Forest Gardens in der Stadt

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1 Forest Gardens in der Stadt Implementierung von Waldgärten in urbanen Räumen am Beispiel von Wien Masterarbeit eingereicht von Magdalena Bauer zur Erlangung des akademischen Grades Diplom-Ingenieur betreut von ao. Univ. Prof. Dr. Erwin Frohmann am Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur, Institut für Landschaftsarchitektur an der Universität für Bodenkultur Wien April 2013

2 Danksagungen Zu Beginn möchte ich meinem Betreuer Erwin Frohmann danken er hat mich anfänglich auf den Bäumen angetroffen, ist mit mir gemeinsam auf den Erdboden gestiegen und hat mich durch den Wald begleitet für seine Geduld und Unterstützung beim Wachsen, Reifen und Fertigstellen dieser Arbeit. Großen Dank möchte ich Esbjörn Wandt aussprechen, für seine Zeit und inspirierende Gesellschaft und für interessante, motivierende Gespräche und Streifzüge durch den Skogsträdgården in Holma. Dank der auf diese Art kaum ausreichend formuliert werden kann gilt meiner Familie. Meinem Vater und meiner Mutter, Karl und Christa Bauer, denen ich die physische, mentale und finanzielle Möglichkeit überhaupt studieren zu können zu verdanken habe. Ebenso danke ich meinen Geschwistern und Großeltern für einen wunderschönen Familienzusammenhalt. Es gibt für mich eine Vielzahl an lieben Menschen, die auf ihre Art und Weise einen Beitrag zu dieser Arbeit und Unterstützung für mich geleistet haben und denen ich meinen herzlichsten Dank aussprechen möchte. So meinem Großvater Johann Moser, der in mir als Kind die Liebe zur Natur geweckt hat, Sigfried Tatschl, der mich vor Jahren mit der Forest Garden-Idee infiziert hat, Allan Gunnarsson in dessen Universitätsprojekt ich meine Begeisterung für Forest Gardens in der Planung entdecken konnte, Andreas Kurz der mich inspiriert hat immer an meine Ideen zu glauben, Christian Scharinger, der an meiner Seite ist und der sich mutig meinem Beistrichwahnsinn gestellt hat und all den lieben Freunden um mich, die mich in der Zeit der Entstehung dieser Arbeit getragen und ertragen haben. Zu guter Letzt möchte ich meinem Garten danken, der mir bei meinen Experimenten immer tapfer zur Seite steht und der mich stets aufs Neue überrascht und fasziniert und mir kulinarische Genüsse, Glück und Freude beschert.

3 We have to see both the forest and the trees. We all have the forest in our blood. We must begin to think like, act like, and garden like the forest. (JACKE, 2005a, 24)

4 Abstract In Zeiten von Urbanisierung und Bevölkerungswachstum werden Aspekte der ökologischen Verträglichkeit von Städten sowie deren Lebensraumqualität hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit stark thematisiert. Diese Arbeit versucht Schnittstellen zwischen ökologisch wertvollen Funktionen von städtischen Freiräumen und der urbanen Lebensmittelproduktion aufzuzeigen. Zur Herstellung dieser Verknüpfung wird das Element Forest Garden, ein diverses, multifunktionales und nachhaltiges Lebensmittelproduktionssytem, dessen Design auf ökologischen Prinzipien natürlicher Waldökosysteme beruht, thematisiert und in einen urbanen Kontext gesetzt. Mit Hilfe der Literaturanalyse werden vorhandene Planungskonzepte, die von Relevanz für die Verbindung von urbaner Lebensmittelproduktion mit ökologischen Qualitäten sind, global sowie auf die Stadt Wien bezogen analysiert. Die Bestandsaufnahme und analyse des schwedischen Forest Gardens Skogsträdgården i Holma dient der Illustration sozialer und räumlicher Bedingungen eines existierenden Waldgartenprojekts. Basierend auf den Erkenntnissen der Literaturarbeit sowie des schwedischen Beispiels wird ein Kriterienkatalog für die Analyse urbaner Räume erstellt. Für ein Wiener Stadtgebiet wird die Eignung verschiedener Grün- und Freiraumtypen hinsichtlich der Implementierung eines Forest Gardens anhand dieser Analysekriterien geprüft. In Bezug auf die Anwendung in öffentlichen Freiräumen zeichnen sich drei unterschiedliche Typen von urbanen Forest Gardens sowie ein Auswahlsystem für deren Zuordnung ab. Diese werden in weiterer Folge, anhand von 20 Beispielen, exemplarisch im Bearbeitungsgebiet räumlich implementiert. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass in Wien Planungsstrategien und Initiativen existieren, die eine Etablierung von Forest Gardens ermöglichen können. Die Analyse verschiedener Orte mit dem erstellten Bewertungsschema zeigt vorhandene räumliche Potentiale für die Implementierung von Waldgärten in Wiener Grün- und Freiräumen auf. In times of urbanisation and population growth aspects of ecological compatibility of cities and quality of the living environment, especially in terms of sustainability, are in focus. This thesis hence seeks to combine valuable ecological functions of urban open space with urban food production. To establish this connection, the element Forest Garden, a diverse, multifunctional and sustainable food production system, whose design is based on ecological principals of natural forest ecosystems, is used and set in an urban context. The literature is analyzed for existing planning concepts, which are relevant to bear the connection of urban food production with ecological qualities, globally and with a special focus on the city of Vienna. The illustration and analysis of the Swedish Forest Garden Skogsträdgården i Holma is showing the social and spacial situation of an existing Forest Garden project. Based on findings in the literature as well as on the analysis of the Swedish example, an evaluation concept for urban spaces is developed. Open spaces of an urban area in Vienna are analyzed for their ability to incorporate a Forest Garden on the basis of these analysis criteria. Related to the usage in open public space three different types of urban Forest Gardens become apparent as well as a selection system for their assignment. These are further on, by the use of 20 examples, exemplarily spatially implemented in the analyzed area. In summary it can be said, that there exist planning strategies and initiatives in Vienna that can enable the establishment of forest gardens. The analysis of different spaces with the developed evaluation scheme shows existing spacial potentials for the implementation of forest gardens in green and open spaces in the city of Vienna.

