Vorlesung Einführung in das Bank-, Kapitalmarkt- und Kreditsicherungsrecht

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1 Universität Augsburg - Juristische Fakultät - Vorlesung Einführung in das Bank-, Kapitalmarkt- und Kreditsicherungsrecht Teil 2: Kredit- und Kreditsicherungsrecht Wintersemester 2014 / 15 Prof. Dr. Dr. Jan-Hendrik Röver, LL.M. (L.S.E.) 1

2 Einleitung 1 Gegenstand der Vorlesung Kreditrecht Kreditsicherungsrecht vergleichende Behandlung der Kreditsicherheiten Vorlesungszeit: Woche ( ), jeweils 8.15 Uhr bis Uhr (Pause gegen 9.45 Uhr) keine Vorlesung Ersatz: Vorlesung Freitag, Raum 1011a 2

3 Einleitung 2 Lernziele Übersicht über das Kredit- und Kreditsicherungsrecht Bearbeitung kredit- und kreditsicherungsrechtlicher Fragestellungen Didaktik ausgehend von den im juristischen Studium vermittelten Strukturen Erörterung der praktischen Umsetzung Lösung zahlreicher Fälle im Zusammenhang mit Vorlesung Andreas Früh Einführung in das Bank- und Kapitalmarktrecht 3

4 Einleitung 3 Vorlesungsunterlagen werden für die vorangegangene Vorlesung im Internet bereitgestellt bzw. Lehrstuhl Prof. Möllers 2 Folien bzw. Skriptseiten auf einer Seite ausdrucken! Prüfung Diplomstudiengang/LL.M./Schwerpunktbereich beachte: zweistündige Veranstaltung 4 Leistungspunkte Tutorium voraussichtlich am , Uhr (Raum tbd) schriftliche Prüfung von 120 Min. Dauer am , mittags Raum tbd beachte: keine Wiederholungsklausur! 4

5 Gesetzestechnik 1 Anspruchsgrundlagen (Wortlaut: kann verlangen, ist verpflichtet ) Beweislast trägt grds., wer Anspruchsgrundlage im Prozess geltend macht, es sei denn Beweislastumkehr (dingliche) Verwertungsrechte (Wortlaut: Verfügungsgegenstand kann so belastet werden, dass bestimmte Geldsumme aus Verfügungsgegenstand zu zahlen ist ) Prozessvergleich, 794 I Nr. 4 ZPO (prozessuale und materiellrechtliche Natur) gesellschaftsrechtliche Akte, z.b. Verschmelzungsvertrag, 4-6 UmwG (organisationsrechtliche und schuldrechtliche Natur) Verschmelzungsplan, 122c I UmwG (nur Organisationsakt ohne schuldrechtliche Wirkung) 5

6 Gesetzestechnik 2 Einwendungen rechtshindernde Einwendungen: ist nichtig, ist unwirksam rechtsvernichtende Einwendungen: ist erloschen rechtshemmende Einwendungen (Einreden, Leistungsverweigerungsrecht): kann geltend machen beachte: Entscheidung zwischen Einwendung und Einrede vielfach rechtspolitisch zweifelhaft (Medicus AT Rn. 97) Beweislast trägt, zu dessen Gunsten Einwendung gilt im Prozess grds. Klageabweisung aber bei Zurückbehaltungsrechten ( 273 I, II, 1000 S. 1 BGB) oder Einrede des nichterfüllten Vertrag ( 320 I 1 BGB) Verurteilung zur Leistung Zug-um-Zug vgl. Wortlaut Vorschriften und 274, 322 BGB abzugrenzen von Ausschlussregelungen (z.b. 399 Fall 1, 2 BGB) 6

7 Gesetzestechnik 3 Legaldefinitionen ausgeschrieben, z.b. 90, 90a S. 1, 276 II BGB Klammerdefinitionen ( 121 I 1, 184 I, 1192 Ia [Sicherungsgrundschuld], 1922 I, 1937 BGB) Auslegungsregeln (Auslegung von Willenserklärungen; im Zweifel ) gesetzlich, 125 S. 2, 449 I, 632 II BGB Rechtsprechung / Gewohnheitsrecht (Schuldbeitritt/Garantie: eigenes, unmittelbares, wirtschaftliches Interesse an der Erfüllung der Schuld) prozessuale Beweislasterleichterungen, insbesondere gesetzliche Vermutungen (Hilfsmittel bei Beweisführung; führt zu Beweislastumkehr; wird vermutet ) nur anwendbar, wenn ein Tatbestandsmerkmal nicht feststeht Tatsachen- bzw. tatsächliche Vermutungen: Schluss auf Tatsachen 7

