Projektarbeit 2013/2014

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1 Zukunftswerkstatt Altersvorsorge Projektarbeit 2013/2014 Autoren: M. Spring, S. Onofri, R. Atanasov, E. Atici, D. Jeraj Auftraggeber: Ausgleichskasse Basel-Stadt Dozent: Prof. Dr. Erich Bürkler Ort, Datum: Basel, Fachhochschule Nordwestschweiz Hochschule für Wirtschaft

2 Zukunftswerkstatt Altersvorsorge Man kann die Zukunft nicht planen, aber es ist gefährlich, es nicht zu tun (René Vogel 2013). Autoren Michèle Spring, Projektleiterin Sandro Onofri, Co-Projektleiter Reni Atanasov, Umfrage Erdal Atici, Kennzahlenanalyse Denis Jeraj, Kennzahlenanalyse Auftraggeberschaft Ausgleichskasse Basel-Stadt Wettsteinplatz Basel Kontaktperson Mike Oberholzer, Stv. Leiter Tel Projektbetreuer Prof. Dr. Erich Bürkler, FHNW Peter Merian-Strasse Basel Fertigstellung Basel,

3 Ehrenwörtliche Erklärung Wir versichern, dass wir die vorliegende Arbeit selbstständig und ohne Benutzung anderer als der im Literaturverzeichnis angegebenen Quellen und Hilfsmittel angefertigt haben. Die wörtlich oder inhaltlich den im Literaturverzeichnis aufgeführten Quellen und Hilfsmitteln entnommenen Stellen sind in der Arbeit als Zitat bzw. Paraphrase kenntlich gemacht. Diese Projektarbeit ist noch nicht veröffentlicht worden. Sie ist somit weder anderen Interessenten zugänglich gemacht, noch einer anderen Prüfungsbehörde vorgelegt worden. Basel, Michèle Spring Sandro Onofri Reni Atanasov Erdal Atici Denis Jeraj 2

4 Danksagung An dieser Stelle möchten wir uns für die zahlreichen Unterstützungen bedanken. Unserem Projektbetreuer Herrn Prof. Dr. Erich Bürkler gilt unser besonderer Dank für seine wissenschaftliche Unterstützung und wohlwollende Förderung unseres Projektes. Ein besonderer Dank geht auch an unsere Auftraggeberschaft Herrn René Vogel und Herrn Mike Oberholzer von der Ausgleichskasse Basel-Stadt, wo wir unsere Projektarbeit durchgeführt haben. Sie haben uns während der Projektarbeit fachkräftig unterstützt und waren für uns während dieser Zeit wertvolle Gesprächspartner. Des Weiteren danken wir Herrn Thomas Witmer für seine fachliche Unterstützung und sein kritisches Hinterfragen des Lösungsvorschlages. 3

5 Management Summary Die Wurzeln der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) reichen bis ins Jahr 1925 zurück. Das Schweizer Volk stand in dieser Zeit vor der Entscheidung, die AHV-Artikel in der Bundesverfassung zu verankern. Die damalige Weltwirtschaftskrise hatte jedoch zur Folge, dass das Projekt AHV vorerst auf Eis gelegt wurde. Als Folge des 2. Weltkrieges war es am 6. Juli 1947 schliesslich so weit. Die Bevölkerung hatte sich dafür entschieden, die Artikel betreffs AHV in die Verfassung aufzunehmen. Somit konnte am 1. Januar 1948 die erste Rente ausbezahlt werden. Heute, 65 Jahre später, diskutiert das Schweizer Volk über die finanziellen Schwierigkeiten der AHV. Wie viele andere Länder kämpft auch die Schweiz mit dem Problem der Überalterung. Die Folgen dieses demografischen Trends führen dazu, dass die Alten immer älter werden und zu wenig Junge nachfolgen, um das heutige System zu tragen. Aufgrund dieser Entwicklung bleibt es ungewiss, ob die heutige Generation noch eine Rente aus dieser Sozialversicherung erhält. In diesem Jahr feiert die AHV ihren 65. Geburtstag. Die Schweizer AHV-Ausgleichskassen nutzen dieses spezielle Jubiläum, um Partnerschaften mit Fachhochschulen einzugehen und eine nationale Zukunftswerkstatt Altersvorsorge zu lancieren. In der Nordwestschweiz übernimmt die Ausgleichskasse BS die Koordination der Projektarbeit. Das Hauptziel liegt darin, die Altersvorsorgeproblematik zu analysieren und einen eigenen innovativen Lösungsvorschlag zur Verbesserung der Altersvorsorge zu generieren. Mit dem Vorbehalt, einen möglichst realistischen Ansatz zu erarbeiten, dabei aber die Kreativität nicht einzudämmen, wird die politische Durchsetzbarkeit des erarbeiteten Lösungsvorschlages nicht näher berücksichtigt. Es geht auch nicht darum, die immer wieder diskutierten Optimierungsvorschläge, wie Mehrwertsteuer- oder Rentenaltererhöhung, als mögliche Ideen beizuziehen, sondern der Fokus soll auf einen eigenen ideenreichen Ansatz gelegt werden. Am Ende der Projektarbeit wird untersucht, welche Einsparungen bei der AHV zu erwarten sind, wenn anstelle des bestehenden 3-Säulen-Prinzips der neue Lösungsvorschlag, das 2-Säulen-Prinzip, implementiert werden würde. Um letztendlich einen Mehrwert für den Auftraggeber zu schaffen, wird ein Excel-Tool kreiert, welches die individuellen Renten des 2-Säulen-Prinzips zu berechnen vermag. 4

6 Inhaltsverzeichnis Ehrenwörtliche Erklärung... 2 Danksagung... 3 Management Summary... 4 Inhaltsverzeichnis... 5 Abbildungsverzeichnis... 8 Tabellenverzeichnis... 9 Abkürzungsverzeichnis Einleitung Ausgangslage und Problemstellung Ziel des Projektes Methodischer Vorgang Analyse I: Ist-Situation Schweizer Vorsorgesystem Das schweizerische 3-Säulen-Prinzip Die 1. Säule Die 2. Säule Die 3. Säule Geldflüsse und Vermögenslage der AHV von 2003 bis Die Betriebsrechnung der AHV Die Vermögenslage der AHV in den Jahren 2003 bis Altersvorsorgeproblematik bei Status Quo Demografische Entwicklung und Einfluss der Migration Wirtschaftliche Trends Analyse II: Schweizer Altersvorsorge im internationalen Vergleich Altersvorsorgesysteme Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich im Vergleich

7 4 Exkurs zur Analyse I und II: Umfrageergebnisse Analyse III: Zukunftsentwicklung Zukünftige Problematik der Altersvorsorge Sensitivitätsanalyse Volkswirtschaftliche Einflussgrössen Bevölkerungsszenario Anlagerendite Politische Einflussgrössen Erhöhung Beitragssatz Erhöhung Mehrwertsteuer Zusammenspiel aller Einflussgrössen Analyse III: Lösungsvorschlag Das 2-Säulen-Prinzip Berechnung der Kosteneinsparungen durch den Systemwechsel Die Einzahlungsmodalitäten Die Auszahlungsmodalitäten Gegenüberstellung der obligatorischen Rentenleistungen Hochrechnung Übergang Hochrechnung der Kosteneinsparungen Auswirkungen des Lösungsvorschlages Auswirkung auf Institutionen AHV Pensionskassen Arbeitslosenversicherung Staat

8 6.3.2 Auswirkungen auf Organisationen Unternehmen Banken und Versicherungen Immobilienbranche Auswirkungen auf Individuen Beitragszahlende Rentner/innen Erben Podiumsdiskussion Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick I Anhang II Anhang III Anhang IV Anhang V Anhang VI Anhang VII Anhang XII Anhang XIII Anhang XIII Anhang Literaturverzeichnis

9 Abbildungsverzeichnis Abb. 1: Das schweizerische Drei Säulen Konzept... 4 Abb. 2: Demografisches Porträt der Schweiz Abb. 3: Einflussgrössen Abb. 4: Hohes Einwanderungssaldo Abb. 5: Anlagerendite Abb. 6: Erhöhung Beitragssatz Abb. 7: Erhöhung Mehrwertsteuer Abb. 8: Zusammenspiel aller Einflussgrössen Abb. 9: Das 2-Säulen-Prinzip Abb. 10: Heutiges Auszahlungssystem Abb. 11: Aufbau und Verbrauch BVG-Kapital Abb. 12: Auszahlungssystem 2-Säulen-Prinzip Abb. 13: BVG-Rentendauer Abb. 14: Rentenleistungen Abb. 15: Anzahl Rentner/innen Abb. 16: Kosten für den Systemübergang Abb. 17: Kosten aktuelles System Abb. 18: Kosten 2-Säulen-Prinzip Abb. 19: Einsparung

10 Tabellenverzeichnis Tab. 1: Beiträge an das Alterskapital Tab. 2 Das Jahresbruttoeinkommen des Schweizer Mittelstands Tab. 3: Unterschiede gesetzliche Vorsorge Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich Tab. 4: Unterschiede berufliche Vorsorge Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich Tab. 5: Referenzszenario mit und ohne Babyboom (BB), Tab. 6: Das 2-Säulen-Prinzip

11 Abkürzungsverzeichnis AHV ALV bav BE BIP BL BPG BPV BS BSV BV BVG EL EO FAK FHNW grv IK IT IV NE or SG TI UVG VD VS ZH Alters- und Hinterlassenenversicherung Arbeitslosenversicherung Betriebliche Altersvorsorge (Deutschland) Kanton Bern Bruttoinlandsprodukt Kanton Basel-Land Betriebspensionsgesetz (Österreich) Betriebliche Personalvorsorge (Liechtenstein) Kanton Basel-Stadt Bundesamt für Statistik (Schweiz) Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999, mit seitherigen Änderungen und Ergänzungen Berufliches Vorsorge-Gesetz (Schweiz); Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVG) vom 25. Juni 1982, mit seitherigen Änderungen und Ergänzungen (SR ) Ergänzungsleistungen Erwerbsersatzordnung Familienausgleichskasse Fachhochschule Nordwestschweiz gesetzliche Rentenversicherung (Deutschland) Individuelles Konto Informationstechnik Invalidenversicherung Kanton Neuenburg ordentliches Rentenalter Kanton St. Gallen Kanton Tessin Unfallversicherung (Schweiz); Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) vom 20. März 1981, mit seitherigen Änderungen und Ergänzungen (SR ) Kanton Waadt Kanton Wallis Kanton Zürich 10

12 1 Einleitung 1.1 Ausgangslage und Problemstellung 2013 wird die AHV 65 Jahre alt. Die Zahl 65 ist ein starkes Symbol für die Themenkreise Pensionierung und Altersvorsorge. Die Schweizer Vorsorge steht auf drei voneinander abhängigen Säulen. Das Gebäude mit staatlicher, beruflicher und privater Vorsorge gilt als für die Zukunft nicht gesichert. Deshalb soll die ganze Vorsorge kritisch hinterfragt und im öffentlichen Dialog nach allenfalls besseren neuen Lösungen gesucht werden. Darum nutzen die Schweizer AHV-Ausgleichskassen dieses Jubiläum, um mit neuen Ideen und Meinungen an die Öffentlichkeit zu treten. Um dies zu ermöglichen, sind in den Regionen BE, BS/BL, TI, NE, VD, VS, SG, Zentralschweiz und ZH Partnerschaften zwischen Ausgleichskassen und Fachhochschulen vorgesehen. Zweck dieser Partnerschaften ist die Lancierung einer Zukunftswerkstatt Altersvorsorge in der Schweiz. Grundsätzliche Daten, Zusammenhänge und ein Meinungsausschnitt aus einer Gruppe von Jugendlichen sollen im Rahmen einer Projektarbeit bereitgestellt werden. In der Nordwestschweiz übernimmt die Ausgleichskasse BS die Koordination einer oder mehrerer Projektarbeiten mit der FHNW, die von Studierenden der Betriebsökonomie der Standorte Basel, Olten und Brugg durchgeführt werden. 1.2 Ziel des Projektes Die Zukunftswerkstatt Altersvorsorge in der Schweiz bzw. diese Projektarbeit soll zuerst eine breite (Sekundärstudien-)Suche anlegen zu Themen wie Geldflüsse und Vermögenslage der AHV gesamtschweizerisch der letzten 10 Jahre unter Berücksichtigung der Pensionskassen, demografische und wirtschaftliche Trends im Zusammenhang mit der Altersvorsorge, Schweizer Altersvorsorge im Vergleich zu Deutschland, Österreich und Liechtenstein sowie Einfluss der Migration auf die erste und zweite Säule. Gleichzeitig soll eine zwar nicht repräsentative, aber gezielte Umfrage aus Sicht junger erfolgsorientierter Leute in Basel und Umgebung durchgeführt werden. Diese soll zuerst die Zahlungsbereitschaft und dann die Erwartungen bezüglich der eigenen zukünftigen AHV-Bezüge nach der Pensionierung eruieren. Das Hauptziel dieser Projektarbeit besteht aber darin, einen eigenen Lösungsvorschlag zur langfristigen Sicherung der AHV zu erarbeiten sowie die Ideen und Meinungen klar, realisierbar und akzentuiert auszu- 11

13 formulieren. Schliesslich soll die ganze Vorsorge und der erarbeitete Lösungsvorschlag in einem öffentlichen Dialog in Form einer Podiumsdiskussion kritisch hinterfragt und allenfalls nach besseren Lösungen gesucht werden. 1.3 Methodischer Vorgang Um sich zunächst einen Überblick über das Altersvorsorgeprinzip der Schweiz zu verschaffen, wird in dieser Projektarbeit das bisherige 3-Säulen-Prinzip veranschaulicht. Diese Ist-Situationsanalyse (Analyse I) ist notwendig, um sich ein fundiertes Wissen über das Altersvorsorgeprinzip anzueignen. Dafür bietet die Webseite des Bundesamtes für Statistik einen geeigneten Nährboden. Der internationale Vergleich (Analyse II) dient dazu, mögliche Ansätze für das Ausarbeiten eines eigenen Lösungsvorschlages zu eruieren. Im letzten Teil (Analyse III) wird der Lösungsvorschlag ausgearbeitet, und die erarbeiteten Ergebnisse werden der Ausgleichskasse Basel-Stadt vorgelegt. Die Frage, ob der ausgearbeitete Lösungsvorschlag auch politisch umsetzbar wäre, ist nicht Bestandteil dieser Projektarbeit. Vielmehr geht es darum, mit visionären Anstössen zur Bekämpfung der zukünftigen Altersvorsorgeproblematik beizutragen. Schliesslich sollen die Denkanstösse der Projektarbeit die öffentlichen Diskussionen erweitern, indem sie in einer Jubiläumspublikation der AHV Schweiz erscheinen. 12

14 2 Analyse I: Ist-Situation 2.1 Schweizer Vorsorgesystem Das Schweizer Vorsorgesystem ist seit dem Jahr 1972 in den Artikeln 111 ff. der Schweizerischen Bundesverfassung verankert und basiert auf dem 3- Säulen-Prinzip. So gibt Art. 111 BV vor: ¹ Der Bund trifft Massnahmen für eine ausreichende Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge. Diese beruht auf drei Säulen, nämlich der eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung, der beruflichen Vorsorge und der Selbstvorsorge. ² Der Bund sorgt dafür, dass die eidgenössische Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung sowie die berufliche Vorsorge ihren Zweck dauernd erfüllen können. ³ Er kann die Kantone verpflichten, Einrichtungen der eidgenössischen Alters-, Hinterlassenen und Invalidenversicherung sowie der beruflichen Vorsorge von der Steuerpflicht zu befreien und den Versicherten und ihren Arbeitgebenden auf Beiträgen und anwartschaftlichen Ansprüchen Steuererleichterungen zu gewähren. 4 Er fördert in Zusammenarbeit mit den Kantonen die Selbstvorsorge namentlich durch Massnahmen der Steuer- und Eigentumspolitik. Bevor die Sozialversicherung Teil des öffentlichen Rechts wurde, gab es verschiedene Institutionen, auf die die Bevölkerung in Notlagen zurückgreifen konnte. Dazu gehörten etwa die Armenfürsorge, Privatversicherungen sowie Hilfsgesellschaften, die auf Gegenseitigkeit beruhten. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts spricht man von der Sozialversicherung im engeren Sinn. Während das Kranken- und Unfallversicherungsgesetz (KUVG) bereits per 1. Januar 1912 in Kraft trat, brauchte es nochmals rund vier Jahrzehnte, bis am 1. Januar 1948 die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) geschaffen wurde. Auslöser waren die beiden Weltkriege gewesen, durch die viele Familien in wirtschaftliche Bedrängnis gerieten, da viele Wehrmänner keiner regelmässigen Erwerbstätigkeit mehr nachgehen konnten, verwundet worden waren oder verstarben. Die Invalidenversicherung wurde im Jahr 1960 gesetzlich verabschiedet. Das 3-Säulen-Prinzip, welches eine umfassende finanzielle Risikoabdeckung bei Tod, Invalidität und Alter gewährleisten soll, entstand erst sehr viel später. Es wurde schliesslich im Jahr 1972 in der Bundesverfassung verankert (Vorsorgeexperten 2013). Nachfolgend wird der Begriff 3-Säulen-Prinzip erörtert: 13

15 2.2 Das schweizerische 3-Säulen-Prinzip Die Vorsorge in der Schweiz beruht auf dem 3-Säulen-Prinzip: der staatlichen, der beruflichen sowie der privaten Vorsorge. Dieses soziale Netz will die finanziellen Auswirkungen bei Tod, Invalidität und Alter auffangen (BLKB 2013). Abb. 1: Das schweizerische Drei-Säulen-Prinzip (Previs 2013) Gemäss Abbildung dient die 1. Säule der Existenzsicherung, die 2. Säule der Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung und die 3. Säule dient der individuellen Ergänzung zur Schliessung von Vorsorgelücken. Es wird nun im Folgenden detailliert auf die einzelnen Säulen eingegangen Die 1. Säule Die 1. Säule des Schweizerischen Vorsorgesystems ist eine mit Ausnahme der Ergänzungsleistungen obligatorische, umlagefinanzierte Versicherung für die ganze Bevölkerung. Sie dient der Existenzsicherung und der Vermeidung von Armut. Beim Umlageverfahren werden die eingezahlten Beiträge unmittelbar zur Rentenfinanzierung der Leistungsberechtigten herangezogen. Das heisst, dass die Beitragszahler/innen keinen Kapitalbestand für die 14

16 eigene Rente aufbauen, sondern die Bezüge die aktuellen Rentenbezieher/innen finanzieren. Die Beitragszahler/innen erwerben für ihre Beitragsleistung somit lediglich einen Anspruch auf Leistung im Fall der Bedürftigkeit (Fremdwort 2013). Die 1. Säule besteht aus den folgenden Versicherungen: der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), der Invalidenversicherung (IV), den Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV und IV, der Arbeitslosenversicherung (ALV) und der Erwerbsersatzordnung (EO) bei Militär- oder Zivildienst und Mutterschaft. Im Rahmen dieser Projektarbeit wird nur auf die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) vertieft eingegangen, weshalb diese nun fortfolgend ausführlich beschrieben wird: Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) Die Alters- und Hinterlassenenversicherung stellt den bedeutendsten Pfeiler der sozialen Vorsorge der Schweiz dar. Durch die AHV soll der wegen Alter und Tod zurückgehende oder wegfallende Arbeitsverdienst zumindest teilweise ersetzt werden. Die Altersrente trägt dazu bei, den Versicherten den Rückzug aus dem Berufsleben zu ermöglichen und einen materiell gesicherten Ruhestand zu gewährleisten. Während die Hinterlassenenrente verhindern soll, dass zum menschlichen Leid, das der Tod über die Familie bringt, auch noch eine finanzielle Notlage hinzukommt (AHV-IV 2013a). Der Grundgedanke, auf dem die AHV basiert, nennt sich Solidarität. Die Solidarität zwischen den Generationen auch Generationenvertrag genannt ist dabei der Grundstein, auf den die AHV aufgebaut ist. Denn die laufenden Renten werden von der sogenannten aktiven Bevölkerung finanziert, im Vertrauen darauf, dass spätere Generationen gleich handeln werden. Auch unterstützen Besserverdienende schlechter gestellte Versicherte. So entrichten diese mehr Beiträge, als zur Finanzierung ihrer eigenen Rente notwendig wäre, während wirtschaftlich schlechter Gestellte mehr Leistungen beziehen, als es ihren Beiträgen entsprechen würde. Mit den Erziehungs- und Betreuungsgutschriften kommt zudem die Solidarität kinderloser Personen mit Müttern und Vätern oder von Personen ohne Betreuungsaufgaben mit jenen, die sich um pflegebedürftige Verwandte kümmern, zum Tragen. Mit dem Splitting schliesslich spielt bei der AHV auch die Solidarität zwischen den Ehepartnern (AHV-IV 2013b). 15

17 Die Organisation der AHV zeichnet sich durch eine zentrale Kontrolle mit dezentraler Durchführung aus. So sorgt das Bundesamt für Sozialversicherungen für eine einheitliche Anwendung der gesetzlichen Vorschriften, und die zentrale Ausgleichsstelle in Genf führt die Gesamtbuchhaltung und erledigt weitere zentrale Aufgaben. Die Ausgleichskassen der Verbände, der Kantone und des Bundes mit ihren Zweigstellen sind für die Durchführung und den direkten Kontakt mit der Kundschaft zuständig (AHV-IV 2013c). Versichert sind alle Personen, die in der Schweiz wohnen oder erwerbstätig sind; die AHV ist eine allgemeine und obligatorische Volksversicherung. Somit sind auch Grenzgänger und Gastarbeiter, Kinder und andere Nichterwerbstätige wie Studierende, Invaliden sowie Hausfrauen bzw. Hausmänner obligatorisch bei der AHV versichert und zu deren Leistungen berechtigt (AHV-IV 2013d). Das Geld für die AHV stammt hauptsächlich von den Versicherten und den Arbeitgebenden. Zusätzlich wird seit dem 1. Januar 1999 ein Teil der Mehrwertsteuer für die Finanzierung der AHV erhoben (AHV-IV 2013 e). Um eine Kontinuität der Leistungen zu garantieren, wurde der AHV-Ausgleichsfond errichtet. Er nimmt alle Einnahmen entgegen und ihm werden alle Ausgaben belastet. Das Vermögen des Fonds hat die Funktion eines Puffers. Es ist eine Reserve, welche die kurzfristigen Einnahmeschwankungen ausgleichen soll, die durch das Umlageverfahren entstehen können. Sollten die jährlichen Auszahlungen der AHV die Einnahmen während dieses Jahres übersteigen, könnten die Leistungen dank dem Ausgleichsfond weiterhin erbracht werden (AHV-IV 2013f). AHV-Beiträge Alle versicherten Personen, mit Ausnahme der Kinder, zahlen Beiträge an die AHV. Die Beiträge der Arbeitnehmenden sowie der Arbeitgebenden betragen je 4.2 % des Bruttolohnes und werden bei jeder Lohnzahlung abgezogen und direkt an die Ausgleichskasse überwiesen. Selbstständigerwerbende rechnen direkt mit der Ausgleichskasse ab. Berechnungsgrundlage für deren Beiträge bildet das Einkommen gemäss Veranlagung zur direkten Bundessteuer. Auch verheiratete Personen ohne Erwerbseinkommen sind beitragspflichtig. Wenn der erwerbstätige Ehepartner oder die erwerbstätige Ehepartnerin auf seinem oder ihrem Einkommen jedoch mindestens den doppelten Mindestbeitrag an die AHV entrichtet, gelten jene Beiträge als bezahlt. Der AHV-Mindestbeitrag liegt bei CHF 392. pro Jahr (Stand 1. Januar 2013). Wird kein Erwerbseinkommen erzielt, müssen Ehefrau und Ehemann Beiträge als Nichterwerbstätige zahlen. Beiträge von Nichterwerbstätigen werden aufgrund ihres Ersatzeinkommens und Vermögens berechnet. In allen Fällen ist jedoch der Mindestbeitrag geschuldet (AHV-IV 2013g). 16

