Das Magazin für die Unternehmen in der Region Hellweg-Sauerland. Ladendiebstahl. Günther Oettinger

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1 wirtschaft Das Magazin für die Unternehmen in der Region Hellweg-Sauerland 11/2014 Herausforderung für den Einzelhandel Ladendiebstahl highwaystarz - Fotolia.com Berichte Analysen Meinungen servicetipps Günther Oettinger war Gastreferent beim Tag der Weltmarktführer in Westfalen. Seite 10 Arndt Kirchhoff sieht den deutschen Mittelstand gut gerüstet für die digitale Wirtschaft. Seite 26

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3 EDITORIAL Ausbildung wird großgeschrieben Wir brauchen sie. Ambitioniert. Interessiert. Leistungsbereit. Begeisterungsfähig. Und es gibt sie: Junge Menschen, die sich nach der Schule für eine duale Ausbildung am Hellweg und im Sauerland entscheiden und diese als Beste in der Region mit Bravour beenden das haben in diesem Jahr 118 junge Frauen und Männer unter Beweis gestellt, und wir haben sie für ihre hervorragenden Leistungen ausgezeichnet (Seite 22). Neben sehr guten Prüfungsergebnissen dürfen sich Ausbilder und Unternehmer aber auch darüber freuen, dass viele dieser Super-Azubis uns nicht verlassen, sondern in unserer Region bleiben und ihren beruflichen Weg fortsetzen werden. Das ist insbesondere den Ausbildungsbetrieben zu verdanken, die dem Fachkräfte- Nachwuchs auf diesem wichtigen Stück ihres beruflichen Werdegangs zur Seite stehen. Ausbildung wird bei uns großgeschrieben, und das schlägt sich auch in der Statistik nieder. Während im Durchschnitt die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverträge in Nordrhein-Westfalen um satte 3,6 Prozent zurückgegangen ist (Stand: ), ist die Situation bei uns erfreulich stabil: Entgegen dem Landestrend können wir bis Ende September vorläufig eine Steigerung von 0,6 Prozent auf insgesamt bei den eingetragenen Ausbildungsverhältnissen verbuchen. Ohne das Engagement der Betriebe wäre dieses Ergebnis nicht denkbar. Und wir möchten sie auch in der Zukunft dabei unterstützen, junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern und auch dafür, ihren späteren beruflichen Weg in unserer Region fortzusetzen. Denn hier werden ihnen neben einer hohen Lebensqualität auch beste berufliche Perspektiven geboten, für die sie sich später auch nebenberuflich noch weiter qualifizieren können. Gute Beispiele sind dafür diejenigen, die vor der IHK eine Weiterbildungsprüfung abgelegt haben, und erstmals dafür die besten 28 aus dem Kreis Soest und dem Hochsauerlandkreis ausgezeichnet worden sind. Der dualen Ausbildung fehlt es also weder an Engagement noch an Vielfalt immerhin haben junge Menschen am Hellweg und im Sauerland die Wahl zwischen rund 140 verschiedenen gewerblich-technischen, kaufmännischen und gastronomischen Berufen. Wenn wir uns weiterhin gemeinsam für eine qualitativ gute Ausbildung einsetzen und auch dafür, den jungen Menschen die Augen für Alternativen neben den altbekannten Ausbildungsberufen zu öffnen, dann können wir uns sicherlich auch in der Zukunft über junge, leistungsbereite und von ihrem Beruf begeisterte junge Fachkräfte freuen. Ihre Ohne das Engagement der Betriebe wäre dieses Ergebnis nicht denkbar. Dr. Ilona Lange IHK-Hauptgeschäftsführerin 1

4 INHALT Fotos: Björn Wolter Mehr als 200 Teilnehmer trafen sich in Meschede zum Tag der Weltmarktführer in Westfalen und diskutierten mit prominenten Referenten. 10 Foto: J. Lehde GmbH Das Konjunkturklima hat sich verschlechtert. Die aktuelle Wirtschaftslage ist in den meisten Unternehmen laut Herbstumfrage zwar noch zufriedenstellend, viele rechnen aber mit einer deutlichen Abkühlung. Der Konjunkturindikator steht nun auf 106 Punkten, nach 133 im Frühjahr. 118 Auszubildende und 28 Absolventen einer Weiterbildungsprüfung sind von der IHK für ihre hervorragenden Leistungen ausgezeichnet worden TITELTHEMA 4 Ladendiebe verursachen Milliardenschäden 6 Mir schlug das Herz bis zum Hals 8 Interview: Gelegenheit macht Diebe UNTERNEHMEN & REGION 10 Starke Typen 12 Konjunkturumfrage: Wirtschaft in Herbststimmung 13 Heute die Gäste von morgen gewinnen Tag der Informations- und Kommunikationswirtschaft 15 ARTADA GmbH expandiert 16 Westkalk investiert in saubere Straßen 16 Paul Köster GmbH erhält Mittelstandspreis NEWS & SERVICE 22 Super-Leistungen gewürdigt 26 Unser Kapital ist das Personal 27 Neun Preise für besten Wirtschaftsjournalismus 28 Weltweit unternehmen 29 IHK-Jahresempfang in Arnsberg 30 Baltikum: Duales Ausbildungssystem als Vorbild 30 Anmelde- und Prüfungstermine Forum Arbeits- und Umweltschutz verabschiedet Alfons Ziganki 32 DIHK-Publikation: Lebensmittelhygiene in der Gastronomie 34 Arbeitsjubilare 37 IHK-Börsen POLITIK & PRAXIS 17 Wirtschaft befürchtet teure Kläranlagen-Aufrüstung 20 Neues aus Berlin und Brüssel RUBRIKEN 1 Editorial 48 Im nächsten Heft/Impressum Besuchen Sie uns auch im Internet: 2

5 Entspannter ankommen. Mit kurzen Wegen. Und neuem Flugplan. Der Winterflugplan 2014/2015 ist da! Jetzt kostenlos bestellen unter: Der Dortmund Airport steht für entspanntes Reisen zu attraktiven Zielen in ganz Europa. Hier sind Sie in wenigen Schritten am Auto und nach wenigen hundert Metern auf der Autobahn. Wann landen Sie in Dortmund? Treffen Sie uns auch bei und Jetzt online buchen: Mein Weg zum Erfolg: Praxisorientiert studieren an der FHDW. Linde-Neufahrzeuge Gebrauchtgeräte Mietfahrzeuge Service Fahrerschulung Für jede Entwicklungsstufe Ihrer Mitarbeiter: Duales oder berufsbegleitendes Bachelor-Studium Berufsbegleitendes Master-Studium Unsere Vorteile Kleine Studiengruppen Individuelle Betreuung durch Dozenten aus der Praxis Bielefeld, Meisenstraße Paderborn, Fürstenallee Organisation ideal abgestimmt auf Familie und Beruf Über 20 Jahre Erfahrung in Aus- und Weiterbildung 3

