Staatliche Realschule Gauting ipad-klassen

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1 Staatliche Realschule Gauting ipad-klassen

2 PADUCATION - das medienpädagogische Konzept der ipad-klassen an der RSG Die analoge Welt Computer gehören für uns alle zum Alltag und ohne sie würden die allermeisten Dinge in unserem Alltag nicht mehr funktionieren: Es gäbe ohne Computer keine Zeitungen, keine funktionierenden Verkehrsampeln, keine Telefonverbindungen, kein Fernsehen, kein funktionierendes Krankenhaus, keine Flug- oder Bahnverbindungen und Einkaufen könnten Sie auch nicht mehr. Nichts funktioniert heute ohne die Hilfe eines Computers. Erschreckend, nicht wahr? Wenn Sie älter als 30 Jahre alt sind, dann kennen Sie noch eine andere Welt, eine Welt, in der es zwar schon Computer gab, aber diese waren relativ teure Geräte, die sich manche Firmen leisteten und einige wenige Freaks. Doch viel konnte man mit diesen Geräten nicht anfangen und nur wenige Privathaushalte verfügten über solch ein Gerät. Wer in dieser Welt ohne Computer und ohne Internet gelebt hat, erinnert sich mehr oder weniger gerne zurück. Aber auf jeden Fall steht fest: es war eine vollkommen andere Welt als die, in der wir heute leben, und dabei liegt das erst einmal ca. 30 Jahre zurück. Die digitale Welt Unsere Schüler kennen diese alte Welt nicht und sie können sich schwer vorstellen, wie man damals gelebt hat. Für sie sind Technologien nichts Besonderes, sondern selbstverständlicher Alltag. Und sie nehmen diese sehr häufig gar nicht mehr wahr, wie Alan Kay einmal gesagt hat: Technology is only technology to those born before technology. Für unsere Schüler gibt es keine Welt ohne die Omnipräsenz der Computer oder der Kommunikationsmedien wie Smartphones und Tablet-PCs. Für sie ist ein Computer keine teure, schwer bedienbare Maschine, sondern etwas Selbstverständliches, ein nützliches Werkzeug. Gleiches gilt für die Nutzung des Internets. Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest (mpfs) veröffentlicht regelmäßig Studien zur Medien- und Informationsnutzung von 12- bis 19-jährigen (JIM-Studie). Die aktuelle JIM-Studie 2013 verdeutlicht sehr eindrücklich welch eine bedeutende Rolle Medien im Alltag von Jugendlichen spielen. Von den 12- bis 19jährigen deutschen Jugendlichen haben 100% Zugriff auf einen Computer oder Laptop, 97% haben einen Internetzugang, 99% besitzen ein eigenes Handy, davon 72% Smartphones mit Internetzugriff. Tablets sind zu 36% verbreitet, es zeigt sich eine Steigerungsrate von fast 50% im Vergleich zum Vorjahr. Diese rapiden technologischen und sozialen Veränderungen, mit denen wir seit geraumer Zeit konfrontiert werden, erfordern ein Nachdenken darüber, wie man als Schule auf diese Umbrüche angemessen reagiert und wie man die Schüler auf die veränderte Lebenswelt vorbereiten kann. Die Tatsache, dass Kinder und Jugendliche als digital

