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1 Hinweis für Antragsteller Referat III 5 Feuerstätten, Abgasanlagen, Haustechnik Fassung: Neues aus dem Arbeitsgebiet "Lüftungsgeräte" des Referats III 5: Änderungen in der Nachweisführung in Zulassungsverfahren für Lüftungsgeräte Werkseitig hergestellte anschlussfertige Lüftungsgeräte, die dazu bestimmt sind, dauerhaft in Gebäuden installiert und betrieben zu werden, sind Bauprodukte. Aufgrund der Landesbauordnungen bedingen diese Bauprodukte einen bauaufsichtlichen Verwendbarkeitsnachweis. Für solche dezentralen und zentralen Lüftungsgeräte erteilt das DIBt auf Antrag gemäß Bauregelliste A Teil 1, lfd. Nr und Bauregelliste B Teil 2, lfd. Nr allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen. Zur Vereinfachung des Verwaltungshandelns und als Orientierung für Hersteller und Prüfstellen erarbeitet das DIBt im Zusammenwirken mit seinen Sachverständigen neue vorläufige Prüfprogramme für Lüftungsgeräte mit gleichen Wirkprinzipien für unterschiedliche Einsatzbereiche (Wohngebäude und Nichtwohngebäude). Dadurch soll es besser möglich sein, auf die spezifischen Besonderheiten solcher Lüftungsgeräte einzugehen. Diese neuen vorläufigen Prüfprogramme werden das bisher vom DIBt angewendete Prüfverfahren mit der Bezeichnung LÜ-A Nr. 20 ersetzen. Bei den vorläufigen Prüfprogrammen handelt es sich nicht um Normen. Sie sind selbstverständlich so gestaltet, dass neue Entwicklungen und Erkenntnisse jederzeit berücksichtigt werden können. Die vorläufigen Prüfprogramme sind auch nicht als Konstruktionsvorgaben zu verstehen. Sie stellen vielmehr die Basis für die Erstellung eines auf den Antragsgegenstand bezogenen speziellen Prüfplans dar. Der spezielle Prüfplan, der ggf. auch nur das jeweilige vorläufige Prüfprogramm umfassen kann, wird dem Antragsteller im Zulassungsverfahren zur Verfügung gestellt. Durch die neu gestalteten vorläufigen Prüfprogramme soll die prüftechnische Nachweisführung transparent und vereinfacht sowie die Bearbeitungszeit von Zulassungsanträgen verkürzt werden. Basis für die Erarbeitung der neuen vorläufigen Prüfprogramme für Lüftungsgeräte in Wohngebäuden ist die Normreihe DIN EN Das vorläufige Prüfprogramm für "Zentrale Lüftungsgeräte" mit Rekuperativ-Wärmeübertrager (LÜ-A Nr. 21-1) in Anlehnung an DIN EN ist bereits fertiggestellt und dient als Grundlage für die Erarbeitung der weiteren vorläufigen Prüfprogramme. Sobald diese fertig gestellt sind, wird über die Homepage des DIBt darüber informiert. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die zurzeit erstellten und die noch in Bearbeitung befindlichen vorläufigen Prüfprogramme. Seite 1 von 7

