Das am schnellsten wachsende IT-Systemhaus 2014 in Deutschland

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1 MANAGEMENT I N T E R V I E W IM INTERVIEW Klaus Weinmann CEO CANCOM SE Das am schnellsten wachsende IT-Systemhaus 2014 in Deutschland Mit der Auflage eines ADR-Programms hat der TecDAX-Konzern CANCOM im zweiten Quartal auf die steigende Nachfrage von US-Investoren reagiert. Nach der Gründung der US-Tochter CANCOM Inc. im Sommer letzten Jahres und der Übernahme der kalifornischen HPM Networks im Februar war dies bereits der dritte Schritt der US-Offensive des Münchner Cloud-Spezialisten. Jetzt hat sich mit Denver Investment Advisors auch erstmals ein US-Investor mit dem Sprung über die Meldeschwelle von 3 Prozent als strategischer Aktionär geoutet. financial.de sprach mit CANCOM-CEO Klaus Weinmann über die direkte Beteiligung des US-Investors, die Pläne für den US-Markt, die Kooperation mit Hewlett-Packard (HP) und zweistellige organische Wachstumsraten. Interview CANCOM SE financial.de: Herr Weinmann, der US-Investor Denver Investment Advisors LLC hat seine Beteiligung an der Cancom SE auf über 3 Prozent ausgebaut. Ist dies eine direkte Folge des ADR-Programms, das sie im zweiten Quartal aufgelegt haben? Klaus Weinmann: Denver Investment ist direkt investiert in CANCOM-Aktien, nicht über ADRs. Wir haben zu dem Fondsmanager bereits seit letztem Jahr regelmäßigen Kontakt. Es freut uns, dass wir ihn von unserer Equity Story überzeugen konnten. 1

2 financial.de: Wie hoch schätzen Sie den Anteil, den US-Investoren bereits an der CANCOM SE halten? Planen Sie weitere Roadshows in Übersee? Klaus Weinmann: Ich gehe davon aus, dass neben Denver Investment noch andere US-Fonds in der CANCOM-Aktie investiert sind. Solange sie sich allerdings unterhalb der Meldeschwellen bewegen, wissen wir das zumindest nicht offiziell. Aber das Feedback unserer letzten Roadshows war sehr positiv, übrigens nicht nur aus den USA, sondern auch aus London oder Zürich. financial.de: Was macht nach Ihrer Einschätzung die CANCOM SE so attraktiv für ausländische Investoren? Klaus Weinmann: Mittlerweile sind wir aufgrund unserer Marktkapitalisierung von über 500 Mio. Euro überhaupt erst auf dem Schirm vieler Investoren. Darüber hinaus begünstigen der hohe Freefloat und die Handelsliquidität ein Investment in unsere Aktie. Vor allem aber sind es unsere gute Positionierung und die Wachstumsaussichten im Zukunftsmarkt Cloud Computing, die uns für Investoren attraktiv macht. financial.de: Auch Ihre neue US-Tochter HPM will mit der Private Cloud punkten. Wann starten Sie die aktive Vermarktung Ihrer Cloud-Lösung in den USA und welche Potenziale sehen Sie im US-Markt mittelfristig? Klaus Weinmann: Unsere Private-Cloud-Lösung läuft mittlerweile erfolgreich bei der HPM. Mit der Implementierung vor Ort wurden gleichzeitig die HPM Consultants und Vertriebsmitarbeiter geschult, so dass wir nun aktiv mit der Vermarktung unserer Private-Cloud-Lösung bei den Kunden der HPM starten können. Wir sehen hier deutliches Potenzial, und die HPM verfügt über einen guten Kundenzugang bei bekannten US-Unternehmen wie Twitter oder Workday. financial.de: Peilen Sie im US-Markt ähnlich attraktive Margen an wie im deutschen Markt oder planen Sie aufgrund einer härteren Wettbewerbssituation in Übersee konservativer? Klaus Weinmann: Momentan sehen wir keinen Margendruck, wobei wir von einer gewissen Anlaufzeit ausgehen, bis hier die Ergebnisse einlasten. Es geht jetzt zuerst einmal darum, Projekte zu generieren. Das Marktumfeld ist gut, denn in den USA entstehen die großen Clouds, was insbesondere das bestehende Geschäft der HPM im Cloud Infrastrukturumfeld positiv beeinflussen dürfte. 2