3 natives heranwachsen, bedeutet nicht automatisch, dass sie die ausreichenden Kompetenzen für die digitale Welt besitzen. Und auch die Nutzung sozialer Medien erfordert einen angemessenen kritischen Umgang mit diesen, der zunächst erworben werden muss. Gerade hier ist eine Pädagogik gefragt, die nicht aus einer Abwehrhaltung heraus diese neuen Fragestellungen aufgreift, sondern eine Pädagogik, die das große Potential der neuen Technologien angemessen nutzt. Unsere Schule wollte die Chance, unsere Schüler auf die veränderte Lebenswelt adäquat vorzubereiten nicht verpassen. Aus diesem Grund haben wir als eine der ersten Schulen in Deutschland beschlossen, diese zukunftsweisenden Technologien in den Unterricht zu integrieren und sogenannte ipad-klassen zu etablieren. Rahmenbedingungen Unser PadUcation-Konzept ist auf zwei Säulen aufgebaut: 1. Einer sogenannten 1to1-Lösung, d. h. mehreren ipad-klassen mit elternfinanzierten Geräten, bei denen die Schüler ihre eigenen Geräte sowohl am Vormittag in allen Unterrichtsfächern, als auch am Nachmittag zur häuslichen Vor- und Nachbereitung nutzen. 2. Einem mobilen ipad-koffer mit 16 Geräten, der von allen Kolleginnen und Kollegen dazu genutzt werden kann, in jeder beliebigen Klassenstufe und jedem Fach punktuell mit den ipads zu arbeiten. Unsere ipad-klassen beginnen in Jahrgangsstufe 7 - aus zweierlei Gründen. Der erste, sehr pragmatische Grund ist, dass sich die Schüler an der Realschule nach der 6. Jahrgangsstufe in die sogenannten Wahlpflichtfächergruppen aufteilen. In diesen neu gebildeten Klassen bleiben sie dann bis zum Ende der 10. Jahrgangsstufe zusammen. Eine Etablierung von ipad-klassen in niedrigeren Jahrgangsstufen ist organisatorisch kaum umsetzbar und aus einem weiteren Grund nicht unbedingt sinnvoll: In niedrigeren Jahrgangsstufen fällt es den Schülern erfahrungsgemäß noch schwer, wirklich eigenverantwortlich zu lernen und zu arbeiten - eine Grundvoraussetzung für eine effektive Arbeit in der ipad-klasse. Beim Einsatz des ipad-koffers steht die eher punktuelle Arbeit mit den ipads im Vordergrund. Dank der extrem einfachen und schnellen Installation des WLAN-Netzes in jedem beliebigen Klassenzimmer der Schule wird diese Form des ipad-einsatzes von sehr vielen Kollegen rege genutzt - und zwar in beinahe allen Fächern und allen Jahrgangsstufen.

4 Technische Ausstattung Hardware: Seit dem Umzug in unser neues Schulgebäude im Schuljahr 2012/13 können wir in allen Klassen- und Fachräumen auf Deckenbeamer, internetfähige Computer, leistungsstarke Lautsprecher sowie frei LAN-Zugänge zurückgreifen. Die vorhandenen LAN-Anschlüsse ermöglichen es den Kollegen in jedem Raum mit Hilfe des in den ipad-koffer integrierten Airport Express Routers ein stabiles WLAN-Netz zu generieren - und das innerhalb weniger als einer Minute. Damit ist gewährleistet, dass keine Unterrichtszeit verloren geht und die ipads so effektiv wie möglich eingesetzt werden können. In den Klassenräumen unserer ipad-klassen und in den entsprechenden Fachräumen (Musik, Physik, Chemie, Biologie, IT) ist zusätzlich folgende Technik verbaut: eine Airport Extreme Station als WLAN-Router sowie ein Apple TV zur drahtlosen Kommunikation zwischen den ipads und dem Deckenbeamer. WLAN-Netzwerk: Grundvoraussetzung für die effektive Arbeit mit den ipads ist ein stabiles WLAN-Netzwerk und eine entsprechend schnelle Internetverbindung. Die Sicherheit des temporär abschaltbaren WLAN-Netzwerks wird an unserer Schule durch folgende Maßnahmen gewährleistet: Der Netzwerkzugang ist passwortgeschützt. Nur Inhaber des jeweils regelmäßig wechselnden Passwortes können auf das WLAN-Netz zugreifen. Der Netzwerkzugang wird durch die Nutzung der geräteeigenen sogenannten Mac-Adresse gesteuert. Dies bedeutet, dass nur registrierte Geräte das Netz nutzen können. Der Einsatz von spezieller Filtersoftware (in unserem Fall Time for kids) verhindert das Aufrufen von problematischen, jugendgefährdenden Inhalten. Darüber hinaus werden sowohl die Nutzer (Schüler) als auch die Erziehungsberechtigten regelmäßig über die Risiken und die Verantwortung bei der Nutzung von Tablet-PCs informiert. Medienpädagogisches Konzept Die grundsätzliche Frage, die sich Schule heutzutage stellen muss, lautet: Welche konkreten Kompetenzen benötigen unsere Schüler zukünftig um in der Arbeitswelt erfolgreich zu bestehen? Folgende Kernkompetenzen für das Leben im 21. Jahrhundert (21 st Century Skills) kristallisieren sich dabei in der derzeitigen Diskussion heraus: Kritisches Denken und Problemlösen Kommunikation und Kollaboration mit unterschiedlichsten Partnern Kreativität und Innovation sowie Informationskompetenz, d.h. gezielte Auswahl, kritische Bewertung und angemessene Nutzung von Inhalten