5 Inhaltsverzeichnis EINLEITUNG... 7 PROBLEMSTELLUNG STAND DER FORSCHUNG...11 ZIELSETZUNG FORSCHUNGSFRAGEN METHODEN PRODUKTIVE STADTLANDSCHAFTEN URBAN AGRICULTURE URBAN FORESTS DIE VERBINDUNG VON URBAN AGRICULTURE MIT URBAN FORESTS FOREST GARDENS DER BEGRIFF FOREST GARDEN GESCHICHTE BESCHREIBUNG Die fünf Elemente der Forest Garden-Architektur Soziale Struktur und Interaktionen Boden Zeitliche Dynamiken, Sukkzession GESTALTUNGS- UND DESINGPRINZIPIEN Die Design-Elemente nach JACKE (2005b, 8ff) Die Ökosystem-Dynamiken nach JACKE (2005b, 14ff) Die Gewünschten Bedingungen nach JACKE (2005b, 8ff) ERHALTUNG UND PFLEGE FUNKTIONEN UND ZIELE FOREST GARDEN HOLMA Einführung Die Entstehungsgeschichte Herangehensweise und Designprozess Aufbau und Struktur des Forest Gardens Raumbildung und wirkung durch die Gestaltung Ausführung und Etablierung der Lundar Erfahrungen zur Entwicklung des Waldgarten Holma Im Gespräch mit Esbjörn Wandt Schlussfolgerungen aus der Analyse des Forest Gardens in Holma...100

6 Inhaltsverzeichnis 3. EINGLIEDERUNG VON FOREST GARDENS IN DIE STADT THEORIEN UND PLANUNGSKONZEPTE NACHHALTIGE SYSTEME IN DER STADT Beispiel: Der Beacon Food Forest in Seattle Bedeutung von Privatgärten PLANUNGSINSTRUMENTE UND INITIATIVEN IN WIEN Maßnahmen und Handlungsfelder Wiener Planungsinstrumente Gemeinschaftsgartenpraxis in Wien SCHLUSSFOLGERUNGEN ZU STÄDTEBAULICHEN THEORIEN UND WIENER PLANUNGSSTRATEGIEN FACHLICHER DISKURS DEFINITION NOTWENDIGER RAHMENBEDINGUNGEN FÜR EINEN FOREST GARDEN IN DER STADT Räumliche und ökologische Aspekte Soziale, rechtliche und ökonomische Aspekte Gestalterische Aspekte DEFINITION VON DREI FOREST GARDEN-TYPEN FÜR DIE STADT Typ 1 Mikro Forest Garden Typ 2 Meso Forest Garden Typ 3 Makro Forest Garden Vergleich der drei Forest Garden-Typen ANALYSE- UND BEWERTUNGSSCHEMA FÜR URBANE GRÜN- UND FREIRÄUME FÜR DIE EIGNUNG ZUR IMPLEMENTIERUNG VON FOREST GARDEN-ELEMENTEN Räumliche Aspekte Soziale und rechtliche Aspekte ANWENDUNG DER METHODE AN AUSGEWÄHLTEN ORTEN IN DER STADT WIEN ABSCHLIEßENDE GEDANKEN AUSBLICK ZUSAMMENFASSUNG LITERATUR ABBILDUNGSVERZEICHNIS TABELLENVERZEICHNIS KARTENVERZEICHNIS ANHANG A GEMEINSCHAFTSGÄRTEN IN WIEN ANHANG B INTERVIEW...190

7 Einleitung Bevölkerungswachstum und Urbanisierung stellen die dominanten demografischen Trends unserer Zeit dar (BROWN, 2001, 187). Daten des Department of Economic and Social Affairs of the United Nations Secretariat, aufbereitet durch das Earth Policy Institute, zeigen, dass 2007 erstmals gleich viele Menschen in Städten wie am Land lebten. Bis 2025 wird ein Anstieg der urbanen Bevölkerung auf 60% prognostiziert (EARTH POLICY INSTITUTE, 2009). Lester BROWN unterstreicht dies durch seine Worte For the first time, we will be an urban species (BROWN, 2001, 187). Die wachsende und nun zum überwiegenden Teil urbane Bevölkerung muss auch ernährt werden, was im Moment in erster Linie durch industriell geführte Landwirtschaft geschieht. Im Laufe des letzten Jahrhunderts hat sich der landwirtschaftliche Produktionsumfang verdreifacht, was hauptsächlich durch erdöl- und erdgasbasierte Betriebsmittel wie Treibstoffe, künstliche Düngerstoffe und Chemikalien möglich war. In vielen industrialisierten Ländern verbraucht das derzeitige Lebensmittelsystem viermal mehr Energie, um Nahrung vom Ort der Produktion auf die Teller zu bringen, als in der eigentlichen landwirtschaftlichen Praxis aufgewendet werden muss. Verantwortlich dafür ist der gegenwärtig global ausgeweitete Lebensmittelvertrieb. Zusätzlich zum energieaufwendigen Transport sind umfangreiche Verpackung, Verarbeitungs-, Lager- und Distributionsmechanismen für den hohen Ressourcenverbrauch unserer Nahrungsmittel ausschlaggebend (HEINBERG und BOMFORD, 2009, 1f). Von allen menschlichen Einflussnahmen auf den Planeten zieht die industrielle Landwirtschaft viele der größten negativen Folgen auf die Umwelt nach sich: Beeinflussung des Wasserhaushaltes, des Bodenlebens und der Artenzusammensetzung, Verschmutzung von Boden, Luft und Wasser und damit einhergehende Beeinträchtigungen der Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze. Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft zeigen sich auch in Veränderungen des globalen Klimas, wie gegenwärtige Prozesse des Klimawandels deutlich machen. Hauptursachen dafür sind die Produktionsgrundlage aus nicht erneuerbaren Rohstoffen sowie die durch industrialisierte Bewirtschaftungsformen hervorgerufen Degeneration von Böden (z.b. Schwächung des CO 2 -Bindungsvermögens) (HEINBERG und BOM- FORD, 2009, 4f). Ebenso basieren Städte gegenwärtig nicht auf ökologischen Prinzipen und stellen daher eine große Belastung für das globale Ökosystem dar. Für die Aufrechterhaltung ihrer Funktionen müssen große Mengen an Nahrungsmitteln, Wasser und Energie von außerhalb zugeführt werden und die daraus resultierenden Abfälle, Abwässer und Emissionen müssen wieder von der Umgebung aufgenommen werden (BROWN, 2001, 190). Zu Beginn der Entstehung von Städten wurde die Nahrungsmittelnachfrage einer Stadt von der sie umgebenden, bewirtschafteten Landschaft gedeckt. Um den heutigen Bedürfnissen nachzukommen, sind jedoch oft unverhältnismäßig lange Transportwege nötig (BROWN, 2001, 190). Erwähnenswert ist, dass dieses Verteilungssystem das Wachstum von Städten überhaupt erst möglich gemacht hat (STEEL, 2008, 21ff). Carolyn STEEL warnt daher nun urban demand for cheap food is destroying the planet. (STEEL, 2008, 43). Nachhaltige Stadtkonzepte für sogenannte Eco-Cities orientieren sich zum größtmöglichen Teil an ökologischen Prinzipien natürlicher 7

