10. Münzsammlungs-Fall

Save this PDF as:
 WORD  PNG  TXT  JPG

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "10. Münzsammlungs-Fall"

Transkript

1 Prof. Dr. Klaus Marxen Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil Juni 2009 Sommersemester Münzsammlungs-Fall A stellt B in dessen Wohnung wegen einer angeblichen Beleidigung zur Rede. Dabei ist C zugegen, mit der B seit Jahren eng befreundet ist. Im Laufe der immer heftiger werdenden Auseinandersetzung zieht A ein Messer und sticht es B in den Bauch. Er will ihn verletzen, um ihm einen Denkzettel zu verpassen. Mit tödlichen Folgen rechnet er nicht. B sinkt bewusstlos zu Boden. Nunmehr kommt A auf den Gedanken, aus der Situation Nutzen zu ziehen. Ihm ist bekannt, dass B eine Münzsammlung im Wert von Euro besitzt. Wo er sie verwahrt, weiß A allerdings nicht. Er droht damit, B zu erstechen, indem er ihm das Messer an den Hals legt, und fordert C auf, ihm die Münzsammlung auszuhändigen. C ist bekannt, dass B die Sammlung in seinem Schreibtisch aufbewahrt. Sie holt sie herbei und übergibt sie A, weil sie um das Leben des B fürchtet. Nachdem A die Wohnung mit der Münzsammlung verlassen hat, veranlasst C, dass B ärztlich versorgt wird. Eine Todesgefahr hat für ihn nicht bestanden.

2 10. Münzsammlungs-Fall Seite 2 Zusammenstellung der Prüfungsansätze Handlung: dadurch mglw. erfüllte Straftat: Stechen des Messers in den 224 I Nr. 2 und Nr. 5, 223 I StGB Bauch des B (1. Teil, A.) 249 I StGB (1. Teil, B.) 255, 253 I StGB (1. Teil, C.) Legen des Messers an den Hals 249 I StGB (2. Teil, A.) des B und Aufforderung an C, die 255, 253 I StGB (2. Teil, B.) Münzsammlung herauszugeben 250 II Nr. 1 StGB (2. Teil, C.) 239 a I Alt. 1 StGB (2. Teil, D.) Prüfungsgliederung und Hinweise zur Lösung 1. Teil: Strafbarkeit des A durch das Stechen des Messers in den Bauch des B A. Gefährliche Körperverletzung gem. 224 Abs. 1 Nr. 2 und Nr. 5, 223 Abs. 1 StGB (+) Schwerpunkt: Genügt für 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB eine abstrakte Lebensgefahr? Da ein Messerstich in den Bauch zum Tod führen kann, könnte die Körperverletzung mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung begangen worden sein. Allerdings hat eine (konkrete) Todesgefahr laut Sachverhalt nicht bestanden. Ob eine abstrakte Lebensgefährdung für das Vorliegen des 224 Abs. 1 Nr. 5 StGB ausreicht, ist umstritten. Neben dem systematischen Argument, dass auch für Nr. 3 und Nr. 4 eine abstrakte Gefahr ausreicht, spricht hierfür der Wille des Gesetzgebers, der sich unter Berufung auf die Rechtsprechung, die eine abstrakte Gefahr genügen ließ, ausdrücklich gegen eine Umformulierung der Vorschrift entschieden hat. Die hier vorliegende abstrakte Lebensgefahr ist also als ausreichend anzusehen. Da A im Hinblick auf die gefahrbegründenden Umstände auch vorsätzlich gehandelt hat, ist der Qualifikationstatbestand erfüllt. B. Raub gem. 249 Abs. 1 StGB ( ) Eine Strafbarkeit wegen Raubes scheitert für die Handlung des Niederstechens jedenfalls am fehlenden Finalzusammenhang zwischen Gewaltanwendung und Wegnah-

3 10. Münzsammlungs-Fall Seite 3 me. Als A den B niederstach, dachte er noch nicht an die Münzsammlung, sondern wollte diesem einen Denkzettel verpassen. Der Finalzusammenhang lässt sich vorliegend auch nicht dadurch begründen, dass man als Prüfungsgrundlage eine Gewaltanwendung durch Unterlassen heranzieht. Denn es fehlt an der tatsächlichen Möglichkeit des A, den Zustand des niedergestochenen B zu beenden. (Vgl. zum Problem der Gewaltanwendung durch Unterlassen 6. Randale-Fall) C. Räuberische Erpressung gem. 255, 253 Abs. 1 StGB ( ) Der Messerstich könnte als konkludente Drohung gegenüber C mit (weiterer) gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben des B aufgefasst werden. Eine Strafbarkeit wegen räuberischer Erpressung scheitert aber jedenfalls daran, dass A dieses Nötigungsmittel nicht mit der Absicht einsetzte, sich zu bereichern, sondern um B einen Denkzettel zu verpassen. (Da eine Strafbarkeit wegen Raubes und räuberischer Erpressung durch das Stechen mit dem Messer bereits aus anderen Gründen scheitert, sollte an dieser Stelle noch nicht auf den Streit um die Abgrenzung der beiden Delikte eingegangen werden.) 2. Teil: Strafbarkeit des A durch das Legen des Messers an den Hals des B und die Aufforderung an C, die Münzsammlung herauszugeben A. Raub gem. 249 Abs. 1 StGB Schwerpunkt: Wegnahme Nach welchen Kriterien es zu beurteilen ist, ob in Abgrenzung zu einer willentlichen Vermögensverfügung eine Wegnahme vorliegt, ist umstritten. So besteht zum einen die Möglichkeit, über das Vorliegen einer Wegnahme anhand des äußeren Erscheindungsbildes zu entscheiden. Stellt sich der Gewahrsamsübergang danach als ein Nehmen dar, liegt eine Wegnahme vor. Dagegen ist eine Vermögensverfügung anzunehmen, welche den Bruch fremden Gewahrsams und damit eine Wegnahme ausschließt, wenn sich das Geschehen als Geben darstellt. Nach dieser Auffassung ist im vorliegenden Fall eine Wegnahme abzulehnen, da C die Münzsammlung an A übergibt. Zum anderen kann das Vorliegen einer Wegnahme nach der inneren Willensrichtung des Opfers beurteilt werden. Erfolgt der Gewahrsamswechsel gegen den Willen des Opfers, liegt eine Wegnahme vor, überträgt das Opfer den Gewahrsam da-

