Inhalt. Einblicke. Höhepunkte. Projekte und Einrichtungen. Partner und Freunde. SOS in der Welt. Aus der Organisation

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1 Jahresbericht 2012

2 Inhalt Einblicke Höhepunkte Projekte und Einrichtungen Partner und Freunde SOS in der Welt Aus der Organisation Weil Kinder Familie brauchen Wir tun viel, damit Familienleben gelingt Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Fähigkeiten und Ressourcen im Blick Bericht der Geschäftsführung Damit Eltern für ihre Kinder sorgen können Bericht des Verwaltungsrates Vielfalt ist unsere Chance Vorstand und Verwaltungsrat des SOS-Kinderdorf e.v. Wenn Menschen ihre Stärken entdecken Erfolge, die uns freuen! 40 Jahre SOS-Hilfeverbund Hamburg Neuer Mut für Eltern und Kinder 40 Jahre SOS-Kinder- und Jugendhilfen Kaiserslautern Immer ganz nah an den Menschen Leben in der SOS-Dorfgemeinschaft Bei Heinls beginnt der Tag mit Flötenklängen Jubiläen bei SOS-Kinderdorf Zeugnisse beständigen Engagements 10 Jahre»Kinder laufen für Kinder«Auf flinken Beinen Gutes tun Spendenation des RED NOSE DAY-Partners 2011 Sternstunden mit»starlight Express«SOS-Kinderpatenschaften im Ausland Kindern neue Hoffnung schenken Übersichtskarte Der SOS-Kinderdorf e.v. in der Welt Hungersnot in Ostafrika Der weite Weg zurück zur Normalität SOS-Kinderdorf Kamerun Neue Einkommensquellen für Familien Argentinische SOS-Kinderdorfmütter berichten Gesunde Ernährung für eine gute Entwicklung Meilensteine für das Wohl der Kinder 20 Jahre SOS-Kinderdorf Kroatien Neues aus Forschung und Pädagogik Frühe Hilfen für Familien: Damit alle Kinder gut aufwachsen können Praxisforschung zu Geschwistern bei SOS-Kinderdorf Struktur des Vereins So ist der SOS-Kinderdorf e.v. organisiert Einrichtungs- und Angebotsentwicklung Hilfen, die stark machen Vom Kinderdorf bis zur Berufsausbildung Angebote des SOS-Kinderdorf e.v. Weil jeder Euro wertvoll ist Transparenz und Kontrolle Übersichtskarte Standorte in Deutschland

3 EINBLICKE Weil Kinder Familie brauchen Wir tun viel, damit Familienleben gelingt Familie ist einfach etwas Schönes«, sagt Nico. Dabei weiß er aus Erfahrung, dass ein positives Familienleben nicht selbstverständlich ist: Der heute 14-Jährige lebt bereits seit mehreren Jahren in einer SOS-Kinderdorffamilie. Erst hier hat er erfahren, wie viel Schutz, Geborgenheit und Verlässlichkeit eine Familie bieten kann, wenn das Zusammenleben gelingt. In einer liebevollen familiären Umgebung aufzuwachsen bietet Kindern die besten Entwicklungschancen. Für den SOS- Kinderdorf e.v. steht die Familie deswegen im Mittelpunkt nicht nur in den SOS-Kinderdörfern: Über die Jahrzehnte hinweg haben die SOS-Einrichtungen immer wieder neue An gebote entwickelt, die Familien stützen und stärken. Diese Angebote sind so vielfältig wie die Familien selbst und immer am jeweiligen Bedarf orientiert. Das zeigt zum Beispiel die Geschichte des SOS-Hilfeverbundes Hamburg. Er widmet sich seit seiner Gründung vor 40 Jahren der Beratung und Betreuung stark belasteter Familien. Zu seinen Angeboten gehört heute auch ein viel besuchtes Fami - lienzentrum. Mehr über die Arbeit der Hamburger SOS-Einrichtung lesen Sie auf Seite 10. Auch die SOS-Kinder- und Jugendhilfen Kaiserslautern, die 2012 ebenfalls 40 Jahre alt wurden, sind heute gefragte Anlaufstelle für Familien. Als Kinderschutzstelle konnte das SOS-Familienhilfezentrum in Kaiserslautern bereits vielen Kindern und deren Familien helfen. Seit einigen Jahren erhalten außerdem sehr junge Eltern, die sonst überfordert wären, gezielt Hilfe und Beistand. Damit es gar nicht erst so weit kommt, dass Kinder Schutz außerhalb ihrer eigenen Familie brauchen. Mehr darüber lesen Sie auf Seite 11. Einen präventiven Ansatz verfolgen auch die Frühen Hilfen. Dieses Angebot des SOS-Kinderdorfvereins stellt Ihnen der Jahresbericht auf Seite 22 vor. Deutschlandweit bieten SOS- Einrichtungen im Bereich Frühe Hilfen allen Familien mit Babys und Kindern unter drei Jahren vielfältige Informations- und Beratungsangebote. Der SOS-Kinderdorf e.v. wird diesen Bereich aktuell noch weiter stärken und ausbauen. Mit dem Ziel, Eltern bei einem guten Start ins Leben mit ihrem Kind zu unterstützen. Denn ein liebevolles Familienleben ist für jedes Kind das kostbarste Geschenk! Von Anfang an liebevoll von ihren Eltern begleitet, haben Kinder den besten Start. Familie ist einfach etwas Schönes. Wenn es darauf ankommt, sind wir füreinander da. Das ist es doch, was in einer Familie zählt. Nico, er lebt mit einer seiner Schwestern in einem SOS-Kinderdorf Jahresbericht

4 EINBLICKE Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Fähigkeiten und Ressourcen im Blick In unserer Gesellschaft wachsen nicht wenige Kinder in sehr schwie - rigen Lebensverhältnissen auf. Woran liegt das und welche Möglichkeiten gibt es, diese Kinder und ihre Familien zu unterstützen? Ein Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden des SOS-Kinderdorf e.v., Prof. Dr. jur. Johannes Münder: Warum gelingt es heute so vielen Familien nicht, die materiellen und emotionalen Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu decken? Die sozialen Netze rund um Familien haben sich verändert und sind nicht mehr so ohne weiteres belastbar. Durch die von der Arbeitswelt geforderte Mobilität wachsen viele Kinder weit weg von Großeltern und Verwandten auf. Unterstützung muss heute meist familienextern organisiert werden. Für Familien mit Migrationshintergrund oder von Armut betroffene Familien ist das oft nicht leicht. Wirklich schwierig wird es, wenn Krankheit, Arbeitslosigkeit, familiäre und psychische Probleme hin - zukommen. Wie kann der SOS-Kinderdorfverein diese Familien erreichen und unterstützen? Wir beobachten, dass ärmere Familien mit Kindern zunehmend in ganz bestimmten Vierteln häufig am Stadt - rand leben. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) bestätigte in seiner aktuellen Studie diese wachsende sozialräumliche Spaltung zwischen Arm und Reich. Um den Familien in der von Armut geprägten Umgebung oft verbunden mit einer mangelhaften Versorgungs- und Wohnsituation zu helfen, gehen wir bewusst in solche So - zialräume hinein. Zum Beispiel mit dem SOS-Kinderdorf in Berlin-Moabit oder mit neuen Einrichtungen wie in Düsseldorf-Garath. Auch unsere anderen SOS-Einrichtungen entwickeln niederschwellige Angebote, die Familien gezielt im Alltag stärken und stützen.»wir sind Familie diese Botschaft ist bei SOS-Kinderdorf e.v. gelebter Alltag«, betont Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. jur. Johannes Münder. Verbessert dies die Chancen benachteiligter Kinder auf eine positive Entwicklung? Auch Kinder, die in Armut aufwachsen, haben ja vielfältige Fähigkeiten und Begabungen. Gerade benachteiligte Kinder brauchen jedoch Andockstellen außerhalb der Familie, ob im Kindergarten, in der Schule oder über Freizeitangebote. Sie brauchen Menschen, die sie unterstützen und ermutigen; die auch in schwierigen Situationen für sie da sind. Und sie brauchen Vorbilder, von denen sie Dinge wie Selbstvertrauen und positives Sozialverhalten lernen können. Diese jungen Menschen haben in vielen Bereichen Nachholbedarf. Wie gelingt es, diesen auszugleichen? Bei SOS-Kinderdorf orientieren wir uns nicht an Defiziten, sondern an den Fähigkeiten, Ressourcen und Stärken der jungen Menschen. Natürlich ohne dabei Probleme zu ignorieren oder zu unterschätzen. Da ist zum Beispiel ein Jugendlicher, der die Schule abgebrochen hat. Die Hoffnung auf eine Ausbildung hat er nach mehreren erfolglosen Anläufen bereits aufgegeben. Für eine eigene Wohnung fehlt das Geld. Zuhause häufen sich die Schwierigkeiten, der Vater ist arbeitslos, die Mutter hat Suchtprobleme. In solch prekären Situ - ationen gilt es, alle Möglichkeiten auszuloten, aber auch gemeinsam über Wünsche und Hoffnungen zu sprechen. Dank der individuellen Unterstützung in einem unserer SOS-Berufsausbildungszentren hat dieser junge Mann doch noch eine Ausbildung abgeschlossen. Wir freuen uns über alle jungen Menschen, die trotz schlechter Startbedingungen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben finden. Die später eine eigene Familie grün den und ihren Kindern ein positives Vorbild sein können. Junge Erwachsene wünschen sich wieder öfter eine eigene Familie und Kinder. Sind wir endlich auf dem Weg in eine familienfreundlichere Gesellschaft? Das zwischenmenschliche Klima in Deutschland ist spürbar familienfreundlicher geworden. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass in den letzten Jahren immer weniger Kinder geboren wurden. Kinder sind in unserer Gesellschaft zu einem kostbaren Gut geworden. Doch viele glauben weiterhin, Kinder aufzuziehen sei ausschließlich Privatsache. Auf öffentlicher Ebene bleibt es schwierig, kinderund familienfreundliche Strukturen zu schaffen. Das erleben wir derzeit ja zum Beispiel beim Ausbau der Kindertagesstätten. Es gibt noch viel zu tun, bis wir ein wirklich familienfreundliches Land werden. Dass Kinder überall gut aufwachsen können und ausreichend gefördert werden, bleibt eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Der SOS-Kinderdorfverein wird hierzu auch weiterhin sein vielfältiges Know-how und seine Erfahrungen an unterschiedlichen Standorten einbringen. 4 Jahresbericht 2012