8 Einleitung Feature Cities Natural terrestrial ecosystems Main energy source(s) Origin of nutrients and other materials Surface and structure Flow of energy and material Waste disposal Fossil fuels (coal, petroleum, natural gas), nuclear power Mostly external Surface sealed vertical structure dominated by artificial hard surfaces High input-output systems for materials; almost no internal cycling of matter Large number of dumping sites often far from the city Solar Mostly internal Permeable soil surfaces; structure dominated by vegetation in most cases High percentage of matter recycled within the system Nutrient export low Tabelle 1: Ökologische Unterschiede zwischen Städten und natürlichen Ökosystemen: Important ecological differences between cities and natural terrestrial ecosystems. (WITTIG, 2008, 31) Ökosysteme (WITTIG, 2008, 29). Herkömmliche Städte und natürliche Ökosysteme unterscheiden sich grundsätzlich voneinander, vor allem in Bezug auf Energiequellen, Nährstoffein- und -austräge, Materialkreisläufen und Oberflächenbeschaffenheit. Tabelle 1 zeigt eine Übersicht über die wesentlichen Unterschiede dieser beiden Systeme. Die Kombination von charakterisierenden Faktoren und Auswirkungen von im Moment stattfindenden Prozessen wie dem Klimawandel, Peak Oil, der Welternährungskrise, einer rascher Urbanisierung und des Bevölkerungswachstums führen u.a. zur Aufrechterhaltung unseres nicht nachhaltigen Nahrungsmittelproduktionssystems und tragen, zusammenfassend gesprochen, zum Verlusst der Resilienz unserer Städte bei (DUBBELING et al., 2009, 6). Die Notwendigkeit der Verbindung von Resilienz und Nachhaltigkeit sozio-ökologischer Systeme gewinnt unter Betrachtung dieser Faktoren stark an Bedeutung. Städte als sozio-ökologische Systeme sind als resilient zu beschreiben, wenn hohe Eigenständigkeit, ein hoher Grad an Autarkie sowie die Fähigkeit mit Stress umzugehen bzw. sich von eingetretenen Störungen wieder zu erholen, besteht (DUBBELING et al., 2009, 6). Daher verdeutlichen DUBBELING et al. All cities should have resilience as a primary concern. (DUBBELING et al., 2009, 11). Umweltprobleme haben gerade in Bereichen mit hoher Siedlungsdichte, wie sie in Städten vorkommt, erhebliche Auswirkungen. Es ist daher eine ökologischere Herangehensweise in der Stadtplanung und dem Stadtmanagement anzustreben, um derartigen Problemen entgegen zu treten. Die Verbesserung des ökologischen Zustands natürlicher Stadtelemente sowie die Harmonisierung von Mensch und Natur in der Stadt sollen ein angestrebtes Ziel darstellen, um akzeptable Lebensraumqualität für in der Stadt lebende Menschen herzustellen und zu sichern. Bei der Schaffung von nachhaltigen Stadtsystemen spielen urbane Vegetationsstrukturen, sogenannte Urban Forests (Stadtwälder), und deren entsprechende Planung und Management eine große Rolle (WU, J. in CARREIRO et al., 2008, 12). Bei den aktuell vorherrschenden demographischen Tendenzen ist anzunehmen, dass Städte in Zukunft noch weiter wachsen werden und folglich der Versorgungs- und Ausgleichsdruck auf die Stadt versorgende Regionen größer wird. Unter Beibehaltung der momentanen 8

9 Einleitung Versorgungsmechanismen werden Umweltbelastungen noch weiter zunehmen. Carolyn STEEL versichert dazu But one thing is certain: however much we look the other way, our rural hinterland will always mirror the way we live. Ancient cities were run on slave labour; so were the farms that fed them. Medieval cities thrived on trade; so did their hinterlands. Modern cities, like their industrialised hinterlands, have little respect for nature. If we don t like what s happening out there in the landscape, we had better rethink how we eat, because one will never change without the other. (STEEL, 2008, 52). WITTIG (2008, 30) formuliert fünf Schritte um die in Tabelle 1 dargestellten Differenzen zu minimieren und eine typische Stadt in eine Eco- City, eine Ökostadt, zu verwandeln und, anders ausgedrückt, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren: 1. Medien, die Leben unterstützen (Boden, Wasser, Luft), müssen geschützt werden. 2. Energieverbrauch muss reduziert werden. 3. Materialverbrauch muss reduziert und Materialrecycling erhöht werden. 4. Die Menge und Art der Natur in der Stadt muss durch Umweltschutz und Rekultivierungsmaßnahmen gefördert werden. 5. Eine große Vielfalt an räumlichen Strukturen und Raum muss bereitgestellt werden. Die Erreichung nur eines dieser fünf Prinzipien hat gleichzeitig den Erfolg auch andere der genannten Punkte positiv zu beeinflussen. Es ist anzunehmen, dass eine weitere Etablierung und Aufwertung vorhandener stätischer Grünstrukturen, den Urban Forests, wesentlich zur Erfüllung aller fünf Schritte beitragen würde (WITTIG, 2008, 31). Im Sinne dieses nachhaltigen Planungskonzepts ist es also notwendig, die ökologische Qualität und Quantität urbaner Grünstrukturen zu erhöhen. Die Funktionen und Vorteile von Urban Forests für die Stadtlandschaft sind vielfältig und reichen von ökologischen, klimatischen, ökonomischen über ästhetische und architektonische hin zu sozialen und psychologischen Leistungen. Eine große Herausforderung für die Zukunft wird sein, Verknüpfungen zwischen diesen unterschiedlichen Funktionen der Stadtwälder zu schaffen (TYRVÄI- NEN et al. in KONIJNENDIJK, 2005, 81ff). KUCHELMEISTER und BRAATZ (1993, keine Seitenangabe) äußern sich dazu folgendermaßen: Globally, urban trees and forests can and must become an integral part of our efforts to improve the quality of life in our cities making them places where people can live and work in a more prosperous, healthy and environmentally sound manner.. Inhalt des Eco-City-Konzepts ist ebenso die Berücksichtigung von sozioökonomischen Bedingungen. Die Notwendigkeit, eine Veränderung im derzeitig herrschenden Lebensmittelproduktionssystem und damit verbundenen Strukturen zu schaffen sowie ein Umdenken in unserem gegenwärtigen Konsumverhalten zu bewirken, wird deutlich. Carolyn STEEL verdeutlicht dies indem sie sagt: We forget that we are animals bound to the land; that the food we eat links us directly to nature. (STEEL, 2008, 51). Urban agriculture, Landwirtschaft in der Stadt, wird von DUBBELING et al. (2009, 7f) als innovations- und adaptionsfähig im Bezug auf spezifische urbane Bedürfnisse charakterisiert. Auf vielfältige Weise wie z.b. der Verwendung angepasster Produktionstechniken oder der Optimierung von produktiver und multifunktionaler Landnutzung ( Productive Parks ) kann urbane Landwirtschaft wesentliche Beiträge zu nachhaltiger Planung und dem Management von Grünräumen leisten (DUBBELING et al., 2009, 7f). Um, zusammenfassend gesprochen, einer Verbesserung der Lebensraumqualität in der Stadt und der sie versorgenden, umgebenden Landschaft nachzukommen, ist eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Planung und Managment notwendig, um einen breiteren, an der Landschaftsökologie orientierten Zugang zu schaffen (CARREIRO, 2008, 5ff). 9

