Tierärztliche Hochschule Hannover

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1 Tierärztliche Hochschule Hannover Die Erfassung von Verbrauchsmengen für Antibiotika bei Lebensmittel liefernden Tieren vor dem Hintergrund der tierärztlichen Betreuung INAUGURAL-DISSERTATION zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Veterinärmedizin - Doctor medicinae veterinariae - (Dr. med. vet.) vorgelegt von Christine Hegger-Gravenhorst Vechta Hannover 2012

2 Wissenschaftliche Betreuung: Univ.-Prof. Dr. L. Kreienbrock Institut für Biometrie, Epidemiologie und Informationsverarbeitung 1. Gutachter: Univ.-Prof. Dr. L. Kreienbrock 2. Gutachter: Univ.-Prof. Dr. M. Kietzmann Tag der mündlichen Prüfung:

3 MEINEN ELTERN, MEINEM MANN KONRAD UND FÜR MEINE TOCHTER GRETA

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5 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung Literatur Verbrauchsmengenerfassung für Antibiotika Rechtliche Grundlagen Verbrauchsmengenerfassungen in EU-Mitgliedsstaaten Dänemark - DANMAP/ VetStat Schweden - SVARM Norwegen - NORM/ NORMVET Niederlande - MARAN Andere EU-Mitgliedsstaaten Verbrauchsmengenerfassungen in der Bundesrepublik Deutschland Strukturen tierärztlicher Praxen in der Bundesrepublik Deutschland Landwirtschaftliche Strukturen in der Bundesrepublik Deutschland Fragebögen als Erhebungsinstrument Material und Methoden Verbrauchsmengenerfassung Auswahl und Rekrutierung teilnehmender Tierärzte Datengrundlage und Erhebungszeitraum Erfassungsprogramm Testphase Datenerfassung in der Tierarztpraxis Datenschutz Erheberdokumentation Fragebogen Auswahl der Studienpopulation Fragebogenstruktur Testphase I -

6 Inhaltsverzeichnis Versand Datenaufbereitung und Auswertung Definition zusätzlicher Variablen Statistische Auswertung Ergebnisse Allgemeine Beschreibung der Daten Fragebogen Verbrauchsmengenerfassung Arzneimitteleinsatz - Verbrauchsmengen für Antibiotika Antibiotikaverbrauchsmengen pro Landkreis Beschreibung der Dosis pro Landkreis Beschreibung der Dosierung pro Landkreis Beschreibung der Dosis pro Fragebogen-Responder (n = 20) und Non- Responder (n = 4) Beschreibung der Dosierung pro Fragebogen-Responder (n = 20) und Non- Responder (n = 4) Beschreibung der Dosis pro Erfassungsart Beschreibung der Dosierung pro Erfassungsart Epidemiologische Bewertung Struktur der Tierhaltung in den Studienlandkreisen Tierärztebefragung - Teil I: Strukturen tierärztlicher Praxen Anzahl der beschäftigten Tierärzte pro Praxis Nutztieranteil Anzahl der betreuten Betriebe Zahl der betreuten Tiere Einschätzung der Praxisbindung Einzugsgebiet Gebietsbezeichnungen Integrierte Tierärztliche Bestandsbetreuung und Betreuungsverträge Praxisgröße II -

7 Inhaltsverzeichnis Bestimmung der Praxisgröße anhand der Anzahl beschäftigter Nutztierärzte Bestimmung anhand der betreuten Betriebe Bestimmung anhand des Einzugsgebietes Tierärztebefragung - Teil II: Dokumentation der Anwendung und Abgabe von Arzneimitteln Anwendungs- und Abgabebelege Erfassungsarten Elektronische Dokumentation Handschriftliche Dokumentation Beschreibung des Arzneimitteleinsatzes Arzneimitteleinsatz pro Belegzeile Arzneimitteleinsatz pro Praxis Arzneimitteleinsatz in den Landkreisen Diskussion Intention der Arbeit Methode Rekrutierung der Teilnehmer Fragebogen Verbrauchsmengenerfassung Antibiotika-Verbrauchsmengen Strukturen tierärztlicher Praxen Arzneimitteleinsatz Vergleich mit Dokumentationssystemen anderer Länder Schlussfolgerungen Zusammenfassung Summary Literaturverzeichnis III -

8 Inhaltsverzeichnis 10. Anhang Pressemitteilung im Deutschen Tierärzteblatt Anschreiben Tierärzte Anhang Anschreiben - Informationsblatt Erklärung zum Datenschutz VetCAb-Eingabemaske Merkblatt zur Dateneingabe Compliance-Untersuchungsbogen Anschreiben Fragebogen Fragebogen Handout Infoabend Tabellen IV -

9 Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis ADD ADDkg AFSSA AGTAM AM AMG ArgeVET AuA AURES BfR BfT BMBF BMELV BMG bpt BTK BVL DANMAP DART dd/ay DEFRA DIMDI EG ESAC EU Defined Animal Daily Dose (Acceptable Daily Dosage) ADD pro kg Agence française de sécurité sanitaire des aliments (Französische Agentur für Lebensmittelsicherheit) Arbeitsgruppe Tierarzneimittel Arzneimittel Arzneimittelgesetz Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln Arbeitsgemeinschaft der leitenden Veterinärbeamten Arzneimittel-Anwendungs- und Abgabebeleg Austrian Resistance Surveillance Bundesinstitut für Risikobewertung Bundesverband für Tiergesundheit e.v. Bundesministerium für Bildung und Forschung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Bundesministerium für Gesundheit Bundesverband praktizierender Tierärzte e.v. Bundestierärztekammer Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Danish Integrated Antimicrobial Resistance Monitoring and Research Programme Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie Daily Dosage per animal per year Department of Environment, Food and Rural Affairs (UK) Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information Europäische Gemeinschaft European Surveillance of Antimicrobial Consumption Europäische Union - V -

10 Abkürzungsverzeichnis FIDIN GERMAP GermVet GfK IG-ITB-Rind im ITAVARM iv KGW LEI MARAN MHK NORM/NORMVET OIE PIZ Std SVARM SWISSMEDIC TÄHAV TBI VetAbis VetCAb VetStat Vereniging van Fabrikanten en Importeurs van Diergeneesmiddelen In Nederland Vereinigung der niederländischen Veterinärarzneimittelindustriellen und Importeure German Resistance Monitoring German Resistance Monitoring veterinärpathogener Keime Gesellschaft für Konsumforschung, Nürnberg Interessengemeinschaft Integrierte Tierärztliche Bestandsbetreuung - Rind intramuskulär Italian Veterinary Antimicrobial Resistance Monitoring intravenös Körpergewicht Agricultural Economics Research Institute (Niederlande) Monitoring of Antimicrobial Resistance and Antibiotic Usage in the Netherlands Minimale Hemmstoffkonzentration Usage of Antimicrobial Agents and Occurrence of Antimicrobial Resistance in Norway World Organisation for Animal Health Planungs- und Informationszentrum (Tierärztliche Hochschule Hannover) Standardabweichung Swedish Veterinary Antimicrobial Resistance Monitoring Schweizerisches Heilmittelinstitut Tierärztliche Hausapothekenverordnung Tierbehandlungsindex Veterinärmedizinisches Antibiotika-Informationssystem Veterinary Consumption of Antibiotics Nationales System zur Erfassung von Verbrauchsmengen verschreibungspflichtiger Arzneimittel bei Tieren (Dänemark) - VI -

