EPC TM Generation 1 Tag Datenstandard Version 1.1 Rev.1.27

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1 EPC TM Generation 1 Tag Datenstandard Version 1.1 Rev.1.27 Standardspezifikation 10. Mai 2005 Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 1 von 102

2 Dokumentnummer: 1.1 Dokumentversion: 1.27 Dokumentdatum: DOKUMENTENTSTEHUNG Titel des Dokuments: Besitzer: Status: Dokumenterläuterungen EPC Generation 1 Tag Datenspezifikation Tag Datenstandard Working Group Verabschiedet Änderungs datum Version Dokumentenänderungen Grund für Änderungen Zusammenfassung der Änderungen Fehlerkorrektur Kommentare und Verbesserung der Druckfehler, erhalten während der öffentlichen Begutachtung Fehlerkorrektur Korrigieren weiterer Fehler nach der Freigabe der Version 1.24 speziell Abweichungen der Partitionstabellen beim SSCC-96 und GRAI Fehlerkorrektur Korrigieren des Fehlers des Nummernbereiches für den Behältertyp des GRAI-96 und weiteren Bezug zu Anhang F inkludiert z.b. um korrekte Nummernbereiche für 64-Bit und 96-Bit Tags zu prüfen Fehlerkorrektur Zusätzliche Informationen zur Einschränkung der Seriennummern in der SGTIN, im GRAI und im GIAI Neuerungen Integration des DoD Headers Zusätzliche Angabe der Hexadezimalen Ausdrücke für die Darstellung des URI Zusätzlicher Haftungsausschluss bzgl. der Nichtanwendbarkeit des TDS Vers. 1.1 auf Gen 2 Tags Änderung des Dokumententitels, um auf die Taggeneration hinzuweisen, die in diesem Dokument integriert wurde und um zwischen diesem Dokument und der nächsten Version zu unterscheiden Änderungen der Definitionen der Filterwerte (3.4.1, 3.4.2, 3.5.1, 3.5.2) Änderung der Filterwerttabellen (Tabelle 5, 9, 13, 17, 21) Änderung in der Filterwerttabelle in Anhang A, Übersichtstabellen zu Kodierungsverfahren Einfügen des Indikators in den Prozessschritt 3 des Dekodierungsablaufes bei der SGTIN-64 ( ) und SGTIN-96 ( ) Einfügen des Wortes Erweiterungsziffer in Prozessschritt 3des Dekodierungsablaufes für den SSCC-64 ( ) und SSCC-96 ( ) Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 2 von 102

3 Übersicht Dieses Dokument definiert den EPC Tag Datenstandard Version 1.1. Dieser Standard definiert jenen Teil des EPC Tag Datenstandards, der standardisiert ist, inklusive der Kodierung dieser Daten auf dem EPC Tag (siehe EPC Tag Kodierungen), wie auch die Kodierung für die Verwendung auf Ebene der Information im Netzwerk des EPC Systems (z.b. EPC URI oder Uniform Resource Identifier Kodierung). Der Leser sei darauf hingewiesen, dass dieser Tag Datenstandard Vers.1.1 nur auf Tagtypen anwendbar ist, die zur Zeit der Veröffentlichung vorliegen. Insbesondere enthält dieser Standard keine Richtlinien für die Verwendung von UHF Class 1 Generation 2 Tags ("Gen 2 Tags"). Es wird erwartet, dass zukünftige Tag Daten Spezifikationen zusätzliche Richtlinien für die Verwendung von Gen 2 Tags beinhalten, zusammen mit substantiellen Änderungen im Tag Datenstandard, die notwendig sind, um Ausprägungen der Generation 2 Tags, die von vorherigen Versionen abweichen, zu unterstützen. Die EPC Tagkodierungen beinhalten einen Header, gefolgt von einem oder mehreren Wertfeldern. Der Header definiert die Gesamtlänge und das Format der Wertfelder. Die Wertfelder enthalten eine eindeutige EPC Identifikation und optionale Filterwerte, wenn das Letztere als wichtig beurteilt wird, um es auf dem Tag zu verschlüsseln. Die EPC URI Kodierungen stellen das Mittel für die Anwendungssoftware zur Verfügung, um EPC Tag Kodierungen entweder haargenau (z.b. auf Bitebene) oder auf unterschiedlichen Ebenen der logischen Abbildung, die unabhängig von den Tagvarianten sind. Dieses Dokument definiert vier Kategorien von URIs: 1. URIs für die reine Identifikation, manchmal auch canonical forms genannt. Diese beinhalten nur die eindeutige Information die das spezifische physische Objekt identifiziert und unabhängig von den Tagkodierungen sind. 2. URIs die spezifischen Tagkodierungen darstellen. Diese werden in Softwareanwendungen verwendet, wo Kodierungsschemata notwendig sind, wie beispielsweise das Kommando der Software zum Beschreiben der Tags. 3. URIs die Bitmuster darstellen oder Gruppen von EPCs. Diese werden verwendet, um der Software Anweisungen für das Filtern bestimmter Tags zu geben. 4. URIs die unbearbeitete Taginformationen darstellen, normalerweise nur zum Zweck der Fehlerbeschreibung verwendet. Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 3 von 102

