Liebes Publikum! EDITORIAL

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1 EDITORIAL Liebes Publikum! SUBVENTIONSGEBER UNTERSTÜTZENDE INSTITUTIONEN SPONSOREN Langsam, aber sicher baut sich jedesmal, wenn die Präsentation des neuen Klangwelten-Abo- Programms bevorsteht, eine gewisse Spannung auf. Fragen nach dem Programm, nach den Muskerinnen und Musikern, die verpflichtet werden konnten und demnächst in der Sargfabrik zu hören und zu sehen sein werden, haben uns im Vorfeld umgetrieben. Auswahl und Planung kosteten Herzblut, Sachkenntnis und Kalkül, doch wenn schlussendlich das Programm feststeht, weicht unsere Spannung der Vorfreude und der Hoffnung, dass die musikalischen Gäste zu Ihrer Freude aufspielen werden. Mit 57 Konzerten und 2 Doppelkonzerten und einem Programmschwerpunkt zu Ehren des Wiener Meisterperkussionisten Peter Rosmanith präsentiert sich die Sargfabrik einmal mehr als ein Begegnungsort der besonderen Art. Denn insbesondere die Konzerte mit den diversen Musikern um Peter Rosmanith lassen aufhorchen, weil sie erleben lassen, dass Musik nicht allein den Ton angibt. Literaturlesungen und Filmvorführungen mit Musikerbeteiligung erweisen sich als sinnlich erlebbare, genuine Erweiterungen der bloßen Tonkunst. Muss noch besonders erwähnt werden, dass, wie üblich, quer zu den üblichen Abo-Programmblöcken, sich ein buntes, vielfältiges, eher unterirdisches Geflecht zwischen den auftretenden Musikern und Musikerinnen erstreckt? Ist die Melancholie einer Fado-Sängerin wie Cristina Branco wirklich weit weg von der einer Post-Punk-Chanson-Chanteuse wie Tini Trampler und ihren Playbackdolls? Gibt es gar einen Dialog zwischen der sprechenden Sitar eines Shujaat Khan und den talking drums vom Peter Rosmanith? Wie nah beieinander liegen die lebensfrohen Rhythmen des Ensemble Klesmer und die einer Band wie Skolka, die zu Ska und Polka aufspielt? Finden Sie es bitte bei Ihren Konzertbesuchen heraus! Spannend werden die Konzerte werden, spannend die Abende, an denen wir uns auf Ihren Besuch freuen. Neues und Bewährtes, Überraschendes und Herausforderndes warten auf das Glück eines sachkundig hörenden und, ja, auch tanzenden Publikums! Auf dass sich Vorfreude in Freude verwandle! Ernst Perbin-Vogl Konzept/Programmierung/Geschäftsführung KOOPERATIONSPARTNER Impressum: Medieneigentümer und Herausgeber: Verein für Integrative Lebensgestaltung 1140, Goldschlagstraße 169 Erscheinungsort: Wien Verlags post amt: 1140 Wien Redaktion: Ernst Per bin-vogl, Annabella Supper Texte: Harald Justin Fotos: Fred Ilger, Federico Pedrotti, Ingo Pertramer, Robert Wimberger, Agnieszka Gantz, Andrej Grilc, Thomas Dorn, Jasmin Schuller, Hans Ringhofer, Anna Schwab, Gregor Buchhaus/David Schellnegger, Julia Grandegger, Christoph Hofer 03

2 INHALT SEPTEMBER Editorial I nhalt DIE ABOS DIE KONZERTE Seite Natacha Atlas Nikolaj Efendi Karim Chajry Ensemble Hamnavazan Lucilla Galeazzi Woody Black Four Khaira Arby Rosmanith/Berger/Bakanic Klezmer Reloaded Brian Auger Unni Løvlid Folksmilch Capitan Tifus Theessink & Molden 30 Cristina Branco Phishbacher Skolka Christina Zurbrügg Randi Tytingvåg Rosmanith/Gulda/Abado NOVEMBER Dinovski & Schuberth Playbackdolls Living Transit Scheiny s All Star Belofour Giorgio Conte JÄNNER OKTOBER Bassekou Kouyaté Sparkledrive Rosmanith/Lechner The Erlkings Großmütt. Hatz Black Market Tune Rosmanith/Hautzinger/Loibner Natacha Atlas WoodAirQuartet Welovesissi Minimal Tango Susana Sawoff Nigun Bratfisch Marcelo Dellamea Reform Art Unit Gemischtes Doppel Shujaat Khan Kofelgschroa Triomobü Coig & Siobhan Miller Rosmanith/Steinhauer/Graf Salah Ammo & Peter Gabis Balkan Khans Listen To Leena Eva Billisich Bassekou Kouyaté Christoph Pepe Auer Tsatsiki Connection Ensemble Klesmer Wien Lucilla Galeazzi Ialma DEZEMBER Wilfried Cristina Branco Vucciria S.O.D.A. Titi Robin Informationen Bestellkarte

3 Abo 1 Songs and beyond Ins Herz treffende musikalische Kostbarkeiten Randi Tytingvåg Susana Sawoff Lucilla Galeazzi Giorgio Conte Christina Zurbrügg & Band Abo 5 Club Global live Tanzbar, feurig und bunt Stillstehen geht nicht! Ronja* & Living Transit Capitan Tifus Skolka Balkan Khans Tsatsiki Connection Karim Chajry Maghreb Vibration Abo 9 Faszinierende Stimmen Für alle Fans der menschlichen Stimme. Randi Tytingvåg Lucilla Galeazzi Ialma Cristina Branco Natacha Atlas Cristina Branco Vucciria Kofelgschroa Abo 2 Austrozone live Gute und neue Musik Made in Austria. Susana Sawoff Nikolaj Efendi & Red Wine Conspiracy Sam Simon / Sparkledrive Playbackdolls Listen To Leena Abo 3 Simply more than jazz Unerhörtes in allen ersinnbaren Klangfarben. Woody Black Phishbacher Christoph Pepe Auer & Band Welovesissi Reform Art Unit S.O.D.A Abo 4 Fundstücke Unklassifizierbares, Seltsames und Rares. WoodAirQuartet Belofour The Erlkings Welovesissi Unni Løvlid Dinovski & Schuberth Abo 6 Legendär und Kult Zeittypisch und identitätsstiftend. Brian Auger s Oblivion Express Giorgio Conte Reform Art Unit Theessink & Molden Wilfried & Die Neue Band Abo 7 Blues.Roots.Soul & Co Stars wie Newcomer erweisen uns die Ehre. Coig / Siobhan Miller Band Brian Auger s Oblivion Express Sam Simon / Sparkledrive Black Market Tune Triomobü Abo 8 Gypsy/Balkan/Klezmer-Spezialitäten Globale, aber auch lokale musikalische Streifzüge. Klezmer Reloaded Scheiny s All Star Yiddish Revue Nigun Balkan Khans Großmütterchen Hatz Salon Orkestar Ensemble Klesmer Wien Abo 10 Oriental & Asian Moods Orientalische und asiatische Musikkulturen in traditionellem und modernem Gewand. Shujaat Khan Natacha Atlas Salah Ammo & Peter Gabis Titi Robin Taziri Trio Karim Chajry Maghreb Vibration Ensemble Hamnavazan Abo 11 African & Latin Pearls Musikalische Gustostückerl vom afrikanischen Kontinent und aus Lateinamerika. Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba Marcelo Dellamea Trio Khairy Arby Capitan Tifus Minimal Tango Abo 12 Lokal Kolorit Wienerisch und alpenländisch. Jung, frisch und frech. Folksmilch Theessink & Molden Bratfisch Gemischtes Doppel Eva Billisich & Die derrische Kapelln Abo 13 Crossing Europe Quer durch Europas musikalische Regionen. Coig / Siobhan Miller Band Ialma Abo 14 Porträt: Peter Rosmanith Die Sargfabrik widmet den vielen Facetten des Perkussionisten Peter Rosmanith fünf besondere Abende, an denen er seine Meisterschaft in Zusammenarbeit mit (Jazz-)Musikern, Schauspielern und Sprachkünstlern demonstriert. Besonders begegnungsfreudig zeigt sich Rosmanith insbesondere dort, wo sich die Künste berühren, erweitert das Lesen und Sehen um die Sinneserfahrung des Hörens, so dass laut seinem Anspruch Menschen beginnen, mit den Ohren zu sehen. Rosmanith/Gulda/Abado Rosmanith/Steinhauer/Graf Rosmanith/Lechner Rosmanith/Berger/Bakanic Rosmanith/Hautzinger/Loibner Freie Wahl Stellen Sie für sich Ihr ganz persönliches Kulturprogramm zusammen. Wählen Sie mind. 5, mind. 10 oder mind. 30 Konzerte aus, und genießen Sie, je nach Paket, bis zu 40% Preisvorteil gegenüber Einzelkartenkäufen AboCard: Nimm Alles Sie buchen alle Konzerte und sparen dadurch nahezu 50% gegenüber dem Normalpreis. Klangwelten-Pass Mit dem Klangwelten-Pass können sie kurzfristig entscheiden, welche Konzerte sie besuchen möchten. Sie können einen 10er, 20er oder 30er Block zu verbilligten Preisen lösen. Der Pass besteht aus Einzelkarten im Wert von bis zu 20. Bei Konzerten mit höheren Eintrittspreis wird die Differenz an der Abendkasse verrechnet. (Sitz) platz können wir Ihnen nur bei rechtzeitiger Terminbekanntgabe garantieren. Die Klangweltenpässe gelten ein Jahr ab Austellungsdatum