18 Erwerbstätige Rentner/innen sind weiterhin beitragspflichtig. Es existiert jedoch ein Freibetrag, auf den keine Beiträge zu entrichten sind. Dieser beträgt CHF pro Monat bzw. CHF pro Jahr (AHV-IV 2013h). Die Beitragspflicht beginnt bei Erwerbstätigen ab dem 1. Januar nach Vollendung des 17. Altersjahres und bei Nichterwerbstätigen ab dem 1. Januar nach Vollendung des 20. Altersjahres und endet mit dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters (AHV-IV 2013i). Das ordentliche Rentenalter liegt bei Frauen derzeit bei 64 und bei Männern bei 65 Jahren. Am ersten Tag des Monats, welcher der Erreichung des ordentlichen Rentenalters folgt, beginnt sodann der Anspruch auf eine Altersrente. Falls die Rentner/innen noch minderjährige oder in Ausbildung stehende Kinder haben (längstens bis zum vollendeten 25. Lebensjahr) besteht zusätzlich zur Altersrente ein Anspruch auf Kinderrente (AHV-IV 2013j). AHV-Leistungen: die Altersrente Die Altersrente kann auch vorgezogen oder aufgeschoben werden. Bei Rentenvorbezug (max. 2 Jahre) wird die Rente für die gesamte Dauer des Rentenbezuges gekürzt. Bei Rentenaufschub (bis max. 5 Jahre) wird die Rente hingegen für die gesamte Dauer des Rentenbezuges erhöht. Die Kürzung oder der Zuschlag wird nach versicherungsmathematischen Grundsätzen berechnet (AHV-IV 2013k). Die Höhe der Altersrente wird mittels der anrechenbaren Beitragsjahre und des massgebenden durchschnittlichen Jahreseinkommens berechnet. Wer ab dem 20. Altersjahr bis zum ordentlichen Rentenalter jedes Jahr lückenlos AHV-Beiträge bezahlt hat, erhält eine Vollrente (Rentenskala 44). Wer Beitragslücken hat, erhält eine Teilrente (Rentenskalen 1 bis 43). So führt beispielsweise ein fehlendes Beitragsjahr zu einer Rentenkürzung von mindestens 2,3 %. Das massgebende durchschnittliche Jahreseinkommen kann sich aus bis zu drei Elementen zusammensetzen: dem aufgewerteten Durchschnitt der versicherten Einkommen dem Durchschnitt der Erziehungsgutschriften sowie dem Durchschnitt der Betreuungsgutschriften. Zum Ausgleich der Inflation, damit frühere Beitragsjahre ähnlich stark gewichtet werden wie spätere, wird das gesamte AHV-Einkommen mit einem Faktor aufgewertet. Dazu stellt die AHV jedes Jahr eine Aufwertungstabelle zur Verfügung. Altersrentner/innen haben für jedes Jahr, in dem sie Kinder unter 16 Jahren hatten, Anspruch auf Erziehungsgutschriften. Diese betragen das Dreifache der jährlichen Minimalrente zum Zeitpunkt des Anspruchsbeginns. Die Summe der Erziehungsgutschriften wird durch die gesamte Beitragsdauer dividiert und 17

19 als Zuschlag zum Erwerbseinkommen bei der Rentenberechnung berücksichtigt. Bei Verheirateten wird die Gutschrift je zur Hälfte auf die Ehefrau und auf den Ehemann aufgeteilt. Anspruch auf Betreuungsgutschriften hat, wer pflegebedürftige Verwandte betreut. Dies jedoch nur in den Jahren, in welchen keine Erziehungsgutschriften angerechnet werden. Auch die Betreuungsgutschriften sind keine direkten Geldleistungen, sondern Zuschläge, die zum Erwerbseinkommen dazugerechnet werden. Im Gegensatz zu den Betreuungsgutschriften werden diese aber im individuellen Konto vermerkt und müssen jährlich bei der kantonalen Ausgleichskasse geltend gemacht werden. Die Höhe der Altersrente ist nach unten wie nach oben begrenzt. So beläuft sich die minimale Altersrente (Vollrente) auf CHF , die maximale Altersrente auf CHF monatlich pro Person (Stand 2013). Anspruch auf die Maximalrente hat, wer über ein durchschnittlich aufgewertetes Jahreseinkommen von CHF und mehr verfügte (Stand 2013). Die maximale Ehepaarrente beträgt CHF pro Monat (Stand 2013). Durch die Plafonierung darf die Summe der beiden Einzelrenten eines Ehepaares höchstens 150 % der Maximalrente betragen. Wird dieser Höchstbetrag überschritten, werden die Einzelrenten entsprechend gekürzt (AHV-IV 2013l). AHV-Leistungen: die Hinterlassenenrente Die Hinterlassenenrente soll beim Tod der Ehefrau, des Ehemannes oder eines Elternteils dafür sorgen, dass die Hinterbliebenen in keine finanzielle Not geraten. Eine verheiratete Frau hat dabei Anspruch auf eine Witwenrente, wenn sie zum Zeitpunkt der Verwitwung mindestens ein Kind hat oder wenn sie zum Zeitpunkt der Verwitwung das 45. Lebensjahr zurückgelegt hat und mindestens 5 Jahre verheiratet war. Wenn sie mehrmals verheiratet war, werden die Ehejahre zusammengezählt. Eine geschiedene Frau hat Anspruch auf eine Witwenrente, wenn die geschiedene Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat und die Frau Kinder hat, wenn die geschiedene Ehe mindestens 10 Jahre gedauert hat und sie bei der Scheidung älter als 45 Jahre alt war oder wenn das jüngste Kind das 18. Lebensjahr vollendet hat, nachdem die geschiedene Mutter 45 Jahre alt geworden ist. Falls diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden können, haben geschiedene Frauen bis zum 18. Geburtstag des jüngsten Kindes Anspruch auf eine Witwenrente (AHV-IV 2013m). 18

20 Eine Witwerrente erhält, wer aus der (geschiedenen) Ehe Kinder unter 18 Jahren zu versorgen hat. Mit Vollendung des 18. Altersjahres des jüngsten Kindes erlischt der Anspruch (AHV-IV 2013n). Beim Tod des Vaters oder der Mutter richtet die AHV den Kindern eine Waisenrente aus. Beim Tod beider Elternteile hat das Kind einen Anspruch auf zwei Waisenrenten. Mit dem 18. Geburtstag oder bei Abschluss der Ausbildung, spätestens jedoch mit dem 25. Geburtstag erlischt der Anspruch auf die Waisenrente (AHV- IV 2013o). Auch die Hinterlassenenrente wird durch die Beitragsdauer und die Höhe des durchschnittlichen Einkommens bestimmt. Massgebend sind dabei die versicherten Einkommen der verstorbenen Person. Beim Tod vor dem 45. Lebensjahr wird ein Karrierezuschlag gewährt, der das durchschnittliche Einkommen prozentual erhöht. Bei gleichzeitigem Anspruch auf eine Alters- und eine Hinterlassenenrente wird nur die höhere der beiden Renten ausgerichtet (AHV-IV 2013p). AHV-Leistungen: die Hilflosenentschädigung Wer für die alltäglichen Lebensverrichtungen wie Aufstehen, Essen, Toilette etc. dauernd auf die Hilfe Dritter angewiesen ist, gilt als hilflos. Bezüger/innen von Altersrenten oder Ergänzungsleistungen erhalten unter der Voraussetzung einer leichten, mittleren oder schweren Hilflosigkeit, die ununterbrochen mindestens ein Jahr gedauert hat, eine Hilflosenentschädigung, vorausgesetzt die obligatorische Unfallversicherung oder die Militärversicherung entrichtet nicht bereits eine solche. Im Falle einer bisherigen Entschädigung durch die IV wird mindestens der gleiche Betrag weiter gewährt. Der Erhalt einer Hilflosenentschädigung hängt nicht vom Einkommen und Vermögen, sondern vom Grad der Hilflosigkeit ab (AHV-IV 2013q). So beträgt die monatliche Hilflosenentschädigung der AHV im Jahr 2013 bei einer leichten Hilflosigkeit (nur zu Hause) CHF 234., bei einer mittleren Hilflosigkeit CHF 585. und bei einer schweren Hilflosigkeit CHF 936. (BSV 2013a). AHV-Leistungen: weitere Leistungen Altersrentner/innen, die in der Schweiz wohnhaft sind, haben Anspruch auf Kostenbeiträge für Hilfsmittel, welche die altersbedingten Behinderungen erleichtern. Dementsprechend übernimmt die AHV, ohne Rücksicht auf Einkommen und Vermögen, in der Regel 75 % der Nettokosten für folgende Hilfsmittel: 19

21 Perücken, Lupenbrillen, Sprechhilfegeräte für Kehlkopfoperierte, Gesichtsepithesen, Orthopädische Mass- und Serienschuhe und Rollstühle ohne Motor. Für Hörgeräte werden alle 5 Jahre Pauschalbeträge von CHF 630. entrichtet (aksz 2013) Die 2. Säule Die berufliche Vorsorge soll zusammen mit der staatlichen Vorsorge der 1. Säule die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung ermöglichen. Personen, die das 17. Altersjahr erreicht haben und in einem Arbeitsverhältnis stehen, wo sie mehr als den Mindestjahreslohn erzielen, müssen einer Pensionskasse beitreten (Risikoversicherung für Tod und Invalidität ab dem 17. Lebensjahr, Altersversicherung ab dem 25. Lebensjahr). Löhne, die unter dem Mindestjahreslohn liegen, müssen nicht versichert werden. Für das Jahr 2013 beträgt dieser CHF Lohnanteile zwischen CHF (Koordinationsabzug) und CHF (obere Limite des Jahreslohnes) werden obligatorisch versichert (BSV 2013b). Bei Pensionierung, Ausscheidung aus der Erwerbstätigkeit oder beim Bezug einer vollen IV-Rente endet die Beitragspflicht. Der Versicherungsschutz für die Risiken Tod und Invalidität bleibt noch während eines Monats nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses bestehen (BSV 2013c). Die Beiträge an die Risikoversicherung betragen im Durchschnitt zwischen 3 und 4 % des versicherten Lohnes. Die Ansätze für die Beiträge an das Alterskapital sind hingegen wie folgt abgestuft: Tab. 1: Beiträge an das Alterskapital (BSV 2013d) Männer/Frauen Prozente des versicherten Lohnes Jahre 7 % Jahre 10 % Jahre 15 % 55 65/64 Jahre 18 % Die Beiträge werden hälftig zwischen Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden geteilt (BSV 2013d). 20

22 Die Altersrente ist die Mindestleistung, die von allen Pensionskassen im Zeitpunkt der Pensionierung erbracht werden muss. Vom Alterskapital, das durch die Altersgutschriften, die Verzinsung (Mindestverzinsung 2013: 1,5 %) und durch allfällige Einkäufe gebildet wurde, wird eine jährliche Rente von 6,8 % 1 ausbezahlt. Muss die versicherte Person im Rentenalter noch für eigene Kinder in Ausbildung aufkommen, stehen ihr zusätzlich Kinderrenten zu. Im Todesfall erhalten die Hinterbliebenen folgende Leistungen: Witwen- oder Witwerrente an den überlebenden Ehegatten, der für den Unterhalt von Kindern aufkommt oder über 45-jährig ist und mindestens 5 Jahre verheiratet war. Falls die verstorbene Person für den Unterhalt von der geschiedenen Ehegattin oder vom geschiedenen Ehegatten aufkommen musste, ist diese oder dieser nach über 10-jähriger Ehe einer Witwe bzw. einem Witwer gleichgestellt. Die Leistungen werden aber höchstens bis zur Höhe der Alimente ausgerichtet. Überlebende eingetragene Partnerinnen oder Partner geniessen die gleiche Rechtsstellung wie Witwen und Witwer. Kinder erhalten eine Waisenrente. Bei einer Invalidität wird eine Invaliden- und eine Invalidenkinderrente ausbezahlt (BSV 2013e). Die berufliche Vorsorge ist für Selbstständigerwerbende nicht obligatorisch. Sie können sich aber freiwillig der beruflichen Vorsorge unterstellen. Bis zum 50. Altersjahr kann das gesamte Pensionskassengeld zum Erwerb von Wohneigentum vorgezogen oder verpfändet werden, ab dem 50. Altersjahr ein reduzierter Betrag. Ein Barbezug von Pensionskassengeld vor Erreichen der Pensionierung ist möglich, wenn: die versicherte Person die Schweiz endgültig verlässt, sie eine selbstständige Erwerbstätigkeit aufnimmt oder die Austrittsleistung weniger als einen Jahresbeitrag beträgt. Bei Scheidung wird das Vorsorgeguthaben hälftig ausgeglichen (BSV 2013f) Die 3. Säule Mit der 3. Säule sollen Vorsorgelücken aus der ersten und zweiten Säule reduziert oder geschlossen werden, um den gewohnten Lebensstandard bei Arbeitsunfähigkeit oder Pensionierung beizubehalten. Die 3. Säule ist eine private, individuelle und freiwillige Vorsorge, bei der es zwischen zwei Arten zu unterscheiden gilt: der gebundenen (Säule 3a) und der freien Vorsorge (Säule 3b). 1 Umwandlungssatz BVG 21

23 Da das Gesetz das individuelle Sparen für die Altersvorsorge fördert, sind die Beiträge an die Säule 3a bis zu einem gewissen Betrag steuerfrei. Die maximale Steuerabzugsberechtigung bei Zugehörigkeit zu einer Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule beläuft sich auf CHF (Stand 2013), ohne Zugehörigkeit zu einer Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule auf CHF (Stand 2013). Beiträge an die freie Vorsorge (Säule 3b) sind hingegen nicht steuerabzugsberechtigt. In folgenden Fällen ist ein vorzeitiger Bezug der Gelder aus der Säule 3a möglich: bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit, bei Aufgabe der bisherigen selbstständigen Erwerbstätigkeit und Aufnahme einer neuen, andersartigen Selbstständigkeit, zum Erwerb von Wohneigentum, beim definitiven Wegzug aus der Schweiz, beim Bezug einer ganzen Invalidenrente oder ab vollendetem 60. Lebensjahr (Frauen 59. Lebensjahr). Jeder Bezug muss versteuert werden, dies zu einem Steuersatz von einem Fünftel des ordentlichen Tarifs. Gelder der Säule 3a dürfen auch für einen Einkauf in die zweite Säule verwendet werden (BSV 2013g). 2.3 Geldflüsse und Vermögenslage der AHV von 2003 bis Die Betriebsrechnung der AHV Die Betriebsrechnung der AHV widerspiegelt die Einnahme- und Ausgabepositionen der Alters- und Hinterlassenenversicherung (siehe Anhang II). Da die Einnahmen unmittelbar zur Deckung sämtlicher Leistungen der AHV dienen, wird kein individueller Kapitalbestand aufgebaut. Beiträge in die berufliche Vorsorge hingegen werden von den jeweiligen Versicherten angespart. Die Einnahmen der AHV setzen sich aus den folgenden Positionen zusammen: Beiträge der Versicherten und Arbeitgebenden, Beiträge der öffentlichen Hand, Ertrag der Anlagen und Einnahmen aus Regress. Die Beiträge der Versicherten und Arbeitgebenden wurden bereits im Abschnitt AHV-Beiträge näher erläutert. In der Betriebsrechnung von 2003 bis 2012 entsprechen diese im Durchschnitt 70 bis 75% der gesamten Einnahmen. Eine weitere Einnahmequelle sind die Beiträge der öffentlichen Hand. Diese setzen sich aus 22

24 den Positionen Bund, Mehrwertsteuer, Steuern der Spielbanken sowie den Beiträgen der Kantone zusammen. In Prozenten ausgedrückt, betragen die Beiträge der öffentlichen Hand im Schnitt 24 bis 26 % der gesamten Einnahmen. Die Differenz ergibt sich aus den Erträgen der Anlagen und den Einnahmen aus Regress. Die Auszahlungen erfolgen unmittelbar an die Leistungsempfänger/innen der AHV und werden als Ausgabepositionen aufgelistet: Geldleistungen, Kosten für individuelle Massnahmen, Beiträge an Institutionen und Organisationen, Durchführungskosten und Verwaltungskosten. Unter Geldleistungen wird hauptsächlich die ordentliche Rente verstanden. Auch in der Betriebsrechnung stellt sich heraus, dass diese Position im Schnitt 97 % der Ausgaben ausmacht. Die restlichen Ausgaben verteilen sich auf die übrigen Positionen. Der daraus resultierende Betrag (Fehlbetrag bzw. Überschuss) fliesst in den sogenannten AHV- Ausgleichsfond. Dieser dient als Reservekapital und garantiert die Kontinuität der AHV-Leistungen. Bei einem Überschuss wird der entsprechende Betrag dem Fond gutgeschrieben, um damit Zahlungsschwankungen ausgleichen zu können Die Vermögenslage der AHV in den Jahren 2003 bis 2012 Die vergangenen 10 Jahre waren insbesondere dadurch geprägt, dass die Wirtschaftskrise im Jahr 2008 einen deutlichen Krater im AHV-Budget hinterliess. Solche wirtschaftlichen Veränderungen durchdringen immer mehr das Altersvorsorgesystem. Obschon die AHV in den Jahren 2003 bis 2007 einen jährlichen Überschuss von durchschnittlich CHF 2 086,6 Mio. erzielte, war der Verlust von über CHF Mio. im Jahr 2008 deutlich zu spüren. Gerade dieses Ergebnis sorgt für Ungewissheit und Unsicherheit in Anbetracht der zukünftigen Entwicklung, weshalb privates Ansparen von Vermögen unumgänglich werden wird. Die Zahl der Schweizer Erwerbstätigen betrug im Jahr 2003 knapp 4,1 Mio., wodurch CHF Mio. an Beitragsgeldern generiert wurden. Die Zahl der Erwerbstätigen nahm in den darauffolgenden 10 Jahren um 10,9 % zu, wohingegen die Ausgaben in derselben Periode um lediglich 29,4 % zunahmen. Dadurch konnte sich keine Kapitalreserve bilden, um die zukünftigen Renten zu sichern. 23

25 Wenn die AHV-Einnahmen auf die Zahl der Erwerbstätigen umgerechnet wird, ergibt sich daraus ein Durchschnittseinkommen von CHF pro Jahr. Dies entspricht in etwa dem Einkommen des mittleren Mittelstandes der Schweiz. Untenstehende Abbildung weist das Jahresbruttoeinkommen des Schweizer Mittelstands im Jahr 2012 aus: Unterer Mittelstand Mittlerer Mittelstand Oberer Mittelstand 1-Personen-Haushalt ab CHF ab CHF ab CHF bis Personen-Haushalt ab CHF ab CHF ab CHF bis Personen-Haushalt ab CHF ab CHF ab CHF bis Tab. 2: Das Jahresbruttoeinkommen des Schweizer Mittelstands 2012 (Avenir Suisse 2013) Die Vermögenslage der AHV wird sich in den folgenden Jahren dramatisch verändern. Eine zweite Welle der Babyboom-Generation der 1970er-Jahre wird die Geldflüsse der AHV nochmals senken und die Ausgaben erhöhen. Die Kapitalerträge können dabei die Defizite von ungefähr fünf bis sieben Jahre auffangen (admin 2012, S. 6ff.). Im Anhang II befindet sich eine Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben der AHV über den Zeitraum von 2003 bis Altersvorsorgeproblematik bei Status Quo Obwohl die AHV in den letzten zehn Jahren Überschüsse verzeichnen konnte mit Ausnahmen der Jahre 2002 und 2008 (siehe Anhang II) rückt das Problem der zukünftigen Finanzierung trotzdem immer weiter in den Vordergrund. Zwar erwirtschaftete die AHV 2009 einen Rekordüberschuss von rund CHF 3,9 Mrd. und verfügt momentan über ein Vermögen von CHF 43 Mrd., dennoch scheint aufgrund der demografischen Entwicklung, steigender Lebenserwartung und sinkender Geburtenrate die langfristige Finanzierung der AHV ungewiss. Weshalb diese gesellschaftliche Entwicklungen der AHV stetig zusetzen, wird klar, wenn die derzeitige Finanzierung näher betrachtet wird. Die AHV finanziert sich durch das Umlageverfahren, d.h., die erwerbstätige Bevölkerung kommt für die Rentner/innen von heute auf. Das ganze System hängt also von der Anzahl Erwerbstätigen, der Anzahl Rentner/innen, der Höhe der Beiträge und der Höhe der Renten ab. Das Verhältnis der Erwerbstätigen zu den Rentner/innen ist einer der massgeblichsten, wenn nicht der wesentlichste Faktor zur Finanzierung der AHV. Die demografische Entwicklung bringt jedoch dieses Gleichgewicht immer mehr ins Wanken. Während heute ca. 3.6 Erwerbstätige für eine Rentnerin oder einen Rentner aufkommen müssen, werden es in 20 Jahren lediglich 2.33 Erwerbstätige sein. Und darin liegt das 24

