Praxis Bologna Best Practices deutscher Universitäten

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1 Praxis Bologna Best Practices deutscher Universitäten

2 Praxis Bologna Best Practices deutscher Universitäten TeachING-LearnING.EU 2014 Die Herausgeber: Prof. Dr. rer. nat. Sabina Jeschke, RWTH Aachen University Prof. Dr. phil. Anja Richert, RWTH Aachen University Katharina Schuster, M.A., RWTH Aachen University Redaktion: Alexander an Haack, Laura Braun Layout, Satz und Gestaltung: Janina Schmitz, Michael Döll Bildgrundlage des Covers: istockphoto Auflage: 100 Stück Besuchen Sie uns im Internet:

3 Inhalt Vorwort Portraits beteiligter Hochschulen und Interviewpartner RWTH Aachen University: Manfred Nettekoven & Prof. Dr. Aloys Krieg Technische Universität Berlin: Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß Ruhr-Universität Bochum: Prof. Dr. Uta Wilkens Technische Universität Braunschweig: Prof. Dr. Simone Kauffeld Technische Universität Dresden: Prof Dr. Ursula Schaefer Karlsruher Institut für Technologie: Prof. Dr. Alexander Wanner Universität Stuttgart: Dr. Bettina Buhlmann Bologna Best Practices deutscher Universitäten Internationalisierung und Mobilität Fachliche Ausbildung der Studierenden Überfachliche Kompetenzen der Studierenden Lebenslanges Lernen Förderung Interkultureller Kompetenzen Internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulausbildung Attraktivität europäischer Hochschulen Verzahnung von Ausbildung und Forschung

4 Vorwort Vorwort Die Bologna Reform ist nicht nur eine Reform der akademischen Bildungssysteme, sie steht für die Stärkung des sozialen Zusammenhalts in Europa, für kulturellen Austausch der Völker, für die Steigerung der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit der europäischen Bildungsstrukturen und die Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der europäischen Arbeitsmärkte. Die Inhalte der vor 15 Jahren begonnenen Bologna Reform erscheinen vor dem Hintergrund der jüngeren Entwicklungen in Europa daher aktueller denn je. Bezüglich der Internationalisierung der Bürger Europas haben die Finanz- und Wirtschaftskrisen und die revolutionären, politischen Entwicklungen der Nachbarländer der EU erneut deutlich gemacht, wie wichtig die Verankerung interkultureller Kommunikation und Zusammenarbeit in Europa ist. Das Ziel der Chancengerechtigkeit wird von sogenannten Massive Open Online Courses in greifbare Nähe gerückt: Diese stehen heute als Bildungsinstrument bereit, um die Lehre selbst renommierter Universitäten grenzüberschreitend und bildungsabschnittsübergreifend verfügbar zu machen. Die gestuften Abschlüsse werden heute, zehn Jahre nach Einführung von Bachelor- und Mastersystem, zunehmend genutzt, um die unterschiedlichen Berufsbilder der deutschen Wissensgesellschaft differenziert zu bedienen. Das Ideal des lebenslangen Lernens wird heute nicht nur vom Bedürfnis nach immer schnellerer, globalisierter Innovationsfähigkeit sondern auch vom demographischen Wandel in Deutschland getrieben, der gleichzeitig die Notwendigkeit einer umfassenden Diversity-Kompetenz entlang aller Dimensionen Age, Culture, Gender mit sich bringt. Aus den genannten Potentialen und Zielsetzungen, die in der Bologna Reform adressiert werden, ergeben sich gewaltige Aufgaben für die deutschen und europäischen Hochschulen. Was ist also im Einzelnen hochschulpolitisch zu tun, um diesen gerecht zu werden? Welche Curricula und Studienbedingungen sind geeignet und realisierbar, um die Anforderungen umzusetzen? Welche Werkzeuge erbringen am Ende die intendierte Wirkung? Welche strukturellen und politischen Eckpfeiler sind die Voraussetzung für einen breiten Erfolg? 5 6

