Lernentwicklungsgespräche in Bayern

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1 - Aus Humane Schule, Heft Sept. 2015, plus ergänzendes Material - Detlef Träbert Aktion Humane Schule Lernentwicklungsgespräche in Bayern Wollen Eltern lieber ein Zeugnis mit Noten in die Hand bekommen oder in einem Gespräch über die Lernentwicklung ihres Kindes informiert werden? In Bayern gab es im vergangenen Schuljahr erstmals landesweit die Möglichkeit, in den Klassenstufen 1 3 Gespräche durchführen statt ein Notenzeugnis erteilen. R ein Drittel der 2400 Grschulen nutzte diese neuartige Chance. Eine davon ist die Volksschule Fridolfing. Elisabeth Leitner, dortige Klassenlehrerin im 3. Schuljahr, hat den Eltern diese Möglichkeit angeboten; 48 Prozent von ihnen nahmen an. Die anderen wollten etwas in der Hand haben legten Wert auf die Zensuren. In den Lernentwicklungsgesprächen wird sehr detailliert über die gesamten Leistungsbereiche gesprochen, wobei das Vorgehen zwischen den Schulen durchaus unterschiedlich ist: An einigen sprechen die Lehrer/-innen vor allem mit den Eltern, während die Kinder hören; an anderen ist es genau umgekehrt. Fast überall jedoch füllen die Kinder vorher Selbsteinschätngsbögen aus, die im Gespräch dann mit den Einschätngen der Lehrperson verglichen werden. An der Volksschule Fridolfing malen die Kinder 30 Felder auf ihrem Selbsteinschätngsbogen den Bereichen allgemein, Deutsch Mathematik farbig an. Grün ausgemalt bedeutet: Das beherrsche ich. Ich kenne mich gut aus. Gelb meint: Ich weiß ein darüber. Da möchte ich gern mehr wissen/üben/lernen. Rot umrandet schließlich heißt, dass das Kind da nichts weiß Hilfe benötigt. Fast alle teilnehmenden Schulen machten positive Erfahrungen mit den Lernentwicklungsgesprächen. Auch Lehrerin Leitner bestätigt das. Eltern wie Schülerinnen Schüler empfanden das Gespräch hilfreich aussagekräftig würden es auch künftig gern in Anspruch nehmen. Ein Feedbackbogen im Nachklapp m Verfahren, den Sie auf in der Rubrik Themen unter Leistungsbeurteilung/Noten genauso finden wie den Fridolfinger Lernentwicklungsbericht sowie den Selbsteinschätngsbogen, belegt das beispielhaft. Dennoch müssen Lehrerinnen Lehrer auch in Bayern Noten in der 3. Klasse machen. Das ist dem Übertrittsverfahren im folgenden Schuljahr geschuldet. Die Kinder sollen frühzeitig daran gewöhnt auf das Verfahren vorbereitet werden. Im 4. Schuljahr sind bis m Übertrittszeugnis Anfang Mai 22 schriftliche Leistungserhebungen in Deutsch, Mathematik sowie Heimat- Sachunterricht vorgesehen was für eine Menge! Elisabeth Leitner jedenfalls findet, die Noten würden durch das Lernentwicklungsgespräch in den Hintergr gerückt. Darin könne man bestimmte Aspekte genauer besprechen, mit Beispielen belegen so mit den Kindern gezielt an Lösungen arbeiten. Für etliche Lehrerinnen an bayrischen Grschulen scheint allerdings der Zeitaufwand nicht ganz unproblematisch sein, auch wenn viele sich der Tatsache bewusst sind, dass alles beim ersten Mal neu ungewohnt ist. Beim Lernentwicklungsgespräch muss man den Bogen im Vorfeld für jedes einzelne Kind vorbereiten, sich mit den Fachlehrern absprechen deren Einschätng übertragen, erklärt Lehrerin Leitner. Das Gespräch an sich nimmt pro Schüler ca Minuten in Anspruch. Außerdem ist die Organisation der Gespräche, also einen Termin finden, an dem Schüler, Eltern Lehrer Zeit haben, nicht ganz einfach. Aber trotz Aufwand befürworte ich das Lernentwicklungsgespräch sehr! Die Terminabsprache mit den Eltern ist nicht einfach. Manche möchten gerne zweit kommen brauchen einen Samstags- oder Abendtermin. Dafür gibt es keine bindenden Vorgaben die Lehrerinnen Lehrer können nach Bedarf vorgehen. Mag der Aufwand r um die Lernentwicklungsgespräche auch etwas höher ausfallen als bei der Zeugniserstellung, so fallen ihre Effekte dennoch positiv aus. Elisabeth Leitner jedenfalls konnte an den teilnehmenden Kindern erkennen, dass sie sich darum bemühten, die angesprochenen Probleme verbessern ihre Ziele erreichen. Ich selber versuche, trotz Noten eine angenehme Atmosphäre in der Klasse schaffen, so dass die Kinder gerne in die Schule gehen etwas lernen wolllen. Laut Rückmeldung der Eltern gelingt dies gut, sagt die Fridolfinger Lehrerin. Als sanfte Pädagogik bezeichnet der Münchner Merkur vom 7. Februar 2015 die neue bayerische Art der Grschulzeugnisse zitiert m Abschluss seines Artikels die Weilheimer Schulamtsdirektorin Ingrid Hartmann-Kugelmann. Diese hat schon Wünsche für die Zukunft, denn Lernentwicklungsgespräche seien auch in der vierten Klasse wünschenswert. Dann könne man aus der Diskussion um Übertritt Notendruck sehr viel Schärfe rausnehmen. Da bleibt nur hoffen, dass diese neue Art der Leistungsbeurteilung weiter um sich greift möglichst bald alle bayerischen Grschulen auf die üblichen Zeugnisse anschließend auf Noten in sämtlichen Schuljahren verzichten.