4 Di, 15. September 15 20:00 18 Mi, 16. September 15 20:00 22 Fr, 18. September 15 20:00 22 Di, 22. September 15 20:00 22 Woody Black 4 Österreich Folksmilch Österreich Ein Jazz-Bassklarinettenquartett findet man auch nicht an jeder Ecke. Andererseits, wo, wenn nicht in Wien, kann man auf die Idee kommen, dem schwarzen Klangholz in Form eines Quartetts zu huldigen, das den Namen Woody Black 4 trägt? Bereits der Bandname signalisiert, was die Musik hören lässt, nämlich eine spritzige Mischung aus Humor und Ernsthaftigkeit. Vornehmlich mit ihren innovativen Eigenkompositionen haben die vier Bläser die Juroren des European Jazz Contest dazu bewegt, ihnen 2014 den ersten Preis zu zuerkennen. Tatsächlich lotet Woody Black 4 die Klangmöglichkeiten der Bassklarinette auf Weisen aus, die erstaunenswert sind. Dass sich der warme Klarinettenklang bestens im modernen Jazz wohlfühlt, ist Kennern des Genres bekannt, die Avantgarde schätzt die spröden Splitterklänge der Klarinette, und der Spielwitz von Woody Black 4 kitzelt noch aus Pop- Songs eine Zeitgenossenschaft heraus, die immer wieder aufhorchen lässt. Denn das Quartett bringt im Dienste des schwarzen Holzes das Beste aus allen musikalischen Welten zusammen und schafft eine eigene, greifbare, nahezu filmmusikhafte Klangwelt. Woody Woodpecker würde es freuen! Mit ihrem zweiten Album im Gepäck beweist das Wiener Ensemble, dass zumindest ein Jazz- Bassklarinettenquartett nicht an jeder Ecke zu finden ist, aber doch einen Platz in dieser Welt hat. Oscar Antoli, Daniel Moser, Stephan Dickbauer, Leonhard Skorupa - Klarinette, Bassklarinette Abo Simply more than Jazz Klezmer Reloaded Ö, Pl, Ukr Musik, die unter dem Oberbegriff Klezmer steht, kann zum Lachen traurig und zum Weinen lustig sein. Wie eine gute Ehe, die bekanntlich im verflixten siebten Jahr besonders stürmisch sein soll. Und wer kann das besser bezeugen als das längst in Wien heimisch gewordene dynamische Duo Klezmer Reloaded. Was Maciej Golebiowski mit seinen Holzblasinstrumenten und Alexander Shevchenko mit seinem Akkordeon seit eben genau sieben Jahren zu Gehör bringen, ist so einmalig wie eine seelisch-musikalische Wahlverwandtschaft nur sein kann. Klezmer mit osteuropäischem Hintergrund ist die Grundlage ihres Spiels, doch genau diese Grundlage ermöglicht ihnen, traumwandlerisch aufeinander eingespielt, kleine Fremdgehereien mit argentinischem Tango, französischer Musette oder orientalischen Klängen. Das soll Beziehungen frisch und humorvoll halten, und so lässt das langjährig erprobte Duo, das sich einst beim KlezMore Festival kennen gelernt hat, erahnen, dass mit spielerischem Witz und musikalischer Abenteuerlust, mit Traditionsbewusstsein und improvisatorischem Freigeist musikalische Welten, in Begeisterung zu vereinen sind. Seriös, kurios, virtuos: Gerade im verflixten siebten Jahr ist das mehr als eine Feierstunde wert. Maciej Golebiowski - Holzblasinstrumente, Gesang, Alexander Shevchenko - Akkordeon Abo Gypsy/Balkan/Klezmer-Spezialitäten Folksmilch gibt es seit dem Jahr 2000, gegründet in Graz anlässlich einer Werbeveranstaltung zum Bau des Semmering-Basistunnels. (Den Tunnel gibt es noch immer nicht). Der zweite Auftritt fand in einer Molkerei statt, drum der Name Folksmilch klingt besser als Volkstunnel, oder? Und so ging es weiter: Von der Kleinkunstbühne zur klassischen Bühne, vom Jazzclub zum Straßenfest und zweimal in der restlos ausverkauften Sargfabrik. Was ist zu erwarten? Eh wie immer: Ein mehrgängiger exquisiter Ohren-/Augen-/und Herzensschmaus. Mit Charme und Humor umgarnen Bakanic, Bittmann und Luis ihr Publikum und laden es ein, sich immer wieder neu überraschen zu lassen. So klingt bei Folksmilch der Michael Jackson Klassiker Billie Jean wie ein Tango von Astor Piazzolla, Mozarts Klavierstück Alla Turka wie Balkan-Swing und der EAV-Austropopsong Fatamorgana wie eine skurrile Operette. Dazwischen wird wieder gepascht oder gerappt, Eigenkompositionen im Jazz und Folk Bereich gibt es auch, Schlager im Hip Hop Stil, sentimentale Lieder und lustige Lieder, verrückte Performance und vieles mehr. Ja, und virtuos sind die drei noch obendrein. Das macht Spaß! Christian Bakanic - Akkordeon & Perkussion, Klemens Bittmann - Violine & Mandola, Eddie Luis - Kontrabass & Gesang Abo Lokal Kolorit Phisbacher USA, D, Serbien Phishbacher verführen, reißen mit. Die Gleichzeitigkeit von lyrischem Spiel, muskulösem Dauerfeuer und lässigem Groove ist vielleicht das eigentlich Phänomenale dieses Trios. Sie spielen melodiöse, spannungsgeladene Musik, geerdet in der tiefen Tradition des amerikanischen Jazz, aber nicht davon eingeengt. Drei Musiker - drei Länder (US, DE, SRB), und ebenso viele musikalische Hintergründe, eine großartige Basis also, um Eigenkompositionen und Chart Stürmer gleichermaßen mit ihrem ganz speziellen Trio Sound einzufärben. U2, Coldplay, The Beatles und Genesis werden hier auf feinste Weise verphishbachert. Walter Fischbacher, Goran Vujic und Ulf Stricker sind absolute Könner, wenn es darum geht, ein Stück Musik in die Stratosphäre zu schießen und gleichzeitig ihre rhythmischen Wurzeln tief in die Erde zu schlagen. Kein Lied entgleist. Jedes einzelne Stück brilliert mit einer Spielfreude und gerade genug Kontrolle, um die Band am Abgrund entlang gleiten zu sehen. Mit welcher unglaublichen Leichtigkeit und Ruhe und dabei stets am oberen Ende des technisch Möglichen agierend beispielsweise George Harrisons While my guitar gently weeps in einem 17/16 (!!) Takt präsentiert wird, wirkt fast schon aufreizend: Wie ein Baum, der im Sturm kein Blatt bewegt. Grandios! Walter Fischbacher - Klavier, Keyboard, Goran Vujic - Bass, Ulf Stricker - Schlagzeug Abo Simply more than Jazz 08 09

