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1 9. Schwimmhallenklimatisierung In privaten und öffentlichen Schwimmhallen und Wellnessanlagen steht die Behaglichkeit an vorderster Stelle. Persönliches Wohlempfinden und die Erholung müssen oberste Zielsetzung sein. Um sich jedoch richtig wohl zu fühlen, muss nicht nur das Wasser angenehm temperiert und aufbereitet sein, auch das Raumklima ist entscheidend. Die technische Ausstattung und die optische gestaltung tragen ebenfalls dazu bei. Gleichzeitig muss jedes Bauteil bauphysikalisch sicher sein und dauerhaft kondensatfrei bleiben. Sowohl die Bauphysik, als auch die Entfeuchtungstechnik müssen den besonderen Bedingungen in einer Schwimmhalle Rechnung tragen und auf diese abgestimmt sein. Weitere Informationen für die Planung eines Hallenbades finden Sie in Kapitel Grundlagen In einem Schwimmbad herrscht in der Regel ein höherer Dampfdruck als im Außenbereich und in den angrenzenden Räumen. Dies ist eine physikalische Folge der permanenten relativen Feuchte zwischen 55 und 60 % bei einer Raumtemperatur von 30 C. Durch die stetige Verdunstung von Wasser aus dem Schwimmbecken muss die Feuchte im Schwimmbad begrenzt werden, um Schäden am Baukörper und in den angrenzenden Räumen zu verhindern. Ältere Entfeuchtungsanlagen bestehen nur aus zwei Ventilatoren und einem Heizregister. Die warme feuchte Luft wurde aus dem Schwimmbad ins Freie geblasen, mit aufgeheizter trockener Außenluft wurde das Schwimmbad entfeuchtet. Ein Wärmerückgewinn wurde nicht erzielt. Bei Heizölpreisen von 10 Pfennig pro Liter Heizöl war diese Methode weit verbreitet. Heute werden Entfeuchtungsanlagen mit ein- oder mehrstufiger rekuperativer Wärmerückgewinnung, mit Wärmepumpentechnik oder als Kombination beider Arten gefertigt. Um die bestmögliche Energiebilanz zu erhalten, müssen alle technischen Details berücksichtigt werden und die Komponenten in ihrer Gesamtheit aufeinander abgestimmt sein. Um dies zu erreichen ist das perfekte Zusammenspiel von drei Technikbereichen erforderlich. Bauphysik Schwimmhallenentfeuchtung Entfeuchtungsanlage Luftführung Erstens die perfekte Isolierung mit Dampfsperre für den Schutz der Bausubstanz und geringe Transmissionsverluste (Kapitel 9.2). Zweitens muss die Luftführung eine optimale Verteilung der zugeführten warmen, trockenen Luft gewährleisten und gleichzeitig die feuchte Luft an geeigneter Stelle im Raum abgesaugt werden. Dies gelingt optimal nur mit einer Kanalanlage (Kapitel 9.3.1). Dann erst kann drittens die sopra-entfeuchtungsbzw. Wärmepumpenanlage mit bestem Wirkungsgrad und geringstem Energieeinsatz arbeiten und die komplette Beheizung, Belüftung und Entfeuchtung mit Wärmerückgewinn an Luft oder Wasser der Schwimmhalle übernehmen.