11 Abkürzungsverzeichnis VETIDATA WHO ZNS ZTD Veterinärmedizinischer Informationsdienst für Arzneimittelanwendung, Toxikologie und Arzneimittelrecht World Health Organisation Zentrales Nervensystem Zentrale Tierärztedatei - VII -

12 - VIII -

13 1. Einleitung 1. Einleitung Antimikrobiell wirksame Substanzen sind in der Veterinärmedizin unverzichtbar für die Therapie und Gesunderhaltung von Tieren und Tierbeständen. Während in der Humanmedizin der Einsatz von Antibiotika ausschließlich der Prävention und Heilung von Infektionskrankheiten dient, besteht in der Veterinärmedizin darüber hinaus, neben den Aspekten des Tierschutzes, die Verpflichtung die Ausbreitung von Krankheiten sowie die Übertragung von Zoonosen und ernährungsbedingten Krankheiten auf den Menschen zu vermeiden (UNGEMACH 1999). Im Sinne des Verbraucherschutzes ist es außerdem von großer Bedeutung, gesundheitlich bedenkliche Rückstände in Lebensmitteln sowie die Übertragung von bakteriellen Resistenzen zu verhindern. Der gezielte und sorgsame Einsatz von Antibiotika ist damit essentiell für die Gesundheit von Mensch und Tier. Die stetige Zunahme von Antibiotikaresistenzen, insbesondere das Auftreten immer neuer multiresistenter Keime, stellt jedoch eine ernst zu nehmende Bedrohung der therapeutischen Bekämpfung bakterieller Infektionen dar. Ursächlich für die zunehmende Resistenzsituation in der Humanmedizin ist laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG 2008) in erster Linie der häufig zu unkritische Einsatz von Antibiotika mit breitem Wirkspektrum. Eine Resistenzentwicklung durch Rückstände antibakteriell wirksamer Substanzen in Lebensmitteln kann nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR 2008) aufgrund der Ergebnisse des Nationalen Rückstandskontrollplans nicht ausgeschlossen werden. Eine akute Gefährdung durch Antibiotikarückstände in Lebensmitteln sei aber nicht abzuleiten. Von größerer Bedeutung für die Human- und Veterinärmedizin im Hinblick auf die Übertragung von Resistenzen scheint die Aufnahme bereits resistenter Bakterien, insbesondere Zoonoseerreger, zu sein. Um auch in Zukunft effektive Antibiotika zur Therapie von Infektionskrankheiten in der Human- und Veterinärmedizin zur Verfügung zu haben, sind beiderseits Anstrengungen zur Verhinderung von Resistenzbildung und -ausbreitung zwingend erforderlich

14 1. Einleitung Die Entwicklung von Resistenzen steht im Zusammenhang mit dem Einsatz von Antibiotika, insbesondere bei ungezieltem, niedrig dosiertem und längerem bestandsweisen Einsatz (BTK u. ARGEVET 2000). Daher ist für eine erfolgreiche Bekämpfung von Resistenzen eine Erfassung der Antibiotikaverbrauchsmengen notwendig. In Deutschland stehen dazu bisher keine belastbaren Daten zur Verfügung. Anders ist die Situation in anderen EU-Mitgliedsstaaten wie Dänemark und Schweden. Dort sind seit Jahren Resistenz- und Verbrauchsmengenmonitoringprogramme etabliert. Eine direkte Übertragung dieser Systeme auf Deutschland ist aufgrund unterschiedlicher struktureller Voraussetzungen allerdings nicht möglich. Die Entwicklung und Erprobung einer Methode zur Erfassung von Antibiotikaverbrauchsmengen bei Lebensmittel liefernden Tieren, insbesondere die Ermittlung dazu notwendiger struktureller Informationen zur Landwirtschaft und tierärztlichen Praxis, war Gegenstand dieser Arbeit. Für die Beurteilung des Arzneimittelverbrauches war es unerlässlich neben den pharmakologischen Gesichtspunkten außerdem die Strukturen der Nutztierhaltung sowie der tierärztlichen Betreuung zu berücksichtigen. Die Bewertung des Arzneimitteleinsatzes vor dem Hintergrund der Strukturen der Landwirtschaft sowie der tierärztlichen Betreuung stehen dabei im Vordergrund

15 2. Literatur 2. Literatur 2.1. Verbrauchsmengenerfassung für Antibiotika Rechtliche Grundlagen Der Einsatz von Antibiotika ist essentiell in der Human- sowie in der Veterinärmedizin. Dabei stellt die Ausbildung und Ausbreitung bakterieller Resistenzen ein erstzunehmendes Problem auf beiden Seiten dar. Beiderseits sind daher Wege zur Vermeidung von Resistenzbildung und -ausbreitung aufzuzeigen. In der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2008) der Bundesministerien für Gesundheit (BMG), für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sind nationale Ziele zur Reduzierung und Verminderung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin festgelegt. In der Veterinärmedizin wurden bisher zahlreiche Anstrengungen zur Minimierung von Antibiotikaresistenzen unternommen. Mit den Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antimikrobiell wirksamen Tierarzneimitteln (BTK u. ARGEVET 2000) wurden in der Veterinärmedizin bereits vor vielen Jahren Mindestanforderungen für den Einsatz von Antibiotika bei Tieren festgelegt, die die Regeln der tierärztlichen Wissenschaft darstellen. Eine laufende Anpassung an den aktuellen Stand der tiermedizinischen Wissenschaft ist laut DART (2008) als zukünftige Maßnahme ständig durchzuführen. Die letzte Aktualisierung erfolgte daher im Jahr 2010 (BTK u. AGTAM 2010). Mit dem Verbot des Einsatzes von antibiotischen Leistungsförderern mit der Verordnung EG Nr. 1831/2003 seit dem 01. Januar 2006 wurde eine weitere wichtige Maßnahme getroffen, den Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin zu verringern. Im Arzneimittelgesetz (AMG) finden sich grundlegende Vorgaben für die Zulassung, Herstellung, Abgabe und Anwendung von Arzneimitteln einschließlich Antibiotika. Schon für - 3 -

