George Batailles Heterologie und die Documents Annette Bitsch

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "George Batailles Heterologie und die Documents Annette Bitsch"

Transkript

1 1 Georges Batailles Heterologie und die Documents, in deutscher Sprache sowie in russischer Übersetzung erschienen in: Victor Mazin, Joulia Strauss (Hg.): Kabinet. Deutsch-russische Zeitschrift von Freuds Museum der Träume und dem Institut für Psychoanalyse. St. Petersburg (Erweiterte Fassung) George Batailles Heterologie und die Documents Annette Bitsch In einem in den Documents Nr. 1 von 1930 erschienen Beitrag, Der niedere Materialismus und die Gnosis, stellt George Bataille die synkretistische Glaubenstheorie der Gnosis vor. Der Text wird durch Abbildungen gnostischer Gemmen aus dem dritten und vierten Jahrhundert illustriert. Fragmente aus dem christlichen Glauben, religiöse Vorstellungen altorientalischer Herkunft, philosophische Versatzstücke aus den Lehren des Poseidonius, platonische, neuplatonische, neupythagoreische und stoizistische Denkfiguren sowie Relikte vergangener Geheimlehren und Mythologien bilden die Teile und Bruchstücke dieses zusammengesetzten und in sich einheitslosen Systems. Bataille betont den disparaten, unreinen und unmöglich zu vereinheitlichenden Charakter der gnostischen Philosophie und insbesondere die damit verbundenen subversiven und irritierenden Kräfte. Die Gnosis führte auf nahezu bestialische Weise (...) in die griechisch-römische Ideologie die unreinsten Fermente ein, übernahm von überall her - aus der jüdisch-orientalischen Heterodoxie - jene Elemente, die der herrschenden geistigen Ordnung am wenigsten konform waren. Sie vergiftete christliches Pneuma mit ihren monströsen Obsessionen und den niedrigsten (von da an beunruhigendsten) Formen der griechischen oder chaldäisch-assyrischen Magie und Astrologie. 1 In Anlehnung an den gnostischen niederen Materialismus profiliert Bataille die grundsätzlichen Züge der von ihm zur Wissenschaft ernannten Heterologie. Im Dualismus der Gnosis sieht er eine Vorform, mehr noch, eine exakte Realisation des heterologischen Prinzips. Gnostischer Materialismus und Heterologie konvergieren in ihrer Insistenz auf dem irreduziblen Widerspruch und in ihrer radikalen Opposition zur Aufhebung im Hegelschen Sinn. Das monistische Denken der platonisch-idealistischen Tradition geht aus von einer Antithese zwischen zwei Bereichen, um jene Antithese jedoch im nächsten Schritt wieder aufzulösen, indem der eine auf den anderen, ihm antithetisch entgegengesetzten Bereich zurückgeführt wird. 2 Ab intio wird eine hierarchische Beziehung zwischen den beiden entgegengesetzten Polen, zwischen dem lichthellen Geist und der dunklen, niederen Materie supponiert, so dass in Folge der niedere Bereich, die Materie, dem höheren Bereich, dem Geist, untergeordnet werden kann. Der Gegensatz im Monismus ist ein uneigentlicher. Der Geist ist von Beginn an eleviert. Er ist das Gute und weiter das Bestimmende, Sinngebende, Formgebende, er ist das aktive und autonome Prinzip, das eine passive, sinnlose, paralysierte Materie unterwerfen und formen und somit in den Stand einer höchst zweifelhaften Erlösung versetzen wird. Das Verfahren des Monismus, die harmonische Auflösung von Gegensätzen, kann, so Bataille, so harmonisch nicht sein, wenn die Auflösung erstens nur via Depravierung und Unterdrückung des einen Pols des Gegensatzes funktioniert und wenn zweitens die Entscheidung immer schon gefallen ist, gefallen zugunsten eines zutiefst monistischen Geistes, dessen herrschende Tendenz die Materie und das Böse als Erniedrigungen höherer Prinzipien ausgab. 3 Monismus, Platonismus, Idealismus und alle anderen die abendländische Geschichte bis auf weiteres imperialisierenden Zwänge zur Durchgeistigung der Materie, also zur Annullierung alles dessen, was in Form einer Kollision mit der Materie zum Widerspruch führt, sind für Bataille nichts als 1 George Bataille, 1930/1986, Der niedere Materialismus und die Gnosis., in: Wolfgang Schultz, 1986, Dokumente der Gnosis. München. S. 9f. Der Text erschien erstmalig in den Documents 1 (1930). In Folge werden Batailles Texte, die für die Documents verfassten Beiträge einbegriffen, einheitlich nach der Gesamtausgabe oder, sofern vorhanden, nach der deutschen Übersetzung zitiert. 2 3 Zur Entgegenstzung des Monismus und Dualismus vgl. auch Rita Bischof, 1984, Souveränität und Subversion. München. S. 98ff. Bataille, Der niedere Materialismus und die Gnosis: 11f.

