Dokumentation im ambulanten Bereich. Bericht zum Projekt Dokumentation im ambulanten Bereich. Katalog ambulanter Leistungen (KAL)

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1 Dokumentation im ambulanten Bereich Bericht zum Projekt Dokumentation im ambulanten Bereich Katalog ambulanter Leistungen (KAL) 31. Dezember 2013

2 IMPRESSUM Herausgeber, Medieninhaber und Hersteller: Bundesministerium für Gesundheit Radetzkystraße Wien Die Erarbeitung dieser Unterlage erfolgte im Rahmen des Projekts "Dokumentation im ambulanten Bereich". Projektleitung: Mag. Gerhard Embacher (BMG) Projektteam BMG: Dr. Peter Brosch, Abteilungsleiter Mag. Walter Sebek, Stv. Abteilungsleiter Gesamt-Projektkoordination: Mag. Gerhard Gretzl (SOLVE-Consulting) Anna Mildschuh (SOLVE-Consulting) Unterarbeitsgruppe LKF: Dr. Andreas Egger, Projektleiter, Abstimmung mit LKF-Dokumentation (BMG) Unterarbeitsgruppe Länder: Mag. Stefan Potyka, Länderkoordinator (OÖ GF) Martin Haider BA MPA, Länderkoordinator (OÖ GF) Mag. (FH) Carina Kainz (NÖGUS) Mag. Karl Wagner (NÖ Landeskliniken Holding) Dr. Harald Kraft (Vorarlberger Landesgesundheitsfonds) Ing. Harald Hefel (Vorarlberger Landesgesundheitsfonds) Dr. Christian Rous (Steiermärkische KAGes) Mag. Stephan Mildschuh, Projektassistenz (GÖG/ÖBIG) Mag. Andreas Stoppacher, Projektassistenz (GÖG/ÖBIG) sowie VertreterInnen der weiteren Bundesländer und der AUVA Unterarbeitsgruppe Hauptverband der SV-Träger: Andrea Stefan, Projektleiterin (HVSV) VertreterInnen der am Pilotprojekt beteiligten SV-Träger Software-Entwicklung und EDV: DI Bernhard Pesec (dothealth) Mag. Rainer Kleyhons (BMG) Medizinische Experten: Fachexperten aus den beteiligten Institutionen Wien, Dezember 2013

3 Stand INHALTSVERZEICHNIS INHALTSVERZEICHNIS 1 PROJEKTBESCHREIBUNG Aufgabenstellung Zielsetzung Projektorganisation Operative Projektabwicklung BERICHT ZU DEN ARBEITSFORTSCHRITTEN IM JAHR AP1: Wartung und Weiterentwicklung des Katalogs ambulanter Leistungen (KAL) Wartung des Leistungskatalogs Aufnahmekriterien für vorgeschlagene Ergänzungen zum ambulanten Leistungskatalog Historisierung der Katalogpositionen AP2: Umsetzung der Dokumentation in Pilotprojekten Gesetzliche Grundlage der Datenmeldung in den Pilotprojekten Datenmeldung nach dem neuen Leistungskatalog Stand der Datenmeldung AP3: Aufbau einer gemeinsamen Datenbank und Bereitstellung zu weiteren Analysen Datensatz, Datenfluss, Analyseinstrumente Pseudonymisierung AP4: Entwicklung von Bewertungsrelationen Ergänzende Erhebungsarbeiten zu den direkt zuordenbaren Einzelkosten Ergebnisse der Bewertungsrelationen Ergebnisse des Projektlenkungsausschusses (PLA) Berichte an die Bundesgesundheitskommission Vorbereitung der Umsetzung der verpflichtenden Datenmeldung ab EDV-Tools Informationsveranstaltungen Weitere Vorgangsweise ANHANG Anhang 1 Darstellung der Pathologieleistungen, mit Untergruppen - 3 -