5 EINBLICKE Bericht der Geschäftsführung»Es ist besonders schön, wenn sich auch Kinder für andere einsetzen«, freut sich Dr. Kay Vorwerk. Damit Eltern für ihre Kinder sorgen können lichst vielen Kindern in Deutschland und weltweit zu ermöglichen, ist das Ziel unserer täglichen Arbeit. Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns dabei unterstützen. Besonderer Dank gilt auch den vielen Schülerinnen und Schülern, die im Rahmen der Aktion»Kinder laufen für Kinder«nun schon zwei Millionen Kilometer zurückgelegt haben (Seite 14). Als große»sos-familie«können wir alle gemeinsam erreichen, dass auch benachteiligte Kinder ein gutes Zuhause haben. Dr. Kay Vorwerk Geschäftsführer Nichts schenkt jungen Menschen so viel Kraft, Mut und Zuversicht wie ein gelingendes Familienleben. Dies mög- Familie ist einfach etwas Schönes«, sagt Nico auf Seite 3 dieses Jahresberichtes. Genau das ist unser Ziel: Wir wollen, dass Kinder, Jugendliche und ihre Eltern dieses Gefühl erleben und teilen können. Auch dann, wenn der gemeinsame Alltag nicht so leicht zu meistern ist. Wenn Eltern so belastet sind, dass sie nicht mehr wissen, wie sie ihre Kinder versorgen sollen. Wie sie Bildung, Gesundheit der Kinder oder auch einfach nur genug zu essen sichern können. Der größte Risikofaktor für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen bleibt auch in Deutschland die Armut. Das bewies die im September 2012 veröffentlichte Langzeitstudie des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS) zum Thema Kinderarmut. Hilfe über das Nötigste hinaus Immer wieder leiden Kinder überall auf der Welt unter mangelhafter Ernäh - rung. Daher versorgte SOS-Kinderdorf während der Hungerkatastrophe im vergangenen Jahr zahlreiche Kinder und Familien in Äthiopien, Somalia und Kenia durch Ernährungsprogramme, Schulspeisungen und Lebensmittelgutscheine (Seite 18). Auch in Ländern wie Argentinien geht es darum, Kindern aus ärmsten Verhältnissen das Nötigste zukommen zu lassen (Seite 20). Aber das alleine reicht nicht. Es gilt, Familien so zu stärken, dass sie ihre Kinder angemessen selbst versorgen können. Wie dies gelingen kann, zeigt zum Beispiel das SOS-Familienstärkungsprogramm in Kamerun (Seite 19). Gemeinsam neue Brücken bauen Auch hierzulande stehen viele Familien vor Problemen, die sie nicht alleine überwinden können. Dann brauchen sie ganz unterschiedliche Hilfen. Unsere SOS-Teams zum Beispiel beim SOS- Hilfeverbund Hamburg (Seite 10) und den SOS-Kinder- und Jugendhilfen Kaiserslautern (Seite 11) beweisen dabei viel Flexibilität. Es ist ermutigend, was schon kleine Hilfestellungen bewirken können. Plötzlich entdecken Mütter und Väter ganz neue Möglichkeiten, ihr Kind zu fördern und ihm ein gutes Aufwachsen zu ermöglichen. Ebenso wichtig ist es, dass Jugendliche ihre Eltern auch in konfliktreichen Zeiten als offen und gesprächsbereit erleben. SOS- Fachleute können hierzu beraten, vermitteln und beiden Seiten helfen, neue Brücken zu bauen. Dies ist nur möglich durch das vielfältige Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei SOS-Kinderdorf. Wir legen deshalb großen Wert auf Qualifizierungsprogramme und die stän dige Arbeit an unseren Qualitätsstandards. Dies gilt speziell auch für das Angebot der SOS-Kinderdorffamilie. Unter anderem wurde jüngst das Forschungsprojekt»Geschwister in der sta - tionären Erziehungshilfe«des SOS-Kin - derdorf e.v. abgeschlossen (Seite 23). Kinder brauchen ein gutes Zuhause Dr. Birgit Lambertz Seit Juli 2012 ist Dr. Birgit Lambertz im SOS-Kinderdorf e.v. neue Geschäftsführerin Personal und Pädagogik:»Mich beeindruckt die hohe soziale Aufmerksamkeit und Kompetenz, mit der SOS auf die Lebenslagen von Kindern eingeht. Der SOS-Kinderdorfverein hat auf Basis der Grundprinzipien Dorf, Familie und Geschwister viele zeitgemäße Angebote entwickelt.«dr. Lambertz will ihre weitreichenden Erfahrungen, von niederschwelligen Angeboten für junge Familien bis hin zur Arbeit mit psychisch belasteten Ju gend - lichen, nun bei SOS-Kinderdorf einbringen. Jahresbericht

6 EINBLICKE Prof. Dr. Hanjo Sauer betont, wie sehr es SOS-Kinderdorf um eine Erziehung zum Frieden und zur Achtsamkeit gegenüber Unrecht und Gewalt geht. Aus dem Verwaltungsrat Vielfalt ist unsere Chance Prof. Dr. Hanjo Sauer ist seit 1995 Vorsitzender des Verwaltungsrates des SOS-Kinderdorf e.v. Er erinnert an Hermann Gmeiners Idee einer Erziehung zum Frieden und berichtet über aktuelle Heraus - for derungen. Um seinen satzungsgemäßen Auftrag zu erfüllen, kam der VWR am 1./2. März 2012 zu einem Klausurtag in Berlin zusammen sowie zu drei ordentlichen Sit- Für Hermann Gmeiner, den Grün - der der SOS-Kinderdörfer, waren Krieg und Gewalt, Uniformität und Denkverbot ein zutiefst prägendes Erlebnis. Uniformität erscheint vielen als Stärke, besonders im militärischen Gewand. Alle in Uniform und gleichem Schritt wie schnell sich diese angebliche Stärke in Gewalt und Brutalität ent laden kann, hat Gmeiners Generation auch in Europa schmerzlich erleben müs sen. Die SOS-Kinderdörfer sollten ein Kontrastprogramm dazu sein. Im - mer wieder bewegte Gmeiner der Gedanke, wie Erziehung zum Frieden mög lich sei, um verschiedene Kulturen, Religionen und Völker miteinander zu versöhnen. Diese Vielfalt bedeutet einen unersetzbaren Reichtum an Erfahrungen, Lebensweisen und Werten auch für die noch kleine Welt eines Kindes. Mit seinem Engagement weiß sich der deutsche SOS-Kinderdorfverein seinem Gründer Hermann Gmeiner und den Visionen einer Erziehung zum Frieden verpflichtet. So beteiligt er sich als Mitglied der internationalen SOS-Kinderdorf familie seit Jahrzehnten weltweit in erheblichem Ausmaß an Aufbau und Unterhalt der Einrichtungen. Zukünftig wird die vielerorts schwierige wirtschaftliche Entwicklung unsere Kräfte in noch größerem Maß als bisher her - ausfordern. Diesen Aufgaben gilt es, sich zu stellen. Zur Tätigkeit des Verwaltungsrates Im Rahmen seiner Tätigkeit hat der Verwaltungsrat (VWR) drei Ausschüsse gebildet: den Leitungs-, den Finanz- und den Strategieausschuss. Der Leitungsausschuss plant die VWR-Sitzungen, führt sie durch und bereitet sie nach. Der Finanzausschuss analysiert und bewertet den Vorjahresabschluss, die mittelfristige Finanzplanung und verabschiedet den Etat. Er nimmt Stellung zu den Wirtschaftsprüfungsberichten, bewertet die Qualität der Planungsprognose und begutachtet die strategische Gesamtplanung des Vereins aus finanzpolitischer Sicht. Zudem befasst er sich mit finanzieller Vorsorge, Risikomanagement, interner Revision und Anlagepolitik. Der Strategieausschuss begleitet die strategische Entwicklung des Vereins. Er prüft und diskutiert alle strategischen Planungen sowie Papiere, bewertet neue haushaltsrelevante Projekte und Maßnahmen aus fachlicher Sicht. Die Ausschüsse erarbeiten Beschlussempfehlungen für den VWR, und es finden regelmäßige Koordinationssitzungen statt. Themen und Beschlüsse 2012 zungen am 2. März in Berlin, 15./16. Juni in Bremen und 29./30. November in Mün chen. Beim Klausurtag ging es um grundsätzliche Überlegungen zur vom Vorstand beschlossenen neuen Organi - sationsstruk tur. Diese wurde zum Teil bereits umgesetzt, um die Arbeit der Einrichtungen und der Geschäftsstelle effektiver zu verzahnen und die Vereinsführung gemäß des»deutschen Corporate Governance Kodex«* zu organisieren. Orientiert an diesen Richtlinien sollen im nächsten Schritt entsprechende Arbeitsstrukturen geschaffen werden. Zu dem stimmte der VWR einstimmig der vom Vorstand beantrag - ten Bestellung von Dr. Birgit Lambertz als Geschäftsführerin für den Geschäfts - bereich Personal und Pädagogik zu. In der Sitzung des VWR in Bremen ging es unter anderem um die weitere Organisationsentwicklung mit Bildung von vier Regionen, den Ausbau der Frühen Hilfen in den Einrichtungen, die Bewer - tung der neuen Projekte in Düsseldorf (Auf- und Ausbau), Frankfurt-Sossenheim (Aufbau) und Berlin (Weiterentwicklung des SOS-Berufsausbildungszentrums) sowie die pädagogische Entwicklung in den SOS-Kinderdörfern. In Frankfurt-Sossenheim soll zum Aufbau einer neuen Einrichtung ein Grundstück erworben werden. Zur Sprache kam auch die wirtschaftliche Situation des Vereins. Der negative Effekt des Dollar-Euro-Wechselkurses und die Kos tensteigerungen (teils um 8 Prozent) erfordern ein größeres finanzielles Engagement gegenüber den Auslandseinrichtungen. Die Spendenzunahme um 3 Prozent kann dies allein nicht ausgleichen. Es wurde jedoch darauf hingewiesen, dass die in der Vergangenheit gebildeten Reserven es dem Verein ermöglichen, auch diesen Verpflichtun - gen nachzukommen. In der Sitzung am 29./30. November in München ging es vor allem um die Verabschiedung des Etats für Am 30. November stellte der Vorsitzende des VWR der Mitglie - derversammlung seinen Rechenschafts - bericht vor. Außerdem stellte sich der Verwaltungsrat für die kommenden vier Jahre ( ) erneut zur Wahl. Prof. Dr. Hanjo Sauer Vorsitzender des Verwaltungsrates des SOS-Kinderdorf e.v. * Der Deutsche Corporate Governance Kodex enthält international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung. 6 Jahresbericht 2012