5 Mi, 23. September 15 20:00 22 Do, 24. September 15 20:00 22 Fr, 25. September 15 20:00 18 Di, 29. September 15 20:00 22 Randi Tytingvåg Trio No Norwegen hat es gut, wenn nicht sogar besser. Die Förderung der Musikkultur kann als vorbildlich gelten, und so verwundert es nicht, dass wieder einmal ein norwegisches Frauenstimmwunder zu bestaunen ist: Randi Tytingvåg! Mit ihrem Album Three hat sie sich in kürzester Zeit so viel Begeisterung ersungen, dass die Fachpresse bei ihren Auftritten in Deutschland mit dem Jubel kaum nachkam. Von Wohlfühlmusik im besten Sinne, von Charme, Intensivität und Poesie ist die Rede, und dieses Lob erhält die Norwegerin aus dem Singer-/ Songwritergenre, weil sie das Kunststück fertig bringt, stiloffen ihre an Norwegens Folklore geschulte Stimme mit amerikanischer Roots-Musik zwischen Folk, Country und Jazz in Einklang zu bringen. Zu ihrer Kunst der leisen Töne, die die Kritiker von einer Mischung aus Leichtigkeit, Erdung und Melancholie schwärmen lässt, tragen wesentlich ihre zwei Mitmusiker bei: Dag S. Vagle, ein herausragender Sänger und Gitarrist, und der mehrfach begabte Erlend Aasland sind Musiker, die sich sowohl im Jazz als auch in der Country-Music auskennen. Dieser Erfahrungsschatz ist wichtig, um etwas wagen zu können, sagt, Randi Tytingvåg, und meint damit wohl nicht nur die Kenntnisse ihrer einfühlsamen Begleiter: Heraus zum Wagnis, Erfahrungsschätze zu verteilen. Randi Tytingvåg - Gesang, Dag S. Vagle - Gitarre, Gesang, Erlend Aasland - Banjo, Gitarre, Cavaquinho, Klavier Rosmanith/Gulda/Abado Ö Auf die Idee, den Klang eines arabischen Saiteninstruments wie der Oud mit dem eines westeuropäischen Cembalos zu kombinieren und dazu ihnen noch mit allerlei Perkussionsinstrumenten einen bunten Teppich als rhythmisch und melodisch bewegte Grundlage zu weben, muss man erst einmal kommen. Der libanesische Sänger und Oud-Spieler Marwan Abado machte es möglich. In seiner Band spielten zu unterschiedlichen Zeiten sowohl Peter Rosmanith als auch Paul Gulda. Als sie sich begegneten und entschlossen, gemeinsam das Trio Tannur zu bilden, war der Name bereits Programm: Tannur bezeichnet den traditionellen arabischen Steinofen, und ein Ofen ist ein besonderer Ort der Begegnung: der Teig mit seinen vielen Zutaten wird zum Brot, das Rohe zum Gekochten, und am Ende schmeckt es allen Beteiligten. So soll es auch mit der Musik von Tannur sein. Das Trio hat mancherlei Zutaten im Topf: Bachblüten mit Cembalo-Aufguss, Datteln aus Beirut mit Oud-Sehnsucht und munter durch alle Gewürzmühlen der Welt schmackhaft geklapperte Gewürze. Drei Köche, ein Brei, bei Tannur passiert, was einige für Alchemie und Zauberei, andere für die hohe Kunst des zivilisierten Kochens mit Musik halten. Klingt gut, dieses Miteinander, und wer es je gehört hat, wird sich fragen, warum früher noch niemand auf die Idee dieser Kombination gekommen ist. Marwan Abado - Oud, Gesang, Paul Gulda - Cembalo, Peter Rosmanith - Perkussion Abo Porträt: Peter Rosmanith Ronja* & Living Transit Ö Was waren das noch Zeiten, als Astrid Lindgren Mädchen ganz andere Möglichkeiten eröffnete: Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter waren wild und ganz anders kein Wunder, dass sich Raphaela Buschenreiter einen Bühnennamen ausgesucht hat, dessen literarisches Vorbild eben nicht Barbie heißt. Mit dem Anderssein begann sie schon früh. Als Jugendliche geriet sie in die Nähe von Hip Hop und, wundersamerweise, in die Nähe von Rock- und Popmusik der sechziger Jahre. Die Animals, Janis Joplin, Jimi Hendrix, - mit Stimme, Tanz und Flöte nahm sie das Wilde in sich auf und gibt es seitdem als Choreografin und Sängerin unter dem Bühnennamen Ronja* weiter. Die studierte Tänzerin und Sängerin ist mittlerweile Frontfrau der hochkarätig besetzten Band Living Transit und der Tanzformation Colibri, Mitglied von Global Groove LAB, einem internationalen Weltmusikprojekt, und Gründerin des Verein artform, sowie des Label artform Music. Mit anderen Worten: sie räubert, wo es etwas zu räubern gibt, heute vornehmlich im expressiven Performance- Pop-Bereich. Barbie darf nach Hause zu Mama gehen. Andere kommen in die Sargfabrik. Ronja* - Gesang, Performance, Pavel Shalman - Violine, Gudula Urban - Cello, Raphael Preuschl - Bass, Markus Gaudriot - Klavier, Silvio Berger - Schlagzeug Abo Club Global live Scheiny s All Star Yiddish Revue USA, Ö Warum es eine Amerikanerin jüdischen Glaubens ausgerechnet nach Wien zieht? Möglicherweise ärgert sie sich über den grassierenden Anti-Semitismus und will mit ihren künstlerischen Mitteln Stellung beziehen? Wahrscheinlicher aber ist Deborah Scheiny Gzesh einfach nur eine übermäßig begabte Sängerin und Schauspielerin, der es in Amerika zu eng wurde. In Chicago geboren, hat sie Gesang, Tanz, Theater und diverse Improvisationskünste studiert, gelehrt und sich ein Repertoire erarbeitet, das mit Jiddischem Liedgut bestens nach Wien passt. Komödiantischer Unernst, jiddischer Swing mit schauspielerischem Gestus, all das bietet sie, unterstützt von einer heimischen Musikergarde, die es in sich hat: Saxofonistin Martina Cizek hat bei der Klezmer Gruppe Gojim gespielt, Akkordeonistin Maria Düchler hat die Tasten in Tini Tramplers Combo gedrückt und Paul Skrepek und W.V. Wizlsperger haben beim Kollegium Kalksburg studiert. Das Team stimmt, und der Rest ist einfach Deborah Scheiny Gzesh, eine Erscheinung auf der Bühne, die an einem Abend die Geschichte der aus Europa nahezu vernichteten jiddischen Kultur mit hintergründigem Humor, zarter, aber doch kraftvoller Diktion Revue passieren lässt. Deborah Scheiny Gzesh - Gesang, Martina Cizek - Saxophon, Maria Düchler - Akkordeon, W.V. Wizlsperger - Bass, Paul Skrepek - Schlagzeug Abo Gypsy/Balkan/Klezmer-Spezialitäten Abo Songs and beyond, Faszinierende Stimmen Begrenzte Sitzplätze 10 11