5 Bologna Best Practices von sieben großen deutschen ING-Universitäten Sieben Kanzlerinnen und Kanzler, Vizepräsidenteninnen und Vizepräsidenten bedeutender, ingenieurwissenschaftlich geprägter Universitäten geben in diesem Band Einblicke in die umfangreichen Erfahrungen, aktuelle Maßnahmen und neue Ideen ihrer Institutionen zur Lösung der im Bologna Prozess formulierten Herausforderungen. Die teilnehmenden Universitäten wurden ausgewählt, um einen aussagekräftigen Teil der in Deutschland vorzufindenden Studienbedingungen im Bereich der Ingenieurausbildung abzudecken. Die Auswahl der behandelten Themengebiete vollzog sich dabei nach umfangreicher Dokumentanalyse der Bologna Communiqués sowie ausgewiesener Fachliteratur. So wurden die in den Communiqués oft vage adressierten Zielsetzungen und Maßnahmen selektiert und in Zusammenhang miteinander gesetzt. Im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse wurden systematisch Themenfelder identifiziert, die übergreifend zur Erreichung der sogenannten Bologna-Ziele beitragen können. Diese bildeten die Grundlage für die Experteninterviews, die im Rahmen dieser Studie geführt wurden. Die Aussagen der Interviewpartner liefern gleichzeitig sowohl einen Eindruck des Entwicklungsstands großer, deutscher Hochschulen als auch eine Vorlage in Form erwiesener Best Practices und aussichtsreicher Ideen zur Umsetzungen der Ideale und Ziele der Bologna Reform. Die vorgestellten Bologna Best Practices stellen mögliche Lösungsansätze zur hochschulpolitischen Umsetzung der in Bologna formulierten Ziele dar. Sie wurden erhoben im Rahmen des Forschungsfeldes Bologna Best Practices, das in dem Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für das Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften TeachING-LearnING. EU beheimatet ist. Hier werden seit 2010 von den Forschungsstandorten in Aachen, Bochum und Dortmund Lösungen und Grundlagen erarbeitet, die die Bedürfnisse der Ingenieurausbildung in Deutschland und Europa konkretisieren und mit neuen Ideen erweitern. Die Förderer des Projekts die Stiftung Mercator und die VolkswagenStiftung fördern in diesem und in weiteren Projekten der Initiative Bologna Zukunft der Lehre deutsche Universitäten darin, die Bologna Reform als Chance zu begreifen und mit innovativen, kreativen und visionären Ideen ihr volles Potenzial zu entfalten. Die Vertreterinnen und Vertreter der in diesem Band beteiligten Universitäten unterstützen dieses Anliegen ausdrücklich und umfassend, indem sie über ihre eigenen Initiativen und Erfahrungen berichten und einen tiefen Einblick in aktuelle Entwicklungen gewähren, wofür wir uns sehr herzlichen bei ihnen bedanken möchten. Aussagen von Bildungsexpertinnen und -experten zu acht Herausforderungen der Bologna Reform Der Interviewband ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten Teil möchten wir Ihnen die Interviewpartnerinnen und -partner sowie deren Universitäten vorstellen. Jede Maßnahme und jede Zielsetzung ist im Kontext der Institution und deren Rahmenbedingungen zu verstehen. Um die Aussagen der Interviewteilnehmerinnen und -teilnehmer einzuordnen, finden Sie daher im ersten Teil einen Einblick in den persönlichen und institutionellen Hintergrund von sieben Universitätslenkern, die für diese Broschüre ihre umfangreiche Expertise in den Bereichen des Bologna-Prozesses, der Hochschulentwicklung und Lehre zur Verfügung gestellt haben. Im zweiten Teil des Bandes sind die vollständigen Aussagen der Teilnehmenden zu acht ausgewählten Schwerpunktthemen der Bologna Reform aufbereitet, so beispielsweise zur Internationalisierungsstrategie der einzelnen Hochschulen oder der fachspezifischen Ausbildung der Studierenden. Der Schwerpunkt der Interviews liegt auf den Fragen Welche Maßnahmen wurden bereits umgesetzt? und Welche Maßnahmen sind für die nahe Zukunft geplant?, um die in den Themen liegenden Herausforderungen zu adressieren. Ebenfalls wollten wir wissen, welche Ideen die Befragten hierzu persönlich vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrungen haben. Zur besseren Vergleichbarkeit der Beiträge wurden die Interviews in ihre thematischen Einheiten aufgeteilt. Entstanden sind auf diese Weise acht thematisch getrennte Kapitel mit jeweils sieben Stellungnahmen - entsprechend der Anzahl der beteiligten Universitäten. Wir hoffen, dass die adressierten Themen und die gesammelten Aussagen Ihnen einen interessanten Einblick in die heutige Praxis und die zukünftigen Aktivitäten der deutschen, ingenieurwissenschaftlich geprägten Hochschullandschaft bieten. Den teilnehmenden Hochschulen und deren prominenten Vertreterinnen und Vertretern danken wir sehr herzlich für die Gelegenheit, diese Eindrücke mit Ihnen teilen zu können. Im Namen des Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für das Lehren und Lernen in den Ingenieurwissenschaften TeachING-LearnING.EU sowie aller Beteiligter wünschen wir Ihnen eine spannende und informative Lektüre! Prof. Dr. rer. nat. Sabina Jeschke 7 Internationalisierung und Mobilität Internationalisierung und Mobilität 8

