WIRTSCHAFTLICHE LAGE IM HÖRFUNKMARKT BERLIN-BRANDENBURG 2012 UND ÖKONOMISCHE NACHHALTIGKEIT DER DEUTSCHEN RADIOINDUSTRIE

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1 Johannes Kors WIRTSCHAFTLICHE LAGE IM HÖRFUNKMARKT BERLIN-BRANDENBURG 2012 UND ÖKONOMISCHE NACHHALTIGKEIT DER DEUTSCHEN RADIOINDUSTRIE 5. November 2013

2 WIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG DES HÖRFUNKS BERLIN-BRANDENBURG Inhalt der Präsentation 1. Wirtschaftliche Entwicklung der Privatradios (Ergebnisse der empirischen Befragung von 21 Privatradios) 2. Rahmenbedingungen für die Erlös-Entwicklung der Privatradios (Werbepotenzial, BIP, Demographie, Hörerakzeptanz, Wettbewerbslage) 3. Nachhaltigkeit und Zukunft der Radiowirtschaft in der digitalen Welt Seite 2

3 POSITIVE ERLÖS-ENTWICKLUNG DES PRIVATFUNKS IN BERLIN-BRANDENBURG Umsätze Privatradios Berlin-Brandenburg ,9% +6,0% -15,7% -8,0% +13,7% -3,3% +6,5% +2,1% +1,5% Privatradios in BB überwinden Umsatztief 2007/2008 Umsätze seither um rund 20 Prozent gestiegen; in 2011 deutlich um 6,5 % *Prognose Quelle: JK , * * Erlös-Prognose für 2012/13 ebenfalls positiv Seite 3

4 KOSTENDECKUNGSGRAD DER PRIVATRADIOS IN BERLIN-BRANDENBURG STEIGT AUF REKORDWERT Kosten- und Erlös-Entwicklung der Privatradios in BB KD = 119 % 126% 128% 128% Kostendeckungsgrad steigt auf 128 Prozent Bestes Ergebnis für Privatradios seit Bestehen Kosten steigen unterproportional zu Erlösen Wirtschaftl. Entwicklung für Privatradio in BB mittelfristig weiter positiv Quelle: JK 2013 * KD = Kostendeckungsgrad *Prognose Seite 4

5 WIRTSCHAFTLICHE LAGE DES PRIVATFUNKS DIFFERIERT WEITER SEHR STARK Wirtschaftliche Lage der Privatradios in Berlin-Brandenburg 15 Privatradios mit Gewinnen 6 Privatradios ohne Kostendeckung Erträge Kosten Erträge Kosten Kostendeckungsgrad = 136 Prozent Kostendeckungsgrad = 75 Prozent Quelle: JK 2013 Basis: 2011 Seite 5

6 HOHE RENTABILITÄT UMSATZSTARKER PRIVATRADIOS ERLÖSSCHWACHE SENDER EHER IN DER VERLUSTZONE Wirtschaftliche Lage der Privatradios in BB in Kosten/Erlösklassen (5 Stationen) KD = 148% (4 Stationen) KD = 115% (7 Stationen) KD = 83% (3 Stationen) KD = 84% ø = 128% Quelle: JK 2013 KD = Kostendeckungsgrad Basis: 2011 Seite 6

7 GERINGER ANSTIEG DER PERSONALKOSTEN SEIT ABBAU IN 2007/2008 ANTEIL AN KOSTEN WEITER RÜCKLÄUFIG Kostenstruktur der Privatradios in Berlin-Brandenburg Sonstige Sachkosten Personal Vergütungen Programmverbreitung Aufwendungen für Personal und Vergütungen seit 2008 nur um 6 % gestiegen und liegen mit knapp 1/3 an den Gesamt-Kosten unterhalb des Bundesdurchschnitts Programm-Verbreitungs- Kosten liegen im Bundesdurchschnitt Sachkosten leicht gestiegen Quelle: JK 2013 Abschreibungen Indirekte Steuern Basis: 2011 Abschreibungen deutlich gestiegen Seite 7

8 ABBAU DER BELEGSCHAFT DER PRIVATRADIOS GESTOPPT - VORSICHTIGER PERSONALAUFBAU Entwicklung der Beschäftigung der Privatradios in Berlin-Brandenburg Quelle: JK 2013 *Beschäftigte Frühjahr 2009 Seite 8