4 10. Münzsammlungs-Fall Seite 4 gegen freiwillig, handelt es sich um eine Vermögensverfügung, welche die Wegnahme ausschließt. Probleme bereitet insoweit jedoch die Frage, unter welchen Umständen man angesichts der angewendeten Nötigungsmittel (Gewalt oder Drohung) von einer freiwilligen Übertragung des Gewahrsams sprechen kann. Eine Möglichkeit der Abgrenzung liegt darin, eine freiwillige Übertragung des Gewahrsams anzunehmen, wenn die Mitwirkung des Opfers für den Gewahrsamswechsel erforderlich ist. Eine Wegnahme ist danach also nur gegeben, wenn der Täter aus Sicht des Opfers ohnehin den Gewahrsam an der Sache erlangen wird. Im vorliegenden Fall weiß A dagegen nicht, wo sich die Münzsammlung befindet. Die Mitwirkung der C ist also für den Übergang des Gewahrsams erforderlich, weshalb auch bei einer Abgrenzung nach der inneren Willensrichtung keine Wegnahme, sondern eine Vermögensverfügung anzunehmen ist. Da es also nach beiden Auffassungen an einer Wegnahme fehlt, ist eine Strafbarkeit wegen Raubes gem. 249 Abs. 1 StGB nicht gegeben. B. Räuberische Erpressung gem. 255, 253 Abs. 1 StGB I. Tatbestandsmäßigkeit 1. Objektiver Tatbestand a) Nötigungsmittel: Gewalt gegen eine Person oder Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben Indem A dem B das Messer an den Hals hielt und in Aussicht stellte, ihn zu töten, wenn C ihm nicht die Münzsammlung aushändigt, hat er C mit gegenwärtiger Gefahr für das Leben des B gedroht. Schwerpunkt: Fehlende Identität von Genötigtem und Gefährdetem Das Nötigungsopfer muss nicht identisch mit der gefährdeten Person sein. Erforderlich ist lediglich, dass die Bedrohung des Dritten vom Genötigten selbst als Übel empfunden wird, was auf Grund der engen Freundschaft zwischen B und C ohne weiteres angenommen werden kann. (Vgl. zu diesem Problem auch 9. Bankräuber-Fall) b) Nötigungserfolg: Handlung, Duldung oder Unterlassung Durch die Drohung wurde C veranlasst, die Münzsammlung zu holen und sie A zu übergeben.

5 10. Münzsammlungs-Fall Seite 5 c) Schwerpunkt: Vermögensverfügung Ob der Tatbestand der Erpressung eine Vermögensverfügung voraussetzt, ist umstritten. Die Rechtsprechung hält eine solche unter Hinweis auf den Wortlaut der Vorschrift für entbehrlich. Dagegen wird sie von weiten Teilen der Literatur als erforderlich angesehen, um dem Charakter der Erpressung als Selbstschädigungsdelikt gerecht zu werden. Vorliegend ist eine Vermögensverfügung jedoch nach allen Abgrenzungstheorien (s. o.) gegeben, weshalb die Streitfrage hier offengelassen werden kann. (Vgl. auch 9. Bankräuber-Fall; ausführlich zu diesem Problem Rengier, Strafrecht BT I, 11. Aufl. 2009, 11 Rn ) d) Vermögensnachteil Die Herausgabe der Münzen bedeutete für das Vermögen des B einen Nachteil. Es schadet nicht, dass der Geschädigte nicht identisch mit dem Adressaten der Nötigung ist, denn nach dem Wortlaut des Gesetzes kann der Nachteil auch einem Dritten entstehen. Abzugrenzen ist die Erpressung aber zum durch Nötigung veranlassten Diebstahl in mittelbarer Täterschaft. Schwerpunkt: Abgrenzung der Dreieckserpressung zum Diebstahl in mittelbarer Täterschaft Die Rechtsprechung verlangt in Fällen der Dreieckserpressung zusätzlich zu den gesetzlichen Voraussetzungen des Tatbestandes ein Näheverhältnis zwischen dem Genötigten und dem Geschädigten, im Rahmen dessen der Genötigte eine vermögensbezogene Schutzfunktion wahrnimmt und faktisch über das Vermögen verfügen kann (sog. Lagertheorie). Die Beziehung zwischen B und C entspricht diesen Anforderungen. Auf Grund der jahrelangen engen Freundschaft mit B war von C zu erwarten, dass sie dessen Vermögensinteressen schützen würde. Diesen Schutz hob A durch die Nötigungshandlung auf. Da C mit den Gegebenheiten in der Wohnung des B vertraut war, konnte sie auch faktisch auf dessen Vermögen einwirken. Folgt man der Auffassung der Rechtsprechung, so erweist sich somit der objektive Tatbestand der räuberischen Erpressung als anwendbar. Die Literaturansicht, die demgegenüber das Vorliegen einer Vermögensverfügung verlangt, kommt letztlich zu demselben Ergebnis, weil sie in Dreieckskonstellationen den Anwendungsbereich der räuberischen Erpressung in gleicher

6 10. Münzsammlungs-Fall Seite 6 oder ähnlicher Weise auf Fälle begrenzt, in denen der Genötigte auf der Seite des Geschädigten steht. Auch soweit mehr als nur das von der Rechtsprechung geforderte Näheverhältnis für nötig gehalten wird, nämlich eine rechtliche Befugnis des Genötigten, bleibt der Erpressungstatbestand auf den vorliegenden Fall anwendbar. Denn als befugt gilt auch derjenige, der mit dem mutmaßlichen Einverständnis des Geschädigten handelt. Da B selbst der Todesdrohung ausgesetzt war, ist anzunehmen, dass C seinem Willen entsprach, als sie die Sammlung dem A aushändigte und damit über sein Vermögen verfügte. Sowohl nach Auffassung der Rechtsprechung als auch nach derjenigen der Literatur ist demnach im vorliegenden Fall der objektive Tatbestand der räuberischen Erpressung erfüllt. (Vgl. 9. Bankräuber-Fall; zu diesem Problem auch Rengier, Strafrecht BT I, 11. Aufl. 2009, 11 Rn ) 2. Subjektiver Tatbestand a) Vorsatz (+) b) Bereicherungsabsicht (+) 3. Objektive Rechtswidrigkeit der beabsichtigten Bereicherung und entsprechender Vorsatz (+) II. Rechtswidrigkeit (+) III. Schuld (+) IV. Ergebnis: 255, 253 Abs. 1 StGB (+) C. Schwere räuberische Erpressung gem. 250 Abs. 2 Nr. 1, 255, 253 Abs. 1 StGB I. Grundtatbestand, 255, 253 Abs. 1 StGB (+), s. o. II. Qualifikationstatbestand, 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB Schwerpunkt: Verwenden als Drohmittel Es stellt sich die Frage, ob die Verwendung des Werkzeugs für eine Drohung überhaupt von der Qualifizierung nach 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB erfasst wird. Dies könnte

7 10. Münzsammlungs-Fall Seite 7 man mit dem Argument verneinen, dass von der Verwendung eines Werkzeugs lediglich als Drohmittel keine erhöhte Verletzungsgefahr für das Opfer ausgeht. Dabei würde jedoch übersehen, dass die Drohung Abwehrmaßnahmen des Opfers oder eines Dritten hervorrufen kann, die dann zu einem verletzungsträchtigen Einsatz des Werkzeugs führen könnten. Auch die mögliche Weigerung des Opfers, sich der Drohung zu fügen, kann den Täter dazu veranlassen, seine Drohung zu verwirklichen und damit eine erhöhte Verletzungsgefahr des Opfers begründen. Die Verwendung eines Werkzeugs lediglich als Mittel zur Drohung schließt die Anwendung von 250 Abs. 2 Nr. 1 StGB also nicht aus. Somit hat A das Werkzeug auch verwendet. (Vgl. zu diesem Problem auch 7. Schraubenzieher-Fall und 8. Stadtpark-Fall) II. Rechtswidrigkeit (+) III. Schuld (+) IV. Ergebnis: 250 Abs. 2 Nr. 1, 255, 253 Abs. 1 StGB (+) D. Erpresserischer Menschenraub gem. 239 a Abs. 1 Alt. 1 StGB Die erste Hauptalternative des erpresserischen Menschenraubs (sog. Entführungsund Bemächtigungstatbestand) erfasst Fälle, in denen das Entführen oder Sichbemächtigen bereits in der Absicht geschieht, dies später zu einer Erpressung auszunutzen. Demgegenüber ist die zweite Hauptalternative (sog. Ausnutzungstatbestand) anwendbar, wenn das Entführen oder Sichbemächtigen ohne eine solche Absicht erfolgt, die dadurch geschaffene Lage jedoch später (tatsächlich) zu einer Erpressung ausgenutzt wird. Vorliegend hatte A bereits mit dem Messerstich, der noch ohne Erpressungsabsichten erfolgte, eine Situation geschaffen, die zur Grundlage der späteren (räuberischen) Erpressung (s. o.) wurde. Insofern scheint die zweite Hauptalternative erfüllt. A hat für die Erpressung jedoch nicht lediglich die schon bestehende Lage ausgenutzt. Die eigentliche Bemächtigungslage, die zur Erpressung ausgenutzt werden sollte, wurde erst mit dem Halten des Messers an den Hals des B geschaffen. Gerade diese sollte auch zur (später tatsächlich erfolgten) Erpressung ausgenutzt werden. A hat sich daher gem. 239 a Abs. 1 Alt. 1 StGB strafbar gemacht. 3. Teil: Gesamtergebnis Gegenüber der Strafbarkeit wegen erpresserischen Menschenraubes tritt diejenige wegen schwerer räuberischer Erpressung nicht zurück, weil ansonsten nicht zum Aus-

