik die Lerninhalte direkt mit den entsprechenden IT-Anwendungen umgesetzt. Im Themenschwerpunkt Gesundheitswesen werden aktuell Management von Gesundheitseinrichtungen und Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik angeboten. Der Vorteil für die Kursteilnehmer liegt darin, dass sie mit den berufsbegleitend Studierenden gemeinsame Veranstaltungen besuchen und von einem Erfahrungsaustausch auf hohem Niveau profitieren können. Nationale und internationale Masterstudiengänge Nahezu einzigartig in Deutschland ist der berufsbegleitende Master-Studiengang Logistik/ Beschaffung - Supply Chain Management, der in Kooperation mit der Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg angeboten wird. Der Präsenzstudiengang richtet sich an Hochschulabsolventen der Ingenieur- oder Wirtschaftswissenschaften mit überdurchschnittlichem Abschluss und Berufserfahrung. Auf dem internationalen Weiterbildungsmarkt ist das ifw mit dem europaweit einzigartigen Studiengang German- Indian Management Studies vertreten und dem ebenfalls Das vierte Studienjahr der Kinderuni Hof ging im Juni mit der Vorlesung Wie besiege ich das Chaos in meinem Kinderzimmer? zu Ende. Insgesamt vier Vorlesungen informierten jeweils ca. 100 Nachwuchsstudierende kindgerecht außerdem dazu, wie man eine Internetseite erstellt, warum Menschen Vorurteile haben und welche Rechte sie als Kinder haben. Am letzten Vorlesungstag erhielten die fleißigen Studierenden nach Vorlage ihres Studienausweises ihre Mini-Master-Urkunde. Einienglischsprachigen Masterprogramm Software Engineering for Industrial Applications. Zertifikatslehrgänge und Seminare Ein Hochschulzertifikat erhalten die Absolventen der Lehrgänge Logistiker im Distanzhandel und Supply Chain Management. Beide Weiterbildungen laufen über zwei Für Schlaumeier und alle, die es werden wollten te, die renommierte Firmen zu schätzen wissen. Informationsveranstaltung Berufsbegleitende Zertifikatslehrgänge und Master Logistik & Einkauf / Supply Chain Management am von Uhr, Hochschule Hof, Raum A109 Nicole Hüttner Kinderuni Hof beendet 4. Studienjahr Jahre und sind durch hohe Praxis- und Branchenorientierung gekennzeichnet. Besondere Expertise vermittelt die Hochschule auch in ihren mehrtägigen Grundlagen- und Vertiefungsseminaren im Textilbereich. Die enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Materialwissenschaften und intensive Branchenkontakte sorgen für aktuelle und praxisnahe Inhal- ge Kinder hatten noch dazu Glück und gewannen bei der jährlichen Abschlussverlosung tolle Preise, die verschiedene Hofer Unternehmen zur Verfügung stellten. Im November startet dann das nächste Studienjahr. Vormerken können sich die Kinder bereits folgende Termine und Themen: Wie schmeckt und riecht unser Essen?, Prof. Dr. Iryna Smetanska Fotografie für Dummies: Wie kommt der Vogel in die Kamera?, Jürgen Ott & Friedrich Bischoff Wieso Kinder entscheiden, was in die Einkaufstüte kommt?, Prof. Dr. Jens Kirchner Wie schaut die Energie der Zukunft aus?, Prof. Dr. Tobias Plessing Katrin Blug

7 12 Lehre Lehre 13 Kooperationsprojekt Textildesignstudentinnen entwickeln Mode mit Heißprägefolien Masterstudiengang Personal und Arbeit Vom Hörsaal in den Gerichtssaal Am besuchten Studierende des Masterstudiengangs Personal und Arbeit im Rahmen ihres Seminars Arbeitsgerichtliche Verfahren und Mediation das Arbeitsgericht Weiden. Ziel der Exkursion ist es, den Studierenden arbeitsrechtliche Verhandlungen anhand von realen Fällen näher zu bringen, sagt Dietmar Striegan, Lehrbeauftragter der Hochschule Hof und Richter am Arbeitsgericht Weiden. Nach einer kurzen Begrüssung erörterte Richter Striegan die anstehenden Rechtsfälle zunächst mit den