Der Sachbereich Telematik im Bevölkerungsschutz

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1 Eidgenössisches Departement für Verteidigung, und Sport VBS Bundesamt für BABS Ausbildung Januar d

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3 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis Grundlagen Einleitung Bedeutung der EDV und der Datenkommunikation im Aufgaben der Telematik im Zusammenhang mit EDV Grenzen dieser Dokumentation Überblick Netzwerke / Datenkommunikation Netzwerk-Kategorien Lokale Area Network (LAN) Wide Area Network (WAN) Metropolitan Area Network (MAN) Netzwerk-Typen Das Peer-to-Peer-Netz Das Client-Server-Konzept Datenübertragung Netzwerkstandards LAN-Hard- und Software Clients und Server Netzwerkadapter Netzwerkanschlüsse und Netzwerkkabel Netzwerkkomponenten für die Vermittlung Sicherheit LAN am Führungsstandort Einleitung LAN für einen definierten, vorbereiteten Führungsstandort Systembeschreibung Systemeigenschaften Mobiles LAN für einen unvorbereiteten, improvisierten Führungsstandort Systembeschreibung Systemeigenschaften Anhänge Anhang Einsatzdokumente Einsatzvorbereitungen Kanton / Region / Gemeinde Sachregister BABS d 3

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5 1 Grundlagen 1.1 Einleitung Die Elektronische Datenverarbeitung (EDV) hat unser Leben in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Immer grössere Mengen an Informationen (Text, Bilder, Sprache) können immer effizienter erfasst, verarbeitet und ausgetauscht werden. Informationsverarbeitung und -austausch sind zu den eigentlichen Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit geworden und weder aus dem öffentlichen noch aus dem privaten Leben wegzudenken. Während früher die EDV-Systeme meist als Insellösungen betrieben wurden und die Daten von einer Insel zur andern auf unterschiedlichen Datenträgern (Disketten, Magnetbändern etc.) physisch überbracht werden mussten, sind heute, vor allem mit der schnellen Entwicklung des Internets, praktisch alle EDV-Geräte über Netzwerke miteinander verbunden. Damit kann die Datenkommunikation zwischen den Endgeräten in Sekundenschnelle online rund um den Erdball erfolgen. Wir befinden uns heute in einer "Informationsgesellschaft". 1.2 Bedeutung der EDV und der Datenkommunikation im Bei den professionellen Behörden und Organisationen für Rettung und Sicherheit (BORS) hat der schnelle Austausch von aktuellen Daten seit jeher höchste Priorität. Moderne EDVund Datenkommunikationsmittel unterstützen die Organisationen bei der Bewältigung von Alltags- und von ausserordentlichen Ereignissen. Die Systeme werden laufend unterhalten und neuen Entwicklungen angepasst. Beim Einsatz des es ist es unerlässlich, dass auch die zivilen Führungsorgane als zentrales, koordinierendes Organ (in speziellen Fällen sogar die Einsatzleitung an der Front) diese modernen Telematiksysteme nutzen. Zudem sind folgenden Überlegungen Rechnung zu tragen: Der Zugang zu wichtigen und aktuellen Informationen ist oft nur noch via Internet oder anderen Netzwerken möglich. Die interne Kommunikation kann besser und schneller ablaufen Verbesserung der externen Kommunikation; insbesondere besserer Informationsaustausch mit den Partnern im, mit Behörden, Betrieben und (nicht zuletzt) mit der Bevölkerung. Daten können schneller verarbeitet, angepasst und verfügbar gemacht werden. Die Infrastruktur (Drucker, Fax etc.) kann gemeinsam genutzt werden. Die Mitglieder des zivilen Führungsorgans arbeiten mit ihren vom Alltag her vertrauten, zeitgemässen Mitteln und werden nicht durch den Umgang mit ungewohnten, meist veralteten Telematikmitteln oder Informationsabläufen zusätzlich belastet. Viele definierte Führungsstandorte, welche nur in ausserordentlichen Lagen zum Einsatz gelangen (z.b. geschützter Kommandoposten), verfügen über keine oder nur ungenügende Einrichtungen für die Datenkommunikation. Werden diese Standorte nicht minimal nachgerüstet, sind sie für ein ziviles Führungsorgan nur noch bedingt geeignet. In diesem Fall wird auf ungeschützte, nicht speziell für ausserordentliche Lagen konzipierte, dafür mit BABS d 5

