18. Aktionstag. StBKWestfalen-Lippe; DATEV eg; alle Rechte vorbehalten

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1 18. Aktionstag

2 Bestandteile des Rechnungswesens Gewinnermittlung extern Jahresabschluss Betriebliches Rechnungswesen Kostenrechnung intern Stat. Auswertungen Sonstige Informationsquellen Besteuerung Controlling

3 Grundsätze Der Gewinn aus gewerblicher oder freiberuflicher Tätigkeit unterliegt der Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer (rechtsformabhängig) Inländische Gewerbebetriebe unterliegen der Gewerbesteuer Auf die Umsätze aus Lieferungen und Dienstleistungen des Unternehmers wird i. d. R. Umsatzsteuer erhoben Werden Arbeitnehmer beschäftigt, muss der Unternehmer vom Arbeitslohn i. d. R. Lohnsteuer einbehalten 3

4 Ermittlung des Gewinns entweder durch oder 2. Bilanzierung /doppelte Für wen ist welche Gewinnermittlungsart anzuwenden? 4

5 Verpflichtung zur Bilanzierung/ doppelten 1. Im Handelsregister eingetragene Kaufleute =>Verpflichtung nach Handelsgesetzbuch (HGB), gilt dann auch für die Besteuerung 2. Nicht im Handelsregister eingetragene gewerbliche Unternehmer, nach steuerlichen Vorschriften, wenn entweder Umsatz > EUR oder Gewinn > EUR Keine Bilanzierungs-/ spflicht für Selbständig Tätige (Freiberufler) 5

6 Kaufmann nach Handelsgesetzbuch (HGB) Kaufmann ist, wer ein Handelsgewerbe betreibt. 1 Abs. 2 HGB definiert, was Handelsgewerbe ist: "Handelsgewerbe ist jeder Gewerbebetrieb, es sei denn, dass das Unternehmen nach Art oder Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb nicht erfordert". Die Kriterien dafür, wann ein Unternehmen "einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb" erfordert, sind nicht rechtlich normiert. Maßgeblich sind - wo die Kaufmannseigenschaft nicht bereits zwingend aus der Rechtsform des Unternehmens folgt - Kriterien wie Umsatz- und Ertragsstärke, Mitarbeiterzahl, Umfang und Komplexität der Geschäftsvorfälle usw. Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz: Wenn EUR Umsatz und EUR Gewinn pro Geschäftsjahr in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren nicht überschritten, dann keine spflicht für Einzelunternehmen. Liegt Kaufmannseigenschaft vor, ist Eintragung in das Handelsregister obligatorisch! 6

7 Freiberufler Abgrenzung zum Gewerbetreibenden Da es an brauchbaren allgemeinen Abgrenzungskriterien fehlt, werden die selbstständigen Tätigkeiten im Gesetz ( 18 EStG) - großteils katalogmäßig - im Einzelnen aufgezählt und auf diese Weise von den gewerblichen Tätigkeiten abgegrenzt. Für die Rechtsanwendung bedeutet dies: Sind die im Gesetz genannten Tatbestandsmerkmale einer selbstständigen Arbeit gegeben, ist das Vorliegen eines Gewerbebetriebs ( 15 Abs. 2 EStG) zu verneinen. Liegen dagegen die Voraussetzungen für eine selbstständige Arbeit ( 18 EStG) nicht vor, ist die Tätigkeit i. d. Regel als gewerblich einzustufen. Dies ist vor allem für die Grenzfälle von Bedeutung, in denen dem Steuerpflichtigen z. B. die für eine freiberufliche Tätigkeit erforderliche Berufszulassung oder die für den betreffenden Beruf erforderliche Ausbildung fehlt. 7

8 Verpflichtung zur Bilanzierung/ doppelten Ergibt sich die Verpflichtung zur nicht nach Handelsrecht, dann Beginn der Verpflichtung: Mit Beginn des Wirtschaftsjahres, das auf die Bekanntgabe der Mitteilung des Finanzamts folgt, dass die Grenzen (Umsatz und/ oder Gewinn) überschritten sind und zur doppelten übergegangen werden muss. 8

