Wie interpretiere ich ein Gedicht?

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1 Horst Joachim Frank Wie interpretiere ich ein Gedicht? Eine methodische Anleitung 6. Auflage / A. Francke Verlag Tübingen und Basel

2 INHALT EINLEITUNG THEMATIK 1.1 Worum geht es in diesem Gedicht? Wird eine Begebenheit erzählt? Werden Dinge oder Menschen abgebildet? Drückt ein Ich seine Gedanken und Empfindungen aus? Ergibt sich der Ausdruck durch eine bestimmte Situation oder einen äußeren Anlaß? Ist das Gedicht die Aussprache von Gedanken und Empfindungen aus innerer Veranlassung? Wird die Aussprache zur Ansprache? Wer wird in dem Gedicht angesprochen? In welcher Absicht erfolgt die Ansprache?, Liegt ein Rollengedicht vor? ENTSTEHUNG 2.1 Von wem stammt das Gedicht? In welchem werkgeschichtlichen Zusammenhang steht das Gedicht? Ist das Gedicht jemandem gewidmet? Geht das Gedicht auf eine Quelle zurück? Wann und wo entstand das Gedicht? Liegt dem Gedicht ein Erlebnis zugrunde? Gibt es das Gedicht noch in anderen Fassungen? METRIK 3.1 Betonung Notieren Sie das metrische Schema aller Verse Übereinstimmung von Wortakzent und Versakzent Beginnen die Verse betont oder unbetont? Wie viele Hebungen haben die Verse? Sind es kurze oder lange Verse? Wie sind die Verse metrisch gefüllt? Zeigen die Verse eine Teilung? Wie schließen die Verse? 29

3 3.10 Sind die Verse gereimt? Jetzt können Sie die Versart(en) bestimmen Wo sind Abweichungen vom Metrum erkennbar? Wie sind die Reime geordnet? Ist das Gedicht in Strophen oder Abschnitte gegliedert? WORTWAHL, 4.1 Achten Sie auf den genauen Wortsinn Entdecken Sie in dem Gedicht Wörter, die nicht zum allgemeinen Wortschatz unserer Hoch- und Schriftsprache gehören?, Enthält das Gedicht Wörter aus Fach- und Sondersprachen? Kommen regionalsprachliche oder mundartliche Ausdrücke vor? Finden sich in dem Gedicht Umgangs- oder vulgärsprachliche Wendungen? Enthält das Gedicht auffällig gehobene Ausdrücke? Achten Sie auf nicht mehr geläufige Wörter, Wortformen und Wortbedeutungen Kommen Ihnen Wendungen von anderen Texten her bekannt vor? Stellen Sie alle Verben des Gedichts in einer Liste zusammen Welche Bedeutungsgruppen und Aktionsarten der Verben dominieren? Stellen Sie alle Substantive des Gedichts in einer Liste zusammen Welche Abstrakta kommen darin vor? Welche Wesen und Dinge bilden den konkreten Hauptbestand? Treten Substantive gehäuft oder in Zusammensetzungen auf? Dienen zahlreiche Substantive zur Bezeichnung von Tätigkeiten und Vorgängen? Dienen zahlreiche Substantive zur Bezeichnung von Eigenschaften? Verwendet der Dichter Diminutivformen? Achten Sie auf den Gebrauch der Artikel. 45