26 Hauptproblem der AHV! Sollte sich dieser demografische Trend auch in Zukunft fortsetzen, erscheint eine Änderung in der Finanzierung der AHV unabdingbar. Die berufliche Vorsorge (2. Säule) bedient sich im Gegensatz zur AHV dem Kapitaldeckungsverfahren. Bei diesem Verfahren spart sich jeder Erwerbstätige sein eigenes Kapital an. Dieses Kapital wird jährlich verzinst und kann mit dem Erreichen des Pensionsalters einerseits als Ganzes bezogen oder andererseits in eine Rente umgewandelt werden. Tritt Letzteres ein, so berechnet sich die Rente mit Hilfe eines vom Staat festgelegten Umwandlungssatzes. Wie auch bei der AHV spielt die steigende Lebenserwartung auch bei der beruflichen Vorsorge eine entscheidende Rolle. Je älter wir durchschnittlich werden, desto länger sollte das gesparte Kapital ausreichen, weshalb der Umwandlungssatz entsprechend gegen unten angepasst werden muss. Heute muss das angesparte Kapital der beruflichen Vorsorge durchschnittlich 7 Jahre länger ausreichen als noch vor 30 Jahren. Das heisst, dass die Rentner/innen früher oder später das Kapital der jüngeren Generation anbrauchen und diese entsprechende Einbussen bei ihrer Rente zu verzeichnen haben werden (Vimentis 2009). Diese Arbeit beschäftigt sich mit der zukünftigen Altersvorsorgeproblematik und versucht, einen ökonomisch geeigneteren Lösungsvorschlag zu entwickeln. 2.5 Demografische Entwicklung und Einfluss der Migration Die Altersvorsorgeproblematik, die sich in der Zukunft verschärfen wird, hängt stark mit der demografischen Entwicklung zusammen, denn die Altersverteilung eines Landes wird durch drei wesentliche demografische Einflussgrössen bestimmt: durch das Geburtenniveau, die Lebenserwartung und die Migration. Veränderungen der Geburtenzahlen haben einen enormen Einfluss auf die unmittelbare und langfristige Altersstruktur einer Bevölkerung, deshalb gehört das Geburtenniveau sicherlich zum bedeutsamsten Einflussfaktor. Das Problem der demografischen Alterung ist die langfristige Konsequenz eines Geburtenrückgangs. So hat die Zunahme der AHV-Rentner/innen damit zu tun, dass in den letzten Jahrzehnten weniger Kinder auf die Welt gekommen sind. Um diese Umverteilung der Bevölkerung in den Griff zu bekommen, müsste das Geburtenniveau langfristig erhöht werden. Die Migration ist eine Möglichkeit diesem Problem entgegenzuwirken und kann zur Altersumverteilung einer Bevölkerung beitragen. Eine Verjüngung der Bevölkerung kann aber nur stattfinden, wenn jüngere Erwachsene bei der Wanderbewegung übervertreten sind. Die Alterung wird jedoch verstärkt, wenn die Lebenserwartung älterer Menschen stärker ansteigt als die der früheren Generationen. Tatsächlich erleben faktisch alle europäischen bzw. westlichen Länder diesen Trend. Vor allem ist eine stark erhöhte Lebenserwartung der über 64-jährigen Personen zu verzeichnen. Hochentwickelte Länder wie die Schweiz sehen sich 25

27 deswegen mit einer doppelten demografischen Alterung konfrontiert. Sowohl die Anzahl älterer Menschen nimmt zu aufgrund der steigenden Lebenserwartung als auch der Anteil betagter Menschen erhöht sich aufgrund des Geburtenrückgangs (Höpflinger 2011, S. 1). Die Schweiz kämpft mit dem Problem der Alterung schon seit längerer Zeit. Schon in den 1920er- und 1930er-Jahren gehörte die Schweiz europaweit zu den geburtenärmsten Ländern. Diese Szenarien rund um die Alterung wurden in dieser Zeitspanne gegen eine Einführung der AHV eingesetzt. In der Nachkriegszeit konnte aber ein Anstieg der Geburtenhäufigkeit verzeichnet werden. Dieser sogenannte Baby-Boom wurde vor allem durch den Wunsch nach einem glücklichen Familienleben und die starke Wohlstandssteigerung ausgelöst. Der Anstieg des Wohlstandes erlaubte es jungen Familien, ihren Kinderwunsch früher in die Tat umzusetzen. Was zu dieser Zeit auf positive Resonanz stiess, sorgt in der heutigen Zeit für weitere Probleme, denn genau diese familienfreundlichen Jahrgänge befinden sich heute im betagten Alter. Da die Schweiz zu jener Zeit wirtschaftlich rasch expandierte, sich aber viele Mütter aufgrund ihrer Kinder aus dem Arbeitsmarkt zurückzogen und die Schweiz wegen der geburtenarmen 20er- und 30er-Jahre generell zu wenig Arbeitskräfte besass, wanderten enorm viele junge Arbeitskräfte in die Schweiz ein. Die Einwanderung hatte wirtschaftlich zu einer Wohlstandsvermehrung beigetragen und führte demografisch zu einer Bevölkerungszunahme (Höpflinger 2011, S. 2 f.). Bei Betrachtung der Wanderbewegungen zeigte sich, dass bei den Einwanderern die Altersgruppen der 20- bis 40-Jährigen übervertreten waren, während bei den über 45-Jährigen eine Übervertretung der Rückwanderer zu verzeichnen war. Das heisst, die demographische Alterung wurde durch die Einwanderung von ausländischen Arbeitskräften wesentlich abgeschwächt (Bundesamt für Statistik 1996, S. 21) und hat ausserdem zu einer Verjüngung der schweizerischen Bevölkerung beigetragen. Diese erste Baby-Boom-Generation wird in naher Zukunft das Rentenalter erreichen, und weitere Generationen sind in der Schweiz aufgewachsen (Bundesamt für Statistik 1996, S. 16 ff.). Die Einwanderung bringt auch neue Herausforderungen mit sich, denn die Herkunft der Zuwander/innen hat sich verändert. Waren es früher hauptsächlich Immigrant/innen aus Italien und Spanien, kommen sie heute aus geografisch und kulturell immer ferneren Ländern (Bundesamt für Statistik 2003, S. 6). Trotzdem wird auch in Zukunft die Migration den grössten Beitrag zum Bevölkerungswachstum leisten, wenn auch mit abnehmenden Migrationssaldi zu rechnen ist und sie nur teilweise die demografische Altersstruktur beeinflussen kann. Die Schweiz hat mit 19 % europaweit den zweithöchsten Ausländeranteil. In Zukunft wird noch ein kleiner Anstieg auf 22 % zu erwarten sein, bis anschliessend die Quote konstant bleiben wird. Die Alterung hingegen wird auch in Zukunft nicht aufzuhalten sein (Bundesamt für Statistik 1996, S. 19 ff.). 26

28 Was sich in der Vergangenheit abgezeichnet hat wie die untere Grafik veranschaulichen soll, wird sich auch in Zukunft fortsetzen, denn das Bevölkerungswachstum wird in den Altersgruppen der über 50- Jährigen, aber vor allem bei den über 64-Jährigen zu verzeichnen sein. Die Zahl der 20 bis 40-Jährigen wird abnehmen, die der Kinder wird nur noch durch Zuwanderungen oder ansteigende Geburtenziffern zunehmen. Die Gruppe der Jugendlichen wird weiter sinken und mit ihnen die zukünftigen Erwerbsfähigen. Diese Tatsachen werden eine bedeutsame Auswirkung auf unsere Rentensysteme und Pflegeaufwendungen haben (Bundesamt für Statistik 2009, S. 56 f.). Abb. 2: Demografisches Porträt der Schweiz 2009 (Bundesamt für Statistik 2009, S. 13) 2.6 Wirtschaftliche Trends Die wirtschaftlichen Trends stellen nebst der demografischen Entwicklung einen weiteren Einflussfaktor auf das Altersvorsorgesystem dar. Darunter werden die konjunkturellen Auswirkungen sowohl auf die Altersund Hinterlassenenversicherung als auch auf die berufliche Vorsorge verstanden. Die konjunkturelle Entwicklung wirkt sich in den beiden Systemen unterschiedlich aus. Während die AHV von einer guten konjunkturellen Entwicklung profitiert, weil eine solche in der Regel zu einer Erhöhung der Lohnsumme führt, bleiben die Auswirkungen bei der Anlagerendite der BVG ungewiss. Entscheidend für die Entwicklung der BVG ist, dass langfristig unabhängig von der jeweiligen Konjunktur eine nachhaltige Rendite erreicht wird, die höher ausfällt als das Lohnwachstum und die Inflation. 27

29 Ein Anstieg der Konjunktur wirkt sich hingegen bei der AHV langfristig auf die Rentensumme aus und führt somit zu einem Rentenanstieg. Da die Löhne stärker ansteigen als die Renten, wird die Finanzierung der AHV stabilisiert. Die Rente setzt sich dabei grundlegend aus einem Mischindex zwischen dem arithmetischen Mittel aus Lohnindex und Preisindex zusammen (admin 2012, S. 6ff.). Auch die Entwicklung der Kapitalmärkte und staatliche Regulierungen haben einen Einfluss auf unser Vorsorgesystem, jedoch wird auf diese hierbei nicht weiter eingegangen. 28

30 3 Analyse II: Schweizer Altersvorsorge im internationalen Vergleich Nachdem in der vorangegangenen Analyse I auf das Schweizerische Altersvorsorgesystem eingegangen wurde, soll die Analyse II dazu dienen, den Horizont zu erweitern und Inputs für die Ausarbeitung möglicher Optimierungsvorschläge zu gewinnen. Dazu wurden die Vorsorgesysteme von 20 Ländern betrachtet und die sieben Systeme davon dokumentiert. Gemäss Projektauftrag mussten die Länder Liechtenstein, Deutschland und Österreich mit dem Schweizer Vorsorgesystem verglichen werden. Dieser Vergleich wurde in Form eines ausführlichen Berichts abgehandelt, der im Anhang X zu finden ist. Auf den nachfolgenden Seiten werden die wichtigsten Punkte tabellarisch zusammengetragen. Überdies wurden Dänemark, die Niederlande, Schweden und Australien weitergehend analysiert, da diese Länder interessante Denkanstösse für die Szenarioausarbeitung lieferten. Die ausführlichen Texte sind auch im Anhang X zu finden. 29

31 3.1 Altersvorsorgesysteme Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich im Vergleich Tab. 3: Unterschiede gesetzliche Vorsorge Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich (Eigene Darstellung) Unterschiede gesetzliche Vorsorge Schweiz Liechtenstein Deutschland Österreich Vorsorgemodell 3-Säulen-Prinzip 3-Säulen-Prinzip 3-Schichten-Prinzip 3-Säulen-Prinzip Inhalt der gesetzlichen Vorsorge AHV/IV/EO/ALV/Ergänzungsleistungen AHV/IV/ALV/EL/FAK grv (gesetzliche Rentenversicherung) Gesetzliche Pension (Alter, Invalidität und Tod) Rürup-Rente Beitragssätze AHV: 8.4 % AHV: 7,8 % 18,9 % (2013) bis zur Bei- 22,8 % (bis zur Höchstbei- IV: 1.4 % IV: 1,5 % tragsbemessungsgrenze tragsgrundlage) EO: 0.5 % ALV: 2.2 % (bis Lohn CHF ) ALV: 1,0 % Alte Bundesländer: EUR pro Monat Neue Bundesländer: EUR pro Monat Anteil Arbeitnehmen- Je 50 % Arbeitgebenden / Arbeitnehmenden Je 50 % Arbeitgebenden / Ar- Arbeitnehmenden: de/arbeitgebende Arbeitnehmenden AHV: 3.8 % beitnehmenden 10,25 % IV: 0.75 % ALV: 0.5% 30

32 Arbeitgebenden AHV: 4.0 % IV: 0.75 % ALV: 0.5 % Arbeitgebenden: 12,55 % Anteil Selbstständige Selbstständige AHV: 7.8 % IV: 1.4 % EO: 0.5 % Sinkende Beitragsskala unter CHF Selbstständige Nach Erwerbseinkommen gestaffelt Unterscheidung zwischen Unfall und Krankheit Ja Ja Nein Nein Beitragspflicht (Alter) Erwerbstätige: Erwerbstätige: Die Versicherungspflicht be- Das österreichische Pflicht- 1. Januar nach vollendetem 1. Januar nach vollende- steht für alle Personen, die in versicherungssystem er- 17. Lebensjahr tem 17. Lebensjahr einem Arbeitsverhältnis ste- fasst nahezu alle in Öster- Nichterwerbstätige: 1. Januar nach vollendetem 20. Lebensjahr Nichterwerbstätige: 1. Januar nach vollendetem 20. Lebensjahr hen oder sich in Ausbildung befinden. Aber auch eine spezielle Gruppe von Selbstständigen kann sich pflichtversi- reich erwerbstätigen Personen. Dies gilt für abhängig Beschäftigte ebenso wie für Selbstständige. chern lassen. 31

33 Pensionsalter Männer: 65 Jahre Männer: 64 Jahre Männer: 65 Jahre Männer: 65 Jahre Frauen: 64 Jahre Frauen: 64 Jahre Frauen: 65 Jahre Frauen: 60 Jahre (bis 2023) Rentenvorbezug Maximal 2 Jahre, um ein- Maximal 4 Jahre, um ein- Rentenabschlag von 0,3 % auf Die vorzeitige Alterspension zelne Monate nicht möglich zelne Monate möglich dem individuell berechneten bei langer Versicherungs- Rentenbetrag (deutsche Ren- dauer wurde aufgehoben. tenformel!) Bis zum 1. Oktober 2017 kann eine vorzeitige Alterspension von bestimmten Jahrgängen noch in Anspruch genommen werden. Ansonsten ist ein vorzeitiger Rentenbezug vor dem 65. Lebensjahr nicht mehr möglich. Rentenaufschub Maximal 5 Jahre Maximal 6 Jahre Maximal 5 Jahre Unbegrenzt möglich Aufwertungsfaktor (Inflationsbereinigung) Jahrgangsabhängig 2.1 % 0,6 % (2012) 2,2 % (2014) Jahrgangsabhängig Plafonierung Ja Nein Nein Nein 32

34 Ehepaarrente maximal Pro Ehemann und Ehefrau 150 % der maximalen Ein- eigene Rente maximal zelrente 100 % Minimalrente Rentenskala 44 Rentenskala 43 Gibt es nicht in Deutschland Gibt es nicht in Österreich CHF CHF Maximalrente Rentenskala 44 Rentenskala Jahre bei Höchstbeiträge Bei Spitzenverdiener rund Einzelperson: CHF Einzelperson: CHF Bruttorente: EUR 2 320,90 ab- EUR Ehepaare: CHF Ehepaare: CHF züglich Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge Durchschnittsrente CHF monatlich keine Angabe Eckrentner mit 45 Beitragsjahren: Bruttorente: EUR 1263,15 abzüglich Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge Männer: EUR Frauen: EUR Monatsrente Nein Ja (Weihnachtsgeld) Nein Nein 33

35 Tab. 4: Unterschiede gesetzliche Vorsorge Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Österreich (Eigene Darstellung) Unterschiede berufliche Vorsorge Schweiz Liechtenstein Deutschland Österreich Inhalt der beruflichen Vor- BVG/UVG/Kollektivtaggeld BPV (Betriebliche Perso- bav (Betriebliche Altersvor- BPG (Betriebspension) sorge nalvorsorge) sorge) Riester-Rente Beitragssätze BVG: Ca. 12 % des anrechenba- Es liegt eine flexible Beitrags- Die Betriebspension wird Jahre 7 % ren Lohnes zahlung vor. Das bedeutet, entweder über Einzelar Jahre 10 % dass eine laufende, zeitlich beitsverträge, Betriebsver Jahre 15 % begrenzte und einmalige Zah- einbarungen oder im Kol /64 Jahre 18 % lung möglich ist. lektivvertrag geregelt. Dort UVG: Branchenabhängig Der maximal steuerfreie und sozialversicherungsfreie Beitrag beträgt 4 % von der Bei- werden auch die Beitragssätze vereinbart. tragsbemessungsgrundlage West der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV). Die Höchstgrenze des steuerfreien Beitrags beträgt 370 EUR pro Monat. 34

36 Unterscheidung zwischen Unfall und Krankheit Ja Ja Nein Nein Beitragspflicht (Alter) Risikoanteil: 18 Jahre Risikoanteil: 18 Jahre Nicht vorgegeben Nicht vorgegeben Sparanteil: 25 Jahre Sparanteil: 24 Jahre Rentenvorbezug Mindestalter 58 Jahre, jedoch abhängig vom Reglement der jeweiligen Vorsorgeeinrichtung Frühestens ab Alter 60 Nicht möglich Keine Angaben Umwandlungssatz 6.8 % Je nach Pensionskasse unterschiedlich Kann von der Vorsorgeeinrichtung festgelegt werden Kann von der Vorsorgeeinrichtung festgelegt werden Gebundene Vorsorge Nein Ja Ja (vom Staat steuerlich privilegiert) Ja (vom Staat steuerlich privilegiert) Minimal versicherter Lohn CHF CHF Nicht vorgegeben Nicht vorgegeben Maximal versicherter Lohn CHF CHF Nicht vorgegeben EUR monatlich Kapitalauszahlung im Rentenalter möglich Ja Ja Kapitalauszahlung zu 100 % möglich, wobei bei der Riester-Rente nur zu 30 % möglich Ja Mindestverzinsung 1.5 % Kann von der Vorsorgeeinrichtung festgelegt werden Kann von der Vorsorgeeinrichtung festgelegt werden 1,78 % vom Jahresverdienst (bis max. versicherter Lohn) 35

37 4 Exkurs zur Analyse I und II: Umfrageergebnisse Ausgehend von der Überlegung, was junge erfolgsorientierte Leute in Basel über das Schweizer Altersvorsorgesystem denken, wurde im November 2013 eine Online-Umfrage lanciert, die mittlerweile beendet und ausgewertet ist. Die Umfrage wurde ausschliesslich bei Studierenden der FHNW sowie den Schüler/innen des KV und der Gewerbeschulen Basels durchgeführt, welche die Zielgruppe repräsentieren. Dabei wurde zuerst deren Zahlungsbereitschaft und dann die Erwartungen, sowohl gestützt als auch ungestützt, bezüglich der eigenen zukünftigen AHV-Bezüge nach der Pensionierung eruiert. Nachfolgend wird ein kurzes Fazit aus den Umfrageergebnissen gezogen. Die kompletten Umfrageergebnisse befinden sich grafisch aufbereitet im Anhang XI. Fazit Der Umfang der Befragten beträgt 373 Personen, wobei % männlich sind und die Hauptaltersgruppe der Teilnehmenden zwischen Jahren liegt. Daran erkennt man, dass junge Erwachsene durchaus an unserem Altersvorsorgesystem und dessen Problematik interessiert sind. Die Schweiz kämpft, wie auch viele andere Länder auf dieser Welt, mit der steigenden Lebenserwartung und den sinkenden Geburtenraten. Wegen der Überalterung der Bevölkerung ist die Zukunft der Altersund Hinterlassenenversicherung sehr unsicher. Bald genügt die Zahl der Beitragszahlenden nicht mehr, um alle Altersrenten zu decken. Diese Erkenntnis macht sich auch in den Umfrageergebnissen bemerkbar, denn rund 74 % der Befragten gaben an, dass sie die finanzielle Situation der AHV als unsicher empfinden. Ausserdem gaben 230 von insgesamt 255 Befragten an, dass sie aufgrund der finanziellen Situation der AHV Bedenken bezüglich ihrer finanziellen Lage im Rentenalter haben. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung ist den Befragten überdies auch bewusst, dass sich das Rentenalter von derzeit 64 Jahren bei Frauen und 65 Jahren bei Männern in der Schweiz in den nächsten 10 Jahren wahrscheinlich anheben wird. Denn % der Befragten glauben, dass das ordentliche Rentenalter in 10 Jahren bei 67 Jahren liegen wird, % gaben an bei 70 Jahren und sogar 3.22 % denken, dass das Rentenalter dann erst mit über 70 Jahren erreicht wird. Um zu sehen, wie viel die jungen Leute heute bereit sind hinzunehmen, um ihre AHV-Rente in Zukunft sichern zu können, sollten die Befragten ihre Schmerzensgrenze bezüglich einer AHV-Beitragssatzerhöhung angeben. Erstaunlicherweise würden rund 87 % der Befragten mehr als die derzeit 4,2 Prozentpunkte vom eigenen Bruttogehalt an die AHV abliefern. Auf die Frage, wie viel die maximale AHV-Rente einer alleinstehenden Person (Stand 2013) beträgt, antworteten nur 133 aller Teilnehmenden mit der korrekten Antwort, nämlich den CHF monatlich. Weit- 36

38 aus interessanter war die Fragestellung der zukünftigen Aufbesserung der AHV-Rente. Bei dieser Frage waren auch Mehrfachantworten möglich. 355 Befragte gaben an, ihre AHV-Rente mit der 3. Säule aufzubessern, 285 der Befragten wollten dies mit privatem Sparen erreichen und 77 der Befragten möchten dies mit der BVG-Rente umsetzen. Des Weiteren wollten wir wissen, wie die Befragten zur privaten Vorsorge stehen, denn das individuelle Sparen wird als Ergänzung zur AHV und der Pensionskasse immer wichtiger. Hierbei wurde in einem ersten Schritt versucht herauszufinden, wie viele junge Menschen sich bis dato mit dem privaten Vorsorgesparen auseinandergesetzt haben und in einem weiteren Schritt, ob diejenigen von ihnen heute dies schon tun. Von allen Befragten gaben 290 Personen an, sich bereits mit der Thematik des privaten Sparens auseinandergesetzt zu haben und über die Hälfte von ihnen sorgt heute schon privat vor. Eine für uns sehr wertvolle und wichtige Erkenntnis ziehen wir aus den Fragen Australien bezahlt die staatliche Rente nur an Bedürftige aus, aber alle zahlen Beiträge in die Grundversicherung ein. Wäre ein solches Verfahren aus deiner Sicht auch für die Schweiz denkbar? und Bist du bereit, im Rentenalter auf eine Kapitalauszahlung deines BVG-Guthabens zugunsten einer monatlichen Rentenzahlung zu verzichten?. Diese Fragen bilden sozusagen das Herzstück unserer Projektarbeit, nämlich die Ausarbeitung eines Lösungsvorschlages anhand unseres Szenarios. Die Antworten liefern eindeutige Ergebnisse, unterstützen jedoch nicht unsere Lösungsvorschläge. Ein Altersvorsorgesystem wie in Australien in der Schweiz einzuführen, lehnen 82 % aller Teilnehmenden ab, wie auch 57 % aller Befragten nicht auf eine Auszahlung des BVG-Guthabens zugunsten einer monatlichen Rentenzahlung verzichten möchten. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Zielgruppe durchaus bewusst ist, dass sich am jetzigen System etwas ändern muss, um die zukünftigen Rentner und Rentnerinnen tragen zu können. Die Teilnehmenden bevorzugen jedoch eher Optimierungsvorschläge am jetzigen System, wie beispielsweise eine Erhöhung des Rentenalters oder des AHV-Beitragssatzes, und lehnen revolutionäre Lösungsvorschläge, wie diejenigen anhand unseres selbst entworfenen Szenarios, ab. 37