7 EINBLICKE Vorstand und Verwaltungsrat des SOS-Kinderdorfe.V. Vorstand Prof. Dr. jur. Johannes Münder Berlin Universitätsprofessor em. Vorstandsvorsitzender Dr. Kay Vorwerk München Stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des SOS-Kinderdorf e.v. Prof. Dr. Peter Büttner Schlüchtern-Ahlersbach Geschäftsführer Projekt PETRA Dr. Gitta Trauernicht Kiel Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Sozialministerin a.d. Vizepräsidentin von SOS-Kinderdorf International (ab ) Im Gespräch auf dem 14. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (v.l.): Dr. Wolfgang Schuster, Stuttgarter Oberbürgermeister, Eckart von Klaeden, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, sowie Prof. Dr. Johannes Münder und Dr. Gitta Trauernicht vom Vorstand des SOS-Kinderdorf e.v. Verwaltungsrat Prof. Dr. Hanjo Sauer Bamberg/Linz Universitätsprofessor Vorsitzender des Verwaltungsrates Helmut Kutin Innsbruck Präsident von SOS-Kinderdorf International (bis ) Ehrenpräsident des Verwaltungsrates Ila Brix-Leusmann Wesel Jugendamtsleiterin Stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrates Christoph L. Crasemann Hamburg Assekuranzmakler Margarete Hascher-Kück Grafrath Unternehmensberaterin Günther Kagerer München Richter a.d. Dr. Gerhard Lippert München Geschäftsführer a.d. des SOS-Kinderdorf e.v. Dieter Pfisterer Schwentinental Bankvorstand a.d. Dr. Susanna Schmidt Berlin Leiterin Abt. Strategien und Grundsatz - fragen im Bundesministerium für Bildung und Forschung Erich Schöpflin Dießen am Ammersee Vertreter des Unternehmenssprecherausschusses des SOS-Kinderdorf e.v. Leiter des SOS-Kinderdorfes Ammersee- Lech Harald Spahn-Dömling Augsburg Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates des SOS-Kinderdorf e.v. Pädagogischer Mitarbeiter der SOS- Fami lien- und Jugendhilfen Augsburg Dr. Rupert Schreiner München Rechtsanwalt Dr. Hubertus Schröer München Leiter des Stadtjugendamtes München a.d. Dr. Margrit Spielmann Brandenburg Mitglied des Bundestages a.d. In Ihrer Tätigkeit im Vorstand oder im Verwaltungsrat sind alle Mitglieder ehrenamtlich tätig. Jahresbericht

8 HÖHEPUNKTE 2012 Kinder, die für ihre Rechte eintreten, junge Erwachsene, die ihren Weg finden: Schön, mitzuerleben, was gelingt, wenn Menschen ihre Stärken entdecken. Erfolge, die uns freuen! Herzlichen Glückwunsch, Janvier! Aus einem afrikanischen Waisenjungen aus ärmsten Verhältnissen wird ein erfolgreicher Manager und ein glücklicher Familienvater. Das liest sich fast wie ein Märchen, aber genau dies ist die Geschichte von Janvier. Er wuchs im SOS-Kinderdorf in Bujumbura auf, der Hauptstadt Burundis. Janvier wurde dort aufgenommen, nachdem seine alleinerziehende Mutter nach schwerer Krankheit verstorben war. Liebevoll betreut von seiner Kinderdorfmutter, erlebte Janvier unbeschwerte Jahre mit seinen leiblichen und seinen SOS-Geschwistern. Er entwickelte sich zu einem optimistischen, wissbegierigen Jungen, der Freude am Lernen hatte. In der SOS-Hermann-Gmeiner-Grundschule gehörte er von Anfang an zu den Besten, auch die SOS-Hermann-Gmeiner-Sekundarschule schloss er mit Bravour ab. Der bescheidene, sympathische Schüler war bei Lehrern wie Klassenkameraden beliebt zog er in eine SOS-Jugendwohngruppe, wo er sich auf ein Leben in Selbstständigkeit vorbereiten konnte. Anschließend studierte Janvier an der Universität Ngozi Wirtschaft und Politik machte er seinen Bachelor und ist heute Ma - nager bei der Credit Bank of Bujumbura. Janvier hat immer noch Kontakt zu seinen SOS-Geschwistern und ist aktives Fördermitglied von SOS-Kinderdorf Bujumbura. Trotz seiner schwierigen Vergangenheit hat er es geschafft, seine Träume zu verwirklichen: Er ist ein erfolgreicher, zufriedener junger Mann und Vorbild für viele SOS-Jugendliche. Kürzlich erreichte SOS-Kinderdorf Deutschland noch eine gute Nachricht: Janvier und seine Frau sind glückliche Eltern einer klei - nen Tochter geworden. Weiterhin alles Gute, Janvier! Janvier, ehemaliges SOS-Kinderdorfkind, ist stolz auf seinen beruflichen Erfolg und seine kleine Familie. Neue Perspektiven für Pamela Wenn Pamela sich in der neuen Mensa des Schulzentrums in Kevelaer an die Arbeit macht, ist das mehr als nur Alltag: Für die 20-Jährige ist es die ersehnte Chance, doch noch eine Berufsausbildung zu machen.»ich war lange krank und habe immer wieder die Schu - le abgebrochen«, erzählt sie.»deshalb habe ich kaum Aussicht auf eine Ausbildung auf dem freien Arbeitsmarkt. Ich würde das auch gesundheitlich nicht packen. Im Ausbildungs - bereich des SOS-Kinderdorfes Niederrhein habe ich endlich ein Umfeld gefunden, in dem ich Unterstützung bekomme und mich wohlfühle. Dass ich jetzt die Ausbildung zur Köchin machen kann, ist meine Chance und die will ich nutzen.«gemeinsam mit anderen Auszubildenden des SOS-Kinderdorfes Niederrhein bereitet Pamela seit Anfang August täglich rund 400 Mittagsmahlzeiten zu: Die Mensa steht den Schülerinnen und Schülern der drei angrenzenden Schulen offen. Seit den Sommerferien betreibt das Mensateam zudem einen Pausenkiosk. Ob Koch- und Hauswirtschaft- Azubis, ob Teilnehmende an berufsvorbereitenden oder anderen Maßnahmen: Rund 25 jungen Menschen bietet die Mensa eine Chance, sich zu orientieren und beruflich Fuß zu fassen. Die Sozialpädagogen, Lehrer und Ausbilder des SOS- Kinderdorfes Niederrhein helfen ihnen dabei, ihre Stärken zu erkennen und ihre Defizite aufzuarbeiten. 8 Jahresbericht 2012