6 modernen Telematikmitteln ausgerüstete Standorte (z.b. Gemeindeverwaltung) ausgewichen. 1.3 Aufgaben der Telematik im Zusammenhang mit EDV Die Telematik im ist nicht generell für alle Bereiche der Telematik zuständig, sondern im Sinne der Führungsunterstützung nur für denjenigen der Anwendung bzw. Anwendungsunterstützung. Schon allein aufgrund der kurzen Ausbildungszeit ist es nicht möglich, Aufgaben der technischen Planung, der Implementierung und des Unterhalts von EDV-Systemen und Netzwerken übernehmen zu können. Diese Arbeiten müssen von ausgewiesenen und konzessionierten Telematikprofis ausgeführt werden. Als führungsunterstützendes Element sind im Einsatz etwa folgende Aufgaben denkbar: Anschliessen von EDV-Geräten (Computer, Drucker etc.) an ein einfaches, lokales Netzwerk inklusive Sicherstellung der Speisung Anmelden, einrichten und freigeben von (netzwerktauglichen) EDV-Geräten im einfachen, lokalen Netzwerk Einrichten eines einfachen Zugangs an ein Weitverkehrsnetz (WAN, z.b. Internetzugang) Aufbauen eines vorbereiteten, einfachen Netzwerkes am improvisierten Führungsstandort Schalten von Netzwerkverbindungen (z.b. einer universellen Kommunikationsverkabelung) auf die entsprechenden Anwendungen (LAN, Telefon, Teilnehmervermittlungsanlage etc.) Unterstützen der Benutzer bei der Anwendung Überwachen und bedienen der angeschlossenen Endgeräte Eingrenzen und beheben einfacher Störungen bzw. einleiten entsprechender Massnahmen (Fachleute aufbieten, auf andere Systeme ausweichen etc.) Diese Auflistung ist nicht abschliessend. Die möglichen Tätigkeiten hängen stark von den beruflichen Voraussetzungen ab, welche die Teammitglieder vor Ort mitbringen. Stehen Telematikprofis zur Verfügung, können auch weitergehende, komplexere Aufgaben übernommen werden. Ist der Einsatz von EDV-Mitteln und Netzwerken an definierten Standorten von zivilen Führungsorganen oder einer Einsatzleitung Front vorgesehen und vorbereitet, so ist für den erfolgreichen Betrieb im Ereignisfall entscheidend, dass sich die Mitglieder des Sachbereichs Telematik mit den Systemen vorgängig vertraut gemacht haben, über die nötigen Unterlagen verfügen und die diesbezüglichen Zuständigkeiten klar geregelt sind. 1.4 Grenzen dieser Dokumentation Diese Dokumentation versteht sich nicht als Lehrbuch. Dies gilt grundsätzlich für alle behandelten Themen, insbesondere aber für die "". Das umfassende Gebiet der EDV und der Datenkommunikation soll und kann hier nicht vollumfänglich behandelt werden. Wer sich näher mit dieser Materie befassen möchte, sei auf die im Handel erhältliche Fachliteratur verwiesen. Die nachfolgenden Ausführungen beschränken sich daher bewusst auf folgende Themen: Allgemeiner, grober Überblick über Netzwerke und Datenkommunikation, soweit dies für das Verständnis und die Einordnung der anschliessend aufgeführten Beispiele notwendig ist Beispiel eines einfachen, lokalen Netzwerkes für einen eingerichteten, definierten Führungsstandort (z.b. geschützter Kommandoposten) d