2 9.2 Bauphysik Schwimmhalle Aus den vorgenannten besonderen Bedingungen in einer Schwimmhalle ergeben sich die wesentlichen baulichen Anforderungen. Wichtig ist, dass hinsichtlich der Bauphysik die Besonderheiten des Schwimmhallen-Klimas beachtet werden, denn die verwendeten Systeme und Baustoffe müssen diesem Klima langfristig Stand halten. Das gilt sowohl für den Neubau von Schwimmhallen als auch für Sanierungen und Modernisierungen. Die innen liegende Wärmedämmung mit Dampfsperre ist zu einer gängigen Maßnahme im Schwimmbadbau geworden. Sie bietet alle optischen Gestaltungsmöglichkeiten, stellt die Trockenheit aller Bauteile sicher und schafft die Voraussetzung für ein behagliches Umfeld. Gesetzliche Bestimmungen einhalten Dach, Decke und Wände trennen das hochfeuchte Innenklima der Schwimmhallen vom stark schwankenden Außenklima. Um dies langfristig ohne Schaden sicherzustellen, müssen einige bauphysikalische Grundregeln und gesetzliche Bestimmungen beachtet werden. len-umschließungsflächen sind in der folgenden Tabelle festgehalten. Mit der Einhaltung dieser Empfehlungen sind die Forderungen der geltenden Energieeinspar-Verordnung von 2007 erfüllbar. Weil in der Schwimmhallenluft etwa doppelt so viel Feuchte enthalten ist, als in der Wohnraumluft, müs- Bauteil Obergrenze U- Werte in W/m 2 K Standard Empfehlung NEH- Niveau Dach/Decke gegen Außenluft 0,18 0,15 Decke gegen beheizte Räume 0,50 0,40 Außenwand gegen Außenluft 0,30 0,20 Außenwand gegen Erdreich 0,30 0,25 Innenwand gegen unbeheizte Räume 0,35 0,25 Innenwand gegen beheizte Räume 0,50 0,40 Diese Werte bewirken nach Angaben des EN-OP-Institutes zeitgemäßen Wärmeschutz in Schwimmhallen. Der U-Wert beschreibt den Wärmestrom (in Watt) durch 1 m 2 großes Bauteil bei einer Temperaturdifferenz von 1 K (= 1 C). Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung. Bauphysikalisch gesehen müssen alle Umschließungsflächen von Schwimmhallen zwei Grundforderungen erfüllen: Wärmeschutz Das erforderliche Maß schreibt die geltende Energieeinspar-Verordnung vor. Außerdem erfordert der Anspruch an behaglich warmes Raumklima ebenfalls gute Dämmwerte für Außenbauteile. Nur eine gut gedämmte Schwimmhalle ermöglicht angenehmes zugfreies Klima. Zudem werden durch hochwertigen Wärmeschutz auch die Heizkosten minimiert Feuchteschutz Wirkungsvoller Feuchteschutz in Schwimmhallen bedeutet, dass weder auf der Innenseite der Bauteile noch innerhalb der Konstruktion schädliches Tauwasser entstehen kann. Dafür sorgt die innen liegende Wärmedämmung mit Dampfsperre. Die Dämmung hält die Oberfläche rundum so warm wie die Raumtemperatur und die Dampfsperre hält die gewünschte Feuchte sicher in der Schwimmhalle und schützt die Baukonstruktion. Ein besonderes Augenmerk ist auf die Vermeidung von Wärmebrücken zu achten. Dies wird durch die innen liegende Rundum-Dämmung erreicht. Richtwerte für den Wärmeschutz von Schwimmhal-

3 sen Bauteile auch für diese besonderen Anforderungen zugelassen und mit einem DIN-Nachweis bestätigt werden. Jede Konstruktion (Dach, Decke, Wände) muss nach DIN 4108 bauphysikalisch zulässig sein. Bauherr, Handwerker und Architekt tun gut daran, diese Nachweise beim renomierten Systemanbieter Fa. ISO GmbH oder beim Ing.-Büro erstellen zu lassen. Außerdem ist es sinnvoll, bei der Planung den Rat unserer erfahrenen sopra Fachhändler für einen sicheren Schwimmhallen-Ausbau einzuholen. Detailfragen, auch hinsichtlich Gestaltung, Beleuchtung usw., können mit unseren erfahrenen sopra Partnern so bereits im Vorfeld sicher gelöst werden. Sichere Wände in Schwimmhallen Alle Wandkonstruktionen ob mit oder ohne äußere Wärmedämmung, ob im Erdgeschoss oder im Untergeschoss können mit der innen liegenden Wärmedämmung und Dampfsperre bauphysikalisch sicher ausgeführt werden. Die Oberfläche kann ganz nach Wunsch der Bauherrschaft individuell gestaltet werden. Die Beschichtung erfolgt dabei systemgerecht direkt auf der Alu-Dampfsperre. Die Dämmschichtdicke innen wird nach den Erfordernissen der geltenden Verordnung bzw. auf NEH-Niveau festgelegt. Sichere Decken- und Dachkonstruktionen Decken, ob sie als Dach oder als Zwischendecken ausgeführt