8 10. Münzsammlungs-Fall Seite 8 druck käme, dass die Erpressungsabsicht auch verwirklicht wurde. A hat sich demnach wegen erpresserischen Menschenraubs gem. 239 a Abs. 1 Alt. 1 StGB in Tateinheit ( 52 StGB) mit schwerer räuberischer Erpressung gem. 250 Abs. 2 Nr. 1, 255, 253 Abs. 1 StGB sowie in Tatmehrheit ( 53 StGB) dazu - wegen gefährlicher Körperverletzung gem. 224 Abs. 1 Nr. 2 und 5, 223 Abs. 1 StGB strafbar gemacht. Zum Nacharbeiten BGHSt 41, 123 Ingelfinger, JuS 1998, 531,

Diebstahl, 242 StGB Raub, 249 StGB

Diebstahl, 242 StGB Raub, 249 StGB StrafR BT 3: Straftaten gg Vermögenswerte 28 Erpressung und räuberische Erpressung 1 Systematik der Straftaten gegen Vermögenswerte - I. Unterteilung nach dem geschützten Rechtsgut - Eigentumsdelikte Schutz

Mehr

Lösungen 7. Stunde Vermögensdelikte, 253 StGB

Lösungen 7. Stunde Vermögensdelikte, 253 StGB Lösungen 7. Stunde Vermögensdelikte, 253 StGB Lösung 7a. Fall: o.t. Strafbarkeit des L I. 263 Abs. 1 StGB 1. Täuschungshandlung (Vorspiegeln einer Erpressung) 2. Irrtumserregung (+) 3. Vermögensverfügung:

Mehr

Übungen im Strafrecht für Fortgeschrittene WS 2004/05. Tipps zum Besprechungsfall 5

Übungen im Strafrecht für Fortgeschrittene WS 2004/05. Tipps zum Besprechungsfall 5 PD Dr. Degener Übungen im Strafrecht für Fortgeschrittene WS 2004/05 Tipps zum Besprechungsfall 5 Folgender Text beschränkt sich auf die Wiedergabe der Lösungswege. Im Übrigen sei, namentlich zur Systematik

Mehr

AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil 2 30. April 2009 Sommersemester 2009. 2. Benzin-Fall

AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil 2 30. April 2009 Sommersemester 2009. 2. Benzin-Fall Prof. Dr. Klaus Marxen Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie http://marxen.rewi.hu-berlin.de/ AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil 2 30. April 2009 Sommersemester 2009

Mehr

18: Erpresserischer Menschenraub ( 239a StGB)

18: Erpresserischer Menschenraub ( 239a StGB) 18: Erpresserischer Menschenraub ( 239a StGB) I. Rechtsgut 239a StGB schützt sowohl die persönliche Freiheit und Unversehrtheit des Opfers als auch die Freiheit der Willensentschließung und Willensbetätigung

Mehr

c) Objektive Rechtswidrigkeit der erstrebten Zueignung und entsprechender Vorsatz

c) Objektive Rechtswidrigkeit der erstrebten Zueignung und entsprechender Vorsatz SP7: Strafrechtspraxis II Materielles Strafrecht 13.10.2015 1 242 StGB Prüfungsaufbau: Tatbestandsmäßigkeit 1. Objektiver Tatbestand a) Tatobjekt: Fremde bewegliche Sache b) Tathandlung: Wegnahme 2. Subjektiver

Mehr

Klausur im Strafrecht für Fortgeschrittene

Klausur im Strafrecht für Fortgeschrittene Seite 1 von 5 Prof. Dr. Hellmann Universität Potsdam Klausur im Strafrecht für Fortgeschrittene Lösungsskizze Erster Handlungsabschnitt: Verhalten des T nach dem Bezahlen A. Niederschlagen des W I. 249,

Mehr

Thema: 246 StGB; Subsidiaritätsklausel. Materialien: BGH, Urteil vom 6. Februar 2002, BGHSt 47, 243 Subsidiarität

Thema: 246 StGB; Subsidiaritätsklausel. Materialien: BGH, Urteil vom 6. Februar 2002, BGHSt 47, 243 Subsidiarität BGH, Urteil vom 6. Februar 2002, BGHSt 47, 243 Subsidiarität Sachverhalt: Otto ersticht seinen Bekannten Gustav im Laufe eines Streites, um diesen schnellstmöglich zu beenden. Nachdem Gustav tot zusammengebrochen

Mehr

Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte

Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte 9. Stunde: Abgrenzung Betrug/Diebstahl; räuberischer Diebstahl Daniel Müller Lehrstuhl Prof. Dr. Schuster E Mail: daniel.mueller@uni wuerzburg.de Internet:

Mehr

Lösungshinweise zum 4. Besprechungsfall. I. Gefährliche Körperverletzung, 223 Abs. 1, 224 Abs. 1 Nr. 5

Lösungshinweise zum 4. Besprechungsfall. I. Gefährliche Körperverletzung, 223 Abs. 1, 224 Abs. 1 Nr. 5 ÜBUNG IM STRAFRECHT FÜR VORGERÜCKTE (WS 05/06) Juristische Fakultät der Universität Freiburg Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht Prof. Dr. Roland Hefendehl sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Mehr

Räuberische Erpressung. Raub. 249 StGB. 253, 255 StGB

Räuberische Erpressung. Raub. 249 StGB. 253, 255 StGB Raub 249 StGB Räuberische Erpressung 253, 255 StGB BGH: Raub ist ein spezieller Fall der räuberischen Erpressung, weshalb zwangsläufig beim Raub eine räuberische Erpressung mitverwirklicht ist. Eine Wegnahme

Mehr

Strafrecht BT Lösungsskizze

Strafrecht BT Lösungsskizze Strafrecht BT Lösungsskizze 4. Fall: Finanzkrise. So nicht. I. Strafbarkeit T (nach 249 Abs. 1 StGB durch Entreißen des Geldes aus Ks Händen) Hinweis 1: Achten Sie schon in der Überschrift auf die genaue

Mehr

Empfehlungen zum Aufbau der Fallbearbeitung beim Thema Abgrenzung Raub ( 249) räuberische Erpressung ( 253, 255) anhand fünf typischer Konstellationen

Empfehlungen zum Aufbau der Fallbearbeitung beim Thema Abgrenzung Raub ( 249) räuberische Erpressung ( 253, 255) anhand fünf typischer Konstellationen Empfehlungen zum Aufbau der Fallbearbeitung beim Thema Abgrenzung Raub ( 249) räuberische Erpressung ( 253, 255) anhand fünf typischer Konstellationen Bei diesen Empfehlungen wird vorausgesetzt, dass Ihnen

Mehr

BGH, Urteil vom 12. Januar 1962, BGHSt 17, 87 Moos-raus. Thema: 242 StGB; Rechtswidrigkeit der Zueignung

BGH, Urteil vom 12. Januar 1962, BGHSt 17, 87 Moos-raus. Thema: 242 StGB; Rechtswidrigkeit der Zueignung BGH, Urteil vom 12. Januar 1962, BGHSt 17, 87 Moos-raus Sachverhalt: Harald betreibt eine Kneipe. Auf Grund diverser Zechgelagen schuldet ihm der Gast Gustav noch insgesamt 20 Euro. Als Harald eines Tages

Mehr

AG Strafrecht - Modul S II Sommersemester 2016

AG Strafrecht - Modul S II Sommersemester 2016 AG Strafrecht - Modul S II Sommersemester 2016 Sajanee Arzner Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Europäisches Strafrecht und neuere Rechtsgeschichte von Prof.