7 Beispiel eines einfachen, mobilen Netzwerkes für einen unvorbereiteten, situativ festgelegten Führungsstandort (z.b. Freifeld, Turnhalle etc.) 1.5 Überblick Netzwerke / Datenkommunikation Ein Netzwerk ist im Wesentlichen eine Kombination von Computern mit spezieller Hard- und Software für die Vernetzung dieser Rechner. Diese Vernetzungskomponenten ermöglichen den eigentlichen Datenaustausch zwischen den angeschlossenen Computern Netzwerk-Kategorien Lokale Area Network (LAN) In seiner Reichweite begrenztes Netz (einige hundert Meter) für den Einsatz innerhalb eines Gebäudes oder Grundstücks. Das LAN bietet mehreren Computern die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren sowie Daten und andere Ressourcen (z.b. Drucker, Laufwerke etc.) gemeinsam zu nutzen. Es gibt verschiedene LAN-Technologien. Der zurzeit am meisten verbreitete Standard ist das Ethernet. Je nach gewünschter Übertragungsrate und gewünschtem Übertragungsmedium stehen verschiedene Varianten zur Verfügung. LANs können untereinander oder mit öffentlichen Netzen über spezielle Hardwarekomponenten verbunden werden Wide Area Network (WAN) WANs sind in der Distanz theoretisch unbegrenzte Weitverkehrsnetze, die ganze Länder überspannen und weit auseinanderliegende Rechner miteinander verbinden. Sie können im Besitz von mehreren Parteien sein. Den Netzbetreibern gehört das Kommunikationsnetz, dem Benutzer die einzelnen Endsysteme. Um verschiedene Netze miteinander zu verknüpfen, sind besondere Vermittlungstechniken nötig. WANs basieren auf unterschiedlichen, komplizierten Technologien. Die Kommunikation in einem WAN beruht vor allem auf Modems, ISDN-Adaptern, ADSL und den Telekommunikationstechnologien. Typische Beispiele von WANs sind das Telefonnetz, das Mobiltelefonnetz und, als weltweit grösstes Netz, das Internet Metropolitan Area Network (MAN) MANs werden verwendet, um den Kommunikationsbedarf innerhalb von Städten und Ballungszentren leistungsfähiger abzudecken, als dies mit WAN möglich ist (z.b. KOMBV- Netz der Bundesverwaltung auf dem Platz Bern) Netzwerk-Typen Das Peer-to-Peer-Netz Hier handelt es sich um ein einfach zu erstellendes Computer-Netzwerk, in dem alle Computer gleichberechtigt sind. Es gibt keine zentrale Verwaltung und keinen Netzwerkadministrator. Jedes System im Netz (PC, Drucker etc.) bietet den andern Systemen Funktionen und Dienstleistungen an wie Dateien, Ordner, Laufwerke, Drucker oder sogar Speicherplatz. Im Gegenzug können alle Systeme die angebotenen Funktionen und Dienstleistungen der andern nutzen. Jeder Benutzer ist für seine angebotenen Funktionen und Dienste sowie für die Verwaltung und Sicherheit seines Rechners selber verantwortlich. Jedes System benötigt lediglich eine Netzwerkkarte, um über Koaxial- oder Twisted-pair-Leitungen mit den andern Systemen kommunizieren zu können. Peer-to-Peer-Netze sind punkto Grösse und Ausdehnung beschränkt. Sie eignen sich für Arbeitsgruppen mit bis zu 20 Arbeitsplätzen. Ein Peer-to-Peer-Netz ist immer ein LAN. BABS d 7