9 HÖHEPUNKTE 2012 Kinder in den Bundestag! Um ein Bundestagsmandat wollten sich die über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 2. SOS-Kinderund Jugendkonferenz (KiJuKo) zwar nicht bewerben. Doch nach ihrem Besuch im Bundestag und dem Gespräch mit einer Abgeordneten war für die 15-jährige Alina klar:»kinder sollten viel öfter in den Bundestag gehen und mit den Politikern sprechen.«denn sie hätten diesen einiges mitzuteilen. Das wurde auf der vom 20. bis 22. Juni im SOS-Kinderdorf Berlin-Moabit stattfindenden Konferenz deutlich. Kinder und Jugendliche aus 25 deutschen und polnischen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen beschäftigten sich mit ihrem Recht auf Bildung, Schule und Ausbildung. In 21 verschiedenen Workshops entwickelten die jungen Menschen zwischen fünf und 22 Jahren dazu ihre Ideen, Wünsche und Forderungen. Bereits bei der ersten SOS-Kinderkonferenz 2010 standen Kinderrechte im Fokus. Dazu gehört auch das Recht auf Teilhabe. Der SOS-Kinderdorf e.v. sieht die Kinder- und Jugendkonferenzen als einen wichtigen Ausdruck seines Partizipationsgedankens. Beteiligung ist in den SOS- Einrichtungen gelebter Alltag. Die Konferenzen geben den Kindern und Jugendlichen Gelegenheit, sich zu Themen, die sie betreffen, auch einrichtungsübergreifend auszutauschen. Die nächste KiJuKo wird 2014 stattfinden. Drei Tage lang trafen sich die Kinder und Jugendlichen in Berlin. Endlich Chancen auf eine berufliche Zukunft: Pamela macht jetzt beim SOS-Kinderdorf Niederrhein die Ausbildung zur Köchin. SOS-Kinderdorfmutter als Meisterin im Kugelstoßen Die SOS-Kinderdörfer sind stolz auf die Leistungen ihre Kinderdorfmütter. Doch das SOS-Kinderdorf Pfalz hatte 2012 gleich mehrfach Grund dazu: Die SOS-Kinderdorfmutter Christine Hildebrandt belegte am 23. August bei den 18. Europäischen Senioren-Leichtathletik- Meisterschaften in der Altersklasse Jahre den 4. Platz im Kugelstoßen. Im Juli hatte sie bei den 11. Deutschen Seniorenmeisterschaften in Erfurt bereits den 1. Platz erzielt; ebenso im März bei den 11. Deutschen Hallenmeisterschaften.»Ich wurde im Kinderdorf mit rotem Teppich, selbst gebastelter Urkunde und Luftballons empfangen«, freut sich die erfolgreiche Sportlerin. Angetreten ist die Kinderdorfmutter für den TSG Eisenberg betreut von ihrer Kollegin Elisabeth Jansen. Auch diese ist eine gestandene Sportlerin und SOS-Kinderdorfmutter. Beide sind schon seit längerem als Trainerinnen in der Leichtathletikabteilung des Eisenberger Sportvereins aktiv. Hildebrandt, Jahrgang 1961, wurde mit 17 polnische Juniorenmeisterin im Kugelstoßen und Diskuswurf. Dennoch gab sie ihre sportliche Karriere zugunsten ihres Berufslebens auf. Seit 1988 arbeitet sie im Kinderdorf Pfalz, 1991 schloss sie ihre Ausbildung zur SOS-Kinderdorfmutter ab. Sportlich ist Christine Hildebrandt geblieben.»im Wald habe ich auch immer heimlich Steine gestoßen«, erzählt sie. Elisabeth Jansen konnte sie schließlich überzeugen, wieder ins Kugelstoß- und Diskustraining einzusteigen. Nun freut sich das ganze SOS-Kinderdorf über ihre sportlichen Erfolge. Christine Hildebrandt mit ihrer Goldmedaille, die sie bei den 11. Deutschen Hallenmeisterschaften gewann. Jahresbericht

10 PROJEKTE UND EINRICHTUNGEN Der Hilfeverbund in Zahlen Gespräche, Beratung, Beistand: Familien erhalten individuelle Hilfen. Beratung und Ambulante Hilfen: Dulsberg 31 Familien bzw. Familien mitglieder, Eimsbüttel 61, Eidelstedt 7; meistens werden die Ratsuchenden langzeitbetreut. Wohngruppen Eimsbüttel und Eidelstedt: je 8 Bewohner Rund Besucher/-innen nutzen die offenen Angebote des Hilfe verbundes. 5 Freiwillige unterstützen die Arbeit der 30 angestellten Mitar - beiter/-innen. Unterhaltskosten in Tsd. Euro: 1.757, davon 61 % durch die öffentliche Hand refinanziert Stand Jahre SOS-Hilfeverbund Hamburg Neuer Mut für Eltern und Kinder Flexibel, vielseitig und untereinander eng verbunden haben die Hamburger SOS-Teams eines fest im Blick: Sie wollen Fortschritte für Kinder und ihre Familien erreichen. In einer Großstadt wie Hamburg Fa - milien vier Jahrzehnte lang erfolg - reich zu unterstützen ist eine Herausforderung. Diese hat der SOS-Hilfeverbund Hamburg gemeistert, indem er wandlungsfähig geblieben ist. Im Lauf der Zeit hat er sein Beratungs- und Betreuungsangebot für Kinder, Jugendliche und ihre Familien immer wieder bedarfsgerecht ausgerichtet. Heute gibt es in Hamburg unter anderem je eine SOS-Wohngruppe in den Stadtteilen Eimsbüttel und Eidelstedt. Sie bieten jeweils acht jungen Menschen Platz, die aufgrund verschiedener Probleme nicht mehr bei ihren Eltern oder noch nicht allein leben können. Besonders wichtig ist den SOS-Fachleuten jedoch, dass familiäre Probleme sich gar nicht erst zu Krisen auswachsen.»viele Familien stehen heute alleine da. Ihnen fehlt die Hilfe und Unterstützung, die sie früher durch Nachbarn und Verwandte erhalten haben«, sagt Torsten Rebbe, kommissarischer Leiter des SOS-Hilfeverbundes. Schon früh haben sich daher die Ambulanten Hilfen und Beratung im Stadtteil Dulsberg entwickelt.»die offenen Angebote dort fördern und unterstützen das Miteinander im Stadtteil«, erklärt Rebbe. Große Vielfalt passender Angebote Und so herrscht in der Elsässer Straße 27 a quirliges Leben. Im KLECKS Kinder-Kleider-Café treffen sich Eltern und Anwohner zum Plausch. Mütter durchstöbern die Regale, in de nen sie gegen eine Spende aus gut erhaltener Babyund Kinderkleidung wählen können. In der Hausaufgabenhilfe sitzen die Kinder an ihren Arbeitsblättern. In vielen Familien hier ist Deutsch eine Fremdsprache. Oder die Eltern, speziell Alleinerziehende, finden neben der Arbeit kaum Zeit, ihren Kindern zu helfen. Ein Glück, dass Spender die Hausaufgaben - hilfe ermöglichen. Kreativ geht es in der Musikfördergruppe»MuKiDu«zu. Hier können Kinder singen, tanzen, basteln, Theater spielen und musizieren mal mit, mal ohne Eltern. Und wer Rat sucht, findet ihn beim Team der Familienberatung. Es hilft etwa beim Umgang mit Behörden und der Schule, bei Problemen in der Partnerschaft oder Erziehung.»Bald werden wir in Dulsberg noch viel mehr tun können, denn 2013 soll der Ausbau zum SOS-Familienzentrum laufen«, freut sich Rebbe. Hilfebedürftige Familien und junge Menschen im Alltag zu unterstützen ist auch das Ziel des vierten Hamburger SOS-Standbeins: Im Stadtteil Eimsbüttel arbeitet das Team»Ambulante Hilfen«. Immer geht es darum, Fortschritte für die Kinder und ihre Familien zu er - rei chen. So entstand etwa das»coach- ing für Eltern«. Hier lernen Mütter und Väter, die sich ihrem Kind gegenüber hilflos fühlen, ihre Rolle als Erziehende neu auszufüllen. Gespräche, Rollenspiele oder Hausbesuche und Therapiestunden helfen dabei. Bewährt hat sich auch die 2010 an den Start gegangene»nestwerkstatt«für Familien, bei denen feststeht: Das Kind wird dort nur bleiben können, wenn sich sehr schnell etwas ändert. Durch intensive Hilfe zur Selbsthilfe kann dann ein neues»nest«für das Kind entstehen, da mit es im vertrauten Umfeld leben kann. Wenn sie wissen, wo und wie ihre Hilfe gefragt ist, finden sich im näheren Umfeld häufig Menschen, die ein stützendes Netz knüpfen. 10 Jahresbericht 2012