4 Status dieses Dokumentes Dieses Kapitel beschreibt den Status des Dokumentes zur Zeit der Veröffentlichung. Andere Dokumente können dieses Dokument ablösen. Dieses Dokument ist der verabschiedete Standard genannt Tag Datenstandard Version 1.1 Rev Kommentare zu diesem Dokument sollten an gesandt werden. Widerruf Trotz aller Bemühungen, die Korrektheit der im vorliegenden Dokument enthaltenen EPCglobal System Standards sicherzustellen, erklären GS1 Austria, GS1 Schweiz und GS1 Germany und jede weitere Partei, die an der Erstellung dieses Dokumentes beteiligt war, dass das vorliegende Dokument ohne ausdrückliche oder implizite Gewähr für Schäden oder Verluste, die in Zusammenhang mit der Verwendung dieses Dokumentes stehen, bereit gestellt wird. Das Dokument wird von Zeit zu Zeit auf Grund von Entwicklungen in der Technologie, Änderungen in den Standards oder neuen rechtlichen Gegebenheiten verändert. Ihre Satzungsrechte werden nicht beeinträchtigt. GS1 Austria GmbH GS1 Schweiz Mayerhofgasse 1/15 Dornacherstrasse 230 AT-1040 Wien CH-4018 Basel Österreich Schweiz GS1 Germany Maarweg 133 D Köln Deutschland Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 4 von 102

5 Änderungen gegenüber vorherigen Versionen Version 1.1, als erste formale spezifizierte Version, dient als Basis für die Vergabe und Verwendung von EPC Nummern in standardisierten offenen Anwendungen. Frühere Versionen, bestehend aus technischen Berichten und Arbeitspapieren, empfahlen bestimmte Header, die Menge der Daten, die auf einen Tag geschrieben werden können und die EPC Tag Datenstruktur. Viele dieser Empfehlungen wurden in der Version 1.1 angepasst und sind grundsätzlich veränderlich für standardisierte Anwendungen, d.h. offen für Weiterentwicklungen. Im Allgemeinen ersetzt die Version 1.1 alle früheren Definitionen des EPC Tag Datenstandards. Neben neuen inhaltlichen Anpassungen in Version 1.1 (wie zusätzliche Verschlüsselungsformate), gibt es folgende wesentliche Änderungen zu vorherigen Versionen: 1. Neue Definition und Klarstellungen für die Vergabe der Headerregeln: (i) um verschiedene Headerlängen für gegebene Taglängen zuzulassen, sodass mehr Möglichkeiten für Kodierungen einer bestimmten Taglänge gegeben werden; und (ii) um auf die Taglänge durch den am weitesten links stehenden Teil ( Präamble ) des Headers hinzuweisen und dadurch die höchste Effizienz der Lesegeräte zu unterstützen. 2. Zusätzliche Angabe des Aufbaus der DoD Header und URI Darstellung. 3. Zusätzlicher hexadezimaler Ausdruck für die Darstellung der Raw URI. 4. Änderung der Begrifflichkeiten von EAN.UCC in GS1 aufgrund der Zusammenführung von EAN International und UCC in die globale GS1 Organisation. Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 5 von 102