8 Die Installation und Pflege dieses Netzes sind sehr einfach und das Netz kann auch vom wenig versierten Anwender aufgebaut und unterhalten werden. Daher und aus Kostengründen - da kein eigener PC ab Server benötigt wird, geht auch kein Arbeitsplatz verloren - eignet sich das Peer-to-Peer-Netz ausgezeichnet im Das Client-Server-Konzept Beim Client-Server-Konzept sind die Dienstnehmer (Client, in der Regel Arbeitsplatzcomputer) über das Netzwerk mit einem oder mehreren Dienstanbietern (Server, z. B. Workstations) verbunden. Jeder Client kann beim Server Daten und Dienste anfordern, welcher die Daten liefert. Er ist zuständig für die Speicherung und Verwaltung der Daten sowie für die Sicherheitsmassnahmen. Ein Server ist in der Regel für einen bestimmten Aufgabenbereich zuständig. So gibt es z.b. File-Server (Daten), Application-Server (Programme), Mail-Server (elektronische Post) etc. Dieses Konzept ist wesentlich leistungsfähiger und kann sich über einen weiteren Bereich erstrecken als ein Peer-to-Peer- Netz. Es hat unter anderem den Vorteil, dass die aufwendigen Massenspeicher nur einmal vorhanden sein müssen und von schnell ändernden Datenbeständen für alle Benutzer Updates mit der gleichen Aktualiät erstellt werden können. Client-Server-Netz(werke) können LANs, WANs oder MANs sein. Client-Server-Konzepte sind anspruchsvoll in Bezug auf Hardware, Software und administrative Kenntnisse. Sie können nur durch Spezialisten implementiert und betreut werden Datenübertragung Jedes Netzwerk verfügt nur über eine beschränkte Übertragungskapazität (Bandbreite). Ein Netzwerk soll aber: 1. Den Datenverkehr so schnell wie möglich ausführen. 2. Allen Benutzern einen fairen Zugriff auf das Netzwerk verschaffen. Um diesen Forderungen zu genügen und "verstopfte" Leitungen zu vermeiden, werden die Dateien nicht in einem Stück übertragen, sondern zuerst in kleine Datenpakete aufgeteilt und zusammen mit Datenpaketen von anderen Anwendern in den fliessenden Verkehr eingefädelt, ohne den Zugriff zu blockieren. Dies hat auch den Vorteil, dass bei Fehlern nicht die ganze Datei neu übertragen werden muss, sondern nur die fehlerhaften Datenpakete. Jedes ist neben den eigentlichen Nutzdaten unter anderem mit einer Quell- und einer Zieladresse versehen Netzwerkstandards In einem funktionstüchtigen Netzwerk müssen alle Komponenten, Hardware und Software, reibungslos miteinander arbeiten können. Um dies sicherzustellen, folgen alle Hersteller festgelegten, internationalen Richtlinien. In diesen sind sogenannte Netzwerkmodelle festgelegt. Das Netzwerkmodell (z.b. OSI-Schichtenmodell oder TCP/IP-Modell) unterteilt die Abläufe, welche für die Übertragung von Daten vom Computer A zum Computer B nötig sind, in mehrere, eindeutig definierte Schichten. Jede Schicht ist für eine bestimmte Aufgabe zuständig (z.b. für den Transport). Die Daten werden im Rechner A von einer Schicht zur anderen weitergegeben. Im Rechner B läuft das gleiche in umgekehrter Reihenfolge ab. Die benachbarten Schichten bzw. korrespondierenden Schichten in Rechner A und Rechner B müssen die gleiche Sprache sprechen. Ein kontrollierter Austausch von Daten erfordert für jede Schicht die gleichen Regeln, Formate und Verfahren. Diese werden in einem sogenannten Protokoll zusammengefasst. Man spricht daher auch von Protokollschichten. Bekannte Protokolle sind das TCP (Transmission Control Protocol), welches in der Transportschicht für die korrekte Datenübermittlung an die richtige Anwendung auf dem Computer zuständig ist, und das IP (Internet Protocol), welches in der Netzwerkschicht dafür sorgt, dass die Datenpakete von einem Sender über mehrere Netze zu einem Empfänger transportiert werden können d