werden, sind ohne innen liegende Dampfsperre äußerst risikobehaftet. Bei Flachdächern befinden sich an der Außenseite immer auch abdichtende Schichten wie Folie, Bitumenbahnen usw. Dadurch kann sich dort ggf. Kondensat bilden. Um das Eindringen der Feuchtigkeit und auch mögliche Wärmebrücken auszuschließen, wird direkt an der Rohdecke die Dampfsperre in Form eines Verbund-Elementes aus Polystyrol-Hartschaum mit aufkaschierter Alufolie (z. B. ISO-PLUS-SYSTEM) befestigt. Dadurch ist die Decke bauphysikalisch sicher und entspricht den Anforderungen gemäß DIN Unter die Dampfsperre werden dann die Lüftungskanäle und die Elektroinstallation sowie die Abhängekonstruktion vorgesehen. Dazu wird die Dampfsperre punktuell durchbohrt und mit speziellen Deckendübeln versehen. Der Durchdringungspunkt der Dampfsperre wird mittels spezieller Abdichtscheiben abgedichtet. Bei Decken zu beheizten Wohnräumen ist die beschriebene Maßnahme aus folgendem Grund ratsam: Die Feuchtigkeit der Schwimmhallen-Luft hat täglich 24 Stunden Zeit, in die Konstruktion einzudringen. Die Diffusionsrichtung ist immer von der Schwimmhalle aus nach außen. Eine Feuchtigkeitsanreicherung in der Decke und im darüber liegenden Bodenaufbau ist unvermeidbar. Textile Bodenbeläge, Naturstein und insbesondere Parkett sind darauf sehr anfällig. Auch wenn bauphysikalische Berechnungen theoretisch kein Kondensat bescheinigen, sind derartige Decken zur Sicherheit von Planern, Ausführenden und Bauherren dampfdicht auszuführen.

4 In der Praxis ist oftmals ein und dieselbe Decke teilweise mit Wohnraum überbaut und teilweise als terrassendach ausgebildet. Dieser Übergang ist in der Praxis nicht unkritisch und muss besonders betrachtet werden. Generell gilt der Hinweis, für jede Konstruktion einen bauphysikalischen Nachweis zu erstellen und alle Detail-Punkte (Anschlüsse, Übergänge) konsequent sicher auszuführen. Für die tragenden Teile abgehängter Decken-Konstruktionen in Schwimmhallen sind nur ganz bestimmte Materialien zugelassen. Diese sind in der DIN definiert. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um zwei mögliche Lösungen: Hochlegierter korrosionsbeständiger Stahl oder verzinkter Stahl mit zusätzlicher Beschichtung. Der weit bekannte Edelstahl V2A ist für diesen Einsatzzweck definitiv nicht zugelassen. Deshalb ist es wichtig, hier auf die genaue Materialzulassung (z. B. Edelstahl ) zu achten. Da Gipsbaustoffe bei Dauerklima von 30 C und 60 % relativer Feuchte nicht zulässig sind, empfehlen sich für abgehängte Decken andere Baustoffe. In der Vergangenheit wurden oft Alu- oder Holz-Paneele eingesetzt. Bei richtiger Montage bewähren sich diese Lösungen über Jahrzehnte. Sicherheit 1: ISO-PLUS-Element Typ I aus Polystyrol, kaschiert mit Alu-Dünnblech zur Wärmedämmung und Dampfsperre, schützt die Betondecke. Bauphysikalische Nachweise für einzelne Bauteile auf Anfrage. Sicherheit 2: KUNKEL-Deckendübel (K6 x 70/20C) aus Spezialstahl Werkstoff Nr mit Zulassung für Schwimmhallen- Decken. Abdichtung mit ISO-Abdichtscheibe. Sicherheit 3: Abhänge-Konstruktion in Schwimmbad-Qualität Nach den verschiedenen Diskussionen um geeignete Materialien und Systeme für Abhänge-Konstruktionen in chloridhaltiger Atmosphäre gibt es z. B. bei der Fa. ISO GmbH in Kooperation mit verschiedenen namhaften Herstellern eine komplette Systemlösung für Schwimmhallen-Decken. Sie beinhaltet sowohl die Beton-Deckendübel in hochkorrosionsfestem Edelstahl als auch die verzinkte und zusätzlich beschichtete Abhänge- Konstruktion für die Deckengestaltung. Beide Komponenten sind mit der notwendigen Zulassung für chloridhaltige Atmosphäre versehen bzw. speziell für den Einsatz in Schwimmhallen zertifiziert. Sie entsprechen damit den Anforderungen in der höchsten Beanspruchungsgruppe gemäß der EU-Norm DIN EN Heute wird jedoch eher die fugenlose Fläche bevorzugt. Dazu eignet sich das ISO-Feuchtraum- Paneel. Es ist gipsfrei, absolut feuchtebeständig und ideal für den Einsatz in Schwimmhallen geeignet. Die Platten von 2,50 m x 1,20 m lassen sich biegen, bohren, sägen usw. wie Gipsfaserplatten, sind baubiologisch getestet und frei von unnatürlichen Stoffen.