6 Inhaltsverzeichnis 1 Einführung Identifikationskonzepte Reine Identifikation Generelle Typen der reinen Identifikation Identifikationstypen des GS1 Systems Serialisierte Global Trade Item Number (SGTIN) Serial Shipping Container Code (SSCC) Serialisierte Global Location Number (SGLN) Global Returnable Asset Identifier (GRAI) Global Individual Asset Identifier (GIAI) Identifikationstypen vom DoD Kodierung von EPC Tags unterschiedlich langer Bitfolgen Header Vereinbarte Darstellungsart Generelle Identifikation (GID-96) GID-96 Kodierungsablauf GID-96 Dekodierungsablauf Serialisierte Global Trade Item Number (SGTIN) SGTIN SGTIN-64 Kodierungsablauf SGTIN-64 Dekodierungsablauf SGTIN SGTIN-96 Kodierungsablauf SGTIN-96 Dekodierungsablauf Serial Shipping Container Code (SSCC) SSCC SSCC-64 Kodierungsablauf SSCC-64 Dekodierungsablauf SSCC SSCC-96 Kodierungsablauf...41 Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 6 von 102

7 SSCC-96 Dekodierungsablauf Serialisierte Global Location Number (SGLN) SGLN SGLN-64 Kodierungsablauf SGLN-64 Dekodierungsablauf SGLN SGLN-96 Kodierungsablauf SGLN-96 Dekodierungsablauf Global Returnable Asset Identifier (GRAI) GRAI GRAI-64 Kodierungsablauf GRAI-64 Dekodierungsablauf GRAI GRAI-96 Kodierungsablauf GRAI-96 Dekodierungsablauf Global Individual Asset Identifier (GIAI) GIAI GIAI-64 Kodierungsschema GIAI-64 Dekodierungsschema GIAI GIAI-96 Kodierungsablauf GIAI-96 Dekodierungsablauf DoD Tag Datenkonstrukt (nicht-normativ) DoD DoD URI Darstellung URI Abbildung für die reine Identifikation URI Abbildung für ähnliche Datentypen URIs für EPC Tags URIs für unbearbeitete Bitfolgen ungültiger Tags URIs für EPC Bitmuster Satzbau (Syntax)...69 Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 7 von 102

8 4.3.1 Gebräuchliche Syntaxelemente EPCGID-URI SGTIN-URI SSCC-URI SGLN-URI GRAI-URI GIAI-URI EPC Tag URI Raw Tag URI EPC Pattern URI URI für DoD-Konstrukte Zusammenfassung (nicht-normativ) Übersetzung zwischen EPC-URI und anderen EPC Darstellungen Semantik von EPC-strukturierten URIs Hintergrundinformation Referenzen Anhang A: Übersichtstabellen zu den Kodierungsverfahren Anhang B: EPC Header und Tag Identifikationslängen Anhang C: Beispiel einer spezifischen Handelseinheit (SGTIN) Anhang D: Tabelle der Dezimalwerte von 2 hoch n Anhang E: Abkürzungsverzeichnis Anhang F: Allgemeine GS1 Spezifikationen...99 Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 8 von 102

9 1 Einführung Der Electronic Product Code (EPC ) ist ein Schema zur universellen Identifikation physischer Objekte mittels Radiofrequenztransponder (Radiofrequenzidentifikation = RFID) und anderer Hilfsmittel. Die standardisierten EPC Daten bestehen aus einem EPC (oder EPC Identifikation), der ein bestimmtes Objekt eindeutig identifiziert und einem optionalen Filterwert, der, wenn verwendet, effektives und leistungsfähiges Lesen von EPC Transpondern ermöglicht. Zusätzlich zu diesen standardisierten Daten werden bestimmte Klassen von EPC Transpondern die Verwendung benutzerdefinierter Daten ermöglichen. Der EPC Tag Datenstandard wird Länge und Position dieser Informationen festlegen, ohne den Inhalt näher zu bestimmen. Gegenwärtig existieren keine Spezifikationen für diese benutzerdefinierten Daten, da die zugehörigen Klassen der Transponder noch nicht definiert sind. Die EPC Identifikation ist ein Meta-Kodierungsschema, das zu dem Zweck entwickelt wurde, die Anforderungen unterschiedlicher Industriebereiche zu erfüllen. Es sollen bestehende Kodierungsschemata aufgenommen werden, wo es möglich ist, und neue entwickelt werden, wenn es notwendig wird. Die verschiedenen Kodierungsschemata werden als Branchenidentifikation bezeichnet, um zu zeigen, dass sie die Objektidentifikation innerhalb bestimmter Einsatzbereiche, also einer bestimmten Branche oder einem Industriezweig, ermöglichen. Der Electronic Product Code stellt eine Gruppe von Kodierungsschemata dar und ist das Mittel, diese unterschiedlichen Branchenlösungen für alle EPC-konformen Transponder eindeutig zu machen. Dieses Konzept ist in der folgenden Grafik dargestellt. Schlüsselbegriffe Header Standardisierte EPC Tag Daten Filterwert (Optional) Branchenkodierungsschema EPC oder EPC Identifikation z.b. SGTIN, SGLN, SSCC, GID Abbildung A. EPC Begriffe. Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 9 von 102

