Infrastruktur: Erst Ausbau, dann Rückbau?

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1 Titel Projektgruppe Mobilität Infrastruktur: Erst Ausbau, dann Rückbau? Dr. Weert Canzler WZB, Projektgruppe Mobilität 3. Mobilitätsdiskurs Mobilität neu denken

2 Gliederung Gliederung: 1. Die Ambivalenz des Ausbaus von Verkehrsinfrastruktur: Nicht intendierte Effekte guter Erreichbarkeit 2. Das Bundesland Brandenburg: Vorreiter der Schrumpfung 3. Innovative Verkehrsangebote: Einige Ideen

3 Nicht intendierte Effekte guter Erreichbarkeit Infrastrukturausbau ist Teil einer staatlichen Angebotsstrategie mit dem Ziel der Angleichung der Lebensverhältnisse. Intendiert wird: 1. Eine schnelle Erreichbarkeit auch entlegener Orte und Regionen 2. Eine Stärkung endogener ökonomischer Potenziale 3. Eine verstärkte Ansiedlung von Gewerbe und Privathaushalten

4 Nicht intendierte Effekte guter Erreichbarkeit Moderne Verkehrswege für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort Die Verkehrspolitik für Ostdeutschland hat vor allem zum Ziel, ein integriertes, leistungsfähiges und umweltverträgliches Verkehrssystem zu schaffen und auszubauen. Gleichzeitig ist Verkehrspolitik auch Standortpolitik, denn eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der ostdeutschen Wirtschaft. Neben der Stärkung des Wirtschaftsstandortes Ostdeutschland spielt dabei auch die Sicherstellung der Mobilität und die Förderung nachhaltiger Raum- und Siedlungsstrukturen eine wichtige Rolle.

5 Nicht intendierte Effekte guter Erreichbarkeit Bilanz nach 15 Jahren Verkehrsinfrastrukturausbau in den neuen Bundesländern: Außer wenigen Wachstumsinseln großflächige Entleerung mit selektiver Abwanderung und rapider Alterung Mobilitätsquoten und Fernpendeln haben besonders in den Entleerungsregionen zugenommen nicht zuletzt dank einer guten Verkehrsinfrastruktur

6 Nicht intendierte Effekte guter Erreichbarkeit Dohnany-Kommission zu 15 Jahre Aufbau-Ost (2004): Die Arbeitslosigkeit in den Neuen Ländern von durchschnittlich über 18 % erreicht in einigen Regionen katastrophale %; rund tägliche Pendler nach Westen verschönern noch diese Zahlen; fortdauernde Abwanderung, insbesondere junger Menschen, erfolgt aus allen Neuen Ländern; es droht eine noch dramatischere Überalterung der Gesellschaft als im Westen und einegefährlicher Verlust besonders gut ausgebildeter Menschen und kreativer Köpfe; diese räumliche Entleerung löst in der Erhaltung insbesondere der städtischen Infrastrukturen wachsende Pro-Kopf-Kosten aus.

7 Nicht intendierte Effekte guter Erreichbarkeit Bilanz des Infrastrukturausbaus in Ostdeutschland: Zwar bessere Erreichbarkeit, jedoch keine Wachstumsimpulse. Mögliche Gründe: Hohes allgemeines Erreichbarkeitsniveau verhindert spezifische komparative Vorteile. Es fehlen weitere Voraussetzungen für ökonomische Clusterbildung. Weiche Faktoren wie unattraktive Landschaft, Fremdenfeindlichkeit oder militärische/industrielle Altlasten sind ungünstig.

8 Nicht intendierte Effekte guter Erreichbarkeit Quelle:Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung BBR, Bonn 2004

9 Vorreiter der Schrumpfung Demografischer Wandel konkret: Das Bundesland Brandenburg Capital: Potsdam Area: ,16 km 2 Population: Special feature: Brandenburg surrounds the independent Bundesland Berlin

10 Vorreiter der Schrumpfung Dimensionen der demografischen Entwicklung: Schrumpfung Alterung Binnenwanderung

11 Vorreiter der Schrumpfung Quelle: Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg

12 Vorreiter der Schrumpfung Projektgruppe Mobilität

13 Vorreiter der Schrumpfung Projektgruppe Mobilität

14 Vorreiter der Schrumpfung Quelle: Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg

15 Vorreiter der Schrumpfung Projektgruppe Mobilität

16 Vorreiter der Schrumpfung Projektgruppe Mobilität

17 Innovative Verkehrsangebote Verkehrskonzepte für schrumpfende ländliche Regionen Antworten auf die Krise des public transport: Nach dem klassischen öffentlichen Verkehr: flexible Bedienformen: Anruftaxen, Rufbusse etc. Auf Basis von zivilgesellschaftlichem Engagement: Bürgerbus Öffentliche und private Fahrzeug-Pools

18 Innovative Verkehrsangebote Rahmenbedingungen für innovative Verkehrsangebote in Entleerungsräumen: Bessere Ausnutzung vorhandener Infrastrukturen, kaum Neuinvestitionen Sinkende, bestenfalls stagnierende öffentliche Beihilfen Hohe Pkw-Ausstattung, sinkender Anteil von captives

19 Innovative Verkehrsangebote Politische und rechtliche Konsequenzen: Deregulierung Kompetenzverlagerung auf die Kommunen Akzeptieren ungleicher Lebensbedingungen

20 Resümee und Ausblick Zwischenbilanz: Konventioneller Öffentlicher Verkehr in den Entleerungsregionen künftig nicht mehr aufrecht zu erhalten, weil der Schülerverkehr wegbricht Vorhandene Infrastruktur muss besser genutzt werden Neuinvestitionen sind nicht zu erwarten Innovative Verkehrsangebote brauchen Deregulation und dezentralisierte Kompetenzen Kommunale und private Fahrzeug-Pools und Bürgerbusse erfordern public-private-partnerships Voraussetzung sind angepasste politischrechtliche Rahmenbedingungen

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