4 Stand BEGRIFFSDEFINITIONEN BEGRIFFSDEFINITIONEN Basiskataloge Im Einsatz befindliche Kataloge der beteiligten Institutionen; dazu zählen landesweit gültige Fondskataloge, Hauskataloge einzelner Krankenhäuser bzw. hausübergreifende Kataloge einzelner Spitalsträger sowie die Metahonorarordnung des Hauptverbandes Basisleistungen Leistungen aus den im Einsatz befindlichen Basiskatalogen, die in den LKatManager eingespielt wurden Zielkatalog Zielleistungen LKatManager Mapping KAL-Mapper ADok Katalog medizinischer Leistungen, bestehend aus neu gebildeten Leistungspositionen aus den Basisleistungen entsprechend der definierten Kriterien und Systematik bzw. aus den vorhandenen Leistungspositionen des stationären Leistungskatalogs des BMG ( MEL-Katalog ) Positionen des Gesamtleistungskatalogs (ambulanter und stationärer Leistungen), auf die die Basisleistungen zusammengefasst und abgebildet werden EDV-Tool (Software und Datenbank) für die Erstellung der Zuordnungen Basisleistung Zielleistung, in einer Online- und einer Offline-Version verfügbar Zuordnung von Leistungspositionen aus den Basiskatalogen auf den Zielkatalog unter Berücksichtigung der Zählweise und Leistungseinheiten (Umschlüsselung) EDV-Tool zur Unterstützung der am Pilotprojekt teilnehmenden Institutionen bei der Umschlüsselung. Darin hinterlegt ist die jeweilige Umschlüsselungstabelle, die für die Überleitung der Leistungspositionen aus dem Hauskatalog auf den bundesweiten Leistungskatalog benötigt wird. Außerdem werden Import, Export und die manuelle Bearbeitung der Umschlüsselungslogik unterstützt. Ambulantes KDok ; EDV-Tool zur Unterstützung (zunächst rudimentärer) Plausibilitätsprüfungen auf die zu exportierenden Daten für die weitere Verwendung entsprechend dem geplanten Berichtswesen - 4 -

5 Stand ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS AP AUVA BGA BGK BMG BVG DIAG EDV ELGA FAQ FH GÖG HVSV HTA KAL KAGes LGF LK LKF LKH LOINC NÖGUS ÖBIG OÖ GF PLA SV UAG VAEV z.b. Arbeitspaket Allgemeine Unfallversicherungsanstalt Bundesgesundheitsagentur Bundesgesundheitskommission; Organ der Bundesgesundheitsagentur Bundesministerium für Gesundheit Bundesverfassungsgesetz Dokumentations- und Informationssystem für Analysen im Gesundheitswesen Elektronische Datenverarbeitung Elektronische Gesundheitsakte Frequently asked questions; häufig gestellte Fragen Fachhochschule(n) Gesundheit Österreich GmbH Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger Health Technology Assessment Katalog ambulanter Leistungen Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.h. Landesgesundheitsfonds Landesklinikum Leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung Landeskrankenhaus Logical Observation Identifiers Names and Codes Niederösterreichischer Gesundheits- und Sozialfonds Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen Oberösterreichischer Gesundheitsfonds Projektlenkungsausschuss Sozialversicherung Unterarbeitsgruppe System zur Verwaltung von Änderungs- und Ergänzungsvorschlägen für den Leistungskatalog zum Beispiel - 5 -

6 STAND PROJEKTBESCHREIBUNG 1 Projektbeschreibung 1.1 Aufgabenstellung In der bisher geltenden Art. 15a BVG-Vereinbarung über die Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens wurden in Art. 37 Abs. 4 bis 7 die Eckpunkte für die weiteren Arbeiten im Projekt Dokumentation im ambulanten Bereich definiert. Detailbeschreibungen zu den Grundlagen und Zielsetzungen sind bereits in den Jahresberichten 2007 bis 2012 umfassend dargestellt und galten unverändert weiter. Daher wird in der Folge nur eine kurze Zusammenfassung der Projektbeschreibung gegeben. In der nunmehr gültigen 15a-Vereinbarung zur Organisation und Finanzierung des Gesundheitswesens" wurde in Artikel 37 Sicherstellung und Weiterentwicklung der Dokumentation" u.a. Nachstehendes festgelegt: (5) Die Vertragsparteien kommen überein, dass medizinische Leistungen über den gesamten ambulanten Bereich (d.h. Spitalsambulanzen, selbstständige Ambulatorien mit Kassenverträgen einschließlich der eigenen Einrichtungen der Versicherungsträger, niedergelassene Fachärztinnen/Fachärzte mit Kassenverträgen, Gruppenpraxen mit Kassenverträgen und sonstige in der Gesundheitsversorgung frei praktizierende Berufsgruppen mit Kassenverträgen) ab 1. Jänner 2014 bundesweit nach dem seit 2010 in Pilotprojekten getesteten Katalog ambulanter Leistungen (KAL) im Rahmen eines Berichtswesens in pseudonymisierter Form dem Bund zu melden sind. Die derzeitige Überleitung (Mapping) ist im Hinblick auf Verbesserungsmöglichkeiten zu prüfen. Im Sinne einer möglichst hohen Datenqualität ist die Originärdokumentation gemäß dem Katalog ambulanter Leistungen anzustreben. Der Katalog ambulanter Leistungen wird einer periodischen Wartung und Weiterentwicklung unterzogen. (6) Bund, Länder und Sozialversicherung schaffen dafür zeitgerecht die notwendigen Rahmenbedingungen in fachlicher, rechtlicher, organisatorischer und technischer Hinsicht und stellen damit ab 2014 vergleichbare Datengrundlagen über den gesamten ambulanten Bereich sicher." Die legistische Umsetzung des Gesamtvorhabens erfolgt mit dem Gesundheitsreformgesetz 2013", mit dem unter anderem auch das Bundesgesetz über die Dokumentation im Gesundheitswesen" (Artikel 17) novelliert wurde. Dieses Gesetzespaket wurde im Nationalrat und im Bundesrat beschlossen und am 23. Mai durch Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt (BGBl. I Nr. 81/2013) kundgemacht. 1.2 Zielsetzung Die im Datenverwendungskonzept definierten Zielsetzungen für den Katalog ambulanter Leistungen (KAL) waren auch für die Weiterentwicklung im Jahr 2013 gültig: - 6 -

