ZEITSCHRIFT FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE. dasein 4/ JAHRGANG PFLEGEGELD HARNWEGS- INFEKTE PATIENTEN- ANWALT

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1 ZEITSCHRIFT FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE 4/ JAHRGANG dasein PFLEGEGELD HARNWEGS- INFEKTE PATIENTEN- ANWALT

2 EDITORIAL 3 PFLEGE IM GESPRÄCH Viel Gottvertrauen, wenig Pflegegeld 4 INFORMATION Wundliegen - aus medizinischer Sicht 5 - aus pflegerischer Sicht 7 Pflegegeld 8 IfS Beratungsstelle - Menschengerechtes Bauen 10 Was tun bei Appetitlosigkeit im Alter? 11 Veranstaltungen 12 RUND UM DIE PFLEGE DAHEIM Vorstellung Patientenanwalt 14 FÜR SIE GEHÖRT Ängste und Depressionen im Alter 16 FORUM Tipps 19 Die Blätter fallen, fallen wie von weit 20 aks- (In)Kontinenzberatungsstelle 21 IMPRESSUM / VORSCHAU 23 Inhaltsverzeichnis 2

3 Liebe Leserin, lieber Leser! 3 Es freut uns, dass wir die 4. und für heuer letzte Ausgabe fertig gestellt haben. Dies nehmen wir zum Anlass, unsere Arbeit zu überdenken und zu fragen, ob wir unser Ziel, Sie als Pflegende Angehörige mit dasein zu unterstützen, erreicht haben. Aus diesem Grund bitten wir Sie, sich etwas Zeit zu nehmen und die Fragen auf der beigelegten Karte auszufüllen und an uns zurückzuschicken. Sie geben uns dadurch eine wertvolle Rückmeldung! Haben Sie auch schon das unangenehme Gefühl erlebt, andauernd Harndrang zu verspüren um dann unter brennenden Schmerzen nur ein paar Tropfen Urin loszuwerden? In unserem medizinischen Beitrag erfahren Sie diesmal aus ärztlicher und pflegerischer Sicht einiges zum Thema Harnwegsinfekte. Auch Vorarlberg hat jetzt einen Patientenanwalt. In unserer Rubrik Rund um die Pflege daheim stellt Ihnen Herr Mag. Alexander Wolf sein Aufgabengebiet vor. Pflege braucht nicht nur Zeit, Energien und Ausdauer, auch finanzielle Mittel werden benötigt. Herr Peter Hämmerle vom Amt der Vorarlberger Landesregierung hat für Sie Wissenswertes zum Thema Pflegegeld zusammengestellt. Einen schönen, bunten Herbst und beglückende, besinnliche Stunden in der Advents- und Weihnachtszeit wünschen Ihnen Advent Zit ho zum Losa, Höra, Mitfühla Geduld ho - zum Zit ho Zit ho - für Geduld Drwiil neh für gnua Zit und gnua Geduld. Denn hot ma Zit zum Losa, Höra und Mitfühla! Anneliese Zerlauth aus dura nebl gluagat Editorial

4 Viel Gottvertrauen und wenig Pflegegeld Pflege im Gespräch Meine Tante wohnt im Nebenhaus, sie leidet unter Demenz. Ich betreue sie seit zwei Jahren. Manchmal denke ich, hätte ich nicht ein so großes Gottvertrauen, dürfte ich sie keine Minute aus den Augen lassen. Aber Gottvertrauen allein genügt nicht. Es braucht auch gesunden Menschenverstand. Als sich der Zustand meiner Tante im Frühjahr verschlechtert hat, ist mein eigener Urlaub zum Fragezeichen geworden. Aus früheren Erfahrungen (während drei Jahren pflegte ich meine bettlägerige Schwiegermutter) war mir klar: Jetzt brauche ich Unterstützung. Aber wie sollte ich das bezahlen? Die Schwiegermutter bekam Pflegegeld. Bei ihrer Krankheit Multiple Sklerose wurde ihr von Anfang an Pflegegeld in Stufe zwei, später in Stufe drei zuerkannt. Das Geld verwendeten wir ausschließlich als Ausgleich für Hilfe in der Pflege, sei es für Angehörige oder für Hilfe von außen. Bei Demenz ist die Pflegebedürftigkeit nicht so offensichtlich. Die Belastungen sind vielfältig, jedes Ereignis für sich klingt erträglich oder lässt sich korrigieren. So musste ich öfters die Scheibe einschlagen, die Tante hatte den Schlüssel irgendwo vergraben. Also organisierte ich mehrere Ersatzschlüssel. Medikamente verschwanden ebenso - ich verwalte sie jetzt bei mir zu Hause. Dass die Tante verschiedenfarbige Schuhe trägt, das geht ja noch. Kritisch wird es, wenn sie um 6 Uhr in der Früh ziellos im Dorf umherwandert oder die Tasche für die große Reise packt und irgendwo an der Straße darauf wartet, abgeholt zu werden. Das Feuer im Herd, die Kerzen oder die eingeschaltete Kochplatte, die sie vergisst - all das macht mich ziemlich nervös. Ähnlich wie in der Kinderbetreuung lässt es sich schwer zeigen, worin die Belastung besteht. Ich fühle mich durch die Betreuung sehr angestrengt. Gleichzeitig kann ich nur schwer erklären, weshalb. Sicher ist: Ich brauche regelmäßig Pausen. Als der Urlaub mit meiner Familie fragwürdig wurde, kümmerte ich mich deshalb um das Pflegegeld. Ich musste bei der Gewerblichen Versicherung in Feldkirch ansuchen. Es verging geraume Zeit, bis der Amtsarzt Zeit fand, vorbeizukommen. Als er meine Tante aufsuchte, erklärte sie selbstbewusst: Ich kann noch alles alleine machen. Sie vergaß - wie sie eben alles vergisst -, dass ich täglich viele kleine Wirrnisse ausbügeln muss, an denen sie sonst Schaden nehmen würde. Während das Antragsformular also nach Wien reiste, blieb ich vorerst zu Hause. Die Nachbarschaftshilfe bot ihre Hilfe an, aber das wäre unverschämt, ehrenamtlich tätige Frauen während zwei Wochen für meine Tante einzuspannen und selbst nichts zu tun. Zwei bis drei Monate wartete ich auf Antwort. Und war überrascht: Pflegegeld in der Stufe eins, heißt es im Bescheid. Das sind rund ATS 2.000,- pro Monat.Wieviel Unterstützung kann ich mir damit holen? Wenn die Tante ständig versorgt werden soll, sind das vielleicht zwei Tage. Urlaub gibt es da keinen. Na ja, als die Antwort zum Pflegegeld eingetroffen war, gab es ohnehin im ganzen Bregenzerwald kein freies Urlaubsbett mehr. Ob ich wohl im nächsten Jahr mit meiner Familie Pause machen kann? Margot, 47 Jahre 4