5 Die Paneele werden an die Unterkonstruktion geschraubt und dann von der Unterseite verspachtelt und verputzt. Die Aufnahme von Beleuchtungen und anderen Installationen bis hin zum Sternenhimmel ist dann, wie im Trockenbau üblich, möglich und wurde bereits vielfach realisiert. Auch lässt sich das System mit Lackspanndecken kombinieren Schwimmbad-Sanierung und -Modernisierung Auch bestehende Schwimmhallen können mit zeitgemäßem Wärmeschutz und Feuchteschutz nachgerüstet werden. Für die Wände kann davon ausgegangen werden, dass der meist vorhandene Fliesenbelag belassen werden kann und die Wärmedämmung mit Dampfsperre direkt auf die vorhandenen Wände befestigt wird. Die heute nicht mehr üblichen Alu- oder Holz-Paneeldecken lassen sich durch eine helle fugenlos verputzte Decke mit integrierten NV-Strahlern ersetzen. Auf diese Weise erhält die Schwimmhalle eine völlig neue Optik, wird behaglicher und heller und die Heizkosten werden gesenkt. Wie stark die Wärmedämmung auszuführen ist, muss anhand der Gegebenheiten entschieden werden. Meistens genügt bereits eine zusätzliche Dämmschicht von Bei der Planung der Schwimmhallen-Decke müssen 3 cm, so dass die Raumgröße kaum beeinflusst wird. viele Faktoren berücksichtigt werden. Ganz ent- scheidend ist z. B., ob an der Decke die Installation für Lüftung, Wasser und Elektro vorgesehen werden muss. Dazu benötigt man in der Praxis ca cm Raumhöhe. Mit einer Deckenabhängung lässt sich die 9.3 Schwimmhallen Entfeuchtung/Klimatisierung perfekte Gestaltung incl. Beleuchtung realisieren. Ist die Raumhöhe jedoch begrenzt, müssen andere Lösungen gefunden werden. Für Wärmedämmung und Warum muss eine Schwimmhalle klimatisiert werden? Dampfsperre mit Schwimmbadputz Schwülekurve und Gebäudeschutz in Schwimmhallen sind in der Regel cm vorzusehen. Dabei optimaler Schwülegrenze gem. sollte dann die Beleuch- Bereich Ruhebetrieb Betriebspunkt unbekleidete Personen VDI zur Energieoptimierung [22,7 hpa] 30 C / 53,4% r.f. kreislaufbelastende tung unterhalb der Dampfsperre Schwüle 35 [32 C / 25,5 hpa] angebracht werden. Bautenschutz in Schwimmhallen gem. VDI [40% u. 64%] Soll jedoch eine integrierte Temp.-Grenzen in Schwimmhallen gem. VDI Beleuchtung mit Deckenstrahlern 30 [34 C und 30 C] untere Temp.-Grenze realisiert werden, Umkleiden gem. VDI [25 C] untere ist dies in einem Höhenaufbau Behaglichkeitsgrenze [27 C] von 8 cm möglich. Spe- optimaler Betriebspunkt 25 zielle ISO-Lichtboxen erlauben optimaler Behaglichkeitsbereich Behaglichkeitsbereich bei Badebetrieb bei Badebetrieb die Montage von 20 NV-Strahlern innerhalb der 30% 35% 40% 45% 50% 55% 60% 65% 70% Dämmstoffebene. rel. Feuchte [%] Temp.[ C]

6 Durch die Verdunstung des Wassers steigt die Luftfeuchtigkeit in der Schwimmhalle. Schnell entsteht ein unangenehmes Klima und die Grenze bei der man sich ohne Belastung für den Organismus aufhalten kann (Schwülegrenze), wird überschritten. Luftqualität Geruchsstoffe, welche von der Wasseroberfläche an die Raumluft abgegeben werden, beeinträchtigen ebenfalls das Wohlbefinden und belasten den Organismus. Schutz der Bausubstanz Neben dem gesundheitlichen Aspekt ist bei der Planung von Schwimmhallen die Auswirkung der Luftfeuchtigkeit auf die Bausubstanz zu beachten. Der in der Luft gebundene Wasserdampf diffundiert durch Putz und Mauerwerk und kondensiert bei unterschreiten der Taupunkttemperatur in der Außenwand, was zu erheblichen Bauschäden führt. Neben baulichen Maßnahmen wie das Anbringen einer Dampfsperre und einer guten Wärmedämmung ist daher ein geregeltes Hallenklima unumgänglich. 