7 STAND PROJEKTBESCHREIBUNG Basis für Beobachtung von Leistungsentwicklungen Basis für die Quantifizierung und Bewertung von Veränderungen durch Reformpoolprojekte Basis für Planungen im Gesundheitswesen Basis für Entwicklung von Finanzierungsmodellen im ambulanten Bereich Nicht-Ziele der Katalogentwicklung sind: Vollständiger Leistungskatalog für eine medizinische Dokumentation bei den Leistungserbringern Honorarkatalog für den niedergelassenen Bereich Die Prüfung der Machbarkeit zur Einführung einer Diagnosencodierung ist nicht Gegenstand des Projekts Katalog ambulanter Leistungen. 1.3 Projektorganisation Der Aufbau der Projektorganisation in den vorangegangenen Jahren hat sich durch die institutionenübergreifende Zusammenarbeit bewährt und wurde auch 2013 unverändert beibehalten. Abbildung 1: Projektorganisation Die Projektleitung liegt beim BMG mit externer Unterstützung für die Gesamtkoordination

8 STAND PROJEKTBESCHREIBUNG Ein Schwerpunkt der Arbeiten in der UAG Länder und AUVA sowie der UAG HVSV lag im Berichtsjahr auf der Evaluierung der in den Pilotprojekten gemeldeten Daten, der Fortsetzung des Pilotprojekts und Arbeiten für eine Datenqualitätsprüfung. Hierzu zählte die Erstellung von Überleitungen aus den Hauskatalogen der teilnehmenden Krankenanstalten auf den gemeinsamen Leistungskatalog, die Vorbereitungsarbeiten für die Implementierung des Datensatzes sowie in der Sozialversicherung die Qualitätssicherung der übergeleiteten Institutsleistungen und der Leistungen der der ärztlichen Hilfe gleichgestellten Gesundheitsberufe. Weitere Details zum Pilotprojekt finden sich in Kapitel 2.2. Auf Basis der praktischen Erfahrungen aus den Pilotprojekten und der Erhebungen zu den Bewertungsrelationen erfolgte auch die Weiterentwicklung des KAL für den Einsatz ab Die Abstimmung und Koordination der Unterarbeitsgruppen erfolgte im AP5. In dieser Koordinationsgruppe wurden auch erforderliche Entscheidungen operativer Art getroffen und Entscheidungsgrundlagen für den Projektlenkungsausschuss aufbereitet. Der von der Arbeitsgruppe für Strukturveränderungen eingerichtete Projektlenkungsausschuss blieb in seiner institutionellen Zusammensetzung unverändert. In den Sitzungen der Arbeitsgruppe für Strukturveränderungen erfolgten regelmäßige Berichte über den Projektfortschritt. Der inhaltliche Informationsaustausch mit allen Bundesländern, den Sozialversicherungsträgern und der Ärztekammer fand über die Arbeitsgruppe Dokumentation im ambulanten Bereich statt. Auf diesem Wege war auch der Informationsfluss zur Österreichischen Ärztekammer gesichert. 1.4 Operative Projektabwicklung Die in den Vorjahren definierten Arbeitspakete wurden fortgesetzt. Dabei handelt es sich um folgende Aufgabenbereiche: AP1: Wartung und Weiterentwicklung des Katalogs ambulanter Leistungen AP2: Umsetzung der Dokumentation in Pilotprojekten AP3: Aufbau einer gemeinsamen Datenbank für gemeinsame Informationen und Analysen im ambulanten Bereich AP4: Entwicklung von Bewertungsrelationen AP5: Koordinationsgremium Zu den Projektarbeiten im Jahr 2013 siehe Kapitel

