Ratgeber Spielregeln Wie wir miteinander umgehen sollten

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1 Ratgeber Spielregeln Wie wir miteinander umgehen sollten Institut für Rhetorik und Kommunikation I Institute of Rhetoric and Communication I Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 1

2 Ratgeber Spielregeln Wie wir miteinander umgehen sollten Gabriele und Günter Zienterra Copyright 2014 by Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation printed in Germany Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung, sind vorbehalten. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 2

3 Leid- oder Leitfaden Spielregeln, wie wir miteinander umgehen sollten?! Wann war Ihr letzter Streit? Oh, das gibt es bei Ihnen nicht! Aber dann machen Sie es sich doch mal bewusst, wann ein Streit oder eine gespannte Atmosphäre entsteht. Vielleicht in Ihrem Bekanntenkreis, in der Firma oder bei einer Diskussion oft ist es nur ein Wort, eine Bemerkung nebenbei Viel Verkehr auf der Autobahn, und vorher war manches noch zu erledigen Verspätet, aber endlich zu Hause. Empfangen werden Sie von dem Menschen, der Ihnen nahe steht, mit dem Satz: Jetzt kommst du erst!" Ist es nicht so, da muss man erst schlucken, bevor die Begründung für das Späterkommen gefunden wird. Oder es kommt gar nichts, und eine eisige Atmosphäre steigt auf. Warum so ein Empfang? Nein, nicht Böswilligkeit - es ist doch Freude da über die Rückkehr; doch wir überlegen oft nicht, was wir sagen. Routine, Gewohnheit, Floskel, Überraschungseffekt natürlich auch Böswilligkeit oder Angst Da muss ich widersprechen!", sagt jemand bei der Diskussion. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 3

4 Der so Angesprochene hört gar nicht mehr, was noch gesagt wird. Für ihn ist Widersprechen eine Kampfansage", bei der er zurückschlagen muss. Das ist falsch! Das können Sie doch gar nicht beurteilen: Schlagabtausch bei Verhandlungen wie beim Boxen! Krieg der Worte", heißt der Kampf bei Politikern, bei Verhandlungen, in Familien, in Partnerschaften! Warum? Ist es der Urtrieb, den anderen zu vernichten, um selbst zu überleben - oder ist es wie bei den Hunden das Bellen und Beißen? Doch oft ist es nur Gedankenlosigkeit. Aber das zu erforschen ist nicht nur eine neue Rhetorik, sondern auch Friedensforschung! Vielleicht können wir nach der großen Sprachverwirrung wieder Worte finden, die uns zusammenführen? Ein Sprichwort der Tartaren sagt: Ein gutes Wort bringt drei Monate Wärme, ein böses Wort sechs Monate Frost." Überwinden wir noch einmal die große Eiszeit und erkennen: Das richtige Wort kann kalte Fronten auftauen! Zünden wir also ein Freudenfeuer an. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 4

5 Denn, wenn uns etwas Freude macht, dann geht es leichter, müheloser. Wir haben aus dem Leben ein Formel-1 Rennen gemacht und dabei die richtige Balance zwischen Sich-Bewahren und Sich-Abgrenzen vergessen. Wehret den Anfängen. Jeder sollte, wenn sie/er sich persönlich nicht wohlfühlt, nein sagen. Das rechtzeitige Abstecken von Grenzen verhindert meistens weitere Übergriffe. Keine Reaktion gilt immer als stummes Einverständnis. Niemals sollte man Dinge bis zu dem Moment zulassen, wo man nicht mehr Herr (oder Frau) der Lage ist. Dann ist es meistens zu spät. Es macht keinen Spaß, diese Spielchen mit starken Persönlichkeiten zu spielen. Je gefestigter Sie dem potenziellen Aggressor entgegentreten, desto mehr verliert er die Lust daran. Keinesfalls sollen Sie sich einschüchtern lassen. Bemerkungen wie Wer wird denn so verklemmt sein, Sie sind eine Spielverderber/in oder Was bist du denn so zickig sind Ausdrücke seiner Hilflosigkeit Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 5

6 und dürfen nicht persönlich genommen werden. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 6

