Ihr Krebsleitfaden für Europa. Eine Hilfe, die Fragen zu Krebs beantwortet

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1 Ihr Krebsleitfaden für Europa Eine Hilfe, die Fragen zu Krebs beantwortet

2 Was bietet Ihnen der Leitfaden? 05 Wer ist Cancer Research UK? 07 Unsere Ziele 08 Was wir tun 13 Was ist Krebs? 15 Was sind die Ursachen von Krebs? 16 Wer ist von Krebs betroffen? 19 Wie lässt sich das Krebsrisiko reduzieren? 22 Hartnäckige Missverständnisse rund um Krebs 24 Wie wird Krebs behandelt? 27 Überlebensraten 29 Krebs- und Forschungspolitik in der EU 33 Aufklärung und Früherkennung 35 Unterschiede beim Krebs 37 Informationen für Krebsbetroffene 38 Welche Forschung zielt auf die Krebsbekämpfung ab? 40 Wichtige Projekte und die Bedeutung partnerschaftlicher Zusammenarbeit 45 Was die Zukunft für Krebs bereithält 49 Weltkarte zur Krebsverbreitung 50 Wie können Sie uns helfen, Krebs zu besiegen? 56 Nützliche Kontakte

3 Willkommen zu Ihrem Krebsleitfaden für Europa Diese Broschüre enthält zuverlässige und verständliche Informationen von Cancer Research UK, der weltweit führenden gemeinnützigen Organisation, die engagiert Krebs durch Forschung bekämpfen will. Wir möchten Ihnen mit dieser Broschüre helfen, Krebs und seine Auswirkungen zu verstehen. Die Krebsforschung hat in den letzten hundert Jahren enorme Fortschritte erzielt. So sind beispielsweise die Überlebensraten im Vereinigten Königreich in den letzten 40 Jahren um das Doppelte gestiegen. Cancer Research UK ist gemeinsam mit anderen Organisationen in der Europäischen Union (EU) maßgeblich an diesem Fortschritt beteiligt. Während dieser Zeit gab es zahlreiche Aktivitäten auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene wie Beschlüsse des Rates, die Europäische Partnerschaft für Maßnahmen zur Krebsbekämpfung, den Krebs- Kodex, Richtlinien für Vorsorgeuntersuchungen und Aktionspläne gegen den Krebs in einigen Mitgliedsstaaten. Dennoch ist Krebs nach wie vor ein akutes Thema in ganz Europa und die zweithäufigste Todesursache in der EU. Wir hoffen, dass dieser Leitfaden Sie und Ihre Aktivitäten in den europäischen Institutionen und in der Bevölkerung unterstützt. Gemeinsam besiegen wir den Krebs. Harpal S. Kumar Geschäftsführer von Cancer Research UK 2 3

4 Wer ist Cancer Research UK? Cancer Research UK ist die weltweit führende gemeinnützige Organisation, die durch Forschung Leben retten will. Wir haben neue Wege zur Vermeidung, Diagnose und Behandlung von Krebs entdeckt, mit denen wir bereits Millionen von Leben weltweit retten konnten. Wir haben unseren Beitrag bei der Entwicklung der meisten weltweit führenden Krebsmedikamente wie Tamoxifen, Herceptin und Temozolomid geleistet und waren Pioniere beim Einsatz der Strahlentherapie. Es bleibt aber noch viel zu tun, da Krebs für ein Fünftel aller Todesfälle in Europa verantwortlich ist. Unsere Forschung, die ausschließlich von der britischen Bevölkerung finanziert wird, trägt entscheidend dazu bei, dass mehr Menschen den Krebs besiegen können. Wussten Wir sind der größte unabhängige Geldgeber Sie schon... für die Krebsforschung in Europa und wir erhalten keine staatliche Unterstützung für unsere Forschung. 4 5

5 Unsere Ziele Unsere zehn ehrgeizigen Ziele verdeutlichen, wie wir unsere Vision verwirklichen wollen. Aber das schaffen wir nicht allein. Wir werden gemeinsam mit unseren Partnern darauf hinarbeiten, die folgenden Ziele bis zum Jahr 2020 im Vereinigten Königreich umzusetzen: 1 Die Bevölkerung wird wissen, wie sie Krebsrisiken senken kann 2 Die der Raucher wird drastisch sinken 3 Die Gefahr, dass Menschen unter 75 an Krebs erkranken, wird abnehmen 4 Krebs wird früher erkannt werden 5 Wir werden verstehen, wie Krebs entsteht und sich entwickelt 6 Die Behandlung wird verbessert und die Nebenwirkungen werden reduziert werden 7 Mehr Menschen werden Krebs überleben 8 Wir werden vor allem gegen Krebs in einkommensschwachen Gemeinschaften angehen 9 Von Krebs Betroffene werden die Informationen erhalten, die sie benötigen 10 Wir werden auch über das Jahr 2020 hinaus den Krebs bekämpfen Wussten Freiwillige schenken uns jedes Jahr Sie schon... 6,5 Mio. Stunden ihrer Zeit. 7

6 8 Was wir tun Research Wir konzentrieren uns hauptsächlich auf die Forschung, wodurch mehr Menschen denn je ihr Krebsleiden überleben. 2009/2010 investierten wir 396 Millionen in die Forschung. Wir kämpfen an allen Fronten gegen Krebs und erwerben stets neue Erkenntnisse, wie wir die Krankheit vermeiden, erkennen und behandeln können. Wir finanzieren die Arbeit von mehr als Wissenschaftlern, Ärzten und Pflegebediensteten. Unsere Wissenschaftler und Ärzte von Weltklasse arbeiten in über 50 Ländern mit Krebsexperten auf ein Ziel hin: gemeinsam den Krebs zu bekämpfen. Wir untersuchen die Ursachen von Krebs und suchen nach Möglichkeiten, Krebs vorzubeugen. Dabei verstehen wir immer besser, welche Faktoren die Risiken einer Person, an Krebs zu erkranken, erhöhen oder senken können. Wir untersuchen Krebs und Krebsrisiken bei über einer Million Menschen. Es gibt rund 200 verschiedene Krebstypen. Wir besitzen das Know-how und die Fachkenntnisse, um gegen all diese Typen vorzugehen. Wir sind entschlossen, Wege zu finden, um das Leben von Menschen zu retten, bei denen sich der Krebs bereits ausgebreitet hat. Wir erforschen Möglichkeiten, wie die Vorsorge verbessert werden kann, um Krebs in einem früheren Stadium zu entdecken. Im Vereinigten Königreich haben unsere Anstrengungen bereits die drei nationalen Vorsorgeprogramme für Brust-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs verbessert, die dazu beitragen, Tausende von Leben zu retten. Wir unterstützen rund 200 klinische Tests, und über Freiwillige helfen uns, neue und bessere Verfahren zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Krebs zu entwickeln. Wir bilden die nächste Generation von Forschern und Wissenschaftlern aus, um sicherzustellen, dass wir auch weiterhin schnelle Fortschritte in unserem Kampf gegen den Krebs erzielen. Wussten Im Vereinigten Königreich erhielt unser Team Sie schon... für Krebskampagnen vor Kurzem Zusagen von 260 Parlamentsabgeordneten, die mit allem Engagement Krebs bekämpfen wollen. Dies wird in den kommenden Jahren von größter Bedeutung sein. 9