9 Bilanzierungsgrundsätze Bei der Bilanzierung sind soweit sich aus dem Steuerrecht nichts anderes ergibt die Grundsätze ordnungsgemäßer des Handelsrechts zu beachten Ein sachverständiger Dritter ( z. B. Prüfer des Finanzamts) muss sich innerhalb angemessener Zeit anhand der sunterlagen und Aufzeichnungen ein Bild von den Geschäftsvorfällen und der Lage des Unternehmens machen können. Alle Geschäftsvorfälle sind vollständig, richtig, geordnet zu erfassen, so dass sie in ihrer Entstehung und Abwicklung nachvollziehbar sind. 9

10 Gewinnermittlungszeitraum/ Aufbewahrungsfristen Gewinnermittlungszeitraum = Grundsätzlich das Kalenderjahr Vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr in bestimmten Fällen auf Antrag möglich Aufbewahrungsfristen: Unterlagen zur Gewinnermittlung: Sonstige Unterlagen, soweit für die Besteuerung von Bedeutung: 10 Jahre 6 Jahre 10

11 Einnahmen- Das Steuerrecht erlaubt denjenigen Unternehmern, die nicht zur / Bilanzierung verpflichtet sind, die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns durch eine sogenannte: Einnahmen-. Angaben müssen auf dem amtlichen Vordruck Anlage EÜR erfolgen. Bei Unternehmen mit einem Umsatz < ,- EUR/Jahr reicht eine formlose Gewinnermittlung aus. Achtung: Es besteht die Möglichkeit, freiwillig die Methode der doppelten / Bilanzierung zu wählen! 11

12 Aufbau der Einnahmen- Die Einnahmen- ist im Ergebnis eine einfache Gegenüberstellung von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben nach folgendem Schema: Betriebseinnahmen./. Betriebsausgaben = Gewinn/ Verlust Die Ermittlung der Betriebseinnahmen bzw. Betriebsausgaben erfolgt nach rein steuerlichen Gewinnermittlungsvorschriften 12

13 Steuerrechtlicher Grundsatz: Zufluss-/Abflussprinzip Maßgeblich für die Erfassung der Einnahmen und Ausgaben ist grds. der Zeitpunkt des Geldflusses Beispiel: Der Unternehmer hat seine Leistung erbracht und stellt eine Rechnung am an seinen Kunden. Der Kunde bezahlt die Rechnung am (Geldeingang beim leistenden Unternehmer). Der Geldeingang ist als Betriebseinnahme im Jahr 2014 zu erfassen. Hier ergibt sich ein wesentlicher Unterschied zur Bilanzierung! 13

14 Aufzeichnungsgrundsätze bei Einnahmen-: Belegsammlung mit gruppenweiser Zusammenstellung von Einnahmen / Ausgaben i. d. R. ausreichend Für umsatzsteuerliche Zwecke: Nettoentgelt, Umsatzsteuer u. Gesamtbetrag müssen einzeln aufgezeichnet werden Gewerbliche Unternehmen müssen Wareneingang und Warenausgang jeweils getrennt aufzeichnen (wenn Ware an anderen gewerbl. Unternehmer zur Weiterveräußerung oder zum Verbrauch geliefert wird) Entnahmen und Einlagen sind gesondert aufzuzeichnen Geordnete Aufzeichnung im Sinne einer ist aber ggf. sinnvoll eigener Überblick über Geschäftsentwicklung 14

15 Begriff der planmäßige, lückenlose und ordnungsgemäße Aufzeichnung aller Geschäftsvorfälle eines Unternehmens 15

16 Gewinnermittlung (steuerlich) Betriebsvermögen am Schluss des Wirtschaftsjahres./. Betriebsvermögen am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres = Gewinn (steuerpflichtiger Gewinn) Bei spflichtigen oder bei Gewerbetreibenden, die freiwillig Bücher führen, ist grds. das Betriebsvermögen anzusetzen, welches nach handelsrechtlichen Grundsätzen ordnungsgemäßer ermittelt wurde. Privat veranlasste Vorgänge bleiben unberücksichtigt Daher müssen Entnahmen hinzugerechnet, Einlagen abgezogen werden. 16

