Gesundheits-Erhaltung ein Wachstumsmarkt? Public Health Aspekte und Beispiele

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1 Gesundheits-Erhaltung ein Wachstumsmarkt? Public Health Aspekte und Beispiele Anita Rieder Medizinische Universität Wien Institut für Sozialmedizin Zentrum für Public Health

2 The Mission of Public Health: fulfill society s interest in assuring conditions in which people can be healthy Institute of Medicine, Committee for the Study of the Future of Public Health, Division of Health Care Services Welche interests sehen wir? Wer sieht interest s?

3 Zum Beispiel die Baby Boomer.? Jahrgänge Erste Generation, die Gewinn an Lebensjahren und Langlebigkeit nicht als Phyrrussieg ( noch so ein Sieg und wir sind verloren ) erleben will Ist besser über Gesundheit informiert? mehr pro-aktiv und über ihre Rechte informiert? Wollen mehr Lebensjahre, die nicht an Gebrechlichkeit, chronischer Krankheit, Beeinträchtigung und Mangel an Lebensqualität erlebt werden Wollen Medizinische Vorsorge und Prävention als einen Eckpfeiler ihrer Gesundheitsversorgung Nicholas JA, et al Mt Sinai J Med, 2011

4 Faster Increases in Human Life Expectancy Could Lead to Slower Population Aging Sanderson WC et al., PLoS One 2015 Apr 15;10(4):e ist das neue 50 (ORF Science, ) Conventional and Prospective Proportions Old, Germany 2013, 2030, and 2050: Three Scenarios of Life Expectancy Increase (both sexes).

5 Entwicklung von Gesundheits Märkten als Wachstumsmärkte in der Gesundheitserhaltung/Prävention und die Frage nach der Evidenz der Maßnahmen

6 2 Gesellschafts- und Gesundheitsssystemrelevante Beispiele Krebs-Screening Programme und der demografische Faktor Recht auf Früherkennung im Alter, Guidelines und Praxis Prävention Adipositas-assoziierter Erkrankungen als Priorität Adipositas-Chirurgie als Public Health- Strategie bei morbider Adipositas?

7 Krebs-Screening bei Älteren Marktrelevant: Bedarf/Nachfrage steigt aufgrund demografischer Entwicklung und der Gesundheitsentwicklung? Angebote? Guidelines? Praxis Umso älter wir werden desto individueller werden wir Professor Rosenmayr

8 Screening in der älteren Bevölkerung Studienlage: In älterer Bevölkerung werden auch Screenings zur Früherkennung eingesetzt die nicht approbat sind für das Alter der Gescreenten oder für ihren Gesundheitszustand Auf der anderen Seite werden präventive Maßnahmen die approbat wären nicht eingesetzt, wie Impfungen und Beratung, welche für diese Altersgruppen empfohlen sind Heflin M, Geriatric Health Maintenance, UpToDate, 2015

9 Krebs-Screening in der älteren Bevölkerung Screening soll verhindern an Krebs zu sterben ( prevention of cancer death ) Komorbiditäten: wie ist die competing non-cancer mortality einzuschätzen Evaluierungen von Screenings bei Älteren weniger häufig Deshalb auch mehr Unsicherheiten bezüglich Benefit Komorbiditäten, chronische Erkrankungen und Gebrechlichkeit verändern risk-benefit-ratio nach Hefin M, Geriatric Health Maintenance, UpToDate, 2015 Zentrale Fragestellung: Bis zu welchem Alter soll ein Bevölkerungsscreening angeboten werden

10 Ausgewählte Screening Guidelines Ab welchem Zeitpunkt/Alter soll Screening/Früherkennung nach Prostata-, Brust-, Gebärmutterhals,-Darmkrebs beendet werden? Guidelines richten sich vor allem nach der noch zu erwartenden Lebenserwartung (diese ist nicht bevölkerungsbezogen) oder nach einem bestimmten erreichten Lebensalter aus Royce TJ, et al. JAMA Internal Medicine, 2014; 174 (10):

11 Entscheidungsrelevanz.. Entscheidungs-relevante Outcomes viel stärker Patienten-zentriert und individuell Impact auf Lebensqualität und funktioneller Unabhängigkeit Früherkennung bedeutet weniger invasive und belastende Therapien, auch wenn das Screening die all-cause-mortality nicht beeinflusst nach Landsdorp-Vogelaar, et al. Ann Intern Med.2014; 161(2): Alter ist nicht die alleinige Determinante mit dem Screenen aufzuhören Heflin M, Geriatric Health Maintenance, UpToDate, 2015

12 Trotz verschiedener Altersangaben in den Guidelines: Overscreening in der Population mit verminderter Lebenserwartung auf population level

13 Overscreening Clear need for research to assess ways that can effectively reduce overscreening Was bedeutet für die Praxis Limited life expectancy? Einschätzen der Lebenserwartung von PatientInnen, Tools? Kommunikation mit PatientInnen!? Royce TJ, et al. JAMA Internal Medicine, 2014; 174 (10): Umgang mit den Bedürfnissen der PatientInnen?!