6 TITELTHEMA Ladendiebe verursachen Milliardenschäden Die Weihnachtszeit naht. Schon seit Wochen hat der stationäre Einzelhandel Kurs genommen auf die umsatzstarke Zeit vor dem Fest der Feste. Doch diese Zeit lockt nicht nur die zahlende Kundschaft auf der Suche nach Geschenken in die Geschäfte. In dieser Jahreszeit verzeichnet der Handel verstärkt Ladendiebstähle. Wie sich Händler vor Schäden durch Langfinger schützen können, zeigen die Geschichten auf den folgenden Seiten. Das Problem ist kein neues und hat doch nichts von seiner Aktualität verloren: Ladendiebe verursachen Schäden in Milliardenhöhe. Auf 3,9 Milliarden Euro beziffert das EHI Retail Institute aus Köln in seiner aktuellen Studie Inventurdifferenzen. Davon sind 2013 den Einschätzungen zufolge 2,1 Milliarden Euro auf Diebstähle durch Kunden zurückzuführen, den eigenen Mitarbeitern werden 900 Millionen Euro zugeschrieben, rund 300 Millionen Euro sollen auf das Konto von Lieferanten und Servicekräften und die restlichen 600 Millionen Euro entfallen auf organisatorische Mängel, so das EHI. Obwohl der Handel inzwischen einen hohen Aufwand betreibe, um Ladendiebstähle zu verhindern, befänden sich die Diebstahlsraten immer noch auf hohem Niveau. Statistisch betrachtet bedient sich so jeder Bundesbürger jährlich an Waren im Wert von 26 4

7 Fotosenmeer.nl - Fotolia.com Euro ohne zu bezahlen. Und das obwohl die Unternehmen 2013 allein 1,3 Milliarden Euro in Technik und Personal investiert haben, um ihre Waren zu schützen. Zusammengerechnet, so das EHI, gehen dem Einzelhandel durch Inventurdifferenzen und Präventionsmaßnahmen 1,3 Prozent des Umsatzes beziehungsweise etwa 5,2 Milliarden Euro verloren. Für den Staat bedeuten diese Diebstähle rund 450 Millionen Euro Mehrwertsteuerverlust. Dabei bleibt das Gros der Diebstähle unentdeckt, besser gesagt: Ladendiebe werden nicht erkannt und ihre Taten nicht zur Anzeige gebracht. Während die Kriminalstatistik der Polizei für 2013 von Fällen und damit von einem leichten Rückgang spricht, ergeben sich laut EHI aus dem Schaden der angezeigten Diebstähle und dem tatsächlichen Schaden im Einzelhandel, dass durchschnittlich mehr als Ladendiebstähle mit einem Wert von rund 80 Euro unentdeckt bleiben. Händler gingen eher von einer weiteren Steigerung aus, heißt es. Ihnen bereitet insbesondere die Professionalisierung des Ladendiebstahls im Sinne von Bandendiebstählen und gewerbsmäßigen Diebstählen Sorge. Auch in der Region Hellweg-Sauerland sind die Einzelhändler je nach Sortiment täglich auf der Hut vor Langfingern. Und ganz besonders in dieser Jahreszeit. 5

8 TITELTHEMA Niedrige Regale sorgen in Peter Eickhoffs Elektronikgeschäft für einen guten Überblick. Der Inhaber weiß: Seine Waren sind bei Ladendieben besonders gefragt. Smartphones oder Tablet-PCs werden zusätzlich elektronisch vor Diebstahl gesichert. Mir schlug das Herz bis zum Hals Der Mann, der ein Smartphone unter der Jacke verschwinden lässt, die Frau, die auf dem Weg zur Supermarktkasse das Croissant verspeist, statt es zu bezahlen: Einzelhändler sehen sich mitunter täglich zumindest aber regelmäßig mit Ladendiebstählen konfrontiert. Manch einer wird auf frischer Tat erwischt, viele bleiben unentdeckt. Deshalb setzen Einzelhändler in der Region auf technische Sicherungssysteme und aufmerksame Mitarbeiter, um Diebstahl vorzubeugen. Und manchmal auf einen schnellen Sprint, um Diebe zu erwischen. Von seinem Schreibtisch aus hat Peter Eickhoff alles im Blick: Große Glasscheiben ermöglichen dem Inhaber des Elektronikfachgeschäfts Euronics Eickhoff in Warstein eine gute Einsicht in viele Bereiche seines Betriebes. Ladendiebstahl, sagt Eickhoff, das ist ein Problem, das den gesamten Einzelhandel betrifft. Seit 62 Jahren besteht das Elektronik-Geschäft, das seit 20 Jahren von Peter Eickhoff geführt wird. Verkauft wird Konsumelektronik vom Kühlschrank über den Flachbildfernseher bis zum Tablet-PC. Und diese modernen elektronischen Geräte haben auch Auswirkungen auf das, was geklaut wird, berichtet Eickhoff. Schicke, neue und vor allem kleine Artikel wie Smartphones, Digitalkameras oder Tablets seien begehrt und für Diebe deutlich leichter zu handhaben als Vorgänger-Modelle wie PC mit Bildschirm. Und bei den neuen Geräten befindet man sich schnell in einem Bereich mit hohen Preisen. Deshalb treffen Händler wie Peter Eickhoff immer umfangreichere Maßnahmen, um Diebstahl zu verhindern. Er überwacht sein gesamtes Geschäft mit Kameras, über die Eickhoff an seinem Schreibtisch in jeden Winkel zoomen kann. Zusätzlich helfen ihm und seinen 60 Mitarbeitern große, kugelförmige Spiegel an den Decken, einen guten Überblick zu behalten, ebenso wie Regale, die nicht zu hoch gebaut sind. Dazu sind Elektronikartikel wie Smartphones und Tablets über Kabel gesichert: Werden sie gelöst, ertönt ein Alarm. Die Tricks der Diebe Einige Kilometer entfernt in Arnsberg flimmern ebenfalls im Büro von Silke Biggermann die Bilder von 25 Überwachungskameras über zwei Flachbildschirme. Seit 2007 führt die Handelsfachwirtin ihr Geschäft Edeka Biggermann in Arnsberg und kommt mitunter aus dem Staunen nicht heraus, so einfallsreich, aber auch so dreist gehen die Ladendiebe inzwischen vor: der eine verlässt das Geschäft und trägt eine Umhängetasche gefüllt mit losem, gestohlenen Tabak heraus, die nächste probiert in der Non-Food-Abteilung einen Schal, fragt ihren Begleiter nach seiner Meinung, und lässt den Schal direkt um. Einmal, erzählt Silke Biggermann, habe sie beim Sichten der Überwachungsvideos sich selbst gesehen, wie sie 6