16 2. Literatur die Zulassung von Antibiotika werden umfangreiche Daten hinsichtlich der Resistenzproblematik angefordert. So sind vom Antragssteller repräsentative MHK-Werte der letzten fünf Jahre sowie Daten zur Resistenzentwicklung und deren Mechanismen vorzulegen. Für die Zulassung für Lebensmittel liefernde Tiere werden zusätzlich Daten zur Empfindlichkeit und Resistenz für Zoonoseerreger und Kommensalen gefordert ( 22, 23 AMG). Der pharmazeutische Unternehmer ist auch nach der Zulassung gemäß 63b AMG verpflichtet, Daten zur Pharmakovigilanz des Antibiotikums zu sammeln, zu bewerten, geeignete Maßnahmen zur Risikoabwehr zu treffen und die zuständige Bundesoberbehörde zu informieren. Grundsätzlich sind alle Antibiotika in Deutschland verschreibungspflichtig ( 48 Abs. 1 u. 6 AMG). Mit der 11. AMG-Novelle wurden zusätzlich Maßnahmen im Zusammenhang mit der Anwendung und Abgabe von Antibiotika vorgenommen. So darf nach 56a nur die Menge systemisch anzuwendender Antibiotika zur Behandlung von Lebensmittel liefernden Tieren abgegeben werden, die maximal für sieben Tage ausreicht ( 7-Tage- Regelung ). Antibiotika, für die gemäß Zulassung eine Therapie länger als sieben Tage ausdrücklich festgelegt sind, sind von dieser Regelung ausgenommen. Der Tierarzt darf Antibiotika für den jeweiligen Behandlungsfall erneut nur abgeben oder verschreiben, sofern er in einem Zeitraum von 31 Tagen vor dem Tag der entsprechend seiner Behandlungsanweisung vorgesehenen letzten Anwendung des Antibiotikums die behandelten Tiere oder den behandelten Tierbestand untersucht hat ( 56a Abs. 1 Satz 2). Auch der 12 der Tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV) befasst sich mit der Abgabe von Arzneimitteln durch den Tierarzt. Apothekenpflichtige Arzneimittel dürfen nur im Rahmen einer ordnungsgemäßen Behandlung nach den Regeln der tierärztlichen Wissenschaft, d.h. nach ausreichender Untersuchung und Kontrolle der Anwendung und des Behandlungserfolges, an den Tierhalter abgegeben werden (UNGEMACH 2008). Mit der Änderung des 13 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 AMG ist eine Herstellung von Arzneimitteln im Rahmen des Betriebes einer tierärztlichen Hausapotheke unter Verwendung apothekenpflichtiger Stoffe nicht mehr zulässig. Damit solle erreicht werden, dass Fertigarznei

17 2. Literatur mittel, die bei ihrer Zulassung auf Qualität, Sicherheit und Unbedenklichkeit geprüft würden, Einsatz fänden (UNGEMACH u. OTTILIE 2002). Fütterungsarzneimittel dürfen zudem aus höchstens drei Arzneimittelvormischungen bestehen. Dabei wird zusätzlich die Anzahl der Vormischungen, die Antibiotika enthalten dürfen, auf zwei begrenzt. Enthält eine Arzneimittelvormischung mehr als zwei antibiotisch wirksame Stoffe, darf keine weitere antibiotikahaltige Vormischung hinzugefügt werden. In der Zoonoserichtlinie 2003/99/EG der Europäischen Kommission ist festgelegt, dass in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ein Monitoring der Antibiotikaresistenzen von Zoonoseerregern durchzuführen ist, dessen Umsetzung den Mitgliedsstaaten überlassen bleibt. In Deutschland wird seit 2001 durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) jährlich die Wirksamkeit ausgewählter Antibiotika gegenüber Bakterienisolaten von akut erkrankten Lebensmittel liefernden Tieren geprüft (Germ-Vet). Für die Empfindlichkeitsprüfung bakterieller Infektionserreger der Tierarten Hund, Katze, Schwein und Pferd wurde in den Jahren erstmals ein Monitoring durch den Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) durchgeführt (BfT-Germ-Vet). Diese Studien verfahren nach dem gleichen Stichprobenplan und verwenden die gleiche Methodik. Die Ergebnisse beider Studien wurden erstmals 2008 gemeinsam mit Daten aus der Humanmedizin in einem Resistenzatlas publiziert (GERMAP 2008). Eine Ausdehnung des Resistenzmonitorings auf Basis der bisher gewonnenen Daten sowie die Veröffentlichung eines einheitlichen, jährlichen Resistenzberichtes ist laut DART anzustreben. Dabei ist außerdem eine Standardisierung der Resistenzbestimmung für die Vergleichbarkeit der Daten notwendig (BMG et al. 2008). Da ein Zusammenhang zwischen der Einsatzmenge von Antibiotika und der Entwicklung von bakteriellen Resistenzen besteht, ist der Verbrauch bei der Betrachtung von Resistenzen einzubeziehen (UNGEMACH 1999). Aus diesem Grunde ist es erforderlich, neben einem Resistenzmonitoring auch ein Verbrauchsmengenmonitoring durchzuführen. Die Grundlagen hierfür finden sich ebenfalls im Arzneimittelgesetz. Mit der 11. AMG- Novelle wurde der 47 Vertriebsweg um den Absatz 1c ergänzt. Dieser besagt, dass - 5 -

18 2. Literatur pharmazeutische Unternehmer und Großhändler dazu verpflichtet sind, die Abgabe von Arzneimitteln, die kritische Stoffe im Sinne des Verbraucherschutzes enthalten, dem Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) zu melden (UNGEMACH u. OTTILIE 2002). In Verbindung mit dem 67a AMG ist es möglich über die pharmazeutischen Unternehmer und Großhändler die Antibiotikamengen, die an den Tierarzt abgegeben wurden, zu ermitteln. Dabei können jedoch lediglich Wirkstoffmengen erfasst werden, eine Erfassung von Informationen zur behandelten Tierart sowie zur Indikation der Anwendung ist nicht möglich. Diese sind jedoch zwingend erforderlich, um belastbare Aussagen zur tatsächlich eingesetzten Antibiotikamenge bei einem Tier innerhalb eines bestimmten Zeitraumes treffen zu können Verbrauchsmengenerfassungen in EU-Mitgliedsstaaten Dänemark - DANMAP/ VetStat In Dänemark wird mit DANMAP (The Danish Integrated Antimicrobial Resistance Monitoring and Research Programme) seit dem Jahr 1995 ein Monitoring des Antibiotikaverbrauchs sowie der Antibiotikaresistenzen für die Human- und Veterinärmedizin und den Lebensmittelsektor durchgeführt (HEUER et al. 2008, 2009). Tierärzte in Dänemark besitzen kein Dispensierrecht, d.h. sie müssen Medikamente für den Praxisgebrauch über Apotheken beziehen. Auch Medikamente zur Anwendung durch den Landwirt werden über ein Rezept in der Apotheke erworben. Daher werden in Dänemark 97% der verschreibungspflichtigen Medikamente über Apotheken verkauft. Die einzige Ausnahme sind Fütterungsarzneimittel, die über Futtermühlen bezogen werden können. Die Angaben zu Antibiotikaverbrauchsmengen aus den Jahren beruhten auf Daten der pharmazeutischen Industrie. Da diese Daten nicht alle erforderlichen Informationen enthielten, wurde im Jahr 2001 das Monitoringprogramm VetStat eingeführt. Von den Apotheken und den Futtermühlen werden seitdem alle essentiellen Informationen, wie Zieltierart, Indikation, Applikationsart und Dosierung jeder Verschreibung elektronisch an VetStat weitergeleitet. Tierärzte sind ebenfalls verpflichtet den Einsatz verschreibungspflichtiger Medikamente bei Lebensmittel liefernden Tieren an VetStat zu melden