9 1.5.5 LAN-Hard- und Software Ein funktionierendes LAN benötigt spezifische Hard- und Software, damit es physisch funktionsfähig ist. Die angeschlossenen Geräte (Computer, Drucker etc.) müssen netzwerktauglich (über Administratorenrechte verfügen) sein Clients und Server Am Anfang stehen die Netzwerkknoten, die miteinander kommunizieren sollen. In einem normalen LAN sind dies die Arbeitsplatzcomputer und allenfalls die Netzwerkserver. Damit ein Arbeitsplatz-Computer netzwerktauglich ist, benötigt er eine entsprechende Netzwerksoftware. Diese ist in den heutigen Betriebssystemen (bei Microsoft ab Windows 95) bereits enthalten. Für die Server in einem Client-Server-Netz sind spezielle Netzwerkbetriebssysteme notwendig. Gegen Stromausfälle wird der Server in der Regel mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) auf Akkubasis abgesichert Netzwerkadapter Ein weiterer, wichtiger Bestandteil der angeschlossenen Endgeräte ist der Netzwerkadapter, auch als Netzwerk- oder LAN-Karte bezeichnet. Er kann mit dem Telefonapparat in einem Telefonnetz verglichen werden. Er wird in der Regel im Computer eingebaut und enthält unter anderem eine feste, weltweit einmalige Adresse des Computers, einen Anschluss (Port) für das Netzwerkkabel sowie weitere Hardwareteile. Er ist verantwortlich für das physische Versenden und Empfangen der Datenpakete. Der Netzwerkadapter muss für die verwendete LAN-Technologie (z. B. Ethernet) geeignet sein (Ethernet-, Gigabite-, USB- und PC-Card-Adapter). Damit der Netzwerkadapter mit dem Betriebssystem und den Netzwerkprotokollen richtig zusammenarbeiten kann, benötigt er die dazugehörende Software (Treiber). In den Computern neuerer Generation sind die Netzwerkkarte sowie der Treiber meist bereits Bestandteil der Grundausrüstung Netzwerkanschlüsse und Netzwerkkabel Die Anschlüsse in einem Netzwerk dienen als Verbindungsstück zwischen den verschiedenen Kabelsegmenten und schliessen die einzelnen Computer und Vermittler an das Netzwerk an. Wie bei anderen Anschlusssystemen wird unterschieden zwischen Stecker ("männlicher" Anschluss) und Buchse oder Sockel ("weiblicher" Anschluss). Für eine bestimmte Art von Kabel wird die entsprechende Art von Anschluss verwendet. Für ein einfaches Ethernet-LAN benötigt man einen RJ-45-Anschluss mit einem ungeschirmten Twisted-Pair-Kabel (verdrilltes Kupferkabel). Der RJ-45 enthält 8 Drähte, im Gegensatz zum aus der Telefonie bekannten RJ-11-Anschluss mit 4 Drähten. Je 2 bilden ein Paar. Für das Ethernet-LAN werden nur 2 Paare (eines für den Hin- und eines für den Rückweg) benötigt. Eine Gebäudeverkabelung wird heute meist nicht mehr nur für ein LAN erstellt, sondern als Universelle Kommunikationsverkabelung (UKV). Weitere Informationen vgl. Register 3; Kapitel 6.2 Weitere Anschluss- und Kabeltypen sind der BNC-Anschluss für Koaxialkabel, der 15-Pin- AUI-Anschluss (Attachment Unit Interface) für Thick-Ethernetkabel, welcher zum Anschluss an einen externen Transceiver dient, sowie die Lichtwellentechnologie. Die heute verwendeten Anschlüsse und Kabel werden in internationalen Normen in verschiedene Kategorien eingeteilt. Weiter gelangt das serielle Bussystem USB (Universal Serial Bus) zur Verbindung von Computern mit externen Geräten zur Anwendung. Mit USB ausgestattete Geräte oder BABS d 9

