Patenschaft seit Bevölkerungstreffen vom Sonntag in Unterschächen

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1 Bevölkerungstreffen vom Sonntag in Unterschächen Wer der Sache auf den Grund geht, entdeckt, dass sie mehrere Gründe hat Walter Ludin 1945 Franziskaner Kapuziner ~ 1 ~

2 Entstehung der Beziehung Aesch Unterschächen Am fand in Aesch die Einweihung des Alterszentrums Brüel statt. Zu den Einweihungsfeierlichkeiten gehörte ein grosser Bazar. Die Gemeinde Aesch hat zu diesem Anlass eine Vertretung von allen Aesch, die es in der Schweiz gibt, eingeladen. Unterschächen verdankt die Einladung dem Weiler Äsch, früher eine Ganzjahressiedlung. Martin Müller, ein ausgewanderter Unterschächner, in Reinach BL wohnhaft, genannt ds Maxi Haaris Märtu, hat Unterschächen an den Feierlichkeiten zur Einweihung des Alterszentrums Brüel vertreten. Mit seinen gelungenen Darbietungen legte er den ersten Grundstein für die Beziehungen zwischen Aesch und Unterschächen. Es dauerte danach allerdings zehn Jahre, bis weitere offizielle Kontakte stattfanden. Martin Müller-Arnold 2. v.r. und seine Frau Rosy 4 v.r. Originalfoto vom Bazar Am / wird nach tagelangen, heftigen Regenfällen der Kanton Uri von schweren Überschwemmungen heimgesucht. In Unterschächen tritt der Schächenbach über die Ufer. Zu dieser Zeit weilt der Aescher Alt Gemeinderat Emil Heuberger in Engelberg in den Ferien. Heuberger erinnerte sich an den Altersheim Bazar und erkundigte sich, bei Martin Müller, ob der Weiler Äsch auch vom Hochwasser betroffen sei. Müller schilderte die Ereignisse sehr treffend. Der Gemeinderat Aesch beschloss deshalb, dass der Unterschächner Bevölkerung mit Fr. bei der Behebung von Unwetterschäden sofort geholfen werden soll. Dieser Kontakt bildete den zweiten Grundstein zur Patenschaft. ~ 2 ~

3 Emil Heuberger Gemeinderat Aesch, Bild unten: Überschwemmung im Bereich Schwanden 1977 ~ 3 ~

4 Gründung der offiziellen Patenschaft 1983 Nach diesen Grundsteinen herrschte in den folgenden Jahren ein lockerer Kontakt, hauptsächlich zwischen den beiden Gemeinderäten. Dabei durfte immer wieder finanzielle Unterstützung angenommen werden. Gustav Muheim weiss aus dieser Zeit zu berichten: Als Stellvertreter des Unterschächner Gemeindepräsidenten Arnold, der auf der Jagd weilte, empfing ich zusammen mit einer Delegation den Aescher Gemeinderat. In gemütlichen und angeregten Diskussionen wurde die Kameradschaft gepflegt. Etwas nachdenklich liess die Aescher Delegation verlauten, dass in Erwägung gezogen werde, in Zukunft eine andere Gemeinde zu unterstützen. Ich habe versucht, für die grosse finanzielle und moralische Unterstützung herzlichst zu danken und bekundete Verständnis für das Ansinnen der Aescher. Ich fügte aber bei, dass wenigstens der persönliche, zwischenmenschliche Kontakt bei behalten werden möge. Trotz geografischer Distanz ist eine grosse gemeinsame Freundschaft entstanden. Überrascht wurden dann die Unterschächner am mit einem Brief vom Gemeinderat Aesch. Im Brief stand folgende Mitteilung: Auf Antrag der Vergabungskommission wird Unterschächen ein finanzieller Unterstützungsbeitrag in der Höhe von Fr. fürs 1983 zugesprochen. Weiter wird beantragt, dass mit der Gemeinde Unterschächen Verhandlungen über die Errichtung einer Patenschaft zu führen sind. Gleichzeitig wird in Aussicht gestellt, dass im Nachlauf einer Patenschaftsgründung die Gemeinde Unterschächen mit einem jährlichen widerkehrenden Betrag rechnen dürfe. Diese Nachricht bildete eine grosse moralische und finanzielle Unterstützung der mit grossen Aufgaben konfrontierten Berggemeinde. Bereits einen Monat später, am 22. Oktober 1983 wurde im Restaurant Rose in Unterschächen die Patenschaft zwischen den beiden Gemeinden gegründet. Aus Aesch waren der Gemeindepräsident Walter Malzach, zusammen mit Ratskollege Rolf Huber sowie die Gemeindekommissionsmitglieder Hansjörg Weber, Walter Sennhauser und Ursula Thüring anwesend. Der Unterschächner Gemeindepräsident Gustav Muheim war mit seinen Ratskollegen Alois Bissig, Hans Herger sen., Josef Imholz, Edi Imholz, Franz Kempf und Rene Schuler vertreten. ~ 4 ~

