In Quartieren denken und handeln sechs Thesen zur Notwendigkeit der Bündelung öffentlicher Fördermittel Dietrich Suhlrie, Vorstand NRW.

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1 : Jahrestagung Deutscher Verband In Quartieren denken und handeln sechs Thesen zur Notwendigkeit der Bündelung öffentlicher Fördermittel Dietrich Suhlrie, Vorstand NRW.BANK

2 Quartier als Handlungsebene Veedel Heimat im Quartier Kiez Quartier: Konjunktur eines Begriffs Stadtteil Energetische Quartiersentwicklung Altengerechte Quartiere Familiengerechtes Quartier Präventive Quartiersentwicklung Generationengerechte Quartiersentwicklung Kreativquartiere In Quartieren denken und handeln Quartier als Handlungsebene ermöglicht angepasste Lösungen für aktuelle Problemstellungen der Stadtpolitik 2

3 Vorteile der Handlungsebene Quartier In Quartieren denken und handeln Vorteile 1. These: Quartier als Handlungsebene ermöglicht angepasste Lösungen Beispiel: Ziele des Bündnisses für Wohnen in NRW : energetisch optimiert Wohnraum generationen gerecht bezahlbar 3

4 Vorteile der Handlungsebene Quartier In Quartieren denken und handeln Vorteile 2. These: Lösungen auf Quartiersebene versprechen höhere Zielgenauigkeit und ökonomische Vorteile Lösungen für einzelne Gebäude / Objekte oder Lösungen auf Quartiersebene 4

5 Handlungsoptionen Energetische Optimierung + Abbau von Barrieren Option 1: Objektebene Option 2: Quartiersebene Energetische Sanierung eines Gebäudes Umfassendes Maßnahmenpaket: Austausch Heizung, Fenster und Dämmen Gebäudehülle, Geschossdecken Abbau von Barrieren am / im Gebäude Barrierefreie Erschließung / Aufzug Umbau von Wohnungen in jeder Etage des Gebäudes Energetische Sanierung im Quartiersmaßstab Unterschiedliche Sanierungsintensitäten Abbau von Barrieren am / im Gebäude Barrierefreie Erschließung nur der Erdgeschosse Umbau von Wohnungen in allen Erdgeschossen mehrerer Wohnungen im Quartier (Zielquote?) Technisch anspruchsvolle Lösung Hohe Zielerreichung (ENEV, DIN 1840) je Gebäude Hoher Aufwand Steigende Kosten bzw. Mieten konterkarieren die Zielerreichung Attentismus Gentrifizierung Angepasste technische Lösungen Höhere Zielerreichung auf Quartiersebene Bewohnerverträglich Geringere Zahl an umfänglich angepassten Gebäuden 5

6 Vorteile Handlungsebene Quartier In Quartieren denken und handeln: weitere Vorteile Integrierte Quartiersentwicklung Koordinierung und Vernetzung von Handlungsträgern unterschiedlicher Fachdisziplinen und Einrichtungen im Quartier Wohnraum- und Städtebauförderung Jugend-, Sozial- und Gesundheitshilfe, Bildungseinrichtungen (Kitas, Schulen, Weiterbildung) Träger von sozialer Infrastruktur (Alteneinrichtungen, Beratungseinrichtungen, Familienzentren, Kommunale Integrationszentren etc.) Anbieter von sonstigen Dienstleistungen (Mobilität, Nahversorgung etc.) Teilhabe und Mitwirkung der Bewohner Ein ganzheitlicher Quartiersblick eröffnet Chancen auf eine mehrwertsichernde Gesamtstrategie, bei der man die Lebenswelt der im Quartier wohnenden Menschen verändern und ihren Bedürfnissen besser gerecht werden kann. (Dr. Dieter Kraemer, VBW-Bochum) 6

7 Integrierte Quartiersentwicklung Anspruch und Wirklichkeit Konzepte als Voraussetzung von zielorientierter Quartiersentwicklung Integrierte Konzepte für Quartiersentwicklung sind nicht neu, werden aber immer verbindlicher Beispiele: Förderkulissen der Städtebauförderung NRW-Wohnraumförderung: Wohnungspolitische Handlungskonzepte / Schwerpunkt Quartiersentwicklung aber 3. These: Steigende Anforderungen an Kommunen, Konzepte zu erstellen, treffen auf eine tendenziell abnehmende Möglichkeiten vor Ort Folge: Es droht eine konzeptionelle Segregation, nicht aller Kommunen, aber vor allem der kleineren und mittleren Gemeinden, die keine hinreichenden Ressourcen für Konzepterstellung haben 7