5 5 Harnwegsinfekte - aus medizinischer Sicht Infektionen der ableitenden Harnwege - besonders die Blasenentzündung, gehören - neben denen der Atemorgane - zu den häufigsten Infektionen überhaupt. Bis zu 3 % der Patienten in der Arztpraxis sind davon betroffen. Sie machen auch bis zu 40 % der im Krankenhaus erworbenen Infektionen aus. In jüngeren Jahren sind überwiegend Frauen betroffen, mit zunehmendem Alter jedoch auch Männer. URSACHEN Eine Blasenentzündung (Zystitis) entsteht zumeist durch ein Aufsteigen von Bakterien durch die Harnröhre. Begünstigt wird dies durch einen Blasenkatheter, eine falsche bzw. mangelhafte Intimhygiene, die kurze Harnröhre bei der Frau (die Bakterien sind schnell in der Blase). Wird die Blase nicht vollständig entleert (Restharnbildung z.b. bei Prostatavergrößerung oder Gebärmuttervorfall), bildet der verbliebene Harn ein ideales Milieu zur Keimvermehrung. Eine Infektion kann aber auch durch Harnabflusshindernisse wie Blasen- und Nierensteine oder gestörte Blasenentleerung bei Lähmungen entstehen. Eine gefürchtete Komplikation ist das Aufsteigen der Entzündung bis in die Niere. Ältere Menschen sind besonders anfällig. Meist verlaufen die Infektionen schwerer, weil: das Immunsystem seine Funktion nicht mehr so gut erfüllt; zudem vielfach chronische Grunderkrankungen vorliegen; auf Grund eines atypischen Verlaufes die Diagnose erst später gestellt wird; die Patienten öfter und länger hospitalisiert und dabei einer Vielzahl von Keimen ausgesetzt sind; Faktoren wie z.b. der Östrogenmangel bei Frauen oder die Prostatavergrößerung bei Männern dazu kommen. Ungefähr 25 % der Frauen und 10 % der Männer über 65 Jahre erleiden mindestens einmal eine Infektion des Harntraktes mit Ausschwemmung der Bakterien ins Blut (eine sogenannte Sepsis). WICHTIGE GESICHTSPUNKTE ZUR BEURTEILUNG 1) Wie geht es dem Patienten? Hat er Beschwerden (z.b. beim Harnlösen, Schmerzen, Fieber, ist er verwirrt?) oder spürt er nichts? Eine asymptomatische Infektion, d.h., eine Infektion ohne Beschwerden muss nicht immer behandelt werden. Ein Bakterienbefall des Urins mit Beschwerden erfordert jedoch therapeutische Maßnahmen. 2) Welches Ausmaß der Harnwegsinfektion liegt vor? Ist der Infekt unkompliziert oder kompliziert (z.b. zusätzliche Störungen, wie Steine, oder atypische Krankheitserreger)? Prinzipiell werden die gleichen Medikamente (in erster Linie Antibiotika) verwendet. Allerdings werden diese beim komplizierten Infekt länger gegeben. Zudem müssen vorhandene Störungen im Bereich der ableitenden Harnwege behoben werden, damit der Urinabfluss gewährleistet ist. 3) Wie häufig sind die Infektionen? Handelt es sich um ein einmaliges Ereignis, kommt die Infektion immer wieder, oder geht sie gar nicht mehr weg? Immer wiederkehrende, also chronische Infektionen benötigen in erster Linie eine genaue Abklärung. Diese muss sowohl anatomische Ursachen (z.b. Nierensteine oder Prostatavergrößerung), wie auch funktionelle Störungen (z.b. Störung der Blasenentleerung bei Lähmungen) berücksichtigen. Weiters muss in diesem Zusammenhang immer auch an resistente Bakterien - d.h., dass das Antibiotikum die Keime nicht mehr abtöten kann - oder an atypische Keime gedacht werden. 4) Wo ist die Infektion? Liegt sie im Bereich des unteren Harntraktes (Blase, Harnröhre) oder im Nierenbecken (oberer Harntrakt)? Beim Mann können auch die ableitenden Samenwege (Prostata und Nebenhoden) betroffen sein. Prinzipiell wirkt sich die Mitbeteiligung des Information

6 Information oberen Harntraktes (und damit der Niere) und der ableitenden Samenwege erschwerend auf den Harnwegsinfekt aus. ZEICHEN EINER INFEKTION Typische Beschwerden sind: häufiger Harndrang, erschwertes Harnlassen, d.h. der Harn kann nur tropfenweise und unter brennenden Schmerzen abgelassen werden, und ein trüber oder rötlich verfärbter Urin. Bei einer Mitbeteiligung der Nieren kommt es zudem zu typischen Fieberzacken bis 40 C, Schmerzen in der Nierengegend, Schüttelfrost und Brechreiz. Bei den ableitenden Samenwegen stehen die lokalen Schmerzen und das Fieber im Vordergrund (beim Nebenhoden auch die Rötung und Schwellung des Hodensackes). Besonders zu beachten ist, dass betagte Menschen die Symptome oft weniger intensiv wahrnehmen und so eine Infektion leicht übersehen werden kann. Kann ein betagter Mensch plötzlich den Harn nicht mehr halten (Inkontinenz), so kann die Ursache auch eine Blasenentzündung sein. Bei diffusen Allgemeinsymptomen wie Verwirrtheit, Schläfrigkeit, Erbrechen und Teilnahmslosigkeit sollte auch an die Möglichkeit einer beginnenden Blutvergiftung durch eine schwere Harnwegsinfektion gedacht werden. BEHANDLUNG, SOWIE UNTER- STÜTZENDE BZW. VOR- BEUGENDE MASSNAHMEN Der Arzt wird sich nach dem Schweregrad der Infektion, dem Allgemeinzustand des Patienten und den wahrscheinlichen Erregern richten. Spezielle Antibiotika müssen zeitlich richtig und kontrolliert eingesetzt werden. Unterstützend sollte der Patient mindestens 2 bis 3 Liter Flüssigkeit in 24 Stunden trinken. Neben Nieren- und Blasentees sind auch Johannisbeer- oder Preiselbeersaft geeignet, weil sie den Urin sauer machen (in saurem Urin fühlen sich die Bakterien nicht wohl). Wichtig ist auch, dass man den Urin nicht lange zurückhält und regelmäßig zur Toilette geht. Die Intimhygiene sollte gründlich mit klarem Wasser oder eventuell mit einer milden Seife durchgeführt werden.verwenden Sie keine Schaumbäder, Intimsprays oder scharfe Seifen. Warme Unterwäsche und warme Sitzbäder verkürzen den Krankheitsverlauf. DIE URINDAUERABLEITUNG Meistens erfolgt eine Harnableitung mittels Katheter durch die Harnröhre. Sie kann aber auch direkt durch die Bauchwand erfolgen. Prinzipiell ist der Katheter durch die Bauchwand (suprapubischer Katheter) vorzuziehen, weil er hygienisch einfacher zu handhaben ist und begleitende Infektionen der Harnröhre und Samenwege seltener auftreten. Die Katheter müssen regelmäßig durch geschultes Personal gewechselt werden. Eine sorgfältige Pflege ist zur Vermeidung von Harnwegsinfekten wichtig, Katheterspülungen werden heute nicht mehr als notwendig erachtet. Bei Patienten mit einer Urindauerableitung hat die Bakterienbesiedelung des Urins allein keine Relevanz und muss nicht behandelt werden. Sollte anlässlich einer Urinuntersuchung ein Pilzbefall als Ursache eines Harnwegsinfektes festgestellt werden (meist im Zusammenhang mit einem Blasenkatheter), sind Antibiotika abzusetzen; ein bestehender Diabetes sollte optimal eingestellt sein, der Katheter gewechselt und eine Anti-Pilz-Diät begonnen werden: radikale Einschränkung von Zucker und reichlich Zufuhr von Pflanzenfasern (diese räumen die Zwischenräume der Darmzotten mechanisch aus und machen die Pilze für entsprechende Medikamente erreichbar). Der Harnwegsinfekt ist besonders bei Pflegebedürftigen eine sehr häufige Erkrankung, die an die betreuenden Personen in Beobachtung und Pflege entsprechende Anforderungen stellt. Prim. Univ.-Doz. Dr. Johannes Eberle 6