9 HOHE ABHÄNGIGKEIT DER PRIVATRADIOS VOM WERBEGESCHÄFT Erlösstruktur der Privatradios in Berlin-Brandenburg Veranstaltungen Sponsoring Internetwerbung Sonstige Erträge überregionale Werbung 92 Prozent der Umsätze resultieren aus Werbeerlösen Anteil Online-Werbung mit 1,6 Prozent noch gering Bedeutung der lokalen/regionale Werbung für Privatfunk weiter gestiegen (Anstieg 6 %) Lokale/regionale Werbung Callmedia (0,1 Prozent) als Geschäftsmodell gescheitert Quelle: JK 2013 Basis: 2011 Eventgeschäft stabil Seite 9

10 WIRTSCHAFTLICHE LAGE DES HÖRFUNKS ÜBERWIEGEND POSITIV BEWERTET 1/5 SEHEN LAGE UNGENÜGEND Bewertung der wirtschaftlichen Lage der Privatradios in BB Quelle: JK 13 Seite 10

11 ENTWICKLUNG DES HÖRFUNKS BERLIN-BRANDENBURG IN DER DIGITALEN WELT Rahmenbedingungen für die Erlös-Entwicklung der Privatradios in BB Hörfunk-Werbeaufkommen Brutto-Inlands-Produkt (BIP) Entwicklung der Hörer-Reichweite Demographische Entwicklung Wettbewerbslage Seite 11

12 ZUFRIEDENHEIT MIT STANDORT GESTIEGEN: NOTE 2,6 WEERBEKLIMA/POTENZIAL VERBESSERUNGSBEDÜRFTIG Bewertung Rahmenbedingungen / Standort durch Privatradios in BB 2012/ /2004-0,1% +0,4% +0,3% +0,5% +0,2% +0,7% +0,2% +0,8% +0,3% +0,5% +0,1% +0,8% -0,2% +0,6% +0,1% +0,5% Quelle: JK 2013 Skala von 1 bis 5 Seite 12

13 WERBEKRISE ÜBERWUNDEN - ERLÖSE WIEDER AUF VORKRISEN-NIVEAU - ABER NOCH DEUTLICH UNTER 2001 Nettowerbeerlöse des Hörfunks in Berlin-Brandenburg 2001 bis ,8% -18,3% +1,0% -1,9% +5,4% +6,1% -6,5% -6,8% +8,9% -1,6% +6,7% 0,7%*+2,0%* 78,8 63,7 64,6 63,4 66,8 70,9 66,3 61,8 67,3 66,2 70,6 71,1 72,5 * * * *Prognose Quelle: DIW, HBI, ZAW,, Goldmedia, JK 2013 Seite 13

14 BIP-ENTWICKLUNG POSITIV - ARBEITSPLÄTZE STEIGEN KAUFKRAFT HINKT HINTERHER BIP-Entwicklung: Berlin im Vergleich zu Deutschland Veränderung gegen Vorjahr in Prozent Durchschnittliches Anstieg seit 2005 Berlin 2,3% - Deutschland 1,5% Quelle: Arbeitskreis volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen der Länder, Statistisches Bundesamt Seite 14

15 HÖRDAUER SEIT TIEFPUNKT 2009 WIEDER GESTIEGEN - NUTZUNG DER JUGENDLICHEN SINKT ABER WEITERHIN Entwicklung der Hördauer im Radiomarkt Berlin-Brandenburg 2009/ / ,3% -0,0% -6,5% +16,0% -16,1% -1,5% -23,6% +13,6% -31,4% +12,8% 80/ * * -32,9% -46,0%* +15,2% -15,0% -23,1% +9,4% -15,3% +4,5% Quelle: ma Radio 2000, 2009II, 2010I *Bevölkerung Jahre Seite 15

16 DEMOGRAFIE: RELATIV STABILES HÖRER-POTENTIAL 10+ BERLIN WÄCHST - BRANDENBURG SCHRUMPFT Entwicklung der Bevölkerung 10+ in BB in Mio. Personen Vergleich zu ,5-3,6% -2,7% -3,6% -2,7% 5,3 5,35 5,3 5,35 * (Zensus) Grundgesamtheit 10+ in BB relativ stabil Starke Unterschiede: Berlin egalisiert Zensus- Minus Brandenburgs Bevölkerung sinkt weiter Struktur des Altersaufbaus verändert sich erheblich Deutliche Rückgänge in Altersgruppe 14 bis 49 Jahre (Minus 13 Prozent bis 2020 in BB) Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 2013 Seite 16