8 Integrierte Quartiersentwicklung Anspruch und Wirklichkeit Umsetzungsdefizite Umsetzungsprobleme von Konzepten Kommunalinterne Abstimmungsprobleme Ämterstrukturen / Versäulung auf kommunaler Ebene Fehlende Moderations- / Prozesssteuerungskapazitäten Unübersichtlichkeit der Fördermöglichkeiten von EU, Bund, Ländern Förderinstituten / Versäulung auf staatlicher Ebene Unklare Finanzierung von Quartiersmaßnahmen 4. These: Förder- und Finanzierungsberatung für Kommunen muss die Umsetzung von Konzepten integrierter Quartiersentwicklung begleiten 8

9 Integrierte Quartiersentwicklung Anspruch und Wirklichkeit Bündelung von Fördermitteln + Finanzierungsberatung Überforderung von Quartiersakteuren durch Unübersichtlichkeit der Fördermöglichkeiten Zuschussmittel / Darlehensförderung EU-Mittel, Bundesmittel, Landesmittel, kommunale Mittel KfW, Förderinstitute der Länder (z.b. NRW.BANK) u.a. Einzelne Kommunen beschäftigen Fördermanager 5. These: Den Förderbanken der Länder kommt eine wichtige Funktion in der Förder- und Finanzierungsberatung der Quartiers- Entwicklung zu 9

10 Konzept für ein Beratungsangebots der NRW.BANK Förder- und Finanzierungsberatung Ziel + Zielgruppe Beratung und Unterstützung der Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung von Projekten der Quartiersentwicklung durch Bereitstellung von Förder-Know-How Zielgruppe - Primär: Kommunen, kommunale Gesellschaften Sekundär: Private Projektträger, Privateigentümer, Sozialverbände, gesellschaftliche Akteure Fokus Beratungsangebot Umsetzungsorientierte Beratung und Begleitung von Quartiersmaßnahmen unter dem Focus Identifizierung von Förderzugängen Erstberatung und Lotsenfunktion für Quartiersprojekte im Bereich der Investitionsförderung (u.a. Energie, Wohnen, Infrastruktur, Baudenkmäler bzw. Förderangeboten der NRW.BANK und KfW) Rolle der NRW.BANK Kompetenzträger in Finanzierungs- und Förderfragen für Kommunen und andere Projektbeteiligte / Neutraler Partner der Kommunen Katalysator und Berater im Prozess bei Fragen der Finanzierung 10

11 Modellhafte Darstellung eines geplanten Beratungsansatzes der NRW.BANK Kommunales integriertes Handlungskonzept Stadtentwicklungskredit Städtebauförderung ESF-soziale Prävention KfW-Förderung Kommunales Steuerungsgremium Entwicklung & Umsetzung Integriertes Handlungskonzept Projekt A Projekt C Projekt E Projekt B Projekt D NRW.BANK ELER Ländlicher Raum Soziale Wohnraumförderung Energieinfrastrukturfonds NRW.BANK- Förderprogramme Integrierte Förderund Finanzierungsberatung NRW.BANK- Projektfinanzierungen Sonstige Förderung: z.b. weitere Landesund Bundesprogramme 11

12 Bündelung von Fördermitteln in NRW ein Anfang ist gemacht Konzentration von Fördermitteln für Soziale Stadt Koalitionsvereinbarung Rot-Grün NRW sieht vor, alle Aktivitäten und Förderprogramme der Landesregierung auf den räumlichen Fokus des Stadtquartiers auszurichten. Erster Ansatz: Kabinettbeschluss Rahmenkonzept Soziale Stadt Unter Federführung MBWSV werden die Aktivitäten beteiligter Landesressorts verbindlich auf Quartiersebene miteinander verknüpft und in der INTERMAG Soziale Stadt aufeinander abgestimmt, was auch die Bündelung von Fördermitteln anbelangt Zweiter Ansatz: Aufruf der Landesregierung Präventive und nachhaltige Entwicklung von Quartieren im Rahmen der neuen EU-Förderperiode (geplant Januar 2015) 6. These: Die Bündelung öffentlicher Fördermittel im Quartier wird angesichts knapper öffentlicher Kassen unausweichlich 12

13 Fazit In Quartieren denken und handeln Das Quartier bildet sich zunehmend als geeignete Handlungsebene /Förderkulisse für angepasste und effektive Lösungsansätze mit hoher Zielgenauigkeit heraus Kommunen brauchen im Kontext integrierter Quartiersentwicklung künftig mehr Unterstützung bei Konzepterstellung und umsetzung Das gilt auch für den Bündelungsaufwand hinsichtlich der Moderation von Prozessen lokaler Handlungsträger, insbesondere je anspruchsvoller und ambitionierter die jeweiligen Projekte sind Eine Bündelung monetärer Förderung (Zuschüsse, Darlehen, Beteiligungskapital, Haftungsfreistellungen) ist angesichts tendenziell knapper werdender öffentlicher Ressourcen vorgesehen. 13

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