5 Um diese Kompetenzen zu erwerben, bedarf es eines Unterrichts, der die Verantwortung für das Lernen stärker auf die Schüler überträgt und es Ihnen ermöglicht, in einem eigenen Tempo und Modus zu lernen. Es ist ein Unterricht, der von einer Aufgabenstellung, einer Fragestellung oder einem Problem, das zu lösen ist, ausgeht und in dem die Schüler mehr und mehr gemeinsam und selbst gesteuert Lösungen erarbeiten und diese präsentieren. Und genau hier kommt das ipad ins Spiel: Es ist ein Werkzeug, mit dem Unterricht und Schule sehr lebendig gestaltet werden können, ganz im Sinne dieses eigenverantwortlichen, problemlösenden Lernens. Dabei ist nicht die Technologie an sich die Lösung, sondern ein gutes didaktisches Konzept, das einen Unterricht ermöglicht, der Schülern dabei hilft, eigengesteuert, aktiv, kollaborativ und eigenverantwortlich zu lernen. Einen Unterricht, der die Schüler dabei unterstützt, Medienkompetenzen und jede Menge Interesse und Freude am Lernen zu entwickeln. Grundsätzlich sehen wir an der Staatlichen Realschule Gauting das ipad als Ergänzung zum herkömmlichen Unterricht. Unsere Schüler müssen sehr wohl auch noch Hefte und Ordner führen. Die Anteile an traditionellen Hefteinträgen und Einträgen in digitaler Form variieren von Fach zu Fach - eine Tatsache, die sowohl den Schülern als auch den Eltern bekannt ist und die mit der Einführung der ipad-klassen auch bewusst so kommuniziert wurde. Das ipad soll nicht um des ipads Willen eingesetzt werden, sondern ausschließlich dann, wenn sich aus dem Einsatz ein echter Mehrwert gegenüber eher traditionellen Medien und Materialien ergibt. Das Bemerkenswerte daran ist, dass es kein Fach gibt, in dem sich keine solchen Mehrwert-Situationen bieten. Aus diesem Grund kommen die ipads in den ipad-klassen mittlerweile in allen Fächern zum Einsatz. (Kartenarbeit im Geographieunterricht - unterschiedliche Darstellungsmöglichkeiten mit der Karten-App: dreidimensionales Satellitenbild der New Yorker Skyline vs 3D-Kartenansicht mit Straßennamen und Sehenswürdigkeiten) Unser Ziel ist es, die vielen Möglichkeiten, die das ipad im Kontext Schule bietet, möglichst optimal in den unterrichtlichen Alltag zu integrieren. Im Einzelnen stehen dabei folgende Bereiche im Fokus, die - zusammen genommen - den Mehrwert des Einsatzes von Tablet-PCs ausmachen: Motivation Motivation stellt den wichtigsten Erfolgsfaktor für erfolgreiches Lernen dar. Studien zeigen, dass die meisten Schüler hochmotiviert ihre Schulzeit beginnen diese Motivation aber bald sinkt. Ein Ziel, auf das wir mit der Einführung der ipad-klasse hinarbeiten ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Lernende möglichst lange motiviert bleiben und die Lerninhalte tiefer verankert werden. Und genau hierin liegt die große Stärke des ipads: Es bietet zahlreiche Anwendungsszenarien, die es den Schülern ermöglichen aktiv, kollaborativ und eigenverantwortlich zu lernen und Interesse und Freude am Lernen zu entwickeln.