19 2. Literatur Die dänische Verbrauchsmengenerfassung umfasst sowohl eine Erfassung der Verbrauchsmengen in Wirkstoffmenge in Kilogramm als auch in ADD (Animal Daily Dose) für jede Tierart und Altersgruppe. Da hier nur eine kurze Übersicht der Daten aus Dänemark wiedergegeben werden soll und aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den Daten anderer Länder, wird in diesem Fall nur auf die Wirkstoffmengen in Kilogramm eingegangen. Die landwirtschaftliche Struktur und der Antibiotikaverbrauch in Dänemark der Jahre 2007 und 2008 sind in Tabelle 2.1 und Tabelle 2.2 dargestellt. Die Landwirtschaft in Dänemark umfasst in erster Linie die Produktion und Mast von Schweinen. Von großer Bedeutung ist zudem der Export von Babyferkeln sowie von Broilern. Seit dem Jahr 1998 gab es in der dänischen Fleischproduktion einen Zuwachs von 32 %. Über den gleichen Zeitraum wird über eine Steigerung des Antibiotikaverbrauches um 110 % berichtet. Den größten Anteil am Gesamtverbrauch machen dabei die Tetrazykline aus. Tabelle 2.1: Produktion Lebensmittel liefernder Tiere, Fleisch- und Milchproduktion in Dänemark (Quelle: DANMAP (HEUER et al. 2009)) Tierart rel. Veränderung (%) Broiler Puten Rinder Tiere t Tiere t Tiere (geschlachtet) t Milchkühe Schweine Tiere t Milch Tiere t Exportschweine * Tiere * Die Anzahl der Exportschweine (Gewicht: kg) ist in der Anzahl der Schweine enthalten

20 2. Literatur Tabelle 2.2: Jährlicher Gesamtverbrauch von Antibiotika bei Lebendmittel liefernden Tieren in Dänemark (Wirkstoffmenge in kg) (Quelle: DANMAP (HEUER et al. 2009)) Wirkstoffgruppe Tetrazykline Penicilline, ß-Lactame andere Penicilline, Cephalosporine Sulfonamide & Trimethoprim Sulfonamide Macrolide, Lincosamide, Pleuromutiline Aminoglycoside andere Gesamt Schweden - SVARM Seit dem Jahr 2000 wird in Schweden das Resistenz- und Verbrauchsmengenmonitoringprogramm SVARM (Swedish Veterinary Antimicrobial Resistance Monitoring) durchgeführt (BENGTSSON et al. 2006), (BENGTSSON et al. 2008) und (BENGTSSON et al. 2009). In Schweden gibt es ein staatliches Apothekenmonopol. Nur Apotheken, die der staatlichen Organisation Apoteket AB angeschlossen sind, haben die Erlaubnis, Medikamente zu verkaufen. Aus diesem Grund gibt es in Schweden ebenfalls kein tierärztliches Dispensierrecht. Antibiotika für den veterinärmedizinischen Einsatz können ausschließlich über staatliche Apotheken bezogen werden. In Schweden wurden im humanmedizinischen Bereich bereits seit dem Jahr 1976 Anstrengungen unternommen, den Antibiotikaverbrauch über die Verkaufszahlen schwedischer Großhändler zu erfassen. Seit 1980 wurde jährlich der Gesamtverbrauch von Antibiotika bei Tieren ermittelt. Diese Daten basierten ebenfalls auf den Verkaufszahlen der - 8 -

21 2. Literatur Großhändler. Für die Apotheken besteht seit 2003 die Verpflichtung, ihre Verkaufszahlen von Antibiotika elektronisch zu erfassen. Die in SVARM vorliegenden Daten basieren auf den Verkaufszahlen von Apoteket AB. Sie beinhalten ausschließlich antimikrobielle Wirkstoffe, die eine veterinärmedizinische Zulassung haben. Es wurden Verschreibungen für alle Tierarten erfasst, d.h. Lebensmittel liefernde Tiere, Pferde, Haustiere etc. Für die Auswertung wurde aus den verkauften Einheiten auf die Wirkstoffmenge in kg zurückgerechnet. Die Nutztierhaltung in Schweden ist im Gegensatz zu Dänemark weniger von intensiver Nutztierhaltung geprägt. Außerdem wird hier eine Abnahme der Population in den vergangenen Jahren beobachtet. Daten zur landwirtschaftlichen Struktur finden sich in Tabelle 2.3. Tabelle 2.3: Anzahl Lebensmittel liefernder Tiere in Schweden (Quelle: SVARM 2008 (BENGTSSON et al. 2009)) Tierart Rinder Milchkühe Mastrinder andere Rinder > 1 Jahr Kälber < 1 Jahr Gesamt Schweine Eber & Sauen Mastschweine > 20 kg Ferkel < 20 kg Gesamt Schafe Böcke & Mutterschafe Lämmer Gesamt Legehennen Gesamt

22 2. Literatur Auch der veterinärmedizinische Antibiotikaverbrauch ist in Schweden rückläufig. Der Gesamtverbrauch lag im Jahr 2008 bei kg Wirkstoff (siehe Tabelle 2.4). Nahezu die Hälfte der Gesamtmenge ist dabei den Benzylpenicillinen zuzuordnen. Erst an zweiter bzw. dritter Stelle folgen die Sulfonamide und die Tetrazykline. Tabelle 2.4: Jährlicher Verkauf von Antibiotika für den veterinärmedizinischen Einsatz in Schweden (Wirkstoffmenge in kg); basierend auf Verkaufsstatistiken von Apoteket AB (Quelle: SVARM 2008 (BENGTSSON et al. 2009)) Wirkstoffgruppe Tetrazykline Benzylpenicilline Aminopenicilline andere Betalactame Aminoglykoside & Polymyxine Sulfonamide Trimethoprim & Derivate Macrolide & Lincosamide Fluorchinolone Pleuromutiline Gesamt Norwegen - NORM/ NORMVET In Norwegen wird seit 1999 das Monitoringprogramm NORM für den humanmedizinischen Bereich durchgeführt, das im Jahr 2000 um NORMVET für die Veterinärmedizin erweitert wurde (BLIX et al. 2008). NORMVET wird koordiniert vom Norwegischen Zoonose- Zentrum des Nationalen Veterinärinstitutes. Die Voraussetzungen für die Erfassung von Antibiotikaverbrauchsmengen sind in Norwegen mit den dänischen bzw. schwedischen Gegebenheiten vergleichbar. Antibiotika sind