17 AUSWIRKUNGEN DES ZENSUS-MINUS IN BERLIN AUF WERBEZIELGRUPPEN MODERAT Bevölkerungsentwicklung in Berlin nach Zielgruppen Zielgruppe J. Zielgruppe J. Vergleich zu ,0% -2,7% -2,3% -4,2% Vergleich zu ,0% -4,8% -6,6% -6,6% in Tsd. in Tsd. * (*Zensus) * (*Zensus) Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 2013 Seite 17

18 DEMOGRAFISCHE ENTWICKLUNG IN BRANDENBURG: SPÜRBAR NEGATIVE AUSWIRKUNGEN AUF HÖRER-REICHWEITE UND WERBUNG ERWARTBAR Bevölkerungsentwicklung in Brandenburg nach Zielgruppen Zielgruppe J. Zielgruppe J. Vergleich zu ,7% -5,7% -12,7% -29,4% Vergleich zu ,7% -14,5% -24,9% -35,2% in Tsd. in Tsd. * (*Zensus) * (*Zensus) Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 2013 Seite 18

19 RISIKEN REGIONALER TV-WERBUNG FÜR RADIO IN BB BEGRENZT: 0,5-2 MIO. IM WORST CASE Mögliche Erlöseinbußen regionaler Medien durch regionale TV-Werbung ProSiebenSat.1 Alle TV-Sender Printmedien brutto Mio Mio. netto Mio Mio. davon Nord 27,15 % 8,0-17,9 Mio. 18,3-41,1 Mio. NRW 22,15 % 6,5-14,6 Mio. 14,9-33,6 Mio. Südwest 13,89 % 4,1-9,1 Mio. 9,4-21,0 Mio. Baden-Württemberg 13,71 % 4,0-9,0 Mio. 9,2-20,8 Mio. Bayern, Sachsen, Thüringen 23,11 % 6,8-15,2 Mio. 15,6-35,0 Mio. Hörfunk brutto 9-20 Mio Mio. netto 5-10 Mio Mio. davon Nord 27,15 % 1,2-2,8 Mio. 3,0-6,5 Mio. NRW 22,15 % 1,0-2,3 Mio. 2,4-5,3 Mio. Südwest 13,89 % 0,6-1,4 Mio. 1,5-3,3 Mio. Baden-Württemberg 13,71 % 0,6-1,4 Mio. 1,5-3,3 Mio. Quelle: BLM 2012 Bayern, Sachsen, Thüringen 23,11 % 1,0-2,4 Mio. 2,5-5,5 Mio. Seite 19

20 REICHWEITENVERGLEICH DEUTET AUF WEITERES POTENZIAL FÜR RADIO IM REGIONALEN WERBEMARKT REICHWEITE DER TAGESZEITUNGEN UND PRIVATRADIOS IN BB Quelle: ma 2012 Pressemedien II, ma 2012 Radio II Sender Tagesreichweite Titel Leser BB RADIO Berliner Kurier ,6 FluxFM B.Z ,3 rs Bild (Berlin Brandenburg) Berliner Rundfunk Berliner Morgenpost Energy Berlin Berliner Zeitung Kiss FM Die Welt Jam FM Berlin Der Tagesspiegel JazzRadio Lausitzer Rundschau STAR FM 87, Märkische Allgemeine Radio Paradiso Märkische Oderzeitung Radio Teddy ,6 RTL ,5 Spreeradio Klassik Radio (Berlin) Jam FM Radio Paloma RTL Radio Radio Cottbus Privatfunk gesamt Tageszeitungen gesamt Seite 20

21 RBB PLANT SENKUNG DER WERBEZEIT UM 40 PROZENT AUF ZULÄSSIGE DAUER VON 90 MINUTEN Zulässige Werbedauer im Hörfunk der ARD-Anstalten und Auslastung Sendeanstalt Anzahl werbeführender Programme Zulässige Tatsächliche Werbedauer pro Werktag im Jahresdurchschnitt in Minuten Rechnerische Auslastung 2012 Mo.-Sa. Gesamt HR % BR % SR 2 122, % RB 2 110, % SWR 3 90/177* /90%* RBB 5 90/172* /88%* MDR % WDR % NDR % *) 90 Minuten gemäß RStV Quelle: Nielsen Research Seite 21