9 Besonders gesichert: Teure und bei Dieben begehrte Ware, wie zum Beispiel Spirituosen, sind mit einem Strichcode zusätzlich gesichert. auf einer Leiter stand und Ware einräumte, während hinter ihr ein Ladendieb seelenruhig seine Taschen füllte. Besonders begehrt, berichtet die Geschäftsführerin, seien nach wie vor Tabak, Spirituosen, Artikel aus dem Non-Food-Bereich einer bekannten Kaffeemarke und Rasierklingen. Regelmäßig beobachtet Silke Biggermann aber auch diese Form des Diebstahls: Und zwar dann, wenn Kunden in der Obstabteilung zugreifen und auf dem Weg durch den Supermarkt eine ganze Handvoll Kirschen verspeisen. Oder sie bedienen sich bei den Backwaren und haben das Croissant längst aufgegessen, bevor sie die Kasse erreichen. Zudem finden Silke Biggermann und ihre 60 Mitarbeiter regelmäßig angebrochene oder geleerte Verpackungen von Getränken und Süßigkeiten in den Regalen. Neben der Kameraüberwachung und der Androhung einer Vertragsstrafe setzt auch die Supermarkt-Chefin auf die elektronische Sicherung von bestimmten Waren wie zum Beispiel teuren Spirituosen, Rasierklingen geben die Mitarbeiter nur auf Nachfrage heraus. Außerdem sind in unregelmäßigen Abständen Ladendetektive im Geschäft unterwegs. Spiegel im Kassenbereich sowie spezielle Kameras, die den Blick unter die Einkaufswagen ermöglichen, sorgen ebenfalls für mehr Sicherheit. Gestohlen wird trotzdem. So entdecken Peter Eickhoff und sein Team zum Beispiel immer wieder Leerkartons in den Regalen. Ein beliebter Trick, so der Händler, sei es, teure Ware in die Verpackung von günstigen Artikeln umzupacken. Auch kommt es vor, dass Smartphones und Co. einfach von den Sicherungskabeln abgerissen werden. Und Silke Biggermann sorgt sich vor allem um eine neue Entwicklung: Immer öfter sieht sich die Arnsbergerin nicht Insgesamt 25 Überwachungskameras sind in Silke Biggermanns Geschäft installiert. In ihrem Büro kann die Inhaberin den Verkaufsraum im Auge behalten. mit dem kleinen Ladendieb, sondern mit Gruppen beziehungsweise Banden konfrontiert, die professionell vorgehen. Beide Einzelhändler setzen deshalb neben Technik vor allem auf ihre Angestellten. Das Wichtigste sind die Mitarbeiter, wenn es um den Kampf gegen Ladendiebstahl geht, betont Peter Eickhoff. Wenn sie wachsam sind und die Augen offen halten, kann das dazu beitragen, dass die Hemmschwelle bei potenziellen Ladendieben steigt und diese nicht zugreifen, ohne zu zahlen. Studien hätten gezeigt, dass so bestenfalls die Hälfte aller geplanten Ladendiebstähle nicht ausgeführt wird. Dafür sei es nötig, Mitarbeiter zu sensibilisieren und regelmäßig zu schulen, sagt der Geschäftsführer. Mit der Zeit, so Peter Eickhoff, entwickelt man einen Blick dafür, wer möglicherweise ein Ladendieb sein könnte. Zum Beispiel, wenn jemand im Sommer mit auffallend warmer Kleidung ins Geschäft komme oder sich in einer bestimmten Abteilung lange Zeit bücke. Gibt es einen konkreten Verdacht, werden die potenziellen Diebe nach dem Kassenbereich und vor dem Verlassen des Geschäfts angesprochen. Das machen wir in unserem Geschäft immer zu zweit, betont Silke Biggermann. Dieb oder Diebin wird dann bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Abenteuerliche Verfolgungsjagden Nicht immer zeigen sich die so Erwischten dabei kooperativ. Sowohl Eickhoff als auch Biggermann haben schon regelrecht abenteuerliche Verfolgungsjagden hinter sich. Es ist schon eine Weile her, da haben wir jemanden beobachtet, der sich einen Videorecorder unter die Jacke gesteckt 7

10 TITELTHEMA hat und aus dem Laden spaziert ist, berichtet Peter Eickhoff. Der Langfinger dachte jedoch nicht daran, sich festhalten zu lassen, und rannte los, Eickhoff und einige seiner Mitarbeiter hinterher. Die Verfolgung dauerte einige Meter die Straße entlang, bis man den Flüchtigen stoppen konnte. Silke Biggermann erinnert sich besonders an eine Verfolgung: Sie und ihre Mitarbeiter beobachteten damals einen Mann, den man schon länger im Verdacht hatte zu stehlen. Vorsorglich riefen sie die Polizei, bevor sie den potenziellen Ladendieb ansprachen. Auch dieser versuchte zu fliehen, konnte aber von Silke Biggermann und ihrem Mitarbeiter auf dem Parkplatz festgehalten werden. Wir haben buchstäblich an ihm gehangen, erinnert sich die Händlerin und fügt hinzu: So etwas ist für uns keine Routine, nach der Aktion schlug mir das Herz bis zum Hals. Umso bedauerlicher sei es, dass Einsätze wie dieser so wenig Früchte trügen: Viel zu oft bekomme sie nach gestellter Strafanzeige von der Staatsanwaltschaft den Hinweis, dass das Verfahren eingestellt worden sei. Schaden Welchen Schaden Ladendiebe bei ihnen anrichten, das wollen weder Peter Eickhoff noch Silke Biggermann allein an der Inventurdifferenz festmachen, denn in diese spielten eben auch andere Dinge mit hinein wie etwa Fehlbuchungen. Dafür haben beide genau die Beträge im Blick, die sie jährlich in Sicherheitsmaßnahmen wie Technik und Schulungen stecken: Euro hat Peter Eickhoff allein im vergangenen Jahr investiert, bei Silke Biggermann schlugen diese Ausgaben mit gut Euro zu Buche. Außerdem informieren sich beide regelmäßig über Neuerungen in Sachen Warensicherung und tauschen sich mit anderen Einzelhändlern aus. Und beide wissen, dass ihnen jetzt die Diebstahl-intensivste Phase des Jahres bevorsteht: In der Vorweihnachtszeit, sagen Biggermann und Eickhoff unisono, werde am meisten gestohlen. sil INTERVIEW Gelegenheit macht Diebe Wie können Einzelhändler Ladendiebstählen vorbeugen? Von technischen Sicherheitsvorkehrungen bis Mitarbeiterschulungen gibt es viele Möglichkeiten. Einzelhandelsexperte und -berater Manfred Sendatzki sagt: Gelegenheit macht Diebe. Deshalb sei es wichtig, dass Händler den passenden Mix für die Sicherung der Ware ermitteln. Und dass alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aufmerksam sind. wirtschaft: Gibt es Artikel, bei denen Ladendiebe besonders gerne zugreifen? Manfred Sendatzki: So eng lassen sich die Grenzen nicht ziehen, denn wenn die Gelegenheit günstig ist, dann können auch große, unhandliche Dinge gestohlen werden. Aber man kann sagen: In der Regel sind es durch alle Sortimente hindurch vor allem Markenartikel, die gestohlen werden, aber auch die sogenannten Klassiker wie zum Beispiel Zigaretten, Alkohol, Rasierklingen oder Bekleidung, Schuhe und Elektronikartikel. Wer ist denn der typische Ladendieb? Es gibt kein klassisches Täterprofil. Denn Bedürfnisse, etwas Bestimmtes zu besitzen, gibt es in allen gesellschaftlichen Schichten und allen Altersklassen. Aber es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Typen von Dieben: die Gelegenheitsdiebe und die professionelle Beschaffungskriminalität. Insbesondere letzteres wird zunehmend zum Problem, da mit dem Internet weltweite Absatzwege für Diebesgut bestehen. Darüber hinaus unterscheidet man zwischen einfachem Diebstahl und Manfred Sendatzki 8