17 Bei Beginn der Verpflichtung zur Bilanzierung / doppelten muss eine Inventur durchgeführt werden! Begriff der Inventur: Bestandsaufnahme aller Vermögensteile und aller Schulden des Unternehmens an einem bestimmten Stichtag (Eröffnung eines Unternehmens; Ende eines jeden Wirtschaftsjahres) durch Zählen, Messen oder Wiegen. 17

18 Resultat der Bilanz Begriff Bilanz: Zusammenstellung des Inventars Verzicht auf Einzelangaben über Art, Menge und Einzelwerte gruppenweise Zusammenfassung der Wirtschaftsgüter gesetzliche Verpflichtung zur Erstellung: 242 (1) HGB, 140, 141 AO Zeitpunkt der Erstellung : innerhalb der einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entsprechenden Zeit (= 6 Monate) 243 Abs. 3 HGB Kapitalgesellschaften ( 264 Abs. 1 HGB) für große und mittelgroße Gesellschaften 3 Monate, für kleine Gesellschaften 6 Monate nach Bilanzstichtag steuerlich: innerhalb eines Jahres 18

19 Schematischer Aufbau i. S. d. 266 HGB, Beispiel Bilanz Aktiva A. Anlagevermögen 1. Grundstücke 2. Maschinen 3. Betriebs- u. Geschäftsausstattung 4. Anzahlungen auf Beteiligungen 6. Wertpapiere B. Umlaufvermögen 1. Waren 2. Anzahlungen auf Forderungen 4. Wechsel 5. Kassen 6. Postgiro 7. Bank C. Rechnungsabgrenzungen A. Eigenkapital B. Rückstellungen C. Verbindlichkeiten 1. Gegenüber Kreditinstituten 2. Anzahlungen von Kunden 3. Wechselschulden 4. Sonstige Verbindlichkeiten D. Rechnungsabgrenzungen Passiva

20 Notwendigkeit der Auflösung der Bilanz Gründe: Die Unmöglichkeit, die Bilanz laufend fortzuschreiben und die unnötige Arbeitsbelastung, nach jedem Geschäftsvorfall eine neue Bilanz aufzustellen. Ziele: Möglichkeit: Einzelabsetzung jedes Bilanzpostens mit Ausweis des Anfangsbestandes und aller Änderungen im Laufe eines Wirtschaftsjahres sowie buchmäßige Ermittlung des Bestandes. Fortführung der Anfangsbestände und laufende Darstellung aller Geschäftsvorfälle in Kontenform 20

21 Graphische Darstellung des Kontos oder Soll Haben Soll Haben Soll- Soll- Haben- Haben- Buchungen Buchungen Buchungen Buchungen Saldo Saldo Soll-Saldo Haben-Saldo 21

22 Der Buchungssatz Besonderheit der doppelten : durch ihn kann der Geschäftsvorfall in knapper Form bezeichnet und gekennzeichnet werden. er macht ersichtlich, welche Konten durch den Geschäftsvorfall berührt werden. zur Bildung des Buchungssatzes müssen stets zuerst diese Fragen geklärt werden: a) welche Konten werden durch den Geschäftsvorfall berührt? b) welchen Charakter haben diese Konten (Aktiv- oder Passivkonten)? c) liegt ein Zugang oder ein Abgang auf diesen Konten vor, oder d) sind auf beiden Konten Zugänge oder Abgänge zu buchen! e) auf welche Seite der betreffenden Konten ist daher zu buchen! 22