10 Problemstellung Um den beschriebenen Tendenzen der Urbanisierung, des Bevölkerungswachstums, der starken Umweltbelastung durch Städte, dem Klimawandel, und weiteren Problembereichen zu begegnen, ist es nötig, nachhaltige Konzepte wie z.b. das eben genannte Eco-City-Prinzip in die Stadtplanung mit einfließen zu lassen. Maßnahmen, die diese Planungsstrategien unterstützen, sind, wie bereits erwähnt, der Ausbau und die Verbesserung von urbanen Vegetationsstrukturen sowie Lösungsansätze für lokale und nachhaltige Landwirtschaft. In der Literatur zu Urban Forests finden sich vielfältige Ausführungen über deren Vorteile, Leistungen und Services für den Lebensraum Stadt, äußerst selten wird jedoch auf deren potentiellen zusätzlichen Nutzen durch die Produktion von Nahrungsmitteln eingegangen. Recherchen in der Literatur zu Urban Agriculture, wo die Lebensmittelerzeugung im Mittelpunkt steht, ergaben auf der anderen Seite relativ selten Hinweise auf die Bereitstellung dieser Nutzung durch die Verwendung vorhandener städtischer Vegetationsstruktur wie etwa durch Gehölze oder andere ausdauernde Pflanzen. Um die Ziele, die Planung und Gestaltung nachhaltiger Stadtsysteme mit hoher Lebensqualität (Eco-Cities; WITTIG, 2008) und die Bereitstellung einer ökologisch verträglichen, lokalen Lebensmittelversorgung (DUBBELING et al., 2009) gemeinsam zu erreichen, birgt die Verknüpfung der Qualitäten von städtischen Grünstrukturen mit Lebensmittelproduktion ein großes Potential für die Zukunft. KONIJNENDIJK und GAUTHIER (2006, 414ff) sehen es als offensichtlich notwendig an, Urban Forestry und Urban Agriculture näher zu vernetzen, um urbane Lebensgrundlagen zu schaffen. Unterschiedlichste grüne Infrastrukturprojekte wie Straßenbaumpflanzungen oder Regenwassermanagementprojekte und Projekte zur städtischen Ernährungssicherung z.b. durch Gemeinschaftsgemüse- und -obstgärten haben laut McLAIN et al. (2012, 187) haben ein gemeinsames Ziel: Ein nachhaltiges urbanes Ökosystem, ein Netzwerk zu schaffen, in dem Urban Forest gemeinsam mit Einzelkomponenten (Bäume, Pilze, krautige Pflanzen) die Schlüsselkomponenten bilden. So wie diese Kombination in der gegenwärtigen Literatur kaum Erwähnung findet, so wird sie auch im Stadtraum außer Acht gelassen. FRANK et al. (2011, 2) sprechen davon, dass eine grundlegende Funktion von Bäumen im urbanen Kontext oft übersehen wird, ihre Fähigkeit zur Nahrungsmittelproduktion. Fruchtragende Bäume in öffentlichen Parks, oder auf privaten Flächen wie Hausgärten, oder Schulgelände bleiben oft ungenutzt und die Ernte verdirbt. Als Grund dafür nennt er, dass Bäume in erster Linie aus ästhetischen oder umwelttechnischen Gründen gepflanzt werden, aber nicht für Nahrungsmittelzwecke. Das Potential der Verknüpfung von Qualitäten innerstädtischer Grünstrukturen mit einer Nahrungsmittelproduktionsfunktion ist ein Kernthema der vorliegenden Arbeit. Das Element Forest Garden, ein diverses, multifunktionales und nachhaltiges Lebensmittelproduktionssytem, dessen Design auf den ökologischen Prinzipien natürlicher Waldökosysteme beruht, wird auf seine Fähigkeit, diese Verbindung zu gewährleisten, analysiert. Gegenwärtig existieren jedoch (noch) keine Waldgärten im städtischen Umfeld. Welche Qualitäten und Vorteile die Verwendung eines derartigen Systems für die Lösung der beschriebenen Problematiken bieten könnte, darüber wird in der Folge konkret eingegangen. 10

11 Stand der Forschung Wissenschaftliche Studien zu Forest Gardens bzw. agroforstwirtschaftlichen Hausgartensystemen, auch Homegardens genannt, sind geographisch in tropischen Regionen verortet, wo derartige Systeme kulturell seit Jahrhunderten verankert sind (NAIR, 1993, 85; BERISH und EWEL, 1988). Über Forest Gardens der gemäßigten Klimazone existiert zurzeit (noch) wenig Literatur. Mehr Wissen und weiterführende Forschung gibt es in thematisch nahen Bereichen und verwandten Disziplinen. So z.b. in der Agroforstwirtschaft, einer kombinierten Landnutzungsform aus Gehölzen, landwirtschaftlichen Feldfrüchten und eventuell auch Tieren (RIGUEIRO-RODRĺGUEZ, 2008), oder in der Verwendung ausdauernder Pflanzenarten zur Lebensmittelproduktion wie z.b. perennial vegetables (BENNETT, 2003; TOENS- MEIER, 2007). Auch in Bereichen von nachhaltigem urbanen Design, der Planung und Gestaltung resilienter und multifunktionaler städtischer Lebensräume (BIRKELAND, 2002; MÜLLER et al. 2010), in der Entwicklung naturnaher Pflanzkonzepte sowie dem umfassenden Themenpool der Landschaftsplanung und architektur findet sich ein breites Angebot an Instrumenten, die im Forest Garden-Design zur Anwendung kommen können. Die Permakultur als unterstützendes Planungsinstrument ist derzeit zwar weitaus bekannter als das Element Forest Garden an sich und in zahlreichen populärwissenschaftlichen Publikationen existent, jedoch fehlt hier vielfach die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Planungsstrategien, Pflanzsystemen, Auswirkungen auf den Boden und weiterem, um als fundierte Grundlage zur Waldgartenplanung zu dienen. Von der gestalterischen Seite betrachtet finden sich in der aktuellen Landschaftsarchitektur Tendenzen zu naturnahem Design wie z.b. dem woodland garden -Design (JUNKER, 2007; DARKE, 2002), oder dem Pflanzendesign mit essbaren Pflanzen im direkten Wohnumfeld, genannt Edible Landscaping (KOURIK, 1986; CREASY, 2010). Speziell die Behandlung des gemäßigten, nordamerikanischen bzw. europäischen Waldgartens beschränkt sich auf wenige Publikationen. Die Grundlage und erstmalige Erwähnung des Begriffs legte Robert HART (1994) mit seinem Buch Forest Gardening. Patrick WHITE- FIELD (1999) schrieb, auf HARTs (1994) auf Beschreibungen und persönlichen Erzählungen basierendem Werk aufbauend, das praxisorientiertere Buch How to Make a Forest Garden. Die Amerikaner Dave JACKE und Eric TOENSMEIER haben mit ihrem zweibändigen Werk Edible Forest Gardens, Band 1: Ecological Vision and Theory for Temperate Climate Permaculture und Band 2: Ecological Design and Practice for Temperate Climate Permaculture 2005, das bisher umfangreichste und praxisorientierteste Buch zum Thema geschrieben. Sie behandeln im Detail Funktionsweise, Architektur und Design von Forest Gardens und stellen somit den momentanen Stand des Wissens umfassend dar. Sehr praxisorientiert ist ebenfalls die aktuellste Bucherscheinung Creating a forest garden: Working with nature to grow edible crops von Martin CRAWFORD (2010), der in diesem Buch eine ausführliche Beschreibung seiner Erfahrungen und der Praxis im Versuchs-Forest Garden des The Agroforestry Research Trust in Dartington Estate in South Devon, England veröffentlicht hat (CRAWFORD, 2010). JACKE und TOENSMEIER beschreiben in Edible Forest Gardens den großen Forschungsbedarf 11