8 Gesetzestechnik 4 Rechtsvermutungen: Schluss auf Bestehen oder Nichtbestehen eines Rechts grundsätzlich widerleglich (Regelfall; s. 292 S. 1 ZPO), z.b. 891 I, II, 1006 I 1, II, 1065, 1227 i.v.m I 1, II, 1362, 2365 BGB führt praktisch zu Beweislastumkehr unwiderleglich (Wortlaut: unwiderlegbar ), z.b I, II BGB Beweislastumkehr (Beweislastverteilung): gesetzlich, 892 I, 932 I ( es sei denn ), 936 II BGB (eigener Absatz, erlischt nicht ; Palandt 936 Rn. 4) Rechtsprechung / Gewohnheitsrecht (Arzthaftung) Fiktionen (unterstellen, was tatsächlich nicht der Fall ist; gilt ) stets unwiderleglich, z.b. 142 I (ex tunc!), 892 I 1, 1138 Fall 1 BGB verdeckte Verweisungen (Josef Esser, Wert und Bedeutung der Rechtsfiktionen, 2. Aufl. 1969, S. 26 ff.) 8

9 Gesetzestechnik 5 Verweisungen ( gilt entsprechend ) auf andere Vorschriften, z.b I BGB auf andere Anspruchsgrundlagen Rechtsfolgeverweisung (Regelfall!) Rechtsgrundverweisung (z.b. 951 I 1 i.v.m. 812 ff. BGB) auf einzelne Tatbestandsvoraussetzungen oder Rechtsfolgen, z.b. Gutgläubigkeit in 932 I 1 BGB beachte: entsprechend = analoge Anwendung 9

10 Klage- und Anspruchsaufbau (auch bei dinglichen Ansprüchen) 1 Zulässigkeit einer Klage Begründetheit einer Klage Anspruchsnorm(en) (Wortlaut: kann verlangen ) Entstehung Anspruch Anwendbarkeit Norm Anspruchsvoraussetzungen Ausschlussregelungen rechtshindernde Einwendungen (Wortlaut: nichtig, unwirksam, z.b. 105 I BGB; auch 986 (h.m.; str.), 142 I BGB) beachte: Anfechtung kann als rechtsvernichtende Einwendung, aufgrund der Rückwirkung (ex tunc) aber auch als rechtshindernde Einwendung eingeordnet werden (str.); bereicherungsrechtlich entweder condictio indebiti ( 812 I 1 Fall 2 BGB bei rechtshindernder Einwendung) oder condictio ob causam finitam ( 812 I 2 Fall 1 BGB) (bei rechtsvernichtender Einwendung); Kondiktionssperre 814 Fall 1 BGB wegen Kenntnis Nichtschuld nur auf condictio indebiti anwendbar 10

11 Klage- und Anspruchsaufbau (auch bei dinglichen Ansprüchen) 2 Erlöschen Anspruch: rechtsvernichtende Einwendungen (Wortlaut: erlischt, z.b. 362 I BGB) Durchsetzbarkeit Anspruch: rechtshemmende Einwendungen (Einreden) Wortlaut: kann verweigern Ausnahme: 986 I 1; trotz des Wortlauts nach h.m. eine von Amts wegen zu beachtende Einwendung; BGHZ 82, 13 (18) dilatorische (vorübergehende) Einreden (z.b. 273 I BGB) peremptorische (dauernde) Einreden (z.b. 214 I BGB) beachte: Arglisteinrede, 242 BGB ( dolo agit, qui petit, quod statim redditurus est ) bei Gegenanspruch Rechtsfolge: keine Auswirkung auf Bestand Recht; nur Rechtsausübung (vorübergehend oder dauernd) gehemmt Rechtsfolge(n) 11

12 Teil 2: Kreditvertragsrecht Urheberrechtlicher Hinweis: Die Folien zum Kreditvertragsrecht sind stark angelehnt an Georg Bitter, Vorlesung Bankrecht, Universität Mannheim, Sommersemester 2014, Folien , enthalten aber eine Reihe von Erweiterungen 12

13 Vertiefende Literatur 1: Deutsches Recht (Textsammlungen Zivilrecht) Schönfelder, Deutsche Gesetze. Sammlung des Zivil-, Straf- und Verfahrensrechts, München (Loseblatt) Beck-Texte im dtv, BGB (mit einer Einführung von Helmut Köhler), 74. Aufl., München

14 Vertiefende Literatur 2: Schuldrecht allgemein Wolfgang Fikentscher/Andreas Heinemann, Schuldrecht, 10. Aufl., Berlin, New York 2006 Karl Larenz/Claus-Wilhelm Canaris, Lehrbuch des Schuldrechts, Band II/2, Besonderer Teil, 13. Aufl., München 1994, 60 bis 66 Dieter Medicus/Stephan Lorenz, Schuldrecht I: Allgemeiner Teil, 20. Aufl., München 2012; Dieter Medicus/Stephan Lorenz, Schuldrecht II: Besonderer Teil, 17. Aufl., München

15 Vertiefende Literatur 3: Lehrbücher und Handbücher Bankrecht Carsten Peter Claussen, Bank- und Börsenrecht für Studium und Praxis, 4. Aufl., München 2008 Dorothee Einsele, Bank- und Kapitalmarktrecht. Nationale und Internationale Bankgeschäfte, 3. Aufl., Tübingen 2014 Ralf Josten, Kreditvertragsrecht, München 2012 Thorwald Hellner/Stephan Steuer (Hrsg.), Bankrecht und Bankpraxis (BuB), 5 Bde., Köln (Loseblatt) beachte insbesondere Andreas Früh/Constanze Müller-Arends, Kreditvertragsrecht Siegfried Kümpel/Arne Wittig, Bank- und Kapitalmarktrecht, 4. Aufl., Köln