2 2 Repression, Züchtigung, Ausschlusspraxis, Machtpolitik. Die Diätetik des Logos ist unwidersprüchlich in ihrer Verneinung des Heterogenen, des Amorphen, des Irreduziblen, des Konkreten. Der christlich-platonische Geist ist unermüdlich in seiner Desinfektion der Materie, in der begrifflichen Verkürzung des Realen und der Abstraktion des Konkreten der abendländische Monismus transformiert die Materie in ein Gefängnis, in dem er in sich zurückkehrend sich selbst observiert. Zwei Dinge sind entstanden, der abstrakte Gott (oder einfach die Idee) und die abstrakte Materie, der Oberaufseher und die Gefängnismauern. Die Varianten dieses metaphysischen Gebäudes sind nicht interessanter als die verschiedenen architektonischen Stilrichtungen. 4 Zu den Varianten zählen spätestens seit seiner dialektischen Entmannung Hegels Idealismus wie auch dessen vermeintliches Gegenteil. Hegels glorreiche Selbstbewegung des Geistes, in der aufwärts und nacheinander alle Gegensätze im dialektischen Dreischritt aufgenommen, prozessiert und auf die nächsthöhere Ebene transzendiert werden, endet nicht weniger ausweglos im Gefängnis als der dialektische Materialismus. Denn der dialektische Materialismus hatte mindestens ebensosehr den absoluten Idealismus in seiner Hegelschen Form zum Ausgangspunkt, der dialektische Materialismus wechselt lediglich das Vorzeichen, um danach nach der Hegelschen Methode, der idealistischteleologischen Aufhebung aller Gegensätze als einer geistigen Strategie zur Exkommunikation des begrifflich nicht Reduzierbaren, weiter zu verfahren. Der dialektische Materialismus als Inversion des Idealismus lässt die materiellen Werte über den Geist dominieren, aber am grundlegenden Funktionsprinzip ändert sich nichts: Dieselben monistischen Massnahmen der Unterdrückung, der theoretischen Vereinnahmung und Verallgemeinerung, der Homogenisierung werden fortgesetzt. Deshalb muss man den Eselskopf anbeten. So scheint mir die Anbetung eines Gottes mit Eselskopf (da der Esel das abscheulich-komischste, aber zugleich das menschlich-virilste Tier ist) noch heute imstande zu sein, eine ganz kapitale Bedeutung anzunehmen, und der abgeschnittene Eselskopf der azephalischen Verkörperung der Sonne stellt, so unvollkommen sie auch sei, gewiss eine der virulentesten Manifestationen des Materialismus dar. 5 Den Eselskopf anbeten, die dekapitierte und dezentrierte, um Logos und göttliche Vernunft gebrachte, die psychotisierende Sonne. 6 Der Gott mit dem Eselkopf gehört neben den in Stein geritzten Göttern mit Entenköpfen zu den bekanntesten azephalischen Repräsentationen des von den Gnostikern invozierten Demiurgen, numinoses Prinzip des Bösen. In Form von Entenköpfen und Eselsköpfen implantiert sich das Böse in olympische Götter und Glanzträger und wird zur hybriden Menagerie. Und diese Suite von Monstren, Tiergesichtern und Zwischenwesen ist doch nicht unheilig; die Eselsköpfigen inkorporieren ein heterodoxes Böses, das erblickt werden muss und erkannt (Gnosis heißt Erkenntnis), das sakralisiert und gefürchtet wird. Heilig-unheilig, göttlich-dämonisch, eine Besessenheit und zugleich Resignation, ein Fieber, das auch immer schon verloren ist. Das Böse der Gnosis initiiert keine platonisch-monistischen Gegenmassnahmen, keine Formung, Spiritualisierung, Läuterung. Es wird beantwortet allein durch jene passive, fatalistische, durch keinen Willen zum Guten motivierte Erkenntnis des uneinholbaren und unversöhnlichen Gegensatzes des Guten und des Bösen. Der Mensch, so das zentrale, dem christlichen Erlösungsdenken entgegengesetzte Postulat der Gnosis, soll den sich in seiner Seele reduplizierenden Widerstreit zwischen dem Guten und dem Bösen schauen und erkennen, aber nicht monistisch-idealistisch auf das Gute hin auflösen. Eine Erkenntnis, die wenig an sich hat von platonischer Vernunft, eher acherontisches Erbeben, hypnotisches Verharren 4 Bataille, Der niedere Materialismus und die Gnosis: 7. 5 Bataille, Der niedere Materialismus und die Gnosis: 9. 6 Vgl. hierzu auch Derridas Kritik des Logozentrismus als Heliosentrismus. Und muss man nicht auf jene heliozentrische Vorstellung vom gesprochenen Wort reflektieren? Und auf die Ähnlichkeit des Logos mit der Sonne (mit dem Gut oder dem Tod, dem man nicht ins Angesicht blicken darf), mit dem König oder dem Vater... Jacques Derrida, 1983/1992, Grammatologie. Frankfurt/M. S. 166.

3 3 vor dem Unvereinbaren, dem Heterogenen, dem Realen, bewusst-unbewusst, rational-irrational, nüchtern-traumverhangen die Gnosis ist dualistisch. Die entgegengesetzte Existenz einer vortrefflichen und von seiten des menschlichen Geistes absoluten Vertrauens würdigen Gottheit wiegt wenig, wenn die unheilvolle und abscheuliche Gottheit dieses Dualismus sich in keinem Fall auf jene reduzieren läßt, wenn es keine Möglichkeit der Hoffnung gibt, schreibt Bataille in Anspielung auf die zwei Götter der Gnosis, den guten Geist, der transzendent und zu keiner Intervention ins konkrete Weltunglück willens oder fähig ist, und den bösen Gott, den Demiurgen oder Archonten, der die Destruktion als schöpferisches Prinzip weltmässig zelebriert. Angebetet wird er trotzdem, angebetet und nicht nur erfahren als ein autonomer Pol innerhalb eines undialektischen und unauflösbaren Antagonismus, angebetet aus jener düsteren Liebe zur Finsternis heraus, einem monströsen Gefallen an den obszönen und gesetzlosen Archonten und an dem solaren Eselskopf. Die lichtbringerischen und geistgewirkten Geschehnisse unter den sahnigen Himmeln von Platons Griechenland hätten bei den Gnostikern nur analphylaktische Reaktionen hervorgerufen. Die Gnostiker sind schattensüchtige, manisch-depressive Wesen, Abendgestalten zwischen Rausch und einer Unaufhaltsamkeit von Schicksal. Sie sind verloren, sie sind labilisiert, sie sind sensibilisiert. Aber für keine Idee, sie hören nicht die Stimme, sie hören nur Stimmen und das leise detonierende Beben des Bösen, des ganz Anderen, des azephalischen Gottes. Sie werden verfolgt von der despotischen und bestialischen Obsession der bösen und außergesetzlichen Kräfte, von einem mythologischen Alptraum 7, ohne jedoch den geringsten Wunsch nach Katharsis in sich zu tragen, im Gegenteil, ohne Hoffnung und ohne Widerstand und mit der Dämmerung ihrer Herzen ergeben sie sich in eine religiöse Verehrung des Bösen. Bataille beschreibt den von der Gnosis angebeteten Eselkopf, den Archonten, die ambivalente und irreduzible Form des Bösen, als eine Heterogenität, die nicht weiter oder wieder homogenisiert werden kann, eine elementare Niedrigkeit, die aus keinem höheren Prinzip mehr deduziert und nicht mehr als Verfallsform einer übergeordneten Sphäre bestimmt werden kann. Der niedere Materialismus der Gnosis, so Bataille, behaupte einen dualistischen Gegensatz zwischen Geist und Materie: Im Gegensatz zur monistischen Tradition geht die Gnosis nicht von einer heteronomen Beziehung zwischen beiden Bereichen, sondern von ihrer jeweiligen Autarkie und Gleichrangigkeit aus. Die in den Stand des Sakralen erhobene Erkenntnis und Anerkenntnis der niederen, nicht-differenzierbaren Materie in ihrer autonomen Koexistenz neben dem sakrosankten Geist erscheint nur aus christlichplatonischer Perspektive subversiv, für das gnostische Denken hingegen markiert die passive nihilistische Erfahrung des Gegensatzes von Ewigkeit zu Ewigkeit die einzig legitime Haltung. Denn der vom handelnden Geist geleitete Kampf gegen die niedere Materie, gegen das Böse, ist nach gnostischer Lehre nur die Potenzierung des Bösen: Eine aus dem Willen zur Homogenisierung und das heisst immer zur usurpatorischen Assimilation des anderen heraus angeleitete Reaktion auf die unaussöhnbare Antinomie führt nur zur Entartung des Bösen, zu Dezisionismus, Machtkampf und Repression. Böser als das Böse ist nach gnostischer Lehre der Kampf gegen das Böse, der im Zeichen des Guten geführte Kampf gegen das Böse, der in Wahrheit nicht durch den Willen zum Guten, sondern den Willen zur Macht mobilisiert sei die Allianz von Macht und gutem Gott stellt für die Gnosis die verhängnisvollste aller dar, Legitimation von Krieg, Verbrechen, Gewaltsamkeit. Wer auf dem Tiger reitet, kann nicht herab. Chinesisches Wort. Auf Handeln angewendet: es führt zu Geschichte. Handeln ist Kapitalismus, Rüstungsindustrie, Malplaquet - Borodino -Port Arthur -: hundertfünzigtausend Tote, zweihunderttausend Tote, zweihundertfünfzig-tausend Tote - niemand kann die Geschichte mehr anders sehen denn als die Begründung von Massenmorden: Raub und Verklärung -: der Mechanismus der Macht Bataille, Der niedere Materialismus und die Gnosis: 12. Gottfried Benn, 1980ff, Gesammelte Werke. München. Bd. III. S. 103.