23 2. Literatur ausschließlich über Apotheken beziehbar, die nur von Großhändlern beliefert werden. Lediglich Fütterungsarzneimittel können über Futtermühlen bezogen werden. Diese Fütterungsarzneimittel werden ausschließlich für Zuchtfische eingesetzt, da es in Norwegen im Unterschied zu anderen europäischen Staaten keine großen Bestände anderer Lebensmittel liefernder Tiere gibt (siehe Tabelle 2.5). Die Herdenbehandlung erfolgt ausschließlich über das Trinkwasser oder mit Antibiotika, die direkt über das Futter gegeben werden können. Die aus Norwegen vorliegenden Zahlen zum Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin basieren somit auf Verkaufszahlen der Apotheken, Futtermühlen und Großhändler. Sie beinhalten alle Antibiotika, die für Lebensmittel liefernde Tiere, Pferde, Hunde und/ oder Katzen zugelassenen sind. Tabelle 2.5: Anzahl Lebensmittel liefernder und geschlachteter Tiere in Norwegen in 2008 (Quelle: NORMVET (BLIX et al. 2008)) Tierart Tiere Anzahl geschlachtete Tiere Rinder Ziegen Schafe Schweine Legehennen Broiler Puten, Enten & Gänse In Norwegen gab es im Jahr 2008 einen Antibiotika-Gesamtverbrauch von kg (ohne Fische aus Aquakulturen). Am häufigsten wurden dabei Benzylpenicilline eingesetzt, gefolgt von Kombinationspräparaten aus Sulfonamiden und Trimethoprim. Tetrazykline machen in Norwegen nur einen Anteil von etwa 5 % an der Gesamtverbrauchsmenge aus. Für Fische aus Aquakulturen wurde insgesamt eine Wirkstoffmenge von 941 kg eingesetzt. Die Chinolone machten dabei einen Anteil von 72 % aus

24 2. Literatur Niederlande - MARAN In den Niederlanden wurde mit MARAN (Monitoring of Antimicrobial Resistance and Antibiotic Usage in Animals in the Netherlands) im Jahr 2002 erstmals ein Resistenz- und Verbrauchsmengenmonitoring durchgeführt (BONDT u. PELLICAAN 2006). Die Daten basieren auf den Verkaufsdaten des Fachverbandes für Veterinärapotheken in den Niederlanden (FIDIN), dessen Mitglieder Pharmahersteller bzw. -importeure sind. Aufgrund der begrenzten Informationen dieser Daten wurde im Jahr 2004 ein Monitoring des Antibiotikaverbrauchs auf Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe durch das LEI (Agricultural Economics Research Institute) eingeführt. Seit 2006 erfolgt eine Auswertung des Antibiotikaverbrauchs nur noch auf Basis dieser Daten. Dazu wird jährlich aus einem Datenpool der LEI eine repräsentative Anzahl von landwirtschaftlichen Betrieben ausgewählt. Die Darstellung der Verbräuche erfolgt dabei als dd/ay (Daily Dosage per animal per year) sowie als Wirkstoffmenge in Kilogramm. Eine Übersicht über die Entwicklung des Antibiotikaverbrauchs gibt die Abbildung 2.1. Aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den Daten anderer EU-Staaten werden hier die Verbrauchszahlen, basierend auf den Verkaufszahlen der Pharmahersteller und -importeure, aus 2005 dargestellt

25 2. Literatur Abbildung 2.1: Verbrauchsmengen von Antibiotika in den Niederlanden von 1999 bis 2007 (Wirkstoffmenge in kg); (Quelle: FIDIN, veröffentlicht in MARAN 2007 (PUISTER et al. 2008); mit freundlicher Genehmigung der Autoren) Die landwirtschaftlichen Strukturen der Niederlande sind in Tabelle 2.6 dargestellt. Auch die niederländische Nutztierhaltung ist als intensiv zu bezeichnen. Im Vordergrund steht dabei die Produktion von Schweinefleisch

26 2. Literatur Tabelle 2.6: Anzahl Lebensmittel liefernder Tiere in den Niederlanden in 2005 (Quelle: MARAN 2005 (BONDT u. PELLICAAN 2006)) Tierart 2005 Wachstum zu 2004 (%) Rinder Milchkühe ,8 Mastkälber ,4 Mastrinder ,8 Gesamt ,8 Schweine Mastschweine > 20 kg ,3 Ferkel ,9 andere ,2 Gesamt ,4 Geflügel Broiler ,5 Legehennen Legehennen (Zucht) Broiler (Zucht) ,7 Enten & Puten ,5 Gesamt ,2 Schafe Gesamt ,3 In den Niederlanden wurde im Jahr 2005 eine Gesamtwirkstoffmenge von kg verkauft. Dies entspricht einem Zuwachs von 12 % gegenüber 2004 (siehe Tabelle 2.7). Der größte Anteil fällt dabei auf die Tetrazykline mit etwa 60 %, gefolgt von den Kombinationspräparaten aus Trimethoprim und Sulfonamiden mit etwa 18 %. Insgesamt gab es seit Beginn des Monitorings im Jahr 1997 bis zum Jahr 2007 einen Zuwachs der Gesamtverbrauchsmenge von 83 %

27 2. Literatur Tabelle 2.7: Gesamtverkäufe von Antibiotika in den Niederlanden in 2005 (Wirkstoffmenge in kg); (Quelle: FIDIN, veröffentlicht in MARAN 2005 (BONDT u. PELLICAAN 2006)) Wirkstoffgruppe 2005 Wachstum zu 2004 (%) Tetrazykline Penicilline/ Cephalosporine Makrolide Aminoglykoside Chinolone & Fluorchinolone Trimpethoprim & Sulfonamide andere Gesamt Andere EU-Mitgliedsstaaten In anderen europäischen Ländern wurden Monitoringprogramme initiiert, die sich allerdings auf ein Resistenzmonitoring von pathogenen Erregern, Zoonoseerregern und Indikatorbakterien beschränken. Aus diesem Grund wird auf diese Programme nicht ausführlicher eingegangen. Es zählen dazu Italien (ITAVARM), Österreich (AURES) und die Schweiz (Swiss Zoonosis Report). Frankreich und Großbritannien veröffentlichen gemeinsam durch das Department of Environment, Food and Rural Affairs (DEFRA 2007) bzw. die Agence Française de Sécurité Sanitaire Aliments (AFSSA 2006) jährlich Datensammlungen zur Resistenzsituation pathogener Erreger, Zoonoseerreger und Indikatorbakterien Verbrauchsmengenerfassungen in der Bundesrepublik Deutschland In Deutschland liegen durch das tierärztliche Dispensierrecht grundsätzlich andere strukturelle Vorraussetzungen vor als in den anderen europäischen Mitgliedsstaaten. Tierärzte in Deutschland sind ermächtigt, eine tierärztliche Hausapotheke zu führen und können damit Arzneimittel selbst beziehen und an den Tierhalter abgeben. Es ist somit nicht möglich,