7 Selbstbewusste verbale Retour-Taktiken Ich spiele gerne, aber die Spielregeln lege ich fest... oder SO klein und schon so frech! haben schon viele Angreifer in die Flucht geschlagen. In solchen Situationen darf jeder ab und zu gepflegte Umgangsformen vergessen. Bei mehrmaligen Entgleisungen oder Drohung von Versetzung oder Entlassung kann eine Ankündigung, dass die Angelegenheit gemeldet wird, Wunder wirken. Verbale Selbstverteidigung Wichtige Eigenschaften, die im Privatleben als auch im Beruf gefragt sind, gepaart mit Einfühlungsvermögen und Respekt gegenüber den Mitmenschen ergibt soziale Kompetenz und ist ein echter Karrierefaktor. Ein Fall aus dem Arbeitsleben: Was ist zu tun, wenn wir einen Chef haben, der unter einem Stroke-Defizit leidet? Arbeiten wir bewusst mit positiven und negativen Strokes? Der Begriff Stroke kommt aus der amerikanischen Psychologie und bedeutet sowohl Streicheln als auch Schlagen. a) positive Strokes: umarmen, streicheln Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 7

8 ein lieber Blick ein nettes Wort b) negative Strokes: jemandem körperlich wehtun, ein böser Blick, ein Schimpfwort, eine beschämende Bemerkung sowie jede Art von wütender, zorniger Reaktion usw. Wir hören ihn, denn die Türe schlägt er regelmäßig so laut zu, dass es im ganzen Haus widerhallt. Er benutzt viele unhöfliche Ausdrücke, und hat an allem etwas auszusetzen, übt oft ungerechtfertigte Kritik: er macht sich sozusagen überall unbeliebt. Mit anderen Worten: er sammelt laufend negative Strokes von den verärgerten Mitarbeitern ein. Wie können wir uns auf einen Chef, der sich schlecht verhält, einstellen? Gut ist es, wenn wir das schlechte Benehmen übersehen. Wenn er sich jedoch positiv verhält was selten vorkommt eine freundliche Bemerkung machen. Wir belohnen ihn mit einem Lächeln, einem freundlichen Wort einem ehrlich gemeinten Kompliment usw. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 8

9 Das heißt: Will dieser Chef überhaupt irgendwelche Strokes von uns erhalten, so kann er dies nur durch positives Verhalten. So löschen wir unerwünschte Verhaltensweisen. Resultat: Nachdem wir einige Wochen mit dem Chef gearbeitet haben, wird sich das Verhältnis verbessern. Außerdem erledigen wir unsere Arbeitsaufträge zuverlässig und gewissenhaft, wodurch dem Chef indirekte positive Strokes zukommen, was sehr zu einem guten Klima beiträgt. Wir schaffen so eine positive Atmosphäre, zu der wir beigetragen haben. Darauf können wir stolz sein. Was können wir aus dieser Regel ableiten? Diese Regel ist besonders wertvoll, da jeder Mensch Zeit seines Lebens auf Strokes von seinen Mitmenschen angewiesen ist. Wollen wir darüber hinaus uns ein gutes Selbstwertgefühl aufbauen, dann kommt es auf fünf Faktoren an. Es sind Aus seinem Leben das Meiste machen Talente bestmöglich einsetzen Mit sich und anderen gut auskommen Probleme lösen, weil es Spaß macht Sich selbst verwirklichen Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 9

10 Denn, was wir tun oder lassen, ist auf die Erhaltung des Gleichgewichts abgestimmt. Leichter gesagt. Einfach getan. Anpacken. Inspirationsgedanken. 1. Sagen Sie "JA" zu sich selbst. Sie sind ein Original! Akzeptieren Sie sich, so wie Sie sind. Mit Ihren Stärken und Schwächen. Selbstbewusstsein bringt Selbstvertrauen und Zuversicht. Seien Sie immer ganz Sie selbst, imitieren oder kopieren Sie niemals einen anderen. 2. Programmieren Sie sich positiv. Aktivieren Sie Ihre Lebensfreude und Ihre positive Einstellung. Damit gewinnen Sie eine positive Ausstrahlung, die sich auf andere überträgt. Mit Ihrem Charme und Ihrer Ausstrahlung erzeugen Sie Sympathie. Sympathie erhöht Ihre Glaubwürdigkeit. 3. Seien Sie wohlwollend zu Ihren Zuhörern. Versuchen Sie, die Menschen zu mögen, die Sie ansprechen. Sprechen Sie immer zuerst die positive Seite der anderen Menschen an. Gezieltes Lob, Achtung und Wertschätzung sind der Schlüssel zum Herzen Ihrer Zuhörer. 4. Geben Sie Ihren Gesprächspartnern genügend Zuwendung. Signalisieren Sie Ihren Partnern mit Augenkontakt und freundlichem Gesicht, dass sie sich für Sie interessieren. Registrieren Sie, was Ihnen die Zuhörer körpersprachlich signalisieren und nehmen Sie darauf Bezug. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 10