6 Individualisierung Individualisierung - und auch Differenzierung - sind Schlagworte, die bislang nur sehr schwer bzw. mit sehr viel Mehraufwand in einer klassischen Unterrichtsstunde umgesetzt werden können. Mit dem ipad ist es ohne Weiteres möglich, zusätzliche, individuell auf die Bedürfnisse der Schüler zugeschnittene Materialien und Arbeitsaufträge zur Verfügung zu stellen: weiterführende Links auf relevante Webseiten, zusätzliche themenspezifische Video- und Audiodateien oder vertiefende Quellen. Richtig eingesetzt, kann mit den ipads ein wichtiger Schritt heraus aus dem Korsett der schulischen Rahmenbedingungen geschafft werden - weg vom wenig zielführenden Prinzip One size fits all, bei dem sowohl die leistungsstarken als auch die eher leistungsschwächeren Schülerinnen und Schüler auf der Strecke bleiben, hin zu individuell zugeschnittenen Aufgaben die im eigenen Lerntempo bearbeitet werden können. Kollaboration Im Gegensatz zum stationären Computer im IT-Raum können die Schüler das ipad dahin mitnehmen, wo sie gerade arbeiten: sei es an den Gruppentisch, in die Leseecke oder auch zur Partnerarbeit auf dem Flur. Gerade in komplexeren, arbeitsteiligen Phasen der Gruppenarbeit können so verschiedene Apps gleichzeitig genutzt werden - Internetrecherche mit Safari auf dem einen ipad, Mindmapping mit Popplet auf dem nächsten ipad und gleichzeitiges gemeinsames Arbeiten an der Präsentation mit Keynote auf dem dritten ipad. Auf diese Art und Weise kann die produktive Arbeitsphase optimal genutzt werden, ohne dass sich die Technik negativ auf den Arbeitsfluss auswirkt. Selbstverständlich nutzen die Schüler ihre Geräte auch dazu, nach der Schule in gegenseitigen Kontakt zu treten und sich beispielsweise über Hausaufgaben auszutauschen oder sich im Krankheitsfall über den neuen Stoff zu informieren. Lernerautonomie Der angesprochene Vorteil des gegenseitigen Austauschs von Unterrichtsmaterialien ist auch ein wichtiger Schritt in Richtung eigenverantwortliches Lernen und damit Richtung Lernerautonomie. Mit dem ipad können die Schüler plötzlich viele Dinge, die bisher auf unterschiedlichste Hefte, Ordnern und Bücher verteilt waren, auf einem Gerät organisieren und erledigen: Sie haben alle Unterrichtsmaterialien in der Cloud zu Verfügung, können ihre bearbeiteten Arbeitsblätter und ihre erstellten Präsentationen jederzeit in den jeweiligen Apps abrufen und können sämtliche unterrichtsorganisatorischen Dinge wie Stundenplan, Noten- und Terminverwaltung sowie Hausaufgaben auf dem ipad organisieren.

7 Nicht nur bei der Verwaltung und Organisation schulischer Dinge sondern auch beim eigentlichen Lernprozess eröffnen sich den Schülern ganz neue Möglichkeiten: Der durch digitale Medien unterstützte Lernprozess ist nicht von einem bestimmten Arbeitsplatz abhäng. In der Praxis bedeutet dies, dass die Schüler ihre Aufgaben zu jeder Zeit und an jedem Ort erledigen können - eine Tatsache, die zum Einen große Freiheiten schafft, zum Anderen aber auch eine entsprechende Strukturiertheit und Disziplin verlangt. Authentizität Mit dem ipad haben die Schüler ein Arbeitsgerät an die Hand bekommen, mit dessen Hilfe die Informationsbeschaffung im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel ist: kein langwieriges Hochfahren des Laptops, keine Klassenwanderung in den IT-Raum - ein einfacher Klick auf den Safari-Browser und die Internetrecherche kann beginnen. Die fast unendliche Datenmenge, die unseren Schülern damit zur Verfügung steht, stellt uns Lehrkräfte aber auch vor große Aufgaben: Unser Anspruch muss zunehmend darauf ausgerichtet werden, unsere Schüler im Sinne einer modernen Medienerziehung zu einem kritischen, konstruktiven Umgang mit den nicht überschaubaren und oft nicht verifizierbaren Inhalten zu befähigen. Dabei geht es uns nicht darum, mit erhobenem Zeigefinger die Gefahren des Internets in den Vordergrund zu stellen, sondern durch eine Einbindung in das unterrichtliche Geschehen den Mehrwert herauszustellen. Neben dem Internet als Informationsbasis bringen die zahlreichen multimedialen Nachrichten-Apps in deutscher und englischer Sprache die dringend benötigte Aktualität und Authentizität in den Unterricht - beides Qualitätsmerkmale, die unseren Schulbüchern nur in Ausnahmefällen zugesprochen werden können. Feedback Kultur Die Hattie Studie belegt die Bedeutung des Feedbacks für erfolgreiches Lernen. Mit den ipads haben wir die Möglichkeit, mit Hilfe bestimmter Apps wie Socrative während bestimmter Unterrichtsphasen der gesamten Klasse in Echtzeit Feedback zu geben bzw. von ihr Feedback zu bekommen. So kann zu Beginn eines neuen Lerninhalts das Vorwissen der Lerner abgefragt werden, der Lernerfolg durch Pre- und Posttests verdeutlicht werden oder das gemeinsame Lernen evaluieren werden. Die Vorteile liegen auf der Hand. Aber auch eine ganz andere Art von Feedback wird durch den Einsatz der ipads erleichtert: Dadurch, dass die Schüler im Grunde genommen immer online sind, bzw. s abrufen und verfassen können, besteht auch für uns Lehrkräfte die Möglichkeit, gezielt auf plötzlich auftretende Fragen von Schülern einzugehen. Auch auf Hausaufgaben, die in elektronischer Form angefertigt werden kann man so als Lehrkraft ohne großen Aufwand ein ganz individuelles Feedback für jeden einzelnen Schüler verfassen - mit dem Effekt, dass sich die Schüler ernst genommen und in ihrer Arbeit wertgeschätzt fühlen.