4 4 Batailles Documents-Artikel über die Gnosis ist weniger Rekonstruktion, als vielmehr Repristinierung des gnostischen Dualismus. Batailles Text ist nicht nur durch ein geschichtswissenschaftliches Interesse motiviert, er stellt nicht nur eine historische Analyse dar, er ist auch programmatisch. Bataille lässt in seinem Beitrag den niederen Materialismus der Gnosis mit seiner eigenen Wissenschaft und Methode der Heterologie konvergieren. Heterologische, durch eine genuine Diskontinuität oder einen unauflösbaren Gegensatz markierte Erscheinungen lassen sich nicht qua Formalisierung, Verkürzung oder Repression homogenisieren zumindest nicht auf Dauer und nicht ohne Revanchefurcht vor der Ungestalt. Das Andere der idealistischen Aufhebung ist ein den Aufstieg zum Absoluten unterspülendes Requiem, das im besten Fall seinen Anlauf nimmt als Wiederholungszwang war gerade wieder ein Kursus, ein Umlauf dieser logischen Zeit beendet eine über die Jahre protrahierte Wirkung von platonisch-christlichem Geist hatte sich verbraucht und geblieben waren nur tote Buchstaben. Nüchtern verweist Bataille auf die Parallelen: Aber es ist schwierig, heute selbst den teilweise falschen Lösungen gegenüber gleichgültig zu bleiben, die zu Beginn des christlichen Zeitalters auf Probleme angewandt wurden, die sich von den unsrigen nicht merklich zu unterscheiden scheinen (es sind die Probleme einer Gesellschaft, deren ursprüngliche Prinzipien im exakten Wortsinn toter Buchstabe geworden sind, einer Gesellschaft, die sich Frage stellen und sich selbst umstürzen muß, um die Triebfedern der Kraft und des heftigen Aufruhrs wiederzufinden). 9 In dezidierter Abwendung von den Repressionstechniken des Logozentrismus wie auch des dialektischen Materialismus schreibt sich dieses von Bataille ausgerufene Projekt der Infragestellung, des Aufruhrs und Umsturzes ein Wort auf seine Fahnen: Befreiung. Befreiung der von den großen ontologischen Maschinen effilierten niederen Materie, der verkorksten und verfemten Kreaturen, der geduckten Zwischenwesen, all der Bastarde, Parias, Verbrecher, Missgeburten und Lemuren. Befreiung all dessen, was von der abendländischen Kultur als Abfall verworfen wurde, Befreiung der jahrhundertealten Opfer des platonischen Geistes verruchte Elemente, Zombies, Katatone, Abgründige mit ihren Dämonien, ihren perversen Leidenschaften und sinnlosen Affekten. Befreiung aber auch des Geistes selber, der im Zuge der Ablösung des monistischen Prinzips von seinen idealisierenden Missbrauchsfunktionen dispensiert wird und den Seufzern der niederen Materie fremd und antwortlos entgegensteht. Befreit werden sollen nicht zuletzt die gnostischen Theologen selbst, die jahrhundertlang als Häretiker und Teufelsbesessene verfolgt und verbrannt wurden und deren Schriften von den orthodoxen Christen systematisch zerstört wurden. 10 Vehikel dieser und aller anderen Befreiungen des Heterologen und Divergenten, des Finsteren, Unterirdischen und Subterranen sind die Documents. Batailles Programm, das Programm des niederen Materialismus und seiner zentralen Punkte Heterologie, Destruktion der abendländischen Geschichte und Zivilisation und ein implizit den Surrealismus attackierendes Denkprinzip des Gegensatzes ist zugleich das Programm der Documents. Im Jahr der Gründung der Documents wechselte der 32jährige, zum Archivar und Bibliothekar ausgebildete Bataille in die Zeitschriftenabteilung des Département des Imprimés der Bibliothèque Nationale über, deren Leitung er für die kommenden vierzehn Jahre übernehmen sollte. Eine vormittägliche und relativ ereignislose Tätigkeit er gab brav Auskunft und acht, dass kein unangepasstes Subjekt die Bücher klaute -, die im krassen Gegensatz stand zu seinen an die Documents geknüpften Visionen von Kulturrevolte, Heterologie und Subversion des Abendlands. Michel Leiris, Freund von Bataille und Mitglied des Redaktionsstabes, erinnert sich, dass * 9 10 Bataille, Der niedere Materialismus und die Gnosis: 8f. Bataille, Der niedere Materialismus und die Gnosis, 10.