2 Sprachgebrauch/ Sprache untersuchen reflektieren Schreiben Lesen mit Teten weiteren Medien umgehen Sprechen Zuhören Lernentwicklungsgespräch im Schuljahr 2014/15 3. Jahrgangsstufe Schüler: geboren am: VERHALTEN IN DER GEMEINSCHAFT Du... zeigst dich frelich höflich. verhältst dich hilfsbereit führst Klassendienste verlässlich aus. hältst Vereinbarungen Regeln ein. trägst m Gelingen von Partner- oder Gruppenarbeiten bei. äußerst deine Meinung selbstbewusst sachlich. verhältst dich bei Konflikten fair versöhnlich. ARBEITS- UND LERNVERHALTEN verfolgst den Unterricht aufmerksam. beteiligst dich aktiv am Unterricht. zeigst dich offen für neue Lerninhalte. arbeitest konzentriert, ausdauernd planvoll. verstehst Aufgabenstellungen/Unterrichtsinhalte, setzt sie selbstständig um. hast deine Arbeitsmaterialien vollständig r Hand. erledigst Hausaufgaben verlässig. fertigst schriftliche Arbeiten ordentlich an. KATH./EV. RELIGIONSUNTERRICHT / ETHIK (Bitte treffendes einfügen!) DEUTSCH Du... hörst im Unterricht konzentriert. erzählst lebendig eigene Erlebnisse. informierst treffend genau über Sachverhalte. sprichst auch bei längeren Beiträgen verständlich deutlich. liest unbekannte Tete fließend genau vor. achtest beim Lesen auf Satzzeichen sinnvolle Betonung. verstehst den Tetinhalt/Gehalt beantwortest Fragen da. verfasst erzählende/informierende Tete gut verständlich. baust Tete in einer sinnvollen Reihenfolge auf. sammelst verwendest treffende Wörter. überarbeitest Tete beachtest dabei die Anregungen anderer. wendest erarbeitete sprachliche Regeln sicher an. schreibst fehlerfrei ab kontrollierst genau. schlägst nach dem Alphabet im Wörterbuch nach. verwendest Fachbegriffe richtig. bestimmst die Wortarten sicher.

3 Daten Zufall Größen Messen Raum Form Zahlen Operationen MATHEMATIK Du... orientierst dich sicher im Zahlenraum bis löst Plus- Minusaufgaben bis 1000 routiniert. wendest die schriftlichen Rechenverfahren sicher an. rechnest sicher flott im Kopf. beherrschst alle Einmaleinssätze ihre Umkehrungen. formulierst mathematische Fragestellungen Bildern/Tabellen. findest geeignete Lösungswege bei Sachaufgaben. beweist sichere Raumvorstellung. unterscheidest Flächen/Körper unter Verwendung richtiger Begriffe. zeichnest Linien Formen eakt mit dem Lineal. schätzt Größen sicher. misst eakt. wandelst Größen routiniert um. entnimmst Informationen z. B. aus Schaubildern/Tabellen. stellst Daten in Strichlisten/Schaubildern/Tabellen dar. ziehst aus Schaubildern/Tabellen einfache Schlüsse. HEIMAT- UND SACHUNTERRICHT interessierst dich für neue Themen. findest eigenständig/im Austausch Fragen, Antworten Lösungen. merkst dir Ergebnisse wendest Kenntnisse/Fachbegriffe treffend an. findest m Thema passendes Material stellst es vor. MUSIK singst/hörst/musizierst gerne. gibst Rhythmen genau wieder zeigst Rhythmusgefühl. begleitest gestaltest aufmerksam mit geeigneten Ausdrucksmitteln. KUNST SOWIE WERKEN UND GESTALTEN gestaltest kreativ ausdrucksvoll. erstellst Bilder Werkstücke sorgfältig. bist motorisch geschickt. SPORT zeigst Freude an der Bewegung. beweist Teamgeist hältst dich an Regeln. bewegst dich geschickt im Raum. ENGLISCH zeigst Freude Interesse am Sprachenlernen. verstehst bekannte Redewendungen/Wörter. sprichst bekannte Wörter Sätze korrekt. Zielvereinbarung/ Anmerkungen Fridolfing, Datum Schüler/in Erziehungsberechtigte/r Lehrkraft In einem verbindlichen Gespräch zwischen Lehrkraft, Eltern Schüler/in werden Lernentwicklung Leistungsstand gewürdigt. Diese Information über die Lernentwicklung des Kindes ersetzt das Zwischenzeugnis.