7 10 Informationen Wir betreiben nicht nur Forschung, sondern helfen Jahr für Jahr auch Millionen von Menschen, alle benötigten Informationen zu finden, um sich besser über Krebs zu informieren und fundierte Entscheidungen zu treffen, wie sie die Krebsrisiken senken und ihre Krebsbehandlung verbessern können. Es ist unser Ziel, Tausende von Menschenleben zu retten, indem wir versuchen, Krebs bereits im Frühstadium zu erkennen, in dem eine Behandlung größere Erfolgschancen hat. Wir informieren zu Krebssymptomen und -vorsorgeuntersuchungen. Bis zu 50 % aller Krebsfälle wären bei einem anderen Lebenswandel vermeidbar. Wir klären über die Ursachen von Krebs und über Möglichkeiten zur Reduzierung von Krebsrisiken auf. Einflussnahme Gemeinsam mit unseren Förderern führen wir Kampagnen zu wichtigen Themen rund um den Krebs durch, darunter Zugang zu Medikamenten, Vorsorge, verringerter Tabakkonsum und Nutzung von Höhensonnen. Wir sind eine unabhängige Stimme für Krebspatienten, Forscher und Mitarbeiter im Gesundheitswesen. Wir sorgen dafür, dass Entscheidungsträger ihre Ansichten anhören und berücksichtigen. Diagramm A unten zeigt von uns finanzierte Forschungsprojekte. Von jedem Euro, den wir (außer über den Einzelhandel) erhalten, gehen 90 Cent in unsere Arbeit zum Kampf gegen den Krebs ein. 5,7 Mio Gehirnkrebs 7,2 Mio Blasenkrebs 11,1 Mio Bauchspeicheldrüsenkrebs 44,3 Mio beispielsweise für Sarkome, Gebärmutterhals-, Nieren-, Magen-, Hoden- oder Rachenkrebs und über 100 weitere Krebsarten 11,3 Mio Non-Hodgkin- Lymphome 157 Mio Grundlagenforschung* 12,6 Mio Eierstockkrebs 14,1 Mio 17,8 Mio Lungenkrebs Leukämie 15,8 Mio Hautkrebs 49,1 Mio 20,5 Mio Prostatakrebs 29,4 Mio Darmkrebs * In der Grundlagenforschung versuchen unsere Wissenschaftler in der Laborforschung zu verstehen, wie normale Zellen funktionieren und was bei Krebs falsch läuft. Diese Forschung ist von grundlegender Bedeutung, da sie unsere Kenntnisse der molekularen Grundlage der Krankheit verbessert und das Fundament für neue Verfahren zur Erkennung und Behandlung vieler verschiedener Krebstypen legen kann. Wechselkurs GBP zu EUR vom 26. November 2010 (www.xe.com/ucc/) 11

8 Was ist Krebs? Der Begriff Krebs beschreibt eine Gruppe von mehr als 200 Krankheiten, die durch ein unkontrolliertes, abnormales Zellwachstum gekennzeichnet sind. Für die verschiedenen Krebstypen gibt es unterschiedliche Ursachen, Symptome und Therapien. Krebs tritt auf, wenn Zellen Fehler in ihrem genetischen Code, ihrer DNA, entwickeln. Durch diese Fehler können Zellen eine unkontrollierte Vermehrung in Gang setzen. Krebs kann sich über das Blut oder das Lymphsystem in das umgebende Gewebe oder auf andere Bereiche des Körpers ausdehnen. Wenn sich Krebs erst einmal ausgebreitet hat, ist eine erfolgreiche Behandlung schwierig. Wussten Jedes Jahr sterben rund Menschen Sie schon... an seltener auftretenden Krebstypen das sind 54 % aller Krebstoten in Europa

9 Was sind die Ursachen von Krebs? Alles, was die Gene in unseren Zellen verändert, kann letztendlich zu Krebs führen. Es müssen aber eine Reihe von Genen in einer Zelle beschädigt werden, bevor eine Zelle von Krebs befallen wird. Die überwiegende Mehrheit von Krebsarten wird durch DNA-Schäden verursacht, die sich über die Lebensdauer einer Person ansammeln ( sporadischer Krebs). Darum tritt Krebs auch bei älteren Menschen häufiger auf. Es gibt viele Ursachen für DNA-Schäden wie die Chemikalien im Zigarettenrauch oder ultraviolettes Licht (UV-Licht). Krebsarten, die unmittelbar durch von einem Elternteil vererbte genetische Defekte hervorgerufen werden sind selten. So gibt es beispielsweise bei acht von neun Frauen, die an erkranken, keine bisherigen erkrankungen in der Familie. Einige Viren werden mit Krebs in Verbindung gebracht, wie beispielsweise das humane Papilloma- Virus, das Gebärmutterhalskrebs und eine Reihe anderer Krebsarten verursachen kann. Rauchen ist weltweit die Hauptursache für Krebs, aber auch Menschen, die übergewichtig sind oder zu viel Alkohol trinken sind stärker krebsgefährdet. Wussten Rauchen ist in den Industrienationen für Sie schon... mehr als ein Viertel (29%) aller Krebstoten 14 verantwortlich. 15