12 Stand der Forschung für die Forest Garden-Praxis und rufen die Leser dazu auf, ihr Werk als ein Benutzerhandbuch bzw. einen Werkzeugkasten zu nutzen, um ebenfalls Wissen und Erfahrungen zu sammeln (JACKE, 2005a, 6). In Bezugnahme auf das Thema dieser Arbeit, nämlich das Element Forest Garden in einen urbanen Kontext zu stellen, findet sich zur Zeit keine Literatur, die speziell diesen Terminus in Verbindung mit städtischen Grünräumen verwendet. Nachhaltige Urban Design-Konzepte und Strategien existieren jedoch, in denen diese produktive Vegetationsstruktur thematisch und funktional eine Anwendung findt. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist beispielsweise André VILJOEN und Katrin BOHNs (2008) Buch Continuous Productive Urban Landscapes. Im Zuge der Recherchearbeit konnte nur ein konkretes, allerdings noch im Entstehen begriffenes Beispiel, der in Seattle gelegene Beacon Food Forest, ein in den öffentlichen Park Beacon Hill integriertes Waldgartensystem, gefunden werden. 12

13 Zielsetzung Forest Gardens stellen als der Natur nachempfundene Pflanzengesellschaften nachhaltige Lebensmittelproduktionssysteme dar. Deren innewohnende Prinzipien, sowie deren ökologische, ökonomische, soziale, gestalterisch-räumliche Aspekte sollen im Rahmen dieser Arbeit erläutert werden. Die aktuelle Diskussion über die Notwendigkeit der verstärkten Einbringung und Gestaltung von nachhaltigen städtischen Grünräumen, basierend auf gegenwärtigen Prozessen wie Urbanisierung und Klimawandel, sowie die Problematik urbaner Lebensmittelversorgung, bildet den Ausgangspunkt und die Argumentationslinie zur Integration des Forest Garden- Elements in den städtischen Kontext. Bereits vorhandene Ansätze in Richtung Forest Gardening in aktuellen nachhaltigen Konzepten, Theorien und Beispielen in der Literatur zum Thema Urban Agriculture und Urban Forests, sollen aufgezeigt werden. Durch die Analyse von nachhaltigen Grün- und Freiraumentwicklungskonzepten und -strategien der Stadt Wien, soll eine mögliche Umsetzbarkeit in konkreten Wiener Grün- und Freiräumen geprüft werden. Darstellung der Potentiale des Forest Garden-Prinzips als Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit von Städten. Beschreibung bereits vorhandener Ansätze in der Literatur. Erläuterung des Begriffs Forest Garden, dessen Herkunft, Definition und Designprinzipien. Beschreibung des bestehenden Forest Garden-Projekts Skogsträdgården i Holma in Holma, Skåne, Schweden als Beispiel. Analyse von Planungsstrategien und Initiativen der Stadt Wien für die Anwendbarkeit und Umsetzung von Forest Gardens in öffentlichen Grün- und Freiräumen. Erarbeitung der nötigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zur Etablierung von Forest Garden-Elementen im städtischen Kontext. Erstellung einer Erhebungs- und Bewertungsmethode zur Analyse städtischer Grün- und Freiräume hinsichtlich der Einbringung von Forest Garden-Elementen Einbindung der erstellten Forest Garden-Kategorien in urbane Grün- und Freiraumtypen am Beispiel eines streifenförmigen Gebietes durch unterschiedliche Bebauungsstrukturen in der Stadt Wien. 13

14 Forschungsfragen Die Diskussion der Integration eines produktiven, den menschlichen Bedürfnissen angepassten Ökosystems in den urbanen Kontext und die damit verbundenen Schritte, Maßnahmen und Notwendigkeiten, macht es erforderlich, Kenntnisse anzusammeln und Brücken zwischen Disziplinen zu schlagen. Fragen, die im Zuge der vorliegenden Arbeit beantwortet werden, sind: Welche Planungsüberlegungen in Richtung Forest Gardening finden sich bereits in Literatur zu städtischen Grünstrukturen bzw. zur Nahrungsmittelproduktion in der Stadt? Werden in der innerstädtischen, kleinteiligen Landwirtschaft ( Urban Gardening, Urban Farming ) ausdauernde Pflanzsysteme verwendet? Gibt es Beispiele im globalen Kontext, die vegetationsbestimmte städtische Freiräume für die Nahrungsmittelproduktion verwenden? Welche aktuellen Konzepte in Bereichen der Landschaftsarchitektur, Landschaftsplanung und Städtebau existieren, in denen ein urbaner Forest Garden thematisch und funktionell seinen Platz finden kann bzw. gibt es bereits öffentliche Forest Garden Projekte? Was ist ein Forest Garden? Welche Entstehungsgeschichte, Planungszugänge und Designprinzipien liegen dem Begriff Forest Garden zugrunde? Welche ökologischen, ökonomischen, sozialen, gestalterisch-räumlichen Aspekte sowie Vor- und Nachteile beinhaltet das Forest Garden-Element im Allgemeinen und im Fokus auf die Stadt? Welche räumlich-gestalterischen, organisatorischen, rechtlichen, ökonomischen und sozialen Aspekte beinhaltet Skogsträdgården i Holma der Waldgarten in Holma, Skåne, Schweden? Welche sozialen, räumlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen müssen für die Entstehung eines Forest Gardens in der Stadt gegeben sein? Welche bestehenden Freiraumtypen sind für die Integration eines Forest Gardens bzw. die Transformation zu einem solchen geeignet? Welche Orte, und Zugänglichkeiten sind für die Forest Garden-Nutzung in der Öffentlichkeit geeignet? In welcher Größenordnung und Ausgestaltung sind Forest Gardens in der Stadt möglich? Wie können Interaktionen zwischen Garten und bewirtschaftenden Personen, Garten und Besuchern und Besucherinnen, Bewirtschaftende Personen und Außenstehende stattfinden und in welchem Ausmaß? Welche Möglichkeiten bietet die Grün- und Freiraumsituation der Stadt Wien für die Implementierung von Forest Gardens? Welche Aspekte finden sich in Wiener Grünraumkonzepten und strategien, die Forest Gardens eine Grundlage bieten können? Wie funktionieren bestehende ähnliche Projekte z.b. Gemeinschaftsgärten? Welche ökologischen, ökonomischen, sozialen und räumlich-gestalterischen Potentiale beinhaltet das Forest Garden- Element für die Stadt Wien? 14