6 Mi, 30. September 15 20:00 29 Do, 1. Oktober 15 20:00 18 Fr, 2. Oktober 15 20:00 18 Di, 6. Oktober 15 20:00 19 WoodAirQuartet Österreich Marcelo Dellamea Trio Arg Bassekou Kouyaté & Ngoni Ba Mali Selbst wer nicht weiß, dass eine Ngoni eine westafrikanische Laute ist, wird sich ihrer Faszination nicht entziehen können. Besonders, wenn sie von einem Meister wie Bassekou Kouyaté gezupft wird. Der Meistermusiker aus Mali hat die Spielweise des traditionellen Instruments modernisiert, und im Zusammenspiel mit vier unterschiedlich großen Ngonis, zwei Perkussionisten und der fantastischen Sängerin Amy Sacko erschafft Bassekou Kouyaté einen hypnotischen, groovy Sound, dem sich auch westliche Zuhörer nicht entziehen können. Dass sein Spiel für den legendären Ali Farka Touré und den amerikanischen Weltmusikblueser Taj Mahal überzeugend genug war, um ihn auf ihren Alben mitspielen zu lassen, ist deshalb ein ebenso treffendes Argument für sein Können wie die Wahl seines Albums Seku Blue zum best world music album of the year Wenn er nach Auftritten beim North Sea Jazz Festival, beim Roskilde Festival oder der Womad mit seinem aktuellen Album im Gepäck in Wien auftritt, kommt er als einer der wichtigsten westafrikanischen Musiker in die Sargfabrik. Bassekou Kouyate - Ngoni, Aminata Sacko - Stimme, Mamadou Kouyate - Bass-Ngoni, Moustafa Kouyate - Ngoniba, Mahamadou Tounkara - Yabara, Tama, Abou Sissoko - Medium-Ngoni, Moctar Kouyate - Calebasse Abo African & Latin Pearls Begrenzte Sitzplätze Heraus zum Zeitensprung! Den verspricht das WoodAir- Quartet, wenn es La Folia, eine als recht wüst verschriene Musik- und Tanzform der Renaissance und Barockzeit in das 21. Jahrhundert hebt. Ausgelassene Tänze und Lieder spanischer und portugiesischer Herkunft trugen einst diese Bezeichnung, und wenn das Quartett der vier klassisch ausgebildeten Musiker mit ihrem Programm La Folia Lärmende Lustbarkeit auf der Bühne steht, dann reproduziert es nicht nur die Musik aus fernen Zeiten, sondern schlägt mit Improvisationen und Eigenkompositionen überaus sinnlich erfahrbare Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Für die Qualität ihres Zeitensprungs sprechen die Biografien der Ensemblemitglieder: Cellistin Anna Lang spielt in Klassik-Formationen ebenso wie im Chamberjazzquartett PianoForteBrass, Posaunist und Akkordeonist Alois Eberl kommt aus der Volksmusik, ist klassisch ausgebildet und in der Jazz- und Improvisiererszene gut eingespielt. Gleiches gilt für den Kontrabassisten Walter Singer, und Robert Kainar ist als sensibler Perkussionist bekannt, der selbst den Einsatz elektronischer Mittel nicht scheut. Sollte der Zeitensprung, die lärmende Lustbarkeit, in Wirklichkeit ein Seitensprung der Klassik mit dem Jazz und der Volksmusik sein? Anna Lang - Violoncello, Alois Eberl - Fisarmonika, Posaune, Robert Kainar - Perkussion, Walter Singer - Kontrabass Abo Fundstücke Susana Sawoff Österreich Wer seinen CDs Titel wie Bathtub Rituals oder Wrapped Up In A Little Sigh gibt, meint es wahrscheinlich mehr als bloß eine Duftlotion intimer als jemand, der von Metal Machine Head, von Skull Fuck oder dem Nuclear Weapon Under My Belt singt. Richtig, die Lyrik der Susana Sawoff ist die der weiblich-behutsamen Art. Einfühlsamkeit wird großgeschrieben, gerade auch, wenn sie diese Lyrik am Klavier mit dem Schlagzeuger Jörg Haberl und dem Kontrabassisten Christian Wendt auf der Bühne zelebriert. Wenn ihre sanft jazzigen, von leichtfüßigen Melodien durchzogenen Lieder das zwischenmenschliche Miteinander besingen, dann wird die Probe auf ihre Musik im Konzert vollzogen. Insofern spricht es für Susana Sawoffs Kunst, dass sie und ihre beiden Mitmusiker eine durch zahlreiche Konzerte in ganz Europa zusammengefundene, gut erprobte, organisch miteinander spielende Einheit bilden. Mit ihren Schwestern mag sie als Sawoff Shotgun ihre wilde Seite zeigen, bei den Bathtub Rituals ist sie die Susana, die an ihrer Musik feilt wie andere an ihren Tagebucheinträgen. Als kindlich verzücktes, feminin sinnliches, ewiges Seufzen beschreibt sie ihre als Badewannen-Rituale charakterisierte Musik. Die Badewanne also als neues, warmumplätschertes Exerzierfeld der Emotionen? Gerne. Träumt davon nicht selbst die Gummi-Ente? Susana Sawoff - Gesang, Klavier, Christian Wendt - Kontrabass, Jörg Haberl - Schlagzeug Abo Songs and beyond, Austrozone live Beim Stichwort Lateinamerikanische Musik mag man vielleicht zuerst an Brasilien, an Samba und Bossa Nova denken. Aber auch Argentinien ist erstaunenswert gut aufgestellt. Tango und Astor Piazolla, Akkordeon spielende Gauchos und natürlich der schwermütigste aller Gitarristen, Atahualpa Yupanqui. Mit Marcelo Dellamea ist ihm ein Enkel nachgewachsen, dem dank seiner Jugend die Melancholie zwar noch fremd ist, der aber trotzdem Töne ins Spiel bringt, die genug landestypisches Temperament enthalten, um aufhorchen lassen. 22 Jahre ist er jung, und er spielt mit einer raumergreifenden Luftigkeit, die Platz lässt für seine beiden Mitspieler, den ebenfalls Gitarre spielenden Bruder Hugo Dellamea und den Perkussionisten Ariel Sanchez. Zugleich ist die in jedem Anschlag zu hörende Offenheit eine gegenüber den Musiken der Welt: Das Trio interpretiert Klassiker der lateinamerikanischen Musik ebenso wie die des Pop und Jazz. Mit den beiden Alben Calle 11 und Dos Mas Uno als Visitenkarten, gelang ihnen der Schritt auf die internationalen Konzertbühnen: Im Vorprogramm von Chucho Valdes, Scott Henderson, Jeff Berlin and Dennis Chambers bewährte sich das Trio vor einem qualitätsbewussten Publikum. Atahualpa Yupanqui ist unvergessen, doch den Namen von Marcello Dellamea gilt es sich zudem zu merken! Marcelo Dellamea - Gitarre, Hugo Dellamea - Gitarre, Ariel Sanchez - Perkussion Abo African & Latin Pearls 12 13

7 Mi, 7. Oktober 15 20:00 25 Do, 8. Oktober 15 20:00 25 Di, 13. Oktober 15 20:00 25 Mi, 14. Oktober 15 20:00 22 Shujaat Khan Indien Rosmanith/Steinhauer/Graf Wer den indischen Sufi-Mystiker und Dichter Rumi ( ) bewundert, muss ein guter Mensch sein. Goethe hats gemacht, Shujaat Khan auch. Er singt zudem Sufi- Lieder von Dichtern wie Amir Chosrau oder Bulleh Shah. Ebenso wichtig: Shujaat Khan gilt als einer der größten Sitarspieler der Gegenwart. Er entstammt einer indischen Musikerdynastie, sein Vater ist der legendäre Sitarspieler Ustad Vilayat Khan, seine Schwestern sind berühmte Sufi- Sängerinnen. Als Sitarspieler spielt er im Gayaki-ang-Stil, dessen Ziel die Imitation der menschlichen Stimme ist. Dass er zur Sitar zusätzlich singt, setzt äußerste Kunstfertigkeit voraus: Das ist wie zwei Sprachen gleichzeitig sprechen, meint er. Doch die Konzentrationsleistung bliebe ein bloßes Kunststück, wenn ihr nicht jene meditative, in mystische Selbsterfahrung gründende innere Schau zu Grunde liegen würde, die so charakteristisch für den Weg der Sufis ist. Shujaat Khans Weg ins Innere hat ihn sinnigerweise weltberühmt gemacht: Grammy- Nominierungen, Auszeichnungen und Auftritte in der ganzen Welt, von der Carnegie-Hall in New York bis hin zur Uno in Genf, Shujaat Khan hat seine Botschaft der mystischen Liebe in die Welt getragen. Seine Verpflichtung für die Sargfabrik bietet denn auch mehr als ein Konzert - schließlich trägt Shujaat Khan Runi im Herzen. Shujaat Khan - Sitar, Gesang, Nihar Mehta - Tabla Abo Oriental & Asian Moods In Kooperation mit Österreichisch-Indisches Institut Siobhan Miller Band Sco Coig Kanada/Kap Breton Schotten mögen als geizig verschrien sein, aber mit Talenten sind sie freigiebig. Bestes Beispiel: Siobhan Miller. Mit traditionellem Liedgut und selbstgeschriebenem Material ersang sie sich 