2. Bauliche Gegebenheiten Raumgröße Glasflächen Bausubstanz (Transmissionswärmebedarf) Platzbedarf 3. Wirtschaftlichkeit Erstellungskosten Laufende Kosten (Energieeffizienz) Amortisation 4. Individuelle Ansprüche des Nutzers bzw. Betreibers Optik Geräuschkulisse Luftqualität Behaglichkeit (Luftverteilung, Temperaturregelung) 5. Energieversorgung Öl/Gas Wärmepumpe BHKW Planung Luftaufbereitung Egal ob im eigenen Hallenbad, im Hotelbad oder in öffentlichen Bädern und Wellness-Bereichen, um sich rundum Wohlfühlen zu können, muss nicht nur das Wasser angenehm temperiert und aufbereitet sein, auch das Raumklima ist entscheidend. Der Einsatz einer geeigneten Klima- und Entfeuchtungsanlage ist daher zwingend erforderlich. Für die Klimatisierung stehen eine Vielzahl von Geräten und Systemen zur Auswahl. Welches für den jeweiligen Anwendungsfall am besten geeignet ist, hängt im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab: 1. Verdunstete Wassermenge Diese ist wiederum abhäng von: Beckengröße Wassertemperatur Nutzungsart und -dauer Für die Planung von Entfeuchtungsanlagen in öffentlichen Bädern gilt die VDI In dieser technischen Regel sind alle notwendigen Kriterien und Berechnungen festgelegt. Für öffentliche Bäder ist, anders als im Privatbad, immer ein definierter Außenluftanteil erforderlich. Grundsätzlich erfolgt die Geräteauswahl nach der Beckenwasseroberfläche einschließlich eventuell vorhandener Überlaufrinnen. In Schwimmhallen beträgt der Dampfanfall bei einer Lufttemperatur von 30 C/60 % relativer Luftfeuchtigkeit (r. F.) Schwimmbad (Wassertemperatur 28 C, nicht abgedeckt) Ruhebetrieb ca. 60 g/m 2 pro Stunde Badebetrieb ca. 250 g/m 2 pro Stunde

7 Whirlpool (Wassertemperatur 37 C, nicht abgedeckt) Ruhebetrieb: ca. 800 g/m 2 h Badebetrieb (Gebläse eingeschaltet): ca. 2 kg/m 2 h Die Beckenwassertemperatur sollte 2 bis 3 K unter der Raumtemperatur gehalten werden, sofern das Becken nicht abgedeckt wird. Wird die Beckenwassertemperatur bei gleich bleibender Lufttemperatur erhöht, steigt zwangsläufig auch die Verdunstung (Dampfanfall). Ist eine höhere Beckenwassertemperatur erforderlich (medizinische Bäder, usw.), hat die Berechnung gesondert zu erfolgen. Das Entfeuchtungsgerät ist für die Grundlast bei nicht bewegter Wasseroberfläche (Ruhebetrieb) auszulegen, wobei eine Leistungsreserve von 25% für Stillstandszeiten eingerechnet werden muss. Außerhalb der Nutzungszeiten sollte das Hallenbad abgedeckt werden. Eine Abdeckung der Wasserfläche führt nicht zur Verkleinerung des Entfeuchtungsgerätes, die Betriebszeit der Entfeuchtungsanlage wird deutlich verkürzt. Eine Raumtemperaturabsenkung in der Ruhezeit ist möglich und der Wärmeverlust des Beckens wird begrenzt. Dies gilt besonders bei Wassertemperaturen