7 7 Harnwegsinfekte - aus pflegerischer Sicht Welche weiteren Maßnahmen lindern Schmerzen und unterstützen den Heilungsverlauf? Wärme hat eine entkrampfende und dadurch schmerzlindernde Wirkung. Deshalb bewähren sich immer noch Wärmeflasche und warme Sitzbäder. Vor allem bei einer beginnenden Blasenentzündung zeigt die Eukalyptusölkompresse eine gute Wirkung. Träufeln Sie 5 %iges Eukalyptusöl auf ein Leinentüchlein oder Stofftaschentuch und legen es zwischen ein Woll- oder Flanelltuch.Wieviel Öl Sie verwenden, hängt von der persönlichen Verträglichkeit ab. Grundsätzlich gilt: Weniger ist Mehr.Wenn es im ganzen Zimmer stark nach Eukalyptus riecht, oder der Kranke Übelkeit oder Kopfweh verspürt, wurde die Kompresse zu viel getränkt. In diesem Fall entfernen Sie sie sofort und lüften kräftig. Die Kompresse wird auf die Blasengegend (Unterbauch) gelegt - die Unterhose verhindert ein Verrutschen. Zusätzlich kann eine Wärmeflasche aufgelegt werden. Dauer der Anwendung: Max. 1 Woche lang, 1-2 mal täglich für ca. 1/2 Stunde (bei Bedarf wird neuerlich Öl aufgeträufelt). Das Eukalyptusöl und die Wärme fördern die Durchblutung - die Haut darf also gerötet sein. Diese Rötung klingt normalerweise rasch ab. Eine falsch angewendete Kompresse kann aber Hautschäden verursachen (zu starke Konzentration des Öls, zu heiße Wärmeflasche).Verwenden Sie nie reines ätherisches Öl direkt auf der Haut - dies ist zu stark! Halten Sie sich an die Verordnungen des Arztes - nur weil keine Beschwerden mehr vorhanden sind, muss die Blasenentzündung noch nicht vollständig ausgeheilt sein! VORBEUGENDE MASSNAHMEN Ausreichende Flüssigkeitszufuhr - außer es besteht eine ärztlich verordnete Einschränkung. Eine Unterkühlung des Unterleibs durch Tragen von warmer Unterwäsche und Vermeiden von Zugluft verhindern. Halten Sie Ihre Füße warm. Wechseln Sie feuchte Inkontinenzeinlagen sofort. Richtige Intimtoilette: Beim Waschen und nach dem WC-Gang sollte die Wischrichtung immer von vorne nach hinten sein, damit die Keime des Darms nicht zur Harnröhre gelangen (die Colibakterien des Darms sind in den meisten Fällen die Ursache von Blasenentzündungen bei Frauen). Generell sollten zur Intimtoilette keine scharfen Seifen und Sprays verwendet werden, um den natürlichen Hautschutzmantel nicht zu zerstören. Bei Inkontinenz (dem unwillkürlichen Abgang von Harn oder Stuhl) ist auf eine sorgfältige - aber sanfte - Reinigung zu achten. Hierzu reicht meistens lauwarmes, klares Wasser. Ansonsten empfiehlt es sich, eine milde, ph-neutrale Seife oder Waschlotion zu verwenden. Besteht ein Blasendauerkatheter, sollte der Intimbereich 2x täglich gewaschen und äußere Verkrustungen am Katheter stets entfernt werden. Achten Sie auf einen regelmäßigen Katheterwechsel durch Arzt oder professionelle Pflegekräfte. Bei der suprapubischen Harnableitung (über die Bauchdecke, direkt aus der Harnblase) ist vor allem auf eine sorgfältige Pflege der Einstichstelle zu achten. FÜR BEIDE ABLEITUNGEN GILT: möglichst wenig Manipulation (Zerren am Katheter, An- und Abstöpseln); regelmäßiger Wechsel von Urinsammelbeutel und Katheter; Rückfluss von Harn aus dem Urinsammelbeutel in die Blase verhindern. Maria Lackner Information

8 Das Pflegegeld Als im Jahr 1990 der Pflegezuschuss des Landes und der Gemeinden Vorarlbergs eingeführt wurde, waren die beispielgebenden Folgen für das österreichische Sozialsystem nicht absehbar. Am 1. Juli 1993 wurde, dem Vorarlberger Beispiel folgend, die bundesweite Pflegesicherung eingeführt, ein Meilenstein in der finanziellen Unterstützung von pflegebedürftigen Menschen und ihrer Angehörigen. Mit dem Pflegegeld sollen sich pflegebedürftige Menschen die notwendige Betreuung und Hilfe wenigstens teilweise finanzieren können. Pflegegeld gebührt dem pflegebedürftigen Menschen, aber es ist kein Pensionszuschlag, sondern eine zweckgewidmete Leistung. Bei der Pflege daheim soll das Pflegegeld auch zur Entschädigung und Bezahlung der Hauptbetreuungsperson verwendet werden. Bundes- und Landespflegegeld sind in Höhe und Anspruchsvoraussetzungen gleich. Bezieher- Innen einer Pension oder Rente erhalten das Pflegegeld von ihrer Pensionsversicherungsanstalt. Pflegegeld muss beantragt werden, ebenso eine Änderung der Einstufung. Beim Erfüllen der Voraussetzungen besteht ein Rechtsanspruch. Einspruchsmöglichkeiten, z.b. gegen die Einstufung, sind beim Arbeits- und Sozialgericht möglich. WEITERENTWICKLUNG Seit der Einführung des Pflegegeldes erfolgten immer wieder inhaltliche Verbesserungen, z.b. ist unter bestimmten Voraussetzungen eine pensionsrechtliche Absicherung der Hauptbetreuungsperson möglich; wurden die Pflegestufen angepasst; ist bei der ärztlichen Begutachtung die Anwesenheit einer Vertrauensperson möglich; sind die Pflegedokumentationen bei der ärztlichen Begutachtung zu berücksichtigen. Information Pflegegeld wird gewährt, wenn Pflegebedürftigkeit vorliegt und der ständige Pflege- und Betreuungsaufwand voraussichtlich sechs Monate andauern wird oder würde. Es wird ohne Berücksichtigung des Einkommes in sieben Stufen (je nach Pflegeaufwand) bewilligt und gebührt 12-mal jährlich. Die Einstufung erfolgt nach einer ärztlichen Begutachtung. Für bestimmte Behinderungen (z.b. Blinde, Rollstuhlfahrer) sind Mindesteinstufungen festgelegt. 8

9 9 Jede neue öffentliche Leistung muss sich auf Grund der Erfahrungen in der Praxis laufend weiterentwickeln. Aus der Sicht der Pflegenden Angehörigen sollten bei der ärztlichen Begutachtung der Hausarzt und die Hauskrankenpflege stärker eingebunden werden, weil sie den pflegebe- dürftigen Menschen und den Pflegeaufwand gut kennen. Verbesserungswürdig ist auch die Bewertung des Betreuungsaufwandes bei psychisch kranken Menschen (z.b. bei Demenz) und die Dauer der Verfahren. INFORMATION UND BERATUNG Diese Kurzinformation kann eine umfassende Beratung nicht ersetzen. Wenden Sie sich bitte an den Pensionsversicherungsträger des/der PatientIn oder an die Bezirkshauptmannschaft bzw. an das Gemeindeamt. Peter Hämmerle, Seniorenreferat beim Amt der Vbg. Landesregierung DURCHSCHNITTL. MONATL. PFLEGE- STUFE HÖHE IN ATS BEDARF MEHR ALS: ZUSÄTZLICHE VORAUSSETZUNGEN Information ,-- bzw ,-- 50 Stunden bei Zuerkennungen vor dem ,-- 75 Stunden , Stunden , Stunden , Stunden ein außergewöhnlicher Pflegebedarf ist erforderlich , Stunden wenn zeitlich unkoordinierbare Betreuungsleistungen erforderlich sind, regelmäßig während des Tages und der Nacht oder die dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson während des Tages und der Nacht erforderlich ist, weil die Wahrscheinlichkeit einer Eigenoder Fremdgefährdung gegeben ist , Stunden wenn keine zielgerichteten Bewegungen der vier Extremitäten mit funktioneller Umsetzung möglich sind oder ein gleich zu achtender Zustand vorliegt