10 Die vorliegende EPC Version 1.1 beinhaltet Kodierungsschemata für den General Identifier (GID), die serialisierte Version der GS1 Global Trade Item Number (GTIN ), den GS1 Serial Shipping Container Code (SSCC ), die GS1 Global Location Number (GLN ), den GS1 Global Returnable Asset Identifier (GRAI ) und den GS1 Global Individual Asset Identifier (GIAI ). In den folgenden Kapiteln werden die Struktur und der Aufbau des EPC beschrieben, sowie Illustrationen zur empfohlenen Verwendung dargestellt. Der EPCglobal Tag Datenstandard V1.1 Rel wurde von GS1 mit einigen Einschränkungen verabschiedet, die in Kapitel 3.7 der Allgemeinen GS1 Spezifikationen beschrieben sind. Ein Auszug dieser Einschränkungen ist in Anhang F dieses Dokuments enthalten. Die letzte Version dieser Spezifikationen kann von der nationalen EPCglobal Organisation angefordert werden. Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 10 von 102

11 2 Identifikationskonzepte Um das übergreifende Konzept des EPC Tag Datenstandards besser zu verstehen, ist es hilfreich zwischen 3 Ebenen der Identifikation zu unterscheiden (siehe Abbildung B). Obwohl diese Spezifikation nur zwei der drei Ebenen nämlich die Ebene der reinen Identifikation und der Kodierung detailliert beschreibt, werden in folgender Grafik alle drei Ebenen zum besseren Verständnis dargestellt. Ebene der reinen Identifikation Identifikation (gemäß Branche), Namespace Identifikation Identifikation URN Identifikation (gemäß Branche) Namespace Ebene der Kodierung Zusätzliche Information, notwendig zur Verschlüsselung Kodierungsschema Kodierungsschema Tagverschlüsselung URI Kodierung Ebene der physischen Umsetzung Realisierung Realisierung Abbildung B. Definierte Identifikation, Kodierung und Umsetzung Reine Identifikation (Pure Identity) ist die Identität, die mit einer bestimmten physischen oder logischen Einheit verknüpft ist, unabhängig von einem bestimmten Datenträger, z.b. RF Tag, Strichcode oder Datenbankfeld. Als solche ist die reine Identifikation ein abstrakter Name oder eine abstrakte Nummer, die eine Einheit identifiziert. Eine Identifikation besteht nur aus der Information, die benötigt wird, um eine bestimmte Einheit zu identifizieren, und nicht mehr. Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 11 von 102