11 PROJEKTE UND EINRICHTUNGEN SOS-Kinder- und Jugendhilfen Kaiserslautern haben 40. Geburtstag Immer ganz nah an den Menschen Vom Jugendhaus bis zum Familienhilfezentrum: In Kaiserslautern ist der SOS-Kinderdorfverein heute mit vier sehr unterschiedlichen Angeboten vertreten. Nachbarn, Kindergärten und Schulen.»Für die Hilfesuchenden ist es sehr wichtig, dass sie erst einmal reden können. Dass sie jemanden gefunden ha - ben, der weiter weiß«, erklärt Keim. Falls nötig, nimmt das Familienhilfezen - trum Kinder auch nachts in Obhut. Sie finden dann Schutz bei einer der sechs Bereitschaftsfami lien, die das Zen trum unterstützen. Die SOS-Einrichtung betreut, zum Teil in Kooperation mit weiteren Fachleuten, auch Jugendliche, die an de re misshandelt haben.»manche Opfer sexueller Gewalt werden selbst zu Tätern. Sie brauchen gezielte therapeutische Hilfe, die gleichzeitig die beste Prävention ist«, sagt Keim. Begonnen hat alles 1972 mit dem Jugendhaus. Es hieß»jungenwohnanlage Pfalz«und war die kleinste stationäre Jugendeinrichtung des SOS-Kinderdorf e.v. Erst bereiteten sich männliche Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf Pfalz hier auf das selbstständige Leben vor. Doch ein Jahr später zogen auch die ersten jungen Frauen ein:»allmählich fasste das Kon - zept der gemeinsamen Erziehung von Jungen und Mädchen Fuß«, erinnert sich Hans-Dieter Keim. Er hat die SOS- Kinder- und Jugendhilfen Kaiserslautern mit aufgebaut und bis zum Wechsel in den Ruhestand 2012 geleitet. Die bald in»jugendhaus«umbenannte Einrichtung nahm seit 1976 auch Ju - gend liche auf, die nicht in einem SOS- Kinderdorf gelebt hatten.»das erforder - te ein anderes pädagogisches Konzept mit geeigneten Wohngruppen«, sagt Keim. Das heutige Jugendhaus um fasst sechs bedarfsgerecht erbaute Reihenhäuser, die 1986 be zogen wurden. Zu den 12- bis 17-Jäh rigen, die hier Schutz und Hil fe finden, gehören immer wieder jun ge Flüchtlinge wuchs das An ge bot um die SOS-LauBE (kurz für»lau terer Betreutes Wohnen«): Deren Mitar bei ter/-in nen be gleiten junge Menschen, die bereits selbstständig wohnen, aber noch Unterstützung benötigen. Im öffentlichen Fokus steht heute vor allem das SOS-Familienhilfezentrum. Diese Beratungsstelle für seelisch, körperlich und/oder sexuell misshandelte Kinder, Jugendliche sowie deren Angehörige öffnete 1994 ihre Türen. Ihr Einzugsbereich als Kinderschutzstelle reicht bis weit in die Region. Jeder kann hier formlos und vertraulich Rat und Hil fe erbitten. Das nutzen außer den Be troffenen besorgte Verwandte oder Seit 2001 engagieren sich die SOS-Kinder- und Jugendhilfen Kaiserslautern in der Schulsozialarbeit. Heute sind die SOS-Mitarbeiterinnen an sieben Schulen aktiv; sie bieten Eltern, Schülern oder Lehrern Rat und Unterstützung. Die erhalten seit 2008 auch junge Mütter, die sonst in der neuen Lebenssituation überfordert wären. Mit einer Kinderklinik und dem städtischen Referat Jugend hat das SOS-Familienhilfezentrum ein»ampelsystem«entwickelt, um hilfebedürftige Frauen früh zu erreichen. Möchte die (werdende) Mutter sich beraten lassen, nehmen die SOS- Mitarbeiterinnen sofort Kontakt zu ihr auf. Im Mai hat die SOS-Einrichtung ihr Engagement im Bereich Frühe Hilfen um»ella«erweitert: Im»Eltern-La- den«, Treffpunkt und Café, können jun - ge Mütter und Väter Kontakte knüpfen, Informationen austauschen oder sich beraten lassen. Gerade sehr junge Mütter brauchen manchmal Hilfe. Dann steht ihnen das Kaiserslauterer SOS-Team zur Seite. Die Kinder- und Jugendhilfen in Zahlen Jugendhaus: 17 Bewohner/-innen Betreutes Wohnen»LauBE«: 6 betreute Personen Familienhilfezentrum: Beratungen (davon 411 Kinder/Jugendliche, 329 Mütter, 127 Väter, 205 Personen aus dem sozialen Umfeld) Schulsozialarbeit: an 7 Schulen 37 Mitarbeiter/-innen Unterhaltskosten in Tsd. Euro: 1.975, davon 70 % durch die öffentliche Hand refinanziert Stand Jahresbericht

12 PROJEKTE UND EINRICHTUNGEN Leben in der SOS-Dorfgemeinschaft Bei Heinls beginnt der Tag mit Flötenklängen In der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth finden Menschen mit geis - tiger Behinderung ein Zuhause: Sie leben mit ihren Hauseltern in einer großen Hausgemeinschaft, die ihnen Halt und Geborgenheit gibt. Trotz der frühen Stunde ist die Stimmung ein wenig feierlich. Auf der Kommode im Hausflur brennt eine Kerze, die elf Erwachsenen am Fuß der Treppe bilden einen lockeren Kreis: Es ist 07:15 Uhr, und wie an jedem Werktag treffen sich die Bewohnerinnen und Bewohner von Haus 17 zum Morgenkreis. Marion Heinl, die Hausmutter, liest eine kurze Geschichte vor; dann spielt Jens, einer der Hausbewohner, eine kleine Melodie auf seiner Flöte. Nach dem gemeinsamen Mor gengebet weicht der Ernst schnell lockerer Geselligkeit: Jetzt gibt es erst einmal Frühstück am großen Esstisch, bevor alle zur Arbeit gehen. Nur zwei fehlen in der Runde: Valerie, 9, und Vic - toria, 11, die Töchter der Hauseltern, sind schon unterwegs in die Schule. Weil jeder die Unterstützung bekommt, die er braucht, regt sich niemand auf, als es gegen 08:00 Uhr wieder einmal Sturm klingelt:»aha, das ist Timo!«Er lebt erst seit kurzem in Hohenroth, arbeitet bei Hausvater Gary Heinl im Obstbau und geht täglich mit ihm in die Arbeit. Timo steht immer superpünktlich vor der Tür. Ist Heinl dann nicht in Sicht, klingelt er eben Sturm.»Er braucht dieses Ritual. Stabilität und Vertrauen sind einfach das Wichtigste für die Menschen, die hier leben«, sa - gen die Hauseltern. Typischer Dorfcharakter prägt bewusst auch die SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth. Im Idealfall schlagen sie dann so feste Wurzeln wie Arthur, der seit 31 Jahren in Haus 17 lebt. Und damit fast seit deren Anbeginn in der Hohenrother Dorfgemeinschaft. Die älteste der heute drei SOS-Dorfgemeinschaften besteht seit Arthurs Arbeit in der Hohenrother Bäckerei lässt ihm genug Energie für seine Hobbys. Wie er stolz erzählt, sitzt er im Elferrat des Faschingsvereins im Nachbarort.»Und ich bin Ministrant«, setzt er hinzu. Hohenroth hat Wohnhäuser, Ställe und Werkstätten, eine Gärtnerei, den Dorfladen samt Café, dazu kommen die Veranstaltungen im Gemeinschaftshaus: Die SOS- Dorf gemeinschaft, übrigens ein zertifizierter Ökobetrieb, hat viel zu bieten. Aber sie ist keine Insel, die ihre Bewohnerinnen und Bewohner vom Rest der Welt abschottet. Daher herrscht heute auch besondere Betriebsamkeit etwa in der Metallverarbeitung, der Kerzenund der Holzwerkstatt: Der Nachbarort Schaippach wird Jahre alt und will das am Wochenende groß feiern. Ehrensache, dass die SOS-Dorfgemeinschaft mit Verkaufsständen, Musik- und Theateraufführungen dabei ist!»hier wird es nie langweilig«, sagt Susanne Walther, die in der Küche von Haus 17 einen Riesentopf Nudeln vom Herd hebt. Die Haushaltshilfe steht Marion Heinl die Woche über zur Seite. Ein Glück: Heute sind Gäste im Haus, das heißt Mittagessen für 20 Personen! In dem geräumigen Haus, in dem ihre Eltern im April die Aufgabe der Hauseltern übernommen haben, geht der Tag seinen Gang. Alle haben ihre Aufgaben beim Abräumen des Frühstückstischs. Nicht nur, weil eine große Hausgemeinschaft feste Regeln braucht: Für die zwei Frauen und sieben Männer mit einer geistigen Behinderung, deren Zuhause das Haus in der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenroth ist, sind Gewohnheiten unentbehrlich. Sie geben ihnen Halt und Orientierungshilfe, vermitteln Sicherheit und Geborgenheit. Eine Basis, auf der sie ihre Fähigkeiten entfalten können. Ein Gerüst, das Freiräume schafft für die vielen begleitenden Angebote: Musikunterricht, Eurythmie, Fußball, Reiten 12 Jahresbericht 2012

