Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL

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1 Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Wissenschaftlermobilität im globalen Kontext: Rechtliche Probleme und strategische Herausforderungen für die deutschen Hochschulen im Bereich der Alterssicherung Tagung am 5./ 6. Juli 2010 in Bonn Claudia Wegner-Wahnschaffe VBL-Vorstandsreferentin VBL Inhalt Die betriebliche Altersversorgung der Wissenschaftler bei der VBL Mobilität innerhalb Europas Möglichkeiten zur Beseitigung von Mobilitätshindernissen Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 2 1

2 VBL Inhalt Die betriebliche Altersversorgung der Wissenschaftler bei der VBL Mobilität innerhalb Europas Möglichkeiten zur Beseitigung von Mobilitätshindernissen Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 3 VBL Vorstellung der VBL Rahmendaten. Betriebsrenteneinrichtung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst Gründung bereits vor 80 Jahren, Sitz seit 57 Jahren in Karlsruhe Heute mehr als beteiligte Arbeitgeber. Rund 4 Millionen Versicherte und 1 Million Rentner Aktuell ca. 18 Milliarden Euro Anlagevermögen, damit einer der größten institutionellen Kapitalanleger in Deutschland Rd. 880 Beschäftigte Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 4 2

3 VBL Die VBL im Kontext der Altersvorsorge in Deutschland VBL als Pensionskasse. Gesetzliche Altersversorgung Betriebliche Altersversorgung Private Altersversorgung Direktzusage Pensionskasse VBL Unterstützungskasse Direktversicherung Pensionsfonds Pflichtversicherung Freiwillige Versicherung VBLklassik VBLextra VBLdynamik Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 5 VBL Kurzzeitig beschäftigte Wissenschaftler Wahlrecht der kurzzeitig wissenschaftlich Beschäftigten. VBLklassik VBLextra nach 28 VBLS Finanzierung überwiegend durch Arbeitgeber, überwiegend Umlage finanziert Wartezeit: 60 Monate Versorgungspunktemodell Anzahl der Punkte hängt ab von Entgelten, Lebensalter und Dauer der Versicherung Berücksichtigung von sozialen Komponenten für Zeiten der Kindererziehung und Erwerbsminderung Finanzierung überwiegend durch Arbeitgeber - Kapitaldeckung Leistungsansprüche sofort ohne Wartezeit keine Beitragserstattung Punktemodell, aber garantierte Verzinsung niedriger als bei der VBLklassik Keine Berücksichtigung von Zeiten der Kindererziehung und Erwerbsminderung Aufstockung durch Beschäftigte: Entgeltumwandlung und staatliche Förderung möglich Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 6 3

4 VBL Voraussetzungen der Befreiung Rund Wissenschaftler sind aktuell mit laufenden Beiträgen in der VBLextra versichert. Voraussetzungen für eine Befreiung von der Pflichtversicherung Arbeitsverhältnis nach Tarifverträgen für den öffentlichen Dienst Wissenschaftliche Tätigkeit i.s.d. Wissenschaftszeitvertragsgesetzes Befristetes Arbeitsverhältnis, so dass der Wissenschaftler die Wartezeit von 60 Monaten nicht erreichen kann Bisher noch keine Pflichtversicherung Beantragung der Befreiung von der Pflichtversicherung beim Arbeitgeber innerhalb einer Frist von 2 Monaten nach Vertragsbeginn Voraussetzungen werden von den Arbeitgebern geprüft Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 7 VBL Aufklärung der Wissenschaftler Wissensvermittlung und Informationswege Befreiungsantrag durch den Beteiligten an die VBL je nachdem welche Stelle die Meldungen zur Zusatzversorgung vornimmt, entweder Personalstellen oder Landesämter für Besoldung und Versorgung Erfahrungen der VBL Aufklärungsbedarf gerade bei ausländischem Personal groß, Beratung wichtig wegen Fristablauf für die Befreiung, aber Interesse häufig eher gering Weitergabe von Broschüren und Informationsmaterial durch Welcome Center Personalstellen Landesämter für Besoldung und Versorgung Internetseite der VBL Einzelberatung durch VBL per oder telefonisch Ansprechpartner je nach Adressat und Beratungsbedarf Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 8 4