28 2. Literatur nach dem Vorbild der skandinavischen Staaten, Apotheken zur Datenerfassung heranzuziehen. In Deutschland liegen aus einigen Untersuchungen publizierte Daten zum Antibiotikaverbrauch in der Veterinärmedizin vor. Die ersten veröffentlichten Untersuchungen befassen sich mit dem Einsatz von Fütterungsarzneimitteln in der Region Weser-Ems (RASSOW u. SCHAPER 1996) bzw. in Schleswig-Holstein (BROLL et al. 2002). Die Daten aus der Studie von RASSOW und SCHAPER (1996) stammen aus den Jahren 1980 bis Als Datengrundlage dienten die bei der zuständigen Veterinärbehörde aufbewahrten Durchschriften der Herstellungsaufträge und Verschreibungen von Fütterungsarzneimitteln. Eine Auswertung erfolgte für die Tierarten Schwein und Geflügel. Tetrazykline wurden mit kg/ Jahr im Schweinebereich am häufigsten eingesetzt. Beim Geflügel dominierte Arsanilsäure (Verbot 1998) mit kg/ Jahr, die Tetrazykline folgten an zweiter Stelle mit kg/ Jahr. Für die Untersuchungen von BROLL et al. aus dem Jahr 2002 dienten tierärztliche Herstellungsaufträge für den Schweinebereich aus dem Jahr 1998 als Datengrundlage. Eine Auswertung der Daten erfolgte vor allem für Tiere, die mit einem Körpergewicht unter 60 kg behandelt wurden. Tetrazykline wurden dabei in 58 % der Fälle allein oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen eingesetzt. Eine weitere Studie zum Einsatz von Fütterungsarzneimitteln in Sachsen-Anhalt wurde von MÜLLER-BAHRDT 2004 veröffentlicht. Die untersuchten Daten stammen aus den Jahren 2000 (3. Quartal), 2001 (1. und 3. Quartal) und 2002 (1. Quartal). Als Datengrundlage dienten hier ebenfalls die bei den Veterinärämtern befindlichen zweiten Durchschriften der Herstellungsaufträge bzw. Verschreibungen von Fütterungsarzneimitteln. Dadurch war, unabhängig vom Standort des Tierarztes, eine Erfassung aller in Sachsen-Anhalt eingesetzter Fütterungsarzneimittel möglich. Analog zu den Ergebnissen von BROLL et al. (2002) wurden in erster Linie Schweine (Ferkel) behandelt. Arzneimittelvormischungen, die Tetrazykline beinhalten, wurden auch hier am häufigsten eingesetzt

29 2. Literatur Durch GOOSS (2001) wurde im Rahmen der Erstellung des internetbasierten Antibiotika- Informationssystems VetAbis eine Tierärztebefragung zum Thema Antibiotikaeinsatz in der Rinderpraxis durchgeführt. Dabei gab es zwei Studienkollektive. Der erste Fragebogen wurde an Mitglieder der Interessengemeinschaft Integrierte Tierärztliche Bestandsbetreuung beim Rind (IG-ITB Rind) des Bundesverbandes Praktischer Tierärzte (bpt) versand. Ein zweiter, überarbeiteter Fragebogen wurde auf dem bpt-kongress in Nürnberg 1999 ausgelegt. In dieser Studie wurde in Bezug auf Verbrauchsmengen lediglich der Einsatz von Antibiotika zur Therapie von Mastitiden ermittelt. Präparate, die Wirkstoffe der Gruppen der Penicilline und Cephalosporine enthalten, wurden von den befragten Tierärzten am häufigsten verwendet. GOOSS stellte außerdem fest, dass nahezu die Hälfte der befragten Tierärzte (erster Fragebogen) meistens Breitspektrumantibiotika einsetzten. Der gezielte Einsatz von Antibiotika mit engem Wirkspektrum, wie in den Antibiotikaleitlinien gefordert, finde dagegen nur selten statt. Vielmehr hätten etwa 50 % der Tierärzte lediglich eine Bandbreite von 3-5 Euterinjektoren, die regelmäßig eingesetzt würden. In Bayern wurde durch LAUEN (2006) eine Tierärztebefragung zum Arzneimitteleinsatz bei Lebensmittel liefernden Tieren durchgeführt. An der Befragung nahmen 410 bayerische Tierärzte teil, die Lebensmittel liefernde Tiere behandeln oder betreuen. Der Antibiotikaeinsatz wurde getrennt nach Tierart für elf Wirkstoffgruppen ermittelt. Zur Bestimmung der Häufigkeit des Antibiotikaeinsatzes war eine Auswahl zwischen häufig, selten und nie möglich. LAUEN kommt zu dem Ergebnis, dass Antibiotika und Antiparasitika, insbesondere im Schweine- und Rinderbereich, die höchste Einsatzhäufigkeit bei den Arzneimitteln aufweisen. Zu den bei Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen und Pferden am häufigsten eingesetzten Antibiotika zählten die Beta-Lactame, Sulfonamide, Aminoglykoside, Tetrazykline und Chinolone, wobei im Schweinebereich die Makrolide noch hinzuzufügen seien. Beim Geflügel und den Minor species (Neuweltkameliden, Bienen, Fische, Kaninchen und Ge

30 2. Literatur hegewild) würden in erster Linie Wirkstoffe aus der Gruppe der Sulfonamide und Chinolone eingesetzt. Aus ihren Ergebnissen folgerte LAUEN ebenfalls, dass eine Beachtung der Antibiotikaleitlinien aufgrund des vermehrten Einsatzes von Breitspektrumantibiotika sowie Antibiotika mit ungünstiger Resistenzlage oftmals nicht gewährleistet sei. Ein wichtiger Punkt in dieser Studie war der Hinweis einiger teilnehmender Tierärzte auf die illegale Beschaffung von Arzneimitteln aus dem Ausland durch den Tierhalter. Als Ursachen seien neben finanziellen Aspekten auch die beschränkten Behandlungsmöglichkeiten bestimmter Krankheitsbilder durch die gegenwärtige Zulassungssituation zu sehen. LAUEN ermittelte in ihrer Arbeit außerdem die Bestellfrequenzen der Tierärzte beim Großhändler. Die Angaben beziehen sich dabei auf alle eingesetzten Medikamente. So konnte festgestellt werden, dass 40 % bzw. 24 % der befragten Tierärzte mehr als einmal pro Woche Arzneimittel vom Hersteller bzw. Großhändler beziehen, 23 % gaben an, wöchentlich beim Hersteller zu bestellen. Eine effektive Kontrolle sei demnach auf dieser E- bene des Arzneimittelverkehrs nicht möglich. Im Jahr 2008 wurde mit GERMAP (BUNDESAMT FÜR VERBRAUERSCHUTZ UND LEBENSMITTELSICHERHEIT et al. 2008) erstmals eine Übersicht zum Antibiotikaverbrauch und der Verbreitung von Antibiotikaresistenzen in der Human- und Veterinärmedizin für das gesamte Bundesgebiet veröffentlicht. Die Daten zum Antibiotikaverbrauch in der Veterinärmedizin basieren dabei auf Stichprobenuntersuchungen zum Einkaufsverhalten niedergelassener Tierärzte der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus den Jahren 2005 und Dabei wurde über das Einkaufsverhalten niedergelassener Tierärzte auf die Grundgesamtheit hochgerechnet. Eigentliche Intention dieser Untersuchungen war eine Umsatzschätzung. Aus diesem Grund konnte für die Schätzung der Antibiotikaverbrauchsmengen lediglich aus den verkauften Einheiten über die Konzentration auf die Wirkstoffmenge zurückgerechnet werden. Einzelwirkstoffe, die in ihren pharmakokinetischen und metabolischen Eigenschaften sehr unterschiedlich sein können, wurden zu