10 Speichermedien können im laufenden Betrieb miteinander verbunden (Hot-Plugging) und angeschlossene Geräte sowie deren Eigenschaften automatisch erkannt werden. Heute gibt es auch die Möglichkeit zur Installation eines POWER LAN, dieses funktioniert via LAN-Adapter, welche an das Energienetz 230V angeschlossen werden. So kann im gleichen Hausnetz (z.b. Wohnung), an jeder beliebigen Steckdose (unabhängig der Zimmer), ein Gerät im Netzwerk betrieben werden. Die Daten fliessen dann via Energienetz zu den entsprechenden Adaptern respektive Netzwerkgeräten. Dabei muss ein Adapter an ein Modem (Gateway) angeschlossen werden. Neben verkabelten Netzwerken gibt es immer mehr drahtlose Funknetze, sogenannte WLAN (Wireless LAN). Diese dienen meist nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu einem LAN. Weitere Informationen vgl. Register 2; Kapitel Netzwerkkomponenten für die Vermittlung Zusätzlich zu den bisher erwähnten Bestandteilen eines LANs werden Geräte benötigt, um den Datenverkehr zwischen den Endgeräten (Netzknoten) weiterzuleiten und zu steuern oder um in andere Netzwerke zu gelangen. Hub Hubs werden in sternförmig angeordneten Netzwerken verwendet. Der Hub ist im Mittelpunkt des Netzwerkes und bildet das Zentrum der Verkabelung. Er besitzt zahlreiche Ports (Anschlüsse). Alle Netzknoten im LAN sind mit einem Port des Hub verbunden und alle Daten werden von einem Knoten zum andern vom Hub übertragen. Der Hub kopiert die Daten und sendet sie an alle Ports, welche sie ihrerseits an alle Knoten weiterleiten. Switch Anstelle von Hubs (oder in Verbindung mit ihnen) werden in LANs immer häufiger Switchs verwendet. Diese haben im Gegensatz zum Hub eine eigentliche Schaltfunktion. Der Switch leitet ein Datenpaket nicht an alle Ports weiter, sondern mit Hilfe einer Adresstabelle nur an denjenigen Port des adressierten Empfängers. Der Switch schaltet somit einen kollisionsfreien Kanal mit der vollen Bandbreite zwischen dem Empfangs- und dem Ausgangsport. Die andern Verbindungen werden nicht mit unnötigen Datenpaketen belastet. Switchs erhöhen damit die Leistung eines Netzwerkes beträchtlich. Access Point Der Access Point bildet die Brücke von einem WLAN zum drahtgebundenen Netz. Er steht mit allen angeschlossenen Netzknoten über Funk in Verbindung und bildet in sich eine geschlossene Funkzelle. Die Reichweite beträgt in Gebäuden bis 80 m, im Freien bis 300 m. Router Router leiten Datenpakete von einem Netzwerk in ein anderes. Dies auch bei weiten Entfernungen und mehreren dazwischen liegenden Netzwerken. Er stellt somit als Vermittler eine End-zu-End-Verbindung zwischen zwei Endgeräten in verschiedenen Netzwerken her. Zusätzlich ist der Router in der Lage, mit Hilfe von Routingtabellen den schnellsten Weg zum Ziel auszuwählen. Router benötigen eine eigene Software und müssen, in der Regel direkt über das Netzwerk, entsprechend der gewünschten Funktion programmiert werden. Gateway d