22 DREI VIERTEL DER PRIVATRADIOS UNZUFRIEDEN MIT ÜBERREGIONALER WERBEVERMARKTUNG Zufriedenheit der Privatradios mit Werbevermarktung Anzahl Quelle: JK 2013 Seite 22

23 ZIELSETZUNG NACHHALTIGKEIT Nachhaltigkeit der Radioindustrie Das Ziel einer nachhaltigen Radioindustrie erfordert eine integrative Betrachtung der programmlichen, wirtschaftlichen, technologischen Fragestellungen in Einklang mit den ordnungspolitischen und unternehmerischen Handlungen. Die Mauer des Palastes des Inca Roca Seite 23

24 Ökonomie Gesellschaft WERBEMARKT Vielfältiges Radio- Angebot REZIPIENTEN- MARKT NACHHALTIGKEIT DER RADIOINDUSTRIE qualitative Programme ökonomisch tragfähige Politik RADIOANBIETER Unternehmerische Handlungen Technologie. J. Kors 2013 Seite 24

25 MODERNE UNTERNEHMENSPOLITIK ORIENTIERT SICH AN NACHHALTIGKEIT DER HANDLUNGEN Nachhaltigkeit der Radioindustrie Orientierung an nachhaltiger Entwicklung und Corporate Social Responsibility (CSR) sind heute strategisch bedeutsame Aufgaben moderner Unternehmenspolitik Im Sinne der Nachhaltigkeit geht es darum, ein Unternehmen so zu führen, dass es auf Dauer Bestand hat und nicht um kurzfristige Gewinnmaximierung. Anders als in vielen anderen Wirtschaftszweigen ist der Unternehmenszweck von Rundfunkunternehmen auch mit der Erfüllung gesellschaftlicher Ziele - wie dem der publizistischen Vielfalt des Programmangebots - verbunden. In Anbetracht der hohen Werbeabhängigkeit der Privatradios und stark schwankender Werbemärkte wäre die Verankerung eines Nachhaltigkeitsmanagements auch im Rechnungswesen der Unternehmen von Bedeutung. Die Nachhaltigkeit der Radioindustrie ist aber neben den unternehmerischen Handlungen auch stark von den exogenen Rahmenbedingungen abhängig. Seite 25

26 NACHHALTIGKEIT DEUTSCHE RADIOINDUSTRIE: CHANCEN UND RISIKEN HALTEN SICH DIE WAAGE SWOT-Analyse privater Hörfunk in Deutschland Seite 26

27 RADIO TROTZT WERBE- UND STRUKTURKRISE Werbe-Erlös-Entwicklung klassischer Medien Deutschland Klassische Medien: minus 5 Mrd. = -35% p.a. Quelle: ZAW Seite 27

28 MODERATES WACHSTUM FÜR RADIO BIS WEITERE ENTWICKLUNG IN DER DIGITALEN WELT ABER UNGEWISS Werbe-Erlös-Prognose klassiche Medien bis 2015 Online * TV Zeitungen Zeitschriften Radio * * Mobil e Quelle: PWC 2012 *geschätzt Seite 28

29 WERTIGKEIT VON RADIO-WERBUNG STEIGERUNGSFÄHIG Entwicklung Tausender-Kontakt-Preise klassische Werbemedien +71,8% +14,4% +6,7% +4,3% Quelle: AGF, RMS, G+J 1991 & 2010, Statistica 2011 Seite 29

30 UNABHÄNGIGKEIT VON WERBEFINANZIERUNG ERMÖGLICHT ÖFFENTLICH-RECHTLICHER VERMARKTUNG WETTBEWERBSVERZERRENDE PREISPOLITIK Finanzierungs-Struktur öffentlich-rechtlicher und privater Hörfunk ARD-Hörfunk Privatradios Kosten/Erträge Erträge + 27 % - 13 % Mio. * Mio * Mio. * 97 % 97,5 % 97,4 % 742 Mio. 644 Mio. 670 Mio. * 10 % 13% 13 % 3 % 2,5 % 2,6 % 90 % 87 % 87 % Quelle: Goldmedia, JK 2013 *) Schätzung Seite 30

31 ARD-DEUTSCHLAND-KOMBI BEEINTRÄCHTIGT VERMARKTUNGSFÄHIGKEIT DES PRIVATFUNKS Anteil werberelevanter Hörer von Sendern der ARD-Deutschland-Kombi 3,9 Mio. Hörer 50+ werden von AS&S mit bis zu 70 Prozent rabattiert Quelle: ma Radio I 2013 Seite 31