11 schwerem Diebstahl, der mit Gewalt verbunden ist. Und auch das kann beobachtet werden: Gewaltbereitschaft und Dreistigkeit haben in dieser Hinsicht in der Vergangenheit zugenommen. Gibt es eine typische Vorgehensweise? Der Ladendieb recherchiert zunächst, und er kommt nicht immer alleine. Hat er die Lage ausgekundschaftet, wird er eine Entscheidung treffen und dann möglicherweise wiederkommen. Meistens greifen Langfinger dort zu, wo Sicherheitsmaßnahmen wie elektronische Warensicherung und Kameraüberwachung nicht gegeben sind oder wo auf diese im Geschäft nicht aufmerksam gemacht wird. Aber selbst wenn das geschieht, dann kennen Ladendiebe unzählige Tricks, diese Überwachungsmechanismen zu umgehen, zum Beispiel mit Aluminiumfolie, mit der Taschen präpariert werden, oder teure Elektronikartikel, die in Kartons von anderen günstigen Waren umgepackt werden. An der Kasse wird das Personal oft mit schauspielerischem Talent zusätzlich abgelenkt. Wann fällt auf, dass etwas fehlt? Schlimmstenfalls wird im Soll-Ist-Vergleich der Jahresabschluss-Inventur der Verlust von Waren festgestellt, die vor über zehn Monaten gestohlen wurden. Sofern gesteuerte Bestandsvergleiche in kurzen Zeiträumen durchgeführt werden, ist es mit den Differenzen auch möglich, die Verursacher der Verluste zu ermitteln. Wann noch sollten bei Händlern die Alarmglocken klingeln? Es lassen sich für verschiedene Warengruppen verschiedene Mittelwerte errechnen, was Inventurdifferenzen betrifft. Liegt der Warenwert zum Einkaufspreis über 0,5 Prozent zum Nettoumsatz, dann sollten alle Artikel und Warengruppen unter die Lupe genommen werden. Die Suche nach den Trendartikeln im Internet kann das Risiko vor Überraschungen verhindern. Welche Sicherheitsmaßnahmen werden am häufigsten im Einzelhandel getroffen? Die Mitarbeiterschulung wird an erster Stelle noch vor der Kameraüberwachung favorisiert. Die Qualität der Warenbestandsführung im Warenwirtschaftssystem wird in Verbindung mit den Inventuren für die Auswahl der Sicherungsmaßnahmen genutzt. Was bringt mit geringen Kosten großen Nutzen? Zu den kostenneutralen und wirksamsten Maßnahmen gehört der Hinweis auf Sanktionen. Das bedeutet, dass am Eingang ein Piktogramm ankündigt, dass jeder Überführte eine Vertragsstrafe von 100 Euro zahlen muss und angezeigt wird. Die Kooperation von Einzelhändlern, um an einem gemeinsamen Standort Sicherheitsdienstleitungen zu organisieren, ist gerade bei der zunehmenden Gewalt mehr als sinnvoll. Bei einem Angebot von Markenartikeln ist es sinnvoll, gemeinsam den Service von Spezialisten zu nutzen. Am Ende kommt es bei der Sicherung der Ware aber darauf an, den Kosten-Nutzen orientierten Mix Mensch, Organisation und Technik zu realisieren. sil Gewerbebau mit System: wirtschaftlich, schnell und nachhaltig konzipieren bauen betreuen. GOLDBECK Nord GmbH, Niederlassung Bielefeld Bielefeld Ummelner Straße 4 6 Tel / Hamm Frielinghauser Straße 9 Tel /

12 UNTERNEHMEN & REGION Foto: Björn Wolter Prominenter Gast: EU-Kommissar Günther Oettinger (4. v. re.). Starke Typen Auf dem Tag der Weltmarktführer in Westfalen im sauerländischen Meschede diskutierten prominente Referenten und mehr als 200 Teilnehmer über Innovationsfähigkeit, Markenbildung sowie Strategien für Internationalisierung und Digitalisierung im Mittelstand. Bernd Martens war freigiebig. Bereitwillig verteilte das Audi-Vorstandsmitglied seine -Adresse an die rund 200 Teilnehmer beim Tag der Weltmarktführer in Westfalen in Meschede. Kommen Sie auf mich zu, lockte Martens. Der Chefeinkäufer der VW-Tochter sucht dringend Lieferanten, die mit uns nach Mexiko gehen. Im Bundesstaat Puebla zieht Audi ein Werk hoch, in dem von 2016 an jährlich bis zu Fahrzeuge vom Typ Q5 vom Band laufen sollen. Den Unternehmensvertretern, die einer Einladung der WirtschaftsWoche sowie den Industrie- und Handelskammern in Arnsberg, Hagen und Siegen gefolgt waren, schmeichelte die Audi-Offerte. Ohne ihre Zuliefererteile, so die Botschaft, läuft nichts. Zu den 142 Unternehmen in der Region Südwestfalen, die mit ihren Produkten weltweit auf einem der ersten drei Plätze liegen, gehören etliche Mittelständler, die mit der Autoindustrie schon dick im Geschäft sind. Und deren Rolle als innovativer Partner wird immer wichtiger zum Beispiel beim Leichtbau, der beim Erreichen ehrgeiziger Umweltziele hilft. Hinrich Mählmann etwa, persönlich haftender Gesellschafter des in Meinerzhagen beheimateten Leichtbauspe- Foto: Björn Wolter Gehörte zu den Rednern beim Tag der Weltmarktführer in Westfalen: IHK-Präsident Ralf Kersting. 10