von 30 C und mehr Technik In der Praxis wird die Schwimmhallenluft mit folgenden Methoden entfeuchtet: Luftaustausch Hierbei wird die warme, feuchte Hallenluft mittels eines Abluftventilators abgesaugt und ins Freie transportiert. Mit einem Zuluftventilator wird trockene Außenluft angesaugt, erwärmt und der Halle zugeführt. Entfeuchtung und Luftaustausch geschehen hier ohne Wärmerückgewinnung. Geräte dieser Bauart haben wir daher nicht im Programm. Wärmepumpenprinzip Luftaustausch ohne Wärmerückgewinnung Luftaustausch W rmepumpenprinzip und Luftaustausch ohne W rmer ckgewinnung Bei dieser Entfeuchtungsmethode wird die Hallenluft mittels Ventilator angesaugt und über den Verdampfer eines geschlossenen Kältekreislaufs geführt. Die Luft wird am Verdampfer abgekühlt, bis der Taupunkt unterschritten und Feuchtigkeit ausgeschieden wird. Die Wärmeenergie wird im Verdampfer auf das Kältemittel übertragen und auf ein höheres Temperaturniveau gebracht. Im Kondensator wird diese Energie auf die trockenere Hallenluft übertragen. Zur Verbesserung der Luftqualität und zur Erhöhung der Entfeuchtungsleistung wird durch einen Abluftventilator Luft aus der Halle abgesaugt und Außenluft beigemischt. Der Luftaustausch geschieht auch hier ohne Wärmerückgewinnung. Diese Technik verwenden wir in unseren Basis-Line, Special-Line Truhen, sowie den sopraline Truhen- und Kanalgeräten. Wärmepumpenprinzip Luftaustausch mit teilweiser Wärmerückgewinnung Luftaustausch Luftaustausch W rmepumpenprinzip und Luftaustausch mit teilweiser W rmer ckgewinnung

8 Wie bei Methode 2 geschieht die Wärmerückgewinnung mit Hilfe des Wärmepumpenprinzips. Die Außenluftbeimischung findet hier jedoch in einer dem Verdampfer nachgeschalteten Mischkammer statt. Die Abluft wird hierbei über den Verdampfer teilentwärmt. und Luftaustausch Diese mit Technik verwenden wir in W rmepumpenprinzip unseren teilweiser W rmer ckgewinnung Comfort-Line WPC und sopraline AF-Kanalgeräten. Umluftwärmepumpe Umluftw rmepumpe W rmepumpenprinzip und Luftaustausch mit teilweiser W rmer ckgewinnung Umluftw rmepumpe Wie beim Wärmepumpenprinzip mit Luftaustausch wird auch hier die Feuchtigkeit der Hallenluft am Verdampfer eines geschlossenen Kältekreislaufs ausgeschieden und die Energie im Kondensator wieder übertragen. Allerdings geschieht dies im Umluftbetrieb, es wird keine Außenluft beigemischt. Diese Technik verwenden wir in unseren Basis-Line, Special-Line Truhen, sowie den sopraline Truhen- und Kanalgeräten. der Luftströme auf die Außenluft übertragen. Diese Technik verwenden wir in unseren Compact-Line Entfeuchtungstruhen. Rekuperatorprinzip mit stufenloser Luftmengenregelung Rekuperatorprinzip Rekuperatorprinzip mit stufenloser Luftmengenregelung Wie beim einfachen Rekuperatorprinzip wird die Energie der Hallenluft über den Rekuperator übertragen. Um den Wirkungsgrad des Rekuperators zu erhöhen und die Aufnahme elektrischer Energie wesentlich zu reduzieren, wird die Luftmenge bedarfsabhängig stufenlos geregelt. Die Halbierung der Luftmenge hat eine Reduzierung der Stromaufnahme um ca. 85 % zur Folge. Diese Technik verwenden wir in unseren Comfort-Line WRC Kanalgeräten. Kombination