Mehr

Gewahrsamsbruch erst mit Verlassen der Räumlichkeit, vgl. BGH NStZ 2008, 624= JuS 2008, 1119 (betreffend die Wegnahme eines Laptops).

Gewahrsamsbruch erst mit Verlassen der Räumlichkeit, vgl. BGH NStZ 2008, 624= JuS 2008, 1119 (betreffend die Wegnahme eines Laptops). Lösung Fall 3 A. Strafbarkeit des A gem. 242 I StGB A könnte sich wegen Diebstahls nach 242 I StGB strafbar gemacht haben, indem er den Bildschirm aus dem Großlager entwendete. 1. Tatbestand a) objektiver

Mehr

B. Erpressung ( 253 StGB)

B. Erpressung ( 253 StGB) B. Erpressung ( 253 StGB) (1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des

Mehr

Wintersemester 2016 / 2017 Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht Klausur Nr. 2 / Begegnung im Park. Hinweise zur Lösung

Wintersemester 2016 / 2017 Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht Klausur Nr. 2 / Begegnung im Park. Hinweise zur Lösung Prof. Dr. Wolfgang Mitsch Universität Potsdam Wintersemester 2016 / 2017 Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht Klausur Nr. 2 / 4.11. 2016 Begegnung im Park Hinweise zur Lösung Frage 1 Gliederung

Mehr

Karteikarten 1 bis 29

Karteikarten 1 bis 29 Karteikarten 1 bis 29 Lektion 1: Der Diebstahl, 242 StGB Lektion 4: Die Unterschlagung, 246 StGB Aufbau.................... 1 Aufbau..................... 16 Definitionen Obj. Vor............. 2 Definitionen..................

Mehr

LÖSUNG. Strafbarkeit des A. A. 249 I StGB. I. Tatbestand. 1. Objektiver Tatbestand. a) fremde bewegliche Sache (+) b) Wegnahme (+)

LÖSUNG. Strafbarkeit des A. A. 249 I StGB. I. Tatbestand. 1. Objektiver Tatbestand. a) fremde bewegliche Sache (+) b) Wegnahme (+) LÖSUNG Strafbarkeit des A A. 249 I StGB I. Tatbestand 1. Objektiver Tatbestand a) fremde bewegliche Sache (+) b) Wegnahme (+) Def: Bruch fremden und Begründung neuen, nicht notwendigerweise tätereigenen

Mehr

Professor Dr. Gerhard Dannecker Wintersemester 2014/2015 Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene. Lösungsskizze

Professor Dr. Gerhard Dannecker Wintersemester 2014/2015 Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene. Lösungsskizze Tatkomplex 1: Der Vorfall im Park Strafbarkeit des X Lösungsskizze A) 253, 255 I, 250 I Nr. 1 b StGB bzgl. der Handtasche I. Tatbestand 1. Objektiver Tatbestand a) Nötigungsmittel: Drohung für Leib und

Mehr

IV. Strafzumessung Regelbeispiele gem 240 Abs. 4 Satz 2 Nr. 1-3 StGB

IV. Strafzumessung Regelbeispiele gem 240 Abs. 4 Satz 2 Nr. 1-3 StGB StrafR BT 1: Straftaten gg die Person 7 Straftaten gg die persönl. Freiheit: Nötigung 1 Nötigung gem. 240 Abs. 1 und 2 StGB: Prüfungsaufbau I. Tatbestandsmäßigkeit 1. Objektiver Tatbestand a) Nötigungsmittel:

Mehr

AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil 2 18. Juni 2009 Sommersemester 2009. 9. Bankräuber-Fall

AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil 2 18. Juni 2009 Sommersemester 2009. 9. Bankräuber-Fall Prof. Dr. Klaus Marxen Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie http://marxen.rewi.hu-berlin.de/ AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil 2 18. Juni 2009 Sommersemester 2009

Mehr

Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte

Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte 9. Stunde Viviana Thompson Lehrstuhl Prof. Dr. Schuster Prüfungsschema Erpressung, 253 StGB I. Tatbestand 1. Objektiver Tatbestand Nötigungsmittel: Gewalt

Mehr

Klausurenkurs im Strafrecht Lösungshinweise zur Klausur vom Diana Thörnich Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Mark A.

Klausurenkurs im Strafrecht Lösungshinweise zur Klausur vom Diana Thörnich Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Mark A. Klausurenkurs im Strafrecht Lösungshinweise zur Klausur vom 6.4.2016 Diana Thörnich Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Mark A. Zöller 1 Statistik Punkte 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Anzahl 0 0 2 9

Mehr

Jura Online - Fall: Apotheke - Lösung

Jura Online - Fall: Apotheke - Lösung Jura Online - Fall: Apotheke - Lösung 1. Tatkomplex: Der Überfall auf die Apotheke 1. Teil: Strafbarkeit von B und C A. Strafbarkeit gem. 249, 250 I Nr. 1a, 1c, II Nr. 1, 25 II StGB durch Richten der Waffe

Mehr

Jura Online - Fall: Gefährliche Pokerrunde - Lösung

Jura Online - Fall: Gefährliche Pokerrunde - Lösung Jura Online - Fall: Gefährliche Pokerrunde - Lösung A. Strafbarkeit des A gem. 242 I StGB durch Einstecken der EC-Karte A könnte sich gem. 242 I StGB wegen Diebstahls strafbar gemacht haben, indem er die

Mehr

Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte

Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte 12. Stunde: Abgrenzung 249/253, 255 StGB Daniel Müller Lehrstuhl Prof. Dr. Schuster E Mail: daniel.mueller@uni wuerzburg.de Internet: www.jura.uni wurzburg.de/lehrstuehle/schuster/mitarbeiter

Mehr

250 StGB Schwerer Raub

250 StGB Schwerer Raub StrafR BT 3: Straftaten gg Vermögenswerte 26 1 Systematik des es gem. 249-251 StGB Grundtatbestand 249 StGB Qualifikation 250 StGB Schwerer Erfolgsqualifikation 251 StGB mit Todesfolge StrafR BT 3: Straftaten

Mehr

BGH, Beschluss vom 21. Februar 2002, NStZ 2002, 481 Geldeintreibung. Thema: 253 StGB Rechtswidrigkeit der Bereicherung

BGH, Beschluss vom 21. Februar 2002, NStZ 2002, 481 Geldeintreibung. Thema: 253 StGB Rechtswidrigkeit der Bereicherung BGH, Beschluss vom 21. Februar 2002, NStZ 2002, 481 Geldeintreibung Sachverhalt: Die Prostituierte Amanda spiegelt ihrem Freund Bernhard wahrheitswidrig vor, ihr Freier Friedhelm schulde ihr noch einen

Mehr

Konversatorium Strafrecht III Nichtvermögensdelikte

Konversatorium Strafrecht III Nichtvermögensdelikte Konversatorium Strafrecht III Nichtvermögensdelikte 10. Stunde: Freiheitsberaubung, Geiselnahme und Nötigung Daniel Müller Lehrstuhl Prof. Dr. Schuster Freiheitsberaubung, 239 StGB 239 Freiheitsberaubung

Mehr

Durch das Halten des metallischen Gegenstandes an den Hals und das Ansichnehmen von 30 und eines Mobiltelefons. Prof. Dr.