5 VBL Informationsangebote der VBL Verbesserung des Infoangebotes für Wissenschaftler. Schulungsveranstaltungen für Beschäftigte der Personalstellen Neues Flugblatt (zuk. erhältlich in Englisch, Französisch und Deutsch) Geplant: Schulung der Forscherberater Qualitätssicherung hinsichtlich der Infomaterialien Besondere Beratungstage: Versicherung, Entgeltumwandlung, Riesterförderung durch VBL vor Ort Erarbeitung von gemeinsamen bzw. individuellen Konzepten (z.b. regional konzentriert, ggfls. speziell für ausländische Wissenschaftler Zusammenarbeit hinsichtlich Portal für Internetinformationen Beispiele: Bereitstellung eigener Infoportale für Personalstellenmitarbeiter bestimmter Arbeitgeber (Piloten: Länder Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen) Möglich auch im Rahmen eines Wissenschaftlerportals (Euraxess) Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 9 VBL Ansprüche nach Ende der Versicherung Situation bei Beendigung der Beschäftigung. VBLextra : Keine Erstattung der Beiträge, da Leistungsansprüche bestehen Abfindung bei Minirenten Möglichkeit der Fortsetzung der Versicherung mit eigenen Beiträgen (Antrag innerhalb von 3 Monaten) auch aus dem Ausland möglich VBLklassik (Pflichtversicherung): Vor Erfüllung der Wartezeit Erstattung der Eigenbeiträge des / der Beschäftigten in der umlagefinanzierten Pflichtversicherung Keine Erstattung der kapitalgedeckten Beiträge zur Pflichtversicherung im Abrechnungsverband Ost hieraus Leistungsanspruch Bei erfüllter Wartezeit Rentenleistung bei Erreichen der Altersgrenze, Erwerbsminderung oder Tod Rentenzahlung in EU-Staaten direkt, außerhalb über bevollmächtigte Person oder Konto in Deutschland Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 10 5

6 VBL Portabilität Übertragungsmöglichkeiten. Barwertübertragungen in und aus der Pflichtversicherung grundsätzlich nicht möglich (keine vollständige Kapitaldeckung) Bei Wechsel innerhalb des öffentlichen Dienstes Anerkennung der Pflichtversicherungszeiten entspr. Überleitungsabkommen und Übertragung der freiwilligen Versicherung möglich Bei Wechsel zu Europäischen Institutionen Übertragung der Pflicht- und jetzt auch der freiwilligen Versicherung möglich (Rechtsgrundlage: Europäisches Beamtenstatut) Bei Wechsel innerhalb Deutschlands Übertragung einer freiwilligen Versicherung nach 4 Betriebsrentengesetz Grenzüberschreitende Übertragungen der freiwilligen Versicherung Annahmen möglich, aber steuerliche Behandlung nicht endgültig geklärt Abgaben: rechtlich problematisch wegen fehlender Enthaftungsnorm (entsprechend 4 Abs.6 BetrAVG), zukünftig möglich bei Erfüllung bestimmter Kriterien Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 11 VBL Zwischenergebnis Wissenschaftler an Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind während ihrer Tätigkeit in Deutschland gut gesichert. Für Mitarbeiter mit längerfristiger Perspektive Pflichtversicherung Für Wissenschaftler mit kurzzeitiger Perspektive VBLextra- Versicherung nach 28 VBLS Bei Beginn in befristeter Beschäftigung und Fortsetzung über 5 Jahre hinaus: Wechsel in Pflichtversicherung bei Anrechnung der bisherigen Zeit auf die Wartezeit, wenn einheitliche Versorgungszusage (Verlängerungen ohne Unterbrechung) Was geschieht bei einem Wechsel innerhalb Europas? Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 12 6

7 VBL Inhalt Die betriebliche Altersversorgung der Wissenschaftler bei der VBL Mobilität innerhalb Europas Möglichkeiten zur Beseitigung von Mobilitätshindernissen Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 13 VBL Betriebsrentensysteme in Europa Betriebliche Altersversorgung in den EU-Mitgliedstaaten ist sehr vielfältig. Wichtigste Unterschiede sind Verbreitungsgrad und Verhältnis staatliche und betriebliche Altersversorgung Finanzierungsmethoden Leistungsniveau und abgesicherte Risiken Qualifizierungsbedingungen: z.b. Wartezeit und Unverfallbarkeitsfristen Inflationsausgleich, Anpassung, Indexierung der Anwartschaften und der Renten Gründe Historisch gewachsene Systeme Nationale gesetzliche Rahmenbedingungen Rolle und Bedeutung der Tarifvertragsparteien Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 14 7