12 Uniform Resource Identifier (URI) ist die Darstellung der reinen Identifikation. Ein URI ist eine Zeichenfolge/-kette, die üblicherweise zur Identifizierung von Ressourcen verwendet wird. Sie dient dazu, Identitätsdaten zwischen Softwarekomponenten in einem größeren System auszutauschen. Kodierung ist die reine Identifikation, zusammen mit zusätzlichen, zur Kodierung notwendigen Informationen, wie Filterwerte, wiedergegeben mit einer bestimmten Syntax (üblicherweise Felder mit Werten für bestimmte Längen). Die reine Identifikation kann unterschiedliche Kodierungsformen haben, zum Beispiel eine Verschlüsselung in Strichcodes, verschiedene Kodierungen für Transponder und zahlreiche URI Kodierungen. Kodierte Daten können mehr Information enthalten, als die reine Identifikation, zum Beispiel einen Filterwert. In diesem Fall ist im Kodierschema die zusätzliche Information, die verschlüsselt wird, genau beschrieben. Die physische Umsetzung einer Kodierung ist eine Verschlüsselung, die in eine bestimmte, Maschinen lesbare Form gebracht worden ist, zum Beispiel eine bestimmte Art eines RF Tags oder ein bestimmtes Datenbankfeld. Eine Kodierung kann auf unterschiedliche Arten umgesetzt werden. Beispielsweise ist der in den allgemeinen GS1 Spezifikationen definierte Serial Shipping Container Code (SSCC) eine reine Identifikation. Die Verschlüsselung eines solchen SSCC in das EPC-SSCC 96-Bit Format ist ein Beispiel für eine Kodierung. Dieses 96-Bit Format, auf einen UHF Class 1 Tag geschrieben, ist ein Beispiel einer physischen Realisierung. Ein bestimmtes Kodierschema kann auch die Zahl an Möglichkeiten zur Identifikation, die in dieser Kodierung dargestellt werden können, einschränken. Im 64-Bit SSCC Schema können beispielsweise nur GS1Basisnummern vergeben werden. Im Allgemeinen ist in jedem Kodierschema spezifiziert, welche Einschränkungen es für die Bandbreite der darstellbaren Identitäten gibt. Umgekehrt kann ein bestimmtes Kodierschema auch Werte beinhalten, die in Bezug auf die zugrunde liegende reine Identifikation nicht zulässig sind, dazu ist eine explizite Beschränkung notwendig. Die EPC-SSCC 96-Bit Kodierung sieht 24 Bit vor, um eine 7-stellige Basisnummer zu verschlüsseln. In einem 24 Bit langen Feld ist es aber möglich die Zahl zu verschlüsseln, die länger als 7 Ziffern ist und daher keinen gültigen SSCC ergibt. Diese Zahl darf somit nicht verwendet werden. Aus diesem Grund wird in jedem Kodierschema spezifiziert, welche maximale Größe die eingesetzten Werte erreichen dürfen. 2.1 Reine Identifikation Das folgende Kapitel definiert die Identitätstypen, für die das vorliegende Dokument Kodierungsschemen festlegt. Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 12 von 102

13 2.1.1 Generelle Typen der reinen Identifikation Die vorliegende Version des EPC Tag Datenstandards definiert einen generellen Identifikationstyp. Der General Identifier (GID-96) ist unabhängig von allen bekannten existierenden Spezifikationen und Identifikationsschemen. Der GID besteht aus drei Feldern: Allgemeine Teilnehmernummer, Objektklasse und serielle Nummer. Kodierungen des GID beinhalten ein viertes Feld, den Header, um eine Eindeutigkeit gemäß des Namespace in EPC zu garantieren. Die allgemeine Teilnehmernummer identifiziert eine organisatorische Einheit (grundsätzlich ein Betrieb, Unternehmen oder eine Organisation), die für die Verwaltung der nachfolgenden Nummernfelder verantwortlich ist: Objektbezug und Seriennummer. EPCglobal vergibt eine allgemeine Teilnehmernummer an eine Instanz und stellt sicher, dass jede dieser Nummern weltweit eindeutig ist. Die Objektklasse wird von der jeweiligen, den EPC verwaltenden Organisation dazu verwendet, eine bestimmte Klasse oder Art von Dingen zu identifizieren. Diese Objektklassennummern müssen für jede GID-Teilnehmernummer eindeutig sein. Beispiele für eine Objektklasse sind: Gebindeeinheiten oder verschiedene Strukturen in einem Straßensystem, wie Hinweisschilder, Straßenlaternen, Brücken. Im letzteren Fall ist die verwaltende Einheit ein Landkreis. Schließlich muss die Serienummer eindeutig innerhalb jedes Objektbezugs sein. Die verwaltende Instanz ist dafür verantwortlich, jeder einzelnen Einheit innerhalb eines Objektbezugs eine eindeutige, sich nicht wiederholende serielle Nummer zu vergeben Identifikationstypen des GS1 Systems Diese Version des EPC Tag Datenstandards definiert fünf verschiedene EPC Identitätstypen, die von den Identifikationsnummern des GS1 Systems abgeleitet sind. Jede dieser Nummer wird in den nachfolgenden Kapiteln beschrieben. Identifikationsnummern des GS1 Systems haben eine gemeinsame Struktur, bestehend aus einer festen Anzahl von Ziffern des Dezimalsystems, die die Identität verschlüsseln, und einer zusätzlichen Prüfziffer, die nach einem vorgegebenen Algorithmus aus den anderen Ziffern berechnet wird. Innerhalb der Zahlenfolge ohne Prüfziffer besteht eine Teilung in zwei Segmente: eine GS1Basisnummer, die durch eine GS1 Mitgliedsorganisation oder GS1 an ein Unternehmen vergeben wird, und die verbleibende Ziffernfolge, die durch das Unternehmen verwaltet wird. (Diese Ziffernfolge ohne Basisnummer wird abhängig von der verwendeten Identifikationsnummer im GS1 System unterschiedlich bezeichnet). Die Anzahl der Stellen in der Basisnummer variiert zwischen 6 und 12, abhängig von der zugewiesenen Basisnummer. Analog dazu variiert die Anzahl der verbleibenden Ziffern, sodass die Gesamtzahl der Ziffern einer bestimmten GS1 Identifikationsnummer fest bleibt. Die Empfehlungen von GS1 für die Verschlüsselung der GS1Identifikationsnummern in Strichcodes, und ebenso für deren Verwendung in dazugehörigen Datenverarbeitungsapplikationen, legen fest, dass die Zahlenfolge Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 13 von 102