39 5 Analyse III: Zukunftsentwicklung In diesem Abschnitt wird das Verständnis aus der Analyse I dazu verwendet, um eine Vorhersage zu erstellen, wie sich die Finanzen der AHV entwickeln. Das Bundesamt für Statistik (BSV) befasst sich zudem mit der finanziellen Zukunft der Sozialversicherungen und im Speziellen mit der Alters- und Hinterlassenenversicherung. Die Ergebnisse werden in Berichtformate festgehalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Zusammenhang mit dieser Projektarbeit wurde der Bericht über die Babyboom-Generation und die AHV genauer analysiert. Er veranschaulicht die Kostenentwicklung der AHV in einem überschaubaren Rahmen. 5.1 Zukünftige Problematik der Altersvorsorge Eine Simulation der Kostenentwicklung der AHV über die nächsten 30 Jahre lässt sich nicht eindeutig definieren. Als Basis einer solchen Berechnung werden Annahmen für zukünftige Entwicklungen getroffen. Dabei werden die Finanzen der AHV einer Reihe von volkswirtschaftlichen und demografischen Veränderungen ausgesetzt. Die Auswirkungen der Babyboom-Generationen stellen die grössten Belastungen der Altersvorsorgefinanzierung dar. Im konkreten Fall betrifft es diejenige Personen, welche in den Jahren zwischen 1942 und 1973 geboren sind. Die Fertilitätsrate 2 war zu dieser Zeit um 1.76 höher als das vorherige Fertilitätsniveau, das einen Tiefststand erreicht hatte. Ohne Babyboom wären, kumuliert über diese Zeit, in der Schweiz rund Kinder weniger zur Welt gekommen (BSV 2012, S. 73 ff.). Die Vermögensentwicklung der AHV zeigt bei Status Quo und somit ohne jegliche Veränderungen im derzeitigen System spätestens 2015 ein negatives Umlageergebnis (siehe Anhang I). Die Auszahlungen der Renten übersteigen die Einzahlungen der Beiträge, was zur Folge hat, dass der AHV-Ausgleichsfonds kontinuierlich abnehmen wird. Gemäss Angaben des Bundesamtes für Statistik beträgt der AHV-Ausgleichsfonds im Jahre 2015 gerade mal CHF Mio. Dies entspricht einer Abnahme von 25 % innert 4 Jahre. Ohne adäquate Massnahmen droht das Umlageergebnis der AHV in den nächsten 10 bis 15 Jahren stark defizitär zu werden. Nebst den demografischen Strukturveränderungen stellen Produktivität und Arbeitsmarktentwicklung ebenfalls Risiken für die Altersvorsorge dar. In dieser Projektarbeit wird jedoch nicht weiter auf diese Merkmale eingegangen. 2 Zahl der Kinder, die eine Person, eine Gruppe von Personen oder eine ganze Bevölkerung im Lebenslauf oder in einer bestimmten Zeitperiode hervorbringt. 38

40 Die einzelnen Szenarioberechnungen der Schweizer Bevölkerungsentwicklung tendieren dazu, dass die Bevölkerung bis zum Jahr 2040 auf 9 Millionen Einwohner/innen anwächst und danach in etwa auf diesem Niveau stagniert. Hingegen steigt der Altersquotient (Rentner/innen im Verhältnis zur Bevölkerungszahl) auf das Zweifache. Folglich entstehen diese Eckwerte 3, ausgewertet vom Forschungsinstitut BAK Basel Economics AG in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Statistik (BSV 2012, S. 72 ff.): In Tsd mit BB ohne BB mit BB ohne BB Bevölkerung: Erwerbsfähige Bevölkerung (20-63/64): Erwerbstätige: BIP real pro Kopf: Reale Arbeitsproduktivität: Reallohn: Lohnsumme real (in Mio. CHF): Tab. 5: Referenzszenario mit und ohne Babyboom (BB), (BSV 2012, S. 83) Das Resultat dieser Analyse verdeutlicht das Wachstum der Ausgaben. Diese steigen rund einen halben Prozentpunkt pro Jahr schneller als die Einnahmen. Der Babyboom ist ein zeitlich klar begrenztes Phänomen. Jedoch sind die Folgen aufgrund der Szenarioberechnungen auch 100 Jahre später spürbar. Zum Beispiel: Höhere Wohnbevölkerung und Beschäftigte, auch langfristig Anstieg der Rentenempfänger/innen, sobald die Babyboomer in Rente gehen Wesentliche Änderungen in der Altersstruktur Zuerst mehr AHV-Einnahmen, dann aber massiv höhere AHV-Ausgaben Sowohl der Babyboom als auch der Immigrationsboom führen zu hohen Beiträgen an die AHV und einem entsprechend guten Umlageergebnis. In einigen Jahrzehnten wird sich das Verhältnis umkehren. Soll nun das Umlageergebnis als zentraler Indikator der AHV-Finanzen im Jahr 2060 ausgeglichen sein, so schlägt das Bundesamt für Statistik folgende Massnahmen vor: 3 Anmerkung: reale Werte in konstanten Preisen des Jahres

41 Erhöhung des Lohnbeitrags von derzeit 8.4 % auf dann 11.3 %, Erhöhung des MWST-Satzes zugunsten der AHV von derzeit 1.0 % auf dann 3.8 %, Reduktion des derzeitigen Zuwachs des Rentenindex um 0.6 bis 0.7 Wachstumsprozente pro Jahr sowie Erhöhung des Rentenalters (für Frauen und Männer) von derzeit 64/65 auf 69.6 Jahre. Die Umsetzung dieser Massnahmen soll in den Jahren 2015 bis 2030 angepasst werden (BSV 2012, S. 19 ff.). Diese Massnahmen zur Optimierung der Finanzlage der AHV wurden in dieser Projektarbeit anhand einer Sensitivitätsanalyse untersucht, um die Wirkungen nachvollziehbar darstellen zu können. 5.2 Sensitivitätsanalyse Im nachfolgenden Abschnitt wird eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt in Anlehnung an die publizierten Massnahmen des Bundesamtes für Statistik (siehe Kapitel 5.1). Bei dieser Analyse geht es darum, mit verschiedenen volkswirtschaftlichen und politischen Einflussgrössen die Zukunft der AHV (Umlageergebnis und Ausgleichsfonds) zu prognostizieren. Avenir Suisse hat ein Tool kreiert, mit welchem eine eigene Prognose bezüglich der zukünftigen AHV erstellt werden kann. Als Vergleichsszenario und Ausgangsbasis dient das mittlere Bevölkerungsszenario des Bundesamtes für Statistik (A ) sowie jene Annahmen über Reallohnwachstum, Inflationsrate und Anlagerendite, die dem Bundesrat derzeit realistisch erscheinen (Avenir Suisse 2011). Die schwarze Linie in der Grafik zeigt die Entwicklung des AHV-Fonds (linke Skala). Dieser ergibt sich aus der Kumulierung der jährlichen Betriebsergebnisse und sollte 100 % der jährlichen Ausgaben nicht unterschreiten. Die rote Linie zeigt die Entwicklung des Umlageergebnisses (rechte Skala). Dieses entspricht dem Betriebsergebnis abzüglich des Anlageertrags aus dem AHV-Fonds und spiegelt die demographische Komponente deutlich besser als das um den Anlageertrag verfälschte Betriebsergebnis. Es sollte nicht negativ sein (Avenir Suisse 2011). Avenir Suisse stellt vier volkswirtschaftliche und vier politische Einflussgrössen zur Verfügung, wobei nur auf zwei volkswirtschaftliche und zwei politische Einflussgrössen näher eingegangen wird. An den gelb markierten Einflussgrössen wird nichts geändert (siehe untenstehende Abb. 5). Es kann davon ausgegangen werden, dass die Annahmen bezüglich Reallohnwachstum (pro Kopf) und Inflationsrate verlässlich sind, da sie dem Bundesrat realistisch erscheinen (Avenir Suisse 2011). Deshalb werden diese zwei Einflussgrössen nicht verändert. Des Weiteren werden die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung und die Rentenkürzung ausser Acht gelassen, da sie für die Arbeit nicht relevant sind. 40

42 Schliesslich werden die Anlagerendite und der langfristige Einwanderungssaldo (beides volkswirtschaftliche Einflussgrössen) sowie der Beitragssatz und der Mehrwertsteuersatz (beides politische Einflussgrössen) näher analysiert. In einem ersten Schritt werden die Einflussgrössen isoliert betrachtet, d.h. unabhängig von den anderen drei Einflussgrössen. Diese isolierte Betrachtung soll aufzeigen, welche Auswirkungen auf das Umlageergebnis und den Ausgleichsfonds zu erwarten sind. Am Ende soll das Zusammenspiel aller vier Einflussgrössen aufgezeigt werden, um ein finales Statement abzugeben. Abb. 3: Einflussgrössen (Auszug Excel Tool Avenir Suisse, 2011) Volkswirtschaftliche Einflussgrössen Bevölkerungsszenario Bei dieser Option kann zwischen einem langfristigen Einwanderungssaldo von Personen pro Jahr und einer höheren Zuwanderung mit einem langfristigen jährlichen Einwanderungssaldo von unterschieden werden (Avenir Suisse 2011). Wie bereits im Kapitel 2.5 erwähnt, hatte die Zuwanderung schon früher zu einer wirtschaftlichen Wohlstandsvermehrung in der Schweiz beigetragen. Zudem wirkt sich eine Zuwanderung auch positiv auf die AHV aus, da sie oftmals aufgrund von Arbeitsmarktaktivitäten erfolgt. Aufgrund der steigenden Alterung in der Schweiz werden in den nächsten Jahren zunehmend Berufstätige in die Pension gehen (NZZ 2013). Deshalb wird hier mit dem höheren Einwanderungssaldo für die Zukunft gerechnet, weil davon ausgegangen werden kann, dass diese Lücken durch Zuwanderungen aus dem Ausland gefüllt werden müssen. 41

43 Abb. 4: Hoher Einwanderungssaldo (Auszug Excel Tool Avenir Suisse, 2011) Obwohl ein positiver Wanderungssaldo zu einer Verjüngung der Gesellschaft beitragen kann, ist der Einfluss auf die AHV bezüglich des Umlageergebnisses und des Ausgleichsfonds ziemlich gering, wie die Grafik deutlich veranschaulicht. Ein relativ hoher Wanderungssaldo für die Zukunft würde die Problematik nur wenige Jahre nach hinten verschieben (durchgezogene Linien) im Gegensatz zu den ursprünglichen Erwartungen (gestrichelte Linien) Anlagerendite Die Anlagerendite ist insofern interessant, als dass eine hohe Anlagerendite den AHV-Ausgleichsfonds positiv beeinflussen kann. Das Basisszenario (gestrichelte Linie) geht von einer Anlagerendite von 2.0 % aus (Avenir Suisse 2011). Wenn die Entwicklung der letzten 10 Jahre angeschaut wird, daraus entsprechend ein Durchschnittszinssatz ermittelt wird und dieser schliesslich für die Zukunft eingesetzt wird, dann erhält man einen BVG-Mindestzinssatz von 2.2 % (durchgezogene Linie). Beide Zinssätze scheinen zu unserer heutigen Zeit eher optimistisch gewählt, weil die derzeitige Rendite einer Schweizer Bundesanleihe rund 1.05 % beträgt (Avenir Suisse 2011). Trotzdem darf eine Berechnung des durchschnittlichen Zinssatzes der letzten 10 Jahre als plausibel betrachtet werden, zumal ein Anstieg in Zukunft erwartet wird. 42

44 Abb. 5: Anlagerendite (Auszug Excel Tool Avenir Suisse, 2011) Wie ein hoher Wanderungssaldo hat auch eine eher hohe Anlagerendite keinen erheblichen Einfluss auf das Gesamtergebnis der AHV. Ein ähnliches Bild wie oben zeichnet sich ab. Die Problematik würde sich entsprechend um wenige Jahre nach hinten verschieben. Ausserdem muss festgehalten werden, dass die Anlagerendite nur den Ausgleichsfonds beeinflussen kann, nicht aber das Umlageergebnis. Trotzdem wäre eine zukünftig hohe Anlagerendite positiv für die AHV, weil eine hohe Rendite positive Zins- und Zinseszinseffekte mit sich bringen würde Politische Einflussgrössen Erhöhung Beitragssatz Der AHV-Beitragssatz hat einen direkten Einfluss auf die Finanzen der AHV, weil die erwerbstätige Bevölkerung der Schweiz verpflichtet ist, die Beiträge an die AHV zu entrichten. In diesem Tool kann ein beliebiger Zielbeitragssatz für Unselbstständigerwerbende berechnet werden. Das Modell berechnet die Wirkung, die eine kontinuierliche Erhöhung des AHV-Beitragssatzes ab 2012 bis zum Jahr 2031 hat. Nach dem Jahr 2031 bleibt der Beitragssatz konstant (Avenir Suisse 2011). In unserer Umfrage wären mehr als die Hälfte der Befragten bereit, einen Beitrag von 5 % und mehr für die AHV zu entrichten. Es ist fraglich, ob die Arbeitgebenden mit dieser Erhöhung auch einverstanden wären. Trotzdem wird der Satz neu auf 10 % gesetzt (je 43

45 zur Hälfte Arbeitnehmende und Arbeitgebende), um mögliche Folgen einer solchen Erhöhung zu analysieren. Abb. 6: Erhöhung Beitragssatz (Auszug Excel Tool Avenir Suisse, 2011) Das Ergebnis der AHV sieht unter diesen Umständen besser aus als jenes Ergebnis mit volkswirtschaftlichen Einflussgrössen. Eine Erhöhung um fast einen Prozentpunkt bei den Arbeitnehmenden und Arbeitgebenden würde dennoch eine etwas längere Übergangslösung schaffen, aber kein nachhaltig zufriedenstellendes Resultat erreichen. Es darf aber nicht ausser Acht gelassen werden, dass eine derartige Erhöhung das private Einkommen entsprechend schmälern würde und der Konsum bei einer gewissen Schicht der Bevölkerung zurückgehen würde. Trotzdem darf festgehalten werden, dass die Schweiz auch mit dieser Erhöhung im internationalen Vergleich gut dastehen würde Erhöhung Mehrwertsteuer Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer wurde in der neuen Reform Altersvorsorge 2020 vom Bundesrat A- lain Berset heiss diskutiert. Der Bundesrat sieht vor, die zukünftig entstehende Finanzierungslücke mit einer Mehrwertsteuererhöhung zu schliessen. Aktuell beträgt die Mehrwertsteuer 8 %, davon kommen heute 0.83 Prozentpunkte direkt der AHV zugute. Dieses Tool ist so ausgerichtet, dass jede weitere Erhöhung direkt der AHV zustehen würde. Ähnlich wie bei der Erhöhung des Beitragssatzes berechnet das Modell die 44

46 Wirkung, die eine kontinuierliche Erhöhung der Mehrwertsteuer ab 2012 bis zum Jahr 2031 hat. Gleich ist auch, dass ab dem Jahr 2031 die Mehrwertsteuer konstant bleibt (Avenir Suisse 2011). In Anlehnung an den Bundesrat wird angenommen, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte direkt der AHV zugute kommt. Laut dieser Berechnung würde die Mehrwertsteuer bis zum Jahr 2031 kontinuierlich steigen bis auf 10 %, davon würden schliesslich neu 2.83 Prozentpunkte direkt der AHV zufliessen. Abb. 7: Erhöhung Mehrwertsteuer (Auszug Excel Tool Avenir Suisse, 2011) Ein ähnliches Gesamtbild wie bei der Erhöhung des Beitragssatzes würde sich ergeben. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer hätte ausserdem die ähnlichen Folgen wie die Erhöhung des Beitragssatzes, weil es die Kaufkraft der Schweizer Bevölkerung schmälern würde. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass politische Massnahmen einen viel stärkeren Einfluss auf die Finanzen der AHV haben als volkswirtschaftliche Einflussgrössen. Dennoch bleiben die politischen Massnahmen eher umstritten, weil eine Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie eine Erhöhung des Beitragssatzes volkwirtschaftliche Folgen für die Schweiz bedeuten würden. Die hohen Preise in der Schweiz würden noch weiter steigen, und dies hätte Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit. Abschliessend wird das Zusammenspiel aller vier Einflussgrössen miteinander analysiert. 45

47 5.2.3 Zusammenspiel aller Einflussgrössen Unter der Annahme, es gäbe keine Rentenkürzungen, das Rentenalter würde nicht an die Lebenserwartung gekoppelt, die Inflationsrate würde zukünftig 1.5 % betragen, die Reallohnwachstum 1 % und die oben beschriebenen Einflussgrössen würden in dieser Höhe zusammen auf die AHV einwirken, dann wäre das Problem zumindest bis im Jahr 2040 gelöst. Der deutlich angestiegene Ausgleichsfonds könnte die negativen Ergebnisse im Jahr 2035 bis 2040 problemlos auffangen. Wie bereits erwähnt, hätten die politischen Massnahmen aber einen eher negativen Einfluss auf die Schweiz und die Schweizer Bevölkerung. Dieses Bild zeigt aber auch, dass das Ergebnis mit einer eher radikalen Lösung dennoch verbessert werden könnte, fraglich bleibt aber letztendlich, ob die Schweiz aus Sicht der Wettbewerbsfähigkeit ein solches Szenario verkraften würde. Abb. 8: Zusammenspiel aller Einflussgrössen (Auszug Excel Tool Avenir Suisse, 2011) 46

48 6 Analyse III: Lösungsvorschlag Die Diskussion um die bevorstehende Altersvorsorgeproblematik ist allgegenwärtig. Um diesen Diskurs mit Alternativvorschlägen zu erweitern, entwickelte das Projektteam drei unterschiedliche Szenarien zu einer möglichen Optimierung des heutigen Systems. Inputs und kreative Denkanstösse lieferten hierbei die Auseinandersetzung mit der Analyse II. Im Rahmen der Zwischenpräsentation wurden die Szenarien der Auftraggeberschaft präsentiert und zur vertieften Bearbeitung zur Auswahl gestellt. Die Wahl fiel auf das Szenario 2-Säulen-Prinzip, das nachfolgend dokumentiert und vorgestellt wird. Die beiden weiteren Optionen werden nicht erläutert, können aber im Anhang XII eingesehen werden. Zunächst wird das 2-Säulen-Prinzip tabellarisch dargestellt, um einen Grobüberblick über das neue System zu vermitteln. Darauf folgt die Dokumentation der Berechnung der Kosteneinsparungen. Darin werden die Kosten des aktuellen Systems mit den Kosten des Alternativsystems verglichen. Abschliessend wird auf die Auswirkungen einer möglichen Implementierung des 2-Säulen-Prinzips eingegangen. Abb. 9: Das 2-Säulen-Prinzip (Eigene Darstellung) 47

49 6.1 Das 2-Säulen-Prinzip Tab. 6: Das 2-Säulen-Prinzip (Eigene Darstellung) 1. Säule 2. Säule BVG IK1 AHV IK2 Private Vorsorge Risikoanteil obligatorisch Risikobeitrag wie bisher Berechnungen im Todesfall oder bei Invalidität wie bisher Sparanteil obligatorisch Ab 21. Lebensjahr bis zum Erreichen vom ordentlichen Rentenalter (or) Beitragssatz von 16 % (8,0 % AG; 8,0 % AN) Gebunden, ohne Kapitalauszahlung Mindestverzinsung: 2,225 % (Durchschnittssatz ) Beiträge auf Bruttolohn-Koordinationsabzug von CHF (87,5% der maximalen AHV-Rente von CHF *) Maximal zu versichernder Lohn: Erwerbstätige obligatorisch 8,4 % des Bruttoeinkommens (4,2 % AG, 4,2 % AN) ab 18. Lebensjahr bis zum Erreichen des or Selbstständige 7,8 % ab 18. Lebensjahr bis Erreichen or Arbeitslose wie bisher Nichterwerbstätige obligatorische Bezahlung des Mindestbeitrages ab 21. Lebensjahr bis Erreichen or Skala 43 und tiefer nur noch für Immigrant/innen Bei Skala 44 Minimalrente: CHF (100 %) Maximalrente: CHF (200 %) Ehepaar-Plafonierung auf 150 % der maximalen Einzelrente Wahl zwischen gebundener Vorsorge 3a und/oder freier Vorsorge 3b bei Banken oder Versicherungen abzuschliessen steueroptimierter Betrag Säule 3a wie bis anhin Auszahlung und Nachlassregelung Säule 3a wie bisher 48

50 CHF ** (gleicher Satz wie UVG, ALV1) Monatliche Rentenzahlungen nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters bis Verbrauch des Kapitals gestaffelt nach Kapitalbestand Minimale Rente = Existenzminimum -> CHF *** Keine Plafonierung bei Ehepaaren, zwei Einzelberechnungen Im Todesfall wird allfälliges Restguthaben anteilsmässig auf die IK1 der gesetzlichen Erben übertragen Sparanteil überobligatorisch Möglichkeit, den gesamten versicherten Lohn in Höhe von CHF ** ohne Koordinationsabzug steueroptimiert zu versichern Erhöhung der monatlichen Rente über die Maximalrente hinaus (Berechnung durch Expert/innen) Möglichkeit zur Frühpensionierung (Berechnung durch Expert/innen) Die AHV-Rente greift erst, nachdem das gesamte BVG-Guthaben aufgebraucht ist bis zum Tod. Die anderen Leistungen der AHV wie Hinterlassenenrenten, Hilfslosenentschädigung etc. werden wie bisher geleistet. IK Gutschriften Allfällige Betreuungs- und Pflegegutschriften werden diesem Konto gutgeschrieben. Berechnung der Betreuungsgutschrift wie bisher (3-faches der Minimalrente pro Jahr) Gutschrift an den Elternteil, der durch die Betreuung der Kinder Einbussen beim BVG- Kapital erfährt. Auszahlung ab Erreichen des or bis zum Tod, parallel zu BVG- und AHV-Rente Höhe der Auszahlung hängt von der Höhe der Gesamtgutschrift ab Aufgabe der AHV, die Höhe der Auszahlungen zu bestimmen (weshalb sie in dieser Berechnung nicht weiter berücksichtigt werden). 49