13 PROJEKTE UND EINRICHTUNGEN Jubiläen bei SOS-Kinderdorf _ Zeugnisse beständigen Engagements Die Hauseltern Marion und Gary Heinl mit ihren Töchtern Victoria (l.) und Valerie. Während Walther die Nudeln in Auflaufformen gibt, wäscht Schülerpraktikantin Katy Berge von Salat. Anja, eine der Hausbewohnerinnen, meldet, dass die Spülmaschine ausgeräumt ist. Dann macht sie sich auf den Weg zum Dorfladen, um dorfeigene Biomilch zu ho - len. Wie ihre Mitbewohnerin Steffi hilft sie halbtags im Haushalt; nachmittags arbeiten die beiden in der Textilwerkstatt bzw. Weberei. Mitzuarbeiten stärkt das Selbstwertgefühl Die SOS-Jugendhilfen Hünstetten/Taunus - stein bestehen seit Damals wurde die Einrichtung als Jugendwohngemein - schaft mit neun Plätzen im hessischen Hünstetten-Wallrabenstein eröffnet. Um jungen Menschen in Notsituationen noch besser beistehen zu können, erweiterte die Einrichtung ihr Angebot zehn Jahre später erneut: Nun kam das Betreute Wohnen hinzu, es folgten ein Notaufnahmeplatz und das Innenbetreute Wohnen in einem Appartement. Im Jahr 2000 eröffnete der Ambulante Bereich mit den Angeboten Betreutes Wohnen und Erziehungsbeistandschaft in Taunus - stein-bleidenstadt wuchs das Angebot erneut, diesmal um die Sozialpädagogische Familienhilfe. Noch in diesem Jahr soll in Hün - stetten, in der Nachbarschaft der Jugendwohngemeinschaft, eine Kinderwohngruppe mit sechs Plätzen entstehen Das in Sachsen-Anhalt gelegene SOS-Beratungszentrum Bernburg nahm 1992 die Arbeit auf und ist seither schnell ge - wachsen. Zunächst entstanden die Beratungsstelle, der Kinder- und Familientreffpunkt, der Jugendtreffpunkt Bernburg und das sozialpädagogisch betreute Wohnen ging das Landjugendprojekt des SOS-Beratungszentrums an den Start: Innerhalb der folgenden sieben Jah re entstanden je ein Kinderund Jugendtreffpunkt in sechs Orten der Verwaltungsgemeinschaft Alsleben, Güsten und Könnern wuchs das Angebot dann um die Kindertagesstätte mit Hort in Plötzkau. Auch die Kindertagesstätte und der Hort in der Gemeinde Beesenlaublingen zählen seit 2002 zu den Einrich tungen des SOS-Be - ratungszentrums. Aus verschiedenen Schulprojekten haben sich zu - dem seit 2009 feste Kooperationen mit einigen Schulen entwickelt. Dieser Wechsel hat Prinzip. Er sorgt für Abwechslung und hilft, einseitige Belastungen zu vermeiden.»wir arbeiten anders als klassische Behindertenwerk - stätten«, erklärt Hausvater Heinl.»Es geht nicht ums Geldverdienen, sondern darum, die Menschen abwechslungsreich und strukturiert zu beschäftigen.«hier zählt das Selbstwertgefühl. Da macht es nichts, dass Christian manchmal untätig am Webstuhl sitzt. Er nimmt trotzdem Anteil am Geschehen in der Textilwerkstatt, und es ist ihm wichtig, dort zu sein. Das zeigt sich gegen Ende der Mittagspause:»Papa, der Christian steht im Flur!«, ruft Victoria, inzwischen aus der Schule daheim.»er ist wohl aufgeregt, weil heute in der Werkstatt so viel los ist«, sagt Heinl und geht zu ihm. Die Festvorbereitungen haben Un ruhe in Christians fein ausbalancierte Welt gebracht. Er hat seine Pause abgebrochen, jetzt weiß er nicht wei ter. In solchen Momenten sind die Hauseltern besonders wichtig. Sie trösten, beruhigen und wissen Rat. Auch Christian macht sich nach einem kurzen Gespräch auf den Weg. Dass sie ein Rund-um-die-Uhr-Job erwartet, wussten die Heinls. Marion Heinl, gelernte Erzieherin, hatte als Familienhelferin im Haus gearbeitet. Als die Hauseltern ausschieden, bewar - ben sie und ihr Mann sich auf deren Stelle. Ausschlaggebend war, dass auch ihre Töchter zustimmten. Die Familie wohnt jetzt im Obergeschoss des Hauses als Teil der Gemeinschaft: Die Zimmer der Mitbewohner liegen auf einer Etage mit der Wohnungstür. Die immer offen ist, sagt Gary Heinl. Niemand spaziert einfach hinein. Aber jeder weiß, dass es auch nachts okay ist, sich zu melden, wenn Hilfe nötig ist. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Haus 17 sind zwischen 40 und 50 Jahre alt, einige haben Erkrankungen wie Diabetes. Geht es jemandem nicht gut, sind die Hauseltern sofort gefragt. Wie alle Hohenrother Hausgemeinschaften sitzt auch die der Heinls um 18:00 Uhr beim Abendbrot. Einige besuchen danach Freunde in den Nachbarhäusern oder pflegen ihr Hobby. Die anderen verbringen noch Zeit mitein- ander, etwa bei einem Spiel. Kehrt Arthur gegen 21:30 Uhr von seiner Abendrunde zurück, sperrt er die Haustür ab. Und damit, das wissen alle in Haus 17, ist der Tag offiziell zu Ende. Die SOS-Dorf - gemeinschaft Hohenroth Bewohner/-innen mit einer geistigen Behinderung: 163; davon leben in der 2011 eröffneten Hausgemeinschaft für Ältere in Burgsinn: 8 Mitarbeiter in Vollzeit: 123 für 20 Hausgemeinschaften, 14 Arbeitsbereiche, begleitende therapeut. Maßnahmen, Leitung, Verwaltung. Davon 27 Praktikanten im Freiwilligen Sozialen/Ökolog. Jahr, BFD, in Ausbildungsstellen für Heilerziehungspflege Unterhaltskosten in Tsd. Euro: 8.326, davon 62 % durch öffentliche Hand, 17 % durch eigene Erträge refinanziert Stand Jahresbericht

14 PARTNER UND FREUNDE Im Jubiläumsjahr 2012 steht die Aktion unter dem Motto»Herzenssache«. Bereits beim Auftakt zur Laufsaison 2012 herrschte großer Andrang. 10 Jahre»Kinder laufen für Kinder«Auf flinken Beinen Gutes tun Seit Beginn der Spendenaktion haben bereits über junge Läuferinnen und Läufer mitgemacht. Durch diesen besonderen Einsatz gelang ihnen ein großartiger Erfolg. In diesem Jahr wollen die Aktiven das Jubiläums-Spendenziel von insgesamt 5 Millionen erreichen. Die jungen Bremer Hannah, 11, und Christoph, 9, sind Juniorbotschafter der Aktion. Sie ha ben sich daher gut über SOS-Kinderdorf in- Die Idee ist einfach: Kinder laufen eine bestimmte Strecke und ihre Unterstützer spenden pro Kilometer einen vorher vereinbarten Betrag. Das fördert einerseits Bewegungsfreude und Fitness der jungen Aktiven. Andererseits übernehmen sie soziale Verantwortung, indem sie sich für andere engagieren. In diesem Falle tun sie das für die SOS-Kinderdörfer in Deutschland und der Welt. Große Begeisterung bei den Kindern Danke! ben bei»kinder laufen für Kinder«mitgemacht oft organisierten die Kinder die Laufaktionen selbst. Mit welcher Begeisterung sie bei der Sache sind, hat auch die Lehrerin Dr. Silke Oswald erlebt. Ihre Münchner Grundschule hat bereits fünfmal teilgenommen. Die Schulkinder, erzählt sie, waren spontan begeistert, trainierten eifrig für den großen Tag und waren sehr stolz auf ihre Leistung. Vor allem aber habe sich gezeigt:»die Kinder haben viel Freude dabei empfunden, sich sozial zu engagieren.«formiert.»ich finde es ganz toll, dass sie dafür sorgen, dass Kinder in Kinderdorffamilien aufwachsen können. Dass sie auch in ganz armen Ländern zur Schule gehen und ein Leben wie alle anderen Kinder leben können. Wirklich überraschend fand ich, dass es in 133 Ländern auf der Welt SOS-Kinderdörfer gibt«, meint Hannah. Deshalb hat auch Christoph vor allem ein Ziel:»Ich wünsche mir, dass alle Kinder bei Kinder laufen für Kinder mitmachen!«ein Wunsch, den viele prominente Unterstützerinnen und Unterstützer teilen.»ich hoffe, dass noch viele weitere Kilometer bundesweit erlaufen werden, um die fantastische Arbeit des SOS-Kinderdorf e.v. zu unterstützen.«das betont etwa der Sänger, TV-Moderator und SOS-Kinderdorf-Botschafter Maxi Arland. Auch er lief in diesem Jahr im Mai bei der traditionellen Auftaktveranstaltung am Münchner Flughafen mit. Und Fußball-Bundestrainer Jogi Löw meint:»mit Kinder laufen für Kinder wird nicht nur Geld eingenommen, das sinnvoll verwendet werden kann. Bei den Kindern, die laufend Gutes tun, wird auch das Bewusstsein für die Bedürfnisse anderer Kinder geweckt.«die Juniorbotschafter der Aktion, Christoph und Hannah, mit»tatort«-kommissar Oliver Mommsen. Auch er unterstützt»kinder laufen für Kinder«. Rund 2 Millionen Kilometer haben die Läuferinnen und Läufer deutschlandweit bisher schon zurückgelegt. Dabei haben Angehörige, Bekannte oder Firmen sie unterstützt, indem sie als Spon - soren auftraten. Zahlreiche Schulen ha - 14 Jahresbericht 2012