2008 den BBC Young Folk Award, 2011 und 2013 den Titel Scots Singer Of The Year. Mittlerweile hat sie mit zahlreichen Größen der schottischen Folkszene gesungen und ist auf mehreren Alben zu hören, auf denen den versprengten Spuren der schottischen Musik nachgegangen wird. Eben dieser Spurensuche gilt dieses Doppelkonzert, auf dem neben Siobhan Miller die Formation Coig zu hören ist. Gegründet, um dem Wunsch eines Veranstalters zu genügen, einmal die besten Solo-Künstler des Landes in einer Band zu präsentieren, fanden die glorreichen Fünf zu einer Supergroup zusammen und blieben zusammen. Von Piano und Gitarre begleitet, zelebriert Coig die hohe Kunst eines Geigen-Stils, der seine Wurzeln in Schottland hat. Wenn das Ensemble auf Siobhan Miller trifft, dann findet dieses hochkarätige Treffen ganz im Zeichen einer Besinnung auf die gemeinsamen keltischen Wurzeln statt. Siobhan Miller - Gesang & Band COIG: Chrissy Crowley - Fiddle, Viola, Rachel Davis - Fiddle, Viola, Gesang, Darren McMullen - Gitarre, Mandoline, Mandola, Banjo, Bouzouki, Flöten, Gesang, Jason Roach - Piano Abo Blues.Roots.Soul & Co, Crossing Europe Dracula Dracula Pubertierende Jugendliche scheuen heute den ersten Biss vor Mitternacht; Vampire sind dank Romanen und Filmen zu jugendlichen Unschuldsbewahrern mutiert und werden nicht länger mehr von lüsternen Altherren in Versuchung geführt. Solch ein Umdeutungsspiel mit der literarischen Vorlage von Bram Stoker ist nicht neu und war schon einmal lustiger. H.C. Artmann hat 1966 mit einer arg überzeichneten Version der Geschichte vom blutsaugenden Grafen das Klischee mit dem Klischee auszutreiben versucht, und das war gut so und grotesk. Rosmanith hat sich zusammen mit dem Sprachartisten Erwin Steinhauer und dem Bläser Georg Graf des Textes von H. C. Artmann angenommen, und herausgekommen ist ein Spaß, der mit dem Grauen sein Spiel treibt: Dracula, Dracula ruft es, Steinhauer schlüpft in verschiedene Rollen, die Musiker beschwören schaurige Nachtfahrten durch Transylvanien und andere mythologische Landschaften. Und über allem schwebt Artmanns flebebermaus. Bram Stokers Roman zu lesen ist Pflicht, mit Bela Lugosi als Dracula-Darsteller beginnen die Bilder Laufen zu lernen, aber Artmanns Text und der Aufführung von Rosmanith, Steinhauer und Graf ist die hohe Kür des Vampirismus. Erwin Steinhauer - Stimme, Georg Graf - Blasinstrumente, Peter Rosmanith - Perkussion Abo Porträt: Peter Rosmanith Christoph Pepe Auer Ö Können österreichische Musiker sich einen Platz in der Sonne der internationalen Musik-Szene erspielen? Wer zweifelt, kennt die Antwort nicht. Sie lautet: Christoph Pepe Auer! Der Saxofonist, Klarinettist und Gründer des Labels Session Work Records ist der beste Beweis für die These, dass mit Beharrlichkeit und, natürlich, Talent mehr zu erreichen ist als mit dem Aufspringen auf kurzfristige Trends und Moden. Der Mann mit dem sonoren Bassklarinettenklang gilt als einer der interessantesten Musiker der österreichischen Jazz-Szene 30+, und er hat sich seinen Ruf als Spieler mit Charakter in Jahren intensiver Konzerttätigkeit im In- und Ausland erspielt.. Nach siebenjähriger Tonträgerpause meldet er sich mit Songs I Like zurück, und gibt allen Recht, die den zweimaligen Hans-Koller-Preisträger zu den Hoffnungsträgern der einheimischen Szene zählen. Das Mitglied der Jazz Big Band Graz zeigt sich auf diesem Album mit seiner ganzen experimentellen Verspieltheit. Dabei kann er auf Mitstreiter wie den Drehleiervirtuosen Matthias Loibner und den Electronic-Tüftler Gregor Hilbe zählen. Sie werden ihn auch beim Konzert unterstützen, wenn Auer, aller Langweile entgegen, sein Credo wahr werden lässt: Ich bin vielseitig und versuche viele Dinge zusammen zu führen und dadurch Neues zu schaffen. Christoph Pepe Auer - Klarinetten, Saxophon, Electronics, Christian Bakanic - Akkordeon, Klavier, Matthias Loibner - Drehleier, Gregor Hilbe - Schlagzeug, Electronics, Clemens Sainitzer - Violoncello 14 Doppelkonzert, Wien-Debüt 15 Abo Simply more than Jazz

8 Do, 15. Oktober 15 20:00 29 Fr, 16. Oktober 15 20:00 28 Di, 20. Oktober 15 20:00 33 Mi, 21. Oktober 15 20:00 22 Ialma Spanien/Galizien Vucciria Sizilien Lucilla Galeazzi Italien Was den doch eher gemütlicheren Wienern ihr Walzer, ist den leicht temperamentvolleren Italienern ihre Tarantella. Ein rauschhafter Volkstanz! Königin des Tarantella- Gesangs ist Lucilla Galeazzi, doch auf diese Regentschaft lässt sie sich nicht reduzieren. Schon früh stellte sie ihren Gesang in den Dienst der Erforschung des italienischen Volksliedes und wusste: Volksmusik kennt keine Grenzen, jedenfalls nicht bei Lucilla Galeazzi. Als Festivaldirektorin und Sängerin stand sie in Paris, in den Operhäusern von Berlin, Hamburg und Neapel auf den Bühnen, sang mit den Stars der internationalen Folkloreszene zusammen, mit Elena Ledda aus iitalien, mit Maria Del Mar Bonet aus Mallorca, der portugiesischen Fado-Sängerin Tereza Salgueiro, der Argentinierin Mercedes Sosa oder dem Rai- Sänger aus Algerien, Cheb Kaled. Ihre Meisterschaft hat sie mit italienischen und französischen Jazz-Musikern wie Gian Luigi Trovesi, Pino Minafra oder Michel Godard und Vincent Courtois zusammen arbeiten lassen, sie hat gar mit Barockmusik und Volksmusik experimentiert. Dass sich ihre Ausdruckskraft besonders im ruhigen Ambiente eines Soloauftritts bewährt, hat sie mit einmonatigen Engagements in Paris bewiesen. In der Sargfabrik wird die Grande Dame mit dem Gitarristen Roberto Stimuli auftreten und ihre königliche Meisterschaft demonstrieren. Lucilla Galeazzi - Gesang, Gitarre, Roberto Stimuli - Gitarre Fünf Frauen, die sich zusammentun, können miteinander Kuchen backen oder Autos reparieren. Oder singen. Letzteres haben Magali Menendez, Marisol Palomo, Natalia Codesal, (Nuria Aldao) und Verónica Codesal in Galizien getan. Seitdem sie öffentlich auftreten, dürfen sie sich mit Fug und Recht cantareiras nennen, und mittlerweile können sie sogar ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum feiern. Auf ihrem aktuellen Album Simbiose zeigen die Galizierinnen was sie unter Symbiose verstehen: Sie verbinden die traditionelle Musik ihrer Heimat mit Klängen aus aller Welt, seien sie der Folklore des mediterranen Raumes oder der Pop-Musik entlehnt. Und wenn sie vor Rap-Anleihen ebenso wenig zurückscheuen wie vor mittelalterlichen Klängen, so gibt doch allemal die Liebe zur Musik ihrer galizischen Heimat den Rahmen ihres erfindungsreichen Gesangs vor. Begleitet von einem exzellenten Musikerensemble, ist Ialma ein Unikat und innovativ in der Welt des mehrstimmigen Frauengesangs. Sie mögen mittlerweile im belgischen Brüssel leben, aber ihre Musik ist