6 Portraits beteiligter Hochschulen und Interviewpartner RWTH Aachen University: Manfred Nettekoven & Prof. Dr. Aloys Krieg Technische Universität Berlin: Prof. Dr. Hans-Ulrich Heiß Ruhr-Universität Bochum: Prof. Dr. Uta Wilkens Technische Universität Braunschweig: Prof. Dr. Simone Kauffeld Technische Universität Dresden: Prof Dr. Ursula Schaefer Karlsruher Institut für Technologie: Prof. Dr. Alexander Wanner Universität Stuttgart: Dr. Bettina Buhlmann

7 RWTH Aachen University Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, kurz RWTH Aachen, wurde 1870 gegründet. Ihr Schwerpunkt liegt seit den Anfängen bis heute bei den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Mit 514 Professuren in neun Fakultäten gehört sie zu den führenden europäischen Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. Im Wintersemester 2013/14 sind Studierende in 134 Studiengängen eingeschrieben, davon fast ausländische Studierende aus 130 Ländern. Die wissenschaftliche Ausbildung an der RWTH Aachen hat einen hohen Anwendungsbezug. Die Absolventinnen und Absolventen sind in der Wirtschaft gefragte Nachwuchs- und Führungskräfte. Nationale Rankings und internationale Bewertungen bescheinigen ihnen eine ausgeprägte Befähigung zur Bewältigung komplexer Aufgabenstellungen, zu Problemlösungen in Teamarbeit und zur Übernahme von Leitungsaufgaben. Hohe Qualität in Lehre und Forschung bilden den Ausgangspunkt für die internationale Zusammenarbeit der RWTH Aachen. Die wirtschaftlichen Ausgründungen der Hochschule haben entscheidend zum Strukturwandel der Region beigetragen und sichern dort zahlreiche zukunftsfähige Arbeitsplätze. RWTH Aachen University 12

8 Aloys Krieg & Manfred Nettekoven Prof. Dr. rer. nat. Aloys Krieg ist seit September 2008 Prorektor für Lehre an der RWTH Aachen. Herr Krieg, geboren 1955, studierte in Münster Mathematik und Betriebswirtschaftslehre, wo er auch seine Promotion sowie Habilitation ablegte. Nach Forschungs- und Lehraufträgen in Chandigarh, Bombay, San Diego und der Universität Hagen ist er seit 1993 Leiter des Lehrstuhls A für Mathematik an der RWTH Aachen. Neben der Umsetzung des Zukunftskonzeptes exzellente Lehre trägt er als Prorektor für Lehre die hochschulweite Verantwortung für die Qualität und Organisation von Studium und Lehre. Er führt den Vorsitz der Kommission für Qualitätsmanagement in der Lehre sowie der Studiendekanerunde und führt Jahresgespräche mit den Fakultätsleitungen und Fachschaften. Prof. Dr. rer. nat. Aloys Krieg Prorektor der RWTH Aachen University Bereich Lehre 13 Manfred Nettekoven ist seit Oktober 2006 Kanzler der RWTH Aachen. Geboren 1959, studierte er Sprachen in Neuchâtel und Jura in Regensburg und Bonn. Sein Referendariat vollzog er in Rom und Köln begann er seinen Hochschuldienst an der Ruhr-Universität Bochum, an der er eine Leitungsposition im Dezernat für Studentische Angelegenheiten und Internationales inne hielt. Nachdem er 1994 in die Außenstelle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) nach New York wechselte und ab 1998 das Amt des stellvertretenden Direktors bekleidete, kehrte er 2000 als allgemeiner Vertreter des Kanzlers und Dezernent für die medizinischen Einrichtungen an die Ruhr-Universität Bochum zurück. Zuletzt war Herr Nettekoven seit April 2003 als Kanzler der Universität Hamburg tätig. Die Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in der Unterstützung des gesamten Rektorats bei der Erreichung strategischer Ziele der Universität sowie in der Erneuerung der Verwaltung, sowohl im Haushalt als auch bei übergreifenden ziel- und prüfungsplanenden Prozessen. Manfred Nettekoven Kanzler der RWTH Aachen University RWTH Aachen University