15 Danke! PARTNER UND FREUNDE Spendenaktion des RED NOSE DAY-Partners 2011 Sternstunden mit Starlight Express Das STARLIGHT EXPRESS- Team bescherte den SOS- Kinderdorfkindern echte Highlights. Im Rahmen des RED NOSE DAY 2011 sammelte das Musical Spenden für das SOS-Kinderdorf Sauerland. Daran hatten auch die Kinder ihren Spaß! chen berichteten über ihr Leben im Kinderdorf, die Gäste erzählten ihnen von ihrem Leben als Künstler und Darsteller bei dem Familienmusical. Beim gemeinsamen Rollschuhfahren konnten die Kinder sich dann sogar ein paar Tricks bei den Profis abschauen. Zwei der Darsteller»Papa, die alte Dampflok«und»Dinah, der Speisewagen«waren in Kostüm und Show-Maske erschienen. Entsprechend groß war die Vorfreude darauf, die Stars auch einmal auf der Bühne zu erleben. Am 12. Februar dieses Jahres war es dann so weit. 54 aufgeregte Kinder und 18 ebenfalls sehr gespannte Mitarbei- Der große Reisebus reichte nicht aus, so viele Kinder wollten unbedingt dabei sein. Schließlich ging es nach Bochum, zu STARLIGHT EXPRESS! Dort, das wussten die Gäste aus dem SOS-Kinderdorf, erwartete sie nicht nur das rasanteste Musical auf Rollschuhen: Der Abend würde auch ein Wiedersehen mit Bekannten bringen. Einige Ensemblemitglieder hatte das SOS-Kinderdorf bereits im August 2011 besucht. Die Jungen und Mädter/-innen aus dem Kinderdorf trafen in Bochum ein. Bei einem»meet & Greet«mit den Darstellern durften die SOS- Kinderdorfkinder Fotos mit ihren Lieblingen machen. Danach ging es zum Besuch des Aufwärmtrainings, der mit einem Rundgang hinter der Bühne verbunden war. Das absolute Highlight war natürlich die Show selbst.»noch Tage danach wurde im Kinderdorf über nichts anderes mehr geredet«, erzählt Einrichtungsleiterin Gabi Polle.»Es war einfach toll! Ein Dankeschön an das Team von STARLIGHT EXPRESS für diesen wunderbaren Nachmittag und die wirklich großherzige Unterstützung.«Mit den Hauptdarstellern im Scheinwerferlicht: die Kinderdorfgruppe aus dem Sauerland auf der STARLIGHT EXPRESS-Bühne. Als Partner des RED NOSE DAY, einer Charityaktion von ProSieben- Sat.1, unterstützte STARLIGHT EXPRESS das SOS-Kinderdorf Sauerland. Dem Ensemble liegt besonders die Unterstützung regionaler Kinderhilfsorganisationen am Herzen; und so sammelte es von September 2011 bis Januar 2012 nach allen Shows für den guten Zweck. Ein Höhepunkt war die Benefizgala»Timeless«, bei der die Künstler ihrem Publikum eine Musical-Reise durch die Zeit boten. Diese Show hatten die Darsteller in ihrer Freizeit und ohne Gage vorbereitet. Auch hier floss ein Teil des Erlöses über den RED NOSE DAY 2011 als Spende an das SOS-Kinderdorf Sauerland. Höhepunkt der Charityaktion waren vier Aktionstage auf den Sendern SAT.1, ProSieben, kabel eins und sixx im Dezember. Jahresbericht

16 SOS IN DER WELT SOS-Kinderpatenschaften im Ausland Kindern neue Hoffnung schenken I n vielen Ländern müssen Menschen große Schwierigkeiten überwinden, verursacht durch Armut, Krieg oder Naturkatastrophen. Kinder leiden oft am meisten darunter. Ihnen zu helfen und wieder Vertrauen in die Zukunft zu schenken ist vielen Menschen ein Anliegen. Sie übernehmen daher eine SOS-Kinderpatenschaft im Ausland und fördern so Wohlergehen und Entwicklung ihres SOS-Patenkindes.»Patenschaften sind ein wunderbarer Weg, Kindern nachhaltig zu helfen«, sagt Christine Rust, Leiterin Direktmarketing beim SOS-Kinderdorf e.v.»einerseits helfen sie uns, unsere Arbeit langfristig zu planen und besonders effizient zu arbeiten. So sparen wir auch Verwaltungskosten. Andererseits ist eine Patenschaft eine sehr persönliche Form der Hilfe. Ich habe selbst seit vielen Jahren eine SOS-Kinderpatenschaft. Und ich freue mich, dass ich durch die regelmäßigen Berichte aus seinem SOS-Kinderdorf weiß, wie sich mein Patenkind entwickelt.«bei der SOS-Kinderpatenschaft im Ausland können die Patinnen und Paten angeben, in welchem Land sie sich engagieren möchten. Wenn möglich, wird das gerne berücksichtigt. Prinzipiell vermittelt SOS die Patenschaften jedoch nach Bedürftigkeit. Der monatliche Patenbeitrag von mindestens 31 Euro hilft, den Unterhalt eines Kindes, aber auch seine Schul- oder Berufsausbildung zu sichern. Der Beitrag wird ausschließlich zweckgebunden eingesetzt; die Paten bekommen zwei Mal im Jahr Informationen über ihr Patenkind und dessen Entwicklung. Es vereinfacht die Verwaltung, wenn die Patenschaft mindestens ein Jahr lang besteht.»oft bleiben SOS-Kinderpaten ihrem Kind aber jahrelang verbunden«, weiß Rust.»Es ist einfach schön zu wissen, dass die eigene Hilfe so viel Gutes für einen jungen Menschen bewirkt.«daher begleiten viele SOS-Paten ihr Kind bis zu seiner Verselbstständigung und ermöglichen ihm so einen guten Start in ein eigenständiges Leben. 16 Jahresbericht 2012 SOS-Kinderdorf Inter national ist weltweit in 133 Ländern und Territorien aktiv. Der deutsche SOS-Kinderdorf e.v. unterstützt SOS-KinderdorfEin rich tun gen in 45 Ländern (vgl. grüne Markierungen). Amerika Argentinien Bolivien Brasilien Chile Costa Rica Dominikanische Republik Ecuador El Salvador Guatemala Haiti Honduras Jamaika Kanada Kolumbien Mexiko Nicaragua Panama Paraguay Peru Uruguay USA Venezuela Stand

17 SOS IN DER WELT Europa Albanien Belgien Bosnien/Herzegowina Bulgarien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Griechenland Island Italien Kosovo Kroatien Lettland Litauen Luxemburg Mazedonien Niederlande Nordzypern Norwegen Österreich Polen Portugal Rumänien Russland Schweden Schweiz Serbien Spanien Tschechische Republik Türkei Ukraine Ungarn Vereinigtes Königreich Weißrussland SOS-Kinderdorfe.V. in der Welt Asien Afrika Ägypten Äquatorialguinea Äthiopien Algerien Angola Benin Botswana Burkina Faso Burundi Demokratische Republik Kongo Elfenbeinküste Gambia Ghana Guinea Guinea-Bissau Kamerun Kapverden Kenia Lesotho Liberia Madagaskar Malawi Mali Marokko Mauritius Mosambik Namibia Niger Nigeria Ruanda Sambia Senegal Sierra Leone Simbabwe Somalia Somaliland Sudan Südafrika Südsudan Swaziland Tansania Togo Tschad Tunesien Uganda Zentralafrikanische Republik Armenien Aserbaidschan Bangladesch China Georgien Indien Indonesien Israel Japan Jordanien Kambodscha Kasachstan Kirgistan Laos Libanon Mongolei Nepal Pakistan Palästinensische Gebiete Philippinen Sri Lanka Südkorea Syrien Taiwan (China) Thailand Usbekistan Vietnam Ozeanien Australien Französisch-Polynesien Jahresbericht

18 SOS IN DER WELT Hungersnot in Ostafrika Der weite Weg zurück zur Normalität Über elf Millionen Menschen waren in Ostafrika von der schwersten Hungersnot seit 60 Jahren betroffen. Darunter waren Hunderttausende Kinder eine Herausforderung auch für SOS-Kinderdorf in der Region. Die Mitarbeiterteams der SOS- Kinderdörfer in Äthiopien, Somalia und Kenia erlebten von Beginn an mit, wie sich die Lage durch die anhaltende Dürre zuspitzte. Neben der Versorgung der SOS-Einrichtungen leistete SOS-Kinderdorf in der Region frühzeitig umfassende Nothilfe.»Bis heute stehen wir den Menschen zur Seite, auch wenn es um den Wiederaufbau einer eigenen Existenz geht«, sagt Mustafa Haji, Leiter des SOS-Kinderdorfes Gode in Äthiopien. Die Mitarbeiter verteilen Saatgut und Werkzeuge. In Gode erhalten seit Ende 2011 besonders bedürftige Familien Esel und Karren. Mit diesen Eselskarren, einem landesüblichen Fahrzeug, lassen sich ältere und kranke Menschen trans portieren. Oder es können Wasser und Feuerholz zum Markt gebracht werden, um dies dort zu verkaufen.»das hilft den Familien, sich wieder selbst zu versorgen«, so Haji.»Eselskarren sind in Äthiopien mehr wert als Häuser, denn damit lässt sich Geld verdienen. Das hilft auf nachhaltige Weise auch den Kindern.«Hoffnung am Shebelle River Es herrscht reges Treiben am Shebelle River in der Nähe der Stadt Gode. Alle wollen dort Wasser holen. Viele Bewoh - ner der Region verdienen ihr Einkommen damit, das kostbare Nass auf dem Markt zu verkaufen. Um es zu transportieren, brauchen sie jedoch ein Transportmittel wie eine Eselskarre. Solche Karren sind für die meisten unerschwinglich. Viele haben alles verloren und müssen sich nun eine neue Existenz aufbauen. 18 Jahresbericht 2012

