Was wird aus der deutschen Lebensversicherung?

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1 Was wird aus der deutschen Lebensversicherung? 13. Euro Finance Week, Frankfurt, 15. November 2010 Dr. Michael Heise Allianz SE,

2 1 Konjunktur- und Finanzmarktperspektiven Kräftige Aufschwung vor allem in den asiatischen Schwellenländern Ungleichgewichte nicht aufgelöst Deutschland als Konjunkturlokomotive des Euroraums Moderater Zinsanstieg erwartet 2

3 Asien treibt die Erholung nach der Krise Globale Industrieproduktion (Index, 2007=100) Schwellenländer Welt 85 Industrieländer Industrieproduktion Schwellenländer (Index, 2007=100) Asien Lateinamerika Osteuropa Quelle: CPB Netherlands Bureau for Economic Policy Analysis. 3

4 Globale Ungleichgewichte hartnäckig hoch Leistungsbilanzsalden (in Mrd. USD) China Japan Deutschland China Japan Deutschland China Japan Deutschland China Japan Deutschland China Japan Deutschland China Japan Deutschland USA USA USA USA USA USA Spanien Spanien Spanien Spanien Spanien Spanien f USA Spanien Deutschland Eurozone (ohne DE und ES) Japan China Russland Osteuropa Schwellenländer Asien (ohne China) Naher Osten Quelle: IWF. 4

5 aber Deutschland auf dem Weg der Besserung Entwicklung von Leistungsbilanz und Binnennachfrage 8,0 7,0 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 1,0 0,0 Wachstum der realen Binnennachfrage in % (rechte Achse) Leistungsbilanz in % des BIP (linke Achse) p 8,0 7,0 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 1,0 0,0-1,0-2,0-3,0 Quellen: Statistisches Bundesamt; eigene Schätzung. 5

6 Kräftiger Konjunkturaufschwung 2010, geringere Dynamik 2011 Deutschland: Reales BIP, Index, 2000 = Prognosezeitraum ,7% +1,0% +2,4% ,7% ,4% ,7% Jahresdurchschnitt Quellen: EcoWin, eigene Prognosen. 6

7 Großes Wachstumsgefälle im Euro-Raum Reales BIP-Wachstum, % GR IR IT PT FR FI DE Quelle: Eigene Prognosen. 7

8 Langfristzinsen verharren im Keller Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen, % Fundamentale Zinserklärung 7 6 Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen Schätzwert *) 1 *) Gegenwärtig außergewöhnlich hoher Safe haven-effekt reduziert Rendite deutscher Staatsanleihen um schätzungsweise 80 Basispunkte Quellen: EcoWin, eigene Berechnungen. 8

9 aber nicht mehr lange Euro-Raum : Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen 6 Inflation 5 4 Basisszenario Double-dip - Rezession und Deflation Quelle: Eigene Berechnungen. 9

10 2 Herausforderungen für die Lebensversicherung Solide Performance der Lebensversicherungen in der Vergangenheit Rentenlücke Bedarf an privater Absicherung steigt Wandel im Kundenverhalten Kapitalanlage im Niedrigzinsumfeld Regulierung höhere Kapitalanforderungen und Verbraucherschutz 10

11 Profitabel auch in der Krise Eigenkapitalrendite (Jahresüberschuss / Eigenkapital) in % Lebensversicherer 5 0 Schaden- und Unfallversicherer Banken Quellen: BaFin, Deutsche Bundesbank. 11

12 Performance im Vergleich Lebensversicherung versus Fondssparplan Rendite vor Steuern auf Zahlbeitrag (Kundensicht) Fondsgruppe Aktienfonds 1) Rentenfonds 2) Offene Immobilienfonds Mittelwert Lebensversicherer Zum Vergleich: Inflationsrate Laufzeit 10 Jahre 20 Jahre 30 Jahre -0,9 % 3,3 % 5,9 % 2,8 % 4,5 % 5,5 % 2,9 % 3,8 % 4,6 % 4,1 % 5,2 % 6,0 % 1,6 % 1,9 % 2,3 % 1) Aktienfonds International, Europa, Deutschland* 2) Rentenfonds (Mittelläufer) International, Euro* 3) 12 Jahre * Gewichtet nach Fondsvolumina am nach BVI Quellen: BVI Statistikwelt - Wertentwicklung Fondssparpläne (Stichtag ), map-report Nr (Ablaufrenditen zum ) und Statistisches Bundesamt. Quelle: Allianz Leben. 12