9 Technische Universität Berlin Die Technische Universität Berlin zählt mit ihren rund Studierenden, zirka 100 Studienangeboten (mit 40 Bachelor- und 60 Masterstudiengängen) und 40 Instituten zu den großen, international renommierten und traditionsreichen technischen Universitäten in Deutschland. Herausragende Leistungen in Forschung und Lehre, die Qualifikation von sehr guten Absolventinnen und Absolventen und eine moderne, serviceorientierte Verwaltung kennzeichnen die Universität in Deutschlands Hauptstadt im Zentrum Europas. Das Leistungsspektrum ihrer sieben Fakultäten steht für eine einzigartige Verbindung von Natur- und Technikwissenschaften mit Planungs-, Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften an einer technischen Universität. Das wissenschaftliche Rückgrat bilden die Grundlagenforschung in den naturwissenschaftlichen Disziplinen Chemie, Physik und der Mathematik sowie eine starke, innovationsorientierte Forschung. Beispielhaft hierfür stehen Elektrotechnik und Informatik. In all diesen Disziplinen kann die TU Berlin auf herausragende Leistungen verweisen, die durch die Exzellenzinitiative von Bund und Ländern, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Europäische Union, die Wirtschaft und die öffentliche Hand gefördert werden und deren Teams in der Weltspitze forschen. Ein deutlicher Beleg für ihre Leistung und die Dynamik der Entwicklung sind die gestiegenen Drittmittel für ihre Forschungsprojekte. Damit belegt die TU Berlin unter den Universitäten ohne medizinische Einrichtungen seit Jahren einen der Spitzenplätze in Deutschland. Technische Universität Berlin 16

10 Hans-Ulrich HeiSS Prof. Dr. rer. nat. Hans-Ulrich Heiß, geboren 1953 in Heidelberg, ist seit April 2012 Vizepräsident für Studium und Lehre der TU Berlin. Darüber hinaus ist er Fachvorgesetzter der Abteilung Studierendenservice. Herr Heiß studierte Informatik und Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Betriebs- und Datenbanksysteme an der Universität Karlsruhe. Nach seiner Promotion lehrte er in New York und Helsinki bevor er 1993 seine Habilitationsschrift einreichte. Nachdem er seit 1995 den Lehrstuhl für Praktische Informatik an der Universität Paderborn inne hatte, wechselte Herr Heiß 2001 zum Lehrstuhl für Kommunikations- und Betriebssysteme in der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der TU Berlin. Prof. Dr. rer. nat. Hans-Ulrich Heiß 2. Vizepräsident der TU Berlin Bereich Studium und Lehre 17 Technische Universität Berlin

11 Ruhr-Universität Bochum Die Ruhr-Universität Bochum vereint ein Fächerspektrum von den Geistes- über die Ingenieurwissenschaften bis hin zu den Naturwissenschaften und der Medizin auf ihrem Campus. Sie ist durch Partnerhochschulen und vielfältige Forschungskooperationen international stark vernetzt und gleichzeitig durch Kooperationen mit den anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Ruhrgebiet als auch mit der regionalen Wirtschaft in der Region stark verankert. Sie wurde 1965 gegründet und hat aktuell mehr als Studierende und etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie ist somit nicht nur eine der führenden Forschungsuniversitäten, sondern gehört auch zu den zehn größten Universitäten Deutschlands. Im Jahr 2001 hat sie als erste große deutsche Universität nahezu flächendeckend Bachelor-/Master-Studiengänge eingeführt. Richtungsweisend für die Universität ist das Prinzip der universitas, das auch leitend für das im Jahr 2010 gemeinsam von Studierenden und Lehrenden entwickelte Leitbild zur Lehre Lernen. Leisten. Gemeinschaft leben war. Studierende gestalten als Mitglieder der Universität die Lehre aktiv mit und erwerben in ihrem Studium neben aktuellem Fachwissen Urteilskraft, Eigenständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und eine Wertschätzung für andere Disziplinen. Ruhr-Universität Bochum 20