10 IfS Beratungsstelle - Menschengerechtes Bauen Nicht der körperliche Zustand, sondern die gebaute und gestaltete Umwelt stellt in vielen Fällen die eigentliche Behinderung und Ausgrenzung vom gesellschaftlichen Leben dar. Landeskrankenhauses Feldkirch betrachtet: 75 % aller Unfälle in der Altersgruppe der über 65- jährigen passieren in der Wohnung oder Wohnungsumgebung. PROJEKT MitarbeiterInnen der Hauskrankenpflege und Mobilen Hilfsdienste unter dem Motto Wohnen daheim im Alter - Unfälle vermeiden, Konflikte bewältigen, Hilfsmittel nützen durchgeführt. Information Bauliche Barrieren sind nicht nur das Problem von Rollstuhlfahrern. Sie bereiten auch älteren Menschen, Kindern, Personen mit Kinderwagen, Schwangeren und Menschen mit zeitweiliger Behinderung große Schwierigkeiten.Vielfach könnten durch frühzeitige Information und Beratung Barrieren von vornherein verhindert werden. Die Beratungsstelle widmet sich dem Themenkreis Bauberatung und Bauplanung, Finanzierung, Bauleitung und Abrechnung gegenüber den Kostenträgern sowie Gutachten. Dieses Hilfsangebot richtet sich an Menschen, die aus persönlichen Gründen wie Alter, Krankheit, Behinderung oder Unfall gezwungen sind, ihr Haus oder ihre Wohnung ihren veränderten Bedürfnissen anzupassen sowie an alle Bauherren, um schon bei der Planung Fehler zu vermeiden. Die Notwendigkeit von Wohnberatungen wird deutlich, wenn man z.b. die Unfallstatistik des WOHNEN DAHEIM IM ALTER Aufgrund dieser Tatsache wurde das Projekt Wohnen daheim im Alter - Region Walgau Ende 1999 mit Unterstützung des Sozialfonds des Landes, der 14 Gemeinden der Region Walgau und der Stiftung PROPTER HOMINES,Vaduz, gestartet. Ziel der Initiative ist es, älteren Menschen das Wohnen in den eigenen vier Wänden so lange es geht zu ermöglichen. Dabei setzen die Projektpartner vorrangig auf Eigeninitiative. Pflegebedürftige und künftig Betroffene sowie Planer, Baubehörden, Ärzte, Pflegepersonal und Pflegende Angehörige sollen dazu animiert werden, auf eine altersgerechte Anpassung von Wohnraum zu achten. Neben verschiedensten Projektaktivitäten wurden auch bedarfsgerechte Informationsveranstaltungen und Seminare für Pflegende Angehörige und IM NOVEMBER FINDET DAS LETZTE SEMINAR DIESER REIHE STATT. Die Teilnahme ist kostenlos. THEMA: Oft sind es nur Kleinigkeiten. Hilfsmittel, die das Wohnen daheim erleichtern. Termin: 8. November 2000, bis Uhr Referent: Bruno Weratschnig, technischer Leiter der Hilfsmittel-Beratungsstelle Juvat Veranstaltungsort: Schulheim Mäder, Neue Landstraße 4, 6842 Mäder Anmeldung und Auskünfte: IfS - Beratungsstelle Menschengerechtes Bauen Vorarlberger Wirtschaftspark, 6840 Götzis, Tel: 05523/ Fax: 05523/ Baumeister Ing. Hermann Mayer 10

11 11 Was tun bei Appetitlosigkeit im Alter Essen ohne Appetit ist schwierig. Es lohnt sich, nachzuforschen, was der Appetitlosigkeit zu Grunde liegen könnte. Ist es vielleicht eine schlecht sitzende Zahnprothese, die beim Kauen Schmerzen bereitet? Macht es überhaupt Mühe zu kauen oder Speisen zu sich zu nehmen? Im Alter kommt es oft zur Veränderung der Geschmackswahrnehmung. Die Speisen können fade oder viel zu süß/salzig schmecken. Auch manche Medikamente können diese Veränderung hervorrufen. Bestehen Schluckschwierigkeiten oder Mundtrockenheit? Fehlt die anregende Atmosphäre - die Gemeinschaft? Fehlt die körperliche Bewegung, die Appetit und Verdauung anregt? dadurch vermehrt Kalorien zugeführt werden. Z.B. in Cremesuppen Sahne und Eidotter einrühren; echte Fleischsuppe mit feinen Nudeln und feingeschnittenem Rindfleisch, mit Grieß und Ei legieren; Pudding mit Traubenzucker und Sahne anreichern. Die Speisen sollen gut verträglich sein und vor allem dem individuellen Geschmack des alten Menschen entsprechen. Durch die geringe Beweglichkeit und den verlangsamten Stoffwechsel sinkt im Alter zwar der Kalorienbedarf ( Kalorien pro Tag), andererseits wird der Bedarf an Vitaminen, Mineralstoffen und Flüssigkeit eher höher. Verschiedene Firmen bieten Zusatzdrinks oder komplette Trinknahrung an. SONDENNAHRUNG: Manchmal ist es sinnvoll, Zusatznahrung durch eine Magensonde zu verabreichen, um dem alten Menschen das mühevolle Essen zu erleichtern. Diese Entscheidung trifft der Arzt in enger Absprache mit dem alten Menschen selbst und mit der Pflegeperson. Entsprechende Präparate werden von der Industrie angeboten. ALLGEMEINE TIPPS, UM DEN APPETIT ANZUREGEN: Der Gedanke, dass man sich nach dem Essen besser - gestärkt fühlt, wirkt oft motivierend. Information Können keine behebbaren Gründe für die Appetitlosigkeit gefunden werden, so ist darauf zu achten, dass Speisen und Getränke mit hoher Nährstoffdichte angeboten werden. In kleiner Nahrungsmenge sollen viele Nährstoffe (Eiweiß, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe, Vitamine) enthalten sein. So können die Speisen mit Eidotter, Fruchtsäften,Traubenzucker, Magermilchpulver, Sahne, Butter angereichert und ZUSATZNAHRUNG: Wenn es trotz aller Bemühungen nicht gelingt, einen Gewichtsverlust auszugleichen oder das Körpergewicht zu halten, dann muss eine Zusatzernährung erwogen werden. Das Hauptaugenmerk richtet sich dabei auf die Zufuhr von Kalorien und Eiweiß. Die Wünsche des alten Menschen möglichst berücksichtigen; 4 bis 5-mal am Tag eine kleine Mahlzeit; appetitliche, kleine Portionen anrichten; Aperitif zur Anregung des Appetits anbieten; ein Glas Wein zum Essen servieren; wenn möglich, täglich an die frische Luft gehen. Eva Bechter Ernährungsmedizinische Beraterin