5 5 Bataillescher heterologischer Furor die Documents von der ersten bis zur letzten Ausgabe dominierte. Was das hiess und wozu das führen sollte, formulierte Bataille in einer Vorankündigung der Documents: Die irritierendsten, noch nicht klassifizierten Kunstwerke sowie bestimmte, bis jetzt vernachlässigte bizarre Schöpfungen sollen Gegenstand ebenso strenger und wissenschaftlcher Untersuchungen werden wie in der Archäologie. Es sollen hier im allgemeinen die beunruhigendsten Phänomene beleuchtet werden, deren Konsequenzen noch nicht definiert sind. Der bisweilen absurde Charakter der Resultate und Methoden dieser verschiedenen Forschungen wird keineswegs verheimlicht, wie es die Rücksicht auf die Regeln der Wohlausgewogenheit immer gebietet, sondern soll bewußt, sowohl aus Hass auf die Seichtheit als auch aus Humor, unterstrichen werden. 11 Die nur zwei Jahre lang, 1929 und 1930, erscheinenden Documents waren eine avantgardistische, um einen theoretisch-philosophischen Teil erweiterte Kunstzeitschrift, deren oberstes Ziel eine Revision klassischer akademischer Theorien sowie bürgerlicher Ideen und Konventionen hinsichtlich Kunst, Philosophie und Archäologie vorsah. Im Untertitel führten sie den Text Doctrines/ Archéologie/Beaux-Arts/Ethnographie (ab. Nr. 4 mit der Hinzufügung Variétés )/ Magazine illustré/paraissant dix fois par an. Die Documents verstanden sich als Mittel der Verteidigung und Lancierung derjenigen Theorieansätze, die von Wissenschaft und Kunstgeschichte als barocke und abwegige Spekulationen herabgewertet wurden. Geboren wurden sie also im Geiste der bereits eingeführten Heterologie Batailles. Insbesondere für letzteren stellten sie einen Versuch dar auf der Suche nach einem Repräsentationssystem und theoretisch fundierten Darstellungsmodus alles dessen, was vom klassischen Kunstideal als das Hässliche, das Nicht-Assimilierbare, als Abfall, repulsiert wurde. Im Zuge seines Schreibens für die Documents entwickelte und vertiefte Bataille eine Metaphorologie des Nicht-Identischen, des Nicht-Integrierbaren, des Hässlichen und Gorgonischen. Der Impuls zur Gründung ging aus von Batailles Freund Georges-Henri Rivière, damals stellvertretender Direktor des ethnographischen Museums am Trocadéro. 12 Als Gründungsmitglieder wurden Bataille, Carl Einstein und Michel Leiris geführt. Chefredakteur war George Bataille, die theoretische Leitung hatte Carl Einstein inne. Verlegt wurden die Documents von dem Galerist und Herausgeber der Gazette des Beaux-Arts Georges Wildenstein. Die Mitarbeiter der Redaktion waren aus den unterschiedlichsten und documentgerecht heterogensten Bereichen rekrutiert worden: Es waren Schriftsteller, vor allem die sich um Bataille gruppierenden surrealistischen Dissidenten, Künstler, Filmemacher und Vertreter aus vielfältigen Bereichen, von der Kunstwissenschaft über die Musikwissenschaft, Archäologie, Ethnologie bis hin zu modernen theaterwissenschaftlichen Ansätzen, viele davon Akademiker oder Museums- und Bibliotheksmitarbeiter. Die Diversität und Uneinheitlichkeit der Redaktion reflektierte sich von Beginn an in den unterschiedlichen, oftmals antagonistischen, aber immer unlenksamen geistigen Haltungen: vita kontemplativa neben vita activa, konservative kunstgeschichtliche Denker neben politisch aktiven Anarchisten und gegen die Maschinerie des Krieges revoltierenden Geistern. Zu den engsten Mitgliedern des Redaktionsstabs zählten neben Einstein und Bataille Jean Babelon, Dr. G. Contenau, Pierre d Espezel, Raymon Lantier, Paul Pelliot, Dr. Reber, Dr. Paul Rivet, Georges-Henri Rivière, Josef Strzygowsky, Georges Wildenstein, Michel Leiris, Marcel Griaule, André Schaeffner. Die übrigen Mitarbeiter lassen sich grob einteilen in wissenschaftliche - Hedwig Fechheimer, Dr. Henri Martin, Emil Waldmann, Henry- Charles Puech, Marcel Mauss et.al. und Künstler bzw. Schriftsteller wie Jacques Baron, Georges Limbour, Jacques Prévert, Raymond Queneau, Michel Leiris und die Fotografen Eli Lotar, Jacques- André Boiffard, Karl Blossfeldt. Eine sich gleichmässig über alle Ausgaben erstreckende Menge von namengewordenen Extrasystolen lässt auf die Freude an Pseudonymen und 11 Bataille, in: Leiris 1978, 71 XXX 12 Zur im folgenden gegebenen Entstehungsgeschichte der Documents vgl. auch Bernd Mattheus, 1984, Georges Bataille Eine Thanatographie. München. Bd. I, S. 131ff. Vgl. auch Nadeau, 1986, Geschichte des Surrealismus. Frankfurt/M. S. 136ff.

6 6 Persönlichkeitsmultiplizierungen schliessen. F. Adama van Scheltema, Dr. Nordenskiöld, Marcel Jouhandeau, Jiujiro Nakaya, Léon Pierre-Quint, Dr. Pudelko, Dr. Eckart von Sydow, Dr. Ralph von Koenigswald, Maria Accascina, Zdenko Reich und Jean Bourdeillette verleihen den Documents ein Flair von paranoisierender Subkultur. Die Überlegungen, die Leiris zur Unterbringung der Redaktion anstellte, sagen ebenfalls einiges über die Aspirationen der Documents-Gründer aus. Das Bemerkenswerteste an diesem Projekt war der Entschluss, wenn möglich ein Bordell des alten Viertels Saint-Denis zum Sitz unserer Zeitschrift zu machen. Wir hätten selbstverständlich versucht, sein weibliches Personal an der Redaktion der Zeitschrift zu beteiligen. 13 Zu so viel Inspiration sollte es nicht kommen. Aber immerhin war das Redaktions-Büro im ersten Jahr in der Rue de la Boétie zu finden, im selben Haus wie Picassos Atelier. Ab Anfang 1930 lautete die Adresse Boulevard Saint- Germain. Bedingt durch den Umzug verzögerte sich das Erscheinen der Zeitschriften erschienen nur sieben statt der geplanten zehn Ausgaben. Die letzte und fünfzehnte Ausgabe vom August 1930 kam im Frühjahr 1931 heraus. Zwar war Bataille Chefredakteur. Doch hatte er mit einer hoheitlichen und mitunter despotischen Führerpersönlichkeit, mit dem Surrealistenoberhaupt André Breton, nicht das geringste gemeinsam. Der Redaktionsstab der Documents unterschied sich völlig von der zumindest in Bretons Idealvorstellung stark gebündelten und hierarchisch strukturierten Gemeinde der Surrealisten. Der Redaktionsstab der Documents war ähnlich heterologisch komponiert wie die Zeitschrift selbst, und alle Zwänge zu Kontrolle, Delegierung von oben und Observation waren für Bataille das fernste. Polizist, Pseudorevolutionär mit Christuskopf, komischer Gefängniswärter 14, so diffamierte Bataille den Surrealistenführer und dessen Zwangsvision von der organisierten Avantgarde. Die Redakteure der Documents dagegen formierten von Anfang an und unbelastet vom Reglement vorgegebener Idealbilder, Unitäten und Profile die reine Desorganisation. Bataille liess sie laufen auf ihrem Kurs, und sie konnten ihn davon so wenig abbringen wie von seinen eigenen detonativen Angriffen gegen die klassisch-idealistische Ästhetik, das akademische Bildungsideal und die Kultur der Moderne. Bereits Batailles erster Beitrag für das erste Heft entfachte ein Feuer der Entrüstung bei dem soignierten Kunstwissenschaftler Pierre d Espezel. 