14 einer Identifikationsnummer immer als eine Einheit zu verarbeiten ist und nicht in einzelne Segmente zerlegt werden darf. Diese Empfehlung ist jedoch für die Verwendung im EPC Netzwerk nicht zweckdienlich. Die Möglichkeit, eine Identifikationsnummer in einen Teil, der an ein Unternehmen vergeben wird (im GS1 System die Basisnummer), und einen Teil, der durch diese Organisation verwaltet wird, zu gliedern, ist essentiell für die einwandfreie Funktion des Object Name Service (ONS). Zusätzlich bietet die Abgrenzung der GS1 Basisnummer weitere Möglichkeiten zur Filterung von oder Sicherung des Zuganges zu EPCverknüpften Daten. Daher weichen die EPC Kodierungen der GS1 Identifikationsnummern von den weiter oben erwähnten Empfehlungen in den folgenden Punkten ab: EPC Kodierungen enthalten eine ausdrückliche Teilung der Ziffernfolge zwischen der Basisnummer und den verbleibenden Ziffern, wobei jedes Segment individuell in das binäre Zahlenformat konvertiert wird. Daher muss für die Konvertierung einer Identifikationsnummer des GS1 Systems aus dem Dezimalsystem in deren EPC Format die Länge der Basisnummer bekannt sein. EPC Kodierungen enthalten keine Prüfziffer. Deswegen muss bei der Konvertierung eines EPC in eine GS1 Identifikationsnummer diese Prüfziffer über die anderen Ziffern neu berechnet werden Serialisierte Global Trade Item Number (SGTIN) Die Serialisierte Global Trade Item Number (SGTIN) ist ein neuer Identifikationstyp, der auf der GS1 Global Trade Item Number (GTIN) basiert, beschrieben in den allgemeinen GS1 Spezifikationen. Eine GTIN ist in EPC keine reine Identifikation, da sie ein einzelnes Objekt nicht vollkommen eindeutig identifiziert. Stattdessen identifiziert eine GTIN eine bestimmte Klasse von Objekten, zum Beispiel eine bestimmte Sorte eines Produktes oder einer Handelseinheit. Alle Darstellungen der SGTIN unterstützen das 14-stellige GTIN Format. Das bedeutet, dass die 0 als Indikator und die führende 0 in der Basisnummer des UCC-12 und die 0 als Indikator der EAN/UCC-13 Identifikationsnummer richtig verschlüsselt und interpretiert werden können. EAN/UCC-8 wird im EPC momentan noch nicht unterstützt, im 14-stelligen Format wäre EAN/UCC-8 aber kompatibel mit dem EPC. Um eine eindeutige Identifikation für einzelne Objekte zu schaffen, wird die GTIN durch eine Seriennummer erweitert. Jedes verwaltende Unternehmen ist verantwortlich für die eindeutige Vergabe an einzelne Objekte. Die Kombination einer GTIN mit einer Seriennummer wird Serialisierte GTIN (SGTIN) genannt. Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 14 von 102