Durch das Halten des metallischen Gegenstandes an den Hals und das Ansichnehmen von 30 und eines Mobiltelefons. Prof. Dr. Prof. Dr. Henning Radtke Vertiefung Strafrechtsdogmatik Sommersemester 2008 Lösungsskizze Fall 6 Vorbem.: Nach den Sachverhaltsvorgaben sind ersichtlich sämtliche einschlägigen Delikte mittäterschaftlich

Mehr

Lösungshinweise Raub und Erpressung

Lösungshinweise Raub und Erpressung Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht (BT) SoS 2007 Juristische Fakultät der Universität Freiburg Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht Wiss. Ang. Rico Maatz rico.maatz@jura.uni-freiburg.de /

Mehr

5 IX: Beteiligung an einer Schlägerei ( 231)

5 IX: Beteiligung an einer Schlägerei ( 231) 5 IX: Beteiligung an einer Schlägerei ( 231) 1. Struktur: abstraktes Gefährdungsdelikt mit obj. Bedingung der Strafbarkeit 2. Tatbestand (Abs. 1 Halbs. 1) a) Schlägerei ist eine mit gegenseitigen Körperverletzungen

Mehr

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Schutzrichtungen 174-184 f StGB

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Schutzrichtungen 174-184 f StGB Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Schutzrichtungen 174-184 f StGB sexuelle Selbstbestimmung Gefahren der Prostitution Freiheit zur Wahrnehmung sexueller Vorgänge ungestörte sexuelle Entwicklung

Mehr

Inhaltsverzeichnis. Einleitung Diebstahl, a, 247, 248a StGB... 2

Inhaltsverzeichnis. Einleitung Diebstahl, a, 247, 248a StGB... 2 Inhaltsverzeichnis Einleitung... 1 Diebstahl, 242 244a, 247, 248a StGB... 2 1. Teil Das Grunddelikt, 242, 247, 248a StGB... 2 A. Einleitung... 2 B. Prüfungsschema: Diebstahl... 2 C. Grundfall: Bargeld

Mehr

18: Weitere Delikte gegen die persönliche Freiheit

18: Weitere Delikte gegen die persönliche Freiheit I. Bedrohung ( 241 StGB) 18: Weitere Delikte gegen die persönliche Freiheit 241 StGB dient nach h.m. (Rengier BT II 27 Rn. 1; Wessels/Hettinger Rn. 434a) dem Schutz des individuellen Rechtsfriedens. Die

Mehr

Abgrenzung Raub räuberische Erpressung

Abgrenzung Raub räuberische Erpressung Abgrenzung Raub räuberische Erpressung Ein Webinar rund um die klassischen Klausurfragen Sabine Tofahrn juracademy.de 1 Kein Freund und Helfer A, am Steuer seines Fahrzeuges sitzend und B auf dem Beifahrersitz

Mehr

Fall 7: Zigaretten-Fall

Fall 7: Zigaretten-Fall Fall 7: Zigaretten-Fall Sachverhalt A ist Anführer einer Bande, die Zigaretten schmuggelt und an Straßenecken sowie in Bahnhöfen verkauft. Er stellt fest, dass der zur Bande gehörende Zigarettenverkäufer

Mehr

4. Kleintransporter-Fall

4. Kleintransporter-Fall Prof. Dr. Klaus Marxen Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie http://marxen.rewi.hu-berlin.de/ AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil 2 14. Mai 2009 Sommersemester 2009

Mehr

BGH, Urteil vom 25. März 1952, BGHSt 2, 246 Exbraut

BGH, Urteil vom 25. März 1952, BGHSt 2, 246 Exbraut BGH, Urteil vom 25. März 1952, BGHSt 2, 246 Exbraut Sachverhalt: Anton will nach der Trennung in die Wohnung seiner Exbraut Klara eindringen, dort ihren Schrank aufbrechen und ihre Wertsachen entnehmen.

Mehr

Einleitung 1. Diebstahl, a, 247,248a StGB 2

Einleitung 1. Diebstahl, a, 247,248a StGB 2 Einleitung 1 Diebstahl, 242-244a, 247,248a StGB 2 1. Teil Das Grunddelikt, 242,247, 248a StGB 2 A. Einleitung 2 B. Prüfungsschema: Diebstahl 2 C. Grundfall: Bargeld lacht" 3 D. Systematik und Vertiefung

Mehr

Erpressung, räuberische Erpressung ( 253, 255 StGB) und typische Begleitdelikte ( 239a, 239b StGB)

Erpressung, räuberische Erpressung ( 253, 255 StGB) und typische Begleitdelikte ( 239a, 239b StGB) Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht BT Sommersemester 2015 Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg Ingo Albert Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht Erpressung, räuberische

Mehr

I.Sexualdelinquenz von Kindern und Jugendlichen

I.Sexualdelinquenz von Kindern und Jugendlichen Sexualstrafrecht Köln Fachtagung 25. Januar 2011 Präsentationsvorlage Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe e.v. Sarah Steinfeld Referentin für Sozialrecht Geschäftsbereich FABE I.Sexualdelinquenz von Kindern

Mehr

Grundkurs Strafrecht II Prof. Dr. Luís Greco Teil 10: Raub usw. A. Raub. A. Raub ( 249 StGB)

Grundkurs Strafrecht II Prof. Dr. Luís Greco Teil 10: Raub usw. A. Raub. A. Raub ( 249 StGB) Teil 10: Raub usw. A. Raub A. Raub ( 249 StGB) (1) Wer mit Gewalt gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche Sache einem anderen

Mehr

Lösungsskizze Fall 3

Lösungsskizze Fall 3 Lösungsskizze Fall 3 A. Strafbarkeit der R nach 212 Abs.1 StGB Indem R dem J mit dem Baseballschläger hart auf den Kopf schlug, könnte sie sich wegen Totschlags gemäß 212 Abs.1 StGB strafbar gemacht haben.

Mehr

Grundkurs Strafrecht II Prof. Dr. Luís Greco Teil 4: Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Teil 4: Straftaten gegen die persönliche Freiheit

Grundkurs Strafrecht II Prof. Dr. Luís Greco Teil 4: Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Teil 4: Straftaten gegen die persönliche Freiheit Teil 4: Straftaten gegen die persönliche Freiheit I. Freiheitsberaubung ( 239 StGB) II. Nötigung ( 240 StGB) III. Bedrohung ( 241 StGB) IV. Erpresserischer Menschenraub, Geiselnahme ( 239a, b StGB) V.