12 Uta Wilkens Prof. Dr. rer. pol. Uta Wilkens, geboren 1967 in Otterndorf, ist seit Dezember 2008 Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien an der Ruhr-Universität Bochum. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik in Göttingen und an der Freien Universität Berlin. Ihre Promotion und Habilitation legte sie an der TU Chemnitz ab. Zwischenzeitlich nahm Frau Wilkens Forschungsaufenthalte in Washington DC, dem MIT und in Japan wahr. Nach ihrer Habilitation im Jahr 2004 leitete sie den Lehrstuhl für Allgemeine BWL, Personalmanagement und Organisation an der wissenschaftlichen Hochschule Lahr, bevor sie 2005 den Lehrstuhl für Arbeitsmanagement und Personal am Institut für Arbeitswissenschaften an der RUB übernahm. Seit Dezember 2012 ist sie zudem Mitglied im Executive Board der Research School plus. Prof. Dr. rer. pol. Uta Wilkens Prorektorin der RUB Bereich Lehre, Weiterbildung und Medien 21 Ruhr-Universität Bochum

13 Technische Universität Braunschweig Presse und Kommunikation Technische Universität Braunschweig Die Technische Universität Braunschweig liegt mitten in der traditionsreichen Stadt der Forschung Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden die akademische Gemeinschaft. Der Campus hat die optimale Größe für eine Universität: Die TU Braunschweig bietet ein Lehr- und Forschungsspektrum mit hervorragender Ausstattung und gleichzeitig persönlicher Atmosphäre. Die 124 Institute und Seminare, die zu sechs Fakultäten zusammengeschlossen sind, schaffen hervorragende Voraussetzungen für zukunftsorientierte Forschung und Lehre. Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften bilden die Kerndisziplinen. Sie sind eng vernetzt mit den Wirtschafts- und Sozial-, Geistes- und Erziehungswissenschaften. In den Ingenieurwissenschaften ist die TU Braunschweig in Norddeutschland die Universität mit dem größten Angebot. Den Namen Carolo-Wilhelmina hat die TU von ihren Gründervätern, den Herzögen Carl und Wilhelm von Braunschweig- Lüneburg, erhalten. Ihre Geschichte begann bereits 1745 mit der Gründung des Collegium Carolinum; damit ist sie die Technische Universität mit der ältesten Tradition in Deutschland. Von dem dichten Netzwerk aus langfristigen Kooperationen und gemeinsamen Projekten mit den zahlreichen, international renommierten Forschungsanstalten profitieren die Forscherinnen und Forscher der TU ebenso wie die Studierenden. Letztere haben durch Studien-, Diplom- und Promotionsarbeiten und durch Jobs in den anderen Forschungseinrichtungen eine Vielzahl von Möglichkeiten, Forschung selbst mitzugestalten. 24

14 25 Simone Kauffeld Prof. Dr. rer. pol. Simone Kauffeld ist seit 2012 als Mitglied des Präsidiums der Technischen Universität Braunschweig zuständig für Fragen der Lehre, des Studiums und der Weiterbildung. Sie absolvierte Ihr Studium der Psychologie an der Universität Koblenz-Landau und der Philipps-Universität Marburg. Nach Ihrer Promotion sowie Habilitation an der Universität Kassel, lehrte und forschte Frau Kauffeld an der City University of New York. Zuletzt hatte Frau Kauffeld eine Professur an der Fachhochschule Nordwestschweiz inne, bis sie im Wintersemester 2007 den Ruf für den Lehrstuhl für Arbeits-, Organisations- und Sozialpsychologie an der TU Braunschweig bekam. Prof. Dr. rer. pol. Simone Kauffeld Vizepräsidentin der TU Braunschweig Bereich Lehre, Studium, Weiterbildung Technische Universität Braunschweig Presse und Kommunikation

15 Technische Universität Dresden Die Technische Universität Dresden ist eine der Spitzenuniversitäten Deutschlands und Europas: stark in der Forschung, erstklassig in der Vielfalt und der Qualität der Studienangebote, eng vernetzt mit Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Als moderne Volluniversität bietet sie mit ihren 14 Fakultäten ein breit gefächertes wissenschaftliches Spektrum wie nur wenige Hochschulen in Deutschland. Sie ist die größte Universität Sachsens. Die große Campus-Familie der TU Dresden setzt sich zusammen aus Studierenden und ca Mitarbeitern, von denen rund haushaltsfinanziert sind darunter 524 Professorinnen und Professoren und ca als Drittmittelbeschäftigte arbeiten. Am 15. Juni 2012 hat die TU Dresden in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder mit ihrem Zukunftskonzept Die Synergetische Universität, dem Exzellenzcluster cfaed Center for Advancing Electronics Dresden und den beiden Fortsetzungsanträgen Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD) und Dresden International Graduate School for Biomedicine and Bioengineering (DIGS-BB) aus der ersten Runde den Titel einer Exzellenzuniversität errungen. Sie ist damit eine der elf Exzellenz-Universitäten Deutschlands. Technische Universität Dresden, Eckold 28