12 Veranstaltungen - November Jänner 2001 Bildungshaus Batschuns, 6832 Zwischenwasser, Kapf 1; ÜBERGANGSLÖSUNGEN II - KURZFRISTIGE ENTLASTUNG DER PFLEGE DAHEIM Information Info: Tel /44290, Fax 05522/ , DIE 5 TIBETER - DGKS Sonja Gnaiger, , 09:00 Uhr bis , 13:00 Uhr, Kursbeitrag: ATS 1.300,- ALTER-nativ - ÄNGSTE IM HÖHEREN LEBENSALTER Univ. Prof. Dr. Albert Lingg, , 09:30 bis 17:00 Uhr, Kursbeitrag: ATS 400,-, Mittagessen ATS 120,- ACH WIE GUT DASS NIEMAND WEISS... VOM UMGANG MIT AGGRESSION IN DER PFLEGE - Ulrike Rauch, Psychotherapeutin, , 14:00 bis 17:00 Uhr, Kursbeitrag: ATS 250,-, Lauterach,Vereinsraum in der Alten Seifenfabrik, Anmeldung: Sozialamt der Marktgemeinde Lauterach: 05574/ , A. King DAS HOMÖOPATHISCHE 1x1 FÜR DIE FAMILIE - ÄRZTE SPRECHEN ÜBER HOMÖOPATHIE - Dr. Jutta Gnaiger, Dr. Claudia Czuba, , 14:00 bis 18:00 Uhr, Kursbeitrag: ATS 350,-, inkl. Jause WAS ERWARTET UNS IM TOD UND NACH DEM TOD? - BESINNUNGSTAG - Dr. Herbert Spieler, , 09:45 bis 16:45 Uhr, Kursbeitrag: ATS 80,- Aufenthalt: ATS 170,- MICH WUNDERT, DASS ICH SO FRÖHLICH BIN - MENSCHEN IN DER DEPRESSION BEGLEITEN - Mag. Cornelia Cubasch-König, Psychotherapeutin, , 14:00 bis 17:00 Uhr, Kursbeitrag: ATS 400,-, inkl. Jause DURCH STATIONÄRE EINRICHTUNGEN , 14:00 bis 21:00 Uhr, Beitrag: ATS 280,- inkl. Abendessen IM ABSCHIED LIEGT DER NEUBEGINN - KURZLEHRGANG ZUR BEGLEITUNG SCHWERKRANKER UND STERBENDER MENSCHEN und , , und , jeweils von 15:00 bis 21:00 Uhr, am von 09:00 bis 17:00 Uhr, Kursbeitrag: ATS 1.900,-, Abendessen: ATS 60,-, Mittagessen: ATS 170,- ERLEICHTERUNG IM PFLEGEALLTAG - ZUR BETREUUNG VON NEUROLOGISCHEN UND GERIATRISCHEN PATIENTINNEN DGKS Barbara Bischof, Michaela Thurnher, Dipl. Physiotherapeutin, , 14:00 bis 18:00 Uhr, Kursbeitrag: ATS 250,-,Lauterach,Vereinsraum in der Alten Seifenfabrik, Anmeldung: Sozialamt der Marktgemeinde Lauterach: 05574/ , A. King 12

13 13 SCHULUNGSREIHE: RUND UM DIE PFLEGE DAHEIM - Mag. Cornelia Cubasch-König, Psychotherapeutin, , 08., 15., 22. und , , jeweils von 15:00 bis 18:00 Uhr, Kursbeitrag: ATS 720,- Vinzenzheim Mittelberg, Kleinwalsertal, Anmeldung: 05517/5580, Frau Christine Zetter Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast, 6840 Götzis, Montfortstraße 88, Info: Tel / , Fax DW-32, HEILSAMEN - FÜR AN GESUNDHEIT INTERESSIERTE, KRANKE UND ANGEHÖRIGE - NETZ DAS TRÄGT , 15:00 bis 18:00 Uhr, Bärbel Knittel Institut für Gesundheits- und Krankenpflege, 6900 Bregenz, Mariahilfstraße 6, Info: Tel / , Fax 05574/ , Vorträge und Kurse (Beiträge: ATS 100,--/e 7,27 bzw. ATS 50,-/e 3,63 für Mitglieder), UNIQA Kunden, ATS 50,- INNEHALTEN - Dr. Franz Josef Köb Fortbildungen und Seminare - Anmeldung erforderlich! DUFTE PFLEGE - PFLEGENDE DÜFTE AROMAPFLEGE - GRUNDSEMINAR - DGKS Marlene Fink :00 Uhr bis , 17:00 Uhr, Beitrag: ATS 2.200,-, Mitglieder: ATS 1.700,- Hospizbewegung-Caritas-Diözese Feldkirch, 6800 Feldkirch, Maria-Mutter-Weg 2, Info: Tel / , Fax 05522/ , BENEFIZKONZERT - JESUS BLEIBET MEINE FREUDE J.S. BACH , 17:00 Uhr,Vbg. Madrigalchor, Collegium Instrumentale; Andreas Lebeda, Bass; Dirigent: Guntram Simma, Dom St. Nikolaus Feldkirch, Eintritt: ATS 100,- Kartenvorverkauf: Kartenbüro Montforthaus Feldkirch und Abendkassa BARFUSS ZUM SIRTAKI - Lesung mit Elisabeth Amann, Tanz mit Irmgard Fischbacher und Angelika Kerschhaggl-Linder , 20:00 Uhr, Pfarrssal Hl. Kreuz Bludenz Information , 19:30 bis Uhr, Nenzing, Ramschwagsaal SYSTEM FAMILIE - Johannes Staudinger , 19:30 bis Uhr, Bregenz, Siechenhaus AN GRENZEN BEGLEITEN - MIT GRENZEN BEGLEITEN Dr. Peter Rädler, Seelsorger 20. und , 19:30 bis 21:30 Uhr, Bludenz, WIFI, Kath.Volksverein (Seiteneingang links) Bildungshaus Bezau, 6870 Bezau, Info: Tel /4126, Fax 05514/ EINE ZEIT ZUM STERBEN (KOH 3,2) - IMPULSE ZU KRANKEN- UND STERBEBEGLEITUNG - Impulsreferat - Pfarrer Mag. Erich Baldauf, , 20:15 Uhr, Bildungshaus Bezau

14 Patientenanwaltschaft Bevor ich auf die konkrete Tätigkeit des Patientenanwaltes eingehe, möchte ich kurz das System an sich vorstellen. Rahmens von 14 Tagen erledigt werden können, ist der Beschwerdeführer darüber zu informieren, dass die Möglichkeit besteht, den Patientenanwalt anzurufen. Die Patientenanwaltschaft hat jedenfalls auf eine außergerichtliche Lösung hinzuarbeiten. Darüber hinaus kann ich Empfehlungen abgeben, wie festgestellte Mängel zu bereinigen sind. Rund um die Pflege daheim Das Gesetz sieht einen dreigliedrigen Aufbau vor, wobei die einzelnen Stufen nicht im Sinne eines Instanzenzuges miteinander verbunden sind. Das System sieht Informations- und Beschwerdestellen, die Patientenanwaltschaft und die Schlichtungsstelle vor. INFORMATIONS- UND BESCHWERDESTELLEN In bettenführenden Krankenanstalten und in Anstalten, Heimen und ähnlichen Einrichtungen für alte und pflegebedürftige Menschen ist eine Informations- und Beschwerdestelle einzurichten. Diese hat die Aufgabe, Beschwerden über die Unterbringung, die Versorgung, die Betreuung und die Heilbehandlung zu bearbeiten, Anregungen für Verbesserungen zu prüfen und auch sonstige Auskünfte zu erteilen. Diese Beschwerdestellen sind meines Wissens bereits eingerichtet worden und haben die Arbeit schon aufgenommen. Hinsichtlich aller Anliegen, die nicht innerhalb eines zeitlichen PATIENTENANWALTSCHAFT Das Land Vorarlberg hat den Patienten- und Klientenschutzverein mit der Ausübung der Patientenanwaltschaft betraut, wobei die Patientenanwaltschaft bei der Besorgung ihrer Aufgaben unabhängig und an keine Weisungen gebunden ist. Als wichtig erachte ich, dass das Gesetz die Möglichkeit vorsieht, die Tätigkeit der Patientenanwaltschaft durch Verträge auf bestimmte Berufsgruppen und Rechtsträger von Pflege- und Betreuungseinrichtungen auszudehnen. Die Patientenanwaltschaft hat nun die Aufgabe Patienten und Klienten sowie deren Vertrauenspersonen zu beraten und ihnen Auskünfte zu erteilen, Beschwerden über die Unterbringung, die Versorgung, die Betreuung und die Heilbehandlung zu bearbeiten und Patienten und Klienten vor der Schiedskommission zu unterstützen. Grundsätzlich sind aber zwei große Bereiche zu unterscheiden: Im klassischen Krankenhausbereich wird es im Großen und Ganzen um Klärung der Schadenersatzansprüche der Patienten gehen. Aber auch hier wird meinerseits versucht, eine außergerichtliche Lösung anzustreben. Im sonstigen Tätigkeitsbereich geht es aber eher um eine Streitbereinigung, um eine Vermittlung. Hier stehen andere Problemstellungen im Vordergrund, sei es, dass einzelne Klienten nicht mehr miteinander auskommen und dieses Problem seitens der Heimleitung nicht gelöst werden kann, sei es, dass die Heimleitung mit den Klienten oder aber auch mit den Angehörigen die Gesprächsbasis verloren hat. Dann wird es meine Aufgabe sein, diese Gesprächsbasis wiederherzustellen oder aber auch Lösungsvorschläge auszuarbeiten, die für beide Seiten annehmbar sind. Ich könnte mir aber auch vor- 14