23 Der Buchungssatz in jedem Buchungssatz wird zuerst das Konto genannt, auf dem im Soll gebucht wird (= Buchung), dann das Konto, auf dem im Haben gebucht wird (= Gegenbuchung), verbunden durch das Wort an Regel daher Soll an Haben da im Soll eines Kontos (mehrerer Konten) immer dieselben Beträge gebucht werden wie im Haben, bestätigt sich der Charakter der doppelten werden durch einen Geschäftsvorfall lediglich zwei Konten berührt, ergibt sich ein einfacher Buchungssatz werden durch den Geschäftsvorfall mehrere Konten betroffen, muss ein zusammengesetzter Buchungssatz gebildet werden ein Buchungstext kann den Buchungssatz erläutern aus einem vorgegebenen Buchungssatz kann geschlossen werden, welcher Geschäftsvorfall ihm zugrunde liegt 23

24 Besteuerung Jeder Unternehmer erhält bei Eröffnung des Betriebes zur steuerlichen Erfassung einen Fragebogen des Finanzamts Bei Gewerbetreibenden erlangt das Finanzamt durch das Gewerbeamt der Gemeinde Kenntnis von der Unternehmensgründung Selbständig Tätige müssen die Aufnahme der Tätigkeit von sich aus beim Finanzamt anzeigen 24

25 Einkommensteuer (ESt) Besteuerungssubjekt = Bemessungsgrundlage = Veranlagungszeitraum = natürliche Personen zu versteuerndes Einkommen des Veranlagungszeitraums Kalenderjahr Das Einkommensteuergesetz kennt folgende (sieben) Einkunftsarten: 1. Land- und Forstwirtschaft 2. Gewerbebetrieb 3. Selbständige Arbeit 4. Nichtselbständige Arbeit 5. Kapitalvermögen 6. Vermietung und Verpachtung Gewinneinkunftsarten 7. Sonstige Einkünfte 25

26 Abgrenzung Gewerbebetrieb Selbständige Arbeit Allgemeine Merkmale der Gewinneinkunftsarten: Selbständigkeit, Nachhaltigkeit, Gewinnerzielungsabsicht, Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr Selbständige Arbeit (hier: nur Freiberufler) Def.: 18 Einkommensteuergesetz Qualifizierte Berufe Katalogberufe Ähnliche Berufe Gewerbebetrieb Allgemeine Merkmale (s. o.) erfüllt und nicht Land- und Forstwirtschaft Selbständige Arbeit Unerheblich ist es für die steuerliche Einordnung, ob die Betätigung gegen sonstige Gesetze verstößt. 26

27 Ermittlung des zu versteuernden Einkommens (vereinfacht): Summe der Einkünfte aus den sieben Einkunftsarten + Hinzurechnungsbetrag - Verlustausgleich = Summe der Einkünfte - Altersentlastungsbetrag - Freibetrag für Land- und Forstwirte = Gesamtbetrag der Einkünfte - Verlustvor- bzw. Rücktrag - Sonderausgaben - Außergewöhnliche Belastungen = Einkommen - Freibeträge, z. B. für Kinder = zu versteuerndes Einkommen 27

28 Einkommensteuertarif Steuern fallen nur an, wenn das zu versteuernde Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Steuersatz steigt innerhalb der Progressionszone in Abhängigkeit vom zu versteuernden Einkommen. Ab bestimmten Grenzen ist der Steuersatz proportional ab 2014 Grundfreibetrag (ledig) 8.004,- EUR 8.130,- EUR 8.354,- EUR Eingangssteuersatz 14% 14% 14% Spitzensteuersatz 42% 42% 42% Anwendung ab ,- EUR ,- EUR ,- EUR 28

29 Vorauszahlungen Während des Veranlagungszeitraums sind Vorauszahlungen in Höhe der voraussichtlichen Jahressteuer, verteilt auf vier Quartale zu entrichten. In der Regel bemessen sich die Vorauszahlungen nach der Einkommensteuer des letzten veranlagten Jahres. Die Vorauszahlungen im Eröffnungsjahr werden in der Regel nach den Angaben im Fragebogen zur Betriebseröffnung festgesetzt! Anpassungsanträge seitens des Steuerpflichtigen sind unterjährig möglich bzw. ggf. sogar zwingend erforderlich!! Vorauszahlungstermine der Einkommensteuer: 10. März Juni September Dezember 29