5 Gemeinderat Aesch bei der Gründung der Patenschaft Heinz Blatter Hans Hunziker Walter Malzach Ernst Studer Gemeindepräsident Hans Jurt Rolf Huber Cyrill Thummel Paul Huggentobler Gemeindeverwalter Gemeinderat Unterschächen im Gründungsjahr der Patenschaft (Fotos 2014) Rene Schuler Edi Imholz Gustav Muheim Alois Bissig Gemeindepräsident Josef Imholz Alois Arnold Hans Herger Franz Kempf Gemeindeschreiber ~ 5 ~

6 Gesellschaftliche Beziehungen In den vergangenen mehr als 30 Jahren wurden die Beziehungen zwischen den beiden Gemeinderäten und der Bevölkerung gepflegt. Besuche in Aesch, aber auch in Unterschächen waren mehr oder weniger alle Jahre erfolgt. Diese Beziehungen entwickelten sich über die Amtsdauer der Gemeinderäte hinaus, so entstanden viele persönliche Beziehungen, die heute noch anhalten. Die Frage, warum eine solche Fernbeziehung über 30 Jahre standhält und immer aktiv ist, sei hier erlaubt. Eine abschliessende Antwort zu geben, ist indes schwierig, Vermutungen aber erlaubt. Auf der einen Seite ist der Gegensatz geografisch, kulturell und vom Lebensumfeld, aber auch gesellschaftsmässig für beide Seiten interessant und anziehend. Besuche in der jeweils anderen Gemeinde bilden spannende Gegenpole zum eigenen Alltag. Darüber hinaus ist das Verständnis, die Neugier und somit die Offenheit für Neues da. Der gegenseitige Respekt für das Bewältigen des unterschiedlichsten Alltages mit ihren Aufgaben und Anforderungen ist gross. Fotos der gesellschaftlichen Beziehungen Bevölkerungsausflug Äsch 25 Jahre Patenschaft Jahre Patenschaft Theaterbesuch ~ 6 ~

7 Das Fundament für die Patenschaft bildeten in der Vergangenheit; Ratsausflüge, ein Schüleraustausch, der Besuch der Basler Fasnacht, das Mitverfolgen des Klausen Memorials vom Adlerhorst aus. An der 750 Jahrfeier Aesch bigott feierten wir Unterschächner mit, im Gegenzug wurde der vielbesuchte Begegnungsplatz auf der Alp Äsch als Jubiläumsgeschenk den Aeschern gewidmet. Der gemeinsame Besuch des Unterschächner Theaters ist ebenfalls ein fester Bestandteil der Beziehungen. Nebst den bereits mehrmals stattfinden Bevölkerungsausflügen sind auch die Landratspräsidentinfeier und die 1. August Ansprache in bester Erinnerung. Die Gewerbeausstellung IGeA sowie der Weihnachtsmarkt in Aesch waren ebenfalls spezielle Anlässe, wie das Jassturnier mit den gemischt französisch/deutschen Jasskarten. Dass die Beziehungspflege sogar in Freundschaftspflege mit einer Heirat zwischen einem Aescher und einer Unterschächnerin endete, verdeutlicht den intensiven Austausch! Als spezielle Blüten der Patenschaft kann auch das Übergreifen der Beziehungen auf die beiden Bürgergemeinden, aber auch auf die Kirchgemeinden bezeichnet werden. Bevölkerungsausflug Einweihung Trog 1.Augustfeier IGeA Äsch Landratspräsidentin- Klausenmemorial Jassturnier Feier ~ 7 ~

8 Einsatz der finanziellen Unterstützungshilfe Mit dem anhaltenden finanziellen Engagement hat Aesch Unterschächen geholfen, die Lebensgrundlagen in der Gemeinde zu festigen. Dank dieser Unterstützung konnten Projekte zweckmässig unterhalten, oder dringende, aus eigener Kraft kaum realisierbare Projekte umgesetzt werden. So wurden die Gelder u.a bei folgenden Projekten eingesetzt: Behebung von Störungen auf dem Wasserleitungsnetz Erstellen einer neuen Aula Schaffung einer Tonbildschau Anschaffung eines Feuerwehrfahrzeuges Behebung Unwetterschäden Anschaffung von Arbeitskombi für die Feuerwehr Mitorganisation des ersten Rüchä Rock Openair Unterhalt Äschernidler Startbeitrag an die Äsch Strassengenossenschaft Beiträge an Dorfvereine als Anerkennung für geleistete Arbeiten Wärmetechnische Sanierung des alten Schulhauses Abschreibungen der Revision Orts- und Nutzungsplanung Äuffnung des Schulreisefonds Fotos von mitfinanzierten Projekten in Unterschächen Sanierung Anschaffung Anschaffung Wasserleitungsnetz Feuerwehrauto Arbeitskombi ~ 8 ~

