Karin Roller. Risiko- und Money-Management Strategien für den Alltag

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1 Karin Roller Vorstandsmitglied der VTAD e.v. und Regionalmanagerin in Stuttgart Privatinvestorin (Futures und Forex) Technische Analystin - CFTe (Certified Financial Technician) berufliche Eignung als Börsenhändler Autorin Kursziele bestimmen mit Fibonacci Ichimoku Trading TradingWELTEN persönliche TA Schwerpunkte: Ichimoku Elliott Waves Fibonacci 1

2 2

3 VTAD e.v. Vereinigung Technischer Analysten e.v. 3

4 4

5 5

6 6

7 Risiko-Management No risk, no fun? Monetäre Risiken: Oberste Priorität - Kapitalerhalt! menschliche Risiken: ohne Stopp unterwegs - nur mentaler Stopp gesetzt nicht lernen wollen aus eigenen Fehlern lernen / von anderen was annehmen sich nicht ausbilden lassen wollen aus dem Bauch heraus traden oder allgemein gesagt: planlos traden zögern beim Kauf/Verkauf dem Markt hinterherlaufen Recht haben wollen - jetzt erst Recht! die Anderen / der Markt ist Schuld nicht die Verantwortung für sein Handeln übernehmen! Marktrisiken: eine EZB-Entscheidung kann den Markt durcheinander bringen und dann ohne Stopp unterwegs sein Notfallplan: Was, wenn der Bagger das Strom- oder Telefonkabel zerlegt? Der Broker off-line ist? 7

8 Money-Management Wie wird das vorhandene Kapital eingesetzt? Wie viel Prozent des verfügbaren Kapitals sollen Sie insgesamt einsetzen? Wie viel Prozent des verfügbaren Kapitals dürfen Sie in einem einzelnen Trade verwenden? -> Positionsgrößenbestimmung Optimal f Kelly-Kriterium Fixed Fractional 8

9 Schlaue Sprüche: Der erste Verlust ist der geringste Verlust! Verluste begrenzen, Gewinne laufen lassen! Die Hoffnung stirbt zuletzt! Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer! An Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben! Wer Geld verdienen will, muss Geld riskieren! Wer ein Omelett machen will, muss Eier zerschlagen Trading ist Langstrecke, kein Sprint! Plan your trade and trade your plan! Jeder dieser Sprüche hat seine Daseinsberechtigung. In Ihrem Trading-Alltag werden Sie täglich damit konfrontiert. 9

10 Das Einzige, was Sie beim Traden beeinflussen können Ihr maximaler Verlust!! 10

11 Glaskugel Niemand kann die Zukunft vorhersagen. Bei der Wettervorhersage geht es um Wahrscheinlichkeiten. Diese werden mit der Prognose umgesetzt. Bei technischer Analyse geht es um Wahrscheinlichkeiten. Beim Traden geht es um die Umsetzung von Wahrscheinlichkeiten. Je höher der Erwartungswert der Strategie, desto höher die Prognosegüte der Wettervorhersage oder das CRV des Trades. 11

12 Kapitalerhalt Verlust %-Ausgleich Kommentar 5 % 5,3 % Machbar 10 % 11,1 % Machbar 20 % 25,0 % Machbar 30 % 43 % Schwierig 40 % 67 % Schwierig 50 % 100 % Schwierig 60 % 150 % Unrealistisch 70 % 233 % Unrealistisch 80 % 400 % Unrealistisch 90 % 900 % Unrealistisch 100 % Konto weg 12

13 (Maximaler) Verlust: 155 Euro Der erste Verlust ist der geringste Verlust! 13

14 DAX ausgestoppt! Short ausgestoppt 14

15 DAX sch das nächste Mal ohne Stopp!!!!! ausgestoppt Short 1. Kursziel: 127% 2. Kursziel: 162% 15

16 EZB Zinssenkung ca Pips 1 Lot ca Was fehlt??? Das 2. Bein der Abwärtsbewegung! 16

17 EZB Zinssenkung ca Pips 1 Lot ca

18 EZB Zinssenkung 18

19 Stopp Loss Initial Stopp: Der maximal tolerierte Verlust! Nachziehen auf Break Even: Der Trade kann nicht mehr im Minus enden! Gewinnmitnahme Stopp An Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben! KEINE mentalen Stopps!! Der Stopp wird ausschließlich in Gewinnrichtung nachgezogen!! 19