32 ARD-DEUTSCHLAND-KOMBI VERZERRT WETTBEWERB UND BLOCKIERT PREIS-ENTWICKLUNG VON RADIO TKP-Preis-Entwicklung seit Einführung der ARD-Deutschland-Kombi TKP 14 bis 49 Jahre TKP % -6% +26% +23% -18% +10% Quelle: AS & S, JK 2013 Seite 32

33 NEGATIVE AUSWIRKUNGEN DER AS&S-PREISPOLITIK: PRIVATRADIOS VERLIEREN BEI DER ÜBERREGIONALEN WERBUNG Entwicklung der Werbeerlös-Struktur der Privatradios 90,1% 91,5% 89,8% 87,0% Quelle: Goldmedia, JK Landesweiter Hörfunk Lokaler / regionaler Hörfunk Seite 33

34 DEMOGRAPHISCHER WANDEL: WERBEZIELGRUPPE SCHRUMPFT - PROBLEM DER AS&S-PREISPOLITIK VERSCHÄRFT SICH DAMIT WEITER Bevölkerungsentwicklung in Deutschland 2008 und 2020 im Vergleich Altersgruppe in Mio. Pers. Werberelevante Zielgruppe: Jahre -6,0 Mio. Personen bzw. -16 Prozent Quelle: Statistisches Bundesamt, JK 2012 Seite 34

35 GRP EINBUßEN BEI REDUZIERUNG ARD-RADIO-WERBUNG AUF 60 MINUTEN U. 1 PROG. FÜR HÖRFUNK UNSCHÄDLICH Gross Rating Points Einbußen in Prozent Durchschnittlicher Verlust an Nettoreichweite in % Quelle: Ebiquity 2012 positiv -0% - -2% -2% - -4% -4% - -6% -6% - -8% -8% - -10% Nordrhein- Westfalen -3,8% Rheinland Pfalz -2,2% Saarland -2,3% Schleswig- Holstein 0% Mecklenburg- Bremen Vorpommern -4,1% -1,4% Hamburg 0% Niedersachsen -1,0% Sachsen- Anhalt -2% Hessen -1,9% Baden- Württemberg -1,6% Thüringen -1,6 Bayern -2,3% Berlin -2,4% Brandenburg +0,9% Sachsen +0,8% Seite 35

36 WETTBEWERBSVERZERRUNG DURCH PREISPOLITIK DER AS&S: POLITIK GEFORDERT Fazit: Wettbewerbslage im Radio-Werbemarkt Die Finanzierung der ARD-Radioprogramme ist wegen des minimalen Deckungsbeitrags unabhängig von der Werbefinanzierung. Eine kostenorientierte Werbepreispolitik, die für jedes Privatradio unerlässlich ist, ist für die Werbevermarktung der ARD-Radios deshalb grundsätzlich nicht notwendig. Dies birgt die Gefahr einer Verfälschung des Wettbewerbs um die Werbekunden, wie das Beispiel ARD- Deutschland-Kombi mit den empirisch nachgewiesenen negativen Folgen zeigt. Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Privatfunks ist es bedeutsam, dass die Ordnungspolitik die bestehenden Wettbewerbsverzerrungen endlich erkennt und beseitigt. Eine Begrenzung der ARD-Hörfunkwerbung auf 60 Minuten in nur einem Programm, analog dem NDR-Werbezeitenlimit, ist ein erster wichtiger Schritt, auch um die negativen Auswirkungen der Preispolitik der ARD-Werbung einzudämmen. Dies ist ohne Schaden für die Radiogattung im Werbemarkt möglich (vgl. Ebiquity-Studie 2012). Seite 36

37 RADIO HAT NUTZUNGS-TIEFPUNKT 2009 ÜBERWUNDEN - WEITERE ENTWICKLUNG ABER KEIN SELBSTLÄUFER Hördauer Entwicklung in Minuten und Prozent 2009/ / ,5% +4,7% -20,3% +8,0% -10,4% +8,5% -5,4% +1,1% +1,0% +3,3% +18,4% +4,2% 107* -27,7% -3,4% -21,8% +7,0% -15,3% +4,8% *) Jährige 2000: Deutsche Bevölkerung ab 14 Jahre, 2012: Deutschsprachige Bevölkerung ab 10 Jahre 2009 Deutsche + EU-Ausländer ab 10 J Basis: Hördauer in Minuten, Mo-Fr Quelle: ma 2000 Radio, ma 2009 Radio II, ma 2013 Radio I Seite 37