13 zialisten Otto Fuchs, verwies darauf, dass seine geschmiedeten Felgen bis zu 20 Prozent leichter sind als die herkömmlich gegossenen Pendants. Das honoriert BMW, die das Modell BMW i3 damit ausrüstet. Auch beim Porsche 911 und 918 Spyder kommen Fuchs-Felgen zum Einsatz. Vor übereilter Expansion ins Ausland warnte jedoch Michael Huber. Der Generalbevollmächtigte von TRILUX bemängelte unter anderem fehlende Fremdsprachenkenntnisse der bodenständigen, aber selten polyglotten Mittelständler. Als Weltmarktführer bei explosionsgeschützten Feuchtraumleuchten, wie TRILUX sie etwa für Waschstraßen anbietet, könne man im Ausland punkten aber nur, wenn man das auch übersetzen kann, so Huber augenzwinkernd. Negative Auswirkungen der Energiewende für die deutschen Tüftler und Erfinder kritisierte EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Von den 28 Mitgliedstaaten der EU setze jeder zweite weiterhin auf Stromerzeugung durch Kernspaltung. Die deutsche Ingenieurkompetenz ist nicht mehr dabei, bedauerte Oettinger, der in der EU-Kommission demnächst für digitale Wirtschaft zuständig sein wird. Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie, verwies auf die negativen Folgen der hohen Energiekosten für den Standort Deutschland: Eine Abwanderung industrieller Produktion findet bereits statt. BASF und SGL Carbon investieren in den USA, weil sie dort nur ein Viertel der Stromkosten zahlen. Patrick Sensburg, Vorsitzender des NSA-Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag und CDU-Abgeordneter für den Hochsauerlandkreis, mahnte die Mittelständler, sorgsamer mit Entwicklungen und anderen Interna umzugehen. s müssten verschlüsselt werden. Ein Großteil der mittelständischen Unternehmen macht das nicht, bemängelte der Jurist. Freilich: Auch ohne Cyberangriffe können Unternehmen in die Krise fahren. So schilderte Detlef Borghardt, Vorsitzender der Geschäftsführung beim Lkw-Zulieferer SAF-Holland aus Bessenbach bei Aschaffenburg, wie der Konzern in der Finanzkrise 2008/2009 ins Schlingern kam. Seine Botschaft: auf größtmögliche Flexibilität in der Konzernstruktur achten. Daher bunkert SAF-Holland aktuell schon Mehrarbeitsstunden als Puffer für schlechte Thomas Glöckner WirtschaftsWoche Foto: Björn Wolter Rund 200 Teilnehmer waren bei der Veranstaltung in Meschede zu Gast. Patrick Sensburg plädierte für den achtsamen Umgang mit Unternehmensinterna und Entwicklungen. Foto: Björn Wolter Besuchen Sie uns auf der FMB! Vom 05. bis zum 07. November 2014 in der Halle 21, Stand B8 Messezentrum Bad Salzuflen Antreiben. Steuern und Bewegen. Heben und Senken. Transportieren. Positionieren. Schieben. Führen. Öffnen und Schließen. AS ANTRIEBS- UND SYSTEMTECHNIK GMBH Entwicklung fortschrittlicher Maschinenbausysteme. 11

14 UNTERNEHMEN & REGION 140 Konjunkturklima* in der Region Hellweg-Sauerland Gesamtklima Dienstleistungen Produzierendes Gewerbe 60 JB 2005 H 2005 JB 2006 H 2006 JB 2007 H 2007 JB 2008 H 2008 JB 2009 H 2009 JB 2010 H 2010 JB 2011 FS 2011 H 2011 JB 2012 FS 2012 H 2012 JB 2013 FS 2013 H 2013 JB 2014 FS 2014 H 2014 * In den Konjunkturklimaindikator gehen sowohl Bewertungen der aktuellen Lage, als auch die Zukunftserwartungen ein. JB = Jahresbeginn, FS = Frühsommer, H = Herbst KONJUNKTURUMFRAGE Wirtschaft in Herbststimmung Das Klima in der heimischen Wirtschaft hat sich eingetrübt. Die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage zeigen eine gute aktuelle Lage, doch auch Vorboten einer Abkühlung. Der aus Lage und Erwartungen gebildete Klimaindikator ist von 133 Punkten im Frühsommer auf 106 gefallen. An der Umfrage haben sich rund 300 Unternehmen aus Industrie, Handel, Bauwirtschaft und unternehmensnahen Dienstleistungsbereichen beteiligt. Die Konjunkturumfrage weist branchenübergreifend per Saldo eine derzeit gute wirtschaftliche Lage aus. Zum wiederholten Male zeigt sich die Bauwirtschaft, die zu 38 Prozent ihrer Situation ein gut gibt, bei null Prozent schlecht (!), besonders zufrieden. Auch aus der Industrie (35 % gut, 20 % schlecht) werden nach wie vor gute Werte gemeldet. Allerdings kündigt sich auch schon bei der Lage ein negativer Trend an: Noch im Mai lag der gut/ schlecht-saldo insgesamt bei 39 Prozent, derzeit beträgt er 16. Die heimische Wirtschaft sieht für die kommenden Monate teilweise noch dunklere Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen. Besonders im Hochsauerlandkreis, namentlich im Handel, in der Bauwirtschaft und bei unternehmensnahen Dienstleistern, gibt es viel Pessimismus. Optimistisch gibt sich hier allerdings die Industrie: 27 Prozent der Produktionsbetriebe blickt hier positiv in die nahe Zukunft, nur 11 Prozent negativ. Ganz anders die Kollegen im Kreis Soest. Zwar sind dort die Aussichten insgesamt etwas freundlicher 24 Prozent prognostizieren bessere und 25 Prozent schlechtere Geschäfte. Allerdings trüben am Hellweg Industrie und unternehmensnahe Dienstleistungen den Blick in die Zukunft. Das Süd-Nord-Gefälle in der Industrie bestätigt die amtliche Statistik (IT. NRW). In den ersten acht Monaten dieses Jahres erwirtschafteten die Betriebe im Sauerland ein Umsatzplus zum Vorjahreszeitraum von 3,4 Prozent, im Exportgeschäft legte man um 2,8 Prozent, im Inland um 3,8 Prozent zu. Im Kreis Soest gab es hingegen im gleichen Zeitraum ein Minus von 2,5 Prozent, bewirkt vor allem durch eine rückläufige Entwicklung beim Export (-6,1 %). Doch auch die Inlandskonjunktur bereitet den Unternehmen Sorgen und hier besonders der private Verbrauch. Konnte in früheren Zeiten eine Nach- 12