10 Wer ist von Krebs betroffen? Jeder fünfte Todesfall in Europa ist auf Krebs zurückzuführen. Die Überlebenschancen sind in Europa sehr unterschiedlich und liegen beispielsweise in osteuropäischen Ländern erheblich niedriger als in anderen europäischen Staaten. Jedes Jahr wird bei schätzungsweise 2,45 Millionen Menschen in Europa Krebs diagnostiziert. Jährlich sterben 1,23 Millionen Menschen in der EU an Krebs. Es wurden bereits enorme Fortschritte erzielt, doch liegen neue Herausforderungen vor uns, da eine alternde Bevölkerung ein erhöhtes Auftreten von Krebs mit sich bringt. Mit besserer Vorbeugung, Vorsorge und Behandlung könnten mehr Bürger in Europa überleben oder erst gar nicht an Krebs erkranken. Die Überlebenschancen bei Krebs hängen aber häufig davon ab, wo Sie leben, behandelt werden und ob Sie Zugang zu Informationen haben. Wussten Alter ist der größte einzelne Risikofaktor Sie schon... für Krebs je älter Sie sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie an Krebs erkranken. Und bei einigen Krebsarten besitzen wir noch nicht das Wissen, um sie zu vermeiden, zu behandeln oder zu heilen. Intensivere Forschung könnte aber die Antworten liefern. Das folgende Diagramm zeigt die häufigsten Krebsarten bei Männern und Frauen in der EU. (Quelle: GLOBOCAN Factsheet 2008) Prostatakrebs Kolorektalkrebs Lungenkrebs Krebs des Gebärmutterkörpers (Corpus uteri) Blasenkrebs Eierstockkrebs Gebärmutterhalskrebs (Cervix uteri) Hautmelanome Non-Hodgkin-Lymphome Nierenkrebs Magenkrebs Leukämie Bauchspeicheldrüsenkrebs Hodenkrebs Globale, nach Altersgruppen standardisierte Inzidenzrate pro Personen Sterblichkeit Inzidenz 16 17

11 Wie lässt sich das Krebsrisiko reduzieren? Der Lebensstil kann sich spürbar auf das Krebsrisiko auswirken. Hunderttausende von Krebsfällen in der EU wären jedes Jahr durch eine gesündere Lebensweise vermeidbar. Nicht rauchen Rauchen ist die größte Einzelursache für Krebs in den Industrienationen. Mehr als ein Viertel (27 %) aller Krebstoten sind Raucher. Laut Forschungsergebnissen ist Rauchen für mehr als ein Dutzend verschiedener Krebstypen verantwortlich. Nicht jeder Raucher erkrankt an Krebs, aber das Risiko an Krebs zu erkranken ist bei Rauchern erheblich größer als bei Nichtrauchern. Weniger Alkohol trinken Alkohol erhöht das Risiko für sieben Krebstypen und gilt im Vereinigten Königreich als Ursache für Krebstote pro Jahr. Geringe Alkoholmengen können die Gefahr einiger Krebsarten (wie ) erhöhen, aber insgesamt ist die Gefahr bei geringem Alkoholkonsum (ein kleines Glas pro Tag für Frauen, zwei kleine Gläser täglich für Männer) begrenzt. 19

12 Ein gesundes Körpergewicht halten Die Forschung zeigt, dass viele verschiedene Krebsarten häufiger bei übergewichtigen oder fettleibigen Personen auftreten. Dies gilt beispielsweise für Darm-, Speiseröhrenund Gebärmutterkrebsarten. Ein gesundes Körpergewicht ist nach Nichtrauchen eine der besten Lösungen, um das Krebsrisiko zu senken. Cancer Research UK hat gemeinsam mit Weight Concern zehn Top-Tipps zum idealen Körpergewicht formuliert, die Sie unter tentoptips/ finden. Die Tipps basieren auf Forschungsergebnissen und lassen sich mühelos im Alltag umsetzen. Gesunde, ausgewogene Ernährung Die Ernährung wirkt sich auf eine Reihe von Krebsarten wie Darm-, Magen- und Mundkrebs aus. Eine gesunde Ernährung hilft auch, ein gesundes Gewicht zu halten. Gegenwärtig wird zu einer ballaststoffreichen Ernährung mit viel Obst und Gemüse und wenig dunklem Fleisch (d. h. Rind oder Schwein), gesättigten Fetten und Salz geraten. Fit bleiben Sich körperlich fit zu halten könnte jedes Jahr Tausende von Krebserkrankungen vermeiden. Für Erwachsene werden mindestens 30 Minuten mäßiger körperlicher Betätigung an fünf Tagen pro Woche empfohlen. Mäßige körperliche Betätigung ist alles, durch das man sich warm oder leicht außer Atem fühlt wie ein strammer Spaziergang, Gartenarbeit, Tanzen oder Hausarbeit. Sonnenschutz SunSmart ist die vom britischen Gesundheitsministerium finanzierte und von Cancer Research UK geleitete Kampagne im Vereinigten Königreich zur Vorbeugung von Hautkrebs. Die zwei Hauptmaßnahmen für SunSmart (richtiges Verhalten in der Sonne) ist sicherzustellen, dass Sie keinen Sonnenbrand bekommen und keine Sonnenbank nutzen. Besuchen Sie und erfahren Sie mehr darüber. Die EU-Kommission liefert unter der folgenden Internetadresse Informationen und Tipps zu nationalen Kampagnen in allen EU-Mitgliedsstaaten: holidays/sunscreens_en.htm Wussten Ein gesundes Körpergewicht ist ein großartiger Sie schon... Weg, um das Krebsrisiko zu reduzieren

13 Hartnäckige Missverständnisse rund um Krebs Es existieren viele Gerüchte rund um Krebs, mit denen Sie konfrontiert werden könnten. Es folgen einige der gängigen Missverständnisse zum Thema Krebs und wissenschaftliche Ansichten hinsichtlich der jeweiligen Berechtigung sowie der Risiken: Handys Bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge erhöht die Nutzung von Handys über einen Zeitraum von weniger als zehn Jahren nicht das Risiko, an irgendeiner Krebsart zu erkranken. Dieser Bereich wird aber noch erforscht und Cancer Research UK sucht weiterhin nach neuen Hinweisen. Stromleitungen Alles, was Elektrizität nutzt oder leitet von Haushaltsgeräten bis hin zu Stromleitungen erzeugt ein elektromagnetisches Feld (EMF). Es gibt große Bedenken, dass die von Stromleitungen erzeugten EMF Krebs erregen könnten. Es gibt kaum überzeugende Beweise dafür, dass eine Verbindung zwischen Stromleitungen und Krebs bei Erwachsenen besteht. Einige Studien deuten jedoch auf eine statistische Verbindung zwischen der Exposition gegenüber EMF und einem leicht erhöhten Risiko von Leukämie während der Kindheit hin. Die internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat EMF als mögliche Ursache für Krebs eingestuft. Deodorants Es gibt keine überzeugenden Hinweise dafür, dass Antitranspirante und Deodorants zu führen können. Eine ausgedehnte, 1500 Frauen umfassende Studie aus dem Jahr 2002 suchte nach Zusammenhängen zwischen dem Gebrauch von Antitranspiranten und. Die Forscher gelangten zu dem Ergebnis, dass weder Antitranspirante noch Deodorants das risiko erhöhen. Weitere Informationen zu häufigen Missverständnissen zum Thema Krebs finden Sie unter: healthyliving/cancercontroversies/ Wussten Sie schon... In der EU sterben jedes Jahr 1,23 Millionen Menschen an Krebs