3 financial.de: Ende April haben Sie eine Kooperation mit HP im Bereich Private Cloud für den Mittelstand bekannt gegeben. Welche Bedeutung hat dieser Vertragsabschluss für Cancom? Klaus Weinmann: Die Zusammenarbeit mit HP Enterprise Services im Bereich Cloud Services für den Mittelstand ist ein Ritterschlag für uns und unsere CANCOM AHP Private-Cloud-Plattform. Auf der Grundlage der CANCOM- Architektur kann HP sein Portfolio um eine mittelstandsgerechte Cloud-Lösung für virtuelle Clients ergänzen. Ziel ist dabei, eine schlüsselfertige Private-Cloud- Plattform als Cloud Service aus den weltweiten HP-Rechenzentren zu liefern. Wir haben unsere Expertise im Mittelstand über viele Jahre aufgebaut. Im Gegenzug gewinnen wir mit HP, der einer der globalen Marktführer bei Hosting- und Cloud-Dienstleistungen ist, einen Partner für unsere Private-Cloud-Plattform mit höchsten Standards bei Sicherheit, Verfügbarkeit und Flexibilität sowie einer globalen Lieferkette. Ritterschlag für CANCOM: Mit der HP-Partnerschaft erhöht der TecDAX-Konzern seine Schlagkraft, die eigene Private Cloud Lösung schneller in den Markt zu tragen. Auf Sicht von drei bis fünf Jahren könnten daraus additive Erlöse von ca. 10 Mio. Euro pro Jahr für CANCOM generiert werden, die wiederkehrend sind. 3

4 financial.de: Wie sieht dabei die konkrete Arbeitsaufteilung mit HP aus und welches zusätzliche Umsatzpotenzial erwarten Sie aus dieser Kooperation mittelfristig? Klaus Weinmann: HP stellt die Investitionen ins Rechenzentrum und die Dienstleistung für die Implementierung der Plattform, wir übernehmen den Managed Service und Support und erhalten einen festen monatlichen Betrag pro User bzw. IT-Seat beim Kunden. Auf Sicht von drei bis fünf Jahren könnten daraus additive Erlöse von ca. 10 Mio. Euro pro Jahr für CANCOM generiert werden, die recurring, also wiederkehrend sind. Wir sehen die CANCOM AHP Private Cloud als eine IT-Architektur und Lösung, sie beinhaltet aber auch eigenentwickelte Software, insofern wird HP entsprechend natürlich auch unsere Software verkaufen, und wir erhalten einen Umsatzanteil aus dem Vertrieb unserer Lösung, ähnlich einer Softwarelizenz, jedoch auf einer monatlich wiederkehrenden Basis wie im Cloud Geschäft üblich. Schwerpunkt ist jedoch die Implementierung und der Betrieb unserer Lösung als Architekturplattform der IT unserer gemeinsamen Kunden. Mit der Partnerschaft erhöhen wir unsere Schlagkraft, die eigene Private-Cloud-Lösung schneller in den Markt zu tragen. financial.de: Inwiefern unterstützt die globale Präsenz von HP ihre internationale Expansion? Klaus Weinmann: Die Partnerschaft mit HP Enterprise Services gilt im Moment für Deutschland, ist aber skalierbar vor allem für Kunden, die mit ihren Unternehmungen weltweit tätig sind. Aber auch skalierbar für CANCOM, weil wir damit additiven Umsatz generieren und die Kosten nicht im selben Maße steigen. financial.de: Planen Sie weitere Kooperationen im Cloud-Segment? Klaus Weinmann: Um noch schneller im Cloud-Umfeld wachsen zu können, sind weitere sogenannte OEM-Partnerschaften, auch international, in Zukunft durchaus denkbar. financial.de: Mit der Pironet-Akquisition haben Sie Ihre Marktposition im Cloud- Umfeld signifikant gestärkt. Haben sich Ihre Erwartungen an die Zusammenarbeit bisher erfüllt? Welche Synergien konnten Sie bereits nutzen? Klaus Weinmann: Wir kommen gut voran, was die Integration angeht. Mit der völligen Wahlfreiheit, die wir unseren Kunden im Bereich Cloud Computing über unser ganzheitliches Portfolio anbieten, können wir in Projektausschreibungen gut punkten. financial.de: Kommen wir auf das laufende Geschäftsjahr zu sprechen: Ohne bereits konkrete Zahlen zu nennen, wie fällt Ihr erstes Fazit zum ersten Halbjahr aus? 4