11 Unter Gateway versteht man die Hard- und Software, um völlig unterschiedliche Netzwerke miteinander zu verbinden oder diese durch Protokollumsetzung an andere Netze anzuschliessen. Der Gateway hat die Aufgabe, Nachrichten von einem Rechnernetz in das andere zu übermitteln. Er versteht beide Protokolle vollständig und ist in beiden Welten ein adressierbarer Netzknoten. Bei einem Internetanschluss eines LAN über das Telefonnetz wird meist auch die Kombination eines Routers mit einem Modem als Gateway bezeichnet. 1.6 Sicherheit Auf die Sicherheit von Netzwerken wird an dieser Stelle nicht speziell eingegangen. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass die nötigen Sicherheitsmassnahmen (z.b. durch den Aufbau einer Firewall) ergriffen werden müssen, sobald ein Netzwerk (z.b. LAN eines Führungsorgans mit vertraulichen Informationen) an ein öffentliches Netzwerk gekoppelt wird. Bei der Installation eines Netzwerkes sind selbstverständlich auch die gültigen Sicherheitsund Installationsvorschriften einzuhalten. BABS d 11

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13 2 LAN am Führungsstandort 2.1 Einleitung Bei den zwei nachfolgend aufgeführten LANs handelt es sich um Beispiele. Es werden bewusst sehr einfache Lösungen vorgestellt, welche mit minimalen Spezialkenntnissen auch vom Anwender betrieben werden können. Je nach technischen, finanziellen und personellen Rahmenbedingungen sind selbstverständlich auch leistungsfähigere und komplexere Netzwerkarchitekturen möglich. 2.2 LAN für einen definierten, vorbereiteten Führungsstandort Systembeschreibung Das beschriebene LAN ist ein einfaches, auf einer 100 Mbps (Geschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde) Ethernet-Technologie basierendes Peer-to-Peer-Netzwerk. Das LAN verfügt über einen Internetanschluss. Die nachfolgende Abbildung gibt einen Überblick über den Systemaufbau. LAN Ethernet-Switch Router Modem TVA WAN Tf-Netz ISP TVA: Teilnehmervermittlungsanlage ISP: Internet Service Provider Internet 1 Ethernet-LAN am Führungsstandort BABS d 13

14 2.2.2 Systemeigenschaften Das physische Netzwerk besteht aus einer fest installierten universellen Kommunikationsverkabelung (UKV) mit ungeschirmten Twisted-Pair-Kabeln (UTP) und RJ- 45 Anschlüssen. Jeder Arbeitsplatz verfügt über 4 Anschlussbuchsen. 2 UKV am Arbeitsplatz mit vier RJ-45 Anschlussbuchsen Alle aktiven und passiven Komponenten des LANs sind zusammen mit einer Teilnehmervermittlungsanlage (TVA) in einem Verteilerschrank (Rack) untergebracht. Patchpannel der UKV Ethernet-Switch TVA Gateway mit Router und Modem 3 Verteilerschrank mit Aktiv- und Passivkomponenten Die UKV endet am Patchpannel im Verteilerschrank. Die vier Verbindungsmöglichkeiten pro Arbeitsplatz sind jeweils vertikal angeordnet. Von hier werden die einzelnen Arbeitsplatzanschlüsse mit Patchkabeln auf die gewünschte Anwendung geschaltet (Switch oder TVA) d

15 4 Patchpannel, Anschluss von 12 Arbeitsplätzen mit je 4 Arbeitsplatzanschlüssen möglich Der verwendete Ethernet-Switch erlaubt den Anschluss von 24 Endgeräten am LAN. Die Geräte am Arbeitsplatz sind via Patchpannel angeschlossen, der Gateway ins Internet ist direkt am Switch angeschlossen. 5 Switch mit angeschlossenen Endgeräten Der Gateway ins Internet wird durch einen Router und ein analoges Modem sichergestellt. Dies ist eine sehr kostengünstige Möglichkeit, um ein LAN ans Internet anzuschliessen. Die Verbindung ist allerdings langsam, besonders wenn mehrere LAN-Teilnehmer gleichzeitig im Internet arbeiten. Müssen die Mitarbeiter oft auf das Internet zugreifen, sind schnellere Zugänge (ISDN, ADSL etc.) vorzusehen. ADSL vgl. Register 3; Kapitel / / BABS d 15