immer noch oder mehr denn je? die von einzigartigen galizischen Frauen. Veronica Codesal - Gesang, Perkussion, Gaïta, Natalia Codesal - Gesang, Perkussion, Magali Menendez - Gesang, Perkussion, Marisol Palomo - Gesang, Perkussion, Didier Laloy - Diatonisches Akkordeon, Pascal Chardome - Klavier, Gitarre Abo Faszinierende Stimmen, Crossing Europe Wien-Debüt Cristina Branco Portugal Cristina Branco hat den Fado nicht erfunden, aber sie interpretiert ihn so, wie wir ihn noch nie gehört haben: Von Natur aus bin ich ein sehr glücklicher Mensch. Aber mein Gesang, die Kunst des Fado, hat viel mit Verstehen und Einfühlung, mit Sensibilität zu tun. Wenn ich auftrete und singe, dann ist es meine Kunst und meine Aufgabe, mein Publikum an den Gefühlen des Liedes teilhaben zu lassen! Als Interpretin des Fados, jener melancholischen, in den urbanen Zentren Portugals des 19. Jahrhundert entstandenen Sehnsuchtsmusik, mag sie begonnen haben. Mittlerweile aber kann sie ihr Publikum auch mit Tangos und Singer-Songwriter-Kompositionen in den Bann ziehen. Trotzdem bleibt natürlich der Fado die emotionale Grundlage ihrer Musik, und das ist gut so, denn ihm ist eine zeitlose Faszination zu eigen, dank der sich Cristina Branco den Ruf einer der weltbesten Fadistas ersungen hat. Im Jahr 2014 feierte sie mit einer 3-CD-Box die Höhepunkte ihrer Karriere, und das kleine Ensemble, mit dem sie jetzt tourt, verspricht, neben einer intimen Konzertstimmung, eben auch die Konzentration auf ihre spezielle Kunst, Geschichten zum Mitfühlen zu singen. Cristina Branco - Gesang, Ricardo Dias - Klavier, Bernardo Couto - Portugiesische Gitarre, Bernardo Moreira - Kontrabass Abo Faszinierende Stimmen, Crossing Europe Wer nicht weiß, was der seltsame Bandname Vucciria bedeutet, braucht nicht mehr bis nach Sizilien fahren, um dort in Palermo nach dem täglichen Altstadtmarkt zu fragen. Vucciria findet zumindest an diesem einen Abend in Wien statt. Verantwortlich dafür zeichnen vier in Graz ansässige Musiker mit internationalen, aber vor allem sizilianischen Wurzeln. Gitarrist, Sänger und Maultrommelvirtuose Giuseppe Perra ist ebenso wie Multiinstrumentalist Toti Denaro für das sizilianische Element zuständig. Nicoló Loro Ravenni aus Padua verstärkt die italienische Grundierung des Ensembles, dem sich der Akkordeonist Emanuele Mazé aus Paris zugesellt hat. Seit 2006 haben sie auf drei Alben das spezielle Vucciria-Gefühl hochleben lassen. Das heißt nichts anderes, als dass sie mit musikalischen Mitteln, Charme und Humor versuchen, das Lebensgefühl eines sizilianischen Marktes wiederzugeben. Mediterranes Lebensgefühl zwischen Jubel und Trubel, Olivenöl, Oregano und Tomaten, mit stellenweise orientalischen Rhythmen, traditionellen Volksliedern, fremden Sprachen, Dialekten und beschwingten Eigenkompositionen, man hört die Nachbarn reden und die Kinder schreien und pflegt die Geselligkeit: Vucciria kann ganz nah sein. Giuseppe Perra - Gitarre, Gesang, Maultrommel, Toti Denaro - Schlagzeug, Gesang, Gitarre, Mandoline, Bass, Nicoló Loro Ravenni - Saxophon, Flöte, Klarinette, Perkussion, Emanuele Mazé - Akkordeon Abo Crossing Europe Abo Songs and beyond, Faszinierende Stimmen 16 17

9 Do, 22. Oktober 15 20:00 35 Fr, 23. Oktober 15 20:00 18 Di, 27. Oktober 15 20:00 28 Mi, 28. Oktober 15 20:00 29 Nikolaj Efendi & Red Wine Conspiracy Österreich Brian Auger s Oblivion Express Großbritannien Natacha Atlas Ägypten, GB I Put A Spell on You : der Magie des 1956er R&B- Klassikers von Screamin Jay Hawkins konnte niemand widerstehen, nicht Nina Simone und auch Natacha Atlas nicht. Wer hört, wie sie zu technoid-flirrenden Electro- Beats und orientalisch anmutenden Vokalismen aus dem R&B-Beschwörungsheuler ein veritables Stück Weltmusik macht, versteht die Faszination der multikulturellen musikalischen Begegnungen und die, die von Natacha Atlas ausgeht. Die in Belgien geborene Sängerin kann auf eine weltumspannende Musikerliste zurück greifen: Sinéad O Connor, Jean Michel Jarre, Nigel Kennedy, Peter Maffay oder Yasmin Levy sie alle waren schon mit ihr dabei. Bunter und musikalisch vielfältiger geht es kaum. Seit den Zeiten als Sängerin bei der britischen Vielvölkertruppe Transglobal Underground mit ihrem Techno-Ethno-Fusion-Sound mögen einige Jahre vergangen sein. Aber ihre Kunst der arabesken Stimmführung hat sich seit ihren ersten Soloalben in den neunziger Jahren eher vertieft als verflacht. Diesem Gesang ist alles zu zu trauen. Auch, dass er uns verzaubert. Natacha Atlas - Gesang, Alcyona Mick - Klavier, Pedro Segundo - Perkussion, Vasilis Sarikis - Perkussion, Ivan Hussey - Cello, Andy Hamill - Bass, Samy Bishai - Violine Als um die Jahrtausendwende unter dem Schlagwort Balkan Brass die Musik des Balkans auch im Westen anerkannt und ziemlich hip wurde, da standen vor allem die Speed-Pustefixe aus Rumänien und Bulgarien im Fokus der Öffentlichkeit. Ein anarchisch gesonnenes Balkan-Punk-Ensemble wie Roy de Roy kam da gerade zur richtigen Zeit, und dass dessen Sänger Nikolaj Efendi nun als Sänger in eigener Sache und mit eigener Truppe ins Feld zieht, kann nur als Willen zur Sonne und zur Freiheit gehört werden. Es heißt, der Kärntner Slowene und Wahl-Wiener wechsele zwischen slowenischer und englischer Sprache, seine Kompositionen würden zwischen Lebensfreude und Todessehnsucht wanken, sie würden Wahn wie Sinn trotzen und mit authentischer Ehrlichkeit sowie bittersüßer Melancholie überzeugen. Richtig oder falsch? Den Wahrheitsbeweis treten er und seine Red Wine Conspiracy mit ihrem Konglomerat einer Musik aus Balkan-Klängen, Jazz, Klezmer, Punk, Swing und Chanson bei ihrem Konzert an. Ist das hip oder ist das hip? Nikolaj Efendi - Gesang, Gitarre, Wendi Gessner - Klavier, Gesang, Thomas Liesinger - Trompete, Horn, Marjan Metschina - Kontrabass, Lan Sticker - Schlagzeug, Matej Wakounig - Banjo, Akkordeon, Esther Wratschko - Fagott Abo Austrozone live Khaira Arby Mali Seit fast zwei Jahrzehnten ist das Subgenre Desert Blues für eine Spielart der westafrikanischen Musik gebräuchlich. Nicht ganz unschuldig für dessen Erfolg war der legendäre, verstorbene, malische Gitarrist und Sänger Ali Farka Touré. Dieser nahm mit dem Gitarristen Ry Cooder ein mit Preisen prämiertes Album Talking Timbuktu (1994) auf. Afrikanern gilt Timbuktu mit seinem Reichtum an gelehrten Schriften als Stadt der Weisen. Genau aus dieser Stadt wurde Khaira Arby 2012 durch Waffengewalt vertrieben. Trotzdem ist sie die regierende Königin des Desert Soul, in dem ihr kehliger, emotionaler Gesang auf elektrifizierten Rock und auf die zugleich hypnotischen und melodiösen Grooves traditioneller Musik aus Mali trifft. Dass sie, the voice of Mali s north, vor