5 Durch die Pironet-Akquisition hat CANCOM seine Marktposition im Cloud-Umfeld signifikant gestärkt. Wir kommen gut voran, was die Integration angeht. Mit der völligen Wahlfreiheit, die wir unseren Kunden im Bereich Cloud Computing über unser ganzheitliches Portfolio anbieten, können wir in Projektausschreibungen gut punkten. Klaus Weinmann: Bis mir nähere Informationen vorliegen dauert es noch ein paar Tage, wir gehen aber davon aus, dass wir auch im zweiten Quartal und in Summe damit im ersten Halbjahr weiter wachsen konnten. Die Geschäfte laufen insgesamt gut, sowohl im Cloud-Umfeld als auch im traditionellen Systemhausund Lösungsgeschäft. financial.de: Welchen Newsflow dürfen Ihre Aktionäre im zweiten Halbjahr erwarten? Klaus Weinmann: Neben den Halbjahreszahlen im August gehen wir auch für den restlichen Jahresverlauf von weiteren positiven Entwicklungen rund um CANCOM aus. financial.de: Für das Gesamtjahr gehen Sie von einer deutlichen Steigerung bei Umsatz, Rohertrag und EBITDA aus. Können Sie hier schon etwas konkreter werden? Würden Sie die Analystenschätzungen von Hauck & Aufhäuser Research, die einen Umsatzanstieg auf circa 735 Mio. Euro und ein EBITDA von 52,9 Mio. Euro erwarten lassen, als realistisch oder doch eher als ambitioniert bezeichnen? 5

6 Klaus Weinmann: Wir fühlen uns mit der Analystenschätzung an sich ganz wohl. Im Konzern wachsen wir aktuell organisch im zweistelligen Prozentbereich, on top kommt das Wachstum aus den getätigten Akquisitionen. Entsprechend sollten wir dieses Jahr das am schnellsten wachsende IT-Systemhaus in Deutschland sein. financial.de: 2013 lag die EBITDA-Marge auf Konzernbasis bei 5,4 Prozent. Analysten trauen Ihnen bis 2016 eine deutliche Steigerung auf 7,9 Prozent zu. Befürchten Sie nicht, dass hier die Messlatte zu hoch hängt? Klaus Weinmann: Dass wir unsere Konzern-Profitabilität weiter steigern können, sehe ich ebenfalls als realistisch. Ich lasse mich da nur ungern auf irgendwelche fixen Zeiträume festlegen. Wir wollen im Konzern weiter wachsen und uns für die Zukunft bestmöglich aufstellen, das bedeutet, dass wir dazu auch investieren müssen und die ein oder andere passende Akquisitionen nicht ausschließen möchten. Das könnte kurzfristig die EBITDA-Marge verwässern, führt aber langfristig zu weiter verbesserten Ergebniskennzahlen. Herr Weinmann, vielen Dank für das Interview. Haftungsausschluss/Disclaimer: Das Interview wurde von financial.de im Auftrag und auf Veran-lassung des Kunden geführt. Es dient ausschließlich zu Informationszwecken und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die darin getroffenen Aussagen spiegeln die Meinung des Interviewten wider, die nicht notwendigerweise der Meinung der Redaktion entspricht. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen sowie für Vermögensschäden wird daher keinerlei Haftung übernommen. 6

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