9 2 Bericht zu den Arbeitsfortschritten im Jahr 2013 In der abschließenden Sitzung der Projektkoordination (AP5) am 29. November 2012 wurden sowohl der Bericht an den Projektlenkungsausschuss über die Weiterentwicklung des Katalogs ambulanter Leistungen als Basis für das Berichtswesen über das ambulante Leistungsgeschehen im Jahr 2013 (Katalog ambulanter Leistungen 2013) als auch der Vorschlag zur weiteren Vorgangsweise für die Vorbereitung der Einführung eines Berichtswesens im Jahr 2013 abgestimmt und damit die Arbeiten für das Jahr 2012 entsprechend dem Projektauftrag abgeschlossen. Daraus ergaben sich folgende Aufgaben und Zielsetzungen des Projektes für das Jahr 2013, die in Arbeitspaketen (AP) zusammengefasst und bearbeitet wurden: 2.1 AP1: Wartung und Weiterentwicklung des Katalogs ambulanter Leistungen (KAL) Wartung des Leistungskatalogs Für die Fortsetzung der Pilotprojekte im Jahr 2013 wurde der KAL 2013 als Basis verwendet. Aus den Erfahrungen der Pilotprojekte und den Arbeiten zur Erhebung der Bewertungsrelationen wurden Vorschläge der Projektbeteiligten zur Weiterentwicklung des KAL abgeleitet. Außerdem wurde der Katalog einer medizinischen Überarbeitung unterzogen. Im Rahmen des Projektmanagements wurden Änderungsvorschläge erarbeitet und inhaltlich diskutiert. Durch ein Redaktionsteam wurden Definitionen, nähere Leistungsbeschreibungen und Codierhinweise konkret erarbeitet und den Mitgliedern der Projektkoordination (AP5) zur abschließenden Diskussion und Empfehlung für den KAL 2014 vorgelegt Ergänzung der Überleitungen von LOINC auf KAL Die Überleitungen des LOINC auf die KAL-Laborpositionen wurde 2013 ergänzt und überarbeitet. Details dazu sind auf der Homepage des BMG unter Anhang 2: Zuordnung von Laborleistungen nach Systematik LOINC zu KAL-Codes 2014 ersichtlich Aufnahme von Pathologieleistungen Zusätzlich zu den bereits vorhandenen Laborleistungen, die entsprechend der LOINC- Systematik und kompatibel zu ELGA bereits für 2013 in den KAL aufgenommen worden waren, wurden 14 neue Leistungspositionen für den Fachbereich Pathologie geschaffen. Diese wurden mit Unterstützung von nominierten Experten aus dem Gebiet der Pathologie aus den vorhandenen Leistungskatalogen mehrerer Spitäler erstellt