15 Le cheval académique (Das akademische Pferd) lautet der Titel der auf den ersten Blick harmlosen numismatischen Studie, die sich einem gallischen Stater aus der Sammlung der Bibliothèque nationale widmet, der ein wildes Pferd mit Halsverdrehung abbildet. Bataille knüpft jedoch eine unbeherrschte Destruktion, einen Rundumschlag gegen den gesamten abendländisch-platonischen Formkreis, hieran an, indem er der Harmonie der Pferdedarstellung in platonischer Tradition (das Pferd galt den Griechen als das vollkommenste Tier) die gallische Pferdekatalepsie als ihr dualistisches Gegenstück, ihr verrohtes und unberechenbares Anderes gegenüber auftreten lässt. Er zelebriert die Heterologie im Kontext antagonistischer Pferdebilder: auf der einen Seite das edle, glanzvolle, hellenische Pferd als Emblem des Idealismus, auf der anderen Seite das hässliche, verformte, kreatürliche Pferd der Gallier als Äquivalent zur Seite des niederen Materialismus. In Wirklichkeit ging es um all das, was die idealistische Anschauung der Griechen zwangsläufig gelähmt hatte: aggressive Häßlichkeit, mit dem Anblick von Blut oder anderen Abscheulichkeiten verbundene Gefühlsausbrüche, riesiges Gebrüll, das heißt alles, was keinen Sinn hat, nicht von Nutzen ist, weder Hoffnung noch Stabilität aufkommen läßt und keinerlei Ansehen verleiht: nach und nach überschritt das Auseinanderfallen des klassischen Pferdes, das schließlich die Frenesie der Formen erreicht hatte, die Regel und brachte es fertig, den exakten Ausdruck der monströsen Mentalität dieser Völker zu erlangen, die den Suggestionen ausgeliefert lebten. Die abscheulichsten Pferde-Affen und Gorillas der Gallier, Tiere mit unbeschreiblichen Sitten und Ausgeburten der Häßlichkeit dennoch grandiose Erscheinungen, unglaubliche Wunder -, stellen so eine Michel Leiris, 1978, Das Auge des Ethnographen. Frankfurt/M. S. 76. Oeuvres complètes de Georges Bataille, 1970ff. Paris. Bd. I-XII. Bd. II 51 ff. Documents 1, 1929

7 7 endgültige, burleske und grauenvolle Entgegnung der menschlichen Nacht auf die Plattheiten und Überheblichkeiten der Idealisten dar. 16 D Espezel schien das an einem der empfindsamsten Punkte getroffen zu haben. Sein an Bataille gerichtetes Beschwerdeschreiben sagt überdies viel aus über das Schicksal der Documents, die jenseits von Erneuerungsschwung und Kulturhalali von frühester Jugend an unter dem Fluch eines imminenten Untergangs zu stehen schienen. Nach dem zu urteilen, was ich bisher gelesen habe, ist der Titel, den Sie für diese Zeitschrift gewählt haben, höchstens insofern gerechtfertigt, als er uns Dokumente über Ihre Geistesverfassung liefert. Das ist viel, aber nicht ganz ausreichend. Es gilt wirklich zu dem Geist zurückzukehren, der uns zu dem ersten Entwurf dieser Zeitschrift inspiriert hat, als wir beide mit Herrn Wildenstein darüber sprachen. Wollen Sie darüber bitte sehr ernsthaft nachdenken? Natürlich habe ich mit keinerlei Sanction gegen Documents zu drohen. Nur mit einer: der Einstellung der Zeitschrift. 17 Trotz der sich seit dem Streit zwischen D Espezel und einem unbeeindruckten Bataille abzeichnenden und bleibenden Kluft zwischen zwei gegensätzlichen Parteien innerhalb der Redaktion, einer akademischen und einer dilettantisch-subversiven, sollte die Zeitschrift immerhin zwei Jahre und fünfzehn Ausgaben überdauern. Sei es weil sich neben den zersetzenden auch immer konstruktive Effekte ergaben, fruchtbare interdisziplinäre Kooperationen zwischen Wissenschaftlern, Schriftstellen und jungen Wilden. Sei es, weil sich die Zeitschrift einfach gut verkaufte. So dass es die Subventionierung seitens des Vicomte Charles de Noailles beinahe gar nicht gebraucht hätte. Die Subventionierung, die den Anti-Kapitalisten Jacques Baron so wütend machte, dass er immer unbedingt austreten wollte. Was ein weiterer Streit wäre. Ein weiterer von vielen. * In den Jahren 1929 und 1930 sind insgesamt 15 Ausgaben der Documents erschienen. Die Beiträge umfassen, wie der Untertitel es ankündigt, archäologische und kunsthistorische Studien von den frühesten Epochen bis hin zur Kunst der Avantgarde. Ein zeitlicher Raum spannt sich auf zwischen Babelons Untersuchung makedonischer Medallions aus dem fünften Jhr. v. Chr. und Picasso, dem unter anderem das ganze Heft 3 von 1930 gewidmet ist, zwischen Valentin Muellers Beschreibung griechischer Skulpturen aus dem 6. Jhd. v. Chr. und Einsteins Bemerkungen zu den neuesten Gemälden von George Braque, die fast alle immer nur den einen selben Titel tragen: Nature morte, kubistische Synthesizerklänge. Nicht weniger ausgedehnt ist der kulturelle Raum; als ethnologisches Magazin vernerven sich die Documents bis an die äussersten und periphersten Grenzen und Tiefen der menschlichen Kultur. Programmatisch heterologisch, nämlich unsystematisch, ungeordnet und aperspektivisch ereignet sich die Durchquerung des kulturethnographischen Feldes. Die Wanderung ist sprunghaft, nicht-linear und divergent, die ältesten Epochen stehen im fliegenden Wechsel mit modernen Phänomenen. Sumerische Statuen, Mikrokosmen des 15. Jahrhunderts, Musikinstrumente aus Kuba und amerikanische Schauspieler in Paris sind Gegenstände der Documents-Artikel. Thematisiert werden Schmuckstücke aus antiken chinesischen Dynastien, Polizeipraktiken zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Abessynischer Totemismus, Rhodesische Felsenmalerei, Wolkenkratzer in Manhattan und Irokesenzeichnungen. Bildtechniken der unterschiedlichsten Epochen stehen in disparaten Blöcken nebeneinander Rennaissancemalerei, mexikanischer Barock, Impressionismus, Jugendstil, Expressionismus, Dadaismus, Kubismus, Nadars Photographie, Ejsensteins Filme. Es gibt Wikingerschiffe, afrikanische Masken, japanische Figurinen und Lipschitz-Skulpturen. Rossini in Algerien, die Hethitische Sphinx, die Königin von Saba und die mit Eisschollen bedeckte Seine im Winter 1870/71 werden nacheinander porträtiert. Beinahe schizoid serialisieren die Documents Zeiten, Bataille I 161f. D Espezel, in: Bataille I 648f.