30 Jahressteuererklärung Abgabe grundsätzlich bis zum 31. Mai des Folgejahres Ausnahme: bei Erstellung durch Steuerberater z. Zt. bis 31. Dezember des Folgejahres 30

31 Lohnsteuer als Sondererhebungsform der Einkommensteuer Von jeder Lohnzahlung an Arbeitnehmer ist vom Arbeitgeber die Lohnsteuer (auch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) zu berechnen, einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Abgabe einer sog. Lohnsteuer-Anmeldung (Achtung: nur noch auf elektronischem Wege) bis zum 10. Tag nach Ablauf des Lohnsteuer- Anmeldezeitraums Anmeldezeitraum: in der Regel monatlich, bei geringen Beträgen vierteljährlich oder jährlich Achtung: Sozialversicherungsbeiträge! Besonderheiten gelten bei geringfügig Beschäftigten => Siehe: (Internetseiten der zuständigen Knappschaft Bahn See) 31

32 Körperschaftsteuer (KSt) Die Körperschaftsteuer ist die Einkommensteuer der Körperschaften und gilt für alle Kapitalgesellschaften. Die KSt erstreckt sich auf alle Einkunftsarten der Kapitalgesellschaften. Beginn der Steuerpflicht: Mit Abschluss des Gesellschaftsvertrages, frühestens mit Beginn der nach außen gerichteten Tätigkeit Steuersatz: 15% Veranlagungszeitraum: Kalenderjahr Achtung: Die Ermittlung des steuerpflichtigen Gewinns erfolgt hier ausschließlich durch Betriebsvermögensvergleich 32

33 Vorauszahlungen Während des Veranlagungszeitraums sind Vorauszahlungen in Höhe der voraussichtlichen Jahressteuer, verteilt auf vier Quartale zu entrichten. In der Regel bemessen sich die Vorauszahlungen nach der Körperschaft-steuer des letzten veranlagten Jahres. Die Vorauszahlungen im Eröffnungsjahr werden in der Regel nach den Angaben im Fragebogen zur Betriebseröffnung festgesetzt! Anpassungsanträge seitens des Steuerpflichtigen sind unterjährig möglich bzw. ggf. sogar zwingend erforderlich!! Vorauszahlungstermine der Körperschaftsteuer: 10. März Juni September Dezember 33

34 Jahressteuererklärung Abgabe grundsätzlich bis zum 31. Mai des Folgejahres Ausnahme: bei Erstellung durch Steuerberater z. Zt. bis 31. Dezember des Folgejahres 34

35 Verhältnis Kapitalgesellschaft Anteilseigner Sofern der Anteilseigner gleichzeitig angestellter Geschäftsführer seiner Kapitalgesellschaft ist, erzielt er insoweit er hierfür eine Vergütung bekommt, Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit Arbeitnehmer Der bei der Kapitalgesellschaft verbleibende Gewinn unterliegt im Falle der Ausschüttung an den/ die Anteilseigner dort nochmals der Einkommensbesteuerung. Hier entsteht dem Grunde nach eine Doppelbesteuerung, da die vorherige Gewinnbesteuerung auf der Ebene der Gesellschaft (Körperschaftsteuer) auch im Ausschüttungsfall bestehen bleibt. Seit 2009 gilt die sog. Abgeltungssteuer, d. h. die Ausschüttung wird im Rahmen der Einkommensbesteuerung grds. mit 25% belastet! Hiervon gibt es jedoch eine Reihe von Ausnahmen, in denen dann das sog. Teileinkünfteverfahren gilt (teilw. Wahlrecht). 35

36 Gewerbesteuer Der Gewerbesteuer unterliegt jeder inländische Gewerbebetrieb Derzeit keine Gewerbesteuerpflicht der Freiberufler Steuerschuldner ist bei Einzelunternehmen der Unternehmer bei Personen- und Kapitalgesellschaften die Gesellschaft Bemessungsgrundlage ist der Gewerbeertrag Grundlage für den Gewerbeertrag ist der Gewinn nach Einkommen- bzw. Körperschaftsteuergesetz 36