15 frageschwäche im Inland oft durch einen starken Export ausgeglichen werden, so gelingt das zur Zeit nicht. Krisen und Kriege wie in der Ukraine, im Gaza oder in Syrien sowie die Sanktionen gegenüber Russland bremsen deutlich die Exporterwartungen. Den 23 Prozent, die mit einem weiteren Plus bei den Ausfuhren rechnen, steht ein gleich großer Anteil derer, die ein Minus erwarten gegenüber. Zwar steht damit nicht zu befürchten, dass der Export einbrechen wird, aber die Ausfuhrvolumina werden kleiner. Noch im Frühsommer lag das Verhältnis bei 42 zu 13 Prozent Die schlechten Geschäftsaussichten drücken auch die Investitions- und Beschäftigungsplanungen. Rund ein Viertel der Unternehmen werden ihre Investitionen drosseln, zwanzig Prozent weiten sie aus. 61 Prozent der Unternehmen investieren in den Ersatzbedarf, 36 Prozent in Rationalisierungsmaßnahmen und in 28 Prozent der Unternehmen werden Kapazitäten ausgeweitet. Ähnlich das Bild bei den Personalplanungen: Knapp zehn Prozent stellen mehr und 22 Prozent weniger als in den vergangenen Monaten ein. Gefragt nach den größten Konjunkturrisiken entfallen neben der Inlandsnachfrage die meisten Stimmen auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Der Politik trauen die Unternehmen offenbar kaum Impulse für nachhaltiges Wachstum zu. Energie- und Rohstoffpreise, zuletzt als Risikofaktor stets auf dem ersten Platz, rangiert nur noch auf Platz drei. sev mehr: Heute die Gäste von morgen gewinnen Mein Hotel, mein Service, mein Angebot wie kommt es beim Gast besser an als das Paket des Mitbewerbers? Diese Frage stellen sich auch die Sauerländer Gastgeber auf dem dicht besetzten touristischen Markt. Ein Programm der Sauerland-GastgeberWerkstatt hilft ihnen jetzt dabei, ihre ganz persönliche Antwort darauf zu finden. Von Oktober bis Dezember zeigen Informationsveranstaltungen und vertiefende Workshops Gastbetrieben in der Region hilfreiche Tipps und wirkungsvolle Strategien auf präsentiert von erfahrenen Referenten und für die Teilnehmer unentgeltlich. Qualität bei Ausstattung und Dienstleistung setzen die reiseerfahrenen Urlaubsgäste heute voraus. Über den Erfolg eines Betriebes entscheiden oftmals Nuancen, auf die es aber ankommt: ein attraktives Ambiente, das passgenau auf eine Zielgruppe zugeschnitten ist, geschickte Kommunikation und pfiffiges Marketing über die richtigen Kanäle und natürlich zeitgemäßer Vertrieb, der die Kunden genau dort erreicht, wo sie Angebote suchen. Zu diesen Themen bietet die Sauerland-GastgeberWerkstatt des Sauerland-Tourismus nun ein effektives Info- und Workshop-Programm an. Die drei südwestfälischen IHKs unterstützen dieses Projekt als Premium-Partner. Die Informationsveranstaltungen, insgesamt 18 an der Zahl, sind zwar bereits im Oktober gestartet und haben einen ersten Einstieg in die Themenkomplexe Marketing, Vertrieb, Betriebswirtschaft, Betriebsattraktivierung, Tagestourismus und E-Fitness, also die geschickte Nutzung von Wir fertigen von der Platine bis zur fertigen Baugruppe, Einzelteile und Serien. Umfangreiche Erfahrung im Outsourcing. lasern stanzen schneiden kanten schweißen VOSS Die Blechprofis GmbH Brilon-Madfeld Telefon / strahlen lackieren 13

16 UNTERNEHMEN & REGION Online-Kanälen für die Kommunikation mit den Gästen geboten. Trotzdem können Betriebe sich noch für freie Plätze in den insgesamt 12 Workshops anmelden, die Teilnahme ist nicht an die vorangegangenen Infoveranstaltungen geknüpft. Die Workshops finden bis zum 4. Dezember sauerlandweit an verschiedenen Orten statt. So wird jedem Gastgeber, der die Chance zur Fortbildung nutzen möchte, die Gelegenheit gegeben, eine Veranstaltung in seiner Nähe zum bestmöglichen Termin zu besuchen. Für die teilnehmenden Gastbetriebe sind sie nach vorheriger Anmeldung kostenfrei. Die Referenten sind erfahrene Praktiker mit großer Sauerland-Erfahrung. Die Sauerland-GastgeberWerkstatt ist ein Förderprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union beim Sauerland-Tourismus. Sie dient dazu, die heimischen Gastbetriebe für den Markt der Zukunft fit zu machen. So will sie dazu beitragen, die Qualität des touristischen Angebotes im Sauerland nachhaltig zu steigern. Wie das gehen kann und soll, dazu sind viele fachliche Informationen im neuen Sauerland-Handbuch enthalten. Dieser Praktiker-Leitfaden der Zukunft wird während den Veranstaltungen kostenlos an die Teilnehmer ausgehändigt. Weitere Bausteine in der Sauerland-GastgeberWerkstatt sind beispielsweise die neue Beraterdatenbank und ein Online-Selbstcheck für Gastbetriebe, der noch im Oktober startet. mehr: Wir bringen jedes Blech in Form HARTMANN bkanttechnik Fensterbankbleche Mauerabdeckungen Dachabschlussprofile Garagen und Flachdächer Sonderabkantungen nach Wunsch Aluminium versch. Stärken und Farben Kupfer-, Zinkblech und verzinktes Stahlblech Möhnestraße 117a Arnsberg Tel / Fax 02932/ Tag der Informationsund Kommunikationswirtschaft Unter dem Motto: Digital Industrial NRW / Smart & Secure präsentiert sich die Branche am 20. November auf dem 5. Tag der Informations- und Kommunikationswirtschaft NRW. Digital Industrial NRW beschreibt die Zukunftsvision und gleichzeitig die Herausforderung für Wirtschaft und Forschung, die längst nicht mehr nur die IKT-Branche betreffen. Es geht um den digitalen Wandel aller Branchen und um die Frage, wie NRW-Unternehmen erfolgreich und sicher den Weg zu Industrie 4.0 finden. Smart & Secure ist die Devise und der große Anspruch. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Welche Sicherheitsanforderungen müssen vernetzte Produktionssysteme erfüllen? Wie können Unternehmen, insbesondere KMU, von 14