10 Aufnahme von Zahnleistungen Von der Sozialversicherung sowie von der steiermärkischen KAGes wurden die Zahnleistungskataloge zur Verfügung gestellt. Da jedoch für die Leistungen bisher keine Frequenzen vorliegen, wurden keine neuen KAL-Positionen aufgenommen. Dies wird ein Wartungsthema für 2014 sein Bildung von Untergruppen innerhalb einer KAL-Position Obwohl in den Pilotprojekten eine grundsätzliche Eignung des Katalogs für die Dokumentation ambulanter Leistungen nachgewiesen werden konnte, gibt es immer wieder Anfragen, ob Leistungen nicht detaillierter aufgeschlüsselt werden können, da dies für die hausinterne Dokumentation gelegentlich notwendig ist und damit auch die Akzeptanz und Nutzung des Katalogs für eine Originärdokumentation erhöhen würde. Dies betrifft z.b. die radiologischen Leistungen. Im Rahmen der Aufnahme der pathologischen Leistungen, für die in den Basiskatalogen bereits detailliertere Untergruppen bestehen, wurden im KAL analoge Detailpositionen geschaffen. Für diese besteht die Möglichkeit, aber nicht die Verpflichtung, sie intern zu erfassen und auszuwerten. Verpflichtend zu melden ist weiterhin lediglich der KAL-Code. Damit wurde ein Modell für systematische und einheitliche Untergruppen im Leistungskatalog in einem konkreten Kapitel entwickelt. Bei positiven Erfahrungen kann dieses Modell auch auf andere Kapitel ausgedehnt werden, um z.b. für betriebsinterne Zwecke, wie Anforderung oder interne Leistungsverrechnung, für die Dokumentation unter Wahrung der einheitlichen Systematik und Vergleichbarkeit genutzt werden zu können. Eine Auflistung der 2014 vorhandenen Untergruppen für die Pathologiefindet sich in Anhang 1. Als Beispiel ist nachfolgend die Untergliederung des KAL-Codes ZV610 Histologische Befundung von OP-Präparaten dargestellt. KAL-Code KAL-Bezeichnung Beschreibung Beispiele ZV610 ZV610.1 Histologische Befundung von OP- Präparaten OP-Präparate mit bis zu 3 Gewebeblöcken ZV610.2 OP-Präparate mit 4-9 Gewebeblöcken Histologische Befundung von Gewebeblöcken Biopsiepräparaten OP-Präparate ohne besonderen diagnostischen Aufwand mit bis zu 3 Gewebeblöcken OP-Präparate nicht maligner oder maligner Erkrankungen ohne Stufenserie mit 4-9 Gewebeblöcken Appendix, Gallenblase, Tubensterilisation, Tonsillen, Adenoide, Nasenschleimhautresektionen, Gefäße (z.b. Varizen, Endarteriektomien), Herzklappen, Synovialis, Sehnengewebe, Meniskus, Discus, Lipome, Adnexe mit einfachen gutartigen Veränderungen wie Sactosalpinx, nichtneoplastische Zysten und Hydatiden, Bruchsackanteile, einfache Hautläsionen (z.b. Zysten, Polypen, Pilonidalsinus), kleinere Amputate (Teile von Gliedmassen, wie Finger, Zehen) Adnexläsionen, Schilddrüse und andere endokrine Organe, Magenresektat, Haut, Weichteile, Mamma, gutartige Knoten, Darm (Sigmadivertikulose, vaskuläre Darmerkrankungen), Uterus, Lunge, Leber, Extremitätenamputate (nicht-tumorös), sonstige Präparate mit vergleichbarem Aufwand

11 ZV610.3 OP-Präparate mit 10 bis 24 Gewebeblöcken OP-Präparate überwiegend maligner Erkrankungen bzw. hoher Untersuchungsaufwand zum Malignitätsausschluss mit 10 bis 24 Gewebeblöcken Schilddrüse einschließlich Adenome mit Stufenserie (zum Malignitätsausschluss), Uterus, Niere, Magen, Darm, Mamma (auch Malignitätsausschluss z.b. suspekte Mikroverkalkungen), Auge, Lunge, Lymphadenektomie (Neck dissection, mediastinal, Axilla, Mesocolon, Magen, pelvin, paraaortal etc.), Larynx, Prostata, Adnexe, Whipple-Resektat, Leber, Laryngektomien, kieferchirurgische Tumorresektate, Extremitätenamputate (neoplastisch), sonstige Präparate mit vergleichbarem Aufwand ZV610.4 OP-Präparate mit mehr als 24 Gewebeblöcken OP-Präparate mit besonders hohem Untersuchungsaufwand mit > 24 Gewebeblöcken (Zysto-) Prostatektomie, Eviszerationen, Lymphadenektomien, weitere aufwendige Präparate (z.b. Whipple-Resektat) Anmerkungen: Nur die Frequenzen für ZV610 sind verpflichtend zu melden. Sofern Frequenzen für ZV610.1 bis ZV610.4 erfasst werden, gilt, dass die Summe der Frequenzen für die Untergruppen der gemeldeten Gesamtfrequenz für ZV610 entsprechen muss Aufnahmekriterien für vorgeschlagene Ergänzungen zum ambulanten Leistungskatalog Die definierten Kriterien der Katalogerstellung wurden für den Wartungsprozess ergänzt und sollen bei der Weiterentwicklung grundsätzlich beibehalten werden. Die ergänzten Kriterien betreffen insbesondere die Relevanz der neuen Leistungspositionen. So wurde bereits 2011 festgelegt, dass der Nachweis der praktischen Relevanz aus den Daten des Pilotprojekts bestätigt werden muss und Informationen über ökonomische Relevanz analog den Erhebungen zu den Bewertungsrelationen (AP4) verfügbar sein müssen. Zukünftig soll wie auch im stationären Leistungskatalog eine periodische Wartung erfolgen. Diese wird durch das zuständige Gremium (Fachübergreifende Arbeitsgruppe für medizinische Themen) vorbereitet und in weiterer Folge der Bundesgesundheitskommission zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Im Sinne der definierten Änderungszeitpunkte und Kontinuität der praktischen Anwendung werden keine Spontan-Änderungen vorgenommen Historisierung der Katalogpositionen Im Wartungsteam wurden Regeln und Kriterien für die Historisierung der KAL-Positionen entwickelt. Die Vergabe eines neuen Codes soll grundsätzlich durch folgende Umstände ausgelöst werden: Änderung des Leistungsinhalts Änderung der Definition der Leistung Änderung der Zählweise/Leistungseinheit Split einer Leistung