dem jihadistischen Irrsinn flüchten musste und mittlerweile weniger in Mali und öfter als Gast auf internationalen Bühnen zu hören ist, sollte zum genauen Hinhören verführen. Schließlich geht es um das richtige Verständnis von Talking Timbuktu, und um Wüsten, die wieder in blühende Landschaften zu verwandeln sind. Gerade auch mit Gesang, der Desert Soul heißt. Khaira Arby - Gesang, Dramane Toure, M Barka Dembele - Gitarre, Moulaye M. Traoré - Bass, Mahal M. Albanassane - Schlagzeug, Baba Sissoko - Ngoni Wenn es um das Thema Altern-in-Würde geht, kann man den Namen von Brian Auger ruhig erwähnen. Muss man aber nicht. Denn auch ohne das besagte Thema bleibt der in Kalifornien lebende Brite einer der profiliertesten Jazz- und Rock-Keyboarder. Bereits 1964 wählten ihn die Leser des englischen Melody Maker zur größten musikalischen Hoffnung, und spätestens als er seine Hammond B-3-Orgel zum Gesang von Julie Discrolls 1968er Hit This Wheel s On Fire aufheulen ließ, kannte man ihn nicht nur in elitären Jazz-Kreisen. Einen Life Achievement Award erhielt er im Jahr 2007, und mit der Wiederbelebung seines Trinity -Projektes und seines Oblivion Express bleibt er im neuen Jahrtausend eine aktive Größe, die dem Hoffnungsträgerstatus glücklich entwachsen ist. Ebenfalls keine Probleme mit dem Alter dürfte der ihn begleitende Sänger und Gitarrist Alex Ligertwood haben. Seine Reibeisenstimme hat den Schotten zum begehrten Sänger gemacht, er sang für Jeff Beck, lange Jahre für Santana und auch schon einmal für Brian Auger. Nun schließt sich der Kreis als Beweis, dass die Mischung aus Jazz, Blues, Soul und Rock offenbar zeitlos ist und ihre Protagonisten auf ganz eigene Art jung hält. Brian Auger - Hammond, Alex Ligertwood - Gesang, Karma Auger - Schlagzeug, Travis Carlton - Bass Abo Legendär und Kult, Blues.Roots.Soul & Co Abo Oriental & Asian Moods, Faszinierende Stimmen Abo African & Latin Pearls In Koproduktion mit Salam Orient In Koproduktion mit Salam Orient Begrenzte Sitzplätze Begrenzte Sitzplätze 18 19

10 Do, 29. Oktober 15 20:00 18 Fr, 30. Oktober 15 20:00 18 Di, 3. November 15 20:00 18 Mi, 4. November 15 20:00 25 Capitan Tifus Argentinien Belofour Österreich Tanzwut und Lebenslust? Kann es überall geben. In Lateinamerika? Ja. In Argentinien? Ja. Und eben überall dort, wohin es die argentinischen Musik-Piraten unter dem Kommando von Capitan Tifus treibt. Für ihre Musik haben sie eigens einen besonderen Namen kreiert: Fanfarria Latina! Höchstwahrscheinlich würde selbst das Tanzbein von Captain Jack Sparrows Vater zucken, bei diesem so lebenslustig klingenden Piraten-Mix aus Balkan-Klängen, Cumbia, Rock und Ska. Dass sich bei dieser 2006 in Buenos Aires gegründeten Truppe noch keine Ermüdungserscheinungen eingestellt haben, ist eigentlich nur durch ihre wohl äußerst ergiebigen Kaperfahrten durch Argentinien, Russland, China und Japan zu erklären, auf denen sie 2015 sogar noch Zeit und Muße fanden, ihre dritte CD Fanfarria Latina On Tour einzuspielen. Für diese Piraten-Mannschaft sind Touren und Konzerte anscheinend bessere Trainingslager und ihre Musik ein eigener Kraftquell. Wetten, dass Capitan Tifus auch gemäßigte Klimazonen wie die Österreichs mit vollen Segeln und geschärften Enterhaken erobert? Jerónimo Cassagne - Gitarre, Vicky Cornejo - Gesang, Perkussion, Francisco Mercado - Violine, Emiliano Iummato - Trompete, Maik Kazenave - Schlagzeug, Albert Casanova - Bass, Paul Marx - Saxophone, Volker Vauland - Posaune, Yury Kaplya - Flöten Abo Club Global live, African & Latin Pearls Begrenzte Sitzplätze 20 Skolka Österreich Warum zart und brav, in sich gekehrt und leise, wenn es auch wild, bewegungsfroh, frech und laut geht? Und wo, wenn nicht in den tiefsten Kellerröhren des Weinviertels, kann Skolka entstanden sein? Das war im Jahr 2008, und die Richtung war den sechs Männern und zwei Frauen eigentlich bereits im Zeugungsmoment klar: Gesungen wird im Weinviertler Dialekt, und der Rest ist eine wüste Mischung aus Ska und Polka, umgesetzt durch Posaunen und Trompeten, Bass- und Gitarrenriffs, vorangetrieben vom unbändigen Willen zu Sonne, Luft und Freiheit. Ihr geheimes Motto lautete offensichtlich Raus aus der Enge der Weinkeller, rauf auf die Bühne!. Dass der Achtköpfler Musik macht, die in die Beine fährt, bewies Skolka als Vorgruppe von Bands wie Russkaja und Alkbottle und mit ihrem ersten Hit Gemma, Gemma! im Jahr Ihr energetischer Ska-Polka-Mix, eben ihre Skolka-Musik, rüttelt dabei auf dem Tanzboden selbst die noch wach, die den Balkan-Boom entweder verpasst hatten oder denen die ungeraden Rhythmen zu fremdartig klangen. Dabei hält Skolka den Energielevel weiterhin hoch und schreibt die Entwicklungsgeschichte der Wildheit im Tanz weiter. Stillstand war gestern, Skolka ist heute! Judith Judy Frank - Gesang, Thomas Rieder - Gitarre, Nina Hiesberger - Bass, Gerald Gonzo Schwent - Schlagzeug, Christoph Schodl, Roman Leisser - Posaune, Christoph Nadler, Bernd Treimer - Trompete Abo Club Global live Begrenzte Sitzplätze Die Four Tops? Die Fab Four? Liebhaben und nicht vergessen. Doch nun muss den bekannten Viererbanden eine weitere hinzu gefügt werden: Belofour. Vierfach konzentrierte Akkordeon-Power, das ist Belofour, und das Quartett ist so hochkarätig besetzt, dass man sich fragt: Wieso sind sie erst jetzt auf die glorreiche Idee des Zusammenspiels gekommen? Gruppengrandseigneur ist Stefan Sterzinger, Urgestein der Wiener Szene, der schon mit seiner Sterzinger Rock n Roll Experience auf den Einsatz mehrerer Akkordeonisten setzte. Stefan Heckel kann auf eine veritable Jazz-Biografie zurück blicken, hat er doch die experimentellere Seite des Jazz-Mondes erkundet. Nikola Zaric bringt folkloristische Töne ins Spiel. Der Wiener, Sohn serbisch stämmiger Eltern, fühlt sich in der Klassik und in den Musiken Osteuropas wohl. Seine Flexibilität erprobt er im Spiel mit den Donauwellenreitern und mit Belofour, die Paul Schuberth zum Akkordeon- Kleeblatt vervollständigt. Einst als Wunderkind gepriesen, ist er dem Kindsein entwachsen, das Wundersame seines Spiels aber ist ihm geblieben. Mit ihm sind Belofour, die Musketiere des Akkordeons, komplett, und die Musikgeschichte ist um ein Qualitätsquartett reicher. Stefan Sterzinger - Akkordeon, Stefan Heckel - Akkordeon, Nikola Zaric - Akkordeon, Paul Schuberth - Akkordeon Abo Fundstücke 21 Giorgio Conte Italien Wer Musik hören kann, sollte auch lesen können, und zwar gerade das Kleingeschriebene. Letzteres findet sich als Autoren- oder Komponistenname bei den Songs, die alle kennen und mitsingen können, oft ohne Wissen um die Urheber. Adriano Celentanos Überhit Azzuro ist so ein Fall. Kennen alle, aber wer ist der