Studierenden. In den folgenden Güteverhandlungen stritten dann die Parteien um jeden Euro und um jedes einzelne Wort im Arbeitszeugnis. Von Urlaubsansprüchen bis zu Kündigungen wurde über zahlreiche arbeitsrechtliche Themen diskutiert. Nach den Sitzungen resümierte daher die Studentin Nina Wehner: Heute habe ich einen umfangreichen und vielfältigen Einblick in den Arbeitsalltag eines Richters am Arbeitsgericht bekommen. Nach einem interessanten Tag ging es für die Studierenden wieder zurück in den Hörsaal, um die erworbenen praktischen Erkenntnisse theoretisch zu vertiefen. Stephanie Lump und Ricarda Willen Die Firma Leonhard Kurz Stiftung & Co. KG stellte in Kooperation mit der Hochschule Hof, Campus Münchberg, Textildesignstudentinnen ihre Heißprägefolien zur Verfügung. Aus den Folien entwickelten die Studentinnen unter der Leitung von Prof. Martina Ziegenthaler im Rahmen eines Semesterprojekts innovative Textildesigns, die zu Modekollektionen verarbeitet wurden. Herausgekommen ist ein kreatives Portfolio aus stilvoller Unisex-Businesswear, eleganten Kleidern, lässiger Radlerkleidung und coolen Accessoires. Ermöglicht durch die Firma Kurz kamen die acht in Gruppenarbeit entwickelten Kollektionen drei Tage lang vor die Kamera. Mit Namen wie Tweed Rider oder Flouncy Fashion wurden sie unter der Regie der Fotospezialisten von hl-studios professionell in Szene gesetzt. Fotochef Jürgen Hinterleithner ist beeindruckt: Die Kollektionen stehen den großen Labels in nichts nach. Deshalb haben wir uns für das Shooting eine besondere Technik überlegt: Wir haben Frontprojektionen verwendet, die den Fotos einen spannenden Retro-Look geben. Veredelt durch das Fotodesign der hlstudios machen die Studierenden mit ihren Kollektionen einen ersten Schritt in die große Welt der Mode. Weitere Kooperationen sind bereits geplant. Prof. Martina Ziegenthaler Studierende des Masterstudiengangs Personal und Arbeit mit Arbeitsrichter Dietmar Striegan (im Hintergrund) im Sitzungssaal des Arbeitsgerichts Weiden

8 14 Wissenschaft + Forschung Wissenschaft + Forschung 15 Lotse in die digitale Zukunft ebusiness-lotse unterstützt oberfränkische Unternehmen Ziel des Projekts ebusiness- Lotse ist es, die Kompetenz der regionalen Unternehmen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) auszubauen. Themenschwerpunkte sind Online Marketing, Cloud Computing und Informationssysteme für ressourceneffiziente Prozesse. Projektpartner sind die Hochschule Hof mit dem Institut für Informationssysteme (iisys) und das IGZ Bamberg als Geschäftsstelle des IT-Clusters Oberfranken. An der Spitze bleiben Die Mitarbeiter des Projekts ebusiness-lotse Oberfranken am IGZ Bamberg und der Hochschule Hof sind neutrale Ansprechpartner für die Unternehmen der Region. IT unterstützt fast alle Geschäftsprozesse in den Unternehmen. Mit Hilfe von IT gewinnen Unternehmen Wettbewerbsfähigkeit und differenzieren sich am Markt, erklärt Katharina Kroll, Projektleiterin in Bamberg. Wir informieren die oberfränkischen Unternehmen über wichtige Trends und Geschäftsmöglichkeiten rund um die Informationsund Kommunikationstechnologie, damit sie in Zukunft an der Spitze bleiben. Das Projekt ebusiness-lotse Oberfranken konzentriert sich auf Online- Marketing, Cloud Computing und Informationssysteme für ressourceneffiziente Prozesse. Es richtet sich insbesondere an Anwender in kleinen und mittelständischen Unternehmen und Handwerksbetrieben. Anbieterneutrale und praxisnahe Informationen Viele Unternehmen schöpfen das Potential der Informationsund Kommunikationstechnologie noch nicht voll aus, sagt Prof. Dr. Richard Göbel, wissenschaftlicher Leiter des iisys. Online-Marketing-Konzepte, zum Beispiel für Social