16 Ursula Schaefer Prof. Dr. phil. Ursula Schaefer, geboren 1947 in Überlingen, war von August 2010 bis Oktober 2013 Prorektorin für Bildung und Internationales an der Technischen Universität Dresden. Frau Schaefer studierte Anglistik, Geschichte und Politikwissenschaft in Freiburg und München. Nach ihrer Promotion (1976) und Habilitation (1989) in Freiburg war sie von 1993 bis 1999 Professorin für Ältere Englische Literatur an der Berliner Humboldt- Universität. Neben dieser Lehr- und Forschungstätigkeit wirkte sie dort drei Jahre lang als Vizepräsidentin für Lehre, Studium und Internationales, bis sie im Jahr 1999 einen Ruf an die TU Dresden erhielt. Prof. Dr. phil. Ursula Schaefer ehem. Prorektorin der TU Dresden Bereich Bildung und Internationales 29 Technische Universität Dresden, Eckold

17 Karlsruher Institut für Technologie Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nimmt sowohl die Mission einer Universität des Landes Baden-Württemberg als auch die Mission eines nationalen Forschungszentrums in der Helmholtz-Gemeinschaft wahr. Thematische Schwerpunkte der Forschung sind Energie, natürliche und gebaute Umwelt sowie Gesellschaft und Technik, von fundamentalen Fragen bis zur Anwendung. Mit über 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, darunter knapp 6000 in Wissenschaft und Lehre, sowie über Studierenden ist das KIT eine der größten Forschungs- und Lehreinrichtungen Europas. Das KIT verfolgt seine Aufgaben im Wissensdreieck Forschung Lehre Innovation. Karlsruher Institut für Technologie 32

18 Alexander Wanner Prof. Dr. rer. nat. Alexander Wanner, Jahrgang 1962, bekleidet seit Juni 2013 das Amt des Vizepräsidenten für Lehre und akademische Angelegenheiten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Herr Wanner studierte Metallkunde und promovierte an der Universität Stuttgart. Nach seinen Tätigkeiten am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart und als Akademischer Oberrat an der Universität Stuttgart folgten Forschungsaufenthalte an der Northwestern University und am Argonne National Laboratory in den USA sowie an der Shanghai Jiao Tong University in China. Seit 2003 ist Wanner Professor für Werkstoffkunde am KIT bzw. der Vorgängereinrichtung Universität Karlsruhe und wurde dort 2008 Studiendekan der Fakultät für Maschinebau. Prof. Dr. rer. nat. Alexander Wanner Vizepräsident des KIT Bereich Lehre und akademische Angelegenheiten 33 Karlsruher Institut für Technologie

19 Universität Stuttgart Die Universität Stuttgart liegt inmitten einer hochdynamischen Wirtschaftsregion mit weltweiter Ausstrahlung in den Schwerpunkten Simulationstechnologien, Mobilität, Informationstechnologie, Produktions- und Fertigungstechnik, Energieforschung sowie Lebenswissenschaften. Ihre herausragende Stellung als Forschungsuniversität und das breite Spektrum ihrer Fächer macht sie heute zu einer international anerkannten und zukunftsorientierten Stätte von Wissenschaft und Forschung. Die Universität Stuttgart wurde mit dem Zertifikat Familiengerechte Hochschule ausgezeichnet und unterstreicht damit ihr zentrales Anliegen, die Vereinbarkeit von Studium bzw. Beruf und Familie zu fördern. Ebenso selbstverständlich ist die Gleichstellungsstrategie der Universität Stuttgart. Chancengleichheit und Vielfalt sind wichtige Voraussetzungen für optimale Studien- und Arbeitsbedingungen in allen Bereichen der Wissenschaft. Dabei begreift die Universität Stuttgart Chancengleichheit und Diversity nicht nur als entscheidende Merkmale einer innovativen und lebendigen Hochschule, sondern auch als wichtige Instrumente der Qualitätsentwicklung und des Qualitätsmanagements. Universität Stuttgart 36