aus Rekuperator- und Wärmepumpenprinzip Rekuperatorprinzip Rekuperatorprinzip Kombination aus Rekuperator- und W rmepumpenprinzip Rekuperatorprinzip Hier wird die Hallenluft mittels eines Abluftventilators abgesaugt, über einen Luft-Luft-Wärmetauscher (Rekuperator) geführt und anschließend ins Rekuperatorprinzip mit stufenloser Luftmengenregelung Freie gebracht. Mit einem Zuluftventilator wird trockene Außenluft angesaugt, gefiltert und ebenfalls Rekuperatorprinzip mit stufenloser Luftmengenregelung über den Rekuperator geführt. Die Wärmeenergie der Hallenluft wird im Rekuperator ohne Mischung Hier werden die Vorteile des stufenlosen Rekuperatorprinzips und die des Wärmepumpenprinzips mit Hilfe einer hochwertigen Regelung zu einer höchst effizienten Anlage verknüpft. Der bei Wärmepumpenanlagen oft entstehende Wärmeüberschuss kann optional über einen Zusatzwärmetauscher an das Beckenwasser abgegeben werden. Diese Technik verwenden wir in unseren Comfort-Line WRP Kanalgeräten.

9 sopra Entfeuchtungsgeräte arbeiten immer mit einer Wärmerückgewinnung durch: Wärmepumpe Rekuperator Heatpipe (Wärmerohr) oder Kombination von Wärmepumpe und Rekuperator sopra Kanalgeräte sopra Kanalgeräte werden in einem separaten Technikraum oder im Beckenumgang aufgestellt und unterscheiden sich in zwei Bauformen. Umluftkanalgeräte arbeiten im Umluftbetrieb, die Zuführung einer ungeregelten Menge Außenluft ist auch hier in Verbindung mit einem Fortluftventilator möglich. Ein optionales Heizregister kann die gesamte Beheizung des Schwimmbades sichern. Mit Luftkanälen wird die feuchte Luft über Ansaugöffnungen wie z. B. Gitter oder über Schattenfugen aus der Schwimmhalle abgesaugt, entfeuchtet und über Bodenausblasschienen vor den Fenstern ausgeblasen. Die Glasflächen im Schwimmbad können so immer beschlagfrei gehalten werden. Der gehobene Komfortanspruch beginnt bei Kanalgeräten als Außenluft-Fortluftanlagen. Neben der reinen Entfeuchtung kann mit diesen Geräten dem Schwimmbad ein geregelter Außenluftanteil zugeführt werden. Außenluft-Fortluftanlagen werden mit 1-stufiger Wärmerückgewinnung über ein Wärmepumpensystem oder Rekuperator und mit mehrstufiger Wärmerückgewinnung über ein Wärmepumpensystem und mit einem oder mehreren Kreuzstrom-Wärmetauschern (Rekuperator) gebaut. Je nach Raumgröße und Glasflächen sind die Anlagen mit unterschiedlicher Luftleistung ausgestattet. Anlagen mit mehrstufiger Wärmerückgewinnung finden ihren Einsatz in gut frequentierten Hotels oder kliniken mit Bewegungs- oder Therapiebecken. Reine Lüftungsgeräte mit ausschließlicher Wärmerückgewinnung durch Kreuzstrom-Wärmetauscher (Rekuperator) ohne Wärmepumpensystem sind in privaten Schwimmhallen oder Nebenräumen in öffentlichen Anlagen wie Duschräumen oder Umkleideräumen, die nicht mit einer permanenten Verdunstung von Schwimmbadwasser beaufschlagt sind, einzusetzen. Serie Comfort-Line Die Geräte der Comfort-Line Serie entfeuchten, filtern, heizen, lüften und verfügen über eine freie Kühlung. Gehäuse aus Aluminium. Die Energierückgewinnung ist auf drei Arten möglich: WRC: Rekuperator WPC: Wärmepumpe WRP: rekuperator und nachgeschaltete Wärmepumpe Luft-Nennleistung: m 3 /h Entfeuchtungsleistung: 3,0 51,8 kg/h