14 Wie wird Krebs behandelt? Da viele verschiedene Krebsarten existieren, gibt es nicht nur einen einzigen Therapieansatz. Die drei gängigsten Krebstherapien sind chirurgische Eingriffe, Radiotherapie (Bestrahlung) und Chemotherapie. Wenn Krebsgewebe entfernt werden kann, ist eine Operation in der Regel die erste Behandlungsoption. Nach dem chirurgischen Eingriff kann eine Krebserkrankung mit Radio- oder Chemotherapie weiterbehandelt werden. Die Radiotherapie ist eine Behandlung mit Röntgenstrahlen, die Chemotherapie ist eine Behandlung mit Medikamenten, die Krebszellen abtöten. Beide Therapien wirken gezielt gegen Zellen, die sich teilen und vermehren ein Vorgang, der bei Krebszellen viel häufiger erfolgt als bei anderen Zellen. In Vereinigtes Königreich haben vierzig Prozent aller ehemaligen Krebspatienten u. a. Radiotherapie erhalten. Wenn Krebs hormonabhängig ist (wie einige Brust- oder Prostatakrebsarten), kann eine Hormontherapie dazu beitragen, ein Wiederauftreten des Krebses im Frühstadium zu verhindern, oder dabei helfen, einen fortgeschrittenen Krebs zu kontrollieren. Es werden beständig neue Behandlungsmethoden entwickelt. Biologische Therapien finden immer stärkere Anwendung. Dabei handelt es sich im Allgemeinen um Behandlungen, die natürliche Körpersubstanzen nutzen, oder um Medikamente, die aus diesen Substanzen hergestellt werden, und die Interaktion und Signale zwischen Zellen beeinflussen. Viele dieser neuen Behandlungsmethoden werden als gezielte Therapien beschrieben, da sie auf spezifische Moleküle in Krebszellen gerichtet sind. Klinische Studien sind ein wichtiger Aspekt bei der Entwicklung neuer Krebsbehandlungen. Neue Behandlungen müssen in der Klinik gründlich erprobt werden, bevor sie für Patienten allgemein zugelassen werden. Cancer Research UK arbeitet mit Ärzten und Pflegepersonal zusammen und unterstützt rund 200 klinische Studien, von denen viele neue Arzneimittel und Behandlungsmethoden für Krebs testen. Wussten Wir unterstützen rund 200 klinische Studien Sie schon... zur Entwicklung neuer Mittel gegen Krebs. In den nächsten fünf Jahren werden wir unsere Anstrengungen in diesem Bereich noch weiter intensivieren

15 Das folgende Diagramm zeigt die altersstandardisierte relative Überlebensrate für alle Krebsarten nach Ländern in Europa. (Quelle: Sant M et al., EUROCARE-4. Survival of cancer patients diagnosed , Eur J Cancer (2009)) Schweden Island Österreich Finnland Schweiz Belgien Norwegen Frankreich Deutschland Portugal Italien Niederlande Spanien Malta Wales (GB) England (GB) Irland Nordirland (GB) Schottland (GB) Tschechische Republik Slowenien Polen 0% 20% 40% 60% 80% 100% Altersstandardisierte relative Überlebensrate für alle Krebsarten nach europäischen Ländern Überlebensraten Die Überlebensraten messen, wie viele Patienten nach ihrer ersten Diagnose einen festgelegten Zeitraum überleben. In der Regel messen wir über einen Zeitraum von fünf oder zehn Jahren, aber auch das Interesse an Überlebensraten über ein Jahr wächst. Die Überlebenschancen bei Krebs variieren europaweit sowie auch innerhalb der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten. Cancer Research UK ist bei einem Projekt federführend, das den Ursachen für die unterschiedlichen Überlebensraten in einigen (europäischen und außereuropäischen) Ländern mit vergleichbaren Gesundheitssystemen und aussagekräftigen Krebsdaten auf den Grund gehen soll. Wir hoffen, dass dieses Programm Aufschlüsse liefern wird, die allen Partnern helfen, die Überlebensraten bei Krebs zu verbessern. Wussten 2009/10 investierte Cancer Research UK Sie schon... mehr als 400 Millionen in die Krebsforschung und weitere 17 Millionen in Aufklärungstätigkeiten und Interessensvertretung. 26 Altersstandardisierte relative Überlebensrate über 5 Jahre für Europa 27

16 Krebs- und Forschungspolitik in der EU In den letzten Jahren kam es zu einer Reihe von wichtigen Entwicklungen in der europäischen Krebspolitik und fortlaufenden Bemühungen, einigen Problemen entgegenzutreten: Europäischer Kodex zur Krebsbekämpfung Der Europäische Kodex zur Krebsbekämpfung umfasst elf Empfehlungen für die Bürger der Europäischen Union zur Vermeidung bestimmter Krebsarten und zur Verbesserung ihres allgemeinen Gesundheitszustands. Weitere Informationen finden Sie unter: cancercode_en.pdf Europäische Partnerschaft für Maßnahmen zur Krebsbekämpfung Die Europäische Kommission hat ihren langjährigen Einsatz für den Kampf gegen Krebs durch die für den Zeitraum 2009 bis 2013 geplante Europäische Partnerschaft für Maßnahmen zur Krebsbekämpfung intensiviert. Diese Partnerschaft, die an die früheren Europa gegen Krebs -Programme anknüpft, will ein breites Spektrum von Interessengruppen aus allen EU-Staaten in eine kollektive Anstrengung einbeziehen, um gemeinsam durch eine Reihe von Arbeitsprogrammen Krebs zu bekämpfen. Wussten Sie schon... In der letzten Minute hat Ihr Körper 300 Millionen neue rote Blutkörperchen, Millionen neue Darmzellen und neue Hautzellen produziert. 29