13 Deutlicher Anstieg der Beitragseinnahmen - mit Verschiebung zu Einmalbeiträgen - Bruttobeiträge in EUR Mrd. Neugeschäft in EUR Mrd. 90,000 80,000 70,000 60,000 50,000 40,000 30,000 20,000 10, Bruttobeiträge (linke Achse) Wachstum in % (rechte Achse) laufende Beiträge Einmalbeiträge Anteil von Rentenversicherungen* *Neugeschäft, laufender Beitrag, Einzelversicherungen Quelle: GDV. 13

14 Lebensversicherung - integraler Bestandteil des globalen Geldvermögens Vermögensklassen in Prozent des Geldvermögens deutscher Haushalte Anteil von Versicherungen/Pensionsfonds am Geldvermögen, Weltregionen 100% 80% Lateinamerika Osteuropa Asien ohne Japan Asien Nordamerika 60% Deutschland Westeuropa Ozeanien 40% Veränderung in Prozentpunkten seit % Asien Nordamerika Deustchland 0% Bankeinlagen Wertpapiere Lebensversicherungen Pensionseinrichtungen Pensionsrückstellungen andere Quelle: Deutsche Bundesbank. Ozeanien Asien ohne Japan Lateinamerika Westeuropa Osteuropa Quelle: Allianz Global Wealth Report. 14

15 Rentenlücke läßt Nachfrage nach Absicherungsprodukten steigen Staat 1 Arbeitgeber Langlebigkeitsrisiken Reduzierte Leistungen Private Haushalte Wie lässt sich die Rentenlücke schließen? Altersvorsorgeprodukte DC Pensionen Gruppenversicherungen Risikoverlagerung Finanzindustrie mit attraktiven Produkten (Verzinsung, lebenslange Garantien)? 15

16 Wahrnehmung des Langlebigkeits risikos steigt Fernere Lebenserwartung im Alter 65 Einflussfaktoren (Jahre) Frankreich Schweden Schweiz USA Japan England & Wales Australien Deutschland Medizinischer Fortschritt Höherer Lebensstandard Life style Übergewichtigkeit Höhere Mobilität Auflösung der Familienstrukturen Work-life-balance Quelle: HMD. 16

17 17

18 Herausforderung: Wandel im Kundenverhalten Trend Neue Sparsamkeit Transparenz Eigenständigkeit Preis-Leistungsverhältnis Klarheit Kontrolle Treiber Preissensitivität Rabatte Dienstleistungen mit Mehrwert Provisionen? Einfache und klare Produkte Kostentransparenz Offene und direkte Kommunikation Selbstbestimmtheit ROPO-Effekt (research online purchase offline) Honorarberatung? Haben die Lebensversicherer die richtigen Antworten? 18

19 Herausforderung Zinsniveau Nettoverzinsung Leben und Rendite 10j. deutscher Staatsanleihen (%) Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen Nettoverzinsung Quelle: EcoWin, GDV. 19

20 Wenn die Zinsen unten bleiben Auswirkungen auf Lebensversicherer Gegenmaßnahmen MCEV Investmenterträge Profite der Versicherungsnehmer Kosten der Garantien IFRS Kapital Diversifizierung der Anlage in Alternative Assets Anpassung der Garantien Kostensenkungen (Prozessverschlankung) Vertriebsoptimierung Nachfrage nach Garantieprodukten 20

21 Neuer regulatorischer Rahmen - mehr Stabilität oder Gefährdung des Geschäftsmodells? Angemessene Kapitalanforderungen durch Solvency II?! Prozyklisches Versicherer als systemisches Risiko? Level playing field durch einheitliche Umsetzung der neuen Regeln? Verhalten durch neue Bilanzregeln? Sinnvoller Verbraucherschutz durch Informationsflut? 21

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