4 Sprachgebrauch/ Sprache untersuchen reflektieren Schreiben Lesen mit Teten weiteren Medien umgehen Sprechen Zuhören Lernentwicklungsgespräch im Schuljahr 2014/15 3. Jahrgangsstufe Schüler: geboren am: VERHALTEN IN DER GEMEINSCHAFT Du... zeigst dich frelich höflich. verhältst dich hilfsbereit führst Klassendienste verlässlich aus. hältst Vereinbarungen Regeln ein. trägst m Gelingen von Partner- oder Gruppenarbeiten bei. äußerst deine Meinung selbstbewusst sachlich. verhältst dich bei Konflikten fair versöhnlich. ARBEITS- UND LERNVERHALTEN verfolgst den Unterricht aufmerksam. beteiligst dich aktiv am Unterricht. zeigst dich offen für neue Lerninhalte. arbeitest konzentriert, ausdauernd planvoll. verstehst Aufgabenstellungen/Unterrichtsinhalte, setzt sie selbstständig um. hast deine Arbeitsmaterialien vollständig r Hand. erledigst Hausaufgaben verlässig. fertigst schriftliche Arbeiten ordentlich an. KATH./EV. RELIGIONSUNTERRICHT / ETHIK Du bist mit Interesse Einsatzfreude dabei. Im Umgang mit der Bibel bist du sicher kannst dein Wissen eigene Ideen verlässig abrufen. Du bringst dich gerne in das Unterrichtsgeschehen ein. DEUTSCH Du... hörst im Unterricht konzentriert. erzählst lebendig eigene Erlebnisse. informierst treffend genau über Sachverhalte. sprichst auch bei längeren Beiträgen verständlich deutlich. liest unbekannte Tete fließend genau vor. achtest beim Lesen auf Satzzeichen sinnvolle Betonung. verstehst den Tetinhalt/Gehalt beantwortest Fragen da. verfasst erzählende/informierende Tete gut verständlich. baust Tete in einer sinnvollen Reihenfolge auf. sammelst verwendest treffende Wörter. überarbeitest Tete beachtest dabei die Anregungen anderer. wendest erarbeitete sprachliche Regeln sicher an. schreibst fehlerfrei ab kontrollierst genau. schlägst nach dem Alphabet im Wörterbuch nach. verwendest Fachbegriffe richtig. bestimmst die Wortarten sicher.

5 Daten Zufall Größen Messen Raum Form Zahlen Operationen MATHEMATIK Du... orientierst dich sicher im Zahlenraum bis löst Plus- Minusaufgaben bis 1000 routiniert. wendest die schriftlichen Rechenverfahren sicher an. rechnest sicher flott im Kopf. beherrschst alle Einmaleinssätze ihre Umkehrungen. formulierst mathematische Fragestellungen Bildern/Tabellen. findest geeignete Lösungswege bei Sachaufgaben. beweist sichere Raumvorstellung. unterscheidest Flächen/Körper unter Verwendung richtiger Begriffe. zeichnest Linien Formen eakt mit dem Lineal. schätzt Größen sicher. misst eakt. wandelst Größen routiniert um. entnimmst Informationen z. B. aus Schaubildern/Tabellen. stellst Daten in Strichlisten/Schaubildern/Tabellen dar. ziehst aus Schaubildern/Tabellen einfache Schlüsse. HEIMAT- UND SACHUNTERRICHT interessierst dich für neue Themen. findest eigenständig/im Austausch Fragen, Antworten Lösungen. merkst dir Ergebnisse wendest Kenntnisse/Fachbegriffe treffend an. findest m Thema passendes Material stellst es vor. MUSIK singst/hörst/musizierst gerne. gibst Rhythmen genau wieder zeigst Rhythmusgefühl. begleitest gestaltest aufmerksam mit geeigneten Ausdrucksmitteln. KUNST SOWIE WERKEN UND GESTALTEN gestaltest kreativ ausdrucksvoll. erstellst Bilder Werkstücke sorgfältig. bist motorisch geschickt. SPORT zeigst Freude an der Bewegung. beweist Teamgeist hältst dich an Regeln. bewegst dich geschickt im Raum. ENGLISCH zeigst Freude Interesse am Sprachenlernen. verstehst bekannte Redewendungen/Wörter. sprichst bekannte Wörter Sätze korrekt. Zielvereinbarung/ Anmerkungen Fridolfing, Datum Schüler/in Erziehungsberechtigte/r Lehrkraft In einem verbindlichen Gespräch zwischen Lehrkraft, Eltern Schüler/in werden Lernentwicklung Leistungsstand gewürdigt. Diese Information über die Lernentwicklung des Kindes ersetzt das Zwischenzeugnis.