2 Tabelle 1: Vorläufige Prüfprogramme LÜ-A Titel Basis u. w. Zentrale Lüftungsgeräte Teil 1 Rekuperativ-Wärmeübertager Zentrale Lüftungsgeräte Teil 2 - Regenerativ-Wärmeübertrager (z.b. Rotations- WÜ) Dezentrale Lüftungsgeräte Teil 1 - Rekuperativ-Wärmeübertrager Dezentrale Lüftungsgeräte Teil 2 - Regenerativ-Wärmeübertrager (z.b. Rotations-WÜ, alternierende LG) z. B. Zuluftgeräte, Abluftgeräte, drehzahlgeregelte Abluftwärmepumpen, Lüftungsgeräte für Nichtwohngebäude (z. B. Schulen, Büros) DIN EN Bearbeitungsstand abgeschlossen, seit DIN EN in Bearbeitung DIN EN in Bearbeitung DIN EN in Bearbeitung künftige Bearbeitung Im Folgenden sind die wesentlichen Aspekte des fertig gestellten und in aktuellen Zulassungsverfahren angewendeten vorläufigen Prüfprogramms mit der Bezeichnung "LÜ-A 21-1" aufgezeigt: Das Prüfprogramm dient zum Nachweis von Mindestanforderungen an Lüftungsgeräte im Zulassungsverfahren und damit zur Ermittlung von energetischen Kennwerten für das Berechnungsverfahren nach DIN : Es berücksichtigt u.a. die erforderliche Dichtheitsprüfung, die lüftungstechnische Prüfung, die thermodynamische Prüfung und die Frostschutzprüfung. Es legt die Randbedingungen fest, die zur Wahrung der Vergleichbarkeit von Messergebnissen nach dem bisherigen DIBt-Prüfverfahren LÜ-A Nr. 20 zur Ermittlung des Wärmebereitstellungsgrades mit dem neu zu ermittelnden Wärmebereitstellungsgrad basierend auf den "Temperaturverhältnissen auf der Zuluftseite" in Anlehnung an DIN EN erforderlich sind. Im Rahmen der Auswertung von Messergebnissen sind im Prüfprogramm die Auswirkungen der Dichtheitsbestimmung, der Frostschutzstrategie und der Gehäusedämmung auf den ermittelten Wärmebereitstellungsgrad durch Bestimmung prozentualer Minderungen festgelegt. Im Zusammenhang mit dem neu erstellten vorläufigen Prüfprogramm "Zentrale Lüftungsgeräte mit Rekuperativ-Wärmeübertrager" (LÜ-A Nr. 21-1) sind für das Zulassungsverfahren folgende Hinweise zu beachten: Seite 2 von 7

3 Das vorläufige Prüfprogramm wird bei allen Neuanträgen auf Erteilung von allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen zugrunde gelegt. Das vorläufige Prüfprogramm wird als Prüfgrundlage in allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen angegeben, damit für den Anwender des Bauprodukts deutlich wird, auf welcher Grundlage der Wärmebereitstellungsgrad bestimmt wurde, der in der jeweiligen Zulassung angeben ist. Es erfolgt die Ausweisung eines Wärmebereitstellungsgrades für den nachgewiesenen Einsatzbereich des Zulassungsgegenstandes. Bei Anträgen auf Änderung oder Ergänzung wird im Rahmen des Verfahrens geprüft, ob Änderungen des Zulassungsgegenstandes Auswirkungen auf die energetischen Kennwerte haben. Ist dies nicht der Fall, können die auf der Grundlage des bisherigen DIBt-Prüfverfahren LÜ-A Nr. 20 ermittelten Wärmebereitstellungsgrade ausgewiesen werden. Es können aber auch auf Wunsch des Antragstellers Wärmebereitstellungsgrade genannt werden, die nach dem neuen vorläufigen Prüfprogramm LÜ-A Nr bestimmt wurden. Bei konstruktiven Änderungen oder Ergänzungen mit Auswirkungen auf die energetischen Kennwerte wird das vorläufige Prüfprogramm LÜ-A Nr zugrunde gelegt. Entsprechende Prüfungen wären durchzuführen. Bei Anträgen auf Verlängerung der Geltungsdauer ohne Änderungen oder Ergänzungen kann der nach dem bisherigen DIBt-Prüfverfahren enthalpisch ermittelte Wärmebereitstellungsgrad ausgewiesen werden. Die nachfolgende Kurzfassung gibt einen Einblick über die wesentlichen Prüfbedingungen des vorläufigen Prüfprogramms LÜ-A Nr Seite 3 von 7