15 15 stellen, dass ich bei Gesprächsrunden als Moderator anwesend bin, um die Sachlichkeit der Diskussion zu gewährleisten. SCHIEDSKOMMISSION Die Landesregierung hat eine Schiedskommission für die Patienten der Krankenanstalten des Landes zu bestellen. Gleichfalls soll die Schiedskommission ihre Tätigkeit durch Verträge mit Rechtsträgern anderer als in Absatz 1 genannten Krankenanstalten, das sind jene des Landes, und mit Rechtsträgern von Pflege- und Betreuungseinrichtungen auf deren Patienten und Klienten ausdehnen. Als Aufgabe sieht der Gesetzgeber vor, dass die Schiedskommission auf eine außergerichtliche Einigung hinzuwirken hat. Die Schiedskommission hat einen Lösungsvorschlag auszuarbeiten; dieser gilt als Gutachten. ALLGEMEINES Grundsätzlich muss aber noch diskutiert werden, wer sich an den Patientenanwalt wenden kann. Es ist auch schon erwähnt worden, dass mein derzeitiger Zuständigkeitsbereich von Gesetzes wegen auf Krankenanstalten beschränkt ist. Meine Aufgabe wird es nun aber auch sein, durch Verträge meinen Zuständigkeitsbereich auf sonstige Sozialeinrichtungen, aber auch auf Betreuungseinrichtungen auszudehnen. Derzeit stehe ich mit einigen Sozialeinrichtungen und auch Betreuungseinrichtungen in Kontakt und es wird möglich sein, mit einigen derartigen Einrichtungen Verträge abzuschließen. Nach dem bisherigen Erfahrungsstand kann man aber auch annehmen, dass einige Rechtsträger von Altenbetreuungseinrichtungen die Sinnhaftigkeit der Zuständigkeit des Patientenanwaltes nicht erkennen, sodass diese Institutionen den Patientenanwalt an sich nicht in Anspruch nehmen können/wollen (mangels Abschluss eines zuständigkeitsbegründeten Vertrages). Die Rechtsträger, die eine ablehnende Haltung einnehmen, verwehren nicht nur den Klienten, sondern auch den Angehörigen, die sich an den Patientenanwalt wenden wollen, den Zugang. Dies liegt aber danach nicht in meinem Verantwortungsbereich, weil allen Institutionen die Möglichkeit geboten worden ist, derartige Verträge abzuschließen. Es wird erst in einigen Monaten möglich sein, eine Liste von jenen Einrichtungen zu veröffentlichen, die mit dem Patientenanwalt entsprechende Verträge abgeschlossen haben. Dies wird aber durch eine entsprechende medienwirksame Präsentation an die Bevölkerung weitergeleitet werden. Im Speziellen möchte ich noch kurz darauf eingehen, welche Vorteile sich für Pflegende Angehörige ergeben. Wie das Gesetz vorsieht, habe ich auch Angehörige zu beraten und ihnen entsprechende Informationen zukommen zu lassen, wobei darauf Bedacht genommen werden muss, dass die Rechte der Klienten geschützt werden und der gewünschten Auskunft durch meine Verschwiegenheitspflicht Grenzen gesetzt sind. Sollten jedoch Angehörige Schwierigkeiten mit einer Heimleitung haben und lassen sich diese Konflikte nicht über die Beschwerdestelle abschließend klären, so stehe ich selbstverständlich auch diesen Angehörigen im Sinne eines Mediators zur Verfügung. Der Patientenanwalt Alexander Wolf Mag. Alexander Wolf Marktplatz 8, 6800 Feldkirch Tel /81553, Fax 05522/ , Rund um die Pflege daheim

16 Ängste und Depressionen im Alter Für Sie gehört Das Alter: ein Risiko für Ängste und Depressionen? Die Lebenserwartung der Österreicher steigt ständig auf Grund guter Ernährung und den Fortschritten in der Medizin, und die Altersgrenzen haben sich in den letzten Jahrhunderten drastisch geändert. Wann beginnt eigentlich das Alter? Als Immanuel Kant 1774 als 50-Jähriger geehrt wurde, begann die Rede des Rektors mit: Ehrwürdiger Greis... Fühlt sich heute ein 50-Jähriger als Greis? Andererseits erfuhr ich von einem 45-jährigen Mann, er sei vom AMS als vermittlungsbehindert bezeichnet worden, weil er zu alt sei. Eine 37-jährige Frau hat sich bei einer Firma als Sekretärin vorgestellt und erhielt die Auskunft: Wir stellen uns etwas Jüngeres vor. Gesellschaftlich betrachtet leben wir in einem Zeitalter, in dem die Jungen, die Erfolgreichen, die Dynamischen, die Faltenlosen in Bild und Wort vergötzt werden. Es scheint, als könnten wir auf die Erfahrungen und das Wissen der alten Menschen verzichten. Man hat den Eindruck, dass ein Mensch, der Zeit hat, nichts gilt. Tatsache ist: das Alter ist ein eigener Lebensabschnitt. Grundsätzlich heißt alt sein nicht automatisch alt und krank oder gebrechlich sein. Jedoch die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, sowohl körperlich als auch psychisch, steigt.wie ein Betroffener jedoch mit seinen Schwächen und mit Krankheiten umgehen und leben kann, ist abhängig von seiner Persönlichkeit und der Beziehung, die er zu sich und zum eigenen Körper hat. Kann ich mich annehmen mit meinen Fehlern und Schwächen? Auch im Alter, wenn ich mich körperlich verändert habe? Auch wenn ich krank bin? Es ist wichtig und für die Lebensqualität entscheidend, sich auf die Veränderungen, die das Alter mit sich bringt, einzustellen. Es handelt sich um einen Lebensabschnitt, der mit vielen Belastungen,Verlusten, Abschieden und Einschränkungen zu tun hat. Spätestens im Alter müssen wir uns auch den Themen Endlichkeit des Lebens, Sterben und Tod stellen. Es gibt daher viele persönliche und gesellschaftliche Gründe für Ängste,Verstimmungen und Traurigkeit im Alter. Auf Grund der besonderensozialen, psychischen und körperlichen Situation im Alter bestehen zusätzliche Risikofaktoren für depressive Verstimmungen bis hin zu einer schweren manifesten Depression. WIE KANN MAN DIE DEPRES- SION IM ALTER ERKENNEN? 15 % aller Menschen über 65 leiden an einer Depression. Der Großteil dieser Depressionen wird nicht erkannt oder falsch diagnostiziert. WICHTIGE FRAGEN ZUR ERKENNUNG EINER DEPRESSION SIND: 1. Sind Sie grundsätzlich mit Ihrem Leben zufrieden? 2. Haben Sie viele von Ihren Tätigkeiten und Interessen aufgegeben? 3. Haben Sie das Gefühl, Ihr Leben sei leer? 4. Ist Ihnen langweilig? 5. Sind Sie meistens guter Laune? 6. Befürchten Sie, dass Ihnen etwas Schlimmes passieren könnte? 7. Sind Sie meistens zufrieden? 8. Fühlen Sie sich oft hilflos? 9. Sind Sie lieber zu Hause statt auszugehen? 10. Glauben Sie, dass Sie mit dem Gedächtnis mehr Schwierigkeiten haben als andere Leute in Ihrem Alter? 11. Leben Sie gerne? 12. Fühlen Sie sich so, wie Sie jetzt sind, eher wertlos? 13. Haben Sie viel Energie? 14. Finden Sie, Ihre Lage sei hoffnungslos? 15. Glauben Sie, die meisten anderen Leute haben es besser als Sie? 16