8 8 Räume und Kulturen altgriechischer Sonnenkult, moderne Comicserien, Goldschmiedewerkstatt in Essen um das Jahr 1000, moderner Okkultismus, Hollywood und die Bronzetüren einer Kirche in Verona. Bataille schreibt in Soleil pourri über verfaulte und abgründig unplatonische Sonnenkadaver Dr. Adama van Scheltema schreibt über Le centre féminin sacré, ein Tempel in der Nähe von Salisbury, Raymond Queneau schreibt einfach What a life! Nahezu jeder der einzelnen Beiträge wird begleitet durch eine ausführliche Bilddokumentation - Photographien der im Text besprochenen Exponate, künstlerische Photographien oder Reproduktionen der Bilder, seitenweise und in grosser Anzahl. Sie sind jedoch mehr und anderes als supplementäre Illustrationen. Der Text und die Bilder stehen gleichwertig nebeneinander. Klees Mésentente verfeinert die Botschaft von George Limbours gleichnamigem Text auf irritierende Weise. Bataille porträtiert mit Worten den Maler Jean-Baptiste Corot, und dann kann der Leser sich in Corots Le bain de Diane und andere Bilder vertiefen. Tote Menschen und verwundete Tiere tingieren Einsteins ethnologische Studie über André Masson 18, eine Parade von zirsensischen Ballettratten stimuliert Erland Nordenskiölds Ausführungen über Einige Muster und Skizzen von Georges Seurat. Giacomettis Tête qui regarde betrachtet den Leser von Leiris Text Alberto Giacometti. Einstein nimmt eine mysteriös vernebelte Photographie von Nadar zum Anlass, um über genau diese Mademoiselle Lovzeski und andere mysteriöse, amazonenhafte Schönheiten zu kontemplieren. Zoomorphe Vasen aus Gold funkeln in D Henri Martins Beitrag zum Schatz des Nagy-Szent-Miklosz, und abgehackte Pferdefüsse vor einem Schlachthof, die Eli Lothar für Batailles Aufsatz Abattoir (Schlachthof) photographiert hat, strahlen Gefühle von Verwesung ab. Ähnlich das Photo eines in Qualm menetekelnden Schornsteins in einem Vorort von Londres, das Batailles Cheminée d usine (Fabrikschornsteine) präludiert. Melancholische Schönheiten im Schatten und pudrige Mädchen im Garten auf den Seiten um Marie Elbés Manet et la critique de son temps, Totenschädel jeder Sorte und die Un-Köpfe von Kriegsverwundeten bei Dr. Ralph von Koenigswalds Têtes et crânes, und in der Mitte von Sacheverell Sitwells Studie Le baroque mexicain taucht die Kirche von Santa Rosa, Queretaro, auf. Jugendstilhafte Pflanzenphotos von Karl Blossfeldt schlingen sich um Batailles Le langage des fleurs (Die Sprache der Blumen), und William Seabrook persönlich interveniert in Form einer Photographie in Leiris Präsentation der Île Magique und deren Vodoo-Zauber. Autistische Krabben und Garnelen, Bilder aus einem Dokumentarfilm über ozeanische Fauna von Jean Painlevé, bewegen sich über Jacques Barons Beitrag Crustacés (Schalentiere) und in ähnlicher Weise Igor Strawinskys mit einem gravitätischen Siegelring versehene und von Boiffard photographierte Hand über André Schaeffners Le capriccio d Igor Strawinsky. Ganz zu schweigen von Picassos Figuren, von der Figure bis hin zur Femme assise und viele mehr, die den Leser in beinahe jeder Ausgabe im ganzen glorreichen Ausmass einer hochglänzenden Heftseite anblicken. Bei all dieser Exzentrik erweisen sich die Documents als alles andere als akromatisch und weltabgewandt. Häufig verketten sich die Beiträge aktuellen Anlässen, Ausstellungen, Galerieeröffnungen, neuen archäologischen Entdeckungen und Theorien. Neu erscheinende Bücher werden rezensiert, Theater- und Kinoaufführungen kritisiert und die neuesten Werke der Avantgardekünstler, Dalì, Masson, Giacometti, Giorgio de Chirico, Juan Gris, mit Verve vorgestellt. Die unter den ab der vierten Heftnummer hinzugefügten Untertitel Variétes fallenden Themenbereiche nehmen an Gewichtung zu. André Schaeffner proklamiert die Ankunft der Lew Leslie s Black Birds, einer afrikanischen Band, am Moulin Rouge. Georges-Henri Rivière illustriert seine Chronik des Jazz mit Photos von Mona Lee und Adèle Astair, zwei enthusiastisch gefeierten amerikanischen Tänzerinnen sowie einem Auszug aus einer Notenpartitur von George Gershwin, So are you. Jacques Fray knüpft in seiner Reverenz an Duke Ellington hieran an. In Robert Desnos Cinema d avant-garde treten auf in Text und Bild Georges Bancroft in Les Nuits de Chicago, 18 Carl Einsteins Beitrag für die Documents 2 (1929) wurde anlässlich einer Masson-Ausstellung in der Galérie Simon verfasst. Die Studie wird durch zahlreiche Bilder Massons illustriert, u.a. L homme mort (1926) und L animal blessé (1929).

9 9 Jacques Catelain in Inhumaine, Stroheim und Fay Wray in Symphonie nuptiale und Betty Compson in Les damnés de l océan. Es gibt Berichte über Kinofilme und Operetten, der am Rialto in New York laufende Film The Big Pond, King Vidors Film Hallelujah sowie Liza, Operette von Louis Douglas am Théâtre de la porte Saint-Martin, und dazu wieder und immer mehr Bilder, Henry Mortimer, Maurice Chevalier, Nat Pendleton, Joan Crawford. Im Stil einer Windrose durchquert Michel Leiris den Betrieb der Sensationen. Er schreibt über Disques nouveaux und preist den Film Costes-Bellonte an, es folgen Porträts von Buster Keaton und dem afrikanischen Tänzer Féral Benga und schliesslich eine Ovation an die Fox Movietone Follies of 1929, emotioniert durch ein Bild aus den Fox Follies (ein regelmässig am Moulin Rouge präsentierter Film), das eine Phalanx von flotten Frauenbeinen unter einem halb herabgelassenen Bühnenvorhang zeigt. Funkenflug und Glitterstaub, die Documents animieren Broadway-Emotionen: Flying High, eine New Yorker Operette, wird mit Schwung und Lakonismus vorgestellt. Denn die Redakteure prozessieren in ihren Artikeln zwar alle Impulse bis hin zum letzten Charme der Saison. Aber nie assimiliert sich diese zeitschriftgewordene Revue völlig dem irisierenden Geist all dieser konkreten Revuen und Defilées und Festivals, den Riten der Moderne. Es bleibt etwas Dunkles, etwas, das in der Ferne Fatalismus ist. Und wenige Male eine Sprungbereitschaft, Bereitschaft zu Destabilisierung und Kulturkritik, zu Fragmentierung und Ermüdbarkeit - gnostische Erfahrung der Pathologie der Wirklichkeit. So legt Batailles Beitrag für die Documents 5 (1929), Lieux de pélerinage: Hollywood, im Verlauf seiner juvenalischen Darstellung Hollywoods als moderner Wallfahrtsort eine Haltung von Geringschätzigkeit und Misanthropie an den Tag. Batailles Text erweist sich als eine Destruktion aller Orte, an denen sich die Libidinösen von Heute agglomerieren. Hollywood, dieser sagenumwobene Ort, funktioniere als Surrogat für eine dem Menschen schon lange abhanden gekommene ursprünglich-abgründige Heiligkeit. Der arme Irre namens Mensch, dessen Handlungen und Ambitionen sich immer wieder als völliger Fehlschlag herausstellten, werde heimgesucht von einem hyperbulischen Bedürfnis nach Amüsement und Zerstreuung. Und Hollywoods Filmindustrie produziere jene Abenteuer und Erlebnisse, die allein die geistige Applanierung von modernen Utilitariern und Berufsintellektuellen noch zu kompensieren vermöchten. Auf den Abfall des modernen Menschen von de Sadeschen Dithyrambien anspielend schreibt Bataille: Hollywood ist auch das letzte Boudoir, wo die (masochistisch gewordene) Philosophie jene Zerrissenheit finden könnte, nach der sie sich letztlich sehnt: vermöge einer unfehlbaren Illusion scheint es in der Tat nicht so, daß man anderswo noch Frauen begegnen könnte, die entartet genug wären, um auf so eindeutige Weise unmöglich zu erscheinen. 19 (Bataille I 199) Dabei richtet sich Bataille gar nicht primär gegen Hollywood, sondern vielmehr gegen das niveau- und geschmacklose kulturelle Konsumbedürfnis des profanen Menschen. Was die Hollywoodfilme, die Kinematographie an sich betrifft, so hatte er in Figure Humaine noch seiner Begeisterung anlässlich der ersten Tonfilme, Ausdruck verliehen: Warum verbergen, daß die wenigen berauschenden Hoffnungen, die noch bestehen, von den agilen Körpern einiger amerikanischer Mädchen beschrieben werden? Neben der amerikanischen Filmgeschichte im Geiste Hollywoods analysieren die Documents, und hierin dokumentiert sich noch einmal die kulturübergreifende Geste ihres Programms, den modernen Experimentalfilm russischer Tradition. La ligne générale von Robert Desnos wird durch die entsprechenden photographischen Serien von S.M. Eisenstein begleitet. 19 Bataille I 185.