17 Krebsfrüherkennung durch Vorsorge Gemäß den Empfehlungen des Rates vom 2. Dezember 2003 zur Krebsfrüherkennung (2003/878/EG) bemüht sich die Europäische Union um eine ausreichende Vorsorge für Brust-, Gebärmutterhals- und Kolorektalkrebs. Die Empfehlungen des Rates (vom Juni 2008) skizzierten Maßnahmen zur Reduzierung von Krebsrisiken. So rief der Rat die Mitgliedsstaaten zur Formulierung und Umsetzung umfassender Krebsstrategien bzw. -pläne auf und forderte die Europäische Kommission auf, innerhalb der EU sowie international die Zusammenarbeit in der Krebsforschung zu intensivieren. Informationen zu Krankheiten und Bedingungen Eine Reihe von Aktivitäten der EU beschäftigt sich mit der Überwachung und Erfassung vergleichbarer Daten in Bezug auf das Auftreten von und Untersuchungsergebnisse zu Krebs in Europa. Da Tabak, Übergewicht und Alkohol die drei häufigsten Ursachen für vermeidbaren Krebs sind, werden auch zahlreiche wichtige Maßnahmen zur Kontrolle von Tabak- und Alkoholkonsum, Lebensmitteln, zur Förderung gesunder Ernährung und körperlicher Betätigung ergriffen. Auch die Forschungspolitik, namentlich das Rahmenprogramm zur Finanzierung von Krebsprojekten, und legislative Maßnahmen wie die Richtlinie für klinische Studien können der Forschung in Europa helfen, Krebs, Krebsvermeidung und -behandlung besser zu verstehen. Wenn Sie weitere Informationen zu konkreten Themenbereichen, Arbeits- oder Informationspapieren wünschen, kontaktieren Sie uns bitte per unter: 30 31

18 Aufklärung und Früherkennung Die Krebsfrüherkennung ist für eine erfolgreiche Behandlung und optimale Überlebenschancen entscheidend. Die britische National Awareness and Early Diagnosis Initiative (NAEDI, nationale Aufklärungsund Früherkennungsinitiative) wurde im Rahmen einer Strategie zur verbesserten Krebsdiagnose in England gegründet, um das Problem verspäteter Diagnosen anzugehen. Die Initiative geht auf die Cancer Reform Strategy (CRS, Krebsreformstrategie) von 2007 zurück und wird gemeinsam vom National Cancer Director for England (nationaler Krebsdirektor für England), Professor Mike Richards und Cancer Research UK geleitet. Die NAEDI-Initiative strebt eine Krebserkennung in einem früheren Stadium an, um die Ergebnisse zu verbessern, die Überlebensrate zu erhöhen und die Sterblichkeit durch Krebs zu reduzieren. Weitere Informationen finden Sie unter: Wussten Wenn Krebs in einem frühen Stadium erkannt Sie schon... wird, d. h. bevor er zu groß wird oder sich auf andere Körperbereiche ausbreitet, lässt er sich häufig problemlos entfernen oder behandeln. 33

19 Unterschiede beim Krebs Es gibt in verschiedenen Gruppen in Europa nach wie vor erhebliche Unterschiede beim Auftreten und den Folgen von Krebserkrankungen. So sind die Überlebensraten in osteuropäischen Ländern beispielsweise deutlich niedriger. Die Unterschiede können auf genetische Aspekte, Informationen und Aufklärung, Mangel an Grundbedürfnissen, Lebensweise und Behandlung zurückgeführt werden. So ist z. B. die Wahrscheinlichkeit bei ungelernten Arbeitskräften, an Krebs zu sterben, deutlich höher als bei Fachkräften. Aber die Sterberate ist auch zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten und sogar innerhalb einzelner Mitgliedsstaaten sehr unterschiedlich und in der Regel in Regionen am höchsten, in denen erheblicher Mangel an Grundbedürfnissen herrscht. Wussten Das Risiko einer Erkrankung an bestimmten Sie schon... Krebsarten ist in stark benachteiligten Gebieten am größten, und die Überlebensraten für die meisten Krebsarten bei stark benachteiligten Patienten deutlich niedriger. 35

20 Informationen für Krebsbetroffene Beratung Die Diagnose Krebs kann ein großer Schock sein und Betroffene haben möglicherweise viele Fragen zu ihrem Leben mit Krebs darunter Fragen zur Behandlung und den Folgen oder Fragen zu praktischen Belangen. Cancer Research UK stellt der britischen Bevölkerung zahlreiche Dienste zur Verfügung, um ihnen Zugang zu Informationen zu bieten. Dazu gehören die Website: eine gebührenfreie Helpline, die von erfahrenen Krebsschwestern betreut wird, sowie unser Internet-Forum, in dem Betroffene Informationen und Erfahrungen austauschen und einander unterstützen können. Auch in anderen Ländern gibt es Organisationen, die über Krebs aufklären. Informationen zu diesen Organisationen und Links zu den entsprechenden Websites finden Sie unter: publications_otherlangs.htm. Wussten Über eine Million Menschen besuchen jeden Sie schon... Monat die Website CancerHelp UK, um aktuelle und zuverlässige Informationen zu Krebsthemen zu finden. 37

21 Welche Forschung zielt auf die Krebsbekämpfung ab? Ein breites Spektrum an Krebsforschungsprojekten zielt darauf ab, die Krankheit besser zu verstehen, um die Vorbeugung, Diagnose und Behandlung zu verbessern. Einige Beispiele: Grundlagenforschung in Laboren Laborforschung untersucht die Funktionsweise unserer Körperzellen und was bei Krebszellen anders abläuft. Die im Labor gemachten Entdeckungen helfen Wissenschaftlern und Ärzten, die Krankheit wirksamer zu bekämpfen. Verhaltens- und Präventionsforschung Diese Forschung betrachtet, wie Krebs verschiedene Bevölkerungsgruppen betrifft, und sie identifiziert Hauptrisikofaktoren. Ziel ist es, die Krankheit zu vermeiden und stärker über die Ursachen von Krebs aufzuklären. Translationale Forschung Bei diesem Forschungstyp werden im Labor gemachte Entdeckungen in Verfahren zur Prävention, Erkennung und Behandlung von Krebs verwandelt. Klinische Forschung Klinische Studien sind ein zentrales Element bei der Erprobung neuer Arzneimittel und Verfahren zur Vorbeugung und Erkennung von Krebserkrankungen. Klinische Studien werden in der gesamten EU gemäß den Anforderungen der Richtlinie für klinische Studien und nationaler Vorschriften durchgeführt. Die Richtlinie wird derzeit überarbeitet. Wussten Sie schon... Unsere Wissenschaftler und Ärzte haben zur Entwicklung der meisten führenden Krebsmittel beigetragen, und wir waren Vorreiter beim Einsatz von Radiotherapie in der Krebsbehandlung