Mehr

Prof. Dr. Frank Schuster

Prof. Dr. Frank Schuster Prof. Dr. Frank Schuster Lehrstuhl für Internationales Strafrecht schuster@jura.uni-wuerzburg.de 253, 255 Eine räuberische Erpressung liegt vor, wenn die Erpressung: durch Gewalt gegen eine Person oder

Mehr

BGH, Urteil vom 18. Mai 1976, BGHSt 26, 346 Kunstgegenstände

BGH, Urteil vom 18. Mai 1976, BGHSt 26, 346 Kunstgegenstände BGH, Urteil vom 18. Mai 1976, BGHSt 26, 346 Kunstgegenstände Sachverhalt: Anton entwendet einige Kunstgegenstände, darunter eine teure Plastik, aus Emils Wohnung, in welche er eingebrochen ist. Auf Grund

Mehr

AG Strafrecht - Modul S II Sommersemester 2016

AG Strafrecht - Modul S II Sommersemester 2016 AG Strafrecht - Modul S II Sommersemester 2016 Sajanee Arzner Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Europäisches Strafrecht und neuere Rechtsgeschichte von Prof.

Mehr

Übersicht: Straftaten gegen das Vermögen (1)

Übersicht: Straftaten gegen das Vermögen (1) Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht (BT) SoS 2014 Juristische Fakultät der Universität Freiburg Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht L.Koch http://www.strafecht-online.org Übersicht: Straftaten

Mehr

10: Betrug. III. Vermögensverfügung

10: Betrug. III. Vermögensverfügung III. Vermögensverfügung Vorlesung Strafrecht BT II (WS 2005/2006) Anders als bei 253 ist bei 263 die Vermögensverfügung als ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal anerkannt. Es bringt den Charakter des Betrugs

Mehr

I. Versuchter schwerer Raub, 249 I, 250 II Nr. 1, 22, 23 I StGB

I. Versuchter schwerer Raub, 249 I, 250 II Nr. 1, 22, 23 I StGB Lösung Klausur Nr. 1497 Strafrecht Teil I: Strafbarkeit der Beteiligten A. Strafbarkeit des P I. Versuchter schwerer Raub, 249 I, 250 II Nr. 1, 22, 23 I StGB 1. Vorprüfung a. Nichtvollendung der Tat b.

Mehr

Universität Heidelberg Besprechungsfall 8 Wintersemester 2014/15

Universität Heidelberg Besprechungsfall 8 Wintersemester 2014/15 1. Tatkomplex: Der Angriff auf V Strafbarkeit des A I. Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, 315b I Nr. 3 StGB 1. Objektiver Tatbestand a. Tathandlung ähnliche, ebenso gefährliche Eingriffe (+)

Mehr

Lösungsvorschlag zur Übungsklausur

Lösungsvorschlag zur Übungsklausur Lösungsvorschlag zur Übungsklausur Kurzgutachten Strafbarkeit des A A. Der A könnte sich einer gefährlichen Körperverletzung, 223 I, 224 I Nr. 3, 4, 5 StGB schuldig gemacht haben, indem er auf den C zu

Mehr

Strafrecht BT Einführung Vermögensdelikte

Strafrecht BT Einführung Vermögensdelikte Strafrecht BT Einführung Vermögensdelikte 3. Fall Lösung: Überraschung am Wochenende Strafbarkeit von A und B I. Strafbarkeit A und B (nach 249 Abs. 1, 25 StGB, durch Schlagen, Fesseln und bedrohen des

Mehr

Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene Sommersemester 2008 2. Besprechungsfall

Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene Sommersemester 2008 2. Besprechungsfall Prof. Dr. Henning Radtke Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene Sommersemester 2008 2. Besprechungsfall Lösungsskizze 1.Tatkomplex: Im Paketverteilzentrum A. Das Verladen der Pakete Diebstahl 242 I StGB

Mehr

1. Tatkomplex: Die Diamanten

1. Tatkomplex: Die Diamanten Prof. Dr. Henning Radtke Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene Sommersemester 2008 1. Besprechungsfall Lösungsskizze 1. Tatkomplex: Die Diamanten A. Strafbarkeit des C und D gemäß 263 I, 25 II StGB,

Mehr

Gefährliche Körperverletzung

Gefährliche Körperverletzung Gefährliche Körperverletzung Lösungshinweise Fall 1 (nach OLG Dresden NStZ-RR 2009, 337 mit Bespr. Jahn NRÜ 2010, 268) Strafbarkeit der A bzgl. 223 I; 224 I Nr. 1 Alt. 2, Nr. 2 II. Qualifikation gem. 224

Mehr

Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte

Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte Konversatorium Strafrecht IV Vermögensdelikte 11. Stunde: 316a; 239a,b StGB Daniel Müller Lehrstuhl Prof. Dr. Schuster E Mail: daniel.mueller@uni wuerzburg.de Internet: www.jura.uni wurzburg.de/lehrstuehle/schuster/mitarbeiter

Mehr

Straftaten gegen das Leben III Verhältnis Mord und Totschlag. Lösung Fall 1a

Straftaten gegen das Leben III Verhältnis Mord und Totschlag. Lösung Fall 1a Straftaten gegen das Leben III Verhältnis Mord und Totschlag Lösung Fall 1a Strafbarkeit des T gem. 212 I; 211 II Gr. 1 Var. 4; Gr. 3 Alt. 2 I. Tötung eines Menschen (+) II. Habgier (+) III. Verdeckungsabsicht

Mehr

Universität Heidelberg Besprechungsfall 1 Sommersemester 2014

Universität Heidelberg Besprechungsfall 1 Sommersemester 2014 Lösungsskizze 1. Tatkomplex: Der Tod des X A. Strafbarkeit des C I. 211 I StGB zum Nachteil des X 1. Objektiver Tatbestand Tod eines Menschen (+) Kausalität (+) Mordmerkmal: o Heimtücke? (-) C geht auf

Mehr

Fall 4. Indem R dem J mit dem Baseballschläger hart auf den Kopf schlug, könnte sie sich wegen Totschlags gemäß 212 Abs.1 StGB strafbar gemacht haben.

Fall 4. Indem R dem J mit dem Baseballschläger hart auf den Kopf schlug, könnte sie sich wegen Totschlags gemäß 212 Abs.1 StGB strafbar gemacht haben. Lösungshinweise A. Strafbarkeit der R nach 212 Abs.1 StGB Indem R dem J mit dem Baseballschläger hart auf den Kopf schlug, könnte sie sich wegen Totschlags gemäß 212 Abs.1 StGB strafbar gemacht haben.

Mehr

34: Erpressung ( 253, 255)

34: Erpressung ( 253, 255) I. Allgemeines 34: Erpressung ( 253, 255) Geschützte Rechtsgüter sind die Willensbetätigungsfreiheit und das Vermögen. 253 ist das Grunddelikt, dessen Nötigungsmittel denen des 240 entsprechen. Demgegenüber

Mehr

Fall 4. Strafbarkeit des T? Gutachten. I. Strafbarkeit aus 249 Abs. 1, 250 Abs. 1 Nr. 1 lit. a, c, Abs. 2 Nr. 1, Nr. 3 lit. a StGB

Fall 4. Strafbarkeit des T? Gutachten. I. Strafbarkeit aus 249 Abs. 1, 250 Abs. 1 Nr. 1 lit. a, c, Abs. 2 Nr. 1, Nr. 3 lit. a StGB Fall 4 O hält mit seinem Cabrio an einem Samstag im August an einer roten Ampel. Aufgrund des schönen Wetters hat O das Verdeck geöffnet. Er nimmt es mit der Rechtstreue nicht so genau und telefoniert

Mehr

Konversatorium zum Grundkurs Strafrecht III

Konversatorium zum Grundkurs Strafrecht III Grundkurs Strafrecht III Herzlich Willkommen Konversatorium zum Grundkurs Strafrecht III Juristin (Univ.) Wissenschaftliche Mitarbeiterin am E-Mail: Barbara.kruell@uni-wuerzburg.de Internet: www.jura.uni-wurzburg.de/lehrstuehle/schuster