12 Sofern nur eine Textänderung stattfindet, die keine Änderung des Leistungsinhalts nach sich zieht (d.h. Änderung einer Begrifflichkeit, wie z.b. Umbenennung einer Leistung von Lungenfunktionsprüfung auf Spirometrie ) wird ein neues Gültigkeitsdatum vergeben, aber kein neuer Code. Mit diesen Änderungen und weiteren redaktionellen Überarbeitungen wurde der KAL 2013 zum KAL 2014 erweitert, der die Grundlage für eine bundesweite Leistungsdokumentation im gesamten ambulanten Bereich (intra- und extramural) ab 1. Jänner 2014 bildet und am von der BGK beschlossen. 2.2 AP2: Umsetzung der Dokumentation in Pilotprojekten Gesetzliche Grundlage der Datenmeldung in den Pilotprojekten Das Bundesgesetz über die Dokumentation im Gesundheitswesen wurde im Gesundheitsreformgesetz 2013 novelliert und ist die aktuelle Grundlage für die Dokumentation im und das Berichtswesen über das Gesundheitswesen. Insbesondere wurde damit die den datenschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechende rechtliche Grundlage für die Dokumentation von gesundheitsbezogenen Daten geregelt und stellt die Basis sowohl für die Pseudonymisierung der Daten von Leistungserbringer- Innen und LeistungsempfängerInnen dar, als auch für die technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen für den Prozess der Pseudonymisierung. Ergänzend dazu wurde mit die Verordnung des Bundesministers für Gesundheit zur Dokumentation im ambulanten Bereich im Bundesgesetzblatt (BGBl. II Nr. 305/2013) kundgemacht. Diese Verordnung definiert die Art der Datenübermittlung, deren Gliederung in Satzarten und die darin enthaltenen Datenfelder Datenmeldung nach dem neuen Leistungskatalog Seitens der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Vorarlberg wurden die Pilotprojekte fortgesetzt, wobei weiterhin eine Zusammenarbeit mit den jeweiligen SV-Trägern vorgesehen war. Ziel dieser Pilotprojekte war es, weitere Erfahrungen zur weiteren Umsetzung eines einheitlichen Berichtswesens über den ambulanten Bereich zu gewinnen. Die anhand der Evaluierungsergebnisse ausgesprochenen Empfehlungen wurden für die Wartung und Weiterentwicklung des KAL herangezogen bzw. sollen auch für künftige Arbeiten berücksichtigt werden. Allen Institutionen ist gemeinsam, dass es Positionen im Leistungskatalog gibt, die nicht durch Verweise aus dem jeweiligen Hauskatalog getroffen werden. Im Sinne einer möglichst vollständigen Datenerfassung und -sammlung wurde daher empfohlen, die Hauskataloge um die fehlenden Leistungspositionen zu ergänzen, sofern sie im Haus erbracht werden