11 5. Versuchen Sie, Emotionen zu produzieren. Verwenden Sie emotionale Ich-Botschaften (Ich-Aussagen). Sprechen Sie Ihre Gefühle aus, die mit Ihren Aussagen, Thesen, Meinungen und Beispielen zusammenhängen. (Ich bin beeindruckt; Ich bin beunruhigt; Ich zweifle; Es beschäftigt mich usw.) Damit lässt sich ein Generalfahrplan entwickeln, ein zuverlässiger Wegweiser für die Gestaltung Gesprächen der verschiedensten Art aufstellen und ein Mosaik der Sprachweisheit der Völker legen. Kommunikationsstörungen werden oft durch Kleinigkeiten ausgelöst. Ein Wort, das negative Gefühle weckt, ein falscher Zungenschlag, ein besonderer Tonfall, eine bestimmte Gebärde genügen, um in dem Kommunikationspartner eine Reaktion auszulösen, die eine Verständigung unmöglich macht. Manchmal genügt auch schon das äußere Erscheinungsbild eines Menschen, um ein Miteinander zu verhindern. Das Unvermögen der Beteiligten, Kommunikationsstörungen rechtzeitig zu erkennen, sowie ihre Ursachen aufzudecken und zu beseitigen, führt zum Scheitern der Begegnung. Um Ihre Entwicklungsfelder zu identifizieren, machen Sie jetzt einen Test. > Ich bin überrascht, dass es häufig zum Streit um Nichtigkeiten kommt. > Mir fällt es schwer, Gesprächsteilnehmer für eine gemeinsame Sache zu begeistern. > Ich kann andere schlecht einschätzen. > Ich weiß nicht, wie ich das Gesprächsklima positiv beeinflussen kann. > Wenn das Thema zerredet wird, weiß ich nicht, Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 11

12 was ich dagegen tun soll. > Mir fällt es schwer, andere für meine Meinung zu gewinnen. > Ich wüsste manchmal gern, ob die anderen Gesprächsteilnehmer so denken wie sie sprechen. > Ich finde häufig nicht den richtigen Ton. > Auf Einwände anderer Gesprächsteilnehmer reagiere ich oft nicht angemessen. > Ich gelte als zu lahm und ausdrucksschwach. > Ich habe in Besprechungen Stammfeinde. > Es fällt mir oft schwer, das Gespräch in der Hand zu behalten. > Ich vernachlässige häufig die Einstellungen auf meine Gesprächspartner. > Überzeugen fällt mir schwer. > Die Gesprächspartner gehen oft überhaupt nicht aufeinander ein. Wenn Sie bei mehr als fünf Aussagen mit Ja geantwortet haben, empfehlen wir Ihnen, an diesen Themen zu arbeiten. Rücken Sie stets den größten Schwachstellen zuerst zu Leibe und konzentrieren Sie alle Ihre Kräfte auf deren Beseitigung. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 12

13 Geheimniskrämerei schafft Konflikte Fairness ist der halbe Verhandlungserfolg 6 Grundsätze für kommunikationsfreundliches Verhalten Grundsatz 1: Wir akzeptieren unsere Gesprächspartner ohne Rücksicht auf Sympathie. Grundsatz 2: Wir vermeiden vorschnelle Bewertung. Grundsatz 3: Negative Aussagen nicht personalisieren. Durch Formulierungen wie Sie haben versäumt.../ihre Schuld ist.../ Infolge Ihrer Dusseligkeit..., wird der Betreffende auf der sozioemotionalen Ebene gefordert und wird sich verteidigen. Grundsatz 4: Den Gesprächspartner in den Mittelpunkt stellen. Das was einen Menschen am meisten interessiert, ist er selbst. Sie müssen den anderen (durch Fragen) aktivieren und ihm dann aufmerksam zuhören. Grundsatz 5: Sympathie signalisieren. Menschliches Verhalten beeinflusst sich wechselseitig. Das ist die Echo-Wirkung. Jeder Mensch mag vor allem diejenigen, von denen er annimmt, dass sie ihn mögen. Grundsatz 6: Wir stellen uns auf den Gesprächspartner ein. Machen Sie sich über die Erwartungshaltung der Partner Gedanken und stellen sich weitgehend darauf ein. Durch kommunikationsfreundliches Verhalten können wir Kommunikationsstörungen vermeiden. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 13