10 10 In jeder Nummer der Documents findet sich ein English supplement, welches Zusammenfassungen und Exzerpte der wichtigsten Artikel in englischer Sprache enthält. Internationales Flair. Einen weiteren Teil einer jeden Ausgabe bildet das Dictionnaire critique, das kritische Wörterbuch. Ähnlich wie in Dalís kritisch-paranoischer Methode 20 geht es nicht um neutrale und objektive Begriffsdefinitionen. Das Dictionnaire critique ist ein Instrument der Dekonstruktion. Herkömmliche oder homogene Bedeutungen werden aufgebrochen, die ihren Begriffen inhärierenden Widerspruche und Diskontinuitäten werden decouvriert. Monistische Begriffe werden in dualistische transformiert. Diese Revision gängiger Begriffsdefinitionen ist nicht wertneutral, sondern steht im Dienst des niederen Materialismus: Begriffe sollen auf ihre ideologischen und idealistischen Bestände und ihr Funktionieren in den entsprechenden Diskursen hin inspiziert werden. Ausgehend von der Annahme, dass sich in den Begriffen einer Gesellschaft deren Ideologien, Mythen und Ideale reflektieren, macht das durch Batailles Texte dominierte Dictionnaire critique in der Dekonstruktion die heterogenen, irreduziblen und verdrängten Schattenseiten und Grauzonen der Gesellschaft sichtbar. Bataille operiert dabei mit den für sein Denken konstitutiven Dichotomien von oben und unten, rein und unrein, heilig und profan, deren moralische Konnotationen er erst entschlüsselt und dann verfremdet. So kreist der durch die abgehackten Pferdefüsse illustrierte Dictionnaire-Beitrag Abattoir um die dualistische Opposition des Heiligen und des Sakralen: Die modernen Schlachthöfe hätten die Funktion antiker Tempelstätten übernommen. Zugleich aber hätte sich das Verhältnis des Subjekts zum Tempel, zum Sakralen, pervertiert. Das Sakrale sei einer unbewussten Verdrängung unterworfen worden, es sei vollständig exkommuniziert worden bzw. artikuliere sich allein ad negativum in dem für die profane Welt symptomatischen Imperativ des Sanitären und der Verwünschung des Hässlichen. Eine Verwünschung, die dennoch ihrem eigenen Schicksal nicht entrinnen kann. In unseren Tagen wird der Schlachthof verwünscht (...) Die Opfer dieser Verwünschung sind nicht die Schlachter oder die Tiere, sondern die biederen Leute selbst, die es fertigbekommen haben, nur noch ihre eigene Häßlichkeit ertragen zu können, eine Häßlichkeit, die in der Tat einem krankhaften Bedürfnis nach Reinheit, nach galliger Kleinkariertheit und Langeweile entspricht. 21 Batailles Dictionnaire-Beitrag für die Documents 7, 1929, Informe (Formlos), korrespondiert mit Leiris Theorie über den Auswurf, das Dejekt 22, das Symbol kat exochen des von der Heterologie untersuchten Formlosen. Bataille korreliert die beiden Adjektive bas (niedrig) und informe (formlos, unförmig) und pointiert ihre moralischen Implikationen. Bas und informe sind nicht neutral, sondern pejorativ, beide übertragen negative Sekundärbedeutungen. Bas und informe stellen eher Disqualifizierungen dar als Qualifizierungen.. Hinter der Prädizierung von bas und informe verberge sich, so Bataille, ein monistisch-idealistisches Denkprinzip und damit zugleich ein latentes Kommando zur Formung des als formlos Verstossenen. Als Prototypen dieses Kommandos beschimpft er Akademiker und akademische Mathematiker in ihrer imperialen Kampagne zur Formalisierung des Realen, jene Leute also, die allen Phänomenen einen mathematischen Gehrock verpassen wollen. Ihnen gegenüber stellt Bataille die andere, die heterologische Flanke, Gnostiker und niedere Materialisten, welche eine genuine Divergenz und Irreduzibilität des Universums, ein Universum zwischen Hydra, Spinne und Auswurf, assertieren. Ähnliche Affekte offenbart er in Poussière 23, wenn er von der grossen Staubwoge kosmischen Ausmasses träumt, die alles überfegen 20 Dalí führt seine kritische Paranoia ein als ein surrealistisches Erkenntnis- und Gestaltungsmittel: eine erlebnislose Alltagswirklichkeit soll programmatisch und konsequent paranoisch aufgeladen werden. Die kritische Paranoia im Sinne Dalís erweist sich als freiwillige operative Methode der Wirklichkeitserkenntnis und der praktischen Intervention. Vgl. Salvador Dalí, 1935, Die Eroberung des Irrationalen. Paris Bataille I 205. Leiris, Auge des Ethnographen: 37. Documents 5, 1929

11 11 und der weltweiten Vernunftspeisung ein für allemal ein Ende bereiten werde. Staubmonster und Alptraumwesen sollen die bekannten Eierköpfe, Staubwedel und Antiseptika 24 besiegen, und damit meint er neurotische Hausfrauen und die Mathematiker des Formalismus in gleicher Weise. In der disparaten und alogischen Blockierung von Texten und Bildern aus unterschiedlichsten Zeiten, Epochen und Kulturräumen zeichnen sich unverkennbar heterologische, Bataillesche Denkmatrizen ab. Das Konzept der Heterologie bestimmt die Documents aber nicht nur als Strukturprinzip; es infundiert sich ebenso in die Inhalte und atmosphärischen Valeurs zahlreicher Beiträge. Insbesondere Batailles Texte entfalten die im Gnosis-Aufsatz erstmalig systematisierten Konstituentien einer heterologischen Wissenschaft: niederer Materialismus als anti-idealistische und anti-hegelianische Massnahme, Autonomie und schöpferisches Prinzip des Bösen, Dekonstruktion tradierter Dichotomien und ihrer moralischen Implikationen. * Der Dictionnaire-Beitrag Matérialisme 25 gibt eine explizite, programmatische