9 Behebung Rüchä Rock Äuffnung Schulreisekasse Unwetterschäden Openair Unterhalt Äschstrasse Gründung Aussensanierung Äschernidler Genossenschaft Altes Schulhaus Unterstützung Vereinsaktivitäten Aktuelles aus der Gemeinde Unterschächen Unterhalt Begegnungsplatz Äsch Unterschächen zählt seit Jahren zu den finanzschwächsten Gemeinden des Kantons Uri. Der RessourcenIndex - gemeint sind die verschiedenen Steuereinnahmen gemessen am kantonalen Durchschnitt - beträgt weniger als 60 %. Aufgrund dieser Ausgangslage stellt sich die Frage, wie die Gemeinde die Zukunft bewältigen soll. Soll sie resignieren, ist eine Gemeindefusion das Erfolgsrezept oder ~ 9 ~

10 soll Unterschächen versuchen, auch in Zukunft das Heft selbst in die Hand zu nehmen? Der Gemeinderat hat sich für die letzte Variante entschieden. Dazu braucht es aber den Selbsterhaltewillen eines jeden einzelnen, vermehrtes Engagement des Staates und Hilfe Dritter. Volk und Behörden müssen deshalb versuchen, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich die Bevölkerung in Unterschächen wohl fühlt. Dies ist eine der Grundvoraussetzungen, damit die Abwanderung gestoppt werden kann. Gegenwärtig beschäftigen die Behörden unter anderem die folgenden Aufgaben: Abschluss der Orts- und Nutzungsplanung Lawinenverbauungsprojekt Grotzenegg (wird voraussichtlich 2015 beendet) Überbauung Brunnital Sanierung der Gemeindestrassen Erhalt des Dorfladens Schaffung von Infrastrukturen für den Tourismus (Parkplätze, Dusch- und Umkleideräume für den Langlaufsport) Sanierung des Kreisschulhauses Schächental (die Oberstufe wird gemeinsam mit Spiringen geführt) Die Lösung dieser Aufgaben ist eine Herkulesaufgabe und braucht sehr viel Selbstvertrauen. Aber wie hat doch Schubert einst so schön gesagt: Nichts ist wichtiger für einen Menschen, als dass er an sich glaubt und Selbstvertrauen hat. Besitzt er dies nicht, wird er sich nie zu etwas Grossem aufraffen können. Unterschächen hat das nötige Selbstvertrauen und wird mutig an die Lösung der Aufgaben herantreten. Wir alle glauben an die Zukunft von Unterschächen. Statistik Unterschächen im Jahre 1983 im Jahre 2014 Gemeindegebiet 8025 ha 8025 ha Bevölkerung: Haushaltungen Schulkinder (inkl. KS) 112 (kein Kindergarten) 85 (inkl. Kindergarten) Wanderwegnetz 67 km 95 km ~ 10 ~

11 Gemeinderat Aesch im Jahre 2014 Patenschaft seit 1983 Gemeindeverwalter Mattias Gysin v. l. n. r. Bruno Theiler, Marianne Hollinger Gemeindepräsidentin, Eveline Sprecher, Markus Lenherr, Paul Svoboda, Andreas Spindler, Sabrina Häring Gemeinderat Unterschächen im Jahre 2014 Martin Huser Brosi Arnold Sepp Müller Imholz Karl Gemeindepräsident Markus Schuler Alois Arnold Claudia Arnold Doris Herger Gemeindeschreiber ~ 11 ~

12 Gemeindepräsidenten/in seit 1983 Unterschächen Aesch Gustav Muheim-Gisler Benno Studer bis Juni 1983 Edy Imholz-Portmann Walter Malzach ab Juli 1983 Franz Kempf-Herger Cyrill Tummel ab Juli 1992 Hans Muheim-Bricker Marianne Hollinger ab Juli 2004 Fridolin Arnold-Schuler Klaus Kempf-Dörig Hans Muheim-Schuler Sepp Müller-Aschwanden 2011 bis Gemeindeschreiber / Gemeindeverwalter-in seit 1983 Unterschächen Aesch Alois Arnold-Imholz 1972 bis Hans Jurt bis 1986 Alex Hauser bis 1999 Regin Dubler bis 2001 Gilbert Münger bis Nicolas Hug bis Matthias Gysin ab 2013 Die Geschichte der Patenschaft Aesch-Unterschächen hat in den vergangenen 31 Jahren sehr viel Positives bewirkt. Es ist nicht selbstverständlich, dass in der Zeit des Individualismus, Beziehungen und Kontakte so aktiv gepflegt und erhalten bleiben. Dem Wohlwollen unserer Patengemeinde Aesch und deren Bevölkerung ist es zu verdanken, dass vieles, das heute in Unterschächen funktioniert, mit Hilfe der finanziellen und moralischen Unterstützung von Aesch zustande kam. Dieses Wohlwollen verdient ein herzliches Vergelt s Gott. Unterschächen AA/MS Weitere und aktuelle Informationen über Unterschächen erfahren Sie auf der Homepage ~ 12 ~

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