38 SPOTIFY & CO NEUE WETTBEWERBER FÜR RADIO Ausgewählte Musik-Streamingdienste und Internetradio-Plattformen Reichweite in Tsd. Quelle: Nielsen NetView 2012/13 **) ermittelte Reichweite ab Oktober 2012 Seite 38

39 SPOTIFY-NUTZUNG IM STEIGFLUG RISIKOPOTENZIAL FÜR RADIO Nutzung ausgewählter Musik-Streamingdienste in Minuten Quelle: NielsenNetView *) ermittelte Nutzungsdauer ab Mai 2012 **) ermittelte Nutzungsdauer ab November 2012 Seite 39

40 INTERNETRADIO-NUTZUNG IN DEUTSCHLAND NOCH GERING Reichweite von Radio im Internet in Prozent Quelle: ma 2013 Radio, Bevölkerung 10+ Seite 40

41 EMPFANGSPOTENTIAL FÜR MOBILES INTERNET STEIGT RAPIDE Entwicklung der Mobilfunkdurchdringung und mobiles Internet % 132% 133% 139% 140% 140 Mobilfunkteilnehmer in Millionen % 96% 86% 79% 72% 68% % % 48 17% 23 3% 6% % , % 17% 11% % 23% * *) Prognose Quelle: Bundesnetzagentur, PWC, Comscore, JK % Mobilfunkdurchdringung in Prozent Seite 41

42 MOBILE ALS CHANCE FÜR GATTUNG RADIO? HÖRFUNK- REICHWEITEN AUF SMARTPHONE UND TABLETS BISHER GERING Zielgruppenunterschiede bei Internetaktivitäten mind. einmal täglich Bevölkerung 14 bis 19 Jahre Bevölkerung ab 20 Jahre % Pkte. Soziale Netzwerke Mit Smartphone oder Tablet PC im Internet surfen Blogs oder Foren Mit Smartphone oder Tablet PC TV Sendungen, Filme o. Videos ansehen Fernsehen über Video Streaming/Web TV Twitter Mit Smartphone oder Tablet PC Radioprogramme hören Mit Smartphone oder Tablet PC Zeitungen oder Zeitschriften lesen Mit E-Book-Reader oder Tablet PC Bücher lesen +56,3% +35,5% +16,4% +10,7% +6,7% +1,6% 0,0% -1,4% -2,2% Quelle: Funkanalyse Bayern 2013 Seite 42

43 ERFOLGSBASIS UKW WIE LANGE NOCH? DIGITALSTRATEGIE DER GATTUNG RADIO UNKLAR Radioempfangspotential in den Haushalten in Mio. Ø Anzahl pro Haushalt* Ø Anzahl gesamt UKW / analoges Radio 37,131 3,8 139,599 DAB-Radio 1,776 1,5 2,716 IP-Radiogerät 1,294 1,0 1,294 PC/Laptop, Tablet, Smartphone, für Internetradio genutzt 8,823 n.a. Radio über Kabel/Satellit 11,256 1,3 14,632 Quelle: TNS Infratest Digitalisierungsbericht 2013 Angaben in Mio.; *Durchschnittliche Anzahl pro Haushalt mit mind. einem Radiogerät des jeweiligen Typs Basis: 39,676 Mio. Haushalte in Deutschland Seite 43

44 KONZENTRATION VERSUS ANGEBOTSVIELFALT? Ordnungspolitische Forderungen der Privatradios in Berlin-Brandenburg Seite 44

45 ANGEBOTSVIELFALT IM MEINUNGSMARKT HÖRFUNK BERLIN-BRANDENBURG Anteile am Hörfunk-Meinungsmarkt Berlin-Brandenburg Quelle: mabb, ma radio 2013 I, JK 2013 Seite 45

46 WACHSTUM DURCH KONZENTRATION? Anteile am Hörfunk-Meinungsmarkt in Deutschland Σ = 104,9% Quelle: MedienVielfaltsmonitor der BLM 2012 Seite 46