17 17 Wichtig sind auch Fragen nach Abhängigkeiten wie Beruhigungsmittel, Schlafmittel oder auch Alkohol. Alkohol wird oft als falsche Therapie bei Depressionen eingesetzt, um die Stimmung zu verbessern. FRÜHWARNZEICHEN BEIM ALTEN MENSCHEN SIND HÄUFIG: verschiedene körperliche Beschwerden, die zum Hausarzt führen und für die er keine Erklärung findet sowie Appetitund Gewichtsverlust; Angst, übermäßige Sorgen; Schlafstörungen; Freudlosigkeit, Interesselosigkeit, Lustlosigkeit, Hoffnungslosigkeit; unerklärliche Müdigkeit, Apathie mit entsprechenden Änderungen bisheriger, alter Gewohnheiten. DIE DEPRESSION UNTERSCHEIDET SICH: von einer vorübergehenden Traurigkeit, einer Verstimmung und auch der Trauerreaktion, z. B. nach Todesfall, durch die Intensität der einzelnen Merkmale und die Dauer. von der Demenz (Alzheimer Erkrankung): der depressive, alte Mensch scheint oft dement, wenn er im Gespräch verlangsamt wirkt, am Gedanken klebt, über Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen klagt. Der demente Patient hat jedoch im Vordergrund stehende Orientierungsstörungen, Gedächtnisstörungen, Störungen der sprachlichen Funktionen, findet z. B.Wörter nicht, seine Stimmung ist labil oder schwankt, wechselt oft grundlos vom Weinen zum Lachen. Daher wird die Depression oft mit der Demenz verwechselt. Häufig leiden alte Menschen jedoch gleichzeitig unter mehreren Erkrankungen, die erkannt und unterschiedlich behandelt werden müssen. Es sind dies in erster Linie: Alzheimer-Erkrankung und Depression, Parkinson-Erkrankung und Depression oder Schlaganfall und Depression WELCHE URSACHEN KÖNNEN DEPRESSIONEN UND ÄNGSTE IM ALTER HABEN? Depressionen im Alter sind bio-psycho-soziale Erkrankungen, d. h. die Ursachen liegen sowohl im körperlichen als auch im seelischen und im sozialen Bereich. Beim einzelnen Betroffenen handelt es sich in der Regel um mehrere Ursachen, von denen die eine oder andere mehr im Vordergrund stehen kann. Für Sie gehört BIOLOGISCHE URSACHEN: Alle körperlichen, vor allem schwere, lebensbedrohliche oder chronische Erkrankungen können Depressionen auslösen. Weiters Stoffwechselerkrankungen, z. B. Schilddrüsenfunktionsstörungen oder andere hormonelle Störungen. Auch Medikamente können als Begleitwirkungen depressive Verstimmungen auslösen. Störungen im Gehirnstoffwechsel: sogenannte Neurotransmitterstörungen.

18 Für Sie gehört Auch ungenügende Lichtverhältnisse können das Auftreten von Depressionen begünstigen: Herbst-,Winterdepressionen. PSYCHISCHE UND SOZIALE FAKTOREN: Die ganze Lebensgeschichte, alle Lebensereignisse und das Lebensumfeld von der Geburt bis zum Alter prägen uns Menschen und unsere Persönlichkeit. Obwohl es oft den Anschein hat, dass Depressionen grundlos auftauchen, finden sich verschiedene Auslöser. Im Alter sind dies häufig: Isolation,Vereinsamung; fehlende oder gestörte Beziehungen:Tod eines geliebten Menschen,Trennungen, Scheidungen; fehlende Aufgaben, Leere: Ausscheiden aus dem Berufsleben, fehlende Hobbies und soziale Aufgaben; auch finanzielle Not und Armut können Depressionen auslösen oder mitverursachen. Die Depression ist auch: Eine mögliche Antwort auf das Leben generell, eine Reaktion auf die Lebensumstände im Allgemeinen. WIE KÖNNEN ANGEHÖRIGE UND FREUNDE AM BESTEN HELFEN? Den depressiven Menschen in seiner Krankheit annehmen, so wie er ist. Keine Aufforderungen im Sinne von Reiß Dich zusammen!, sondern die Botschaft vermitteln: Ich bin für dich da und du darfst so sein, wie du jetzt bist. Sich als angehörige, befreundete Person über die Krankheit zu informieren, hilft eigene Unsicherheiten und Ängste im Umgang mit dem Kranken abzubauen und führt zu besserem Einfühlungsvermögen. Einen gewissen Tages- und Lebensrhythmus aufrechterhalten. Einfühlsames Zuhören, Ermutigen, Geduld, Zuwendung und Rücksicht. Mitfühlen, nicht mitleiden! Keine wichtigen Entscheidungen abverlangen, nicht bedrängen. Suizidäußerungen, wie z.b. Ich will nicht mehr leben, sind immer ernst zu nehmen. Im Zweifelsfall vorsichtig und einfühlsam danach fragen und professionelle Hilfe suchen! Wahren der nötigen Distanz, um nicht selbst depressiv zu werden. Das Zusammenleben mit depressiven Menschen kann sehr belastend sein. Achten Sie als Angehörige auch auf sich selbst und holen Sie sich rechtzeitig Rat und Hilfe beim Experten: Hausärztin, Hausarzt, Fachärztin, Facharzt für Psychiatrie/Neurologie. DEPRESSIONEN SIND HEILBAR DURCH: Medikamente (Antidepressiva): sie müssen regelmäßig genommen werden, wirken aber erst nach 1-3 Wochen; Kontakte, Gespräche, heilsame Kreise : mit Freunden, Familie, Nachbarn, um aus der Einsamkeit herauszufinden; Psychotherapie hilft,wege zur Bewältigung von Verlusten, Schicksalsschlägen und Krisen zu finden; ausgewogene Ernährung, genug Flüssigkeit (alte Menschen trinken häufig zu wenig!), Bewegung: am besten im Freien, um Licht ins Dunkel zu bringen. WO SIE HILFE FINDEN KÖNNEN: - bei Ihrer Hausärztin/Hausarzt; - bei Ihrer Psychiaterin/Psychiater, der Fachärztin, dem Facharzt, die für Depressionen zuständig sind; - bei sozial-psychiatrischen Diensten: Arbeitskreis für Vorsorge- und Sozialmedizin, den Praxisgruppen, jeweils im Telefonbuch Ihrer Region. Manchmal ist auch eine stationäre Behandlung auf der psychiatrischen Abteilung des Landeskrankenhauses Rankweil sinnvoll und notwendig. In den meisten Fällen kann jedoch durch die/den niedergelassenen Psychiaterin/ Psychiater geholfen werden. Je früher Depressionen erkannt werden, desto besser und rascher kann geholfen werden. Depressive Menschen können geheilt werden. Dr.A. Gassner-Briem 18