14 Taktik der Konfliktbewältigung im Gespräch Sagen Sie einfach häufiger einmal ja, ohne sich dadurch wirklich an ein Argument zu binden. Sie erreichen, dass der Gesprächspartner emotional positiv reagiert. Diese positive Einstellung wird er so leicht nicht wieder abbauen. Sagen Sie häufiger, was Ihnen wichtig und wert ist. Betonen Sie. Die Gesprächspartner werden Ihre Argumente leichter wiedererkennen und emotional positiv besetzen. Wirken Sie eindringlich auf Ihre Gesprächspartner ein. Nehmen Sie Entscheidungen als in seinem Sinne gefallen vorweg und zeigen Sie ihm, welchen Vorteil er durch diese Entscheidungen hat. Appellieren Sie ruhig einmal an das Wir Gefühl, an die guten alten Zeiten, oder an die bisher erfolgreiche Zusammenarbeit. Wenn Sie bislang mit Ihren aktuellen Konfliktgegnern gut ausgekommen sind, können Sie sich dieser emotionalen Nachhilfe bedienen. Den vernünftigen Ausgleich zu finden, ist in der Praxis nicht immer einfach; der Versuch lohnt sich. Stellt man Ihre Argumentation grundsätzlich in Frage oder wirft man Ihnen eine unscharfe Darstellung Ihrer Absichten vor, so kommen Sie einfach auf diese Frage noch einmal zurück. Lassen Sie sich nicht festnageln, sondern weichen Sie aus, verlagern Sie Ihre Argumentation zeitlich. Haben Sie bis zu einem gewissen Grade Verständnis für den Standpunkt Ihres Kontrahenten, sind ganz seiner Meinung, jedoch haben Sie einige Bedenken. Sie können Befürchtungen sehr wohl verstehen, doch darf man darüber nicht vergessen, dass... etc. Sie können sich für kontroverse Standpunkte auch bedanken. Sie nehmen damit dem Konfliktgegner einen Großteil seiner emotionalen Triebkraft und überraschen ihn. Er wird eher bereit sein, sich sachlich mit Ihnen auseinanderzusetzen. Kämpfen Sie nicht gegen das unerbittliche Nein eines Konfliktgegners an. Er wird es niemals zulassen, dass seine kategorische Ablehnung von Ihnen aufgeweicht wird. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 14

15 Umgehen Sie den Standpunkt und verlagern Sie die Argumentation. Jedes Problem hat zwei Seiten; sprechen Sie die zweite Seite an, um schließlich doch zu einem JA zu kommen. Nicht anwenden sollten Sie die hin und wieder empfohlene Relativierungstaktik, mit der Sie Einwände des Gesprächspartners in eine unfaire Relation bringen und dadurch in ihrer Wichtigkeit herabstufen. Die sogenannte Leerlauftaktik, nach der Sie den Gesprächspartner in seinem Redestrom bewusst nicht unterbrechen, und ihn mit nichtssagenden Bemerkungen sogar ermuntern weiterzusprechen, (bis dieser sich widersprochen, oder den Faden verloren hat) kann für langfristige Konfliktbewältigung nicht dienlich sein. Da Sie es nicht mit dummen Jungs zu tun haben, schlagen solche faulen Tricks auf Sie zurück. Auch das Vorwegnehmen möglicher Einwände wird Ihnen nicht immer weiterhelfen. Allenfalls durch eine geschickte Gegenfrage können Sie einen hartnäckigen Konfliktgegner ein wenig aufweichen, und eine leichte Provokation ( Da bin ich aber skeptisch ) kann letztlich Sie alle einer Lösung des Konflikts näher bringen. Was die Zuhörer Ihnen übelnehmen. Was sollte besser ungesagt bzw. ungetan bleiben? Was vergiftet eine Gesprächsatmosphäre? 1. Schulmeisterliche Belehrung der Zuhörer Gefahr: Nun passen Sie mal gut auf oder Jetzt hören Sie mal zu und der erhobene Zeigefinger. 2. Kritik am Publikum Sehr viele Menschen erleben Kritik (negative) als Herabwürdigung Ihrer Person oder als Angriff. Negative Kritik ist zu vermeiden. 3. Unbedingt recht haben wollen Der Rechthaber ist beim Zuhörer sehr schlecht angesehen. Wenn Sie Recht haben, verzichten Sie darauf, das selbstgefällig herauszustreichen. 4. Arrogantes Auftreten Viele Menschen ertragen es schon schwer, wenn ein anderer ihnen wirklich überlegen ist, auch wenn er nicht überheblich auftritt. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 15