15 Die SGTIN besteht aus folgenden Elementen: Der EPC Manager, der durch eine EPCglobal Vertretung (nationale GS1 Mitgliedsorganisation) an ein Unternehmen vergeben wird. Der EPC Manager in einer SGTIN kann auf Antrag derselbe sein, wie die im dezimalen Zahlensystem in einer GS1 GTIN verwendete Basisnummer. Die Objektklasse wird durch das Unternehmen vergeben. Die im EPC verwendete Objektklasse entsteht aus der Aneinanderreihung des Indikators und des Artikelbezugs der GTIN. Das Ergebnis wird als eine ganze Zahl betrachtet. Die Seriennummer wird durch das Unternehmen an ein einzelnes Objekt vergeben. Die Seriennummer ist nicht Teil der GTIN, sie ist jedoch Teil der SGTIN. SGTIN Kodierung auf Bit-Ebene EPC Manager Objektklasse Indikator Artikelbezug Seriennummer GTIN+Seriennummer Nummernstruktur Prüf- Indikator Basisnummer Artikelbezug Seriennummer ziffer Abbildung C. Wie die einzelnen Segmente der SGTIN herausgehoben, neu arrangiert und für die Kodierung zusammengefügt werden. Die SGTIN ist nicht als solche in den Allgemeinen GS1 Spezifikationen angegeben. Sie kann jedoch in etwa gleich angesehen werden wie das Transportetikett mit der UCC/EAN-128 Strichcodesymbologie, in der beides, sowohl die GTIN im Application Identifier AI (01) als auch die Seriennummer im Application Identifier AI (21) enthalten ist. Die Seriennummer kann dabei aus bis zu zwanzig Zeichen bestehen, wobei jedes Zeichen entweder eine Zahl, ein Groß- oder Kleinbuchstabe oder ein Satzzeichen sein. Die komplette Struktur des AI (21) wird durch die reine Identifikation URI unterstützt, wie sie in Kapitel beschrieben ist. Werden die Seriennummern in 64- und 96-Bit Tags dargestellt, kann nur eine Untergruppe der in den allgemeinen GS1 Spezifikationen in AI (21) erlaubten Seriennummern eingestellt werden. Genauer, es sind nur jene Seriennummern erlaubt, die aus einer ein- oder mehrstelligen Zahl bestehen, die ohne führende Null beginnt und deren Wert, wenn als ganze Zahl dargestellt, innerhalb des eingeschränkten Bereiches für die 64- und 96-Bit Tagverschlüsselung passt. Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 15 von 102

16 Während diese Einschränkungen für die Verschlüsselung von 64- und 96-Bit Tags bestehen, können zukünftige Tagverschlüsselungen einen weitaus größeren Bereich von Seriennummern abdecken. Daher sollten Programmierer sowie Datenbankdesigner die allgemeinen GS1 Spezifikationen für den Application Identifier AI (21) heranziehen, um für zukünftige Erweiterungen des Tag Datenstandards gerüstet zu sein. Erklärung (nicht normativ): Die Einschränkungen für die Seriennummern sind für 64- und 96-Bit Tags notwendig, um sie mit der geringen Anzahl an verfügbaren Bits kompatibel zu machen; daher wurde sowohl der Bereich eingeschränkt, als auch die Verwendung alphabetischer Zeichen nicht erlaubt. Der Grund, warum führende Nullen nicht erlaubt sind, ist, dass auf den Tags der Wert der Seriennummer in der Annahme verschlüsselt wird,, dass es sich um eine Dezimalzahl handelt, die in eine binäre Zahl umgewandelt wird. Durch die Annahme, dass es eine Zahl aus dem Dezimalsystem ist, kann zum Beispiel nicht zwischen "00034", "034" oder "34" unterschieden werden alle haben den gleichen Wert, wenn sie als Zahl anstatt als Zeichenkette dargestellt werden. Um jedoch jeden kodierten Wert eindeutig dekodieren zu können, wird hiermit festgelegt, dass Seriennummern keine führenden Nullen haben dürfen. So werden nachfolgende Bits von einem Tag als Seriennummer mit der Zahl "34" (nicht "034" oder "00034") dekodiert Serial Shipping Container Code (SSCC) Der Serial Shipping Container Code (SSCC) ist durch die allgemeinen GS1 Spezifikationen definiert. Anders als die GTIN ist der SSCC bereits für die Identifikation einzelner Objekte vorgesehen und benötigt daher keine Anpassungen, um als reine Identifikation in den EPC übernommen zu werden. In vielen Anwendungen des SSCC ist es üblich, den Application Identifier AI (00) in einem Datenbankfeld mitzuspeichern. Diese Praxis ist keine Anforderung, aber weit verbreitet. Der Application Identifier ist eine Art Header zur Anwendung in Strichcodes und kann aus den EPC Headern für den SSCC direkt abgeleitet werden. Ein SSCC aus dem EPC kann also wie benötigt interpretiert werden, entweder mit dem AI (00) als Teil des SSCC oder ohne. Der SSCC besteht aus folgenden Elementen: Der EPC Manager, der durch eine EPCglobal Vertretung (nationale GS1 Mitgliedsorganisation) an ein Unternehmen vergeben wird. Der EPC Manager in einem SSCC kann auf Antrag derselbe sein, wie die im dezimalen Zahlensystem in einem GS1 SSCC verwendete Basisnummer. Die Seriennummer wird durch das verantwortliche Unternehmen an eine einzelne Versandeinheit vergeben. Die Seriennummer des SSCC wird für die Verwendung im EPC durch die Aneinanderreihung der Erweiterungsziffer und der seriellen Bezugsnummer des GS1SSCC gebildet. Das Ergebnis wird als eine zusammengehörige Zahl betrachtet. Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 16 von 102