8 Kreativität Einer der Grundsätze unserer heutigen Medienwelt lautet: Wer Medien verstehen will, der muss Medien machen. Und genau hierin liegt auch der große Unterschied zum überwiegend passiven Medienkonsum vergangener Jahre - wir (bzw. unsere Schüler) entwickeln uns zum sogenannten Prosumer, wir sind gleichzeitig Produzenten und Konsumenten der neuen Medien. Das ipad bietet durch die zahlreichen produktiv-kreativen Apps wie imovie, Garage Band, Keynote, Strip Designer, etc. viele Möglichkeiten, optisch professionell anmutende Inhalte unterschiedlichster Art zu erstellen: Kurze Trailer oder längere Filme in Hollywood-Optik, selbst produzierte Musikstücke und Hörbücher, Präsentationen mit integrierten Audio- und Videoelementen oder kreative Bildergeschichten bzw. Comics. All diese unterschiedlichen Inhalte können mit dem ipad produziert werden - in Einzel- und Partnerarbeit oder kollaborativ in Gruppenarbeit. Unabhängig vom jeweiligen Unterrichtsfach versuchen unsere Lehrkräfte zusammen mit den Schülern möglichst abwechslungsreiche Produkte zu erstellen und diese dann vor unterschiedlichem Publikum präsentieren zu lassen. Erfolg Alle bislang genannten Bereiche würden schnell an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn der schulische Erfolg ausbleiben würde. Motivation und Kreativität in allen Ehren - entscheidend für viele mit Schule befassten Instanzen ist am Ende der Erfolg der schulischen Leistungen. Wenn die Ergebnisse nicht stimmen und die Schüler die im Lehrplan festgeschriebenen Ziele nicht erreichen, helfen auch die besten Argumente nichts. Glücklicherweise gibt es bereits erste großangelegte Studien aus anderen Ländern (u. a. Schottland und Australien), in denen ganz klar das bewiesen wird, was wir von Anfang an mit der Einführung von unseren ipad-klassen gehofft hatten: Die Ergebnisse in Klassen, die mit mobilen Endgeräten arbeiten, sind signifikant besser als die Ergebnisse in den jeweiligen Vergleichsklassen. Die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, gepaart mit der deutlich höheren Motivation schlagen sich - nach einer gewissen Anlaufphase - auch auf die Noten unserer Schüler nieder. Allerdings muss ganz klar festgestellt werden, dass die Geräte alleine noch keine Garantie für gute schulische Leistungen sind. Entscheidend sind das methodischdidaktische Konzept der Schule und der damit verbundene sinnvolle Einsatz der ipads. Nur, wenn die Schüler lernen, die neuen Möglichkeiten effektiv und zielgerichtet einzusetzen, können sie letztendlich auch davon profitieren.