16 Vertiefende Literatur 4: Lehrbücher und Handbücher Bankrecht Jan-Hendrik Röver, Kreditfinanzierung, in: Ulf R. Siebel/Jan- Hendrik Röver/Christian Knütel (Hrsg.), Rechtshandbuch Projektfinanzierung und PPP, 2. Aufl., Köln, München 2008, S Herbert Schimansky/Hermann-Josef Bunte/Hans-Jürgen Lwowski (Hrsg.), Bankrechts-Handbuch, 2 Bde., 4. Aufl., München 2011 Hans-Peter Schwintowski, Prüfe dein Wissen: Bank- und Kapitalmarktrecht, 3. Aufl., München 2011 Hans-Peter Schwintowski, Bankrecht. Commercial Banking Investment Banking, 4. Aufl., Köln, Berlin, Bonn, München

17 Vertiefende Literatur 5: Kommentare Bankrecht Baumbach/Klaus J. Hopt, Handelsgesetzbuch (mit Nebengesetzen), 36. Aufl., München 2013, VII. Bankgeschäfte führender Praktikerkommentar; Arbeitsmittel im 2. Staatsexamen Claus-Wilhelm Canaris, Bankvertragsrecht, in: 1. Teil, 3. Aufl., Berlin, New York 1988; im Übrigen 2. Aufl (Sonderausgabe aus: Staub (Hrsg.), Großkommentar HGB) Staub (Hrsg.), Großkommentar HGB, Bd. 10: Bankvertragsrecht, Teil 1, 5. Aufl. angekündigt ; Bd. 11: Bankvertragsrecht, Teil 2, 5. Aufl. angekündigt Klaus J. Hopt/Peter O. Mülbert, Kreditrecht. Bankkredit und Darlehen im deutschen Recht, Berlin 1989 (Sonderausgabe aus: Staudinger) Staudinger/Robert Freitag/Peter O. Mülbert, , (Darlehensrecht), Berlin 2011 Kommentare zum HGB 17

18 Vertiefende Literatur 6: Zeitschriften Bankrecht und -wesen Juristische Fachzeitschriften Zeitschrift für Bank- und Kapitalmarktrecht (BKR) Wertpapier-Mitteilungen - Zeitschrift für Wirtschaft- und Bankrecht (WM) Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft (ZBB) Zeitschrift für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht (ZGR) Zeitschrift für das gesamte Handelsrecht und Wirtschaftsrecht (ZHR) Tages- und Wochenzeitschriften Financial Times, Financial Times Deutschland, Handelsblatt, The Economist, Wall Street Journal 18

19 Kreditvertragsrecht 1 Begriff von lat. credere = vertrauen frühere Legaldefinition in 1 II VerbrKrG: Kreditvertrag = Oberbegriff für Darlehen, Zahlungsaufschub und sonstige Finanzierungshilfen aufsichtsrechtliche Legaldefinition des Kreditgeschäfts in 1 I 2 Nr. 2 KWG: Gewährung von Gelddarlehen und Akzeptkrediten (= Bank akzeptiert Wechsel ihres Kunden) seit dem Schuldrechtsmodernisierungsgesetz Gelddarlehen ( BGB, dabei BGB zu Verbraucherdarlehensvertrag) und Sachdarlehen ( BGB), z.b. Wertpapier leihe Sonderform Gelddarlehen: Verbraucherdarlehen ( BGB) Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie (ab ) gemeinschaftsrechtskonforme Auslegung eingeräumte Überziehungsmöglichkeit ( 504 BGB) und geduldetete Überziehung ( 505 BGB) 19

20 Kreditvertragsrecht 2 drei wirtschaftliche Grundformen des Kredits Zahlungskredit = Überlassung von Kapital für eine begrenzte Zeit (typologisch: Gebrauchsüberlassungsvertrag) Beispiele: Kontokorrentkredit (unterscheide handelsrechtliches Kontokorrent, 355 HGB und bürgerlich-rechtliches Kontokorrent), Ratenkredit, Schuldscheindarlehen ( 488, 371, 952 BGB) Haftungskredit = keine effektive Mittelüberlassung, sondern Übernahme der Haftung gegenüber Dritten (Gläubigern des Kreditnehmers) Beispiele: Avalkredit (Bürgschaft, Garantien), Akzeptkredit (Bank akzeptiert Wechsel ihres Kunden) oder Rembourskredit (Bank akzeptiert Wechsel des Exporteurs) Waren kredit (dazu Kreditsicherungsrecht) Risikoverteilung Zahlungskredit keine Zug-um-Zug-Abwicklung: Vorleistungsrisiko der Bank 20