6 Selbsteinschätngsbogen Name: im 3. Schuljahr So zeige ich, was ich kann, was ich noch lernen möchte: grün ausgemalt: Das beherrsche ich. Ich kenne mich gut aus. gelb ausgemalt: Ich weiß ein darüber. Da möchte ich gern mehr wissen/üben/lernen. rot umrandet: Da weiß ich noch gar nichts. Ich brauche Hilfe. Selbsteinschätng allgemein Die Klassenregeln halte ich ein. Ich helfe anderen sehr. Die Hausaufgaben verstehe ich ich mache sie selbstständig (ohne Hilfe). Ich melde mich. Mit meinen Mitschülern komme ich gut aus. Zu Hause muss ich lernen, weil ich mir in der Schule alles merken kann. Ich passe im Unterricht gut auf. Bei schwierigen Aufgaben gebe ich nicht gleich auf. ordentlich. Anmerkungen:

7 Selbsteinschätng Deutsch Ich höre anderen aufmerksam. Geschichten, die andere gern lesen. fehlerfrei ab. Ich spreche so, dass man mich gut versteht sage alles Wichtige. Wörter richtig, die ich geübt habe. Ich kenne Tricks Hilfen, damit ich Wörter richtig schreibe. Ich sage in Gesprächsren in Gruppenarbeiten etwas m Thema. Ich beachte die Groß- Kleinschreibung. gut lesbar. Ich lese flüssig betont. Ich lese gerne. Anmerkungen: Ich rechne schnell sicher im Kopf. Selbsteinschätng Mathematik Ich beherrsche das Einmaleins. Ich löse Plusaufgaben sicher. Ich benenne Flächen Körper richtig. Ich weiß, wo sich Dinge befinden (rechts, links, oben, unten). Ich löse Minusaufgaben sicher. Ich zeichne Linien Formen sauber eakt. Ich überprüfe meine Rechenergebnisse sehe schnell, ob ein Ergebnis richtig sein kann. Ich vergleiche Zahlen (<, =, >) richtig. Das Lösen von Zahlenrätseln Sachaufgaben fällt mir leicht. Anmerkungen:

8 Lernentwicklungsgespräch im Schuljahr 2014/15 Feedbackbogen für Eltern Liebe Eltern, bitte nehmen Sie sich 5 Minuten Zeit beantworten Sie die unten aufgeführten Fragen. Die Auswertung dient da, die Lernentwicklungsgespräche an unserer Schule in Zukunft weiterentwickeln. Vielen Dank für Ihre Mithilfe! 1. Bitte geben Sie die Jahrgangsstufe Ihres Kindes an: Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3 2. Dem Gespräch ging eine Selbsteinschätng des Kindes voraus. Wie beurteilen Sie diese? a) Mein/ unser Kind hat sich ehrlich eingeschätzt. trifft trifft überwiegend trifft eher nicht trifft nicht b) Meine / unsere Einschätng stimmt mit dem des Kindes überein. trifft trifft überwiegend trifft eher nicht trifft nicht c) Die Selbsteinschätng ist für mich / uns aufschlussreich hilfreich. trifft trifft überwiegend trifft eher nicht trifft nicht 3. Ein Gespräch in Anwesenheit des Kindes finde ich / finden wir sehr positiv. trifft trifft überwiegend trifft eher nicht trifft nicht 4. Gesprächsdauer: Das Gespräch war lang genau richtig kurz 5. Die Ziele vom Lernentwicklungsgespräch wurden angesprochen / waren im Blick: trifft trifft überwiegend trifft eher nicht trifft nicht 6. Das Gespräch war hilfreich für mich / für uns. trifft trifft überwiegend trifft eher nicht trifft nicht 7. Mein / unser Kind konnte dem Gespräch folgen hat verstanden, worum es ging. trifft trifft überwiegend trifft eher nicht trifft nicht 8. Anmerkungen / Kritik / Wünsche:

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