15 Methoden Literaturanalyse Die Ausarbeitung und Definition von Zielsetzung und Forschungsfragen, die Darstellung theoretischer Hintergründe, sowie des momentanen Stands der Forschung erfolgte mit Hilfe der Literaturanalyse. Diese gliedert sich in die Arbeitsschritte Literatursuche, Literaturauswahl und Literaturauswertung (FROHMANN, 2009). Die Literatursuche erfolgte an der Universitätsbibliothek für Bodenkultur, an Fachbibliotheken einzelner Institute der Universität für Bodenkultur, in Online-Datenbanken wissenschaftlicher Journals sowie im Internet. Bei der Literatursuche im Bibliotheksbestand wurden Schlagwörter verwendet, sowie gezielt nach bereits bekannten Autoren gesucht: Urban Forest Urban Forestry Community Forestry Urban Agriculture Urban Gardening Urban Farming Urban Food Production Agroforestry Waldökologie Gemeinschaftsgarten Community Garden city + fruit Lebensmittelproduktion + Stadt Permakultur Forest Garden Forest Gardening Waldgarten Jacke, Toensmeier Crawford Hart Whitefield Mollison Alexander Holmgreen Soule und Piper Datenbanken wissenschaftlicher Journals (Journal of Arboriculture, Urban Forests and Trees, Urban Forestry & Urban Greening, Landscape and Urban Planning, Ecology and Society, Trends in Ecology and Evolution, Landscape Journal, Landscape Ecology, Urban Ecosystems, Journal of Agricultural Sciences, Agroforestry Systems, Journal of Environmental Psychology) und das Urban agriculture magazine der RUAF (Resource Centres on Urban Agriculture and Food Security) wurden auf gemeinsam auftretende Schlagwörter durch die Suchfunktion gescannt: city + fruit city + fruit tree city + food city + food production city + forest garden forest + food forest + fruit forest + food production forest + urban agriculture urban + fruit urban + fruit trees urban + food urban + forest garden urban + forest gardening Die so erhaltenen Ergebnisse der Datenbankrecherchen wurden einzeln nach themenverwandten Stichwörtern durchsucht und im Falle von Relevanz für das Thema der Arbeit zur genaueren Bearbeitung archiviert. Durch das exaktere Lesen der erhaltenen Informationen, der ausgewählten themenbezogenen, sowie für das Themengebiet relevanten Fachliteratur wurden Exzerpte extrahiert. Zitierte Autoren leiteten zu weiterführender Literatur und vertieften themenspezifischen Recherchen. Die so gewonnenen Informationen dienen der Arbeit als fachliches Grundgerüst und bilden den wissenschaftlichen Kontext, in welchem die der Arbeit zugrundeliegende Idee, eingebettet werden kann. Zur Darstellung planerischer Leitbilder und Strategien der Stadt Wien im Bezug auf gestalterische und soziale Aspekte der Grün- und Freiraumplanung, der nachhaltigen Stadtentwicklung, Umweltschutz und landwirtschaftlicher Nutzung, die im Zusammenhang mit dem Inhalt dieser Arbeit stehen, wurden Wiener Planungselemente wie der aktuelle Wiener Stadtentwicklungsplan 2005 (STEP 05), der Strategieplan Wien 2004, der Wiener Landwirtschaftsbericht 2011, der Leitfaden zum nachhaltigen Urbanen Platz 2011 der Wiener Umweltschutzabteilung, sowie eine Vielzahl an Publikationen der Wiener Magistratsabteilungen für Stadtentwicklung und Stadtplanung, Architektur und Stadtgestaltung, Umweltschutz 15

16 Methoden und Wiener Stadtgärten, analysiert und relevante Informationen extrahiert. Bestandsaufnahme und -analyse Für die Darstellung des Skogsträdgården i Holma Der Waldgarten in Holma als Beispiel für ein Waldgartensystem erfolgten eine mehrtägige Auseinandersetzung mit dem Garten vor Ort, ein Studium der auf der Homepage des Vereins Skogsträdgårdens Vänner Die Freunde des Waldgartens veröffentlichten Informationen, ein leitfadengestütztes Experteninterview sowie persönliche Gespräche mit Esbjörn Wandt, einer der Designer des Waldgartens, und kurze leitfadengestützte Interviews mit Besuchern des Gartens. Die räumliche Auseinandersetzung mit dem Waldgarten in Holma erfolgte mit Hilfe von Raumuntersuchungsmethoden. Die Erhebung und Untersuchung von Freiräumen geschieht in zwei Arbeitsschritten, der Bestandsaufnahme und der Bestandsanalyse. Im Zuge der Bestandsaufnahme werden alle raumrelevanten Daten des Erhebungsortes gesammelt und aufgearbeitet. Dabei werden Plangrundlagen erstellt und Hintergrundinformationen wie z.b. historische Entwicklung, naturräumliche Voraussetzungen, usw. recherchiert, sowie die räumliche Rahmenbedingungen und Funktionen dargestellt (FROHMANN; 2009). Im Zuge der Bestandsaufnahme während des mehrtägigen Aufenthalts wurde der Garten fotographisch dokumentiert, die räumlichen Grundstrukturen zeichnerisch festgehalten und die Elemente des Waldgartens auf der Karte verortet. Dabei wurde zur besseren Orientierung ein aktuelles Orthofoto der zuständigen Gebietskörperschaft verwendet. Neben der zeichnerischen Darstellung war auf persönlicher Ebene ein anfängliches Einfühlen in die Umgebung des Gartens, der ein nicht alltägliches Grünraumambiente bietet, nötig. Durch den Raum spazieren, an interessanten Plätzen verweilen und ruhen, entdeckerische Streifzüge durch zentrumsfernere, extensivere Bereiche, aber auch physisches Eingreifen, aktive Teilnahme und Mitarbeit sowie Nutzung des Nahrungsangebots, trugen wesentlich zum besseren Verstehen des Gefüges und der Potentiale, zur Wissensvermittlung, sowie dem Erleben der Raumqualitäten bei. Methodisch kann dieser Teil der Analyse der assoziativen Raumwahrnehmung, einer landschaftsästhetischen Erhebungsmethode, die mit der unmittelbaren Raumerfahrung als persönliches Bewusstseinserlebnis arbeitet, zugeordnet werden. Die sinnlichästhetische Wirkung auf die Befindlichkeit des Menschen, ausgelöst durch die aktive Begegnung mit der Landschaft und ihrer Atmosphäre, und durch den bewussten Einsatz aller Sinne, lässt durch einen inneren Dialog, in dem innere mit äußeren Bildern verschmelzen, einen Landschaftseindruck entstehen. Diese subjektive Auseinandersetzung mit dem Raum bildet die Grundlage für die Raumanalyse (FROHMANN, 2012, 7f). Im Anschluss an die Bestandsaufnahme erfolgt die auf den so erhaltenen Informationen aufbauende Bestandsanalyse. Sie stellte eine Synthese der aufgenommen Informationen dar, stellt Zusammenhänge her und dient der Darstellung der Freiraumcharakteristik und potentiale, welche in Bezugnahme auf die zugrundeliegende Forschungsfrage interpretiert werden. Ergebnisse der Bestandsanalye können z.b. Analysekarten, schematische Darstellungen, Diagnosekarten, Funktionsskizzen, Stärken- und Schwächenprofile, usw. sein. Methoden der Bestandsanalyse sind u.a.: Mapping, die klarere Darstellung bestimmter Informationen durch Reduktion des Inhalts von Karten; Copying, die Wiedergabe von Realem durch die zeichnerische Darstellung von ausgewählten im Raum wahrgenommenen Aspekten, welche eine Interpretation des Raumes darstellen und ein bestimmtes Ziel verfolgen, wie z.b. die Erfassung der Raumkonstellation und auch die 16