21 Kreditvertragsrecht 3 wirtschaftliche Funktionen des Zahlungskredits Vergrößerung der finanziellen Leistungsfähigkeit Steigerung der Rendite des eingesetzten Eigenkapitals (gemessen als IRR oder return on capital employed [ROCE]) soweit die Gesamtkapitalrendite über den Fremdkapitalzinsen liegt (Leverage-Effekt) verlagert allerdings Risiko von Kreditnehmer auf Kreditinstitut (mit Risiko für gesamtes Finanzsystem) Kreditzinsen (im Gegensatz zur Bedienung von Eigenkapital) steuerlich abzugsfähig als Werbungskosten/Betriebsausgaben beachte aber nunmehr Zinsschranke, 4h EStG i.v.m. 8a KStG Zinssaldo (Zinsausgaben Zinseinnahmen) kann nur zu 30% des steuerlichen Gewinns, zuzüglich Zinsaufwendungen, abzüglich Zinserträgen und zuzüglich Abschreibungen (EBITDA) geltend gemacht werden 21

22 Dogmatik des Darlehensvertrags 607 I BGB a.f. (bis 2001) Wer Geld oder andere vertretbare Sachen als Darlehen empfangen hat, ist verpflichtet, dem Darleiher das Empfangene in Sachen von gleicher Art, Güte und Menge zurückzuerstatten. 488 I 1 BGB n.f. Durch den Darlehensvertrag wird der Darlehensgeber verpflichtet, dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag in der vereinbarten Höhe zur Verfügung zu stellen. Darlehensvertrag = Konsensualvertrag abzugrenzen von früherer Realvertragstheorie Synallagma (do-ut-des): Kapitalüberlassung + Zinszahlung; nicht: Anspruch auf Rückzahlung des Darlehens ( 488 I 2 BGB) Bedeutung: wenn Darlehensnehmer in Verzug mit Zinszahlung kommt, dann kann Darlehensgeber über Rücktrittsrecht 323 I BGB Rückzahlungspflicht vor vereinbartem oder durch Kündigung herbeizuführenden Termin fällig stellen 22

23 Anspruchsprüfung im Gelddarlehensrecht 1 Anspruchsgrundlagen z.g. KN: Überlassung der Darlehensvaluta, 488 I 1 BGB z.g. KG: Zinszahlung, 488 I 2 Fall 1 BGB z.g. KG: Rückzahlung der Darlehensvaluta, 488 I 2 Fall 2 BGB Entstehen des Anspruchs Gelddarlehensvertrag Parteien Geldbetrag Höhe Überlassung Auslegungsregel: Abgrenzung von Übernahme Mithaftung (Schuldbeitritt, Vertragsbeitritt): Darlehensnehmer ist, wer ein eigenes Interesse an Kreditgewährung hat sowie über Auszahlung und Verwendung der Darlehensvaluta mitentscheiden kann 23

24 Anspruchsprüfung im Gelddarlehensrecht 2 Rückzahlung Abgrenzung von unregelmäßiger Verwahrung, 700 BGB» Auslegungsregel: Darlehen anzunehmen, wenn Rückforderung durch Darlehensgeber nicht jederzeit zulässig sein soll, damit dem Empfänger die Nutzung erleichtert wird» beachte: Giroguthaben unregelmäßige Verwahrung, 700, 488 ff. BGB» beachte: neben typischem Gelddarlehen auch Sparguthaben als Darlehen eingeordnet ggfs. Zins (kein essentialia negotii!) Sonstige Regelungen (vgl. Vorlesung Investment Banking) Rechtsbindungswille zusätzlich für Rückzahlungsanspruch: Auszahlung Darlehen Zustandekommen Darlehensvertrag mit Abruf bei Krediteröffnungsvertrag 24

25 Anspruchsprüfung im Gelddarlehensrecht 3 rechtshindernde Einwendung: Fälligkeit, 271 BGB rechtshindernde Einwendung: Anfechtung des Darlehensvertrag durch Bank/Kreditnehmer, 142 I BGB beachte: auch rechtsvernichtende Einwendung vertretbar rechtshindernde Einwendung: aufschiebende Bedingung, 158 I BGB beachte: nach der Systematik des Gesetzes nicht Bestandteil der Einigung über Darlehensvertrag, sondern eigenständige Einwendung; in Fallprüfung aber teilweise Behandlung bei der Einigung zweckmäßig rechtshindernde Einwendung: Formnichtigkeit, 125 S. 1 BGB grds. kein Formerfordernis häufig aber gewillkürte Schriftformklausel rechtshindernde Einwendung: Formnichtigkeit Verbraucherkreditvertrag, 494 I Fall 1 BGB (nicht 125 S. 1 BGB!) rechtshindernde Einwendung: mangelnde Pflichtangaben, 494 I Fall 2 BGB 25

26 Anspruchsprüfung im Gelddarlehensrecht 4 rechtshindernde Einwendung: Wucher, 138 II/I BGB rechtshindernde Einwendung: Sittenwidrigkeit, 138 I BGB z.b. Knebelung (in dieser Vorlesung bei Sicherungsübereignung behandelt) Erlöschen des Anspruchs rechtsvernichtende Einwendung: Erfüllung durch Gläubiger, 362 I BGB bei Überlassungsanspruch: Verschaffung + Belassung der Valuta = Erfüllung des Darlehensvertrags durch Kreditgeber ( 362 I BGB) Übereignung von Geldstücken, 929 BGB 26