22 40 Wichtige Projekte und die Bedeutung partnerschaftlicher Zusammenarbeit Wir arbeiten häufig mit Partnern (anderen gemeinnützigen Organisationen, der Industrie oder staatlichen Behörden) zusammen, um Ressourcen gemeinsam zu nutzen, Erfahrungen auszutauschen und Duplizierung zu vermeiden. Unsere Wissenschaftler, Ärzte und Pflegebediensteten sind allesamt Koryphäen. Sie bekämpfen gemeinsam mit Krebsexperten in über 50 Ländern Krebs und haben zur Entwicklung der meisten der weltweit führenden Krebsmittel beigetragen. Auch die Bedeutung internationaler und klinischer Studien nimmt zu. Im Folgenden einige Beispiele wichtiger Projekte. Cancer Research Technology Limited (CRT) Diese Zweigorganisation von Cancer Research UK konzentriert sich auf die Entwicklung und Kommerzialisierung von Technologie speziell zur Krebsbekämpfung. CRT will sicherstellen, dass Krebspatienten maximal von der mit öffentlichen Geldern finanzierten Krebsforschung profitieren können. Dazu werden Entdeckungen für die Entwicklung von Therapiemaßnahmen, Impfstoffen oder Diagnosen in Partnerschaft mit der Industrie genutzt. Wussten Sie schon... Wir finanzieren die Arbeit von mehr als Wissenschaftlern, Ärzten und Pflegebediensteten. Unsere herausragenden Wissenschaftler und Ärzte arbeiten in über 50 Ländern mit Krebsexperten auf ein Ziel hin: gemeinsam den Krebs zu bekämpfen. European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC, prospektive europäische Studie über Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs) Cancer Research UK wirkt an der größten Studie aller Zeiten zu den Zusammenhängen zwischen Ernährung und Gesundheit mit. Diese Studie hat bereits wichtige Erkenntnisse gebracht, beispielsweise über den Zusammenhang von übermäßigem Verzehr dunkler Fleischsorten und Krebs. Diese und weitere Entdeckungen werden zu fundierten Strategien zur Krebsprävention führen und letztlich Leben retten. International Cancer Benchmarking Partnership (internationale Partnerschaft für Krebs- Vergleichsstudien) Wir sind ein maßgeblicher Koordinator für die International Cancer Benchmarking Partnership. Dieses Programm will die Ursachen für die unterschiedlichen Überlebensraten in den jeweiligen Ländern oder Regionen mit vergleichbaren Gesundheitssystemen und aussagekräftigen Krebsdaten erforschen. Das Programm wird hoffentlich wichtige Aufschlüsse liefern und zu Maßnahmen führen, damit alle Partner die Überlebensraten in ihren Ländern verbessern können. Acht Länder sind an diesem Projekt beteiligt: England, Nordirland, Wales, Dänemark, Schweden, Norwegen, Kanada und Australien. Im Rahmen des Programms sind fünf Arbeitsmodule vorgesehen, die die Ursachen für eine verspätete Erkennung und Behandlung und Unterschiede in der Behandlungsqualität in den Partnerländern untersuchen. 41

23 International Cancer Genome Consortium (ICGC, Internationales Krebsgenom-Konsortium) Das ICGC bemüht sich um eine umfassende Beschreibung genomischer, transkriptomischer und epigenomischer Veränderungen bei 50 verschiedenen Tumortypen bzw. -subtypen, die weltweit von klinischer und gesellschaftlicher Bedeutung sind. Cancer Research UK ist bei den Projekten zu Prostata- und Speiseröhrenkrebs federführend mit dabei. von Therapien, die auf spezifische Gene einwirken, Ärzte Zugriff auf die besten verfügbaren Tests haben, die sie bei der Entscheidung unterstützen, welche Krebspatienten für bestimmte Mittel geeignet sind. UKCMRI (UK Centre for Medical Research and Innovation, britisches Zentrum für medizinische Forschung und Innovation) UKCMRI ist eine Partnerschaft zwischen vier weltweit führenden Forschungsorganisationen im biomedizinischen Bereich: Cancer Research UK, dem Medical Research Council (MRC, medizinischer Forschungsrat), dem University College London (UCL, College der Universität London) und dem Wellcome Trust. UKCMRI unterstützt die fachgebietsübergreifende Zusammenarbeit und Umsetzung zunehmend spezialisierter wissenschaftlicher Forschung vom Labor bis hin zum Krankenhaus und zur Apotheke. Diese Partnerschaft vereinigt die besten Wissenschaftler, Ärzte und Forscher unter einem Dach, ermöglicht ihnen die Zusammenarbeit und den Austausch modernster Ressourcen und Kenntnisse und hilft uns, unser Ziel zu erreichen: den Krebs zu besiegen. Angestrebt ist die Einrichtung eines Forschungszentrums von Weltklasse, um einige der größten medizinischen Herausforderungen der Gegenwart im größten biomedizinischen Forschungszentrum Europas anzugehen. Stratified Medicine (Individualisierte Therapie) Im Oktober 2010 startete Cancer Research UK ein Programm im Wert von mehreren Millionen Pfund zur individualisierten Therapie (stratifizierten Medizin) mit dem Ziel, die genetische Revolution für eine bessere Behandlung von Krebspatienten zu nutzen. In Zusammenarbeit mit AstraZeneca und Pfizer und unterstützt durch eine Investition in die stratifizierte Medizin in Höhe von 50 Millionen Pfund durch das britische Technology Strategy Board will das Programm einen nationalen Dienst einrichten, der Krebspatienten einheitliche, hochwertige und kosteneffektive genetische Tumortests anbietet, und dabei gleichzeitig wertvolle Forschungsdaten erfasst. Gemeinsam mit Kliniken und Laboren werden wir genetische Tests verbessern, genetische Tumordaten sammeln und diese mit Informationen zu Behandlungen und Ergebnissen verknüpfen. Durch die Sammlung dieser Daten Weitere Informationen zu Projekten, die können wir wirksamere Krebsbehandlungen für Cancer Research UK finanziert, finden Sie unter: die Zukunft entwickeln, und die genetischen Tests gewährleisten, dass mit der künftigen Verfügbarkeit 42 ourcurrentresearch/ 43