16 Der Router ist direkt mit dem Switch verbunden, das Modem ist an die TVA angeschlossen. 6 Gateway mit analogem Modem (links) und Router (rechts) Die Führungsunterstützung (Telematikgruppe) kann an das LAN einen beliebigen (persönlichen) Computer eines Mitarbeiters anschliessen und einrichten. Voraussetzungen: Der Computer muss netzwerktauglich sein und der Supporter über die Administratorenrechte verfügen. Für das Einrichten eines Computers im LAN sind folgende Arbeiten nötig: 1. Protokoll wählen und IP-Adresse vergeben 2. Einstellen der Arbeitsgruppe (Workgroup) und des Computernamens 3. Einrichten und Freigeben von Ordnern, Laufwerken, Druckern etc. Der Mitarbeiter entscheidet selber, welche Informationen und Dienste er den übrigen Mitgliedern der LAN-Arbeitsgruppe zur Verfügung stellen möchte und welche Rechte er vergeben will. Zusätzlich ist er für die Sicherheit seiner Daten und seines Computers verantwortlich. 7 Über die UKV am LAN (Laptop) bzw. an der TVA (Telefon) angeschlossene Endgeräte eines Arbeitsplatzes 8 Auf dem Bildschirm aufgeführte Computer der LAN-Arbeitsgruppe d

17 2.3 Mobiles LAN für einen unvorbereiteten, improvisierten Führungsstandort Systembeschreibung Dieses LAN entspricht vom Systemaufbau und von den verwendeten Komponenten her grundsätzlich dem vorgängig beschriebenen LAN für einen fest eingerichteten Führungsstandort. Die Komponenten sind aber nicht fix installiert, sondern mobil aufgebaut Systemeigenschaften Alle Netzwerkkomponenten sind in einem mobilen Verteilerschrank untergebracht. Eine UKV mit Patchpannel ist nicht vorhanden. Alle Anschlüsse werden direkt mit losen Kabeln an den entsprechenden Komponenten angeschlossen und zu den Arbeitsplätzen geführt. Die benötigten Anschlüsse an öffentliche Netze müssen extern und evtl. mit Leitungsbauverbindungen beschafft werden (z.b. Benutzung von privaten Telefonanschlüssen in der näheren Umgebung des Führungsstandortes). Da es sich bei allen Geräten um Aktivkomponenten handelt, muss natürlich auch die Speisung der Geräte sichergestellt sein. Bei der Stromversorgung ist generell darauf zu achten, dass die Anschlüsse vorschriftsgemäss abgesichert und geerdet sind sowie nach Möglichkeit mit einer Fehlstromschutzschaltung ausgerüstet werden. Ethernet-Switch TVA 9 Mobiler Verteilschrank mit Aktiv- und Passivkomponenten Weitere Informationen Wegleitung "Erweiterung Telematiksysteme" als Ergänzung zum Kreisschreiben 4/07 betreffend die Erweiterung der Telematiksysteme für geschützte Führungsstandorte, geschützte Spitäler und geschützte Sanitätsstellen vom BABS d 17

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19 Anhänge 3 Anhang 3.1 Einsatzdokumente 3.2 Einsatzvorbereitungen Kanton / Region / Gemeinde BABS d 19

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21 Sachregister B BORS 5 C Client-Server 8 D Datenpakete 8 E EDV 5 Ethernet 7 G Gateway 11 H Hub 10 I IP 8 M MAN 7 N Netzwerkadapter 9 Netzwerkmodell 8 Netzwerksoftware 9 P Peer-to-Peer 7 Port 9 POWER LAN 10 Protokoll 8 Protokollschichten 8 R RJ-45 9 Router 10 S Switch 10 T TCP 8 Twisted-pair-Kabel 9 U UKV 9 USB 10 V Verteilerschrank 14 W WAN 7 Weitverkehrsnetze 7 WLAN 10 BABS d 21

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