17 der Industrie 4.0 profitieren? Worauf muss geachtet werden, damit Innovationen und Geschäftsmöglichkeiten durch Industrie 4.0 nicht an den Sicherheitsrisiken scheitern? Der 5. IuK- Tag 2014 schafft Raum zur kritischen Diskussion über Sicherheitsrisiken und zeigt innovative Lösungsansätze für die Industrie 4.0 auf. Die Veranstaltung findet im Ruhr- Congress in Bochum statt. Kleine und mittelständische Unternehmen, Global Player, Hidden Champions, IKT-Startups sowie Forschungsinstitutionen, IT-Netzwerke und -Verbände erwartet ein vielseitiges Programm: Keynotes und Diskussionsrunden bieten Informationen und Trends rund um die Themen, die die Branche beschäftigen. Bei der Begleitausstellung können Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Netzwerke ihre IKT- Innovationen einem Fachpublikum präsentieren, gezielt neue Kontakte knüpfen und bestehende Netzwerke pflegen. mehr: Ist Ihre IT fit für die Zukunft? ARTADA GmbH expandiert ARTADA-Geschäftsführer Michael Meermann Die ARTADA GmbH hat den Kölner IT-Security-Spezialisten bluetool übernommen. Der IT-Dienstleister aus Werl baut damit seine Kernkompetenz im Bereich der IT-Sicherheit aus. Ich freue mich, dass uns diese Übernahme gelungen ist, sagt ARTADA-Geschäftsführer Michael Meermann. Bluetool beschäftigt sich ausschließlich mit Hard- und Software-Lösungen, die gewerblich genutzte IT gegen unbefugte Zugriffe absichern. Mit dem Erwerb haben wir die optimale Plattform für eine erfolgreiche Zukunft im Kompetenzbereich IT-Sicherheit geschaffen, so Michael Meermann. ARTADA wird die Kapazitäten und Kompetenzen beider Häuser bündeln, um das steigende Sicherheitsbedürfnis seiner Kunden aus Handel, Industrie und öffentlicher Hand vollumfänglich zu erfüllen. Nach den Enthüllungen um Datendiebstahl in den vergangenen 12 Monaten ist besonders die Verschlüsselung von s zu einem sehr sensiblen Thema geworden, gerade auch bei mobilen Endgeräten wie Smartphones und Tablets. Hier hat es einen Technologiesprung bei der Verschlüsselung gegeben, mit dem Sicherheit einfacher zu erlangen ist, informiert Michael Meermann. Heute gibt es intelligente Systeme, die sensible s automatisch identifizieren und sie verschlüsseln. Erst kürzlich hat der Werler IT-Dienstleister den höchsten Status bei SOPHOS erworben. Der führende Hersteller für Sicherheits-Software vergibt den Platinum-Partner-Status an IT-Unternehmen, die eine ausgeprägte Lösungsund Beratungskompetenz im Bereich IT-Sicherheit besitzen. Finden Sie es heraus mit dem IT Check für den Mittelstand. Die Analyse Ihrer kompletten IT mit detailliertem Ergebnisbericht, Optimierungsoptionen und Handlungsempfehlung durchgeführt vom führenden IT Systemhaus mit über 30 Jahren Erfahrung. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!

18 UNTERNEHMEN & REGION Westkalk investiert in saubere Straßen In ihrem Warsteiner Betrieb hat die Firma Westkalk die Asphaltierungsarbeiten für eine Verbindungsstraße zwischen den Werken I und II abgeschlossen. Die innerbetriebliche Straße wurde für rund Euro gebaut und ist eine von mehreren Maßnahmen, mit denen das Steinbruchunternehmen den Rangetriftweg zukünftig von Verunreinigungen durch Steintransport-Fahrzeuge und damit von Staubaufwirbelungen und Einträgen in die Kanalisation freihalten will. Anfang des Jahres hatte Westkalk bereits ein Rückhaltebecken zum Auffangen und Aufbereiten von innerbetrieblichem Regenwasser in Betrieb genommen. Für rund Euro soll in diesem Jahr mit dem Bau einer Brücke begonnen werden, sodass die Lkw-Transporte vom Steinbruch Hillenberg den Rangetriftweg nicht mehr belasten. Im Frühjahr des kommenden Jahres folgt schließlich der Bau einer Reifenwaschanlage an der dann einzigen Zufahrt zu den Werksanlagen am Rangetriftweg. Insgesamt investiert das Steinbruchunternehmen über eine halbe Million Euro, um die Verschmutzung der öffentlichen Straßen auf ein Minimum zu reduzieren. Wenn im Frühsommer 2015 alle Maßnahmen umgesetzt sind, haben unsere Steinfahrzeuge eine kürzere Strecke und die Anwohner eine saubere Straße, sagt Dr. Guido Mausbach, Technischer Leiter von Westkalk. Anstatt den weiten Weg über den Rangetriftweg nehmen zu müssen, können die Fahrzeuge zukünftig von Mues Wiesen über die Brücke direkt aufs Betriebsgelände fahren. Mausbach: Ich finde, das ist eine gute Lösung für alle Beteiligten. Paul Köster GmbH erhält Mittelstandspreis Die Paul Köster GmbH aus Medebach hat den Großen Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung erhalten. Das Maschinenbau-Unternehmen liefert Komplettlösungen in den Feldern Dichtheitsprüfung, Montage und Automation. Für die Auszeichnung mussten die Nominierten in den fünf Kategorien Gesamtentwicklung des Unternehmens, Schaffung/Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Modernisierung und Innovation, Engagement in der Region und Service und Kundennähe, Marketing bestehen. Im Foto (v. li.) Ernst und Elke Köster, Paul und Hildegard Köster, Gisela und Friedrich Köster, Wirtschaftsförderer der Stadt Medebach Frank Linnekugel. Ich kann überall arbeiten DIE online Business-Software für den Mittelstand 16

19 POLITIK & PRAXIS darknightsky - Fotolia.com Wirtschaft befürchtet teure Kläranlagen-Aufrüstung Chemiecocktail aus dem Wasserhahn Medikamente vergiften unser Trinkwasser Populistisch-plakative Slogans wie diese prägen zurzeit die öffentliche Diskussion und in NRW auch das politische Handeln. Sie zeichnen ein verzerrtes Bild und verunsichern die Bevölkerung. Ihre Folgen könnten Bürger sowie Unternehmen teuer zu stehen kommen und der Umwelt wenig helfen. Größter Kostentreiber dürfte die Einführung der (nach der mechanischen und biologischen Klärung und der Phosphatentfernung) 4. Reinigungsstufe in Kläranlagen sein, die das Land mit einer breit angelegten Kampagne forciert. Hier sollen Ozonierungsanlagen oder Aktivkohlefilter den von Menschen stoffe abgezielt, die nicht in den einschlägigen gesetzlichen Regelungen verursachten Spurenstoffen wie Rückständen von Arzneimitteln 1/16 Seite zu (3 Leibe Sp. x enthalten 30 mm) sind. Ziel ist die 4. Reinigungsstufe. Das Cluster Umwelttech- rücken. NRW marschiert mal wieder einen nologien NRW mit seinen Tagungen, Sonderweg: Die sogenannten Innovativer Mertsch- HALLEN- & Projekten MODULBAU und vom Marketingmaßnahmen Großflächen-Profi Erlasse aus dem Düsseldorfer Umweltministerium schreiben vor, dass Klär- Karten spielt dieser Politik die rasante drängt in dieselbe Richtung. In die anlagen nur noch Erlaubnisbescheide Designer Pavillons Büro- Entwicklung & Seecontainer - der Jahresgebäude Analysetechnik, 40% unter NP! die erhalten, wenn sie eine Machbarkeitsstudie für die technische Aufrüstung Dosierungen nachweisen kann und so immer mehr Stoffe in immer feineren vorlegen. Dabei wird auf Mikroschad- Ängste in Lippstadt/Geseke der Bevölkerung Tel / schürt. 0 Hallenkonstruktionen mit mit Holzleimbinder Holzleim-Binder F-30B BF-30 Innovativer B HALLEN- & MODULBAU vom Großflächen-Profi Hallenkonstruktionen mit Holzleim-Binder F-30 B Anzeigen IHK Typen o. o. angepasst mit Dacheindeckung mit Dacheindeckung + Rinnenanlage, + Rinnenanlage, Büro-Hallen-Kombinationen - Modulbau - Containergebäude - Pavillons prüffähiger Statik, mit + ohne Montage. Absolut preiswert! Typen o. angepasst Statik, mit Dacheindeckung mit + ohne Montage. + Rinnenanlage, Absolut preiswert! Reithallentypen 20 / 40 m + 20 / 60 m besonders preiswert! prüffähiger Reithallentypen Statik, mit 20 + / ohne 40 m Montage / Absolut 60 m besonders preiswert! *1000-fach bewährt, montagefreundlich, feuerhemmend F-30 B preiswert! Reithallentypen 20 / 40 m + 20 / 60 m besonders preiswert! Timmermann *1000-fach bewährt, montagefreundlich, feuerhemmend F-30 B *1000-fach bewährt, GmbH montagefreundlich, Hallenbau feuerhemmend & Holzleimbau F-30 B Timmermann Kamen Tel. GmbH GmbH Hallenbau Hallenbau Fax Typ Lombard & Holzleimbau & Holzleimbau Kamen Tel Tel Fax Fax Typ Typ Lombard TOP Jahres-MIETRÜCKLÄUFER 40 % unter NP! Lippstadt/Geseke Tel / gesc März Vors NEU 17