24 Was die Zukunft für Krebs bereithält Europäer leben länger in erster Linie dank des besseren öffentlichen Gesundheitswesens. Krebs tritt bei uns vor allem bei älteren Menschen auf. Mit einer zunehmend alternden Bevölkerung wird die der Krebspatienten in den kommenden Jahren daher vermutlich steigen. Die gute Nachricht ist aber, dass durch Früherkennung und bessere Krebsbehandlungen mehr Menschen Krebserkrankungen überleben werden. Neue Methoden zur Prävention, Vorsorge und Erkennung und neue Generationen gezielter, maßgeschneiderter Medikamente und Therapien könnten die Krebsdienste in den nächsten zehn Jahren und darüber hinaus erheblich verbessern. Dank der Forschung haben wir große Fortschritte bei der Entwicklung von Krebsbehandlungen erzielt. Ein wichtiger Forschungsbereich ist die stratifizierte Medizin beispielsweise durch Herceptin. Dieses Mittel gegen wirkt nur bei Frauen, deren Krebszellen eine genetische Mutation durchlaufen haben, infolge der sie große Mengen des Proteins HER2 erzeugen. 45

25 Auch bei der Vorsorge werden Fortschritte erzielt. Die Europäische Kommission empfiehlt Vorsorgeuntersuchungen im Rahmen strukturierter Programme, die auf allen Ebenen überwacht werden. Daneben sollte fachkundige Aufklärung über Vorzüge und Risiken erfolgen. Eine Senkung der Todesrate und Inzidenz bei fortgeschrittener Krebserkrankung ist nur dann möglich, wenn eine möglichst breite Bevölkerungsgruppe erfasst wird und rigorose Qualitätsstandards eingehalten werden. Die Europäische Union hat daher unter Hinzuziehung diverser Interessensgruppen Richtlinien zur Vorsorge bei Gebärmutterhalsund veröffentlicht und wird in Kürze auch Richtlinien für Dickdarmkrebs verabschieden. Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in der EU. 32 % aller weiblichen und 11 % aller männlichen Krebstoten litten unter Brust-, Gebärmutterhalsund Kolorektalkrebs. Angesichts einer alternden Bevölkerung wird diese Ziffer zunehmen, sofern diese Rate nicht durch Präventivmaßnahmen gesenkt werden kann. Gemäß der Empfehlung des Rats vom 2. Dezember 2003 zur Krebsvorsorge (2003/878/EC) bemüht sich die EU konzertiert um ausreichende Vorsorge für Brust-, Gebärmutterhalsund Kolorektalkrebs. In der Krebsvorsorge wurden große Fortschritte erzielt. Dennoch bleibt viel zu tun. In der EU nehmen bereits viele Patienten an Vorsorgeuntersuchungen teil. Ihre Zahl liegt aber dennoch bei weniger als der Hälfte der jährlichen Mindestzahl von Patienten, die zu erwarten wären, wenn die von der Ratsempfehlung festgelegten Vorsorgeuntersuchungen für alle EU-Bürger der entsprechenden Altersgruppen verfügbar wären (rund 125 Millionen Untersuchungen jährlich). In vielen Mitgliedsstaaten müssen Vorsorgeprogramme umgesetzt werden, und auch in den Ländern, in denen diese Programme bereits mit Erfolg laufen, können weitere Verbesserungen vorgenommen werden (wie das Flexi-Scope bei der Darmkrebsvorsorge, das an Stelle von Blutproben treten soll und dadurch die Überlebensrate von Patienten spürbar erhöhen könnte). Die Wissenschaft nutzt zudem ihre Kenntnisse über defekte krebserregende Gene bei der Entwicklung neuer Arzneimittel, die gezielt auf Krebszellen einwirken nicht auf gesunde Zellen. Für optimale Wirksamkeit müssen diese gezielten Behandlungen mit so genannten intelligenten Medikamenten Hand in Hand mit genetischen Tests eingesetzt werden

26 Weltkarte zur Krebsverbreitung Eine Aufschlüsselung der schätzungsweise 12,7 Millionen neuer Fälle, altersstandardisierten Inzidenzraten und der am häufigsten diagnostizierten Krebsarten nach Region, 2008 Nordeuropa Prostatakrebs Kolorektalkrebs Lungenkrebs 490,500 16% 14% 12% 12% Nordamerika Lungenkrebs Prostatakrebs Kolorektalkrebs 1,603,900 15% 13% 13% 11% Westeuropa Kolorektalkrebs Lungenkrebs Prostatakrebs 1,034,300 16% 14% 13% 10% Mittel- und Osteuropa 985,200 Lungenkrebs 14% Kolorektalkrebs 13% 12% Magenkrebs 8% Karibik Prostatakrebs Lungenkrebs Kolorektalkrebs 79,300 20% 11% 11% 9% Mittelamerika Prostatakrebs Gebärmutterhalskrebs (Cervix uteri) Magenkrebs 176,600 12% 10% 9% 8% Südamerika Prostatakrebs Lungenkrebs Kolorektalkrebs 650,300 14% 13% 8% 7% Quelle: GLOBOCAN 2008, Cancer Incidence and Mortality Worldwide. IARC, 2010 (http://globocan.iarc.fr) Südeuropa Kolorektalkrebs Lungenkrebs Prostatakrebs Nordafrika Lungenkrebs Blasenkrebs Non-Hodgkin-Lymphome 164,400 17% 7% 713,900 14% 13% 12% 11% 7% 7% Westafrika Gebärmutterhalskrebs (Cervix uteri) Leberkrebs Prostatakrebs 184,100 16% 16% 11% 7% Zentralafrika Leberkrebs Gebärmutterhalskrebs (Cervix uteri) Prostatakrebs 66,900 16% 12% 12% 6% Südafrika Prostatakrebs Speiseröhrenkrebs Gebärmutterhalskrebs (Cervix uteri) 79,200 11% 10% 9% 8% Ostafrika Gebärmutterhalskrebs (Cervix uteri) Kaposisarkom Speiseröhrenkrebs Westafrika Lungenkrebs Kolorektalkrebs Magenkrebs 221,100 14% 11% 8% 7% 223,300 13% 12% 8% 7% Zentral- und Südasien 1,423,100 Gebärmutterhalskrebs 12% (Cervix uteri) 12% Lungenkrebs 7% Lippen-/ 7% Mundhöhlenkrebs Australien/Neuseeland 127,000 Prostatakrebs 17% Kolorektalkrebs 14% 13% Hautmelanome 11% Ostasien Lungenkrebs Magenkrebs Leberkrebs Kolorektalkrebs 3,720,700 17% 16% 13% 10% Südostasien Lungenkrebs Leberkrebs Kolorektalkrebs Melanesien Lippen- /Mundhöhlenkrebs 725,600 14% 12% 10% 9% Gebärmutterhalskrebs (Cervix uteri) Leberkrebs 49 7,000 12% 10% 9% 7%