51 AG: Risikobeitrag 3 4 % + 8,0 % Sparanteil AG: 5,65 % bzw. 6,25 % AG: 0 % Total: ca. 16,65 % (D: 20,125 %) AN: 8,0 % Sparanteil AN: 5,65 % bzw. 6,25 % AN: x % Total: 13,65% + x (D: 19,275 %) Annahme: Die Veränderungen der vergangenen 10 Jahre sollen als Grundlage für die Veränderungen der kommenden 30 Jahre dienen. * Maximale AHV-Rente 2003 CHF Maximale AHV-Rente 2013 CHF > + 10,9 % Max. AHV-Rente CHF > + 10,9 % ** Max. versicherter UVG-Lohn 2003 CHF Max. versicherter UVG-Lohn 2013 CHF > + 17,98 % Max. versicherter UVG-Lohn CHF > + 17,98 % *** Sozialhilfebetrag für Einzelperson ohne Vermögen gemäss Sozialhilferechner Basel-Stadt CHF 2`300. Existenzminimum CHF 2` > + 10,9 % 50

52 6.2 Berechnung der Kosteneinsparungen durch den Systemwechsel Nachfolgend werden zunächst die Ein- und Auszahlungsmodalitäten der beiden Systeme verglichen, um dann die Rentenleistungen einander gegenüberzustellen. Die Hochrechnung zeigt das Kosteneinsparpotenzial für die AHV auf, welches durch den Systemwechsel generiert werden könnte Die Einzahlungsmodalitäten Die Beiträge an die AHV betragen im derzeitigen System 8,4 %, die je hälftig von den Arbeitgebenden und den Arbeitnehmenden getragen werden. Diese Beitragsverpflichtungen würden sich im 2- Säulen-Prinzip nicht verändern, wie sich auch die restlichen Modalitäten keiner Veränderung unterziehen würden. Die Einzahlungsmodalitäten bei der AHV bleiben somit konstant. Bei den BVG-Beiträgen sieht das anders aus. Im heutigen System werden ab dem 25. Lebensjahr Sparbeiträge geleistet. Die Beitragssätze erhöhen sich dabei im Zehnjahresturnus. Neu würden die Beiträge bereits ab dem 21. Lebensjahr geschuldet zu einem konstant bleibenden Beitragssatz von 16 %, der je hälftig von den Arbeitgebenden und den Arbeitnehmenden getragen wird. Auch würde der zu versichernde Lohn von CHF auf CHF ansteigen, was bedeutet, dass auf den Differenzbetrag neu obligatorische Beiträge zu verrichten wären (siehe Kapitel 6.1). Im 2-Säulen-Prinzip müssten also sowohl die Arbeitgebenden als auch die Arbeitnehmenden 8 % des versicherten Lohnes an die BVG leisten. Im Vergleich zu den heutigen durchschnittlichen 6,25 % entspricht dies einer Beitragssatzerhöhung von rund 1,75 % je. Da die Jährigen den Arbeitgebenden jedoch neu nur noch mit 8 % statt der heutigen 9 % zu Buche schlagen, relativiert sich für diese die Beitragssatzerhöhung stark. Mit dem durchgängig konstanten Beitragssatz soll der Altersarbeitslosigkeit entgegengewirkt werden, da so der Sozialversicherungsaufwand nicht mehr an das Alter, sondern nur noch an die Einkommenshöhe gekoppelt ist. Die Einzahlungen in die 2. Säule werden keinen Veränderungen unterzogen. Der steueroptimierte Betrag an die Vorsorge 3a bleibt konstant. 51

53 6.2.2 Die Auszahlungsmodalitäten Heutiges System Abb. 10: Heutiges Auszahlungssystem (Eigene Darstellung) Im derzeitigen System werden die Rentenleistungen nach Erreichen des ordentlichen Rentenalters parallel an die Begünstigten entrichtet. Mit 64 respektive 65 Jahren erhält man demzufolge einerseits die AHV-, andererseits die BVG-Rente und falls vorhanden die Leistungen aus der 3. Säule. Eine Früh- als auch eine Spätverrentung und der Kapitalbezug des Pensionskassengeldes sind möglich, werden aber im Rahmen dieser Berechnungen vernachlässigt. Nachteile Wer sich im heutigen System für eine BVG-Rente entscheidet, erhält diese bis an sein Lebensende. Durch die steigende Lebenserwartung wird dies aber immer mehr zu einer Gratwanderung, da das individuell angesparte Kapital diese lebenslangen Leistungen oft nicht decken kann, wie die rot schraffierte Fläche zeigt. Um die Renten trotzdem weiter verrichten zu können, werden die Kapitalbestände der aktiven Bevölkerung angezapft. Die Pensionskassen geraten so in eine Schuldnerposition gegenüber der erwerbstätigen Bevölkerung. Abb. 11: Aufbau und Verbrauch BVG-Kapital (Eigene Darstellung) 52

54 Allfällige Restkapitalien (nach Entrichten der Hinterlassenenrenten) fallen im Todesfall nicht in den Nachlass, sondern fliessen den Pensionskassen als Gewinn zu, wie die grün schraffierte Fläche zeigt. Diesen Nachteilen soll im 2-Säulen-Prinzip entgegengewirkt werden. 2-Säulen-Prinzip Abb. 12: Auszahlungssystem 2-Säulen-Prinzip (Eigene Darstellung) Im 2-Säulen-Prinzip soll nun keine parallele Auszahlung der AHV- und BVG-Renten mehr erfolgen. Demnach wird zunächst die komplette Altersrente von dem BVG-Guthaben bezahlt, bis jenes vollständig aufgebraucht ist. Erst dann übernimmt die AHV die weiteren Rentenleistungen bis zum Tod. Idealerweise werden die Renten durch Leistungen aus der 2. Säule ergänzt, auch um die Einbussen vom Übergang in die AHV-Rente aufzufangen. Einzig allfällige Betreuungs- und Pflegegutschriften werden parallel zu den BVG-, als auch AHV-Renten von der AHV ausbezahlt. Wer über ein höheres BVG-Kapital verfügt, kann länger von diesem zerren, wer über ein tieferes BVG-Kapital verfügt, erhält früher eine AHV-Rente. Dabei kann die AHV nicht dieselben Leistungen erbringen wie die BVG. Die Höhe der BVG-Leistung hängt vom Kapitalbestand ab. So wurden Rentendauern für verschiedene Kapitalbandbreiten definiert, innerhalb derer die Renten individuell berechnet werden. Abb. 13: BVG-Rentendauer(Eigene Darstellung) 53

55 Die AHV-Renten werden dann in Abhängigkeit der jeweiligen Restleistungsdauer verrichtet. So erhält eine Person, die nur 6 Jahre von ihrem BVG-Guthaben leben konnte, die Minimalrente von CHF (siehe Kapitel 6.1). Diese wird dann in 16.6 %-Schritten erhöht, bis zur Maximalrente von CHF (200 %). Vorteile Dadurch dass die AHV erst nach dem vollständigen Verbrauch des BVG-Guthabens Leistungen erbringen muss, kann sie trotz Beibehaltung des Umlageverfahrens einen Kapitalstock aufbauen und so von Renditen und Zinseszinseffekten profitieren. Des Weiteren wird die BVG-Rente nur so lange geleistet, wie individuelles Kapital verfügbar ist. Somit werden die Kapitalien der aktiven Bevölkerung nicht mehr tangiert, was deren zukünftige Renten absichert. Allfällige Restguthaben im Todesfall fallen neu in den Nachlass. Dabei werden diese aber nicht liquidiert, sondern den IK1 der gesetzlichen Erben gutgeschrieben. Diese können dann einen höheren Kapitalstock aufbauen und somit länger von der BVG-Rente zerren. Nachteile Das Pensionskassengeld bleibt fix gebunden, was keine Kapitalbezüge bspw. zur Wohneigentumsförderung mehr ermöglicht. Die Einbussen von der BVG-Rente auf die AHV-Rente sind teilweise erheblich und können nur durch vermehrte Eigenverantwortung und individuelles Vorsorgen ausgeglichen werden. Die Eigenverantwortung rückt somit verstärkt in den Fokus Gegenüberstellung der obligatorischen Rentenleistungen In der nachfolgenden Tabelle können die obligatorischen Rentenleistungen der zwei Systeme miteinander verglichen werden. Der erste Abschnitt zeigt dabei die Rentenleistungen, die eine pensionierte Person im heutigen System nach Skala 44 erhält. Die BVG-Rente wurde sowohl mit einem Umwandlungssatz von 6.8 als auch 6.0 % berechnet (in Anbetracht der Rentenreform 2020). Bei der AHV-Rente wurde bei einem Einkommen von CHF von der durchschnittlichen Rente von CHF und bei den höheren Einkommen von der Maximalrente Stand 2013 ausgegangen, da die Erziehungs- und Betreuungsgutschriften sowie der Aufwertungsfaktor unbekannte Variablen darstellen. Die BVG- und AHV- Rente zusammen ergeben dann die komplette Altersrente im heutigen 3-Säulen-Prinzip, wie dies bei den Auszahlungsmodalitäten (siehe Kapitel 6.2.2) bereits erläutert wurde. 54

56 Der zweite Abschnitt zeigt sodann die Altersrenten im 2-Säulen-Prinzip auf. In diesem System werden wie oben erwähnt die Renten nicht parallel, sondern nacheinander ausbezahlt. Dementsprechend erhält eine pensionierte Person zunächst über die angegebene Rentendauer die BVG-Rente, worauf dann bis ans Lebensende die AHV-Rente folgt. Bei einer Gegenüberstellung der Renten wird ersichtlich, dass die Pensionäre im 2-Säulen-Prinzip während der Dauer des BVG-Rentenbezuges von einer erhöhten Rente gegenüber heute profitieren. Sobald dann jedoch die AHV zum Zuge kommt, müssen die Pensionäre im 2-Säulen -Prinzip mit teilweise enormen Unterschieden im Vergleich zu den heutigen Renten rechnen. Um diese Unterschiede auszugleichen, muss künftig die Eigenverantwortung vermehrt in den Vordergrund gerückt werden. Das individuelle Vorsorgen wird dann zwangsläufig ein Thema. Abschnitt drei zeigt nun die Beträge, die durch individuelles Vorsorgen zusätzlich dazukommen könnten. So könnten bereits bei Beiträgen von 2 % des Einkommens und einer Auszahlung ab AHV-Bezug die obengenannten Unterschiede zur heutigen Rentenhöhe nahezu vollständig ausgeglichen werden. 55

57 Abb. 14: Rentenleistungen (Eigene Darstellung) 56

58 6.2.4 Hochrechnung Diese Kostenüberschlagsrechnung zeigt die Einsparungen der AHV auf, die durch die Implementierung des 2-Säulen-Prinzips generiert werden können. Zunächst werden die Kosten des Systemüberganges grob aufgezeigt, bevor die eigentliche Hochrechnung dokumentiert wird. Dabei wird von der folgenden Gesamtanzahl der Rentner/innen ausgegangen: Abb. 15: Anzahl Rentner/innen (Eigene Darstellung) Übergang Bei einer Implementierung des neuen Systems auf das Jahr 2015 würden Kosten für diejenigen Rentner/innen anfallen, die aus dem 3-Säulen-Prinzip herauswachsen müssen. So würden diese Rentner/innen ihre bisherigen Rentenleistungen bis zum Tode weiterbeziehen. Für die Berechnung der Kosten wurde von einer monatlichen Durchschnittsrente von CHF pro Person ausgegangen, die mit einem Teuerungszuschlag von 10,9 % (siehe Kapitel 6.1) multipliziert wurde. Die Lebenserwartung wurde auf 88 Jahre festgesetzt. Die Rentnerzahlen stammen vom Bundesamt für Statistik. Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, muss für den Systemübergang mit Kosten von rund CHF 727 Mrd. gerechnet werden. Die genaue Berechnung befindet sich im Excel-File. Abb. 16: Kosten für den Systemübergang (Eigene Darstellung) 57

59 Hochrechnung der Kosteneinsparungen Um die Einsparungen der AHV aufzeigen zu können, werden die Kosten des bisherigen Systems anhand der neuen Rentner/innen der Jahre mit den Kosten des neuen Systems verglichen. Die Differenz stellt dann die Einsparung dar. Kosten neue Rentner/innen im aktuellen System Abb. 17: Kosten aktuelles System (Eigene Darstellung) Um die AHV-Kosten des 3-Säulen-Prinzips zu berechnen, wird auch hier von einer monatlichen Durchschnittsrente von CHF pro Person ausgegangen, die mit einem Teuerungszuschlag von 10,9 % (siehe Kapitel 6.1) multipliziert wird. Die Lebenserwartung wird auf 88 Jahre festgelegt, was bei einem ordentlichen Rentenalter von 65 Jahren zu einer Rentendauer von 23 Jahren führt. Da die Zahlen keine Auskunft über das Geschlecht der Rentner/innen liefern, wird für diese Berechnung von einem ordentlichen Rentenalter von 65 Jahren ausgegangen. Die neuen Rentner/innen der Jahre würden die AHV somit bis zum Tode mit Kosten in Höhe von rund CHF 806 Mrd. belasten. Kosten neue Rentner/innen im 2-Säulen-Prinzip Abb. 18: Kosten 2-Säulen-Prinzip (Eigene Darstellung) Für die Berechnung wurden die gesamten Rentner/innen prozentual auf die verschiedenen Einkommensklassen aufgeteilt (gemäss Mail von der Eidgenössischen Steuerverwaltung, siehe Anhang). Pro Einkom- 58

60 mensklasse wurden dann die Kosten entsprechend der AHV-Rentendauer und AHV-Rente ermittelt, was zu Gesamtkosten von CHF 654 Mrd. führt. Die AHV-Kosten im 2-Säulen-Prinzip fallen deswegen geringer aus, da die AHV erst nach Verbrauch des individuellen BVG-Kapitals Leistungen erbringen muss. Die Einsparungen während der leistungsfreien Jahre übersteigen dabei die Mehrausgaben durch die höheren Leistungen bei Weitem. Einsparung Bei der Gegenüberstellung der Gesamtkosten resultiert eine Einsparung von rund CHF 151 Mrd., die das 2- Säulen-Prinzip gegenüber dem heutigen System generieren könnte. Abb. 19: Einsparung (Eigene Darstellung) 6.3 Auswirkungen des Lösungsvorschlages Durch die Umstrukturierung der 2. Säule und die damit verbundenen Restriktionen bezüglich Spekulationen mit dem Altersvorsorgekapital wird das System der privaten Pensionskassen verstärkt in die staatliche Obhut integriert. Diese Integration soll sicherstellen, dass kritische Spekulationen an den Finanzmärken, wie sie bisher unkontrolliert geschehen konnten, in dieser Form nicht mehr stattfinden können. Das Systembild würde sich auf den ersten Blick zwar verändern (siehe Abb. 11, Kap. 6), da die berufliche Vorsorge sich faktisch in der 1. Säule wiederfindet und die 3. Säule deshalb zur 2. Säule transformieren würde, trotzdem bliebe aber die Mechanik dahinter die Gleiche. Das heisst, die berufliche Vorsorge könnte weiter unabhängig von der AHV agieren, wäre aber durch die stärkere Integration gezwungen, sich sowohl staatlichen Kontrollen zu unterziehen als auch sich gesetzliche Vorschriften auferlegen zu lassen. Inwiefern diese Vorschriften und Kontrollen aussehen könnten, ist nicht Bestandteil dieser Arbeit und wird deshalb nicht näher beleuchtet. Folgend werden die Auswirkungen des neuen Systems für Institutionen, Organisationen und individuelle Personengruppen kurz dargestellt. 59

61 6.3.1 Auswirkung auf Institutionen AHV Neu würde die AHV enger zusammenarbeiten mit den privaten Pensionskassen. Diese Tatsache scheint insofern unabdingbar, als dass die AHV wissen muss, wie lange das berufliche Kapital jedes Einzelnen reicht, um die neue Auszahlung seitens der AHV richtig sicherstellen zu können (siehe Kap ). Um diesem administrativen Mehraufwand entgegenzuwirken, werden systemübergreifende Prozesse notwendig. Deshalb müssen Stellen im Bereich IT geschaffen werden. Durch die Änderungen in der Altersrentenauszahlung kann die AHV trotz Beibehaltung des Umlageverfahrens einen Kapitalstock aufbauen. Dieser muss verwaltet und in sichere Anlagen investiert werden, was qualifiziertes Personal erfordert. Auch hier werden eventuell Stellen geschaffen werden müssen. Zudem muss sichergestellt werden, dass das Geld sicher angelegt wird und die systemübergreifenden Prozesse hohen Sicherheitsanforderungen entsprechen, was ein geeignetes Kontrollsystem erfordert. Hilfslosenentschädigungen und Hilfsmittel (siehe Kap ) bleiben unverändert und müssen weiterhin von der AHV entrichtet werden Pensionskassen Durch die verstärkten staatlichen Kontrollen und die neu auferlegten gesetzlichen Vorschriften müssen die rund verschiedenen Pensionskassen der Schweiz hohe Einbussen bezüglich ihrer Unabhängigkeit in Kauf nehmen. Aufgrund der Umstrukturierung ist es möglich, dass gewisse Angestellte ihre Stelle verlieren. Wer nicht im Zuge der Umstrukturierung bei der AHV beginnen kann, muss sich auf dem Arbeitsmarkt um eine neue Stelle bemühen. Für diese Leute muss ein Sozialplan ausgearbeitet werden. Die neue Auszahlungsart entlastet aber die Pensionskassen prinzipiell. Wurden im heutigen System lebenslange Renten garantiert, ist dies im neuen System nicht mehr möglich. Neu können aber keine Gewinne mehr mit früher sterbenden Personen erzielt werden, weil das Kapital auf die gesetzlichen Erben aufgeteilt wird (siehe Kap. 6.1). Da das Kapital aber nicht verflüssigt wird, sondern zusätzlich zum bereits angesparten Kapital der Erben dazukommt, können die Pensionskassen länger Zinsgewinne abschöpfen. Durch den höheren BVG-Satz und die Beitragspflicht ab 21 Jahren haben die Pensionskassen mehr Geld zur Verfügung, welches sie in sichere Anlagen investieren können. 60

62 Arbeitslosenversicherung Die Pensionskassenmitarbeitenden, welche nicht direkt eine neue Anstellung finden, belasten die ALV während der Zeit ihres Taggeldanspruches Staat Die Eigenverantwortung beim Vorsorgen wird künftig immer wichtiger werden. Durch das vermehrte steueroptimierte Vorsorgesparen werden dem Staat Steuereinnahmen abfliessen. Erhöhte Sozialabgaben (BVG-Beiträge) führen zu weniger Konsum und zum Sparen der Privathaushalte, was sich negativ auf das BIP auswirkt. Die staatlichen Kontrollen und gesetzlichen Vorschriften bei den Pensionskassen bewirken, dass der Staat für entstandene Lücken nicht so schnell aufkommen muss. Die höhere Eigenverantwortung kann dazu führen, dass die Bevölkerung früher ansetzt bei der Altersvorsorge und der Staat entsprechend weniger Ergänzungsleistungen im Alter entrichten muss bezüglich der Altersarmut Auswirkungen auf Organisationen Die Umstrukturierung des 3-Säulen-Systems in ein 2-Säulen-System zieht auch für die Unternehmen einige Konsequenzen nach sich. Nachfolgend wird auf einige eingegangen: Unternehmen Der BVG-Beitragssatz beträgt neu 16 % des versicherten Bruttolohnes über die gesamte Dauer der Lebensarbeitszeit. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass sie monatlich 8 % für jeden Mitarbeitenden unabhängig von der Altersklasse an die berufliche Vorsorge entrichten müssen. Dieser durchschnittliche Beitrag von 8% liegt über dem heutigen Durchschnitt von 6.25 %. Da aber im Alter von 55 bis 65 Jahren, in dem das höchste Salär versichert wird, nur 8 statt 9 % bezahlt werden, sollte sich dies über die Zeit hinweg ausgleichen. Der erhöhte Personalaufwand schmälert den Gewinn, was letztlich tiefere Dividendenauszahlungen an die Shareholder und tiefere Steuerzahlungen an Bund und Kanton mit sich bringt. Einige Länder müssen aber bereits heute schon bestimmte Prozentpunkte ihrer Gewinne an die Altersvorsorgeeinrichtungen entrichten (siehe Anhang X, Dänemark). 61

63 Banken und Versicherungen Das Thema Eigenverantwortung rückt beim 2-Säulen-Prinzip vermehrt in den Fokus. Die Produkte der neuen 2. Säule wie Konto 3a oder Lebensversicherungen werden an Bedeutung gewinnen und den Banken und Versicherungen neue Gelder einbringen Immobilienbranche Da das BVG-Kapital fix gebunden und ausschliesslich für die Altersvorsorge vorhanden ist, kommt ein Kapitalbezug für Wohneigentum künftig nicht mehr in Frage. Die Nachfrage nach Wohneigentum wird somit zurückgehen, und die Immobilienpreise werden sich in einem neuen, tieferen Gleichgewicht einpendeln. Die tieferen Immobilienpreise kämen für neue potentielle Käufer/innen gelegen, was die Nachfrage nach Wohneigentum wieder erhöhen würde Auswirkungen auf Individuen Auch für die einzelne Person birgt der Systemwandel Veränderungen. Untenstehend werden die wichtigsten Veränderungen aufgezeigt: Beitragszahlende Die Arbeitnehmenden müssen neu einen BVG-Beitrag von monatlich 8 % des versicherten Bruttolohnes an Abgaben leisten. Bis zum 55. Altersjahr zahlen die Arbeitnehmenden folglich mehr BVG-Beiträge als im bisherigen System, ab dem 55. Lebensjahr bis zur ordentlichen Pensionierung weniger. Die erhöhten Vorsorgebeiträge wirken sich direkt auf die Einkommenshöhe aus. Je weniger der einzelnen Person von ihrem Nettolohn übrigbleibt, desto weniger kann sie für Konsumgüter ausgeben oder ansparen. Das BVG-Guthaben kann nicht mehr vorbezogen werden, weshalb die Wohneigentums- und Selbstständigkeitsfinanzierung durch andere Mittel finanziert werden müssen Rentner/innen Die obligatorischen Renten sind während der Auszahlungsdauer der BVG prinzipiell höher als im alten System, weil die Auszahlung einerseits an eine bestimmte Anzahl Jahre gekoppelt ist und andererseits der Umwandlungssatz im 2-Säulen-Prinzip nicht mehr vorhanden ist. Dadurch haben die Rentner/innen ein höheres Einkommen zur Verfügung. 62