20 Bettina Buhlmann Dr. jur. Bettina Buhlmann ist seit Dezember 2005 Kanzlerin der Universität Stuttgart. Sie studierte Jura an der Universität Freiburg. Nach Ihrer Promotion war sie als Referentin in unterschiedlichen Bereichen im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg zuständig. Im Zeitraum 1999 bis 2003 war Frau Buhlmann unter anderem zuständig für die Universitäten Stuttgart und Hohenheim in den Bereichen Berufungs-, Verwaltungs-, Haushalts- und Rechtsangelegenheiten sowie für die Einrichtung und Aufhebung von Studiengängen. Nach einer Tätigkeit im Vorstandsbereich des Universitätsklinikums Tübingen, wurde sie 2005 zur Kanzlerin an der Universität Stuttgart gewählt und im Juli 2011 in ihrem Amt bestätigt. Die Kanzlerin ist Mitglied des Rektorats. Zu ihrem Geschäftsbereich gehört die Wirtschafts- und Personalverwaltung, die ihr zur ständigen Wahrnehmung übertragen ist. In diesem Bereich ist sie die ständige Vertreterin des Rektors. Dr. jur. Bettina Buhlmann Kanzlerin der Uni Stuttgart 37 Universität Stuttgart

21 Bologna Best Practices deutscher Universitäten Technische Universität Berlin Internationalisierung und Mobilität Fachliche Ausbildung der Studierenden Überfachliche Kompetenzen der Studierenden Lebenslanges Lernen Förderung Interkultureller Kompetenzen Internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Hochschulausbildung Attraktivität europäischer Hochschulen Verzahnung von Ausbildung und Forschung

22 Internationalisierung und Mobilität Wir bringen Mitarbeiter, die in den jeweiligen Fachbereichen für die Mobilität sowohl für Incomings als auch Outgoings zuständig sind, an einen Tisch und besprechen gemeinsam, was zukünftig zu tun ist und auch was derzeit verbessert werden kann. RWTH Aachen University Janina Schmitz Internationalisierung und Mobilität 42

23 Technische Universität Braunschweig Ruhr-Universität Bochum Simone Kauffeld Uta Wilkens Aufgrund der immer internationaleren Arbeitswelt ist es besonders für Ingenieure wichtig, sich sprachlich und interkulturell darauf vorzubereiten. Bei vielen Ingenieuren, die in international aktiven Konzernen oder mittelständischen Unternehmen arbeiten, gehört es jetzt schon häufig zum Tagesgeschäft, im Ausland unterwegs zu sein. Darüber hinaus sind wir eine Wissensgesellschaft, mit vielen globalen Problemen, die besonders im ingenieurwissenschaftlichen Bereich globale Lösungen erfordern. Um dieser Internationalität zu begegnen haben wir hier ein International Office, in dem in monatlichen Informationsveranstaltungen über die verschiedenen Mobilitätprogramme informiert wird. Darüber hinaus gibt es zu den jeweiligen Bewerbungszeiträumen und einzelnen Programmen spezielle Bewerberworkshops. Zusätzlich wird auf den Erstsemesterveranstaltungen auf die Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts hingewiesen und sowohl fakultäts- als auch fachspezifisch individuelle Beratung durch Erasmuskoordinatoren angeboten. Dieses Angebot ergänzend, gibt es ganz gezielte Programme innerhalb von Studiengängen, in denen entweder ein Auslandssemester fest in das Curriculum eingeplant ist oder Studierende über bestehende feste Kooperationen der Abteilungen oder Lehrstühle die Möglichkeit haben, vermittelt zu werden. Daneben haben wir auch abgestimmte Mobilitätsfenster, Double Degree Studiengänge und sogar Dreifach Degree Programme, besonders im Maschinenbau. Dabei sind nicht nur die Studierenden, die von uns ins Ausland gehen, sondern auch Studierende, die aus dem Ausland hierher kommen, ein wichtiger Aspekt von interkultureller Zusammenarbeit. Prof. Dr. rer. pol. Simone Kauffeld Vizepräsidentin der TU Braunschweig Bereich Lehre, Studium, Weiterbildung monatliche Informationsveranstaltungen Mobilitätsprogramme Bewerberworkshops individuelle Beratung Mobilitätsfenster Double Degrees Prof. Dr. rer. pol. Uta Wilkens Prorektorin der RUB Bereich Lehre, Weiterbildung und Medien studienbezogene Freiräume Universitätsallianz Metropole Ruhr Kooperationsvereinbarungen Learning Agreements Um Mobilität von Studierenden gezielt zu fördern, ist es wichtig, in den eigenen Studiencurricula oder -ablaufplänen entsprechende Freiräume einzubauen, damit z.b. ein Auslandssemester oder -praktikum reibungslos funktionieren kann. Derzeit haben wir an der Ruhr-Universität Bochum sehr viele Studiengänge, in denen 30 Credit Points für interdisziplinäre Studien vorgesehen sind. Diese möchten wir dahingehend nutzen, um Mobilität zu realisieren. Dabei ist es für uns nun ganz gleich, ob diese Mobilität ins Ausland oder an eine andere deutsche Hochschule stattfindet. Beispielsweise haben wir innerhalb des Ruhrgebiets die Universitätsallianz Metropole Ruhr, in der die Hochschulen TU Dortmund, Duisburg-Essen und Ruhr-Universität Bochum einen gemeinsamen Bildungsraum schaffen. Die damit einhergehende vereinfachte Anerkennungspraxis stellt nur den Anfang unseres Versuchs dar, über Kooperationsvereinbarungen und Learning-Agreements, die Anerkennungsprobleme für Studierende zu verringern. 43 Internationalisierung und Mobilität Internationalisierung und Mobilität 44