27 Anspruchsprüfung im Gelddarlehensrecht 5 Verschaffung von Buchgeld ist ausreichend für Verschaffung» rechtlich durch Wertübertragung; zur rechtlichen Einordnung vgl. Kapitel Überweisung in Vorlesung Andreas Früh» beachte: keine Abtretung von Forderungen, 398 BGB rechtsvernichtende Einwendung: Kündigung des Darlehensvertrags, insb. 489 f. BGB rechtsvernichtende Einwendung: Rücktritt vom Darlehensvertrag, 323 I BGB rechtsvernichtende Einwendung: Widerruf bei Außergeschäftsraumvertrag ( Haustürgeschäft ), 312g I, 355 I 1 BGB 27

28 Anspruchsprüfung im Gelddarlehensrecht 6 rechtsvernichtende Einwendung: Widerruf bei Verbraucherdarlehensvertrag, 495 I, 355 I 1 BGB Durchsetzbarkeit des Anspruchs Verjährung, 214 I BGB vertragliche Vereinbarung gesetzlich: regelmäßige Verjährungsfrist von 3 Jahren, 195, 199 BGB 28

29 Krediteröffnungsvertrag 1 Krediteröffnungsvertrag (Kreditzusage), 311 I BGB; 488 BGB analog mit AGB Banken Problem: Verträge ohne Konkretisierung der Überlassungspflicht Rechtsnatur Lösung: Krediteröffnungsvertrag Canaris, h.l.: eigener Vertragstyp Krediteröffnungsvertrag; Analogie zu Gelddarlehensvertrag; einzelne Darlehensverträge durch jeweiligen Abruf Berger, MM: Rahmenvertrag; keine Analogie zu Gelddarlehensvertrag; bloße Konkretisierung Rahmenvertrag bei Bestimmung konkreter Leistung analoge Anwendung BGB autonome Regelung im Rahmen der rechtlichen Grenzen Grund- und Rahmenvertrag besondere Form des Darlehensversprechens 29

30 Krediteröffnungsvertrag 2 Pflicht des Kreditgebers zur Bereitstellung und Auszahlung des Kredits nach Abruf Pflicht des Kreditnehmers zur Zahlung einer Bereitstellungsprovision nach BGH WM 2014, 1224 und WM 2014, 1325 müssen Banken und Sparkassen bei Verbraucherkrediten alle innerhalb der letzten zehn Jahre gezahlten Kreditbearbeitungsgebühren erstatten; Bereitsstellungsprovision ist aber keine Kreditbearbeitungsgebühr Abruf: Ausübung eines Gestaltungsrechts (h.l.)/bzw. Konkretisierung Rahmenvertrag (MM) Kündigungsmöglichkeit des Darlehensnehmers nach 490 I Fall 1 BGB analog Literatur: Claus-Wilhelm Canaris, Bankvertragsrecht, in: 1. Teil, 3. Aufl., Berlin, New York

31 Krediteröffnungsvertrag und Abnahmeverpflichtung 1 Fall 1 (Schwintowski, PdW Fall 282; BGH WM 1962, 114): Eine Bank hatte sich im November 2006 bereit erklärt, ein Darlehen i.h.v gegen hypothekarische Sicherung zu gewähren. Eine Abnahmeverpflichtung des Kreditnehmers war nicht ausdrücklich vereinbart. Die Hypothekenbestellung scheiterte. Die Bank, die zweimal eine Frist zur Abnahme gesetzt hatte, verlangte nach fruchtlosem Ablauf Schadensersatz wegen Nichterfüllung der Abnahmeverpflichtung in Höhe von Zu Recht? 31

32 Krediteröffnungsvertrag und Abnahmeverpflichtung 2 Schadensersatz wegen Nichterfüllung, 280 I BGB vertragliche Verpflichtung Krediteröffnungsvertrag, 311 I BGB, 488 BGB analog Rechtsnatur» Canaris, h.l.: eigener Vertragstyp Krediteröffnungsvertrag; Analogie zu Gelddarlehensvertrag; einzelne Darlehensverträge durch jeweiligen Abruf» Berger, MM: Rahmenvertrag; keine Analogie zu Gelddarlehensvertrag; bloße Konkretisierung Rahmenvertrag bei Bestimmung konkreter Leistung Rechtsbindungswille: Kunde musste bekannt sein, dass eine Hypothekenbank einen Kredit gegen Besicherung durch eine Hypothek nicht aus Gefälligkeit, sondern aus Erwerbsgründen geschäftsmäßig betreibt 32

33 Krediteröffnungsvertrag und Abnahmeverpflichtung 3 jedenfalls Pflicht des Kreditgebers zur Bereitstellung und Auszahlung des Kredits nach Abruf Abnahmeverpflichtung Kreditnehmer ausdrücklich (-) konkludent (Auslegung, 133, 157 BGB)» Bank hat ihre eigene Bindung an die Darlehenszusage für den Fall erklärt, dass der Kreditnehmer sie binnen einer verhältnismäßig kurzen Frist annähme» aus Darlehenszusage ist somit hervorgegangen, dass die Bank sich nicht einseitig verpflichten und es gleichwohl dem Kreditnehmer überlassen wollte, ob er von dem Darlehensangebot Gebrauch mache oder nicht Pflichtverletzung: Nichtabnahme Schaden:

34 Zinszahlung 1 Definition: laufzeitabhängige Vergütung in Geld für Kapitalnutzungsmöglichkeit keine Kapitalnutzungsmöglichkeit bei Bereitstellungsprovision (teilweise auf Bereitstellungs zinsen genannt) Verpflichtung zur Zinszahlung an Banken auch ohne Vereinbarung, 354 II HGB zinsloses Darlehen möglich ( soweit nicht ein anderes bestimmt ist, 488 II BGB) Zinseszinsen Zinseszinsvereinbarung im Voraus grds. ausgeschlossen, 248 I BGB (rechtshindernde Einwendung) damit in Praxis auch im Nachhinein kein Zinseszins Ausnahmen in 248 II BGB (insbesondere für Kreditinstitute) und bei Kontokorrent nach 355 I HGB 34

35 Zinszahlung 2 Zinseszinsverbot, 289 S. 1 BGB anwendbar auf vertragliche und gesetzliche Verzugszinsen (Palandt/Grüneberg 289 Rn. 1) Ausnahme bei Kontokorrent nach 355 I HGB Berücksichtigung des Zinseszinsverbots nach 289 S. 1 BGB bei Verbraucherdarlehen, 497 BGB keine Umgehung über Schadensersatzvorschriften, 497 II 2 BGB keine Umgehung über Einstellung von Verzugszinsen in Kontokorrent, 497 II 1 Fall 2 BGB Einstellung auf gesondertem Konto, 497 II 1 Fall 1 BGB damit entstehen keine Zinseszinsen nach 289 S. 1 BGB 35

36 Zinszahlung 3 Angabe effektiver Jahreszins, 6 I Preisangabenverordnung (PAngV) Berechnung ungefährer Effektivzins nach Uniform-Methode Kreditkosten = Zinsen + Bearbeitungsgebühr usw. oder gesamte Rückzahlung Auszahlungsbetrag oder Anzahl der Raten Ratenbetrag Auszahlungsbetrag Nettodarlehensbetrag = Darlehensnennbetrag Abzüge bei Auszahlung 36

37 Zinszahlung 4 Beispiel: (Auszahlung ) Berechnung: Laufzeit 5 Jahre (60 Monate) 3% Bearbeitungsgebühr Zins 6% p.a. (0,5%/Monat) Kreditkosten = Zinsen + Bearbeitungsgebühr = 0,005 x x ,03 x = Nettodarlehensbetrag = x x = 12,98% 37

38 Zinszahlung 5 Rechtsfolgen insbesondere Preisangabenverordnung (PAngV) Anwendbarkeit: Angebot von Waren oder Leistungen ggü. Letztverbrauchern gewerbs- oder geschäftsmäßig oder regelmäßig in sonstiger Weise ( 1 I PAngV) Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu , 10 PAngV Widerruf Darlehensvertrag, 494 I, 492 II BGB i.v.m. Art I Nr. 1, 3 I Nr. 3, II EGBGB i.v.m. PAngV (s.u.) bei fehlender (nicht nur fehlerhafter) Angabe 38

39 Zinszahlung 6 kein Verbotsgesetz, 134 BGB, da bloße Norm des Preisordnungsrechts Verbotsgesetz, wenn die Vornahme eines (nach der Rechtsordnung grundsätzlich möglichen) Rechtsgeschäfts mit Rücksicht auf seinen Inhalt, auf einen von der Rechtsordnung missbilligten Erfolg oder auf die besonderen Umstände, unter denen es vorgenommen wird, untersagt wird ( darf nicht, nicht statthaft oder unzulässig ); nicht reine Ordnungsvorschriften 39

40 Zinsanpassung 1 Festzins im Vertrag Anpassung nach Auslaufen der Zinsfestschreibung = neue Vereinbarung variabler Zins im Vertrag Zinsgleitklausel: Bindung an Referenzgröße (z.b. EURIBOR = European Interbank Offered Rate EONIA = Euro OverNight Index Average oder Basiszins, 247 BGB» + x Marge) Zinsanpassungsklausel (Änderung der Refinanzierungskosten) Recht der Bank, den Zins nach billigem Ermessen anzupassen ( 315 BGB) dürfen in AGB nicht unangemessen benachteiligen ( 307 I 1 BGB) sachlicher Grund Anpassungssymmetrie (Zinssenkung und erhöhung) 40

41 Zinsanpassung 2 Transparenz, 307 I 2 BGB: Anlass, aus dem das Bestimmungsrecht entsteht, sowie Richtlinien + Grenzen seiner Ausübung sind im Vertrag anzugeben ergänzende Vertragsauslegung, 133, 157, 242 BGB bei unwirksamer Klausel (BGHZ 185, 166) 41