14 Der Präventionsfall Adipositas Entwicklung der Adipositasprävalenz als Wachstumsmarkt

15 Adipositas ein komplexes Public Health Thema Adipositas als Erkrankung und Risikofaktor mit steigender Prävalenz Adipositas als Ursache für Entsolidarisierungstendenzen im Gesundheitssystem? Adipositas als moralisches und sozialethische Thema: Adipositas das prototypische Gegenmodell zum sozial Erwünschten? Der Ruf nach Prävention ist laut und auch gerechtfertigt nach Klemperer Sozialmedizin 2010

16 Evidenz für bevölkerungs-basierte Adipositasprävention Adipositas-Prävention in der erwachsenen Bevölkerung (Lemmens et al. 2008) Adipositas-Prävention in der Bevölkerung der Jugendlichen, jungen Erwachsenen und im Übergang ins Erwachsenenalter (Laskan et al., J Adolesc Health 2012) Adipositas-Prävention bei Kindern Evidenz für Schul-basierte Interventionen kombiniert mit community-based Interventionen und/oder home-based Interventionen (AHRQ Publications 2013)

17 Was tun? Weiter an der Evidenzlage für Präventionsprogramme arbeiten und die Evidenz anwenden Evidenz-basierte Therapie und Leitlinien für Adipositas-Betroffene

18 Adipositas-Chirurgie bei morbider Adipositas eine präventive Public Health Intervention? Bariatrische Chirurgie hohe Priorität in der Gesundheitsversorgung?

19 Bariatrische Chirurgie/Adipositas-Chirurgie most effective strategy

20 Health Care Anal 2014; 22(4): ? Obese are in great need Suffer considerably At great risk No other option available works as effectively Some evidence for positive effect Most obese people are not accountable for being obese and for failing to lose weight Surgery would cost huge amount of money Increasing number of patients Response to challenge?: Take resources from other sectors and re-allocate to health care sector High taxes Re-allocations in the healthcare sector to surgery divisions

21 Rückgang bariatrischer Chirurgie weltweit Ursachen? Stigmatisierung der Adipositas in der Medizin und in der Öffentlichkeit? Medizinische Community Angst vor Komplikationen? Nur eine kleine Zahl von potentiellen PatientInnen, die einen Benefit hätten haben bisher Zugang zur OP Fehlende Evidenz kann es nicht sein?

22 Beispiel für Präventionsdebatte trotz Evidenz? Morbide Adipositas - Betroffene: Hohes Erkrankungsrisiko, Diabetes, Krebs, Herz- Kreislauferkrankungen, Bewegungsapparat, reduzierte Lebensqualität,. Schuldzuweisungen? Will nicht abnehmen, will nicht den Lebensstil ändern..operation ist der einfachste Weg? Adipositas dem Markt überlassen Hohe Verantwortung des Gesundheitswesens

23 Gesundheitserhaltung als Wachstumsmarkt unter Public Health Betrachtung - Resümee Evidenz und Entwicklungen im System nicht immer konform Marktauswirkungen? Individuelles Umsetzen, da generell keine populationsbezogenen Aussagen zu treffen sind (Evidenz) führt zu Unsicherheit? Wachstumsmarkt zwar durch Bedarfsanstieg (Demografie) durch Unsicherheiten in der individuellen Handhabe Überversorgung Fehlversorgung, Mangelversorgung - Marktversagen? Evidenzgrad steigt, Maßnahmeneinsatz ist rückläufig? Wachsender Bedarf Wachstumsmarkt, Angebot sinkt? Vielfach überholt der Markt/die Technologien die Evidenzfindung Zeitfaktor, Interessensfaktor, Generationenfaktor, Mittelfaktor? Wachstumsmarkt (zb Internetberatung Lebensstiländerungen), bessere Evidenzlage verschiebt jedoch Markt nicht Richtung System, könnte System/Anbieter entlasten, bieten aber nicht an Richtige Maßnahme richtige Zielpopulation richtiger Zeitpunkt Gesundheitserhaltung als Wachstumsmarkt mit mehr Gesundheit als Gewinnspanne

24 NEW YORKER David Sipress Item #:

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