16 Arroganz schafft aber auf jeden Fall Ablehnung, wenn nicht Hass. 5. Unsicherheit der Zuhörer vergrößern Sie dürfen nicht annehmen, dass Ihnen jemand folgt, wenn Sie seine Verwirrung vergrößern. Im Gegenteil: der Zuhörer sucht Klarheit und Sicherheit. 6. Den Gesprächspartner langweilen Ein langweiliges Gespräch wird immer schlecht aufgenommen, auch wenn es inhaltlich noch so gut ist. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 16

17 Mit dem komme ich nicht ins Gespräch Haben Sie das nicht auch schon einmal gedacht? Oder gesagt: Mit dem kann ich nicht sprechen. Oder: Mit ihr komme ich nicht ins Gespräch. Was könnte die Ursache sein? Es könnte jemand sein, der durch seine Gesprächsart, durch den Gesprächsstil, durch die Wortwahl, uns die Lust zum Dialog nimmt. Oder es reizt uns zum Widerspruch, und aus dem Gespräch wird der Disput das Streitgespräch. Na wenn schon, könnten Sie jetzt denken, ich kreuze gerne die Klinge mit dem Wort. Oh ja, bei einem Gespräch verschiedene Meinungen zu haben, seine eigene geschickt zu vertreten, kann wie ein fairer Wettkampf sein. Das ist auch das Prinzip der Dialektik. Aber um solch einen anregenden Disput geht es auch nicht, sondern um Gesprächsstörungen, um Ursachen, die den Dialog abblocken oder gar nicht erst aufkommen lassen. Tragisch ist das, wenn es bei Menschen passiert, die aufeinander angewiesen sind, wie Chef und Mitarbeiter oder Verkäufer und Kunden. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 17

18 Es gibt auf vielen Gebieten Verhütungsanregungen, Vorsorgemöglichkeiten, und das ist ja gut so. Aber wie ist es mit der Sprache, bei dem, was wir täglich tun, beim Miteinander Sprechen? Da überlassen wir es doch oft der Stimmung, der Situation, dem Augenblick. Aus dem Miteinander wird dann leicht ein Auseinander. Aus dem Dialog ein Monolog, und es kommt das Schweigen. Aber decken wir sie auf, die bewussten und unbewussten Blockaden, bei einem Gespräch. Gesprächshindernisse sind: Kritik Verallgemeinern, Einschränkung Ausfragen, in die Enge treiben, Vorwürfe von sich sprechen, schnelle Lösungen Herunterspielen, bewerten urteilen, drohen, übertreiben, nicht ernst nehmen, von oben herab zu viel versprechen, abspringen vom Thema, gleichgültige, unkonzentrierte, verschlossene Körpersprache. Wie könnten diese Punkte in der Praxis vorkommen? Nehmen wir einen Fall aus dem täglichen Leben und gehen so die Gesprächstöter durch. Eine Frau ist mit dem Auto gefahren Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 18

19 und hat eine Beule in den Wagen bekommen. Niedergeschlagen kommt sie nach Hause. Ihr Mann sitzt mit einer Zeitung am Schreibtisch. Er sieht auf, als seine Frau kommt, und sagt: Na endlich, von Pünktlichkeit hältst du ja nicht viel. Kritik Entschuldige Paul, aber dieses Mal hatte ich einen Grund. Hör auf! Wer sich entschuldigt klagt sich an. Verallgemeinern Seine Frau seufzt und sagt: Kann ich dich einmal sprechen? Ja natürlich, aber bitte nicht so breit, ich will noch meine Zeitung lesen. Sie schweigt. Er sagt: Was gibt es denn? Warum machst du einen so deprimierten Eindruck? Warum kommst du nicht gleich mit der Sprache heraus? Einschränkung Ausfragen in die Enge treiben Ich hatte einen Unfall. Was? Mit dem neuen Wagen? Vorwurf Nein, es ist nicht viel passiert, nur beim Zurücksetzen da habe ich eine Beule gemacht. Beim Zurücksetzen, das könnte mir nicht passieren. Wenn ich zurücksetze, sehe ich erst in den Rückspiegel und dann drehe ich mich noch herum; und ich habe es wirklich eilig, wenn ich geschäftlich unterwegs bin. von sich sprechen Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 19