37 Berechnung der Gewerbesteuer Freibetrag von EUR bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften Kein Freibetrag für Kapitalgesellschaften 1. Multiplikation des Gewerbeertrages (abgerundet) mit der Steuermesszahl Steuermesszahl beträgt 3,5% 2. Multiplikation der Steuermesszahl mit dem Hebesatz der jeweiligen Gemeinde (z.b. Dortmund derzeit 485%) Hinweis: Die Gewerbesteuer ist (seit 2008) nicht (mehr) als Betriebsausgabe abzugsfähig! 37

38 Beispiel zur Berechnung der Gewerbesteuer (2014) Gewerbeertrag eines Einzelunternehmens abgerundet (auf volle 100 EUR) EUR EUR abzüglich Freibetrag EUR korrigierter Gewerbeertrag EUR davon EUR x 3,5% = 903 EUR Steuermessbetrag Gewerbesteuerschuld (Dortmund) 903 EUR x 485%= 4.379,55 EUR 38

39 Vorauszahlungen Während des Veranlagungszeitraums sind Vorauszahlungen in Höhe der voraussichtlichen Jahressteuer, verteilt auf vier Quartale zu entrichten. In der Regel bemessen sich die Vorauszahlungen nach der Gewerbesteuer des letzten veranlagten Jahres. Die Vorauszahlungen im Eröffnungsjahr werden in der Regel nach den Angaben im Fragebogen zur Betriebseröffnung festgesetzt! Anpassungsanträge seitens des Steuerpflichtigen sind unterjährig möglich bzw. ggf. sogar zwingend erforderlich!! Vorauszahlungstermine der Gewerbesteuer: 15. Februar Mai August November 39

40 Jahressteuererklärung Abgabe grundsätzlich bis zum 31. Mai des Folgejahres Ausnahme: bei Erstellung durch Steuerberater z. Zt. bis 31. Dezember des Folgejahres 40

41 Anrechnung der Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer Bei Einzelunternehmen und den Anteilseignern einer Personengesellschaft erfolgt eine pauschalierte Anrechnung der Gewerbesteuer auf den Teil der Einkommensteuer, welcher auf die gewerblichen Einkünfte entfällt. Die Anrechnung beträgt derzeit das 3,8fache des Gewerbesteuermessbetrages Höhe der Anrechnung: Gewerbesteuermessbetrag x 3,8 Im vorangegangenen Beispiel: Messbetrag 903,- EUR x 3,8 = 3.431,- EUR 41

42 Umsatzsteuer (USt) Die Umsatzsteuer wird auf Umsätze erhoben, die ein Unternehmer im Inland im Rahmen seines Unternehmens erzielt. In erster Linie sind hier Warenlieferungen oder sonstige Leistungen (Dienstleistungen) gemeint. Voraussetzung: Unternehmereigenschaft Unternehmer ist jeder, der eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt. Steuersatz: Der Steuersatz beträgt 19% (seit , vorher 16%). Für bestimmte Umsätze gilt ein ermäßigter Steuersatz in Höhe von 7 Prozent. (z. B. für Bücher, Zeitungen, Lebensmittel und auch für die Erbringung einer Beförderungsleistung im Personenverkehr) Steuerbefreiungen: Bestimmte Umsätze sind von der Umsatzsteuer befreit. Zu erwähnen sind hier insbesondere die Ausfuhrlieferungen und die innergemeinschaftlichen Lieferungen. 42

43 Vorsteuerabzug Vorunternehmer Vorleistung Rechnung zzgl. USt Unternehmer Lieferung/ Leistung Rechnung zzgl. USt Kunde Finanzamt Umsatzsteuer (aus Rg. an Kunden) abzgl. USt aus Rechnung Vorunternehmer (Vorsteuer) = USt-Zahllast 43