17 Methoden Dekomposition, die Zerlegung einzelner Freiraumkomponenten zur spezifischen Darstellung unterschiedlicher Aspekte wie z.b. Raumwirkung, gestalterische Funktion, Strukturen, Raumgrenzen, uvm. (FROHMANN et al., 2012, 10ff). Die durch die Bestandsaufnahme erhaltenen Informationen des Waldgartens Holma wurden im Sinne der Bestandsanalyse in einen Zusammenhang gestellt und gemäß der Forschungsfrage interpretiert. Es wurde die Methode der Dekomposition angewandt, um Raumstruktur und aufteilung, Vegetationstruktur, Gestaltungselemente und Bewirtschaftungsintensität zu erfassen. Das im Vorfeld getätigte Studium und die Aufarbeitung der Online-Informationen des Vereins zur Organisation und Gestaltung des Waldgartens bildeten eine wichtige Basis für die Aufnahmearbeit vor Ort, sowie für die Vorbereitung auf das Leitfadeninterview mit Designer Esbjörn Wandt. Zur Sammlung detaillierter Informationen über Designprozesse, Bauphase, Organisation und Management sowie den aktuellen Zustand des Waldgartens, wurde ein leitfadengestütztes Experteninterview mit Esbjörn Wandt geführt. Leitfadeninterview Das Leitfadeninterview zählt zu den nichtstandardisierten Interviews und arbeitet mit einer Frageliste zu den zu behandelnden Themen, welche als Roter Faden fungiert. Die Reihenfolge und Ausformulierung der Fragen ist nicht verbindlich, um den Verlauf des Interviews einem natürlichen Gespräch ähnlich zu gestalten. Der Fragende führt den Dialog, jedoch bestimmt ebenso der Interviewpartner durch mögliches Vorgreifen von Themen den Ablauf. Um alle Fragen des Leitfadens ausreichend zu beantworten, müssen gegebenenfalls vom Interviewenden Nachfragen gestellt werden (GLÄSER und LAUDEL, 2010, 42, 111). Die Auswertung des Leitfadeninterviews erfolgt über die qualitative Inhaltsanalyse. Diese dient der Extraktion und Auswertung der im Text erhaltenen Informationen. Aus dem Ursprungstext wird eine Informationsbasis erstellt, die nur mehr für die Forschungsfrage relevante Informationen enthält. Mit der qualitativen Textanalyse wird also versucht, den Inhalt des Textes bzw. des Interviews zu strukturieren und auf das Wesentliche zu reduzieren. Die Extraktion erfolgt durch ein sogenanntes Suchraster, das im Vorfeld aus theoretischen Überlegungen festgelegt wurde. Konkret heißt das, dass der Text mit Fokus auf relevante Informationen gelesen wird und diese den entsprechenden Kategorien des Suchrasters zugeordnet werden. Das Kategoriesystem ist ein offenes und kann bei Bedarf, beim Auftauchen von zusätzlich relevanten Informationen im Text, flexibel erweitert und angepasst werden. Dadurch wird ebenso die ursprüngliche Struktur der Informationsbasis verändert. Die Extraktion an sich ist eine Interpretation des Textes, die Abwägung der Relevanz von Informationen, ebenso die Zuordnung zu unterschiedlichen Kategorien. Anschließend an die Extraktion erfolgt die Weiterbearbeitung der Rohdaten. Diese werden zusammengefasst, sortiert und auf Redundanzen und Widersprüche geprüft. Dieser Schritt verlangt ebenso eine Interpretation des Inhalts und bezieht sich auf die zu beantwortende Forschungsfrage (GLÄSER und LAUDEL, 2010, 199ff). Für das Gespräch mit Esbjörn Wandt wurde ein Interviewleitfaden erstellt, der alle zur Beantwortung der Forschungsfrage relevanten Fragen enthielt. Das Interview wurde akustisch aufgezeichnet, transkribiert und anschließend die relevanten Informationen im Sinne der qualitativen Inhaltsanalyse extrahiert und in den Beschreibungstext des Beispiels Holma eingearbeitet. Für die Darstellung der Nutzer- und Nutzerinnenseite, wurden kurze Leitfadeninterviews mit Teilnehmern am Aktivitätstag durchgeführt. Diese orientierten sich ebenso an einem Interviewleitfaden, wurden akustisch aufgezeichnet, transkribiert und die enthaltenen Informationen und Zitate gemäß der qualitativen Inhaltsanalyse in Kategorien geordnet. 17

18 Methoden Orts- und Typenauswahl Zur genaueren Definition von Forest Garden-Elementen für das städtische Umfeld wurden basierend auf Erkenntnissen der Literaturarbeit drei sich in Größe, Funktion und Gestaltung unterscheidende Forest Garden-Typen für unterschiedliche räumliche Situationen definiert. Die Analyse von Grün- und Freiräumen des Untersuchungsgebiets in Wien zum Zweck der Darstellung von potentiell für die Forest Garden- Nutzung geeigneten Flächen, sowie eine theoretische Auswahl eines passenden Forest Garden-Typs für zwanzig Beispielflächen basiert auf Kriterienkatalogen sowie einer Typenauswahltabelle. Als erster Schritt diente dabei ein aufgrund des fachlichen Diskurses erstellter Basiskriterienkatalog bei der Auswahl von grundsätzlich geeigneten Flächen im Aufnahmegebiet. Im zweiten Schritt wurden die ausgewählten Beispielflächen eingehender, basierend auf einem Zusatzkriterienkatalog, untersucht. Die Darstellung der erfüllten Zusatzkriterien soll die Eignungsqualität verschiedener Flächen vergleichbar machen. Als letzten Schritt wurde für die jeweiligen Beispielflächen, mit Hilfe einer Tabelle über die Forest Garden-Eignung für unterschiedliche Grün- und Freiraumtypen, ein Forest Garden-Typ ausgewählt und dies aufgrund der Raumanalyseergebnisse sowie Erkenntnissen aus dem fachlichen Diskurs argumentiert. 18