20 Seine Frau: Ich hatte es ja auch eilig. Am besten ist es, du nimmst demnächst den Bus! schnelle Lösung Aber dann die ganzen Sachen schleppen? Übertreibe nicht. Wir haben doch keine Großfamilie. Herunterspielen Wie soll ich denn das mit der Beule machen? Ach, jetzt soll ich deine Fehler ausbügeln? Vorwurf Wer einen Fehler macht, Bewerten muss auch selbst damit fertig werden." Urteilen Aber das eine sage ich dir, wenn ich den ganzen Wagen neu lackieren muss! Drohen Willst du ihn dir nicht einmal ansehen? Du hast mir doch schon alles erzählt? Übertreiben Aber ich habe doch einen Schock bekommen. Na, was du schon Schock nennst. Du verstehst einfach die Konsequenz von Ursache und Wirkung nicht. Aber mit Kant hast du dich nie beschäftigt. Hier in der Zeitung, sieh es dir einmal an, wie der Präsident mit seinem Lungenschuss fertig wird. Ich weiß nur nicht, inwieweit nicht ernst nehmen von oben herab anderes Thema Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 20

21 das aufgebauscht ist oder ob er wirklich so ein Kerl ist. Ach, da steht ja noch ein Kommentar. Er beugt sich über die Zeitung und liest. unkonzentrierte Körpersprache Seine Frau sieht ihn noch einmal an, steht auf und geht. Übertrieben? Hoffentlich! Aber sollten wir uns diese Störungen nicht bewusst machen, um miteinander noch mehr ins Gespräch zu kommen? Tipp: Trainieren wir täglich, wirkungsvoll zu (re)agieren. Es wird Ihnen nicht immer gelingen, denn die alte Gewohnheit steht uns im Wege. Mit jedem weiteren Tag aber wird es uns leichter fallen, auch bei scheinbaren Ärgernissen gewinnbringend zu (re)agieren. So können Sie lernen, auch bei Störungen oder bei unerwarteten Ereignissen zielorientiert zu (re)agieren und eine faszinierende Außenwirkung zu erzeugen. Spielen wir mit unserer Sprache, denn spielen macht Spaß. So werden wir bereits nach wenigen Tagen Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 21

22 erstaunliche Erfolge erzielen. Lassen wir nicht locker! Nachhaken lohnt sich, zum Beispiel: Kollege oder Chef: Ja, doch, Ihre Arbeit hat mir im Großen und Ganzen gefallen. Empfehlenswerte Reaktion: Welche Arbeit meinen Sie genau? und was gefiel Ihnen daran? Kommentar: Diese Fragen zwingen den Kollegen oder den Vorgesetzten zu konkreten Formulierungen. und Sie zwingen beide auch, dass sie sich mit der Arbeit im Detail auseinandersetzen. So lernen wir die Maßstäbe des Chefs nicht nur kennen: Wir helfen ihm und den Kollegen gleichzeitig, welche zu entwickeln. Angriff-Aktion: Vorwurf Tendenziöses Hinhören als empfehlenswerte Reaktion. Nehmen wir an, unser Vorgesetzter oder unsere Kollegin sagt: Wunderbar, wie Sie sich auf dem Flur mit anderen austauschen. Was will uns dieser vorwurfsvolle Hinweis sagen? Es gibt einige Schwierigkeitsgrade des tendenziösen Hinhörens: 1. Inhalt fast wörtlich wiederholen: Sie finden es wunderbar, Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 22