47 FAZIT: RADIOSTUDIE BERLIN-BRANDENBURG 1. Die Privatradios in Berlin-Brandenburg sind seit dem Umsatztief in 2007/08 wieder auf Wachstumskurs, der sich kurz- bis mittelfristig weiter fortsetzt. 2. Kostendeckungsgrad des Privatfunks in BB erreichte 2011/12 den Rekordwert von 128 %. 3. Es bestehen weiterhin gute Wachstumsperspektiven im Werbemarkt, weil die Wirtschaft sich in der Metropolregion Berlin in den letzten Jahren positiv entwickelt und die Gattung Radio sich im Rezipientenmarkt gegenüber den Wettbewerbern gut behauptet hat. 4. Die weitere Entwicklung ist aber kein Selbstläufer, zumal die Stabilisierung der Radionutzung noch nicht nachhaltig erscheint. Zwar hat Radio im Internet und auf den mobilen Plattformen neue Kontaktchancen. Die Reichweiten sind dort aber gering und können UKW sowie auch die fehlende Digitalstrategie der Gattung Hörfunk keineswegs ersetzen. Zudem gibt es mit Musik- Streaming-Diensten wie Spotify und Co. neue Wettbewerber im Audiomarkt, deren Auswirkungen auf Radio noch nicht geklärt sind. 5. Auch der demographische Wandel stellt eine große Herausforderung dar. Die Brandenburger Privatradios müssen mit Ausnahme von Potsdam allesamt mit deutlichen Rückgängen beim Hörerpotenzial rechnen. In Berlin sind die Auswirkungen, trotz des negativen Zensusergebnisses, wegen der steigenden Bevölkerung auch in den Werbezielgruppen moderat. Seite 47

48 FAZIT: RADIOSTUDIE BERLIN-BRANDENBURG 6. Radio hat sich trotz der Werbe- und Strukturkrise im Bereich der klassischen Medien gut behauptet. Mittel- bis langfristig werden die deutsche Radioindustrie und Ordnungspolitik aber einige Dinge klären müssen, um die Nachhaltigkeit der Gattung Hörfunk dauerhaft zu stärken. 7. Unternehmen werden zunehmend daran gemessen, ob und wie sie die Ziele der Nachhaltigkeit verfolgen. In Anbetracht der hohen Abhängigkeit des Privatfunks von der Werbung und der stark schwankenden Werbemärkte wäre die Verankerung eines Nachhaltigkeits-Managements auch im Rechnungswesen der Unternehmen von Bedeutung. 8. Für eine nachhaltige ökonomische Entwicklung des Privatfunks ist ebenso bedeutsam, dass die Ordnungspolitik die bestehenden Wettbewerbsverzerrungen im dualen Hörfunksystem endlich erkennt und beseitigt. Eine Begrenzung der ARD-Hörfunkwerbung auf 60 Minuten in nur einem Programm, analog dem NDR, wäre eine erster wichtiger Schritt, um die negativen Auswirkungen der Preispolitik der ARD-Werbung einzudämmen. Dies wäre ohne Schaden für die Radiogattung möglich. 9. Radio benötigt eine gemeinsame Digital-Strategie und muss Einstellung gegenüber DAB+ klären. 10. In Bezug auf die Angebotsvielfalt deutet sich in Zukunft ein Zielkonflikt zwischen dem gesetzlich verankerten Ziel der Meinungsvielfalt und den Interessen großer Stakeholder der Privatradios ab, die stärkere Unternehmensgrößen für erforderlich halten. Wachstum durch Konzentration soll hier scheinbar mangelnde Innovationsfähigkeit ersetzen. Seite 48

49 KURZ-FAZIT: RADIOSTUDIE BERLIN-BRANDENBURG 1. Privatradio in Berlin-Brandenburg (BB) überwindet Werbekrise 2. Kostendeckungsgrad der Privatradios in BB mit 128% auf Rekordwert 3. Wirtschaftlicher Rahmen für weiteres Wachstum ist mittelfristig gut 4. Weitere Entwicklung in der digitalen Welt ist aber kein Selbstläufer 5. Demographischer Wandel stellt Herausforderung im Osten dar 6. Nachhaltigkeit von Radio gehört auf die Agenda von Politik und Sendern 7. Verankerung eines nachhaltigen Handelns für Radio-Unternehmen bedeutsam 8. Reduzierung ARD-Werbefunk auf 60 Min. und 1 Programm wünschenswert 9. Gattung Radio benötigt für Zukunftsfähigkeit gemeinsame Digital-Strategie 10. Möglicher Zielkonflikt: Vielfalt versus Wachstum durch Konzentration Seite 49

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