4 Kurzfassung des vorläufigen Prüfprogramms LÜ-A Nr "Zentrale Lüftungsgeräte mit Rekuperativ-Wärmeübertrager" 1. Voraussetzungen Der Zulassungsgegenstand muss dem in Serie gefertigten Lüftungsgerät entsprechen. Für die Zulassungsprüfungen müssen die Lüftungsgeräte vollständig ausgestattet sein; Filter im Neuzustand und sonstige werkmäßig vorgesehenen Einbauten müssen im Gerät vorhanden sein. Unterschiedliche Filtervarianten sind bei den Eingangsprüfungen zu beachten. 1.1 Dichtheitsprüfung In Abhängigkeit vom Konstruktionsprinzip sind externe und interne Leckvolumenströme in Anlehnung an die Prüfnorm DIN EN zu ermitteln. Der Leckvolumenstrom ist mit dem größten deklarierten Luftvolumenstrom (q Vd ) in Form eines Prozentsatzes zu vergleichen. Tabelle 1: Dichtheitsklassen Klasse Innere Undichtheit (bei ±100 Pa) A1 2 % und 2 % A2 5 % und 5 % Äußere Undichtheit (bei ±250 Pa) 1.2 Lüftungstechnische Prüfung Es sind jeweils drei Kennlinien wie folgt aufzunehmen: - beim minimalen Volumenstrom (q Vmin ); - beim 0,7-fachen des größten deklarierten Volumenstroms (0,7 x q Vd ) und - beim größten deklarierten Volumenstrom (q Vd ) Die Kennlinien sind jeweils für die Abluft- und Zuluftseite aufzunehmen sowie die elektrische Leistungsaufnahme der Ventilatoren einschließlich der Regelung zu messen. Die Druckvolumenstromkennlinien sind bis maximal 300 Pa für möglichst 8 Messpunkte aufzunehmen. Die Kennlinien sollen durch die Betriebspunkte q Vmin bei 50 Pa; 0,7 x q Vd bei 50 Pa; q Vd bei 100 Pa verlaufen. In Balance sollen die zu- und abluftseitigen Volumenströme in allen drei zu messenden Betriebspunkten nicht mehr als ±3 % voneinander abweichen. 1.3 Thermodynamische Prüfung und Ermittlung des Hilfsenergiebedarfs Die thermodynamische Prüfung und die Ermittlung der spezifischen Leistungsaufnahme erfolgen in Anlehnung an DIN EN Es sind an den Bilanzgrenzen der Bilanzräume die Parameter der einund austretenden Fluidströme wie Temperatur und Feuchte bei den nachfolgend aufgeführten zwei Luftzuständen aufzunehmen. Seite 4 von 7

5 Tabelle 2: Luftzustände Luftzustand 1 Luftzustand 2 Außenlufttemperatur 7 C 2 C Außenluftfeuchtkugeltemperatur - 1 C Raumlufttemperatur 20 C 20 C Abluftfeuchtkugeltemperatur 12 C 15 C Die thermodynamische Messung erfolgt bei folgenden Luftvolumenströmen und aufzuprägenden Differenzdrücken: q Vmin bei 50 Pa; 0,7 x q Vd bei 50 Pa; q Vd bei 100 Pa Es erfolgt eine Ermittlung des zuluftseitigen Temperaturverhältnisses, der volumenstrombezogenen Ventilatorleistung und optional des zuluftseitigen Feuchteverhältnisses. 1.4 Frostschutzprüfung Die Frostschutzprüfung erfolgt in Anlehnung an DIN EN beim 0,7-fachen des größten deklarierten Volumenstroms (q Vd ). Ausgehend von einem balancierten Lüftungszustand bei +2 C (Ablufttemperatur 20 C und Feuchtkugeltemperatur der Abluft von 12 C) wird die Außenluft bis auf -15 C abgesenkt. Zur Überprüfung der Frostschutzstrategie sind Zyklusversuche durchzuführen. Der Einschaltpunkt der Frostschutzstrategie ist zu erfassen. 1.5 Weitergehende Festlegungen Abweichende oder ergänzende Anforderungen bzw. Prüfungen können durch das DIBt antragsbezogen festgelegt werden. 2. Auswertung 2.1 Ermittlung des Wärmebereitstellungsgrad Die Berechnung des Wärmebereitstellungsgrades beruht auf der Ermittlung des zuluftseitigen Temperaturverhältnisses unter der Berücksichtigung der Effekte der Gehäusedämmung, des Frostschutzes, der Dichtheit und der Volumenstrombalance. Abweichend von der DIN EN wird ein mittlerer Wärmebereitstellungsgrad ausgehend von den zwei Luftzuständen bei 0,7 x q Vd ausgewiesen. Dieser Wärmebereitstellungsgrad η`wrg ist für den gesamten Einsatzbereich des Lüftungsgerätes einzusetzen. 2.2 Berücksichtigung der Effekte der Dichtheit, des Frostschutzes und der Gehäusedämmung Bei Lüftungsgeräten mit Wärmeübertragern müssen die in nachstehender Tabelle genannten Effekte in Form des Korrekturfaktors für die Korrektur des Wärmebereitstellungsgrades berücksichtigt werden. Wird der Frostschutz durch (elektrische) Luftvorwärmung realisiert, wird dies nicht durch den Korrekturfaktor, sondern durch die Bestimmung der Außenlufttemperatur berücksichtigt, bei der die Luftvorwärmung einschaltet (Grenzaußentemperatur i. S. DIN V : bzw. DIN V ). Seite 5 von 7