Media, Suchmaschinenmarketing oder ecommerce, bieten Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, ihren Absatz zu fördern und Kunden zu binden. Dienstleistungen aus der Cloud können Unternehmen verbrauchsabhängig abrechnen, um Kosten zu senken und Überkapazitäten abzubauen. Mit leistungsfähigen Informationssystemen optimieren Unternehmen darüber hinaus ihre gesamten finanziellen, materiellen und personellen Ressourcen. Der ebusiness- Lotse Oberfranken ist zudem deutschlandweit mit 37 weiteren ebusiness-lotsen vernetzt, um durch einen kontinuierlichen Austausch von Informationen und Erfahrungen einen qualifizierten Technologietransfer in großer thematischer Breite zu gewährleisten. Gefördert durch das BMWi Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) fördert das Projekt ebusiness-lotse Oberfranken als Teil der Initiative ekompetenz- Netzwerk für Unternehmen im Rahmen des Förderschwerpunkts Mittelstand-Digital IKT-Anwendungen in der Wirtschaft. iisys Institut für Informationssysteme Projektleitung ebusiness-lotse Oberfranken Vorstellung von Anne-Christine Habbel Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften, Romanistik sowie Deutsch als Fremdsprache arbeitete Anne- Christine Habbel in unterschiedlichsten Technologiefeldern. So betreute sie u.a. eine Weinbautechnologiemesse und einen Multimedia-Hochschul-Award. Bei Siemens Sensors & Communications konzipierte sie neue Eventstrukturen für technische Trainings. Bei der Stadt Karlsruhe war sie zuständig für die Projektentwicklung neuer Technologiefelder und baute zuletzt mit der Messe CLOUDZONE die größte Projekt des iisys Grüne Datenbanken: Optimierung der Energieeffizienz Weltweit steigt die Zahl der Rechenzentren, um das gewaltige Datenaufkommen speichern und verarbeiten zu können wurden jeden Tag fast 27 Exabyte Daten weltweit ausgetauscht (1 Exabyte entspricht 1 Milliarde GByte), wobei die Hauptlast bei der Verarbeitung auf den weltweit rund großen bis sehr großen Rechenzentren lag. Diese Rechenzentren verbrauchten so viel Energie wie 47 normal große Kernkraftwerke erzeugen. Tendenz steigend. Deutsche Rechenzentren verbrauchten 2011 reine Cloud-Fachcommunity im deutschsprachigen Raum auf. Sie studierte in Kassel, Bonn, Montpellier und Santiago de Compostela und arbeitete für die Deutsche Botschaft in Maskat. Seit ist sie am Institut für Informationssysteme (iisys) und baut in enger Kooperation mit der IGZ Bamberg GmbH und dem IT-Cluster Oberfranken das Projekt ebusiness-lotse Oberfranken auf. Zudem war Anne-Christine Habbel zehn Jahre lang Vorstandsmitglied im Businessnetzwerk BPW Karlsruhe (zu- nach eigenen Angaben rund 500 MW Energie und für das Jahr 2012 wurde ein Anstieg von 12 Prozent prognostiziert dies entspricht der Energie eines halben Kernkraftwerks. Datenbanken sind so konzipiert, dass sie Daten strukturiert speichern und die Suche nach Datensätzen effizient und schnell bewältigen können. Somit sind Datenbankserver für die IT ein wichtiger Grundbestandteil. Doch auch das kostet Energie: allein eine Suche in der Google-Datenbank kostet ca. letzt als 1. Vorsitzende) und beschäftigt sich mit Netzwerkfragen. Sie ist Mitglied beim Arbeitskreis Wissensmanagement. Anne-Christine Habbel 4 Wattstunden, was 2 Gramm CO 2 pro Suche entspricht. Zudem geht man davon aus, dass ca. 30 Prozent aller Server dediziert für Datenbanken genutzt werden. Um die Effizienz eines Datenbankservers beurteilen zu können, muss man sehr genau wissen, wie viel Energie benötigt wird, bis eine Anfrage an die Datenbank erfolgreich verarbeitet wurde. Um später Optimierungen vornehmen zu können, ist es auch wichtig zu wissen, welche Komponente

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