42 Vertragsgestaltungen Zinszahlung Festzinsdarlehen Darlehen mit variablen Zinsen sonstige vertragliche Gestaltungen (z.b. margin grid) Rückzahlung Darlehensvaluta Annuitätendarlehen = gleichmäßige Ratenzahlung (sinkender Zinsanteil, steigender Rückzahlungsanteil) Tilgungsdarlehen = Darlehen mit gleichbleibender Tilgung sonstige vertragliche Gestaltungen (strukturiertes Rückzahlungsprofil, z.b. bei Akquisitions- oder Projektfinanzierungsdarlehen) 42

43 Rechtshindernde Einwendung: Fälligkeit, 271 BGB Zinsen vertragliche Vereinbarung, 271 II BGB nach Ablauf je eines Jahres im Nachhinein, 488 II Fall 1 BGB bei Rückerstattung, wenn Rückerstattung vor Ablauf eines Jahres, 488 II Fall 2 BGB Rückzahlung vereinbarte Laufzeit, 488 III 1 HS 1 BGB (ordentliche oder außerordentliche) Kündigung durch Darlehensgeber oder nehmer, 488 III 1 HS 2 BGB 43

44 Rechtshindernde Einwendung: Anfechtung des Darlehensvertrag nach 123 I BGB Rechtsnatur umstritten: rechtshindernde Einwendung (wegen ex-tunc- Wirkung nach 142 I BGB) / rechtsvernichtende Einwendung (weil Einwendung erst nach Vertragsschluss ausgeübt) Anfechtung durch die Bank Täuschung über Kreditwürdigkeit oder Werthaltigkeit von Sicherheiten Anfechtung durch den Kreditnehmer Offenbarungspflicht der Bank hinsichtlich des finanzierten Geschäfts nur im Ausnahmefall ggfs. auch Anspruch aus c.i.c., 280 I, 311 II Nr. 2, 241 II BGB (s.u.) Problem: Vermittler als Dritter i.s.v. 123 II 1 BGB (+) echte Kreditmakler, 652 BGB (-) Verhandlungsgehilfe und führer / Repräsentant der Bank (-) Vermittler bei verbundenem Geschäft (s.u.) 44

45 Rechtshindernde Einwendung: Wucherdarlehen, 138 II / I BGB 1 Anwendbarkeit Wuchertatbestand des 138 II BGB verdrängt nicht den Rückgriff auf 138 I BGB Rückgriff auf 138 I BGB möglich (arg. 138 II BGB stellt Konkretisierung und nicht Einschränkung von 138 I BGB dar, insbesondere ) bei AGB: 307 I 1 BGB und nicht 138 BGB objektive Komponente der Sittenwidrigkeit, 138 I BGB: auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung effektiver Vertragszins übersteigt den marktüblichen Effektivzins relativ um 100% oder absolut um 12% beides sind Richtwerte BGH ZIP 2012, 67: Restschuldversicherungskosten nicht zu berücksichtigen 45

46 Rechtshindernde Einwendung: Wucherdarlehen, 138 II / I BGB - 2 subjektive Komponente der Sittenwidrigkeit, 138 I BGB subjektive Komponente ergibt sich aus Auslegung des Begriffs sittenwidrig Bank nutzt die schwächere Lage des Kreditnehmers bewusst aus oder verschließt sich leichtfertig der Erkenntnis, dass dieser sich nur aufgrund der schwächeren Lage auf die drückende Belastung einlässt bei Verbraucher ( 13 BGB): nach Rechtsprechung / Gewohnheitsrecht tatsächliche Vermutung (= Vermutung über Tatsachen) aus objektiver Komponente (Palandt/Ellenberger, 138 Rn. 30), d.h. Gericht kann gestützt auf eigene Erfahrungen von bewiesenen Tatsachen (Indizien) auf nicht bewiesene Tatsachen schließen beachte: hier Widerleglichkeit nach 292 S. 1 ZPO nach h.l. nicht anwendbar! aber Erschüttern der Überzeugung des Gerichts durch Beweisgegner möglich 46

47 Rechtsvernichtende Einwendung: Kündigung Darlehen - 1 verzinsliches Darlehen vertragliche Vereinbarung gesetzliches (ordentliches) Kündigungsrecht Darlehensnehmer, 489 BGB Darlehen mit Festzins, 489 I BGB Zweck: Darlehensnehmer soll nicht über längere Zeit an ungünstigen (auch ungünstig gewordenen) Zins gebunden bleiben Darlehen mit variablem Zins, 489 II BGB Vorfälligkeitsentschädigung, 490 II 3 BGB analog (Folien 51-53) zwingendes Recht, 489 IV 1 BGB Ausnahme: öffentliche Hände, 489 IV 2 BGB gesetzliches (außerordentliches) Kündigungsrecht Darlehensgeber 490 I BGB Spezialfall des Wegfalls der Geschäftsgrundlage 47

48 Rechtsvernichtende Einwendung: Kündigung Darlehen - 2 vor Auszahlung: stets nach Auszahlung: in der Regel 490 II BGB» Beispiel: besondere Härte für Empfänger bei Zumutbarkeit für den Geber Anspruch auf Vorfälligkeitsentschädigung, 490 II 3 BGB (Folien 51-53) Kündigung bei Wegfall der (objektiven oder subjektiven) Geschäftsgrundlage, 313 BGB (Anwendbarkeit: 490 III BGB) allgemeine außerordentliche Kündigung, 314 BGB (Anwendbarkeit: 490 III BGB) 48