Mehr

AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil Mai 2009 Sommersemester Pralinen-Fall

AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil Mai 2009 Sommersemester Pralinen-Fall Prof. Dr. Klaus Marxen Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie http://marxen.rewi.hu-berlin.de/ AG zur Vorlesung Strafrecht Besonderer Teil 2 28. Mai 2009 Sommersemester 2009

Mehr

I. Körperverletzung, 223 (niederschlagen) bzw. Freiheitsberaubung, 239 (einsperren)

I. Körperverletzung, 223 (niederschlagen) bzw. Freiheitsberaubung, 239 (einsperren) Fall 2 Ausgangsfall Strafbarkeit des T I. Körperverletzung, 223 (niederschlagen) bzw. Freiheitsberaubung, 239 (einsperren) II. 249 1. fremde bewegliche Sache (+) 2. Wegnahme (+), Def.! Bruch fremden und

Mehr

Prüfung Strafrecht II & III FS 2015 Teil BT II Musterlösung

Prüfung Strafrecht II & III FS 2015 Teil BT II Musterlösung Prüfung Strafrecht II & III FS 2015 Teil BT II Musterlösung Erpressung (Art. 156 Ziff. 3 i.v.m. Ziff. 1 StGB) Obersatz: A könnte sich wegen vorsätzlicher Erpressung von P gemäss Art. 156 StGB strafbar

Mehr

Lösung Fall 4. Strafrecht III- Lösungen. A. Strafbarkeit des A

Lösung Fall 4. Strafrecht III- Lösungen. A. Strafbarkeit des A Lösung Fall 4 A. Strafbarkeit des A 1. Strafbarkeit des A gemäß 249 I, 250 I Nr. 1 b StGB Dadurch, dass A den M überfallen und die Münzen an sich gebracht hat, könnte er einen schweren Raub gemäß 249 I,

Mehr

BayObLG, Urteil vom , NJW 1990, 131 Aids-Fall

BayObLG, Urteil vom , NJW 1990, 131 Aids-Fall BayObLG, Urteil vom 15.9.1989, NJW 1990, 131 Aids-Fall Sachverhalt: Anton hat von seinem Hausarzt erfahren, dass er mit Aids infiziert sei. Der Arzt klärt ihn dabei vollständig über die Folgen der Infizierung,

Mehr

Erpresserischer Menschenraub ( 239a StGB)

Erpresserischer Menschenraub ( 239a StGB) Erpresserischer Menschenraub ( 239a StGB) Aufbauschema Abs. 1 Var. 1 I. Objektiver Tatbestand Entführen oder Sichbemächtigen eines Menschen II. Subjektiver Tatbestand 1. Vorsatz -> Objektiver Tatbestand

Mehr

Inhalt. Standardfälle Strafrecht Band 2

Inhalt. Standardfälle Strafrecht Band 2 Inhalt Standardfälle Strafrecht Band 2 Fall 1: Mord und Totschlag 7 Versuch Rücktritt vom Versuch Mordmerkmale Gefährliche Körperverletzung Unterlassene Hilfeleistung Fall 2: Mensch ärgere Dich nicht!

Mehr

Schwangerschaftsabbruch. Lösungshinweise Fall 1 (nach BGH NStZ 2008, 393 mit Anm. Schroeder JR 2008, 252)

Schwangerschaftsabbruch. Lösungshinweise Fall 1 (nach BGH NStZ 2008, 393 mit Anm. Schroeder JR 2008, 252) Schwangerschaftsabbruch Lösungshinweise Fall 1 (nach BGH NStZ 2008, 393 mit Anm. Schroeder JR 2008, 252) A. Strafbarkeit des A bezüglich S gem. 212 I; 22 I. Tatentschluss hinsichtlich der Tötung der S

Mehr

BGH, Urteil vom 18. Mai 1993, BGH NStZ 1993, 489 Falscher Zeuge

BGH, Urteil vom 18. Mai 1993, BGH NStZ 1993, 489 Falscher Zeuge BGH, Urteil vom 18. Mai 1993, BGH NStZ 1993, 489 Falscher Zeuge Sachverhalt: Bruno verursacht auf dem Heimweg fahrlässig einen Unfall mit einem anderen PKW. Um den straf- und zivilrechtlichen Folgen zu

Mehr

Lösungsvorschlag zu Fall 15

Lösungsvorschlag zu Fall 15 Lösungsvorschlag zu Fall 15 A. Vorüberlegungen B. Lösung Vom Aufbau her können Sie sich an Fall 14 orientieren. Ansonsten dürften die wichtigsten Kombinationen enthalten sein. a. BGH: Anstiftung zum Totschlag

Mehr

Lösungshinweise zur Examensübungsklausur Sommersemester 2015. - Freitag, d. 05.06.2015 (Strafrecht) -

Lösungshinweise zur Examensübungsklausur Sommersemester 2015. - Freitag, d. 05.06.2015 (Strafrecht) - 1 Univ.-Prof. Dr. Dennis Bock Lehrstuhl für Deutsches und Internationales Strafrecht, Strafprozessrecht und Wirtschaftsstrafrecht - Institut für Kriminalwissenschaften - Christian-Albrechts-Universität

Mehr

Fall 4 I. Strafbarkeit des K 1. Tatbestand

Fall 4 I. Strafbarkeit des K 1. Tatbestand Fall 4 I. Strafbarkeit des K K könnte sich durch das Ohrfeigen wegen gefährlicher Körperverletzung gemäß 223, 224 I Nr. 2 Alt. 2 StGB strafbar gemacht haben. 1. Tatbestand a) objektiver Tatbestand aa)

Mehr

SP7: Strafrechtspraxis II Materielles Strafrecht 03.11.2015. Aufbau der StPO

SP7: Strafrechtspraxis II Materielles Strafrecht 03.11.2015. Aufbau der StPO SP7: Strafrechtspraxis II Materielles Strafrecht 03.11.2015 1 Aufbau der StPO 1. Buch: Allgemeine Vorschriften 2. Buch: Verfahren im ersten Rechtszug 3. Buch: Rechtsmittel 4. Buch: Wiederaufnahme eines

Mehr

BGH, Urteil vom 11. Dezember 2003, BGHSt 49, 34 Heroin

BGH, Urteil vom 11. Dezember 2003, BGHSt 49, 34 Heroin BGH, Urteil vom 11. Dezember 2003, BGHSt 49, 34 Heroin Sachverhalt: Anton spritzt Bruno, welcher sich in einem schlechten körperlichen Zustand befindet, auf dessen ausdrückliche Bitte Heroin. Bruno weist,

Mehr

Universität Heidelberg Lösung 1. Klausur Sommersemester Lösungsskizze

Universität Heidelberg Lösung 1. Klausur Sommersemester Lösungsskizze Lösungsskizze 1. Abschnitt: Strafbarkeit des D A. Körperverletzung durch Unterlassen, 223 I, 13 I StGB 1 1. körperliche Misshandlung oder Gesundheitsschädigung 2. Handlung: Unterlassen 3. physisch-reale

Mehr

BGH, Beschluss vom 18. März 1952, BGHSt 2, 194 Anwaltsnötigung. Materialien: Arbeitsblatt AT 26; Arbeitsblatt Examinatorium AT 27

BGH, Beschluss vom 18. März 1952, BGHSt 2, 194 Anwaltsnötigung. Materialien: Arbeitsblatt AT 26; Arbeitsblatt Examinatorium AT 27 BGH, Beschluss vom 18. März 1952, BGHSt 2, 194 Anwaltsnötigung Sachverhalt: Rechtsanwalt Rolf hat die Verteidigung Bertas in einer Strafsache übernommen, ohne zuvor ein bestimmtes Honorar mit ihr zu vereinbaren.