19 Informationen zum Thema Demenz - Demenzabklärung Der Arbeitskreis für Vorsorgeund Sozialmedizin (aks) startete dieses Jahr ein neues Pilotprojekt: Demenz 2000 Bleib fit im Kopf. Es umfasst eine neue, erweiterte Gesundenuntersuchung zur Früherkennung altersbedingter Verwirrtheit,Vergesslichkeit und Depression (wird von jedem Hausarzt durchgeführt) und daran anschließend weitere diagnostische sowie therapeutische Maßnahmen. Das Pilotprojekt Bleib fit im Kopf läuft vorerst in den Bezirken Dornbirn und Bregenz. Die fachärztliche Abklärung übernimmt in Dornbirn Dr. Helmut Klien, in Bregenz Dr. Ingrid Künz. Neben der schon länger bestehenden Trainingsgruppe von Frau Dr. Künz in Bregenz konnte im Rahmen dieses Projektes eine zweite Gruppe bei ihr eingerichtet werden. Eine weitere Gruppe wird unter der Leitung von Herrn Dr. Klien im aks Dorbirn beginnen. Der Start erfolgt jeweils im Herbst. In diesen Gruppen werden die Fähigkeiten der Betroffenen gezielt gefördert, um die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Ein weiteres Ziel ist die Beratung und Begleitung der Angehörigen. Nähere Informationen zum Projekt Bleib fit im Kopf erhalten Sie im aks bei Frau Burtscher unter der Tel. Nr / Ebenfalls im Herbst startet das Demenzprojekt Feldkirch : Im Haus Gisingen beginnt eine Trainingsgruppe für Patienten, die unter Vergesslichkeit, Zerstreutheit, Gedächtnisschwäche, einer beginnenden Demenz leiden sowie ein Schulungsprogramm für deren Angehörige. Die Teilnehmer werden sich einmal pro Woche nachmittags treffen, um ihr Gedächtnis, ihre Hirnleistung und ihre Alltagsfertigkeiten zu trainieren. Ein gemeinsames Essen soll die Nachmittage abschließen. Parallel dazu werden ihre betreuenden Angehörigen in abendlichen Blockveranstaltungen informiert, unterstützt und praktisch geschult. Geleitet wird das Demenzprojekt Feldkirch von der Fachärztin für Psychiatrie u. Neurologie Dr. Adelheid Gassner-Briem gemeinsam mit der Beschäftigungstherapeutin Brigitte Hieble und der Validationsanwenderin Andrea Schöch im Haus Gisingen. Nähere Informationen Dr. A. Gassner-Briem, Montag bis Freitag von 12:00 bis 13:00 Uhr und 19:00 bis 20:00 Uhr, Tel. Nr / DAS THEMA DEMENZ WIRD IN DER KOMMENDEN AUSGABE ALS SCHWERPUNKTTHEMA AUSFÜHRLICHER BEHANDELT. Basar Haben Sie ein Pflegehilfsmittel, wie z.b. Pflegebett, Badelift u.a., das Sie nicht mehr benötigen, so haben Sie hier die Möglichkeit einer kostenlosen Anzeige! SCHREIBEN SIE AN DIE REDAKTION! Buchtipp Wohltuende Wickel - Wickel und Kompressen in der Kranken- und Gesundheitspflege von Maya Thüler, Maya Thüler Verlag, gesehen um ATS 252,- Wickel und Kompressen zur Bewältigung bzw.vorbeugung von Krankheiten anzuwenden, ist in Vergessenheit geraten. Dieses Buch vermittelt in ansprechender Weise das nötige Wissen für eine sichere Anwendung. Sie finden hier z.b. noch genauere Erklärungen zur Eukalyptusöl-Blasenkompresse. 19 Forum

20 Die Blätter fallen, fallen wie von weit... Forum Es lässt sich nicht leugnen: der Sommer hat sich verabschiedet.vorbei die lauen Abende, die man im Freien verbringen konnte und die manchmal fast südländisch anmuteten, vorbei die Badesaison und die Zeit der vielen Sommerfeste. Morgens ist es bereits empfindlich kühl, nachts ebenso, und die Sonne meint es derzeit auch nicht gerade gut mit uns. Der Herbst zieht ins Land. Eine wunderschöne, wenn auch leicht melancholisch angehauchte und nachdenklich stimmende Jahreszeit. Bald schon werden Bäume und Sträucher in voller Farbenpracht erglühen und Auge wie Herz der Menschen erfreuen. Es ist, als ob die Natur in einer letzten, grandiosen Kraftanstrengung vor der Winterruhe noch einmal ihre ganze Schönheit entfalten wollte. Und dann, auf einmal, fällt ein braunes, vertrocknetes Blatt zu Boden, weitere segeln sacht durch die Luft, landen auf Gehsteigen, Wiesen und Straßen und erhalten durch den ersten heftigen Herbststurm rasch große Gesellschaft. Kein Vogelgezwitscher begrüßt den neuen Morgen, es wird still, frostig und nebelig. Die Ernte ist eingefahren, das große Arbeitspensum ist geschafft, die Natur rüstet sich zum Ausruhen, Stillesein und Winterschlaf. Es drängen sich verblüffende Parallelen zwischen dem Wechsel der Jahreszeiten und dem Leben des Menschen auf. Der dritte Abschnitt im Menschenleben entspricht dem Herbst. Die Lebensaufgaben sind größtenteils bewältigt, die Berufslaufbahn beendet, die Kinder versorgt und das Pensionsalter erreicht. Das heißt aber nicht, dass nun Friedhofsruhe einkehrt im wohlbestellten Haus. Es gibt noch so viele Dinge zu tun, Neues zu entdecken, Neugierde zu befriedigen und Schönes zu genießen. Nur geschieht das alles etwas langsamer, bedächtiger, ohne Stress und Hektik - eben den Umständen, sprich Alter und Gesundheitszustand, entsprechend und angepasst. Die Erfahrungen eines erfüllten Lebens, seien es Freude, Leid, Schmerz und Enttäuschungen, machen die Menschen im Herbst des Lebens vielfach verständnisvoller, geduldiger und gütiger. Die Unternehmungs- und Reiselust vieler Senioren verleiht dem Leben im (Un)Ruhestand noch Glanz und Farbe, die Betreuung der Enkel gibt die Gewissheit, gebraucht und geliebt zu werden, und gute Dienste an der Gesellschaft heben das Selbstbewusstsein und lassen keine Einsamkeit aufkommen. Der Herbst ist eine gesegnete Zeit, die man dankbar und froh erleben sollte, auch wenn Fülle, Glanz und Wärme bald der Vergangenheit angehören und nur mehr Erinnerung sein werden. Und was dann kommt, liegt in Gottes Hand.Wir alle wissen um die Endlichkeit und Begrenztheit unseres Lebens und dass irgend wann einmal die Stunde des Abschieds und der Dunkelheit naht. Dieses Wissen sollte keine Schrecken bergen, sondern der Zuversicht Raum geben, dass Einer über uns wacht und uns durch den Winter und die Nacht des Todes sicher und sanft ins Licht führt. Eva Kollmann Herbst Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. (Rainer Maria Rilke) 20

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