9 Fortbildungskonzept Ein zentrales Element für die langfristige und erfolgreiche Etablierung von ipad-klassen an der Staatlichen Realschule Gauting ist die Fort- und Weiterbildung der Lehrkräfte. Um eine möglichst umfassende Schulung aller beteiligten und interessierten Lehrkräfte zu gewährleisten, versuchen wir durch verschiedene Fortbildungsansätze den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein erster Schwerpunkt unseres Fortbildungskonzepts liegt in der Heranführung derjenigen Lehrkräfte, die bisher noch gar nicht oder kaum mit Tablet-PCs gearbeitet haben, die aber interessiert daran sind, entweder zukünftig selbst in einer ipad-klasse zu unterrichten oder den ipad-koffer effektiv im Unterricht einzusetzen. Für diese Kollegen bieten wir in regelmäßigen Abständen schulinterne Einführungsworkshops an, in denen sie mit der grundlegenden Funktionsweise der Geräte vertraut gemacht werden und erste praktische Erfahrungen sammeln können. Außerdem bieten wir diesen Kollegen die Möglichkeit, die schuleigenen ipads über ein Wochenende auszuleihen und so ihre Erfahrungen zu vertiefen. Zusätzlich zu dieser schulinternen Ausleihmöglichkeit unterstützt uns die ACS Group bei Bedarf mit ipads, die sie unserer Schule für die Dauer von zwei Wochen zur Verfügung stellt. Der zweite wichtige Baustein in unserem Fortbildungskonzept ist die kontinuierliche Weiterbildung der bereits am ipad-projekt beteiligten Lehrkräfte. Auch für diese Zielgruppe bieten wir regelmäßig themenspezifische Workshops am Nachmittag an - sei es zur Funktionsweise bzw. zum effektiven Einsatz verschiedener Apps, zu methodisch-didaktischen Fragen oder auch zum Erfahrungsaustausch. Der klare Fokus dieser Treffen und Workshops liegt auf der Unterrichtsentwicklung. Zusätzlich wird eine feste Stunde im Stundenplan eingebaut, damit ein wöchentlicher Austausch und eine kontinuierliche Weiterentwicklung des methodisch-didaktischen Konzepts durch die jeweiligen Klassenlehrer garantiert ist. Selbstverständlich geben die erfahrenen ipad-kollegen ihr Wissen auch an die Neueinsteiger weiter - entweder in Form von fächerspezifischen Lehrertandems oder auch dadurch, dass sie den weniger erfahrenen Kollegen die Möglichkeit zur Hospitation bieten, damit diese den Unterricht in den ipad-klassen live miterleben können und auf diese Art und Weise wichtige Eindrücke sammeln können. Zudem werden alle interessierte Kolleginnen und Kollegen angehalten, an regionalen Lehrerfortbildungen im Aufsichtsbezirk, Workshops in der ALP Dillingen oder externen Veranstaltungen, etwa von Apple oder der ACS Group, teilzunehmen. Letzter Mosaikstein in unserem Fortbildungskonzept ist der schuleigene Internet-Blog, der als Plattform für gelungene Unterrichtssequenzen, Projekte, methodisch-didaktische Hinweise und praktische Tipps zum Umgang mit den ipads dient. Hier kann sich jeder über Apps informieren, die sich in der Praxis bewährt haben, Anregungen für den kreativen Einsatz der ipads im Unterricht holen und konkrete Fragen stellen. Für interessierte Eltern bietet der Blog zudem eine weitere Möglichkeit einen Einblick in die Arbeit mit den ipad-klassen zu bekommen.

10 Ausblick Wir sind davon überzeugt, mit unserem PadUcation-Konzept den richtigen Weg eingeschlagen zu haben und blicken optimistisch in die Zukunft. Allein die außergewöhnlichen Projekte, die bisher in unseren ipad-klassen stattgefunden haben, bestätigen uns, dass wir auf das richtige Pferd gesetzt haben : Fahrt zur Bildungsmesse Didacta 2014 in Stuttgart: Im Rahmen der didacta 2014 wurde unsere ipad-klasse eingeladen, den Messebesuchern in einem gläsernen Klassenzimmer vorzuführen, wie eine Unterrichtsstunde in einer ipad-klasse aussieht. Filmaufnahmen für die LMU: Frau Prof. Dr. Klippel von der Ludwig-Maximilian-Universität München (Lehrstuhl Englisch-Didaktik) war mit einem Filmteam vor Ort um für die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte wertvolle Eindrücke festzuhalten. Musterklasse im Rahmen bayernweiter ipad-fortbildungen: Regelmäßig nutzen Tagungsteilnehmer die Gelegenheit, sich einen ersten Eindruck von der Arbeit in einer ipad- Klasse zu verschaffen.

11 Here s my story - Kooperationsprojekt mit dem BR: Allen Projekten gemeinsam war neben dem enormen Spaßfaktor für alle Beteiligten auch der enorme Zugewinn für die Schüler - nicht fachlicher Art sondern insbesondere hinsichtlich der eingangs erwähnten Softskills: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Problemlösung. Unsere Schüler sind es mittlerweile gewöhnt, mit Erwachsenen zu kommunizieren und ihre Erfahrungen an Lehrkräfte und Vertreter von Universitäten weiterzugeben. Sie entwickeln sich zu echten Medienprofis und zeigen eine erstaunliche Kreativität und Professionalität wenn es darum geht Produkte mit den ipads zu erstellen.

12 Impressum Staatliche Realschule Gauting Birkenstraße Gauting Telefon: Fax: Internet: Inhalt und Layout sowie verantwortlich: RSK Tobias Schnitter RSD Manfred Jahreis Stand:

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