4 4.19 Stellen Sie alle Adjektive in einer Liste zusammen Enthält das Gedicht viele Adjektive? Welche Qualitätsbereiche dominieren? Entdecken Sie schmückende Beiwörter? Dienen die Adjektive einer neutralen Charakterisierung oder wertenden Beurteilung? Werden Adjektive gesteigert? Werden zahlreiche Partizipien attributiv verwendet? Bleiben Adjektive bei Substantiven unflektiert? Verknüpfen Adjektive ganz verschiedene Vorstellungsbereiche? Enthält das Gedicht Interjektionen? SATZBAU 5.1 Wo führt die Satzbewegung über das Ende einer Verszeile hinaus in die folgende hinein? Enthält das Gedicht Ausrufe, fragen, Wünsche und Aufforderungen? Überwiegen einfache Sätze oder Satzgefüge? Wo weicht der Satzbau von der üblichen Folge der Satzteile ab? Bemerken Sie Brüche in der Konstruktion der Sätze? Fehlen Satzteile, und sind Sätze unvollständig? Finden sich Worthäufungen? Entdecken Sie Wortwiederholungen? Wird der Satzbau von Bedeutungsgegensätzen bestimmt? KLANG 6.1 Wie klingt das Gedicht? Sind die Reime voll und rein? Sind die Reime neu oder abgenutzt? Entdecken Sie Reime auch im Innern der Verse? Hört man einen Gleichklang von Vokalen? Zeigen einzelne Vokale durch ihren Klang besondere Bedeutungen an? Treffen bei Wortübergängen Vokale aufeinander? Stimmen benachbarte Wörter im Anlaut überein? 74

5 6.9 Häufen sich konsonantische Wortübergänge? Enthält das Gedicht Klangmalereien? BILDLICHKEIT 7.1 Sprachliche Bilder Suchen Sie zunächst alle sprachlichen Bilder des Gedichts heraus Ist das Gedicht arm oder reich an Bildern? Welcher Art sind die Bilder? Woher stammen die Bilder? In welchem Verhältnis stehen die Bilder zueinander? Wie verhalten sich die Bilder zu den Sachen? Bilder in modernen Gedichten PERSPEKTIVE 8.1 Wer spricht das Gedicht? Ist eine Rolle angegeben? Werden die Verse von einem Ich gesprochen? Wovon spricht das Ich? Bleibt der Sprecher des Gedichts verborgen? Wird die Gemeinsamkeit eines Wir vernehmlich? Sind die Verse an jemanden gerichtet? Wird ein Du angesprochen? Wendet sich das Gedicht an eine Gruppe oder an die Allgemeinheit? Enthält das Gedicht direkte Reden? Was wird vom Hörer oder Leser des Gedichts erwartet? ZEIT 9.1 Ist das Gedicht tages-oder jahreszeitlich situiert? Ist das Gedicht historisch datiert? ' Fehlt jeglicher Zeitbezug? Stellt das Gedicht einen Vorgang dar? Sind Zeitstufen erkennbar? RAUM 10.1 Ist das Gedicht geographisch lokalisiert? Ist das Gedicht auf andere Weise lokalisiert? Zeigt das Gedicht überhaupt Räumlichkeit? 97

6 10.4 Wird von einem Standort aus etwas betrachtet? Wechselt die Richtung der Betrachtung? Wird eine Bewegung beschrieben? AUFBAU Gliederung und Zusammenhang der Teile Läßt schon das Druckbild eine Einteilung erkennen? Stellen Sie die innere Gliederung des Gedichts fest Aus wieviel Teilen besteht das Gedicht? Wie hängen die Teile zusammen? Wird der Aufbau durch die Gesetze einer Gattungsform bestimmt? Handelt es sich um ein modernes Gedicht? ZUSAMMENHANG 12.1 Von den Einzelheiten zu den Zusammenhängen Wo zeigen sich Zusammenhänge zwischen der Thematik und den anderen untersuchten Aspekten? Wo zeigen sich Entsprechungen bei den Darstellungsmitteln? Sondern Sie die wichtigsten Feststellungen von den nur beiläufigen Überlegen Sie sich eine zweckmäßige Gliederung Bemühen Sie sich um eine verständliche Darstellung. 108 DIE HÄUFIGSTEN VERSMASSE Einheber 109 Zweiheber 109 Dreiheber 109 Vierheber Fünfheber 112 Sechsheber 115 Siebenheber 119 Achtheber 119 SACHREGISTER 121

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