31 2. Literatur Wirkstoffklassen zusammengeführt. Die Fehlerquote bei dieser Verbrauchsmengenschätzung liegt nach Selbsteinschätzung der Autoren bei %. Es konnte festgestellt werden, dass der Gesamtverbrauch von Antibiotika im Jahr 2005 (784 t) gegenüber dem Jahr 2003 (724 t) gestiegen ist (siehe Tabelle 2.8). Der im Vergleich zum starken Anstieg der Schweinepopulation um ca. 1 Mio. Tiere in diesem Zeitraum nur moderate Anstieg des Antibiotikaverbrauchs, sei erklärbar durch produktionsbedingte und preisliche Veränderungen bei der Antibiotikaherstellung. Auch diese Studie belegt, dass Tetrazykline die am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe sind, wobei im Jahr 2005 etwas weniger eingesetzt wurde als im Jahr Dieser Abfall sei bedingt durch den Zulassungswegfall einiger preiswerter oraler Tetrazyklinpräparate. Tabelle 2.8: Einsatz von Veterinärantibiotika in Deutschland (Quelle: GERMAP 2008 ( BUNDESAMT FÜR VERBRAUERSCHUTZ UND LEBENSMITTELSICHERHEIT et al. 2008)) Antibiotikagruppe 2003 (t) 2005 (t) Aminoglykoside 27,3 36,3 ß-Lactame 155,2 199,2 Chinolone 3,5 3,7 Lincosamide 7,5 12,1 Makrolide 38,6 52,6 Phenicole 4,7 4,8 Pleuromutiline 6,8 6,4 Polypeptide 23,4 21,8 Sulfonamide 71,7 97,5 Tetrazykline 385,5 350,0 Gesamt 724,2 784, Strukturen tierärztlicher Praxen in der Bundesrepublik Deutschland Im Auftrag der Bundestierärztekammer wird seit 1971 jährlich eine Statistik zur Tierärzteschaft in Deutschland herausgegeben. Die Daten stammen aus der Zentralen Tierärztedatei (ZTD), die bis 2005 vom Planungs- und Informationszentrum (PIZ) der Tierärztlichen

32 2. Literatur Hochschule Hannover in Zusammenarbeit mit den Tierärztekammern der Länder geführt wurde. Seit Mai 2005 wird die ZTD von der Landestierärztekammer Sachsen geführt. Der jährliche Bericht umfasst Übersichten zur Art der Berufsausübung und zur Altersstruktur der deutschen Tierärzte, zur Entwicklung der Mitgliederzahlen der Tierärztekammern sowie zur Entwicklung der Studierendenzahlen an den deutschen veterinärmedizinischen Bildungsstätten. Außerdem gibt es eine Übersicht der Art und Anzahl der Fachtierärzte in Deutschland. In Tabelle 2.9 ist die Anzahl der Tierärztinnen und Tierärzte in Niedersachsen und Deutschland aus den Tierärztestatistiken der Jahre 2007 und 2008 zusammengestellt (ANONYMUS 2008, 2009). Es zeigt sich, dass Tierärzte sowohl insgesamt in Deutschland als auch in Niedersachsen vor allem in Einzelpraxen arbeiteten. 62 % (2007) bzw. 60 % (2008) aller praktizierenden Tierärzte in Niedersachsen arbeiteten in Praxen, die Nutztiere behandeln. Um reine Nutztierpraxen handelt es sich dabei lediglich bei knapp 30 % der Praxen. Im bundesdeutschen Durchschnitt behandelten nur etwa 20 % ausschließlich Nutztiere. Tabelle 2.9: Anzahl der Tierärztinnen und Tierärzte in Niedersachsen und Deutschland zum 31. Dezember 2007 und 2008 (Quelle: Deutsches Tierärzteblatt 9/ 2008 (ANONYMUS 2008) u. 5/ 2009 (ANONYMUS 2009)) Praktizierende Tierärzte Nds. BRD Nds. BRD Einzelpraxis Gemeinschaftspraxis Gruppenpraxis Gesamt Nutztiere * Nutztiere & Kleintiere * Kleintiere * * Zusätzliche Angaben, die sich nicht in der Gesamtzahl widerspiegeln

33 2. Literatur Im Rahmen der Dissertation von LAUEN (2006) zum Arzneimitteleinsatz durch bayerische Tierärzte bei Lebensmittel liefernden Tieren wurden auch Daten zur Praxisstruktur der teilnehmenden Tierärzte erhoben. Wie unter beschrieben wurden für diese Fragebogenerhebung alle bayerischen Tierärzte, die Lebensmittel liefernde Tiere behandeln oder betreuen, angeschrieben. Die Bayerische Landestierärztekammer, die am Projekt beteiligt war, stellte dabei die Adressen der Tierärzte zur Verfügung. An der Studie von LAUEN nahmen mit 67 % der antwortenden Praxen überwiegend Einzelpraxen teil, Gemeinschaftspraxen machten einen Anteil von 20 % aus. Insgesamt 58 % der Praxen behandelten überwiegend Nutztiere (Umsatz aus der Behandlung und Betreuung von Lebensmittel liefernden Tieren lag über 60 %), davon waren lediglich 24 % reine Nutztierpraxen. LAUEN konnte feststellen, dass 34 % der teilnehmenden Praxen alleine geführt wurden. 53 % der Praxen hatten bis zu 2 ¾ tierärztliche Mitarbeiter, lediglich 13 % beschäftigten mehr als drei Tierärzte. Die Beschäftigung von Mitarbeiten wird von LAUEN als positiv bezüglich einer flächendeckenden und jederzeit zur Verfügung stehenden tierärztlichen Versorgung angesehen. Die Anzahl der betreuten Betriebe einer Praxis ist nach LAUEN stark unterschiedlich. Dies steht allerdings in direktem Zusammenhang zu den großen Unterschieden in der Praxisgröße, sodass diese Information noch keine weiteren Einblicke in die Betreuungsfrequenz gibt. Auch die Einbeziehung der Pferdepraktiker, die sehr viele Betriebe mit aber nur wenigen Tieren betreuten, sei in diesem Fall problematisch. Nur 12 % der bayerischen Tierärzte gaben an, mehr als 200 Betriebe zu betreuen. Die meisten Praxen (40 %) betreuten zwischen 21 und 110 Betriebe. Dabei gaben 60 % der Tierärzte an, in über 70 % der von ihnen betreuten Betriebe als Hoftierarzt tätig zu sein. Die Bindung eines Betriebes an einen bestimmten Tierarzt basiere auf einem besonderen Vertrauensverhältnis und implementiere besondere Betriebs -Kenntnisse des Tierarztes, die eine wichtige Grundlage zur Reduzierung des Arzneimitteleinsatzes sein könnten