20 Stopp: Wohin? 1. Statisch: X % vom Einstand weg 2. Fibonacci-Korrektur-Levels: 38,2 %, 50% oder 61,8% 3. Pivot Punkte 4. ATR = Average True Range von Welles Wilder 5. Struktur im Chart: Always look left 20

21 Stopp: 1. Statisch X % vom Einstand weg = einfache Rechenaufgabe Beispiel: Stop 3% vom Einstand weg Kauf Daimler-Aktie für 51,60 = 1,55 = 50,05 Runde Zahl besser bei ca. 49 und Positionsgröße reduzieren 21

22 Quelle: TradeNavigator Karin Roller Stopp: 2. Fibonacci EURUSD daily

23 Quelle: TradeNavigator Karin Roller Stopp: 3. Pivot Punkte EURUSD hourly

24 Quelle: TradeNavigator Karin Roller Stopp: 3. Pivot Punkte EURUSD hourly

25 Quelle: VTAD Wiki Karin Roller Stopp: 3. Pivot Punkte Resist 3 = 2 x (Pivot Punkt - Low) + High Resist 2 = Pivot Punkt + (High - Low) Resist 1 =( 2 x Pivot Punkt) Low Pivot Punkt = (High + Low + Close) / 3 Support 1 = (2 x Pivot Punkt) High Support 2 = Pivot Punkt - (High - Low) Support 3 = Low (2 x (High Pivot Punkt)) Wobei gilt: High = Vortageshoch Low = Vortagestief Close = Vortagesschluss 25

26 Quelle: TradeNavigator Karin Roller Stopp: 4. ATR EURUSD 5 min

27 Quelle: VTAD Wiki Karin Roller Stopp: 4. ATR Laut Definition von Welles Wilder ist die True Range = "wahre Handelsspanne" das Maximum aus folgenden drei Bedingungen: D1. Der heutigen Handelsspanne (Tagestief bis Tageshoch), oder D2. der Handelsspanne zwischen dem Schlusskurs von gestern und dem Hoch von heute, oder D3. der Handelsspanne zwischen dem Schlusskurs von gestern und dem Tief von heute. Insbesondere mit Bedingung 2 und 3 werden Gaps in stark volatilen Märkten berücksichtigt. Um die Average True Range (ATR) zu erhalten, wird die True Range geglättet, sprich mit einem simplen gleitenden Durchschnitt versehen. 27

28 Quelle: TradeNavigator Karin Roller Stopp: 5. Struktur im Chart Lufthansa daily

29 Risikomanagement: Wie hoch ist der Kontostand? Welche Positionen sind offen? Sind alle Positionen mit einem Stopp abgesichert? Müssen Stopps nachgezogen werden? Gibt es offene Orders? Nach wie vielen Verlusttrades machen Sie Feierabend? Nach wie vielen Gewinntrades machen Sie Feierabend? Wurde das Tages- oder Wochenziel erreicht? 29

30 Das Einzige, was Sie beim Traden beeinflussen können Ihr maximaler Verlust!! 30

31 2% Regel Wie viel Prozent vom Kapital einsetzen? Maximal 2% vom Kapital je Trade werden riskiert. Kontogröße 2% je Trade 10 Verlusttrades Bleibt übrig

32 2% Regel... Bei einem Konto = 200 Risiko 100 Aktien á 50, Stopp Loss bei 48 (= 4%) -> ½ Konto ist verbraten. Risikostreuung schwierig. 100 Aktien CFDs (50 ) mit einer Sicherheitsleistung von 10% -> 5% vom Konto verbraten. Risiko kann besser gestreut werden. Chance auf mehr Ertrag. Konto zu klein für Futures Statt FDAX einige CFDs auf den DAX. Bei 10 CFDs Stopp 20 Punkte unter Einstand. Bei 20 CFDs Stopp 10 Punkte unter Einstand. Verbriefte Derivate wie Turbos: Risiko kann über den KO-Level exakt gesteuert werden. 32