49 Rechtsvernichtende Einwendung: Kündigung Darlehen - 4 unverzinsliches Darlehen vertragliche Vereinbarung Rückerstattung auch ohne Kündigung, 488 III 3 BGB Rechtsfolgen: Erlöschen Primärpflichten Darlehen ex nunc Umwandlung Darlehen in Rückgewährschuldverhältnis ausgezahlte Beträge Fälligstellung durch Kündigung, 488 III 1 Fall 2 BGB teilweise deklaratorisch zusätzlich vertragliches Fälligstellen (acceleration clause) Rückzahlungsanspruch ( 488 I 2 Fall 2, III 1 Fall 2 BGB) kein Rückzahlungsanspruch nach 812 I 2 Fall 1 BGB (kein Wegfall des Rechtsgrundes aufgrund Rückgewährschuldverhältnis) 49

50 Rechtsvernichtende Einwendung: Kündigung Darlehen - 5 noch nicht ausgezahlte Beträge rechtsvernichtende Einwendung: Kündigung gegenüber Auszahlungsanspruch aus Darlehensvertrag bzw. Krediteröffnungsvertrag (Wegfall Primärpflichten ex nunc) 50

51 Vorfälligkeits entschädigung 1 Entschädigung bedeutet grds. Ausgleich für auferlegte Vermögenseinbuße, während Schadensersatz alle Vermögenseinbußen umfasst (vgl. Ossenbühl, Staatshaftungsrecht) Beispiel: Enteignung bei 490 II 3, 502 BGB handelt es sich um Schadensersatzansprüche (Palandt/Weidenkaff 490 Rn. 15) Ersatz Schaden Darlehensgeber aufgrund vorzeitiger Kündigung Darlehensvertrag (Legaldefinition!) 490 II 3 BGB: ao. Kündigung Darlehensverträge 502 BGB: Verbraucherdarlehensverträge 489 BGB: ordentliche Kündigung ( 490 II 3 BGB analog) vgl. auch Art. 18 Entwurf EU-Hypothekarkreditrichtlinie (März 2011) bzw. jetzt Art. 25 III EU-Hypothekarkreditrichtlinie (Richtlinie 2014/17/ЕU vom über Wohnimmobilienkreditverträge für Verbraucher (ABlEG 2014, L 60/34-85)) 51

52 Vorfälligkeits entschädigung 2 Grundsätze und Grenzen für die bei langfristigen Hypothekarkrediten notwendigen Vorfälligkeitsentschädigungen bei vorzeitiger Rückzahlung Schadensersatzanspruch, 490 II 3, 249 ff. BGB ao. Kündigung nach 490 II 1 BGB (i.ü. 502; 490 II 3 BGB analog bei ordentlicher Kündigung, 489 I, II BGB) Zinsschaden Zinsmargenschaden = Nettogewinn bis zum nächstmöglichen Kündigungstermin (entgangener Gewinn, 252 BGB) und darüber hinausgehender Zinsverschlechterungsschaden (Zinsminderungsverlust) = Schaden aus Zinsdifferenz Schaden entsteht jedenfalls, wenn der vertraglich vereinbarte Zins über dem aktuellen Zinssatz für ein Ersatzgeschäft liegt; Ersatzgeschäfte können Neuausleihung ( Aktiv-Aktiv-Methode ) oder Anlage in Hypothekenpfandbriefen ( Aktiv-Passiv- 52 Methode ) sein

53 Vorfälligkeits entschädigung 3 Vorteilsausgleich = im Rahmen der Vorteilsausgleichung werden dem Anspruchsteller solche Vorteile angerechnet, die auf Grund des schädigenden Ereignisses entstehen Prüfung im Rahmen Schaden insbesondere Abzug ersparter Refinanzierungskosten adäquater Kausalzusammenhang Anrechnung darf dem Zweck des Schadensersatzes nicht widersprechen bei Geldersatz ist Vorteilsausgleichung durch automatische Anrechnung durchzuführen» Aufrechnung, 389 BGB ist nicht erforderlich Begrenzung der Vorfälligkeitsentschädigung bei Verbraucherdarlehensvertrag, 502 I 2 BGB Ausschluss Vorfälligkeitsentschädigung, 502 II, 504 I 2 BGB 53

54 Verbraucherschutz im Darlehensrecht Verbraucherkreditrecht ( BGB) sonstiges Verbraucherschutzrecht ( k, ) Schutz durch Information Schutz durch Widerrufsrecht Vermeidung des sog. modernen Schuldturms außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge Fernabsatzverträge BGB Schriftform Vertragsinhalt neu: 491a BGB Art. 247 EGBGB vorvertragliche Information 495 BGB 355 BGB 497 f. BGB 312b BGB (früher: Haustürwiderrufsrecht, 312 f. BGB) Hauptfall: Schrottimmobilien 312c BGB (früher: 312b-d, f BGB) Hauptfall: Schrottimmobilien beachte aktuelle Änderungen durch EU-Verbraucherrechterichtlinie zum

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