Mehr

Wintersemester 2010 / Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht. 2. Klausur / Tritte auf die Unrechtsseite

Wintersemester 2010 / Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht. 2. Klausur / Tritte auf die Unrechtsseite Prof. Dr. Wolfgang Mitsch Universität Potsdam Wintersemester 2010 / 2011 Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht 2. Klausur / 5. 11. 2010 Tritte auf die Unrechtsseite Lösung des Falles A. Strafbarkeit

Mehr

Lösungshinweise zu den Straftaten gegen das Vermögen (1)

Lösungshinweise zu den Straftaten gegen das Vermögen (1) Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht (BT) SoSe 2014 Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Freiburg Institut für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht Laura Diebold http://www.strafrecht-online.org

Mehr

253 Abs. 2 tatbestandsergänzende RW-Regelung

253 Abs. 2 tatbestandsergänzende RW-Regelung 88 Tatbild der im Vergleich zum Betrug durch erzwungene Handlung, Duldung oder Unterlassung (Vermögensverfügung, str.) Betrug durch Täuschung erschlichene Vermögensverfügung Vermögensschaden Selbstschädigung

Mehr

10: Erpressung ( 253, 255)

10: Erpressung ( 253, 255) I. Allgemeines Geschützte Rechtsgüter: Die persönliche Freiheit und das Vermögen. 253 ist das Grunddelikt, die Nötigungsmittel entsprechen 240. 255 ist die Qualifikation zu 253, falls die Nötigungsmittel

Mehr

Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene SS Lösungsskizze

Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene SS Lösungsskizze Lösungsskizze Strafbarkeit der B A. Das Geschehen am Getränkeregal I. Hausfriedensbruch, 123 I Alt. 1 StGB Eindringen (-) Supermarkt: generelle Zutrittserlaubnis II. Diebstahl bzgl. Magenbitter, 242 I

Mehr

Sommersemester 2006. Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht. 7. Klausur / 23. 6. 2006. Geld und Leben. L ö s u n g

Sommersemester 2006. Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht. 7. Klausur / 23. 6. 2006. Geld und Leben. L ö s u n g Prof. Dr. Wolfgang Mitsch Universität Potsdam Sommersemester 2006 Klausurenkurs zur Examensvorbereitung im Strafrecht 7. Klausur / 23. 6. 2006 Geld und Leben Strafbarkeit des B L ö s u n g 1. Tatkomplex

Mehr

Räuberische Erpressung, 253, 255 Abs.1 StGB

Räuberische Erpressung, 253, 255 Abs.1 StGB Räuberische Erpressung, 253, 255 Abs.1 StGB a) (qualifizierte) Nötigungsmittel Gewalt (gegen eine Person) = Vermittlung körperlich wirkenden Zwanges, zur Überwindung eines geleisteten oder erwarteten Widerstands

Mehr

Fahrlässigkeit: objektive Pflichtverletzung nach seinen subjektiven Kenntnissen und Fähigkeiten vermeiden konnte

Fahrlässigkeit: objektive Pflichtverletzung nach seinen subjektiven Kenntnissen und Fähigkeiten vermeiden konnte Strafrecht Fahrlässigkeit: Fahrlässig handelt ein Täter, der eine objektive Pflichtverletzung begeht, sofern er sie nach seinen subjektiven Kenntnissen und Fähigkeiten vermeiden konnte und wenn gerade

Mehr

Thema: Lehre vom persönlichen Schadenseinschlag

Thema: Lehre vom persönlichen Schadenseinschlag BGH, Beschluss vom 16. August 1961, BGHSt 16, 321 Melkmaschine Sachverhalt: Anton arbeitet als Vertreter für Melkmaschinen. Als Entgelt erhält er eine Provision für erfolgreiche Vertragsabschlüsse. In

Mehr

Rechtliche Grundlagen

Rechtliche Grundlagen Bleib COOL ohne Gewalt! 2. Rechtliche Grundlagen 2.1 Rechtliche Aspekte Die verschiedenen Formen der Gewalt werden teilweise auch rechtlich in unserem Strafgesetzbuch sanktioniert. Dabei wird zwischen

Mehr

Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene. 2. Besprechungsfall

Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene. 2. Besprechungsfall Übung im Strafrecht für Fortgeschrittene 2. Besprechungsfall 1. Tatkomplex: Die Wegnahme des Autos I. Räuberischer Angriff auf einen Kraftfahrer, 316a I StGB a) Angriff (+) b) Gegenstand des Angriffs aa)

Mehr

Verhältnis Mord und Totschlag. Lösungshinweise Fall 1a

Verhältnis Mord und Totschlag. Lösungshinweise Fall 1a Verhältnis Mord und Totschlag Lösungshinweise Fall 1a Strafbarkeit des T gem. 212 I; 211 II Gr. 1 Var. 4; Gr. 3 Alt. 2 I. Tötung eines Menschen (+) II. Habgier (+) III. Verdeckungsabsicht (-) T kam es

Mehr

Universität Heidelberg Besprechungsfall 4 Sommersemester 2014

Universität Heidelberg Besprechungsfall 4 Sommersemester 2014 1. Tatkomplex: Das Geschehen im Museum A. Strafbarkeit von B und C I. 252, 250 I Nr. 1c, Nr. 2, II Nr. 1 Alt. 2, 25 II StGB hinsichtlich der Bilder von von Menzel und Corinth 1. Objektiver Tatbestand Wegnahme

Mehr

40 Probleme aus dem Strafrecht Besonderer Teil

40 Probleme aus dem Strafrecht Besonderer Teil 40 Probleme aus dem Strafrecht Besonderer Teil Bearbeitet von Dr. Dr. h. c. Thomas Hillenkamp Professor an der Universität Heidelberg Neunte, neubearbeitete Auflage LUCHTERHAND Inhalt Abkürzungsverzeichnis

Mehr

Klausur Strafrecht AT Sabine Gless

Klausur Strafrecht AT Sabine Gless Klausur Strafrecht AT 2008 Frage 1: Strafbarkeit der T A. Strafbarkeit der T wegen vorsätzlicher Tötung nach Art. 111 StGB I. Tatbestand 1. Objektiver Tatbestand 2. Subjektiver Tatbestand (Eventual-) Vorsatz?

Mehr

Repetitorium Strafrecht (AT II) 1 Täterschaft und Teilnahme

Repetitorium Strafrecht (AT II) 1 Täterschaft und Teilnahme Prof. Dr. Bernd Hecker SS 2010 FB V Straf- und Strafprozessrecht Repetitorium Strafrecht (AT II) 1 Täterschaft und Teilnahme Wichtiger Hinweis: Der in Ihrem Arbeitspapier dargelegte Sachverhalt in Fall

Mehr

226, 227 StGB. schwere Tatfolgen. 223 StGB - Grundtatbestand

226, 227 StGB. schwere Tatfolgen. 223 StGB - Grundtatbestand StrafR BT 1: Straftaten gg die Person 4 Straftaten gg d. körperl. Unversehrtheit: 224 ff., 231 StGB 1 Gründe für die Qualifizierung der 224 StGB 225 StGB 226, 227 StGB 340 StGB gefährliche Begehungsweise

Mehr