33 Martingale-Strategie Im Verlustfall Verdoppelung des Einsatzes beim nächsten Trade. Beispiel für kleines Konto: Euro, 2% Risikoeinsatz = (1.) 20 Euro # Trade Risiko Konto Kommentar Risiko > Kontogröße Konto Platt!! 33

34 Martingale-Strategie Beispiel für größeres Konto: Euro, 0,2% Risikoeinsatz = (1.) 200 Euro # Trade Risiko Konto Kommentar Risiko > Kontogröße Konto Platt!! 34

35 Quelle: TaiPan EoD Karin Roller Martingale-Strategie DAX

36 Martingale-Strategie Was lernen wir daraus? Verbilligen einer Verlustposition kann noch schneller in den Ruin führen! 36

37 Roulette gerade ungerade

38 Erwartungswert = (maximaler Gewinn x Gewinnwahrscheinlichkeit) + (Risiko x Verlustwahrscheinlichkeit) Beispiel Roulette: Full Number: 10 Euro Jeton auf die 13 (350 x 1/37) + (-10 x 36/37) = -0,27 Vorteil der Spielbank: 2,7% = Asymmetrie der Regeln!! Einfache Chance: 10 Euro (Rot/Schwarz Gerade/Ungerade 1-18/19-36) (10 x 18/37) + (-10 x 19/37) = -0,27 Vorteil der Spielbank: 2,7% = Asymmetrie der Regeln!! 38

39 Paroli-Strategie Einfache Chance (Rot/Schwarz Gerade/Ungerade 1-18/19-36) Der Gewinn bleibt auf dem Tisch liegen für das nächste Spiel Gewinne laufen lassen aber auch irgendwann mitnehmen! An Gewinnmitnahmen noch niemand gestorben! ABER: Wie hoch ist die Chance, nach einem home run einen zweiten home run hinzulegen? 39

40 Spielbank Was lernen wir daraus? Positiver Erwartungswert!! Um überhaupt die Chance auf konstante Gewinne zu haben! Home run vielleicht nur jedes 2. Signal traden? Positionsgröße verdoppeln nach einem Verlust aber nicht mehr als das maximal erlaubte Risiko eingehen! 40

41 Optimal f von Ralph Vince (anerkannter Spezialist für Positionsgrößenbestimmung) f steht für fraction = Anteil Optimal f gibt an, welcher Anteil vom Gesamtkapital in jeden Trade investiert wird. Experiment 1990: 40 Doktoranden, profitable Handelsstrategie, 60% Trefferquote, USD Kapital, Einsatz zwischen 1 USD und dem gesamten Kapital, Gewinn: eingesetztes Kapital verdoppelt, Verlust: eingesetztes Kapital weg. 100 Trades. 38 verloren Geld, nur 2 = 5% konnten ihr Kapital vermehren!! 95% Verlierer!! 41

42 Optimal f f = (B + 1) x P 1 B Wobei gilt: B = Verhältnis Gewinn / Verlust P = Gewinnwahrscheinlichkeit Beispiel: Was sagt die 0,66 aus? f = (75 + 1) x 0, = 0, Quelle: TradeNavigator 42

43 Kapitalerhalt Verlust %-Ausgleich Kommentar 5 % 5,3 % Machbar 10 % 11,1 % Machbar 20 % 25,0 % Machbar 30 % 43 % Schwierig 40 % 67 % Schwierig 66% Verlust = 194 % Ausgleich 50 % 100 % Schwierig 60 % 150 % Unrealistisch 70 % 233 % Unrealistisch 80 % 400 % Unrealistisch 90 % 900 % Unrealistisch 100 % Konto weg 43

44 Kelly-Kriterium John Kelly: US-Physiker ( ) Bell Labs Forschungsthema: optimale Übertragung der Sprache bei Ferngesprächen Kelly Kriterium Spieletheorie Maximierung von Gewinnen Edward Thorp (Mathematiker) Black Jack Las Vegas Spielregeln wurden verändert!!! Larry Williams Trading WM 1987: USD 1,1 Mio USD in 1 Jahr Kelly Kriterium: Den Einsatz so wählen, dass die Kapitalkurve optimal wächst. Maximale Gewinne, Bankrott muss ausgeschlossen werden. Hohe Volatilität im Konto! 44