23 wie ich mich auf dem Gang austausche, weil so keine Information verloren geht? Kommentar: Die Wiederholung zeigt, dass wir zugehört und rein akustisch verstanden haben oder wird der Kollege sagen er habe sonderbar nicht wunderbar gesagt. 2. Empfehlenswerte Reaktion Den Inhalt in eigenen Worten wiederholen: Es gefällt Ihnen, dass ich mit anderen Kollegen spreche, denn so sind wir alle auf dem neuesten Stand? Kommentar: Diese Worte sind ein Spiegel, den wir unserem Gegenüber anbieten. Der Kollege erkennt seinen Inhalt darin wieder? Missverständnis? Als verbindliche, freundliche Reaktion wird er es schnell korrigieren. 3. Weitere empfehlenswerte Reaktion: Das Gefühl hinter der Äußerung interpretieren. Sie freuen Sich über das gute Arbeitsklima? Der Kollege schüttelt wütende den Kopf? Dann hätten wir fragen müssen: Sie ärgern sich, weil wir während der Arbeitszeit auf dem Gang tratschen? Kommentar: Das Gefühl färbt den Inhalt. Darum ist es wichtig, aus dem Ton die Emotion zu lesen. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 23

24 4. Empfehlenswerte Reaktion: Verständnis zeigen Nur, wenn wir uns um Verständnis bemühen, tragen wir zur Zufriedenheit im Unternehmen bei. Also: Wir geben beides zusammen, Inhalt und Gefühl: Sie ärgern sich, weil wir auf dem Gang miteinander reden, und sie befürchten, dass vertrauliche Informationen in falsche Ohren kommen? Diplomatie ist die Kunst, seinem Angreifer die Wahrheit nicht zu sagen und trotzdem nicht zu lügen. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 24

25 Entfalten Sie Ihre Potenziale in unseren Trainings: Bauen Sie Ihre rhetorischen und kommunikativen Fähigkeiten in unseren Trainings aus. Unsere offenen Trainings, Firmen- und Einzeltrainings dienen der Führungs- und Persönlichkeitsentwicklung. Es werden selbstsicheres, freies Reden und Präsentieren, motivierende, überzeugende Gesprächsführung sowie Kreativität in Sprache und Wort trainiert. Mit unseren Trainingsmethoden Erlebnisrhetorik und LUCHS erarbeiten sich die Teilnehmer durch aktives Mitmachen Selbstbewusstsein, Diplomatie und Überzeugungskraft. in unseren Coachings: Im Mittelpunkt unserer Coaching-Arbeit steht die persönliche Weiterentwicklung, insbesondere im beruflichen Umfeld. Jeder Mensch trägt wertvolles ungenutztes Potenzial in sich. Wir unterstützen Sie, die eigenen Lösungen für Ihre Anliegen zu finden und auf Ihre Ziele zuzugehen. Gemeinsam mit Ihnen gestalten wir Wege und Lösungen für die Zukunft. Für angehende Coachs, innovative Personalentwickler und Berater und engagierte Führungskräfte bieten wir eine 6-modulige Ausbildung zum Business Coach an, um bei sich und anderen Potenziale zu entfalten. Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 25

26 Unser Trainingsangebot im Institut für Rhetorik und Kommunikation Intensivtraining: Rhetorik-Gesprächsführung- Persönlichkeit (Stufe 1, 2, 3 kompakt) Rhetorik: Souveränes Auftreten & wirkungsvolles Präsentieren (Stufe 1) Zielbewusste Gesprächsführung und Argumentation (Stufe 2) Persönlichkeit & Charisma überzeugen, motivieren und begeistern (Stufe 3) Kommunikationstraining: Zielbewusste Gesprächsführung und Argumentation Wochenend-Seminar Selbstbewusstes Auftreten und überzeugendes Präsentieren Rhetorik-Seminar für Frauen: Selbstbewusstes und überzeugendes Auftreten Rhetorik-Seminar für Manager (hochdosiert) Präsentation, Dialektik und Seminar für selbstsicheres Auftreten, Sprechen, lebendige Präsentationen, kreative und überzeugende Sprache, Ausbau der Persönlichkeit. Selbstsicheres Auftreten - Dynamisches Sprechen, lebendige Präsentationen, überzeugende Außenwirkung Seminar für kreative und überzeugende Sprache, Formulierungsgewandtheit - kontroverse Diskussionen meistern Seminar für Ausstrahlung, Charisma, Akzeptanz und persönlichen Stil, Motivations- und Persönlichkeitstraining, Dramaturgie und Inszenierung Seminar für aktive, zielbewusste Gesprächsführung und überzeugendes Auftreten. Wirken, bewegen - begeistern. Selbstsicheres Auftreten - Sprechen, überzeugendes Präsentieren, freies Reden, gekonnt kontern. Der bewusste Umgang mit dem Wort. Selbstsicheres Auftreten und wirkungsvolle Präsentation, Diplomatie und Durchsetzung, rhetorische Sattelfestigkeit. Argumentieren mit Erfolg, ohne zu verletzen Das Richtige tun! Der entscheidende Schritt - Auftritte und Reden, die wirken und bewegen. Kompetente Außenwirkung und Präsentationsideen steigern Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 26