17 SSCC-Kodierung auf Bit-Ebene EPC Manager Seriennummer Erweiterungs- Serielle ziffer Bezugsnummer SSCC Nummernstruktur Basisnummer Serielle Bezugsnummer Erweiterungsziffer Prüfziffer Abbildung D. Wie die Elemente des im Dezimalsystem dargestellten SSCC auseinander genommen und für die Kodierung wieder zusammengefügt werden Serialisierte Global Location Number (SGLN) Die Global Location Number (GLN) ist durch die allgemeinen GS1 Spezifikationen definiert. Eine GLN kann entweder einen einzelnen, eindeutigen physischen Standort repräsentieren, zum Beispiel eine Laderampe, ein Lagerplatz oder auch ein ganzes Warenlager. Zusätzlich kann eine GLN eine logische Einheit repräsentieren, die einen Geschäftsvorgang durchführt, wie zum Beispiel eine Bestellung aufgeben. Die EPC GLN ist nur für die Verwendung bei physischen Standorten vorgesehen. Das Feld der Seriennummer ist reserviert und kann nicht verwendet werden, bis GS1 im Bedarfsfall Spezifikationen für eine Erweiterung der GLN entwickelt. Die SGLN besteht aus folgenden Elementen: Der EPC Manager, der durch eine EPCglobal Vertretung (nationale GS1 Mitgliedsorganisation) an ein Unternehmen vergeben wird. Der EPC Manager in einer GLN kann auf Antrag derselbe sein, wie die im dezimalen Zahlensystem in einer GS1 GLN verwendete Basisnummer. Der Lokationsbezug wird durch das verantwortliche Unternehmen an eine bestimmte physische Lokation vergeben. Die Seriennummer wird durch das Unternehmen an einen einzelnen eindeutigen Standort vergeben. Die Seriennummer kann nicht verwendet werden, bevor diese in den allgemeinen GS1 Spezifikationen definiert ist! Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 17 von 102

18 SGLN Kodierung auf Bit-Ebene EPC Manager Lokationsbezug Seriennummer GLN Nummernstruktur Basisnummer Lokationsbezug Prüfziffer Abbildung E. Wie die Elemente der im Dezimalsystem dargestellten SGLN auseinander genommen und für die Kodierung wieder zusammengefügt werden Global Returnable Asset Identifier (GRAI) Der Global Returnable Asset Identifier (GRAI), im GS1 System als GS1Identifikation für Mehrwegtransportbehälter/-verpackungen bezeichnet, ist durch die allgemeinen GS1 Spezifikationen definiert. Anders als die GTIN ist der GRAI bereits für die Vergabe an einzelne Objekte vorgesehen und benötigt daher keine zusätzlichen Felder, um als reine Identifikation in den EPC übernommen zu werden. Der GRAI besteht aus folgenden Elementen: Der EPC Manager, der durch eine EPCglobal Vertretung (nationale GS1 Mitgliedsorganisation) an ein Unternehmen vergeben wird. Der EPC Manager in einem GRAI kann auf Antrag derselbe sein, wie die im dezimalen Zahlensystem in einem GS1 GRAI verwendete Basisnummer. Der Behältertyp wird durch das verantwortliche Unternehmen an eine bestimmte Sorte von Behältern vergeben. Die Seriennummer wird durch das verantwortliche Unternehmen an einen einzelnen Behälter vergeben. Im EPC ist es nur möglich eine Untermenge der in den allgemeinen GS1 Spezifikationen erlaubten Seriennummern darzustellen. Vor allem sind nur Seriennummern erlaubt, die aus einer oder mehr Ziffern bestehen und keine führenden Nullen haben (siehe Anhang F). Copyright 2005 EPCglobal, All Rights Reserved. Seite 18 von 102

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