13 2.2.3 Stand der Datenmeldung Bis zum Stichtag wurden für die Jahre 2011 und 2012 Daten über jeweils mehr als 50 Mio. Frequenzen (Kontakte) in intra- und extramuralen Gesundheitseinrichtungen an das BMG übermittelt. Für 2012 liegen derzeit nur die Datenmeldungen aus dem spitalsambulanten Bereich vor. Die Datenmeldung für 2013 soll als Testlauf für den neuen Datensatz und die Pseudonymisierung dienen und wird erst im 1. Halbjahr 2014 erfolgen. 2.3 AP3: Aufbau einer gemeinsamen Datenbank und Bereitstellung zu weiteren Analysen Datensatz, Datenfluss, Analyseinstrumente Der Datensatz und die Berichtstermine wurden in der in Kap angeführten Verordnung definiert. Die teilnehmenden Bundesländer und die SV werden ihre Daten für die Datenmeldung 2013 an diese Strukturen anpassen. Die Daten werden vom BMG übernommen und über das Data Warehouse DIAG zur weiteren Auswertung bereitgestellt. Im DIAG können die Daten aus dem Ambulanzbereich analog den Daten aus dem stationären Bereich nach verschiedenen Kriterien analysiert und dargestellt werden Pseudonymisierung Gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und den beteiligten Bundesländern wurde eine Lösung ausgearbeitet, die allen Anforderungen des Datenschutzes und des E-Governments entspricht und durch deren Ablauf den Leistungserbringern kein zusätzlicher Aufwand entsteht. Als Ergebnis wird die Pseudonymisierung von der im Hauptverband eingerichteten Pseudonymisierungsstelle vorgenommen. Die für die Pseudonymisierung notwendigen legistischen Änderungen (Novellierung des Dokumentationsgesetzes und der Verordnung) konnten im Jahr 2013 abgeschlossen werden. Es wurde vereinbart, dass die Pseudonymisierung ab dem Vorliegen einer Rechtsgrundlage rückwirkend für alle Daten ab dem Jahr 2013 erfolgt. Diese pseudonymisierten Daten werden dann im Rahmen des Berichtswesens an den Bund gemeldet. Ab 2015 werden auch die stationären Daten ident pseudonymisiert, wodurch eine sektorenübergreifende Beobachtung ermöglicht wird. In der nachfolgenden Graphik ist der Ablauf der Pseudonymisierung darstellt

14 - 14 -

15 2.4 AP4: Entwicklung von Bewertungsrelationen Die derzeit in Verwendung befindlichen Haus- und Fondskataloge dienen zum Teil der Verrechnung zwischen den Krankenanstalten bzw. der Verteilung der Mittel für den Ambulanzbereich aus dem jeweiligen Landesgesundheitsfonds. Damit diese Funktionalität auch erhalten bleibt, nachdem der Katalog ambulanter Leistungen als Dokumentationsgrundlage eingeführt ist, muss der Leistungskatalog mit Bewertungsrelationen hinterlegt werden. Zu diesem Zweck wurde das Arbeitspaket 4 (AP4) eingerichtet, in dem diese Vorarbeiten geleistet werden. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe sollen auch auf andere Bundesländer übertragbar und für diese plausibilisierbar sein. Gleichzeitig soll die Bewertungsmethodik weitestgehend vergleichbar mit jener des stationären Katalogs sein. Die Anwendung der Ergebnisse im Rahmen der Regelungen für die Finanzierung des spitalsambulanten Bereichs über den Landesgesundheitsfonds wird bis zu einer bundesweiten Einigung über Finanzierungsmodelle für den ambulanten Bereich weiterhin auf Länderebene festzulegen sein. In der Arbeitsgruppe waren über die am Pilotprojekt teilnehmenden Bundesländer hinaus auch Salzburg, Wien sowie der Hauptverband der Sozialversicherungsträger, gemeinsam mit dem Hanusch KH, vertreten Ergänzende Erhebungsarbeiten zu den direkt zuordenbaren Einzelkosten Die erste Phase der Erhebungen und Erstellung von Bewertungsrelationen wurde bereits im Jahr 2012 abgeschlossen. Für bisher nicht erhobene Leistungen wurden von der Fachhochschule Steyr im Jahr 2013 Nacherhebungen in Krankenhäusern in NÖ, OÖ, Kärnten und der Steiermark durchgeführt. Hierbei handelte es sich überwiegend um neue Leistungspositionen, für die bisher noch keine Leistungsanzahlen aus den Pilotprojekten vorliegen. Die Aufbereitung dieser Ergebnisse entsprechend der Methodik 2012 und Einarbeitung in die Bewertungsrelationen ist in Vorbereitung und soll im AP4 abschließend diskutiert werden Ergebnisse der Bewertungsrelationen Die Bewertungsrelationen basieren auf Einzel- und Gemeinkosten. Die einzelnen Leistungen wurden im Verhältnis zur KAL-Position HH510 Endoskopie des Kolons (= 100 Punkte) dargestellt. Diese Leistung wurde gewählt, weil sie eindeutig definiert ist, in der Erhebungsphase oft beobachtet wurde und damit eine gute Repräsentativität gegeben ist