19 SOS IN DER WELT SOS-Nothilfe - maßnahmen in Ostafrika SOS-Kinderdorf Kamerun: Neue Einkommensquellen für Familien Bei allen Maßnahmen stehen das Wohl und der Schutz der Kinder im Mittelpunkt. Ziel ist es, dass sie auch in gefährdenden Situationen wie einer Hungersnot ausreichend versorgt und liebevoll betreut werden, ob in der eigenen oder in einer Kinderdorffamilie. SOS-Nothilfe in Äthiopien, Gode Hilfe für Betroffene bzw Haushalte. Die Familien erhielten Coupons im Wert von je 780 Birr (etwa 6,50 Euro) für den Grundbedarf an Lebensmitteln für zwei Monate unterernährte Kinder unter fünf Jahren bekamen zusätzlich therapeutische Nahrung; 611 Personen wurden medizinisch versorgt. 100 Familien erhielten Eselskarren, um ihnen Zugang zu sauberem Trinkwasser und neue Einkommensquellen zu ermöglichen. 71 Häuser der ärmsten Familien wurden renoviert und mit Latrinen ausgestattet. SOS-Nothilfe in Somalia betroffene Menschen wurden unterstützt Personen erhielten Lebensmittelgutscheine. Zwei Drittel der kostenlosen medizinischen Behandlungen in den vier SOS-Ambulanzen in Mogadischu und Baidoa kam Kindern zugute. In zwei ambulanten, therapeutischen Ernährungsprogrammen wurden unterernährte Kinder behandelt. Es entstanden drei kinderfreundliche Anlaufstellen (»child-friendly spaces«). 926 Kinder erhalten dort pädagogische und psychologische Unterstützung. SOS-Nothilfe in Kenia, Marsabit betroffene Kinder und ihre Familien erhielten Unterstützung, u.a. über Schulspeisung in den Grundschulen. Stand Juni 2012 Für Ardi war es deshalb ein großes Glück, als sie als eine der ersten eine Eselskarre von SOS-Mitarbeitern erhielt. Ardi hat sechs Kinder, das jüngste ist fünf. Seit ihr Mann sie verlassen hat, muss sie den Familienunterhalt alleine aufbringen. Früher arbeitete sie als Straßenreinigerin, bis die Behörde Wer Kindern helfen will, muss notleidende Familien stärken. Das will auch das neue Projekt des SOS- Kinderdorfes Mbalmayo in Kamerun. Um zusätzliche Nahrungs- und Einkommensquellen zu erschließen, werden im Rahmen des SOS-Familienstärkungsprogramms 40 Fami - lien ausgebildet, damit sie Pilze und Schnecken züchten können. In Kamerun, geprägt durch Wald und Buschland, gehören diese zu den Grundnahrungsmitteln. Sie werden aber auch zu medizinischen Zwecken verwendet bei Hautproblemen wie Narben und Verbrennungen. Die meisten Familien bringen als Selbstversorger ihre Erzeugnisse zunächst auf den eigenen Tisch. Vier Familien planen, ihre Erzeugnisse nun auch zu verkaufen. ihre Stelle strich für Ardi eine nahezu aussichtlose Situation. Esel und Karre sind nun eine große Hilfe. Jetzt holt sie mehrmals am Tag am Shebelle River Wasser und verkauft dieses in der Stadt. Für die so erwirtschafteten 50 Birr (etwa 2 Euro) pro Tag kann sie Essen kaufen.»ich habe jetzt genug Geld, um für meine Familie zu sorgen«, sagt Ardi.»Ich kann sogar Seife kaufen und Schulbücher für meine Kinder.«Ihre Tochter Rahmo geht mit ihrem Bruder wieder in die Schule. Das freut Ardi ganz besonders. Die ganze Familie hilft mit bei der ersten eigenen Ernte. Das Projekt in Mbalmayo ist so kostengünstig wie wirkungsvoll.»wir arbeiten hier auf traditionelle Weise, daher müssen wir nicht groß investieren, um das Geschäft in Gang zu bringen«, erklärt Louis Démosthène Doussam, Koordinator des SOS- Familienstärkungsprogramms. Der praktische Teil der Ausbildung findet direkt auf dem Grund und Bo - den der teilnehmenden Familien statt, so behalten sie den Fortschritt ihrer Arbeit im Blick. Zudem erhalten sie Unterlagen mit Grundlagenwissen. Schon nach drei bis vier Wochen begutachten die Ausbilder die erste Pilz- und Schneckenernte. Der schnelle Erfolg motiviert inzwischen auch andere Familien, eine Ausbildung anzufangen. Das Wohl und die Gesundheit der Kinder steht auch bei der SOS-Nothilfe im Mittelpunkt. Jahresbericht

20 SOS IN DER WELT Die argentinischen SOS- Kinderdörfer befinden sich im Norden des Landes. Argentinische SOS-Kinderdorfmütter berichten Gesunde Ernährung für eine gute Entwicklung Im SOS-Kinderdorf Luján leben derzeit 126 Kinder. Sie kommen meist aus Verhältnissen, in denen es an Fürsorge, aber auch ausreichend ge sun der Ernährung fehlte. Für den kleinen Ezequiel hatte das ernste Folgen. Als Ezequiel ins Kinderdorf kam, ging es ihm schlecht. Bis heute muss er wegen seines angeborenen Herzfehlers in einer Klinik in La Plata regelmäßig behandelt werden. Inzwischen hat sich sein Zustand deutlich verbessert. Ein Grund dafür, so sein Arzt, sei die gesunde Ernährung.»Ezequiel liebt Salat und jede Art von Gemüse«, berichtet SOS-Kinderdorfmutter Maria Cristina.»Anfangs war es nicht leicht, die Kinder daran zu gewöhnen. Mittlerweile essen sie alle gern Frisches, vor allem wenn es aus unserem Garten kommt.«viele argentinische Kinder aus ärmeren Familien lernen gesunde, vitaminreiche Ernährung nie kennen. Für die - se Eltern ist es schwer, ihre Kinder überhaupt ausreichend zu ernähren. Frisches Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch sind in Argentinien wesentlich teurer als Fastfood und süße Getränke. Daher leiden gerade Kinder aus ärmeren Familien oft an krankhaftem Übergewicht und anderen gesundheitlichen Störungen. Andererseits sind Straßenkinder ohne festes Zuhause oft unterernährt. Alle gemeinsam an einem Tisch Regelmäßig miteinander zu essen das ist für diese Kinder eine ganz neue Erfahrung. In den 14 Familienhäusern im SOS-Kinderdorf Luján gibt es beim gemeinsamen Frühstück frische Fruchtsäfte, Milch und Mate-Tee, dazu frisches Brot mit selbstgemachter Marmelade. Mittags kochen die SOS-Kinderdorfmütter und -Familienhelferinnen vielseitige Gerichte aus Gemüse, Mais und Kartoffeln. Wie bereite ich ge - sundes Essen zu? Welche Lebensmittel passen zusammen? Das erfahren die SOS-Kinderdorfmütter schon im Rahmen ihrer Ausbildung. Ernährungsbe - ra terinnen vermitteln ihnen Wissenswertes zum Nährwert von Lebensmitteln, zu Haushaltsplanung und Hygiene. Auch die Kinder machen beim Kochen mit, was Kinderdorfmüttern wie Nor ma sehr wichtig ist:»sie helfen mir beim Kartoffelnschälen und Gemüsewaschen. So lernen die Kinder früh den Umgang mit frischen Lebensmitteln.«Dann ist auch der 15-jährige Beto zur Stelle, denn Kochen ist seine neue Leidenschaft:»Ich will später mal alleine für mich sorgen können und ein guter Gastgeber sein.«deshalb besucht er nun sogar zusätzlich einen Backkurs, und wer weiß, vielleicht wird er später mal ein richtiger Bäcker oder Koch. SOS-Kinderdorf in Argentinien In Argentinien, dem zweitgrößten Land Lateinamerikas, leben rund 40 Millionen Menschen, davon 3 Millionen in der Hauptstadt Buenos Aires. In vielen Vororten ist bis heute die Armut zu Hause, und Familien fehlt es an der nötigen Grundversorgung. Zwar hat sich Argentinien von der Wirtschaftskrise der 1990er Jahre erholt, dennoch leben über 20 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze. Tipps für die gesunde Küche erhielten die SOS-Kinderdorfmütter jüngst auch vom Meisterkoch Martiniano Molina. SOS-Kinderdorf engagiert sich seit 1963 in Argentinien für Kinder und Familien. Zurzeit sind im Land vier SOS-Kinderdörfer in Betrieb. Außerdem gibt es drei SOS-Jugendeinrichtungen, einen SOS-Kindergarten, drei SOS-Familienstärkungsprogramme, eine Hermann-Gmeiner-Schule sowie ein SOS-Berufsbildungszentrum. 20 Jahresbericht 2012

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