45 Kelly-Kriterium Optimales Wachstum der Kapitalkurve, das Risiko wird ausgeblendet. Je höher die Trefferquote, desto höher der Einsatz. Kelly % = W 1 W R Wobei gilt: W = Trefferquote in % R = Verhältnis Gewinn eines Gewinnertrades zu Verlust eines Verlusttrades 45

46 Kelly-Kriterium Kelly % = 0, , = 43% Das bedeutet: In den nächsten Trade werden 43% des Kontowerts gesteckt. Vereinfacht ausgedrückt: Kelly % = (2 x Trefferquote) 1 = (2 x 0,75) 1 = 50% Variation: Der Kontowert wird halbiert und damit die Positionsgröße halbiert und damit Risiko aus dem Trade herausgenommen. Quelle: TradeNavigator 46

47 Fixed Fractional Einen festgelegten Prozentsatz des Kapitals einsetzen N = f Kontogröße Risiko des Trades Wobei gilt: N = Anzahl von Aktien oder Futures Kontrakten oder CFDs f = Risiko in Prozent Kontogröße = zur Verfügung stehendes Kapital Risiko des Trades = der Betrag, der pro Einheit als maximaler Verlust riskiert wird 47

48 Fixed Fractional Beispiel 1: Kontogröße % Risiko bezogen auf das Gesamtkonto Aktie kostet 50, Stopp bei 48 = 2 maximaler Verlust N = f Kontogröße Risiko des Trades = 0, = 500 Beispiel 2: Kontogröße % Risiko bezogen auf das Gesamtkonto FDAX mit 40 Punkten Stop = Risiko N = f Kontogröße Risiko des Trades = 0, = 1 48

49 Positionsgrößenbestimmung welche Methode? Optimal f B = Verhältnis Gewinn / Verlust P = Gewinnwahrscheinlichkeit Kelly-Kriterium W = Trefferquote in % R = Verhältnis Gewinn eines Gewinnertrades zu Verlust eines Verlusttrades Fixed Fractional f = Risiko in Prozent Kontogröße = zur Verfügung stehendes Kapital Risiko des Trades = der Betrag, der pro Einheit als maximaler Verlust riskiert wird Welche Zahlen stehen zur Verfügung?? 49

50 Welche Zahlen stehen zur Verfügung? Programmierte und back-getestete Handelsstrategie? Trading-Journal? Quelle: TradeNavigator 50

51 Grundbedingungen Konstante Gewinne sind der Schlüssel zum Erfolg! Um kontinuierliche Gewinne zu erzielen: Plan Handelsstrategie Trading Plan (= Einsatzregeln) Trading Tagebuch = Trading Journal Checklisten Notfallplan Trading Plan: Risikomanagement Moneymanagement Trading-Strategie Disziplin Die tägliche Routine 51

52 Ziele setzen Um kontinuierliche Gewinne zu erzielen: Tagesziele, Wochenzielen, Monatsziele in Euro! In Abhängigkeit von der verfügbaren Zeit zum Traden. Zum Beispiel 50 Euro pro Tag = Wochenziel 250 Euro = Monatsziel Euro. Üben Sie im Demo-Account 52

53 Trading for Living? Nicht leicht, aber möglich. Betrachten Sie Trading for Living als Business. Machen Sie einen detaillierten Business Plan! Jede gute Ausbildung mit der Sie gutes Geld verdienen möchten benötigt Zeit! Geben Sie sich die Zeit. 53

54 Fragen? Finanzbuchverlag direkt nach diesem Vortrag VTAD Stand 5D 54

55 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Erfolgreiches Handeln. Anmerkung: Der Inhalt des Seminars dient nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Alle Rechte vorbehalten, einschließlich derjenigen des auszugsweise Abdrucks sowie der photomechanischen und elektronischen Wiedergabe. 55

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