20 POLITIK & PRAXIS Einführung der 4. Reinigungsstufe Für Prof. Dr.-Ing. Harro Bode, Vorstandsvorsitzender des Essener Ruhrverbands, ist das NRW-Vorgehen ein Unding, ein rechtliches, ökologisches und wirtschaftliches Unding. Die Mikroschadstoffe zählten zu den großen Herausforderungen unserer Zeit. Prof. Bode warnt jedoch vor einer zu schnellen Einführung der 4. Reinigungsstufe. Nach einem Gutachten von Dr. Dr. Wolfgang Durner, Professor an der Uni Bonn und Leiter des Instituts für das Recht der Wasser- und Entsorgungswirtschaft, kann sich das Land nicht auf geltendes Recht stützen. Maßstab seien die ohnehin anspruchsvollen Bestimmungen der Bundesverordnungen für Oberflächengewässer und das Einleiten von Abwasser, die erfüllt würden, und nicht besonders ambitionierte NRW-Vorstellungen. Zunächst, so Prof. Bode, müsse weiter untersucht werden, welche Stoffe mit welchen Verfahren eliminiert werden können. Hier bringe sich der Ruhrverband mit seiner Versuchsanlage in Schwerte ein. Zahlreiche Mikroschadstoffe ließen sich mit der 4. Reinigungsstufe nicht oder kaum eliminieren, andere gelangten gar nicht über die Kläranlagen ins Gewässer sondern auf anderen Wegen, etwa aus der Luft oder von benachbarten Äckern oder Straßen. Auch sei die Wirkung der Spurenstoffe auf Mensch und Umwelt noch nicht hinreichend erforscht. Zudem konterkariere der hohe Energieverbrauch vor allem der Ozonierung die energie- und klimapolitischen Ziele. Schließlich bedeute die Installation einer 4. Reinigungsstufe für die Kläranlagenbetreiber erhebliche zusätzliche Investitionen und laufende Kosten, die für Bürger und Betriebe massive Gebührenerhöhungen mit sich brächten. Rudolf Graaff vom Städte- und Gemeindebund NRW rechnet für den Fall der Aufrüstung mit einem Anstieg der Schmutzwassergebühr von bis zu 40 Cent pro Kubikmeter Abwasser. Grundsätzlich, so Prof. Bode, sei ein gesellschaftlicher Diskurs darüber zu führen, welche Restverunreinigungen hinnehmbar seien. Moderne Wirtschaft, Komfort und Wohlstand auf der einen und reines, unberührtes Wasser auf der anderen Seite seien kaum zu haben. Die Menschen könnten nicht ihr Auto nutzen, ihre Wohnungen heizen, Cremes und Arzneimittel anwenden usw. und gleichzeitig einen völlig natürlichen Zustand der Gewässer fordern. Klimawandel und Demografie als Herausforderungen Graaff rät dazu, den verengten Blick auf End-of-Pipe-Lösungen zu erweitern. Es seien auch andere Einleitungen als die von Kläranlagen, etwa die von Straßen oder landwirtschaftlichen Nutzungen zu betrachten. Eine Verbesserung der Gewässerqualität sei nur bei einem ganzheitlichen Vorgehen zu erreichen. Verstärkt sei an der Quelle der Verunreinigung anzusetzen. Als Beispiele führt Graaff Krankenhäuser als Hotspots an und Privathaushalte, die über Verbraucherinformationen über den Umgang mit Chemikalien und Medikamenten zu erreichen seien. Planungssicherheit ist für die Kläranlagenbetreiber umso wichtiger, als die 4. Reinigungsstufe nicht das einzige Damoklesschwert ist. Weitere, auch finanzielle Herausforderungen werden Klimawandel und Demografie mit sich bringen. Hinzu kommen noch weitere Kostentreiber, die mit den Novellen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des Abwasserabgabengesetzes ins Haus stehen. Wesentlicher Knackpunkt des neuen EEGs ist die Einschränkung des Eigenstromprivilegs, die DIHK-Präsident Eric Schweitzer für einen falschen Schritt hält, weil sie viele klima- und energiepolitisch sinnvolle Investitionen in Frage stelle. Die Abwasserabgabe hat sich aus Sicht der IHKs überlebt. Diese war eingeführt worden, um in Deutschland flächendeckend moderne Abwasserreinigungsanlagen zu installieren. Was längst vollbracht ist. Deutschland erfüllt die höchsten europäischen Standards. Deshalb müsste die Abgabe abgeschafft und nicht wie vorgesehen unter anderem durch Wegfall der Ermäßigungsoption drastisch erhöht werden. Foto: DIHK In dieser brisanten Gemengelage sollte die Politik umsichtig und mit Betroffenen und den Nachbarländern abgestimmt vorgehen, denn, so Graaff: Alleingänge in einzelnen Ländern oder Regionen sind wenig hilfreich, denn Wasser kennt bekanntlich keine Dr. Jens Ferber Südwestfälische IHK zu Hagen Wirtschaftsprüfung Sanierungsberatung Steuerberatung Heilberufeberatung Meschede, Lanfertsweg Olsberg, Kampstraße 2 a w.dr-rieden.de Telefon / Tel / Telefax / Tel / Arnsberg, Brückenplatz 13 Tel /

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