8 VBL Betriebsrentensysteme in Europa (EAPSPI-Mitglieder) Anwendung der EU-Richtlinie 883/ 2004 (1408/71) Wartezeiten oder Unverfallbarkeitsfristen Barwertübertragung möglich Zusatzversorgung tarifvertraglich geregelt Zusatzversorgung oder Betriebsrentensysteme wenig verbreitet Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 15 VBL Mobilitätshemmnisse für Wissenschaftler Mobile Wissenschaftler können Nachteile in ihrer betrieblichen Altersversorgung erleiden Wenn sie in mehr als z.b. zehn Arbeitsverhältnissen mit kurzer Laufzeit beschäftigt waren Wenn Wartezeiten oder Unverfallbarkeitsfristen zu erfüllen sind Wenn Informationen und Beratung hinsichtlich der Folgen der Mobilität nicht ausreichend vorhanden sind Versorgungslücken durch Wartezeiten etc. Nichtgeltendmachen von Ansprüchen aus Unkenntnis Anhäufung von Minirenten Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 16 8

9 VBL Inhalt Die betriebliche Altersversorgung der Wissenschaftler bei der VBL Mobilität innerhalb Europas Möglichkeiten zur Beseitigung von Mobilitätshindernissen Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 17 VBL Möglichkeiten zur Verbesserung der Mobilität Allgemeine Ansätze zur Förderung der Arbeitnehmermobilität. Harmonisierung und Koordinierung bestehender Systeme durch Europäische Richtlinie schwierig, da Betriebsrentensysteme überwiegend privater Sektor und nicht staatliche Systeme wie in der ersten Säule Aufbau eines Sondersystems für Wissenschaftler (paneuropäischer Pensionsfond) Nur freiwillig machbar, Tarifhoheit muss beachtet werden Zusätzliches System verursacht für die öffentliche Hand zusätzliche Kosten, die ggf. zu Lasten des Versorgungsniveaus für Wissenschaftler gehen Kooperation der zuständigen Versorgungsträger für Wissenschaftler im öffentlichen Dienst Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 18 9

10 VBL Handlungsfelder zum Abbau von Mobilitätshindernissen Gegenseitige Anerkennung von Versicherungszeiten bei anderen Versorgungsträgern zur Erfüllung von Qualifizierungsvoraussetzungen Mitnahme von Anwartschaften oder Kapitalwerten zu neuem Versorgungsträger Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 19 VBL Initiativen und Maßnahmen Einbeziehung des EAPSPI. VBL ist Mitglied des EAPSPI Europäischer Verband der Versorgungseinrichtungen des öffentlichen Sektors EAPSPI Arbeitgruppe Portability erarbeitet Studie zur Praxis der Portabilität in den Mitgliedstaaten angestrebt Transferlösungen am Beispiel der Europäischen Forscher Umfrage bei den Mitgliedern zur Ermittlung der zuständigen Versorgungsträger im Land Konkrete Ansätze für eine Zusammenarbeit. Mitnahme von Rentenanwartschaften bzw. Kapitalwerten Bilaterale oder multilaterale Rahmenvereinbarungen zwischen Versorgungseinrichtungen, die die grenzüberschreitende Übertragung von Barwerten praktizieren Bessere Aufklärung über die Grenzen hinweg. Aufbau eines zentralen Informationsangebots für Forscher via Internet zur besseren Einschätzung der eigenen Versorgungslage und rechzeitigen Geltendmachung der Ansprüche Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 20 10

11 VBL Zusammenfassung Fazit und weitere Schritte. Wissenschaftler in Deutschland erwerben eine attraktive, sichere und renditestarke Zusatzversorgung Maßnahmen zur Verbesserung der innereuropäischen Mobilität im Rahmen der bestehenden Versorgungssysteme sind möglich Erstellung einer umfassenden Übersicht, welche Versorgungsträger Wissenschaftler betreuen und welche Absicherung vorhanden ist Sondierung weiterer Möglichkeiten zur Vermeidung von Versorgungslücken insbesondere Informationsverbesserung Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Interessenvertretern erforderlich (Hochschulen, nationale politische Entscheidungsträger, Europäische Kommission, Euraxess und Versorgungsträger) Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 21 VBL Vielen Dank Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Mobilitätsfragen und Zusatzversorgung Die Sicht der VBL Claudia Wegner-Wahnschaffe Seite 22 11

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