64 Damit die Rentner/innen nach Verbrauch des BVG-Kapitals in keine finanziellen Schwierigkeiten geraten, wurde die Höhe der AHV-Leistungen an die BVG-Rentendauer gekoppelt. Somit ist gewährleistet, dass auch besser Verdienende ihren Lebensstandard aufrechterhalten können (siehe Kap ). Für die Rentner/innen, die dem alten System unterliegen, muss eine saubere Übergangslösung geschaffen werden. Zur Aufrechterhaltung des früheren Standards ist dennoch die Eigenverantwortung zwingend Erben Die Möglichkeit, das eigene BVG-Kapital den gesetzlichen Nachkommen zu vererben, wird das Kapital dieser Personen erhöhen. Aufgrund des höheren BVG-Kapitals können die Nachkommen zusätzlich eine höhere Rente erwarten. Dieser Bonus soll die Solidarität, die wohlhabende Personen aufgrund der neuen Auszahlungsart haben, etwas schmälern. Das heisst, diese werden zwar nicht viel von der AHV beziehen, haben aber die Möglichkeit, ihr Kapital zu vererben und sind nicht gezwungen, dieses dem Staat zu schenken, vorausgesetzt sie würden früher sterben und hätten noch ein Restkapital. Ein grösseres Kapital heisst aber auch, dass die Renten höher sind, weil der Umwandlungssatz keine Bedeutung im neuen System mehr hat. 63

65 7 Podiumsdiskussion Das Projektziel der Zukunftswerkstatt Altersvorsorge beinhaltet zudem die Durchführung einer Podiumsdiskussion. Dabei sollen Politiker/innen, Expert/innen, Unternehmer/innen und Medien über die zukünftige Entwicklung der Altersvorsorge diskutieren. Wie sicher ist unser System der Altersvorsorge? Welche Herausforderungen stellen sich in Zukunft? Welche Folgen hat die demografische Entwicklung auf die Finanzierung der AHV? Was haben wir, Studierende der FHNW, für einen Lösungsvorschlag? Zudem soll an dieser Podiumsdiskussion über einige Anhaltspunkte des Lösungsvorschlages (2-Säulen- Prinzip) diskutiert werden. Die daraus entwickelten Gespräche werden ausgewertet und der Ausgleichskasse Basel-Stadt vorgelegt. In einer ersten Phase wurden wichtige Bestandteile einer Podiumsdiskussion analysiert. So sollen unterschiedliche, auch konträr politische Positionen und Interessen zur AHV bei der Auswahl der Teilnehmenden berücksichtigt werden. Verschiedene, möglichst repräsentative Positionen sollen miteinander in eine Diskussion gebracht werden. In einem moderierten Gespräch sollen Gegensätze herausgearbeitet und Möglichkeiten der Annäherung gesucht werden. Das Publikum erhält im Verlauf der Diskussion Gelegenheit, sich mit ihren Fragen und Einwänden in das Gespräch einzuschalten. Die Podiumsdiskussion beinhaltet einen strukturierten Ablauf, welcher sich nach den Podiumsteilnehmenden richten wird. So soll sichergestellt werden, dass bei der Teilnahme einer Politikerin oder eines Politikers auch die eigene Position geschildert werden kann. Der genaue Ablauf befindet sich im Anhang XIII dieses Dokumentes. Als potenzieller Podiumsteilnehmer eignet sich der Sozialminister Alain Berset, welcher unter anderem die AHV-Reform 2020 zur Verbesserung der Altersvorsorge vorstellen könnte. Die Anfrage und Einladung erfolgen durch die Ausgleichskasse Basel-Stadt. Zudem wurden folgende Personen ebenfalls in Betracht gezogen: Politik: SVP Altbundesrat Christoph Blocher, SP Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer, SP Ständerat Claude Janiak, SP Ständerätin Anita Fetz, Parlamentarier Hugo Fasel, SP Nationalrat Cédric Wermuth, SP Bundesrätin Simonetta Sommaruga, SP Nationalrat Beat Jans, SVP Parteipräsident Toni Brunner, SVP Vizepräsident Luzi Stamm, SVP Fraktionspräsident Adrian Amstutz Wirtschaft: Präsident des Arbeitgeberverbands-Basel Marc Jaquet, Präsident des Arbeitgeberverbands-Schweiz Valentin Vogt 64

66 Medien Chefredaktor Basler Zeitung BaZ Markus Somm, Chefredaktor Weltwoche Roger Köppel Die Durchführung dieser Podiumsdiskussion soll voraussichtlich Ende April stattfinden. Der genauere Zeitpunkt wird entsprechend der Zusage der Podiumsteilnehmenden festgelegt. Als mögliche Orte wurden bisher die Aula der FHNW, das Auditorium der Baloise Hilton und das Congress Center Basel in Betracht gezogen. Für die Vorbereitung und Organisation wurden im Team zwei Personen beauftragt. Des Weiteren befinden sich im Anhang dieses Dokumentes diverse Korrespondenzen in Zusammenhang mit der Organisation der Podiumsdiskussion. 65

67 8 Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick Das Ziel dieser Projektarbeit war, sich einerseits kritisch mit dem heutigen Altersvorsorgeprinzip auseinanderzusetzten und andererseits einen eigenen Lösungsvorschlag zur Altersvorsorgeproblematik beizusteuern. Zunächst war es erforderlich sich ein fundiertes Wissen über das derzeitige System anzueignen, bis letztlich ein eigener Lösungsvorschlag ausgearbeitet werden konnte. Neben dem benötigten Fachwissen waren es vor allem der ausgedehnte Ländervergleich und die starke Identifikation mit der Thematik, welche die hilfreichen Denkanstösse zur Erarbeitung eines eigenen Vorschlags lieferten. Die kritische Auseinandersetzung mit dem heutigen System ergab, dass die Überalterung der Gesellschaft ein wesentliches Problem darstellt. Die steigenden Lebenserwartungen in den hohen Altersklassen und die gleichzeitig sinkenden Geburtenraten, beanspruchen das Gesamtergebnis der Sozialversicherungen stark. Nicht nur die umlagefinanzierte AHV ist diesem demografischen Trend hilflos ausgesetzt, auch die BVG wird verstärkt mit diesem Problem zu kämpfen haben. Zahlreiche Reformen und Lösungsansätze sind bereits vorhanden, um diesem Problem entgegenzusteuern. Erst kürzlich hat der Bundesrat Alain Berset das neue Reformpaket Altersvorsorge 2020 lanciert, das heiss diskutiert wird. Diese Projektarbeit nahm die vorhandenen Ansätze zwar zur Kenntnis, legte aber den Fokus auf die Ausarbeitung eines eigenen Lösungsvorschlages. Mit Hilfe eines neuen Auszahlungsmodels und veränderten Variablen gegenüber dem jetzigen Altersvorsorgesystem wurde versucht, Einsparungsmöglichkeiten bei der AHV aufzuzeigen. Die Auswertung der Ergebnisse ergab, dass ein Systemwechsel tatsächlich Einsparungen in Milliardenhöhe generieren könnte. Dies aber nur in Abhängigkeit einer Beitragserhöhung und einer verstärkten Solidarität, was zukünftig ohnehin unumgänglich erscheint. Desweiteren mussten weitere Variablen wie der zu versichernde Lohn oder das Beitragsalter an die heutigen Umstände angepasst werden. Gemäss Berechnung des Projektteams wären entsprechend rund CHF 151 Mrd. an Einsparungen gegenüber dem aktuellen System möglich, was die zukünftige Lage entschärfen könnte. Unabhängig von der Art der Lösungsvorschläge, müssen die Politiker und Experten bald möglichst handeln, um die Renten auch langfristig sichern zu können. Denn Fakt ist, dass sich die Problematik in Zukunft drastisch verschärfen wird. Schliesslich wird die Schweizer Bevölkerung entscheiden müssen, welche unzähligen Lösungsvorschläge sie als richtig empfindet. Der Lösungsvorschlag dieser Projektarbeit hätte es vielleicht nicht leicht vor der Urne, doch gibt es innerhalb des Vorschlages interessante Ansätze, welche durchaus einen Erfolg feiern könnten. 66

68 I Anhang Abb. 20: Kennzahlen der AHV 2010 bis 2060 (BSV 2013h) 67

69 II Anhang Abb. 21: Betriebsrechnung der AHV von 2003 bis 2012 (BSV 2013h) 68

70 III Anhang Abb. 22: Demografische und wirtschaftliche Rahmendaten von 2003 bis 2012 (BSV 2013h) 69

71 IV Anhang Abb. 23: Die Unterteilung der Anzahl Rentner/innen nach Alter (BSV 2013h) 70

72 V Anhang Abb. 24: BezügerInnen und Summe der AHV-Renten 2002 bis 2012 (BSV 2013h) 71

73 VI Anhang Abb. 25: BezügerInnen und Summe der AHV-Renten von 2002 bis 2012 pro Monat (BSV 2013h) 72

74 VII Anhang Abb. 26: EL-Ausgaben nach Versicherungszweig von 2002 bis 2012 (BSV 2013h) 73

75 VIII Anhang Abb. 27: Bestand der ständigen Wohnbevölkerung nach Geschlecht und Alter gem. mittleren Szenario (Bundesamt für Statistik 2010, S. 74f.) 74

76 IX Anhang Abb. 28: Erwerbsbevölkerung am 31. Dezember gem. mittleren Szenario (Bundesamt für Statistik 2010, S. 78) 75

77 X Anhang Liechtensteinisches Vorsorgesystem Im Jahr 1923 hat das Fürstentum Liechtenstein den bis heute bestehenden Zollvertrag mit der Schweiz unterschrieben. Durch diesen Zollvertrag sind im Fürstentum nicht nur die Schweizerische Zollgesetzgebung, sondern auch zahlreiche Bundesgesetze und Bundesverordnungen anzuwenden. So unterscheidet sich denn auch das liechtensteinische Vorsorgesystem in seinen Grundzügen nicht vom Schweizer Vorsorgesystem. Auf die dennoch vorhandenen Unterschiede wird nachfolgend eingegangen: In der 1. Säule gibt es einige Unterschiede bei der AHV/IV, die fortführend tabellarisch aufgezeigt werden: Tab. 7: AHV/IV: Unterschiede Liechtenstein/Schweiz (Vorsorge 2013a) Unterschiede staatliche Altersvorsorge (1. Säule) Liechtenstein AHV/IV Schweiz AHV/IV Allgemein Höhe der Renten Der grundsätzliche Aufbau der AHV/IV (Umlageverfahren, Splitting-Modell) ist identisch. Bisher (vor 2012) hat Liechtenstein jeweils die schweizerische Rentenerhöhung übernommen. Neu werden die Renten in Liechtenstein nicht mehr automatisch alle 2 Jahre erhöht, sondern sie werden spätestens dann erhöht, wenn der Konsumentenpreisindex seit der letzten Rentenerhöhung um 3 % angestiegen ist. Die Art der Berechnung des für die Festlegung der Renten massgebenden Einkommens (siehe weiter unten) führt in Liechtenstein zu tendenziell höheren Renten. AHV- Beitragspflicht Erwerbstätige: Bis zum ordentlichen Rentenalter, auch bei Rentenvorbezug Nichterwerbstätige: Bis zum ordentlichen oder vorzeitigen Erwerbstätige: Solange sie eine Erwerbstätigkeit ausüben, auch bei Rentenvorbezug Freibetrag von /Jahr für erwerbstätige Altersrentner, sofern kein Rentenvorbezug Nichterwerbstätige: Bis zum ordentlichen Rentenalter, auch 76

78 Beitragssätze für Arbeitnehmende Rentenalter Rentenvorbezug Kürzung Rentenbezug Nichterwerbstätige/r Ehepartner/in: Mindestbeitrag unabhängig von der erwerbstätigen Ehepartnerin, vom erwerbstätigen Ehepartner AHV: 3.8 % IV 0.75 % Männer: 64 Jahre Frauen: 64 Jahre Vorbezug um 1 bis 4 Jahre möglich Vorbezug um einzelne Monate möglich Männer und Frauen: Ab Alter 60, ab jedem Monat möglich; ebenso ist es möglich, vorerst nur eine halbe Altersrente vorzubeziehen. Mit Alter 63 um 1 Jahr: 3.0 % Mit Alter 62 um 2 Jahre: 7,0 % Mit Alter 61 um 3 Jahre: 11,5 % Mit Alter 60 um 4 Jahre: 19.5 % bei Rentenvorbezug Nichterwerbstätige/r Ehepartner/in: Beitragspflicht gilt als erfüllt, wenn die erwerbstätige Ehepartnerin oder der erwerbstätige Ehepartner mehr als den doppelten Mindestbeitrag in der CH entrichtet. (Vorsicht bei Grenzgängern). AHV: 4.2 % IV 0.7 % Männer: 65 Jahre Frauen: 64 Jahre Vorbezug um 1 oder 2 Jahre möglich Vorbezug um einzelne Monate nicht möglich Männer: Mit Alter 64 um 1 Jahr: 6.8 % Mit Alter 63 um 2 Jahre: 13.6 % Frauen: Bis und mit 2009: Mit Alter 63 um 1 Jahr: 3.4 % Mit Alter 62 um 2 Jahre: 6.8 % Ab 2010: Mit Alter 63 um 1 Jahr: 6.8 % Mit Alter 62 um 2 Jahre: 13.6 % Rentenaufschub Rentenberechnung Rentenaufschub um 1 bis 6 Jahre möglich, Zuschlag 5.22 % bis % Aufwertung früherer Einkommen: Der massgebende Aufwertungsfaktor Rentenaufschub um 1 bis 5 Jahre möglich, Zuschlag 5.2 % bis 31.5 %. Aufwertung früherer Einkommen: Der massgebende Aufwertungsfaktor 77

79 Leistungen Stand: Januar 2013 beträgt einheitlich 2.1, unabhängig vom ersten Eintrag ins individuelle Konto. Bei vollständiger Beitragsdauer Berechnung nach Rentenskala 43 Ehepaare: Die individuellen Renten werden voll ausbezahlt (keine Plafonierung). Invaliditätsgrad: ab 40 %: Viertelsrente ab 50 %: Halbe Rente ab 67 %: Ganze Rente Kinderrenten: Bei AHV 40 % der Altersrente; bei IV 40 % der minimalen Invalidenrente. Kinderrenten auch an Vorbezugsrentner. 13 Monatsrenten (Weihnachtsgeld): Wer im Dezember eines Jahres eine AHV-Rente bezieht, erhält einen zusätzlichen Rententeil in der Höhe der im Dezember zustehenden Rente. für die Aufwertung früherer Einkommen hängt davon ab, in welchem Kalenderjahr die leistungsberechtigte Person den ersten AHV-Beitrag entrichtet hat. Bei vollständiger Beitragsdauer Berechnung nach Rentenskala 44 Ehepaare: Die individuell berechneten Renten von Ehepaaren werden gegebenenfalls auf 150 % der maximalen Einzelrente gekürzt (Plafonierung). Invaliditätsgrad: %: Viertelsrente %: Halbe Rente %: Dreiviertelsrente %: Ganze Rente Kinderrenten: Bei AHV und IV 40 % der Aters- und Invalidenrente. Keine Kinderrenten an Vorbezugsrentner/innen. 12 Monatsrenten Die wohl grössten Unterschiede bei der AHV/IV liegen beim Rentenalter, bei der Rentenberechnung, bei den Ehepaarrenten und bei der 13. Monatsrente. 78

80 Die Unterschiede der 2. Säule gestalten sich hingegen wie folgt: Tab. 8: Betriebliche Personalvorsorge: Unterschiede Schweiz/Liechtenstein (Vorsorge 2013b) Unterschiede berufliche Altersvorsorge (2. Säule) Allgemein Versicherungspflicht Versicherter Lohn Koordinationsabzug Liechtenstein BPV Betriebliche Personalvorsorge Das Gesetz gibt den Rahmen vor, innerhalb dem die Vorsorge frei gestaltet werden kann. Arbeitnehmende mit einem AHVpflichtigen Lohn von mehr als 3/4 der maximalen AHV-Rente: CHF Ab Alter 18 gegen Invalidität und, sofern unterstützungspflichtig, auch gegen Tod Ab Alter 24 Beginn des zusätzlichen Alterssparens Arbeitnehmende von juristischen Personen, die daran massgeblich beteiligt sind und Arbeitgeberfunktionen ausüben, müssen nicht versichert werden. Anrechenbarer Lohn: AHV-pflichtiger Lohn, höchstens jedoch die 3-fache AHV-Maximalrente (CHF ) reduziert um den Freibetrag in der Höhe der minimalen AHV-Rente (CHF ) Bei Teilzeit-Angestellten Reduktion des Freibetrages entsprechend dem Teil- Schweiz BVG Berufliche Personalvorsorge Die Berufliche Vorsorge hat die Aufgabe, zusammen mit der AHV/IV den Versicherten die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise zu ermöglichen. Arbeitnehmende mit einem AHVpflichtigen Lohn von mehr als 3/4 der maximalen AHV-Rente: CHF Ab Alter 18 gegen Invalidität und gegen Tod Ab Alter 25 Beginn des zusätzlich Alterssparens Koordinierter Lohn: AHV-pflichtiger Lohn, höchstens jedoch die 3-fache AHV-Maximalrente (CHF ) reduziert um den Koordinationsabzug (CHF ) Bei Teilzeit-Angestellten derzeit noch keine Reduktion des Koordinationsab- 79

81 Invaliditätsleistungen Hinterlassenenleistungen zeitgrad Min. versicherter Lohn: Eintrittsschwelle (CHF ) minus Freibetrag ( ): CHF Maximal oblig. zu versichernder Lohn (anrechenbarer Lohn): 5-fache AHV- Minimalrente: CHF Invalidenrente: 30 % des anrechenbaren Lohnes Kinderrente: 6 % des anrechenbaren Lohnes Invaliditätsgrad: Bei Teilinvalidität können die Renten dem Invaliditätsgrad entsprechend niedriger angesetzt werden. Höhe der Rente analog IV. Lebenslängliche Rente für Ehegatt/innen: 18 % Waisenrente: 6 % jeweils vom anrechenbaren Lohn zuges Min. versicherter Lohn: 1/8 der einfachen maximalen AHV-Rente: CHF Maximal oblig. zu versichernder Lohn (koordinierter Lohn): CHF Invalidenrente: Das vorhandene Altersguthaben zuzüglich den bis zum Schlussalter gemäss Skala aufgerechneten Altersgutschriften ohne Zins wird mit dem Umwandlungssatz in eine Rente umgerechnet. Kinderrente: 20 % der Invalidenrente Invaliditätsgrad: %: Viertelsrente %: Halbe Rente %: Dreiviertelsrente %: Ganze Rente Lebenslängliche Rente für Ehegatt/innen: 60 % der Invalidenrente Waisenrente: 20 % der Invalidenrente Nachdeckung Keine Nachdeckung Für die Risiken Tod und Invalidität bleiben die Arbeitnehmenden während eines Monats nach Auflösung des Vorsorgeverhältnisses bei der bisherigen Vorsorgeeinrichtung versichert. 80

82 Teuerungsanpassung Altersleistungen Vorbezug Verpfändung Rentenvorbezug Rentenaufschub Keine gesetzlich vorgeschriebene Teuerungsanpassung der Renten Ansammlung und Verzinsung der jährlichen Altersgutschriften. Die Altersrente wird versicherungstechnisch ermittelt. Keine gesetzlich vorgeschriebene Mindestverzinsung. Kapitalauszahlung möglich Kein Vorbezug und keine Verpfändung von Ansprüchen auf Vorsorgeleistungen Frühestens ab Alter 60 Maximal bis Alter 70 Hinterlassenen- und Invalidenrenten werden der Preisentwicklung angepasst. Ansammlung und Verzinsung der jährlichen Altersgutschriften. Mindestverzinsung 1.50 % (2013). Die Altersrente wird durch Umrechnung mit dem Umwandlungssatz ermittelt. Möglichkeit der Kapitalauszahlung je nach Vorsorgereglement; auf Wunsch des Versicherten mindestens 25 % des Altersguthabens zum Zeitpunkt der Pensionierung Ansprüche auf Vorsorgeleistungen können zum Erwerb von Wohneigentum vorbezogen oder verpfändet werden Das Vorsorgereglement kann ein flexibles Rentenalter vorsehen, jedoch nicht vor Vollendung des 58. Altersjahres. Beiträge Altersunabhängige Sparbeiträge von mind. 8 % plus Risikoprämie (zusammen mindestens 10 %) Durchschnittlicher Aufwand ca. 12 % des anrechenbaren Lohns Altersabhängige Sparbeiträge plus Risikoprämie Sparbeiträge: Alter 25 34: Beitrag 7 % Alter 35 44: Beitrag 10 % Alter 45 54: Beitrag 15 % Alter 55 65: Beitrag 18 % Durchschnittlicher Aufwand ca. 16 % des koordinierten BVG-Lohnes 81

83 Mindestzinssatz Können von der Vorsorgeeinrichtung festgelegt werden Mindestzinssatz 1.50 % (2013) Umwandlungssatz Umwandlungssatz (2013): Männer 65: 6.85 %, Frauen 64: 6.85 % Umwandlungssatz ab 2014: 6.8 %, bis dahin Übergangsregelung (siehe unten). Mindestzinssatz und Umwandlungssatz werden vom Bundesrat festgelegt. Übergangsregelung für den Umwandlungssatz (%): Jahr: Mann (65) Frau (64) 2012: 6.90 % 6.85 % 2013: 6.85 % 6.80 % 2014: 6.80 % 6.80 % Sicherheitsfonds j Auffangeinrichtung Stand: Januar 2013 Anschluss an den schweizerischen Sicherheitsfonds per Es besteht keine Auffangeinrichtung. Zum Schutz von Vorsorgeeinrichtungen und von Versicherten bestehen zwei Stiftungen (Sicherheitsfonds und Auffangeinrichtung) mit besonderen Aufgaben. Die markantesten Differenzen bei der 2. Säule liegen beim Vorbezug und der Verpfändung, die im Fürstentum Liechtenstein nicht zulässig sind, und bei den Sparbeiträgen, welche dort altersunabhängig und ungestaffelt zu verrichten sind. Im Fürstentum Liechtenstein existiert die 3. Säule der privaten Vorsorge zwar auch, doch gibt es keine steuerbegünstigte, gebundene Vorsorge (Säule 3a), wie dies in der Schweiz der Fall ist. Die private Vorsorge wird durch private Kranken-, Unfall- und Lebensversicherungen betrieben, deren Beiträge bis zu einem gewissen Betrag (Alters und Familienstand abhängig) steuerlich abzugsfähig sind (Vorsorge 2013c). 82