27 Rhetorik Stimmtraining Mit Körpersprache und Stimme zu mehr Präsenz Präsentationstraining (mit Powerpoint) Souveränes und wirkungsvolles Präsentieren Internationales Präsentationstraining in Englisch Zielbewusste Gesprächsführung und Verhandlung in Englisch Moderationstraining Workshops & Besprechungen zielführend leiten Führungstraining: Fit für Mitarbeitergespräche Mit der Stimme mitreißend sprechen - Den richtigen Ton finden - Die Kunst des stimmigen Sprechens, die Kraft der Sprache, mehr Überzeugungskraft bei Vorträgen und Gesprächen Ideen selbstbewusst und lösungsorientiert gestalten. Andere Menschen für sich gewinnen. Aktiv und wirkungsvoll mit Beamer/Notebook präsentieren. Sicherheit im Umgang mit überzeugenden Präsentationstechniken, Ausbau der Formulierungsgewandtheit in Englisch, Steigerung der persönlichen Außenwirkung auf dem internationalen Parkett Goal-orientated negotiation in English - Verhandlungspsychologie für konstruktive Gespräche und dauerhafte Beziehungen, Steigerung der Überzeugungsfähigkeit Meetings, Besprechungen und Workshops zielführend moderieren, professionelle Visualisierung, effektive Moderationsmethoden und Fragetechniken Entwicklungsgespräche fundiert vorbereiten, Wegweisende Motivation bei anderen wecken, Konstruktiver Umgang mit Kritikgesprächen, Bewusster Umgang mit der eigenen Sprache Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 27

28 Über das Zienterra Institut für Rhetorik und Kommunikation Das Institut wurde 1960 in Köln von Alfred Rademacher (Gründgens Schüler) gegründet haben Alfred Rademacher und Günter Zienterra die Räume des Landhauses im Bornheimer Park bezogen. Die Idylle und Ruhe sind Philosophie des Institutes tragen zum Erfolg bei. Erst wenn der Mensch sich wohl fühlt, wird er bereit sein, an sich zu arbeiten. Es ist das erste deutsche Rhetorik- und Kommunikations-Institut und gilt als eines der besten Weiterbildungsinstitute in Deutschland. Das Institut ist auch eine Location für TV (Tatort, Spielfilme...) Unsere Teilnehmer kommen überwiegend aus den deutschsprachigen Ländern (BRD, Schweiz, Österreich, Niederlande). Es sind Fach- und Führungskräfte aus allen Branchen und Personen des öffentlichen Lebens. Über Menschen kommen im Jahr in die Seminare, seit 1960 also ca. über Personen. Die Institutsarbeit dient der Führungs- und Persönlichkeitsentwicklung. Es werden Gesprächs- und Wortbewusstsein trainiert, argumentieren ohne zu verletzen. Selbstsicheres, freies Reden und Präsentieren, motivierende, überzeugende Gesprächsführung sowie Kreativität in Sprache und Wort. Mit unseren Trainingsmethoden Erlebnisrhetorik und LUCHS erarbeiten sich die Teilnehmer durch aktives Mitmachen Selbstbewusstsein, Diplomatie und Überzeugungskraft. Wir sponsern die internationale Studentenorganisation AIESEC e.v. und das Organisationsforum Wirtschaftskongress OFW e.v., Köln sowie das ebs Symposium e. V., Oestrich-Winkel. Das Institut verleiht jährlich den renommierten Zienterra-Rhetorik-Preis in Gold und Silber. Vom Deutschen Haus der Geschichte, Bonn, wurde das Institut eingeladen, anlässlich der Ausstellung "Bilder und Macht", Inszenierung und Dramaturgie der öffentlichen Auftritte mit den Museumsbesuchern zu demonstrieren. Durch den Erfolg des Institutes wurde 2002 eine Dependance in Berlin eröffnet Zienterra - Institut für Rhetorik und Kommunikation 28

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