34 2. Literatur In der Studie gaben 82 % der Tierärzte an Rinder zu behandeln. Nahezu alle Rinderpraktiker betreuten Milchviehbetriebe, wobei 65 % der Rinderpraktiker einen Milchviehanteil von mehr als 75 % aufwiesen. Laut einer Viehzählung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung (2005) seien allerdings nur 36 % aller Rinder in Bayern Milchkühe. Daher sei laut LAUEN zu vermuten, dass für die Haltung von Milchvieh der Tierarzt in höherem Maße in Anspruch zu nehmen sei als für die Haltung anderer Rinder. Nur 39 % der antwortenden Tierärzte gaben an, Schweine zu behandeln. Dabei lag der Schwerpunkt in der Betreuung von Mastbetrieben (87 %) sowie von Zucht- und Ferkelaufzuchtbetrieben mit jeweils etwa 60 %. Die relativ hohe Zahl für die Betreuung von Zuchtbetrieben sei dadurch erklärbar, dass im Vergleich zum relativ kleinen Anteil der Zuchtschweinepopulation (11 %) an der bayerischen Gesamtpopulation der Anteil an Zuchtbetrieben mit 37 % verhältnismäßig hoch sei. Auffällig war hier die sehr geringe Betreuungsintensität von Aufzuchtbetrieben, nur ein Drittel der Tierärzte gab an Aufzuchtbetriebe zu betreuen. LAUEN geht davon aus, dass diese Aufgabe von den Zuchtbetrieben übernommen wird. Bei der Betreuung von Geflügelbetrieben (11 %) stand die Behandlung von Hobbytieren im Vordergrund (85 %), gefolgt von den Masttieren, die einen Anteil von 43 % ausmachten. Unter den teilnehmenden Praxen gab es keine, deren Haupttätigkeit im Geflügelbereich lag. Von KRINN (2004) wurden im Rahmen der Untersuchung der Bedeutung und Entwicklung der Integrierten Tierärztlichen Bestandsbetreuung (ITB) in der Rinderpraxis Daten zur Struktur von Tierarztpraxen erhoben. Die Befragung richtete sich an alle deutschen Großtier- und Gemischtpraktiker aus dem Datenpool eines großen pharmazeutischen Unternehmens. Aus der Studie geht hervor, dass der Großteil der antwortenden Tierärzte eine Einzelpraxis führte (76 %). Dabei arbeiteten 56 % der Einzelpraxen ohne Assistenten. In den Einzelpraxen mit Assistenten waren im Mittel 2,4 Tierärzte beschäftigt. Gemeinschaftspraxen

35 2. Literatur wurden, laut KRINN, zu 60 % mit Assistenten betrieben. Durchschnittlich arbeiteten dabei 3,7 Tierärzte in einer Gemeinschaftspraxis. Laut KRINN gehe der Trend in der Groß- und Gemischtpraxis in Richtung Mehrpersonenpraxis. Lediglich 22 % der Teilnehmer waren in reinen Großtierpraxen tätig, die meisten Praxen waren Gemischtpraxen. Insgesamt konnte KRINN feststellen, dass die Umfrageteilnehmer etwa 50 % ihrer Arbeitszeit für die Behandlung und Betreuung von Milchkühen und deren Nachzucht aufwenden. Unterschiede zwischen den alten und neuen Bundesländern in der Zahl der Rinderbetriebe, in denen ITB durchgeführt wird, werden in der Studie von KRINN deutlich. So betreuten Tierärzte aus den alten Bundesländern im Mittel 10,3 Betriebe, in den neuen Bundesländern waren es dagegen nur 4,2 Betriebe. Als Ursache dafür könne die im Durchschnitt wesentlich höhere Bestandsgröße in den neuen Bundesländern angesehen werden. So betreuten 75 % der Tierärzte aus den neuen Bundesländern Betriebe mit mehr als 200 Milchkühen, während 94 % der Tierärzte aus den alten Bundesländern Betriebe mit unter 100 Milchkühen mit ITB betreuten. Ähnliche Verhältnisse lagen auch für die Betreuung von Mastrindern und Mutterkuhherden vor. Im Rahmen dieser Untersuchung wurde zusätzlich die Nutzung eines Internetzugangs für die tierärztliche Tätigkeit erfragt. 83 % der teilnehmenden Tierärzte nutzten das Internet für ihre berufliche Tätigkeit. Auch durch GOOSS (2001) wurde im Rahmen einer Befragung von Tierärzten (siehe Abschnitt 2.1.3) die EDV und Internetausstattung von Praxen ermittelt. Fast alle Tierärzte (94 %) waren im Besitz eines Computers. 46 % besaßen dabei einen Internetzugang in ihrem Privathaushalt, 60 % gaben an über ihren Praxiscomputer ins Internet gelangen zu können

36 2. Literatur 2.3. Landwirtschaftliche Strukturen in der Bundesrepublik Deutschland Vom Statistischen Bundesamt wird jährlich ein Bericht über den Viehbestand und die tierische Erzeugung aus der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei veröffentlicht. Der Viehbestand wird dabei aufgeschlüsselt nach Bundesländern angegeben. Die Erhebung der Rinderbestände erfolgt dabei mittlerweile als Auswertung der in der HIT- Datenbank vorhandenen Informationen, die als grundsätzlich vollständig angesehen werden kann. Für die Erhebung der Schweine-, Schaf-, Geflügel- und Pferdebestände steht keine zentrale Datenbank zur Verfügung. Die Datengewinnung obliegt dabei den Statistischen Landesämtern. Die Auswahl der Stichprobe erfolgt anhand eines geschichteten, einstufigen Klumpenauswahlverfahrens und umfasst bis Betriebe (STATISTISCHES BUNDESAMT 2008a). Exemplarisch ist der Rinder- und Schweinebestand der Jahre 2007 und 2008 in der Tabelle 2.10 dargestellt. Mit knapp Rindern und Schweinen liegt die Bundesrepublik Deutschland weit über den Tierzahlen der übrigen europäischen Länder, die eine Verbrauchsmengenerfassung durchführen. Lediglich Dänemark weist einen vergleichbar hohen Schweinebestand auf

37 2. Literatur Tabelle 2.10: Viehbestand in der Bundesrepublik Deutschland der Jahre 2007 und 2008 (Quelle: Statistisches Bundesamt 2008, 2009) Tierart Rinder Milchkühe sonst. Kühe Kälber & Jungrinder Rinder 1 bis < 2 Jahre Rinder > 2 Jahre Gesamt Schweine Ferkel Jungschweine < 50 kg Mastschweine Zuchtschweine Gesamt Schafe Gesamt Die Erhebungen zu den Geflügelbeständen umfassen Angaben zu eingelegten Bruteiern, geschlüpften Küken und geschlachtetem Geflügel im Erhebungszeitraum. In Deutschland wurden im Jahr 2008 im Durchschnitt Legehennen gehalten sowie ,2 t Jungmasthühner und ,0 t Truthühner und Perlhühner geschlachtet (BUNDESAMT 2009) Fragebögen als Erhebungsinstrument Befragungen jeglicher Art sind die am häufigsten angewandten Methoden zur Datenerhebung in der empirischen Sozialforschung (FRIEDRICHS 1980). Dabei unterscheidet man zwischen der persönlich-mündlichen, der telefonischen und der postalischen Befragung. Die postalische Befragung bietet eine Vielzahl von Vorteilen. Zum einen ist sie im Vergleich zu den übrigen Methoden relativ kostengünstig und mit geringerem organisatori

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