84 Deutsches Vorsorgesystem Die Altersvorsorge ist in jedem Land in Europa ein wichtiges Thema. So wird auch in Deutschland schon seit dem 17. Jahrhundert versucht, ein Altersvorsorgesystem aufzubauen, das die Bevölkerung im Alter finanziell absichert. Zu dieser Zeit wurden in Deutschland staatliche Pensionssysteme für Staatsangestellte eingeführt. Die gesetzliche Altersvorsorge wurde jedoch erst Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Dies geschah im Rahmen der Bismarck schen Gesetzgebung von Diese gesetzliche Vorsorge wurde ursprünglich auf einem Kapitaldeckungsverfahren aufgebaut. Die angesparten Kapitalien wurden jedoch durch die beiden Weltkriege, die Inflation und die Weltwirtschaftskrise im 20. Jahrhundert aufgebraucht. Dadurch musste das Altersvorsorgesystem umstrukturiert werden. In den 50er-Jahren wurde die gesetzliche Altersvorsorge auf das Umlageverfahren umgestellt. Letztlich mündete die Entwicklung dieses Systems im heutigen 3- Säulen-Prinzip, welches dem schweizerischen Altersvorsorgesystem sehr ähnelt (wikipedia 2013a). 3-Säulen-Prinzip, 3 Schichten-Prinzip Bis im Jahre 2004 wurde die deutsche Altersvorsorge in einem 3-Säulen-Modell dargestellt. Dieses Modell ähnelte dem schweizerischen Vorsorgeprinzip sehr stark. Seit dem werden die Renten und Aufwendungen für die Altersvorsorge in dem neuen Gesetz Alterseinkünftegesetz geregelt. Dieses Gesetz entstand durch eine Rentenreform. Ein Kernpunkt dieser Neuregelung war auch die Umstrukturierung des Altersvorsorgemodels vom 3-Säulen-Modell zu einem 3-Schichten-Modell (3-Schichten-Model 2013). Abb. 29: Vom Drei-Säulen-Modell zum Drei-Schichten-Modell (Versicherungsvergleich 2013) 3-Säulen-Prinzip Bis zur Umgestaltung des Vorsorgesystems war das 3-Säulen-Prinzip das Grundgerüst der Altersvorsorge in Deutschland. Diese war folgendermassen strukturiert: 83

85 1. Säule grv: Die 1. Säule bestand hauptsächlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung. In diese zahlte jede/r Erwerbstätige/r Pflichtbeiträge während der ganzen Dauer ihrer/seiner Erwerbstätigkeit ein. Diese Säule finanzierte sich aus dem Umlageverfahren und leistete vor allem Alters- als auch Hinterbliebenenrenten und Renten bei eingeschränkter Erwerbstätigkeit. 2. Säule bav: Die betriebliche Altersvorsorge stellt die 2. Säule dar. Durch eine sogenannte Entgeltumwandlung bietet diese eine Möglichkeit für die Arbeitgebenden. Das bedeutet, dass die Versicherten in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen zu Lasten ihres zukünftigen Lohnes. Diese Einzahlungen sind für die Arbeitnehmenden sowie für die Arbeitgebenden steuerlich von Vorteil, um so einen Sparanreiz zu schaffen. 3. Säule pav: Zur eigenen Aufbesserung der Renten dient die 3. Säule. Die private Altersvorsorge steht unter dem Kapitaldeckungsverfahren und ist vollkommen freiwillig. Die Sparenden können zudem über die Auszahlungsvariante bestimmen. Es kann zwischen einer lebenslangen Rente oder einer einmaligen Kapitalauszahlung gewählt werden (wikipedia 2013b). 3-Schichten-Prinzip Das 3-Schichten-Modell löst das alte 3-Säulen-Modell ab. Die grundlegende Überlegung dahinter ist, dass die Beiträge in unterschiedlichem Masse steuerlich begünstigt werden. So soll mehreren Beitragszahlern die Möglichkeit eröffnet werden, freiwillig eine private Vorsorge aufzubauen. Hingegen müssen dafür sämtliche Renten im Rentenalter zu 100 % versteuert werden. 1. Schicht Diese Ebene regelt die Basisversorgung und beinhaltet dieselben Beiträge und Leistungen wie die 1. Säule des alten 3-Säulen-Modells. Dazu kommt eine Spezialrente, die Rürup-Rente auch Basisrente genannt. Diese Rente stellt im eigentlichen Sinne die steuerbegünstigte private Vorsorge dar. Sie ist eine kapitaldeckungsfinanzierte Sparmöglichkeit, die aber in der Auszahlungsvariante auf eine Rentenauszahlung fixiert ist. Sie kann also auch bei Erreichen des Rentenalters nicht als Kapitalsumme ausgezahlt werden. Sämtliche Produkte der 1. Schicht müssen beim Bezug zu 100 % versteuert werden. Da die Einzahlung der Beiträge steuerbegünstigt ist, nennt man dieses Verfahren nachgelagerte Besteuerung. 2. Schicht Diese Schicht wird als Zusatzversorgung bezeichnet. In dieser ist die betriebliche Altersvorsorge angegliedert. Sie bietet ebenfalls identische Beiträge und Leistungen wie im alten System. Für diese Vorsorge gibt es fünf vorgeschriebene Durchführungswege : 84

86 Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds, Pensionszusage und Unterstützungskasse. Ebenfalls gehört zu dieser Zusatzversorgung die Riester-Rente, die auch Staatliche Förderrente genannt wird. Sie ist eine privatfinanzierte Rente, die im Jahre 2002 durch das Altersvermögensgesetz lanciert wurde. Sie wird durch staatliche Zulagen und Sonderausgabenabzugsmöglichkeiten, die in der Steuererklärung geltend gemacht werden können, finanziert. Bei der Riester-Rente können die Sparenden jedoch nicht über die Auszahlung des gesamten Kapitals entscheiden. Die Entscheidungsgewalt beschränkt sich auf 30 % des Kapitals. Die Renten aus dieser Vorsorgeschicht müssen wie bei den Produkten in der 1. Schicht gänzlich versteuert werden. Jedoch werden auch hier die Einzahlungen durch sogenannte Zulagen gefördert. Bei der Riester- Rente kommt bei der Förderung der Sonderausgabenabzug zum Tragen. 3. Schicht Zu dieser Schicht gehört die private, freiwillige Vorsorge. Dazu gehören Vorsorgeangebote, wie beispielsweise private Kapital- und Rentenversicherungen. Davon ausgenommen sind jedoch die vorhergenannten bav-, Riester- und Rürup-Renten. Diese Produkte erlauben den Sparenden sehr flexibel und individuell für das Alter zu sparen. Diese Produkte sind aber nicht ausschliesslich auf das Alterssparen ausgelegt. Es werden auch Vorsorgeprodukte zu den Themen wie Todesfall, Berufsunfähigkeit oder Hinterbliebenenrenten angeboten. Bei diesen Produkten haben die Sparenden auch die Wahlmöglichkeit bei der Rentenauszahlung im Rentenalter. Sie können also wählen zwischen einer lebenslangen Rente oder einer Kapitalauszahlung. Die Renten aus der 3. Schicht werden speziell versteuert, indem nur der Ertragsanteil besteuert wird. Eine Person, die mit 65 Jahren erstmals eine Rente bezieht, muss diese nur zu 18 % versteuern (Drei-Schichten- Modell). Gesetzliche Rentenversicherung Die gesetzliche Rentenversicherung ist im 3-Schichten-Modell in Deutschland das, was im schweizerischen 3-Säulen-Prinzip die Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV) ist. Sie wird demnach in die 1. Schicht eingeteilt und ist also für die Basisversorgung im Alter zuständig. 85

87 Die Versicherungspflicht besteht für alle Personen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen oder sich in Ausbildung befinden. Aber auch eine spezielle Gruppe von Selbstständigen kann sich pflichtversichern lassen. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Handwerker/innen, Lehrer/innen, Hebammen oder Geburtshelfer und andere. Ebenfalls sind Wehrpflicht- und Zivildienstleistende versicherungspflichtig. Als spezieller Fall gelten überdies auch Landwirt/innen, denn sie sind nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung integriert, sondern haben eine eigene Sozialversicherung, nämlich die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau. Beamt/innen sind grundsätzlich versicherungsfrei. Überdies können sich Arbeitnehmende mit niedrigem Beschäftigungsgrad und einem Einkommen unter EUR 450. von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Die Rente soll als Lohnersatz im Alter dienen und den Versicherten die Lebensgrundlage sichern. Detaillierter bietet die gesetzliche Rentenversicherung folgende Leistungen an: 1. Rente aufgrund des Alters: Jede Person, die durch die gesetzliche Rentenversicherung versichert ist, hat Anspruch auf eine Altersrente. So wird die Möglichkeit eröffnet, sich im Rentenalter von 65 Jahren aus dem Berufsleben zurückzuziehen und eine Rente zu erhalten. Die Höhe der Rente wird anhand des Verdienstes der gesamten Erwerbsdauer berechnet. Voraussetzungen für den Erhalt der Rente sind, dass die versicherte Person die Altersgrenze erreicht, die Mindestversicherungszeit erfüllt und einen Rentenantrag gestellt hat. 2. Rente aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit Versicherte, die aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen nur vermindert erwerbstätig sein können, haben Anspruch auf Unterstützung durch die sogenannte Erwerbsminderungsrente. Dabei hängt die Rentenleistung von dem Grad der Erwerbsminderung ab, die durch die Anzahl möglicher Arbeitsstunden pro Tag errechnet wird. Die Versicherten erhalten so entweder eine volle Erwerbsminderungsrente, bei einer Arbeitszeit von weniger als drei Stunden pro Tag oder die halbe Rente, bei einer Arbeitszeit zwischen drei und sechs Stunden pro Arbeitstag. 3. Rente wegen Tod Diese Rente tritt bei einem Versterben der oder des Versicherten in Kraft. Hierbei werden kleine oder grosse Witwen- oder Witwerrenten, Erziehungsrenten oder Waisenrenten geleistet (Deutsche Sozialversicherung). Die gesetzliche Rentenversicherung wird hauptsächlich durch Beiträge der Beschäftigten finanziert. Die Beiträge werden je zur Hälfte von den Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden getragen, wohingegen Selbstständigerwerbende den vollen Beitrag selbst aufbringen müssen. Sie errechnen sich aus einem Prozentsatz, der den Versicherten vom Lohn abgezogen wird. Dieser beträgt seit dem 1. Januar ,6 %. Eine obere 86

88 Begrenzung findet sich in einer Beitragsbemessungsgrenze. Diese beträgt in den alten Bundesländern EUR pro Monat und in den neuen Bundesländern EUR pro Monat. Zusätzlich zu den Beiträgen wird das System erheblich über Steuergelder mitfinanziert. Österreichisches Vorsorgesystem Das Altersvorsorgesystem basiert wie in der Schweiz auf einem 3-Säulen-Prinzip. Abb. 30: 3-Säulen der Altersvorsorge in Österreich (skills 2012) Das System unterteilt sich somit in drei verschiedene Vorsorgesäulen, nämlich in Pensionsvorsorge (1. Säule), betriebliche (2. Säule) und private (3. Säule) Altersvorsorge. 1. Säule: Gesetzliche Vorsorge Die Leistungen der gesetzlichen Pension belaufen sich auf drei Hauptbereiche: 1. Alter 2. Invalidität 3. Tod Alterspension Da sich die gesetzliche Vorsorge seit dem im Umbruch befindet, gelten für verschiedene Altersgruppen unterschiedliche Bestimmungen. Diese sind vor allem für die Pension aufgrund des Alters massgeblich. Folgende Altersgruppen werden dabei unterschieden: 87

89 Personen, die vor dem 1. Januar 1955 geboren sind Für diese Altersgruppe gilt die sogenannte Pensionsharmonisierung noch nicht, wobei hierbei die Korridorpension die Ausnahme darstellt. Nach Wikipedia wird die Pensionsharmonisierung folgendermassen definiert: Es bezeichnet die Angleichung der unterschiedlichen Pensionssysteme von Angestellten, Selbständigen und Bauern. Gleiche Beiträge sollen zukünftig gleiche Leistungen zur Folge haben (wikipedia 2013c). Im Gegensatz dazu kann diese Altersgruppen einzelne Bestimmungen des Allgemeinen Pensionsgesetzes in Anspruch nehmen, die für sie günstiger sind. Für den Bezug jeglicher Leistung muss in jedem Fall einen Antrag an die zuständige Behörde gestellt werden. Um die Leistungen in Anspruch zu nehmen, muss das Mindestalter von 60 Jahren bei Frauen und 65 Jahren bei Männern erreicht werden. Ebenfalls muss eine sogenannte Wartezeit erfüllt werden. Die Wartezeit bezeichnet die Versicherungszeit, die erreicht werden muss, um einen Pensionsanspruch zu haben. Diese Wartezeiten betragen: 15 Versicherungsjahre innerhalb der letzten 30 Jahre oder 15 Beitragsjahre der Pflichtversicherung oder der freiwilligen Versicherung. Personen, die ab dem 1. Januar 1955 geboren sind Für diese Altersgruppe gilt die angesprochene Pensionsharmonisierung. Für Frauen sind die Altersabgrenzungen besonders wichtig. Denn ab dem 1. Januar 2024 wird das jetzige Pensionsalter von 60 Jahren jeweils jährlich um sechs Monate erhöht, bis dies 2033 bei den Frauen 65 Jahre beträgt. Die Wartezeiten bleiben unverändert. Jedoch gibt es zusätzliche Varianten dieser Wartezeiten: Sieben Versicherungsjahre von einer Erwerbstätigkeit, welche allerdings nach dem Jahr 2005 geleistet werden müssen. Personen, die ab dem 1. Januar 2005 ins Berufsleben eingestiegen sind Ebenfalls zählt für diese Altersgruppe die Pensionsharmonisierung, welche vollkommen unter die Bestimmungen des allgemeinen Pensionsgesetzes fällt. Hierbei gilt das Pensionsalter von 65 Jahren für Männer als auch für Frauen (help.gv 2013a). 88

90 Pension aufgrund von Invalidität Neben der Altersversicherung ist die Versicherung gegen die Invalidität eine wichtige Komponente in der gesetzlichen Vorsorge. Diese Pension setzt eine körperliche oder seelische Beeinträchtigung voraus. Eine Person gilt als invalid, wenn sie keine zumutbare Arbeit leisten kann, um mindestens 50 % des Salärs von gesunden Arbeitnehmenden zu erreichen. Versicherte, die das 57. Lebensjahr erreicht haben, können den sogenannten Berufsschutz in Anspruch nehmen. So können sie eine Invaliditätspension beziehen, wenn sie nicht mehr in der Lage sind, diejenige Arbeit auszuüben, welche sie in den letzten 15 Jahren geleistet haben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Rentensystemen bezieht sich die Höhe der Pension nicht auf den Grad der Erwerbsminderung, sondern nur auf die Anzahl der Versicherungsmonate (wikipedia 2013d). Pension aufgrund von Tod Die Hinterbliebenenpension regelt die Pensionsleistungen aufgrund eines Todesfalles. Diese Pension wird in zwei Bereichen geleistet. Witwen- und Witwerpension Diese Vorsorgeart unterstützt hinterbliebene Ehefrauen und Ehemänner mit Leistungen, die diesen Personen eine soziale Absicherung garantieren sollen. Prinzipiell gilt als Hauptvoraussetzung für den Erhalt einer solchen Leistung eine rechtlich intakte Ehe. Unter besonderen Voraussetzungen können allerdings auch geschiedene Ehepartner/innen diese Hinterbliebenenpension in Anspruch nehmen. Die Mindestversicherungspflicht für eine Witwen- oder Witwerpension ist nur erfüllt, wenn die oder der Verstorbene bereits Anspruch auf eine Pension hatte. So ist die Witwen- oder Witwerpension gegeben, wenn bei der verstorbene Person unabhängig vom Lebensalter am Pensionsstichtag mindestens 15 Beitragsjahre der Pflicht- oder Freiwilligenversicherung oder mindestens 25 Versicherungsjahre vorliegen (help.gv 2013b). 2. Säule: Betriebspension Die betriebliche Alterspension wird in dem Betriebspensionsgesetz (BPG) geregelt. Sie umfasst alle Anwartschaften und Leistungen von Arbeitgebenden zum Arbeitnehmenden für die Alters-, Invalidität- und Hinterbliebenenversorgung, welche die Leistungen aus der gesetzlichen Vorsorge ergänzen soll. Die Pensionskasse ermöglicht den Arbeitnehmenden Eigenbeiträge freiwillig einzuzahlen. Die Summe der Eigenbeiträge darf die Summe der Beiträge der Arbeitgebenden nicht übersteigen. Die Beiträge und Leis- 89

91 tungen der Arbeitnehmenden werden nachgelagert besteuert und unterliegen nicht der Sozialversicherungspflicht. Die Beiträge der Arbeitgebenden werden vollständig als ertragsschmälender Betriebsaufwand anerkannt. Die Beiträge der Arbeitnehmenden werden aus dem bereits besteuerten Einkommen geleistet, können aber als Sonderausgaben von den Steuern abgezogen werden. Es muss allerdings eine Versicherungssteuer von 2.5 % gezahlt werden. Während der Ansparphase wird das Pensionskapital ebenfalls von der Kapitalertragssteuer befreit. Die betriebliche Lebensversicherung gehört ebenfalls zur 2. Säule. Es ist eine spezielle Form einer Lebensversicherung. Bei dieser Art erfolgt die Einzahlung der Beiträge durch die Arbeitgebenden. Begünstigte dieses Versicherungsvertrages sind die Hinterbliebenen der Arbeitnehmenden. Die Besteuerung der betrieblichen Lebensversicherung entspricht der Kapital- und Rentenversicherung. Die betriebliche Vorsorgekasse (BVK) ist ein eigenständiges Instrument zur Kapitalakkumulation, das von den Arbeitnehmenden auch als Altersvorsorge genutzt werden kann. Arbeitnehmende, die ab dem 1. Januar 2003 in eine Unternehmung eingetreten sind, haben einen Beitrag von 1.53 % des Monatslohnes an die BVK zu zahlen. Diese Beiträge und auch das angesparte Kapital werden steuerbegünstigt behandelt. 3. Säule: Private Vorsorge Die private Vorsorge dient als freiwillige Alterssparmöglichkeit. Sie ist allerdings kaum von anderen Sparmassnahmen zu unterscheiden, denn alle weisen einen sehr starken Bindungscharakter auf. Dies bedeutet, dass die Kündigung dieser Sparmöglichkeit mit sehr hohem Aufwand, sprich sehr hohen Kosten verbunden ist. Ein Beispiel dafür ist die individuelle Lebensversicherung. Der Grundsatz einer solchen Versicherung wurde unter der Rubrik Betriebspension beschrieben. Die Beiträge werden ebenfalls steuerbegünstigt behandelt. Allerdings unterliegen die Prämienzahlungen an die Versicherer der Versicherungssteuer von 4 % beziehungsweise 11 % bei einer Einmaleinlage mit einer Laufzeit unter 10 Jahren. Die Leistungen einer individuellen Lebensversicherung kann entweder als eine Prämienzahlung oder als lebenslange Rente bezogen werden (bmask.gv 2011). Dänisches Vorsorgesystem Das dänische Rentensystem stützt sich auf ein 3-Säulen-Prinzip. Dabei beinhaltet die erste Säule eine Grundrente und Zusatzrente, die zweite eine Arbeitsmarkt-und Arbeitsmarktzusatzrente und die dritte Säule sieht besonderes Vorsorgesparen vor. 90

92 1. Säule 2. Säule 3. Säule Staatliche Altersvorsorge Betriebliche Altersvorsorge Private Altersvorsorge Grundrente Arbeitsmarktrente Besonderes Vorsorgesparen Zusatzrente Arbeitsmarktzusatzrente (ATP) (SP) Tab. 9: Das dänische Vorsorgesystem (Eigene Abbildung) Erste Säule Die erste Säule basiert auf einem staatlichen Grundsicherungssystem, das bei Invalidität oder im Alter eine ausreichende Grundversorgung des Einzelnen sicherstellen soll (Vile 2013a). Sie setzt sich aus einer Grundrente auch Volksrente bzw. dänisch folkepension genannt und einer einkommensabhängigen Zusatzrente zusammen. Die einkommensabhängige Zusatzrente stellt eine Art Ergänzungsleistung zur Grundrente dar, die den finanziell am stärksten benachteiligten Rentner/innen zugutekommt (OECD 2009a). In der ersten Säule ist jedermann versichert, der in Dänemark wohnt, und zwar unabhängig davon, ob man einer Beschäftigung oder Tätigkeit nachgeht. Dies bedeutet im Gegensatz zur Schweiz, dass auch Hausfrauen und Hausmänner Rentenansprüche erwerben können. Renten an Witwen, Witwer und Waisen kennt das dänische Volksrentensystem hingegen nicht. Die erste Säule wird in erster Linie aus Steuermitteln finanziert, dies bedeutet, dass Arbeitnehmende, Selbstständige oder Arbeitgebende nur indirekt an der Finanzierung beteiligt sind. Sie beteiligen sich indirekt, indem sie einen Pauschalbeitrag an einen sogenannten Arbeitsmarktfond leisten. Dieser beträgt zurzeit 8 % vom Bruttoverdienst der Arbeitnehmenden und 8 % vom Gewinn der Arbeitgebenden. Das Renteneintrittsalter erreicht man in Dänemark derzeit mit 65 Jahren. Die dänische Volksrente wird folglich ab dem 65. Lebensjahr ausgerichtet, jedoch unter der Voraussetzung, dass man irgendwann ab dem 15. Lebensjahr für mindestens drei Jahre in Dänemark gelebt hat. Für Ausländer/innen gilt ein Mindestaufenthalt in Dänemark von über 10 Jahren. Die Höhe der Rentenleistung wird, wie auch in der Schweiz, unabhängig vom Einkommen aus früheren Arbeitsjahren mit Pauschalbeiträgen gesetzlich festgelegt. Um die volle Rentenleistung in Dänemark beziehen zu können, muss man mindestens 40 Jahre nach dem 15. Lebensjahr in Dänemark gewohnt haben. Bei kürzeren Zeiten hat man einen Anspruch auf anteilige Rentenleistungen. Eine Frühverrentung ist in Dänemark möglich. Dadurch kann man gegebenenfalls eine höhere Leistung erzielen. Der Aufschub der Rente ist jedoch nur bis zum 70. Geburtstag möglich (Vile 2013a). 91

