Bundling im Retailbanking Die Katze im Sack

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1 Bundling im Retailbanking Die Katze im Sack Master Thesis Freie wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung des Grades MBA Master of Business Administration an der Europäischen Fernhochschule Hamburg Betreuender Tutor: Prof. Dr. Jörn Altmann Zweitkorrektor: Herbert Dirkes, ABN Amro Vorgelegt von: Diplomkaufmann Christian Brakmann Möser Str. 54c Osnabrück Datum der Abgabe:

2 2 Inhaltsverzeichnis 0. Executive Summary 4 1. Vorgehensweise 5 2. Betrachtung von Produktbündelungen Allgemeines zu Produktbündelungen Entwicklung von Angebotsbündeln Gefahren einer Bündelungsstrategie Produktbündelungen im heutigen Kreditgeschäft am Beispiel der 12 Kreditkarte 3. Betrachtung des Retailbanking Bankgeschäfte im Allgemeinen Vom Privatkundengeschäft zum Retailbanking Retailbanking heute Kreditgeschäft im Retailbanking Allgemeine Risiken bei der Kreditvergabe Spezielle Problemstellungen bei der Kreditvergabe an Retailkunden Bonitätsprüfung Soziodemographische Daten Wirtschaftliche Daten Externe Daten Exkurs: Datenschutz Vergabepraxis Herkömmliche Verfahren Heutige Kreditvergabeverfahren (Scoring) Spezielle Bankrisiken bei Kreditbündeln Rechtliche Problemstellungen Bankinterne Verantwortlichkeiten Inaktive Kunden Beispiele aus der Praxis Bank A Bank B Schlussbemerkung Zusammenfassung 46

3 3 Anhänge / Anhang 1. Literatur- oder Quellenverzeichnis xx 2. Fußnoten xx

4 4 0. Executive Summary Die vorliegende Arbeit untersucht die im Retailgeschäft von Banken weit verbreitete Bündelung von Kreditprodukten. Sowohl aus der Sicht des Verbrauchers ist diese Praxis fragwürdig verführt sie doch zu höheren Verschuldungsgraden als auch aus der Sicht von Banken sind entstehende Konzentrationsrisiken bis hin zu so genannten Klumpenrisiken kritisch zu beleuchten. Die Praxis der Kreditvergabe wird untersucht und die zum Einsatz kommenden Verfahren werden kritisch hinterfragt. Der potentielle Schuldner erfährt, was hinter den Kulissen mit seinem Kreditantrag geschieht, ebenso wird aufgezeigt, warum Banken diese Strategien wählen und es wird auf etwaige Risiken für Banken aufmerksam gemacht. Die Arbeitshypothese lautet: Die weitere Vereinfachung und Standardisierung von privater Kreditvergabe begünstigt den steigenden Verschuldungsgrad privater Haushalte schützt aber die Banken umgekehrt nicht vor risikoreichen Engagements sondern begünstigt die Entstehung von Klumpenrisiken. Die vorliegende Arbeit bestätigt dies die weitgehende Ausschaltung von menschlichen Entscheidungen im Kreditvergabeprozess begünstigt die Genehmigung von immer mehr Krediten, vor allem vor dem Hintergrund eines hart umkämpften Verbraucherkreditmarktes auf dem nur durch die Generierung von Skaleneffekten Gewinne erzielt werden können. Wo in der Vergangenheit noch verantwortungsvolle Einzelfallentscheidungen getroffen wurden ist nun die Maschine Schuld der beratende Mitarbeiter am Schalter ist lediglich als Verkaufsagent tätig und sieht sich einem entsprechendem Absatzdruck ausgesetzt. Jedoch wird so auch die individuelle Einflussmöglichkeit von erfahrenen Beratern ausgeschaltet durch den Einsatz von Scoring-Verfahren beschneiden die Banken ihre eigene Kompetenz, durch jahrelange Berufserfahrung aufgebaute Kompetenzen der Mitarbeiter vor Ort werden negiert. In der Konsequenz sind schlussendlich einige wenige Risikomanager zentral verantwortlich für ganze Verbraucherkreditportfolien. Machen diese Manager Fehler oder wird ihren Argumenten innerhalb von Banksteuerungsgremien nicht entsprechendes Gehör gegeben so laufen ganze Kreditportfolien Gefahr in Zeiten von Rezession oder externen Wirtschaftsschocks

5 5 ganz plötzlich notleidend zu werden. Des Weiteren sorgt die massenweise erfolgende Herauslage von Konsumentenkreditlinien für einen negativen Gewinneffekt da diese Kreditlinien mit Risikokapital hinterlegt werden müssen dem aber im Falle von nicht abgerufenen Krediten keine oder nur geringe Erträge gegenüberstehen ein weiterer Effekt der scoring-basierten Herauslage. Im Risikomanagement von Banken galt in den letzten Jahren eigentlich immer die Maxime im Rahmen der Kreditherauslage Scoringverfahren einzusetzen, es wurde lediglich nach der besten Scorekarte gesucht bzw. ein ständiges mathematisches Optimieren der Verfahren versucht. Selten wurde hinterfragt, ob im Lichte der Gesamtbank betrachtet nicht althergebrachte Verfahren der individuellen Kundenbetrachtung mehr positives vorzuweisen haben als gemeinhin angenommen. 1. Vorgehensweise Darf s ein bisschen mehr sein? diese Frage dürfte vor allem von der Fleischtheke des örtlichen Supermarktes her bekannt sein. Banken stellen diese Frage in dieser Form natürlich nicht jedenfalls nicht derart offensichtlich. Banken versuchen stattdessen, oftmals ihren Kunden über dessen eigentlichen Kreditbedarf hinaus weiteren Kredit einzuräumen. Die Konzepte, welche hierbei zum Tragen kommen reichen vom simplen Cross-Selling-Ansatz 1, also der gleichzeitige Verkauf von mehreren Kreditprodukten, bis hin zu ausgeklügelten Scoring-Verfahren, welche eine Art maximale Kredithöhe 2 bestimmen sollen und dem Kunden dann anstelle der eventuell angefragten 2000 Euro insgesamt Euro anbieten ob er sie braucht oder nicht. Die vorliegende Arbeit untersucht die Praxis dieser Kreditvergabe und beleuchtet die zum Einsatz kommenden Verfahren kritisch. Der potentielle Schuldner erfährt, was hinter den Kulissen mit seinem Kreditantrag geschieht, ebenso wird aufgezeigt warum Banken diese Strategien wählen und auf etwaige Risiken für die Banken aufmerksam gemacht. 1 z.b. ABN Amro. 2 z.b. Hypovereinsbank.

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