eigentliche Verursacher? Ein gewisser Conte. Richtig, Paolo Conte. Der Name Contes findet sich auch hinter den Liedern italienischer Stars wie Milva, Ornella Vanoni oder Fausto Leali. Aber in diesen Fällen gehört die Ehre Giorgio Conte. Dass er mehr als nur der kleine Bruder des großen Conte ist, hat er längst vergessen lassen. Seitdem er seinen Anwaltsberuf an den Nagel gehängt hat, ist er als Vollzeit-Chansonnier mit einer bestens eingespielten Band unterwegs und beweist musikalischen Chic mit französisch-italienischem Retro-Charme zwischen Jazz und Chanson. Seine Musik ist tatsächlich nichts für Paragrafenverdreher, sondern enthält in ihrer mit Gustos vorgetragenen Offenheit und in ihrem nonchalanten Stilbewusstsein alles, was es zum Genuss braucht. Dass der Seigneur Giorgio Conte nicht nur Musik schreiben kann, sondern auch eine erlesene Lebensphilosophie verkündet, verwundert nicht: Mit dem Leben spazieren gehen, solange das Leben das will, singt er. Ja, fürs Kleinliche ist dieser Herr wirklich nicht zu haben. Giorgio Conte - Gitarre, Stimme & Band Abo Songs and beyond, Legendär und Kult

11 Fr, 6. November 15 20:00 18 Di, 10. November 15 20:00 22 Mi, 11. November 15 20:00 18 Do, 12. November 15 20:00 18 Rosmanith/Lechner Österreich Welovesissi Österreich Sam Simon Österreich Sparkledrive Österreich Wenn die Osterweiterung Wiens dort anfängt, wo hinter dem Rennweg der Balkan beginnt, wo findet dann eigentlich die Westerweiterung statt? Eine einfache Antwort könnte lauten: überall dort, wo Sparkledrive aufspielt. Den Namen hat sich das Wiener Quintett einem Effektgerät für E-Gitarren entliehen, das diesen mehr Saft auf die sechs Saiten zaubert. Und gemeint ist mit der Wahl des Bandnamens wohl, dass Sparkledrive der amerikanischen Rootsmusic mächtig Dampf machen. Mit heulender Pedalsteel-Guitar, Banjo und E-Gitarren, mit bluesigem Rock und balladeskem Country liefert die Band den Soundtrack zu einem Roadmovie durch den amerikanischen Westen. Von dort, also vom Blues, kommt Sam Simon zu diesem Doppelkonzert. Auch er ist dem Genre Americana verpflichtet, setzt aber mehr blueslastige Südstaaten-Akzente, wenn er ein Bluegrass- Hawaiian-Slideguitar-Soul-Gumbo anrichet. Auf diesem Doppelkonzert werden heftig-deftig Americana auf österreichische Art und Weise aufgekocht! Sam Simon - Slide-Gitarre SPARKLEDRIVE: Andreas Neumeister - Gesang, Gitarre, Markus Mayerhofer - Pedal Steel Guitar, Banjo, Alex Gantz - E-Gitarre, Wolfgang Schön - Bass, Helmut Schiefer - Schlagzeug Die Abenteuer des Prinzen Achmed Es war einmal mit diesen Worten fangen Märchen an. Sie handeln von Vertrauen und Verrat, der Suche nach Liebe und ihrer Erfüllung. Die Filmemacherin Lotte Reiniger fand ihr Glück, als sie in den zwanziger Jahren mit der Schere in der Hand aus schwarzer Pappe etwa Bilder schnitt, diese vom Trickfilm-Pionier Walter Ruttmann animieren ließ und daraus schließlich 1926 der erste abendfüllende Animationsfilm der noch stummen Filmgeschichte wurde: Die Abenteuer des Prinzen Achmed ist ein mit Bildern atemberaubend schön erzähltes Märchen: Wie der Kalifen-Sohn Prinz Achmed auf dem fliegenden Pferd eines Zauberers reitet, sich in eine schöne Fee verliebt, diese vom bösen Zauberer entführt wird und der Prinz sie zu retten versucht, das ist der Stoff, aus dem Träume sind. Die stille Poesie dieses Meisterwerks zum Klingen zu bringen ist die Aufgabe von Peter Rosmanith und Otto Lechner. Beide Musiker sind erfahren in der Welt orientalischer Klänge, doch das Geheimnis ihrer einfühlsam zelebrierten Klangminiaturen dürfte wesentlich in der besonderen Form der Interaktion beider Musiker liegen. Otto Lechner - Akkordeon, Keyboard, Peter Rosmanith - Perkussion, Hang Abo Porträt: Peter Rosmanith The Erlkings USA, Österreich Vor einigen Jahren wurde sie ausgerufen und gleich wieder abbestellt: die Spaßgesellschaft. Denn ganz ohne Ernst geht es doch nicht, und ohne Bryan, Franz und Johann Wolfgang schon gar nicht. Letzterer ist mit seinem Gedicht über den dahinstürmenden Erlkönig Namenspatron der Erlkings, die sich dem Werk Franz Schuberts widmen. Das machen die Erlkings auf Initiative von Bryan Benner, einem amerikanischen Bariton und klassisch ausgebildeten Gitarristen. In dem österreichischen Perkussionisten Thomas Toppler fand er einen von Schubert begeisterten Mitspieler. Dritter im Bunde wurde der österreichische Cellist und Blechblasexperte Gabriel Hopfmueller. Nach einem umjubelten Auftritt im Wiener Porgy & Bess, betonte das Trio, dass es sich gleichermaßen in eleganten Konzerthäusern, in feinen Clubs, aber auch in smokey beer halls wohlfühle. Die Erlkings sind die einzige und erste Band, die Schuberts Musik mit Folk/Rock-Elementen versehen, sich von althergebrachten Rührseligkeiten der Schubert-Nachfolge verabschieden und ihr Publikum dazu bringen, zu neu übersetzten Texten von Schiller und Goethe zu tanzen. Und damit Ernst seinen Spaß hat, trägt man passend zum Tanz ein gelbes Reclambändchen in der Hand! Bryan Benner - Gitarre, Gesang, Gabriel Hopfmueller - Cello, Blechblasinstrumente, Thomas Toppler - Perkussion Wer mit der Country&Western-Ikone Johnny Cash durch den vielbesungenen Ring Of Fire schreiten will, muss zumindest drei Fragen beantworten: Warum gibt es eigentlich in Österreich mehr Johnny-Cash-Tribute-Konzerte als in ganz Resteuropa? Was fasziniert junge Menschen an dem Man In Black, der nach eigener Aussage nur drei Gitarrenakkorde beherrschte, chronisch süchtig und religiös war? Und was machen Österreicher und bekennende Sissi-Liebhaber, eben Welovesissi, aus dem Nachlass des Mannes, der Applaus bekam, als er sang, dass er einen Mann erschoss, nur um zu sehen, wie es sich stirbt? Zuerst einmal ordnen Welovesissi das Werk neu: Wo Country drauf steht, streuen sie eine Spur Reggae rein, ein bisschen Jazz und einige Afrikanismen kommen ebenso hinzu wie Selbstgemachtes und Hauseigenes. Davon haben sie genug, denn das Trio besteht aus drei Musikern, die mehr Meriten haben als ein Outlaw Kerben auf dem Revolvergriff: Horst-Michael Schaffer trompetet vornehmlich bei der Jazz Big Band Graz und mit Kollegen wie Nick Cave oder Raphael Wressnig. Edi Köhldorfer ist Gitarrenweltmeister bei den Global Krynern und Georg Breinschmid, und Philipp Sageder lebt mit Bauchklang zwischen Beatboxing und Electronics. Und zusammen reiten sie mit Sissi und Johnny in den Sonnenaufgang. Horst-Michael Schaffer - Gesang, Trompete, Edi Köhldorfer - Gitarre, Gesang, Philipp Sageder - Gesang, Beatbox, Electronics Abo Simply more than jazz, Fundstücke Abo Austrozone live, Blues.Roots.Soul & Co Abo Fundstücke In Koproduktion mit Americana Fest

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