44 Voranmeldungszeitraum Verpflichtung zur Abgabe von sog. Voranmeldungen und Leistung von Vorauszahlungen auf die Jahressteuer Existenzgründer (in den ersten zwei Jahren) : monatliche Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen Sonst: Voranmeldungszeitraum grundsätzlich Kalendervierteljahr, es sei denn, Steuer für vorangegangenes Kalenderjahr > Euro (ab 2009). monatliche Voranmeldungen Umsatzsteuer des Vorjahres < Euro (ab 2009) Befreiung von Abgabepflicht (Voranmeldungen) möglich 44

45 Voranmeldungsfrist Abgabe grds. bis zum 10. Tag nach Ablauf eines jeden Voranmeldungszeitraums Ausnahme: Dauerfristverlängerung Voraussetzung: Anmeldung und Leistung einer sog. Sondervorauszahlung Höhe: 1/11 der Summe der Vorauszahlungen des vorangegangenen Jahres Folge: Fälligkeit der Voranmeldungen und Vorauszahlungen verschiebt sich einen Monat nach hinten Anrechnung der geleisteten Sondervorauszahlung auf die letzte Jahresvorauszahlung 45

46 Soll- / Ist-Besteuerung Die Steuer wird grundsätzlich nach vereinbarten Entgelten (Soll-Besteuerung) berechnet. Es kommt nicht darauf an, ob der Kunde bereits bezahlt hat. Die Umsatzsteuer entsteht bereits mit Ausführung der Leistung. Abweichend hiervon kann auf Antrag die so genannte Ist-Besteuerung angewendet werden. In diesem Fall erfolgt die Abführung der Umsatzsteuer nach den vereinnahmten, also zugeflossenen Entgelten. Hierzu müssen jedoch alternativ bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: Gesamtumsatz im Vorjahr oder im Jahr der Gründung < Euro Unternehmer von spflicht befreit Angehörige von freien Berufen 46

47 Jahressteuererklärung Abgabe grundsätzlich bis zum 31. Mai des Folgejahres Ausnahme: bei Erstellung durch Steuerberater z. Zt. bis 31. Dezember des Folgejahres 47

48 Rechnungsausstellung Ein Unternehmer, der umsatzsteuerpflichtige Umsätze tätigt, ist berechtigt bzw. auf Verlangen des belieferten Unternehmers verpflichtet, Rechnungen auszustellen. Für den Leistungsempfänger ist eine Rechnung insbesondere deshalb von Bedeutung, weil er nur dann die darin ausgewiesene Steuer als Vorsteuer abziehen kann. 48

49 Sonderfall Kleinunternehmer-Regelung Bei Unternehmen, deren Umsatz im Jahr der Gründung voraussichtlich Euro einschließlich der darauf entfallenden Umsatzsteuer nicht übersteigt, wird von Gesetzes wegen keine Umsatzsteuer erhoben. Entsprechendes gilt für Jahre nach der Gründung, wenn folgende Doppelbedingung erfüllt ist: Umsatz im Vorjahr Im laufenden Jahr Umsatz < Euro < Euro Vorteile der Kleinunternehmerregelung ergeben sich in der Regel, wenn die Leistungen an Endverbraucher erbracht werden. Hier ist die Umsatzsteuer generell ein zusätzlicher Kostenbestandteil für den Kunden. 49

50 Kleinunternehmer müssen beachten Es darf keine Vorsteuer geltend gemacht werden Es darf keine Umsatzsteuer in Rechnungen ausgewiesen werden Die Kleinunternehmerregelung kann nachteilig sein, z. B. wenn in der Anfangsphase eines Betriebes hohe Investitionen getätigt werden. Deshalb kann auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung durch Erklärung gegenüber dem Finanzamt verzichtet werden. Folge des Verzichts: Ausweis der Umsatzsteuer in Rechnungen Vorsteuerabzug Dieser Verzicht sollte allerdings gut überlegt werden, da er für fünf Jahre bindet. 50

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