93 Die Möglichkeit einer Spätverrentung ist in Dänemark ebenso gegeben. Dabei kann man die staatliche Altersrente um bis zu zehn Jahre aufschieben (OECD 2009b). Zweite Säule Die Arbeitsmarktrente Eine grosse Rolle spielt in Dänemark die zweite Säule, nämlich die betriebliche Altersvorsorge. Die jeweiligen Tarifvertragsparteien schließen Tarifverträge über Betriebsrenten ab, die sich ausschließlich auf kapitalgedeckte Versicherungen bzw. Fonds mit Beitragsprimat beziehen. Die Betriebsrenten decken etwa die Hälfte der Rentenansprüche der Beschäftigten ab (European Federation of Building and Woodworkers). Der Beitragssatz für die betriebliche Altersvorsorge liegt je nach Branche zwischen % vom jeweiligen monatlichen Bruttoeinkommen der Beschäftigten. Die Arbeitgebenden tragen dabei zwei Drittel der Beitragssumme und die Arbeitnehmenden lediglich ein Drittel. Zudem wird für die zweite Säule in Dänemark auch eine Mindestverzinsung von 1,5 % gesetzlich vorgeschrieben, wobei sich alle diese Rentensysteme auf eine Gewinnbeteiligung stützen, die je nach wirtschaftlicher Lage Schwankungen ausgesetzt ist. Die Arbeitsmarktzusatzrente Der Beitrag zur ATP-Versicherung ist ein fester Betrag, der sich nach der Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden richtet. Grundsätzlich werden zwei Drittel der Beitragsleistung von den Arbeitgebenden und ein Drittel von den Arbeitnehmenden aufgebracht. Es wird regelmässig eine Veränderung bzw. Anpassung der Beiträge an die Inflationsrate und an die Entwicklung der Durchschnittsverdienste vorgenommen. Durch die relativ geringen Beiträge entstehen natürlich auch nur geringe Rentenansprüche. Es besteht wie bei der Volksrente die Möglichkeit, den Beginn der ATP-Rente bis zum 70. Geburtstag aufzuschieben. Dadurch erhöht sich die Rente je nach Dauer der Beitragszahlungen um bis zu 0,8 % je aufgeschobenen Monat (European Federation of Building and Woodworkers). Dritte Säule Das Besondere Vorsorgesparen (SP) ist ein obligatorisches individuelles Rentenversicherungs-Sparsystem, in das alle abhängig Beschäftigten, Selbständige und Bezieher von Arbeitslosen- und Krankengeld 1 % ihres Einkommens einzahlen. Die Beitragszahler können zwischen verschiedenen Rentenfonds, Versicherungen und Banken auswählen, die Renten werden ab dem 65. Lebensjahr gezahlt. Die Renten aus dem besonderen Vorsorgesparen sind wegen der niedrigen Einzahlungen nur gering. Ob dieses Vorsorgesparen auch zu- 92

94 künftig obligatorisch bleibt oder für die einzelnen Beschäftigten freiwillig gestaltet wird, ist in der aktuellen Diskussion strittig. Die Beitragszahlung ist seit 2004 ausgesetzt (Vile 2013a). Niederländisches Vorsorgesystem Auch das niederländische Rentensystem basiert auf einem 3-Säulen-Prinzip. Niederländer nennen das Cappuccinomodell : Den Kaffee in Form der Grundrente gibt s für jeden, das Sahnehäubchen liefert die betriebliche Altersvorsorge und die private Vorsorge gleicht den Schokostreuseln (Vile 2013b). 1. Säule 2. Säule 3. Säule Staatliche Altersvorsorge Betriebliche Altersvorsorge Private Altersvorsorge Gesetzliche Altersrente AOW-Rente Betriebliche Altersrente Private Ersparnisse Tab. 10: Das niederländische Vorsorgesystem (Eigene Abbildung) Erste Säule Die erste Säule bildet die Grundrente (AOW-Rente), die Niederländer/innen in 50 Jahren aufbauen. Jedes Jahr, in dem die Beschäftigten (vom 15. bis zum 65. Lebensjahr) in den Niederlanden gewohnt haben oder Lohnsteuer in den Niederlanden gezahlt haben oder freiwillig versichert waren, bauen sie 2 % der AOW- Rente auf. Die Höchstrente wird also nach 50 Jahren erreicht. Das Ziel der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Vermeidung von Altersarmut auf dem Niveau eines sozialen Minimums, sprich sie soll zur Existenzsicherung dienen. Dabei deckt sie 45 % des Durchschnittslohns und mindestens 70 % des Mindestlohns für Alleinstehende ab, und zwar unabhängig davon, ob Beiträge gezahlt wurden oder nicht. Die Grundrente wird durch ein Umlageverfahren finanziert, indem die Versicherten einen Beitragssatz leisten. Zudem wird die Grundrente auch zu einem kleinen Teil mit einem Staatszuschuss mitfinanziert. Der aktuelle Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung beläuft sich zurzeit auf 17,9 % für die Arbeitnehmenden. Anders als in vielen europäischen Ländern leisten die niederländischen Arbeitgebenden keinen Beitragssatz. Das Renteneintrittsalter erreicht man in den Niederlanden derzeit mit 65 Jahren. Eine Frühverrentung als auch Spätverrentung ist in den Niederlanden nicht möglich. Die staatliche Grundrente kann deshalb nicht vor Erreichen des 65. Lebensjahres bezogen werden. Gleich verhält es sich mit einem Rentenaufschub (Vile 2013b). 93

95 Zweite Säule Die betriebliche Zusatzrentenversicherung, die sogenannte zweite Säule, ergänzt die erste Säule, wobei diese nur für Arbeitnehmende zugänglich ist. Mit der zweiten Säule können die Erwerbstätigen zusammen mit ihrer Grundrente eine Versorgung von insgesamt 70 % des zuletzt bezogenen Verdienstes aufbauen, wenn sie 60 Jahre alt sind. Der Staat hat in den vergangenen Jahren hierbei regulierend eingegriffen und gemeinsam mit den Tarifparteien beschlossen, auch Arbeitnehmende über 60 Jahren im Arbeitsprozess zu halten. Arbeitnehmende können dadurch ihre Rentenleistung bis zu 100 % ihres letzten Verdienstes aufbauen, wobei viele Niederländer/innen durch die Vorruhestandsregelung (VUT) mit 60 Jahren in den Ruhestand gehen. Die zweite Säule wird durch das Kapitaldeckungsverfahren finanziert, bei dem die Regelung zwischen Männern und Frauen gleich ist. Die Verwaltung der Fonds erfolgt paritätisch durch Arbeitgebende und Arbeitnehmende. Als Leistungsmassstab wird im Allgemeinen das Durchschnittsentgelt zugrunde gelegt. Die Prämien liegen bei 6 bis 7 % des Arbeitsentgelts. Sie werden zu zwei Dritteln oder auch voll von den Arbeitgebenden getragen. Bei Wechsel der Arbeitsstelle werden Versorgungsansprüche mitgenommen. Es müssen mindestens 55 Versicherungsjahre nachgewiesen werden, in denen jährlich 2 % des Anspruchs erarbeitet wurden. Bei längerer Arbeit erhöht sich der Anspruch, eine Verkürzung bedingt einen Abschlag. Dritte Säule Das private Vorsorgesparen ist die dritte und letzte Säule des niederländische Rentensystems. Zusammen können Grundrente und Betriebsrente 70 % des letzten Bruttoentgelts erreichen. Ein niedriges Rentenniveau kann durch Einkauf zurückliegender Dienstjahre aufgestockt werden (durch Zahlung zusätzlicher Prämien, rückwirkend bis Juli 1994). Die dritte Säule, die private Altersvorsorge über Lebensversicherungen u. a., wird nur von etwa 20 % der Erwerbstätigen genutzt. Fazit Im europäischen Vergleich zeichnet sich die Niederlande vor allem durch einen Mix von Umlageverfahren und kollektivem Vorsorgesparen einerseits und kollektiver Verantwortlichkeit andererseits aus. Zudem gibt es in den Niederlanden anders als in Dänemark keine berufsständischen Sondersysteme. Die Niederlande gehört zu den wenigen Ländern in Europa, welche die Rentenleistungen der Beamt/innen nicht aus Steuermitteln finanziert (Vile 2013b). 94

96 Schwedisches Vorsorgesystem Auch das schwedische Rentensystem beruht auf dem klassischen 3-Säulen-Prinzip. Die erste Säule setzt sich aus einer Einkommens-, Garantie- und Prämienrente zusammen. Die zweite Säule bildet die betriebliche Altersvorsorge, bei der die ATP-Zusatzrente versucht, Erwerbslücken aus der ersten Säule auszugleichen. Die dritte Säule sieht das freiwillige Altersvorsorgesparen vor. 1. Säule 2. Säule 3. Säule Staatliche Altersvorsorge Betriebliche Altersvorsorge Private Altersvorsorge Einkommensrente ITP-Zusatzrente Freiwilliges Sparen Garantierente Prämienrente Tab. 11: Das schwedische Vorsorgesystem (Eigene Abbildung) Schweden hat 1999 die erste Säule seines Rentensystems grundlegend reformiert. Da das alte System noch im Übergang langjährige Gültigkeit hat, werden Personen, die zwischen 1938 und 1953 geboren sind, anteilig über das alte und das neue System versichert. Die beiden weiteren Säulen sind von dieser Reform nicht betroffen und werden weiterhin in ihrer bisherigen Funktion fortgesetzt. Erste Säule Die erste Säule setzt sich aus einer umlagefinanzierten Einkommensrente, einer steuerfinanzierten Garantierente und einer kapitalgedeckten Prämienrente zusammen. Versichert sind hierbei sowohl alle Erwerbstätigen über 16 Jahren als auch Selbstständige und Staatsangestellte. Der Pflichtbeitragssatz beträgt in der ersten Säule insgesamt 18,5 %, wovon 16 % für die umlagefinanzierte Einkommensrente und 2,5 % für die kapitalgedeckte Prämienrente bestimmt sind. Die Arbeitgebenden steuern dabei 10,21 % und die Arbeitnehmenden lediglich 8.29 % bei. Selbstständige leisten einen Pflichtbeitragssatz von über 7 % auf ihrem Einkommen. Für Arbeitnehmende und Selbstständige gibt es überdies eine Beitragsbemessungsgrenze, bei der sie keine Pflichtbeitragssätze mehr auf dem überschiessenden Erwerbseinkommen zahlen müssen. Dies gilt jedoch nicht für Arbeitgebende, diese müssen auch dann die Pflichtbeitragssätze auf das gesamte Erwerbseinkommen der Arbeitnehmenden leisten. Die Prämienrente wurde neu durch die Reform 1999 in die erste Säule obligatorisch integriert und ist kapitalgedeckt. Sie wird durch einen Beitragssatz von jeweils 2,5 % auf dem Jahreserwerbseinkommen von Arbeitnehmenden als auch von Arbeitgebenden finanziert. 95

97 Die Einkommensrente und die Prämienrente können ab einem Alter von 61 Jahren bezogen werden. Voraussetzung für den Anspruch auf die Garantierente sind drei Jahre Wohnsitz in Schweden. Die Inanspruchnahme dieser Rente ist ab 65 Jahren möglich. Beim Renteneintritt wird das auf den fiktiven Konten angesparte Kapital in eine regelmässige Rente umgerechnet. Die einkommensabhängige Garantierente kann nicht vor dem Alter von 65 Jahren beantragt werden. Unabhängig davon, ob die Rente aus dem System fiktiver Konten vor oder nach Erreichen des 65. Lebensjahrs beantragt wird, berechnet sich die garantierte Rente doch weiter so, als würde die Rente im Alter von 65 Jahren in Anspruch genommen. Der Höchstbetrag der Garantierente kann nach vierzig Jahren Ansässigkeit in Schweden bezogen werden, im Fall einer kürzeren Wohnsitzdauer verringert sich die Rente proportional. Sie kann ab 65 Jahren beantragt werden. Zweite Säule Für die betriebliche Altersvorsorge wurde 2006 das neue System für Angestellte von Privatunternehmen (ITP-System) verabschiedet. Das System hat lange Übergangsregelungen, ist aber für die 1979 oder später Geborenen voll in Kraft getreten. Der verdienstabhängige Teil stützt sich auf das Konzept der Notional Accounts, der fiktiven Rentenkonten, und es muss ein kleiner Pflichtbeitrag zu einer individuellen kapitalgedeckten Altersvorsorge mit Beitragsprimat entrichtet werden. Ausserdem gibt es eine einkommensabhängige Zusatzleistung. Die Absicherung über betriebliche Altersvorsorgepläne mit Leistungs- und Beitragsprimatelementen ist allgemein üblich. In den betrieblichen Rentenversicherungsplänen sind insgesamt fast 90 % der Arbeitnehmenden erfasst. Es gibt nur vier grosse betriebliche Rentenversicherungspläne. Man kann sie sozusagen als quasiobligatorische betriebliche Altersvorsorge ansehen. Im neuen ITP1-System werden die Renten in der Regel ab einem Alter von 65 Jahren gezahlt, können aber ab 55 Jahren in Anspruch genommen werden. Die Rente wird lebenslang gezahlt, kann aber über einen begrenzten Zeitraum von mindestens fünf Jahren in voller Höhe oder teilweise gezahlt werden. Aufgrund des Systems mit fiktiven Konten und der Prämienrente ohne Altersbeschränkung ist es möglich, den Bezug der Rente hinauszuschieben, wobei wiederum automatische versicherungsmathematische Anpassungen vorgenommen werden. Erwerbseinkommen und Renteneinkommen können zudem kumuliert werden. Die Garantierente wird gegenüber anderen Renten des schwedischen Altersvorsorgesystems und gegenüber vergleichbaren staatlichen Renten in anderen Ländern angepasst, wird aber nicht um Erwerbs- 96

98 einkommen, Kapitalerträge, Betriebsrente oder private Rentenversicherungsbezüge gekürzt. Es ist somit auch möglich, Erwerbseinkommen mit dem Bezug der Garantierente zu kumulieren. Dritte Säule Als dritte Säule ist in Schweden die freiwillige private Altersvorsorge mit Kapitalbildung anzusehen. Sie hat seit den 80er-Jahren ständig an Bedeutung gewonnen. Die Beiträge zu dieser privaten Alterssicherung können bis zu einer bestimmten Höhe steuerlich abgesetzt werden (OECD 2009c). Fazit Die kapitalgedeckte Prämienrente weist viele Ähnlichkeiten zur deutschen Riester-Rente auf. Die Prämienrente in Schweden unterscheidet sich vor allem dadurch, dass sie im Gegensatz zur Riester-Rente für jeden obligatorisch ist und somit eine Pflichtversicherung darstellt. Australisches Vorsorgesystem Das australische Rentensystem besteht aus drei Säulen, nämlich aus einer steuerfinanzierten staatlichen Altersrente sowie einer jeweils kapitalgedeckten betrieblichen und privaten Säule. 1. Säule 2. Säule 3. Säule Staatliche Altersvorsorge Betriebliche Altersvorsorge Private Altersvorsorge Altersrente Age Pension Betriebliche Altersrente Superannuation Guarantee Private Ersparnisse Tab. 12: Das niederländische Vorsorgesystem (Eigene Abbildung) Erste Säule Die staatliche Altersrente Age Pension dient lediglich zur Grundsicherung und wird ausschliesslich über Steuermittel finanziert. Die erste Säule soll diejenigen absichern, die während ihres Erwerbslebens nicht genügend Ersparnisse aus der 2. und 3. Säule bilden konnten. Deshalb wird die Altersrente nur an bedürftigkeitsabhängige Rentner/innen ausbezahlt. Das bedeutet, je höher die Rentenleistungen aus der betrieblichen und privaten Säule sind, desto geringer sind die staatlichen Leistungen aus der ersten Säule. Um einen solchen Rentenanspruch prüfen zu können, findet eine sogenannte Bedürftigkeitsprüfung statt, die nichts anders als eine Überprüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse darstellt. 97

99 Das Renteneintrittsalter der Männer liegt zurzeit bei 65 Jahren und dasjenige der Frauen bei 63 Jahren. Bei den Frauen wird das Renteneintrittsalter jedoch bis im kommenden Jahr 2014 auf 65 Jahre angehoben. Einen Rentenanspruch auf eine Altersrente erwirbt man demnach mit dem Erreichen des jeweiligen Renteneintrittsalters. Eine Frühverrentung in der ersten Säule die in vielen europäischen Staaten mit Leistungsabschlägen einhergeht ist in Australien nicht möglich. Die staatliche Altersrente wird nicht vor Erreichen des Renteneintrittsalters gezahlt. Im Gegensatz zur Frühverrentung ist jedoch eine Spätverrentung in der ersten Säule möglich. Anhand eines Rentenbonusprogramms Pension Bonus Scheme können Personen, die weiterhin erwerbstätig bleiben möchten, ihren Rentenanspruch später geltend machen. Dafür erhalten sie einen einmaligen steuerfreien Pauschalbetrag, der anhand des späteren Antrages auf eine staatliche Altersrente ausbezahlt wird (OECD 2009d). Anspruchsberechtigt sind gemeldete Personen, die ab dem Registrierungsdatum mindestens 12 Monate berufstätig und jährlich mindestens 960 Stunden erwerbstätig waren. Die Bonuszahlung kann bis zu fünf Jahren zurückgestellt werden. Die Bonuszahlung ist vom Rentensatz abhängig, auf den die betreffende Person Anspruch hat, wenn sie schliesslich den Antrag stellt und Rente bezieht (OECD 2009d). Zweite Säule Die zweite Säule stellt die betriebliche Altersvorsorge Superannuation Guarantee dar und wurde 1992 in Australien für jeden obligatorisch eingeführt. Sie besteht aus Pflichtbeiträgen der Arbeitgebenden zu privaten Vorsorgeplänen. Diese Altersvorsorgepläne können von Arbeitgebenden, von Finanzinstituten oder sogar von der jeweiligen Person selbst verwaltet werden. Die meisten betrieblichen Altersvorsorgepläne weisen ein Beitragsprimat auf, wobei es auch Systeme gibt, in denen Arbeitnehmende mit Leistungsprimaten versichert sind. Der Pflichtbeitragssatz nach Beitragsprimat beläuft sich auf 9 % der Erwerbsverdienste der Arbeitnehmenden, der vollumfänglich von den Arbeitgebenden getragen wird. Das Mindestalter für einen Leistungsbezug aus der betrieblichen Altersvorsorge liegt zurzeit bei 55 Jahren, wobei auch hier das Alter bis ins Jahr 2025 schrittweise auf 60 Jahre angehoben wird. Hierbei haben die Versicherten die Wahl, sich entweder das angesammelte Kapital in Form einer regelmässigen Rentenzahlung oder eines einmaligen Betrages auszahlen zu lassen. Die meisten Australier/innen entscheiden sich derzeit für Letzteres. Eine Frühverrentung in der zweiten Säule ist somit mit 55 Jahren in Australien möglich. Personen, die sowohl einen vorzeitigen Leistungsbezug aus der betrieblichen Altersvorsorge wünschen als auch weiterhin 98

100 erwerbstätig bleiben wollen, können ihr angesammeltes Kapital nur in Form einer periodischen Rentenzahlung beziehen. Sowohl Frühverrentung als auch Spätverrentung ist in der zweiten Säule möglich. Die Spätverrentung wird mit einem Gesuch bei der Superannuation Guarantee beantragt. Wird dann ein Gesuch bewilligt, sind die Arbeitgebenden durch die Superannuation-Guarantee-Bestimmung dazu verpflichtet, die Pflichtbeiträge für die jeweilig noch erwerbstätige Person bis zum Alter von 70 Jahren zu leisten. Dritte Säule Die Beiträge der privaten Vorsorge sind ebenso wie die Beträge zur betrieblichen Altersvorsorge steuerbegünstigt (OECD 2009d). Fazit Da Australien neben den USA und Kanada zu den traditionellen Einwanderungsländern zählt, ist es von der demografischen Entwicklung weniger betroffen. Dennoch altert die Bevölkerung, der Altersquotient das Verhältnis Über-65-Jährige zu Jährige wird sich bis 2050 verdoppeln. Die Auswirkungen auf das australische Rentensystem werden jedoch gering sein, da eine kapitalgedeckte, obligatorische Säule das zentrale Element des Rentensystems bildet, das damit weniger vom demografischen Wandel betroffen ist als umlagefinanzierte Systeme (Allianz 2009). 99

101 XI Anhang Umfrageergebnisse Frage 1 Anzahl Prozent Hast du Bedenken bezüglich deiner finanziellen Lage im Rentenalter? % Ja % Nein % Frage 2 Anzahl Prozent Weshalb? % finanzielle Situation der AHV % durch Krankheit oder Unfall nicht mehr berufstätig sein zu können % durch Alter nicht mehr berufstätig sein zu können % Veränderung des Lebensstandards % 100

102 Frage 3 Anzahl Prozent Was glaubst du, bis zu welchem Alter musst du in 10 Jahren von Gesetzes wegen arbeiten, bevor die AHV dir die ordentliche Rente auszahlen wird? % % % % % % % über % Frage 4 Anzahl Prozent Wie beurteilst du die finanzielle Situation der AHV? % Unsicher % Neutral % Sicher % 101

103 Frage 5 Anzahl Prozent Welchen Betrag sollte eine Rentnerin oder ein Rentner monatlich für ihren bzw. seinen Lebensunterhalt zur Verfügung haben? % unter CHF % CHF % CHF % CHF % CHF % CHF % Mehr % Frage 6 Anzahl Prozent Wie viel beträgt deiner Meinung nach die maximale AHV-Rente einer alleinstehenden Person? (Stand 2013) % CHF % CHF % CHF % CHF % CHF % CHF % 102

104 Frage 7 Anzahl Prozent Die Maximalrente der AHV beträgt CHF Hast du nun Bedenken bezüglich deiner finanziellen Situation im Rentenalter? % Ja % Nein % Frage 8 Anzahl Prozent Wie bedenkst du, deine zukünftige AHV-Rente aufzubessern? % Privates Sparen % 3. Säule % Lebensversicherung % BVG-Rente % Ergänzungsleistungen % Sozialamt % 103

105 Frage 9 Anzahl Prozent Bei welchem Beitragssatz (von deinem Bruttogehalt) an die AHV würde deine Schmerzgrenze erreicht? % 4,2 % (aktuell) % 4,5 % % 5 % % 5,2 % % mehr % Frage 10 Anzahl Prozent Denkst du bereits über die private Vorsorge nach? % Ja % Nein % 104

106 Frage 11 Anzahl Prozent Sorgst du schon privat vor? % Ja % Nein % Frage 12 Anzahl Prozent Welchen monatlichen Betrag könntest du derzeit in die private Vorsorge einzahlen? % CHF % CHF % CHF % CHF % mehr % 105

107 Frage 13 Anzahl Prozent Australien bezahlt die staatliche Rente nur an Bedürftige aus, aber alle zahlen Beiträge in die Grundversicherung ein. Wäre ein solches Verfahren aus deiner Sicht auch für die Schweiz denkbar? % Ja % Nein % Frage 14 Anzahl Prozent Bist du bereit, im Rentenalter auf eine Kapitalauszahlung deines BVG-Guthabens zugunsten einer monatlichen Rentenzahlung zu verzichten? % Ja % Nein % 106

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