19 Forest Garden Agriculture Forest + City + Urban Agriculture Urban Forests Urban Forest Garden

20 1. Produktive Stadtlandschaften Was sind nun Vorteile und Qualitäten urbaner Lebensmittelproduktion, der Urban agriculture, sowie städtischer Vegetationsstrukturen wie den Urban Forests? Im Folgenden werden diese Begriffe definiert und deren Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in urbanen Gebieten mit dem Ziel beschrieben, diese Qualitäten zu kombinieren, um eine Synergie an Raumqualitäten für den Lebensraum Stadt zu erhalten. KONIJNEN- DIJK et al. (2004b, 1) sprechen davon, dass Urban Agriculture und Forestry oft zusammen erwähnt, jedoch als sehr verschiedene Gebiete behandelt werden. Sie haben jedoch viele Gemeinsamkeiten und viel voneinander zu lernen. Städtische (produktive) Grünstrukturen spielen eine große Rolle in der Entwicklung gesunder, lebenswerter und nachhaltiger urbaner Lebensräume. Sie stellen eine Bandbreite an Nutzen und Services zur Verfügung und können mithelfen, Lebensgrundlagen zu schaffen, rauhes Stadtklima zu mildern sowie Biodiversität zu erhalten und zu mehr Gesundheit in der Gesellschaft beitragen Urban agriculture Urban agriculture, Urban Farming, Urban Gardening sind Schlagworte, die in den letzten Jahren mehr und mehr in das Bewußtsein von Planern, Städtebauern, Landwirten und Stadtbewohnern sowie der Politik gerückt sind. VAN VEENHUIZEN beschreibt die städtische Landwirtschaft folgendermaßen: Urban agriculture can be defined as the growing of plants and the raising of animals for food and other uses within and around cities and towns, and related activities such as the production and delivery of inputs, and the processing and marketing of products Urban Agriculture is located within or on the fringe of a city and comprises of a variety of production systems, ranging from subsistence production and processing at household level to fully commercialised agriculture. (VAN VEENHUIZEN, 2006,2). Was urbane Landwirtschaft ausmacht, ist viel weniger nur der Ort, das städtische Umfeld, an dem sie stattfindet, sondern vielmehr die Tatsache, dass sie ein integraler Bestandteil der städtischen Ökonomie, Soziologie und Ökologie ist. Sie lebt von städtischen Ressourcen (Arbeitskraft, Boden, organische Abfälle, Wasser), produziert für die Stadtbewohner und beeinflusst Umgebung und Bedingungen (Ernährungssicherheit, Ökologie, Gesundheit) in der Stadt (MOUGEOT, 2000, 9f). Form und Erscheinung von Stadtlandwirtschaft ist sehr vielfältig in der Größe des einnehmenden Raumes, in Spontanität oder Dauerhaftigkeit, Produktionstechnik, Produktvielfalt, Zweck und sozialem Hintergrund. HODGSON et al. (2011) klassifiziert urbane Landwirtschaft grob in drei Kategorien: Nichtkommerziell, Kommerziell und Hybrid, eine Mischform der beiden ersteren. Nichtkommerziell beinhaltet Privat- und Gemeinschaftsgärten, institutionalisierte Gärten, Demonstrationsanlagen und Edible Landscapes essbare Landschaften im öffentlichen Raum sowie unautorisierte Gartenformen wie Guerrilla Gardening. Auch hobbymäßige Tierhaltung (Hühner, Imkerei) fällt in diese Kategorie. Die zweite Kategorie Kommerziell beinhaltet alle erwerbslandwirtschaftlichen Betriebe und Unternehmungen unterschiedlicher Größe auf öffentlichen bzw. privaten Flächen in der Stadt ( Market Farm, Urbane und Peri-urbane Höfe, Imkerei). Hybridformen können unterschiedliche Funktionen wie Gärtnereitätigkeit, Nahrungsmittelproduktion, 20

21 1. Produktive Stadtlandschaften Ökonomische Aspekte Selbstversorgung und Verkauf, Volksbildung, Tierhaltung usw. kombinieren (HODGSON et al., 2011, 17f). Urbane Landwirtschaft kann demnach weit mehr bieten als die Versorgung mit Lebensmitteln: The benefits go beyond simply providing food. Urban agriculture also provides occupation, work, income, increased self-esteem, and and may contribute to improved governance. (DUB- BELING et al., 2009, 9) [Wortwiederholung aus Original übernommen]. Ökologische Aspekte Durch Integration von Urban Agriculture in Planungsstrategien ist es möglich, den Ökologischen Fußabdruck einer Stadt und CO 2 Emissionen zu senken. Dies resultiert in erster Linie aus dem geringeren Energieverbrauch urbaner gegenüber konventioneller Landwirtschaft (DUBBELING et al, 2009, 9). Energieeinsparungen gehen hierbei vor allem darauf zurück, dass beim Lebensmitteltransport zu den Verbrauchern wesentlich kürzere Transportwege und weniger Kühlsysteme notwendig sind. Außerdem ist es möglich, Materialkreisläufe zu schließen (Kompostierung) sowie Müll durch geringere Verarbeitungsintensität und den Gebrauch von weniger Verpackungsmaterialien zu reduzieren (FRANK et al., 2011, 3; LOVELL und JOHNSTON, 2009, keine Seitenangaben). Biologische Nahrungsmittelproduktion in der Stadt verhindert außerdem Luft- und Wasserverunreinigungen, die ansonsten bei Verwendung konventioneller Landbewirtschaftung auftreten würden. (FRANK et al., 2011, 3). Ökologisch betrachtet kann städtische Landwirtschaft einen Beitrag u.a. zur produktiven Wiederverwendung von kontaminiertem Land, zur Erhöhung von Biodiversität, Artenerhaltung, einer positiven Beeinflussung des Stadtklimas sowie einer Reduktion von Oberflächenabfluss leisten (HODGSON et al., 2011, 21; VAN VEENHU- IZEN, 2006, 4f). Von ökonomischer Seite betrachtet, existiert das Potential, Nahrungsmittel zu produzieren und innerhalb der Stadt auch zu verkaufen. Stadtlandwirtschaft schafft Jobmöglichkeiten und ermöglicht ein Einkommen innerhalb der lokalen Gemeinschaft, weswegen besonders in ärmeren Stadtgebieten, vor allem in Entwicklungsländern, Urban Agriculture eine große Bedeutung zukommt. (FRANK et al., 2011, 3; HODGSON et al., 2011, 21). Ungenutzte Flächen, leerstehende Parzellen, brachliegende postindustriale, aber vor allem auch neuentdeckte Flächen wie Dachflächen, Straßenränder, Hausfassaden oder öffentliche Freiräume könnten wieder einem produktiven wirtschaftlichen Nutzen zugeführt werden. Zusätzlich werden nahrungsmittelbezogene Branchen und Firmen wie Restaurants, Gemeinschaftsküchen, Märkte, Verarbeitungs- und Verteilungsbetriebe angezogen (HODGSON et al., 2011, 21). Soziale Aspekte Urban Agriculture unterstützt jedoch nicht nur die ökologische und ökonomische Resilienz einer Stadt, besonders wird auch die soziale Resilienz gestärkt. Gemeinschaftsgärten bieten Raum sich weiterzubilden, sich zu engagieren, mit Menschen unterschiedlichen Alters sowie ethnischer Herkunft zu interagieren, neue Nahrungsmittel kennen zu lernen, uvm. (DUBBELING et al., 2009, 9). Mögliche Potentiale von Urban Agriculture können beispielsweise auch eine Stärkung des Nachbarschaftszusammenhalts, die Entstehung eines Gefühls der Sicherheit und des Wohlbefindens sowie eine Senkung der Kriminalitätsrate sein (HODGSON et al., 2011, 20). Die Lebensmittelproduktion in unmittelbarer Umgebung des Konsumenten bietet die Möglichkeit des direkten Zugangs zu gesunden, frischen Nahrungsmitteln und schafft einen stärkeren Sinn der Verbundenheit zu Lebensmitteln, da ihre Herkunft und Entstehung vor Ort persönlich erlebt werden 21

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