6 Tabelle 3: Korrekturfaktoren für den Wärmebereitstellungsgrad in Abhängigkeit der Vereisung, des Wärmedurchlasswiderstandes der Oberfläche des Wärmetauschers und der Volumenstrombalance Vereisung Oberflächenverluste Volumenstrombalance/ Dichtheit des Gerätes Anteil am max. 6 Prozentpunkte 2 Prozentpunkte 1 Prozentpunkt Gesamtabschlag ( einem Anteil von max. 0,06 am Gesamtpotential von 0,09 für die Korrektur) ( einem Anteil von 0,02 am Gesamtpotential von 0,09 für die Korrektur) ( einem Anteil von 0,01 am Gesamtpotential von 0,09 für die Korrektur) max. Gesamtabschlag 9 % vom Wärmebereitstellungsgrad ( einem Korrekturfaktor von 0,91) Der Gesamtabschlag ist durch Addition der Einzelanteile zu ermitteln. Sofern die vorgenannten Effekte nicht geprüft worden sind, beträgt der Korrekturfaktor für den Wärmebereitstellungsgrad 0, Aufteilung der Anteile am Gesamtabschlag vom Wärmebereitstellungsgrad Zur Berechnung werden die aus der thermodynamischen Messung erhaltenen Größen verwendet. Das bei einem Volumenstrom 0,7 x q Vd aus den zwei außenluftzustandsbezogenen ermittelte zuluftseitige Temperaturverhältnis (unkorrigierte Wärmebereitstellungsgrad) ist in Anlehnung an DIN V [1] mit einem Korrekturfaktor zur Berücksichtigung der nachfolgend genannten Effekte zu multiplizieren: η' = η', (1 f f f Dichtheit ) WRG WRG unkorrigiert Frostschutz Wärmeverluste [-] (1) f Frostschutz Abschlag für entgangenen Wärmerückgewinn, z. B. Disbalance oder Bypassbetrieb Der Abschlag für die Wirkung des Frostschutzes in Abhängigkeit von der Einschalttemperatur des Frostschutzes ist der nachstehenden Tabelle zu entnehmen. Tabelle 4: Abschlagswerte Außentemperatur t AU, bei der der Frostschutz im Rahmen der Prüfung einschaltet Abschlag > -6 0,06-6 0,04-9 0, f Wärmeverluste Abschlag für Wärmeverluste über die Geräteoberfläche [1] DIN V : Energetische Bewertung heiz- und raumlufttechnischer Anlagen Seite 6 von 7

7 Der Abschlag für Wärmeverluste über die Geräteoberfläche erfolgt in Abhängigkeit vom Wärmeleitwiderstand des Gehäuses einschl. der verwendeten Dämmmaterialien: Wärmeleitwiderstand des Gehäuses Abschlag R λ 1 m 2 K/W* 0 R λ < 1 m 2 K/W 0,02 * Eine Verminderung um einen Prozentpunkt kann bei unzureichender Verarbeitungsqualität oder erheblichen Wärmebrücken erfolgen. f Dichtheit Abschlag bei normaler Dichtheit, Dichtheitsklasse A2, entsprechend den Mindestanforderungen (0,01) Dieser Abschlag kann entfallen, wenn das Lüftungsgerät über die Mindestanforderung hinaus eine erhöhte Dichtheit Dichtheitsklasse A1 aufweist. Seite 7 von 7

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