27 Wie können Sie uns helfen, Krebs zu besiegen? Die EU spielt eine wichtige Rolle als Hoffnungsträger der europäischen Bevölkerung im Kampf gegen Krebs. Sie gibt Millionen von Menschen Hoffnung. Durch die konzertierte Aktion nationaler und regionaler Regierungen, Patientenvereinigungen, akademischer Institutionen, der Industrie und anderen Interessensgruppen können wir die Krebsergebnisse für viele europäische Patienten verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die EU-Institutionen, Forschungs- und Patientenorganisationen und anderen Organisationen sowie die nationalen und regionalen Körperschaften gemeinsam auf Folgendes hinarbeiten: Unterstützung der europäischen Krebsforschung und Festlegung eines gesetzlichen Rahmenwerks für die Durchführung solcher Forschung. Anerkennung und Förderung der Einbeziehung gemeinnütziger Organisationen wie Forschungsorganisationen, Patientengruppen und akademischer Institutionen bei Themen Bewältigung gesamteuropäischer Herausforderungen (wie eine alternde Bevölkerung und zunehmendes Übergewicht zur Koordinierung der erforderlichen Maßnahmen in diesen Bereichen und zur Ermunterung hinsichtlich einer gesünderen Lebensweise). Förderung von Früherkennung und wirksamer Behandlung auch wenn letztere weitgehend eine nationale Kompetenz bleibt. Weitere Informationen zu den politischen Prioritäten von Cancer Research UK finden Sie unter: publicpolicy/ Wussten Unsere Datenbank umfasst über 9 Millionen Sie schon... Menschen, von denen uns 2,8 Millionen aktiv unterstützen

28 Vielen Dank, dass Sie diesen Leitfaden gelesen haben. Wir hoffen, dass Sie ihn interessant fanden. Wir möchten gemeinsam mit den EU-Institutionen und anderen Organisationen politische Maßnahmen in der EU formulieren, die die Krebsforschung, Krebspatienten und ihre Familien in Europa unterstützen. Wenn Sie Fragen zu Krebs haben oder uns unterstützen möchten, kontaktieren Sie uns per unter: oder 0044 (0) Weitere Informationen finden Sie aber auch auf unserer Website: Wussten Sie schon... Race for Life von Cancer Research UK ist die größte Spendenaktion nur von Frauen weltweit. Seit dem ersten Rennen haben sage und schreibe 4,7 Millionen Frauen insgesamt über 440 Millionen zur Finanzierung der lebensrettenden Tätigkeit von Cancer Research UK gesammelt. 53

29 Notizen Notizen

30 Nützliche Kontakte Cancer Research UK (und info.cancerresearchuk.org/ publicpolicy/ zu den Grundsätzen der Organisation) CancerHelp UK (Hilfe bei Krebs) Informationen zu Krebs, seiner Behandlung, klinischen Studien und unserem Internet-Forum finden Sie unter: Association of European Cancer Leagues (ECL, Verband europäischer Krebs-Ligen) auch für MEPs Against Cancer (MAC) Eurocan EU-Krebsforschungsprojekt EUROCARE (Europäisches Projekt zahlreicher Krebsregister) Studie zum Überleben und zur Betreuung von Krebspatienten: European Cancer Observatory (Website Europäisches Krebsobservatorium ) Datenblätter, Daten und Grafiken zu Krebs: eu-cancer.iarc.fr/ European Cancer Patient Coalition (ECPC, Europäische Krebspatientenkoalition) (und: für Forum Against Cancer Europe) European Medicines Agency (EMA, Europäische Arzneimittelagentur) EORTC (Europäische Organisation für die Forschung und Behandlung von Krebs) European Commission on Cancer (einschließlich der Europäischen Partnerschaft für Maßnahmen zur Krebsbekämpfung (EPAAC)) ec.europa.eu/health/major_chronic_ diseases/diseases/cancer/index_en.htm und: ec.europa.eu/health-eu/health_ problems/cancer/index_en.htm International Agency for Research on Cancer (IARC, Internationale Agentur für Krebsforschung) Informationen und statistische Daten zu Krebsursachen: International Cancer Information Service Group (Dachorganisation der internationalen Krebsinformationsdienste) Information zu diversen Websites in verschiedenen Ländern: (Alle Mitglieder sind hier aufgeführt: Diese Broschüre ist auch in Englisch/Französisch erhältlich. Bitte fordern Sie ein Exemplar per unter an This booklet is also available in English/French. Please contact us on to request a copy Ce livret est également disponible en anglais et en français. Veuillez demander votre exemplaire à l adresse Smoke Free Partnership (SFP, Rauchfrei-Partnerschaft) World Health Organisation (WHO, Weltgesundheitsorganisation) Wechselkurs vom 26. November 2010 (http://www.xe.com/ucc/) Herausgegeben im Januar Eingetragene Wohltätigkeitsorganisation in England und Wales ( ) sowie in Schottland (SCO41666). 57

31 Gemeinsam besiegen wir den Krebs Together we will beat cancer Ensemble, nous vaincrons le cancer Gemeinsam besiegen wir den Krebs Together we will beat cancer Ensemble, nous vaincrons le cancer Gemeinsam besiegen wir den Krebs Together we will beat cancer Ensemble, nous vaincrons le cancer Gemeinsam besiegen wir den Krebs Together we will beat cancer Ensemble, nous vaincrons le cancer 58

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