24 Universität Stuttgart Karlsruher Institut für Technologie Bettina Buhlmann Alexander Wanner Insgesamt und auch im Bereich der Ingenieurwissenschaften werden die Projekte und Kooperationen immer internationaler, wodurch die Internationalität der Studierenden einen besonderen Stellenwert erhält. An der Universität Stuttgart fördern wir Mobilität z.b. durch strukturierte Austauschprogramme oder Studiengänge, die zu einem Double-Degree- führen. Gerade in den Ingenieurwissenschaften haben wir sehr hochrangige Partner, wie z.b. die Shanghai Jiao Tong University und Tongji University in China, die Technische Universität Chalmers in Schweden und das Georgia Institute of Technology in den USA. Im Masterbereich verfügen wir mit aktuell zehn z.t. seit vielen Jahren bestehenden internationalen Masterstudiengängen plus drei englischsprachigen Masterstudiengängen traditionell über hervorragende, englischsprachige Angebote, die sich auf unterschiedliche Themenstellungen der Natur- und Ingenieurwissenschaften fokussieren. In diese englischsprachigen Masterstudiengänge sind derzeit rund Studierende aus allen Kontinenten immatrikuliert. Weiterhin haben wir Mobilitätsfenster vorgesehen, welche bei der Planung von Bachelor- oder auch Masterstudiengängen eingehalten werden müssen. Darüber hinaus ist für uns die vertikale Mobilität (Übergang vom Bachelor in den Master) von besonderer Bedeutung. Wir haben hierzu das Instrument der bedingten Zulassung so verfeinert, dass sich die Bachelor-Studierenden der Uni Stuttgart bereits recht lange vor Beendigung des Bachelor-Studiums (meist Ende des vierten Bachelor-Semesters) ihren Masterplatz an der Uni Stuttgart sichern können. Dadurch haben wir Übergangsquoten von bis zu über 90% in den Ingenieurwissenschaften. Dr. jur. Bettina Buhlmann Kanzlerin der Uni Stuttgart strukturierte Austauschprogramme Double-Degrees internationale Master Mobilitätsfenster bedingte Zulassung Prof. Dr. rer. nat. Alexander Wanner Vizepräsident des KIT Bereich Lehre und akademische Angelegenheiten Doppelprogramme in Ingenieurwissenschaften internationales Firmennetzwerk Praktika im Ausland strukturierte Programme Im ingenieurwissenschaftlichen Bereich wird die Internationalität der Arbeit immer wichtiger. Der gesamte Arbeitsprozess eines Ingenieurs ist geprägt von der Kooperation mit internationalen Kunden und Partnern sowie der Arbeit in internationalen Teams. Daher ist es aus unserer Sicht wichtig, dass Studierende schon während Ihres Studiums internationale Erfahrungen machen können. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Studierende ihren Kulturkreis wechseln, um dadurch andere Arbeitsweisen und Denkweisen kennenzulernen. Wir am KIT bieten ein breites Spektrum an internationalen Angeboten für Studierende: Beispielsweise bieten wir strukturierte Doppelprogramme in den Ingenieurwissenschaften an, bei denen Studierende durch zeitweisen Aufenthalt an einer ausländischen Universität, wie z.b. in Frankreich, Bulgarien oder auch China, zwei parallele Studienabschlüsse erwerben können. Darüber hinaus versuchen wir mit Unterstützung der Praktikantenämter und unseres starken Netzwerkes mit internationalen Firmen, Studierende der Ingenieurwissenschaften bei der Durchführung und Anerkennung von studienbezogenen Berufspraktika im Ausland zu unterstützen. 45 Internationalisierung und Mobilität Internationalisierung und Mobilität 46

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