16 Bei den Relationen ist zu beachten, dass es sich um Erhebungen aus Spitalsambulanzen handelt, die in der Struktur und im Schweregrad der PatientInnen nicht dem niedergelassenen Bereich entsprechen müssen, z.b. in der Zahnmedizin/Kieferchirurgie. Damit werden gemäß Projektauftrag für ambulant erbringabre Leistungen die Bewertungsrelationen zur Verfügung stehen. 2.5 Ergebnisse des Projektlenkungsausschusses (PLA) Am fand eine Sitzung des PLA statt. Schwerpunkte waren die Ergebnisse der Bewertungsrelationen und die Vorbereitung der Pseudonymisierung. Es wurde festgehalten, dass durch die Bewertungsrelationen noch keine einheitlichen Bezahloder Abrechnungssysteme definiert sind, sondern ausschließlich die Zielsetzung der Übernahme von Funktionalitäten bestehender Leistungskataloge auf Länderebene gewährleistet werden soll. Eine direkte Vergleichbarkeit von Tarifen im niedergelassenen Bereich und Kosten im spitalsambulanten Bereich wird durch mögliche Unterschiede in der Patientenstruktur und auch hinsichtlich Komplexität oder Schweregrad erschwert. Durch Terminkollisionen mit den Verhandlungen zur Gesundheitsreform konnte 2013 keine weitere Sitzung des Projektlenkungsausschusses stattfinden. Die Ergebnisse der Weiterentwicklung des KAL für 2014 wurden daher den Mitgliedern des PLA schriftlich vorgelegt und in einem Umlaufbeschluss zustimmend zur Kenntnis genommen. 2.6 Berichte an die Bundesgesundheitskommission In der Sitzung der BGK vom wurde der Bericht über den Stand der Projektarbeiten zur Kenntnis genommen. 2.7 Vorbereitung der Umsetzung der verpflichtenden Datenmeldung ab 2014 Ab 2014 werden der MEL-Katalog und der KAL zu einem Leistungskatalog des BMG zusammengefasst. Für die Verwendung werden davon 2 Auszüge erstellt: im stationären Bereich verpflichtend (= bisheriger MEL-Katalog) im ambulanten Bereich erbringbar (= KAL + MEL aus Überschneidungsbereich) Für im ambulanten Bereich erbringbar wurden alle Positionen des KAL und jene MEL ausgewählt, die keinen Error und kein Warning betreffend Erbringbarkeit an 0- Tagesfällen verursachen

17 2.7.1 EDV-Tools Zur Unterstützung der Umsetzung werden weiterhin folgende EDV-Tools bereitgestellt: Aktualisiertes Programmpaket LKatManager zur Erstellung der Überleitung- und Umschlüsselungsregeln vom Hauskatalogs auf den Leistungskatalog BMG. Dieses Programm steht seit diesem Jahr in zwei Versionen zur Verfügung: Die krankenanstaltenorientierte Offline-Version kann anwenderorientiert auf einem bestimmten Computer installiert und benutzt werden. Die Online-Version kann mit Hilfe der Bürgerkartenfunktion von jedem beliebigen Rechner aus verwendet werden. In der Online-Version ist es auch möglich, sich die Umschlüsselung anderer Krankenanstalten anzuschauen und mit der eigenen Umschlüsselung zu vergleichen. Programmpaket KAL-Mapper zur Überleitung von Basisleistungen auf den KAL (Leistungszahlen) Aktualisiertes Programmpaket ADok zur Unterstützung der Datenmeldung entsprechend der Verordnung Alle Programme stehen auf der Homepage des BMG zur Verfügung Informationsveranstaltungen Seitens der Projektkoordination und der Länderassistenz fanden mehrere Informationsveranstaltungen bei Krankenhausträgern sowie in Spitälern statt, in denen sowohl technische als auch inhaltliche Fragestellungen diskutiert wurden. Hieraus wurde eine Fragensammlung ( FAQ ) generiert, die ebenfalls auf der Homepage des BMG zur Verfügung steht. 2.8 Weitere Vorgangsweise 2014 Mit der bundesweiten Einführung der Leistungsdokumentation im ambulanten Bereich ist das Projekt zur Entwicklung des KAL und dessen Erprobung in Pilotprojekten abgeschlossen. Für den Regelbetrieb ab 2014 wird derzeit eine neue Organisationsstruktur für die ambulante Dokumentation eingerichtet. Es ist vorgesehen, die Leistungsdokumentation im ambulanten Bereich durch eine bundeseinheitliche Diagnosencodierung zu ergänzen. Diese wird 2014/2015 in Pilotprojekten erprobt

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