10 Serie Special-Line Die Geräte der Special-Line Serie Entfeuchten, Heizen, Filtern und verfügen über eine Frischluftbeimischung. Die Energierückgewinnung erfolgt mittels einer Wärmepumpe. Gehäuse aus Aluminium. Luft-Nennleistung: m 3 /h Entfeuchtungsleistung: 1,5 4,4 kg/h Serie sopraline Diese Geräte sind als Umluft-Kanalgeräte oder Außenluft-Fortluft Kanalgeräte erhältlich. Die Wärmerückgewinnung erfolgt über eine Wärmepumpe. Gehäuse aus Aluminium sopra Entfeuchtungstruhen Das Truhengerät ist die einfachste und in der Regel kostengünstigste Bauform. Im Schwimmbad stehend, wird mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe die Schwimmbadluft im reinen Umluftbetrieb entfeuchtet. Die Zuführung einer ungeregelten Menge Außenluft ist in Verbindung mit einem Fortluftventilator möglich, ein optionales Heizregister kann zur Beheizung des Schwimmbades genutzt werden. Die kompakte Bauweise mit verschiedenen Gehäusedesigns und der einfache Einbau ohne bauliche Änderungen sind Vorteile dieser Bauart. Ein Truhengerät ist für eine Verwendung in Daueraufenthaltsräumen nicht empfehlenswert, es sollte dann eine andere Bauform gewählt werden. Das Hinterwandgerät arbeitet wie das Truhengerät im Umluftbetrieb und ist mit gleichem Zubehör verfügbar. Es steht in einem direkt an das Schwimmbad angrenzenden frostfreien Raum. Im Schwimmbad sind lediglich das Raumregelgerät sowie das Zuluftund Abluftgitter zu sehen. Da das Gerät außerhalb vom Schwimmbad steht, ist das Arbeitsgeräusch geringer als beim Truhengerät. Die Regelung bei Truhen- und Hinterwandgeräten erfolgt hauptsächlich noch durch analoge Steuerungen. Bei den hochwertigen Anlagen haben sich die Mikrocontroller durchgesetzt. Sie ermöglichen die Fernbedienung der Entfeuchtungsanlage über Zentralsteuergeräte oder Bussysteme sowie die Visualisierung in der Gebäudeleittechnik. Auch für die günstigeren Geräte sind diese Systeme zukünftig verfügbar. Das sopra-programm umfasst die nachfolgenden Modelle: Luft-Nennleistung: m 3 /h Entfeuchtungsleistung: 2,4 8,2 kg/h Serie sopraline Entfeuchtungstruhe mit Wärmerückgewinnung durch Wärmepumpesystem für Umluftbetrieb. Außen- und Fortluftregelung ist optional möglich. Gehäuse aus Aluminium.

11 Luft-Nennleistung: m 3 /h Entfeuchtungsleistung: 2,1 5,2 kg/h Serie Basis-Line Die Geräte dieser Einsteigerserie wurden für kleine Schwimmhallen oder Wellnessbereiche entwickelt und bewusst einfach und kostengünstig gehalten. Sie sind in Schrank- oder Truhenausführung erhältlich. Die Wärmerückgewinnung erfolgt mittels Wärmepumpe. Sie können auch als Hinterwandgeräte eingesetzt werden. Gehäuse aus Kunststoff. mittels Rekuperator. Sie sind als Truhengerät TWR, Schrankgerät AWR oder Hinterwandgerät HWR lieferbar. Gehäuse aus Kunststoff. Luft-Nennleistung: 700 m 3 /h Entfeuchtungsleistung: 4,3 kg/h Luft-Nennleistung: m 3 /h Entfeuchtungsleistung: 1,25 3,1 kg/h Serie Compact-Line Die Geräte der Compact-Line Serie Entfeuchten, Filtern, Heizen, Lüften und verfügen über eine freie Kühlung. Die Energierückgewinnung erfolgt

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