Informationswirtschaft 3. Andreas Röhrenbacher SS 2011

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1 Informationswirtschaft 3 Andreas Röhrenbacher SS 2011

2 Einleitung Entscheidungsproblem Bewertung der Optionen von Implementierungsmöglichkeiten Fallbeispiel 2

3 Software Plattform: Softwarepakete wie zb. Betriebssysteme oder Applikationspakete wie SAP oder Oracle Ein Bündel von Funktionen variablem Wert Entscheidung für das System mit dem größten Nutzen 3

4 Weitreichende Konsequenzen bei einer Falschentscheidung Net present value nicht geeignet weil: keine Optionenanalyse möglich Schwierig die richtigen Parameter zu finden NPV nur für sich nicht verändernde Applikation 4

5 Fehler von NPV: Optionen die durch aktives Management und Anpassung der Applikationen entstehen werden ignoriert Lösung: Expanded NPV = gewöhnlicher NPV + Wert der Optionen des aktiven Managements 5

6 Europäische Call Option: Käufer hat das Recht, aber nicht die Pflicht, zu einem gewissen Zeitpunkt eine Aktie zu einem bestimmten Preis zu kaufen SW-Plattform: Unternehmen hat die Möglichkeit eine Applikation zu implementieren 6

7 Wert einer SW-Plattform = NPV für ein fixes Applikationsportfolio + Wert der Option von weiteren Implementierungsmöglichkeiten Modell: P(t) = N(t) * b P(t) = Nutzen der Applikation zum Zeitpunkt t N(t) = Anzahl unterstützenden Vorgänge b = Ersparnis an Prozesskosten 7

8 T: Implementierung Entscheidungszeitpunkt V(T): Wert der Möglichkeit zum Zeitpunkt T V(T) muss größer als Total Cost of Ownership (l) sein V(T) > l 8

9 für unsichere cash flow V(t) folgt einer geometrischen Brownschen Bewegung mit einer Wachstumsrate α der Verwendung pro Periode Standardabweichung σ dw = Wiener Prozess = stochastischer Prozess mit normalverteilten Zuwächsen dv(t)=v(t)*(αdt+σdw) 9

10 Entscheidung zum Zeitpunkt 0 NPV1 = (e^(-μ*t))*(v(0)*(e^α*t)-i) V(0) = N(0)*bI*(μ-α) Wert zum Zeitpunkt 0 μ = Summer der risikolosen Zinsrate r + Risikoprämie Gesucht: Modell wo die Entscheidung erst im Zeitpunkt T getroffen wird. 10

11 NPV2 = (e^-μ*t)*e(max{v(t)-i,0}) durch umformen erhält man: NPV(2)=(e^-μ*T)*(V(0)*(e^α*T)*N(d1)-I*N(d2)) mit d1= (1/σ T)*(ln(V(0)/I)+(α+0,5^2)*T) d2= d1-σ T Der Entscheidungsträger hat zum Zeitpunkt T die Wahl NICHT in das Projekt zu investieren. Entscheidungsbaum 11

12 Black Scholes Modell: Annahme: perfekter, arbitragefreier Markt BS=V(0)*N(d1)-I*(e^-r*T)*N(d2) Vorteil: Weniger Parameter kein α r statt μ 12

13 Zentraleuropäischer Automobilzulieferer mit rund 1500 Mitarbeitern Unternehmen verwendet seit vielen Jahren SAP R/2 Benutzer sind zufrieden mit jetziger Version FRAGE: Soll die Version R/2 behalten werden oder soll auf SAP R/3 umgestellt werden? 13

14 Interessenskonflikt: Benutzer sind zufrieden mit jetziger Version IT wird als notwendiges Übel gesehen IT-Abteilung sieht großes Potential in R/3 CFO wünscht sich Quantifizierung der Möglichkeiten Unternehmensweiter risikoangepasster Abzinsfaktor von μ = 20% für IT-Projekte 14

15 Investmentkosten Serverkosten Desktopkosten Schulung (IT) Schulung (Sonstige) Plattformanpassung Lizenzkosten Wartung Summe Nutzen Barwert Server Wartung Operationaler Nutzen Benutzerproduktivitat Summe NPV

16 Negativer NPV von Umstellung auf SAP R/3 nicht sinnvoll Erweiterungsmöglichkeiten wurden nicht mit eingerechnet Implementierungsmöglichkeiten bei R/3 wären: EDI-basiertes Einkaufen EDI-basierte Fakturierung WWW basiertes E-Commerce system Ablaufplan für Verkäufe Engineering document handling 16

17 Implementierungsmöglichkeit b N(0) α σ T I EDI-basiertes Einkaufen % 35% 4 $50,000 EDI-basierte Fakturierung % 30% 2 $200,000 WWW basiertes E-Commerce system % 45% 4 $100,000 Ablaufplan für Verkäufe % 35% 3 $300,000 Engineering document handling Parameter: b = Nutzen/Profit N(0) = Anzahl der unterstützten Aktivitäten α = Wachstumsrate in % σ = Abweichung T = frühestmöglicher Zeitpunkt für Einführung l = Total Cost of ownership % 80% 3 $ 1,5 Mio. 17

18 Implementierungsmöglichkeit NPV1 NPV2 BS ΔNPV 2/BS EDI-basiertes Einkaufen % EDI-basierte Fakturierung % Ablaufpan für Verkäufe % Engineering document handling % WWW basiertes E-Commerce system % Σ % 18

19 NPV reicht nicht für positives Ergebnis für R/3 aus Unterschied zwischen BS und NPV2 nur 16% Meinung des CFO: Werte für b, α und σ nicht realistisch Sensitivitätsanalyse 19

20 T =3 T = 5 NPV1 NPV2 BS NPV1 NPV2 BS σ = 15% σ = 35% σ = 55% erhöht die Validität je höher die Ungewissheit (σ) umso höher NPV2 und BS höheres Potenzial nach oben je später die Applikation eingeführt wird, umso niedriger die beiden NPV, wegen des Geldwertverlustes BS steigt, weil mehrere Perioden vor der Einführung betrachtet werden können 20

21 Unternehmen entschied sich für SAP R/3 und führte im Jahr T=2 die beiden EDIbasierenden Technologien ein. Probleme: Möglichkeit das keine Option realisiert wird besteht. Quantifizierte Möglichkeiten schwer zu erklären Keine harten Fakten aus Accounting eher Schätzungen und Annahmen 21

22 22

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