und furiose Formulierung des im Gnosis-Text historisch rekonstruierten Prinzips des niederen Materialismus, der Restitution der Materie als gleichberechtiger Antipol zum Geist innerhalb einer dualistischen Gegensatzstruktur. Bataille wiederholt die im Gnosis-Beitrag ausgeführte Kritik am dialektischen Materialismus. Die Revindikation der niederen Materie, des Kreatürlichen, Geduckten, in Hinterhöfen Winselnden, sei jedoch absolut zu trennen vom Programm des dialektischen Materialismus, den Bataille in seinem Beitrag wild kritisiert. Dieser komme in seiner Negation und Umkehrung der idealistischen Werte daher als nichts als eine Verlängerung des Idealismus mit umgekehrtem Vorzeichen. Derselben Tendenz zur Hierarchisierung verhaftet wie der Idealismus, ersetze der dialektische Materialismus die idealen Werte am oberen Ende des Systems lediglich durch die tote Materie. Im modernen Verhältnis zwischen toter Materie und Wissenschaft sieht Bataille eine schlichte Restitution des alten religiösen Verhältnisses zwischen Gott und gottgeschaffener Welt. Anders als die für den Idealismus und dialektischen Materialismus symptomatischen Vernunftakte, Schematisierungen und Typisierungen, fordert Batailles Lösung, der niedere Materialismus, stets das reine Phänomen, die konkrete, singuläre und in ihrer Singularität zumeist deviante Erscheinung - Anti-Abstraktionismus, Anti-Reduktionismus und Verzicht auf jede ideologische Präformation. Es ist Zeit, daß, wenn das Wort Materialismus gebraucht wird, die direkte, jeden Idealismus ausschließende Interpretation der reinen Phänomene zu bezeichnen und nicht ein System, das auf den fragmentarischen Elementen einer ideologischen Analyse errichtet ist, die unter dem Vorzeichen religiöser Beziehungen ausgeführt wurde. 26 Dabei versteht sich die Heterologie nicht einfach als blinde und irrationalistisch motivierte Verwerfung der begrifflichen Präparate und symbolischen Verkürzungen des modernen Wissenschaftlers zwischen eidos, telos und Aleph1, sondern als eine alternative Wissenschaftstheorie, welche die Funktion des Vernunftprinzips kritisch analysiert und dekonstruiert. 27 Und das Subjekt dieser Wissenschaft ist so wenig auf eine Vernunftoperation Bataille I 195. Documents 3, 1929 Bataille I Vgl. hierzu die zu Beginn dargelegte Dekonstruktion des monistischen Denkprinzips. Die von Bataille kritisierte monistische Vernunft ermöglicht Homogenität und eine fortlaufende Homogenisierung, d.h. Assimilation des Heterogenen. Aus einer ursprünglich irreduziblen Antinomie wird eine heteronome Relation raffiniert, deren Elemente aufeinander reduziert und deren unauflösbare Reste annulliert werden können.

12 12 reduzierbar, wie das Objekt jemals vom Konkreten zur Kategorie überwechseln wird. 28 Viele der von Bataille für die Documents verfassten Beiträge folgen, jenseits surrealistischer Ästhetisierung und dadaistischer Anarchie, dieser Trajektorie eines quasi-wissenschaftlichen niederen Materialismus, einer sich abseits vom zeitgenössischen Sturz der Formeln und Axiome, abseits auch vom Logozentrismus der Akademien, durch die Einzelheiten, Aberrationen und Störfrequenzen dieser Welt kämpfenden Heterologie. So nimmt Batailles Documents-Beitrag Figure Humaine 29 eine Photographie von einer Hochzeitsgesellschaft auf dem Lande zum Anlass, um die genuine Dystonie und Verzogenheit der menschlichen Physiognomie zu prononcieren. Angesichts der photographisch dokumentierten anatomischen Ungelungenheiten und Bizarrerien diffamiert er die von der Wissenschaft vorausgesetzte Kontinuität der menschlichen Natur. Sowohl das Verhältnis menschlicher Erscheinungen untereinander, als auch das Verhältnis des Menschen zur Natur sei gezeichnet durch eine unüberbrückbare Disharmonie Unwegigkeiten und Diskontinuitäten zwischen Kaschmir und Mainau, der Blumeninsel. Dieser Sachverhalt werde jedoch von einer auf Homogenität hin übertrainierten Naturphilosophie konsequent verkannt. Gehässig beschimpft Bataille alle Vulgärformen von Hegelianismus, welche die unaufhebbare Antithese zwischen Natur und Geist dialektisch verleugnen und zum vermeintlichen Übergangsstadium bis hin zur grossen Euphonie entschärfen - Sterilium des Systems, Dialektik aus der Konserve, von Platon bis zu Tristan Tzara, für den selbst die Systemlosigkeit noch ein System ist. 30 Der Titel von Batailles Artikel Les écart de la nature 31 rekurriert auf ein Buch von Regnault aus dem Jahre 1775: Les ecarts de la nature ou Recueil des principles monstruosités que la nature produit dans le monde animal. Regnaults Buch inventarisiert auf der Basis von vierzig kolorierten Gravüren in der Natur auffindbare Zweideutigkeiten: Tiermenschen, ungute Transformationsstufen, Zwitterhaftes, anthropomorphe Monstren, Blutgeschmäcker auf Beinen. Regnault verzichtet auf eine klare Trennung des animalischen und des menschlichen Bereiches. Es gibt ein einziges Gehege von Tier-Mensch- Hybriden, und die geometrische Formenwelt ist ferner denn je. Bataille ist in hohen Graden innerviert. Er spielt das Regnautsche Weltgefühl der Katatonie aus gegen die Ideale und Resultate des Eugenikers Francois Galton, klassischer Vertreter der Ästhetik des Durchschnittsgesichts, das sich dem jeweiligen Einzelgesicht gegenüber so verhält wie das Urbild zum Abbild. 32 Neben Regnault führt Bataille noch die Ästhetik Pierre Boaistuas 33, die plastischen Künste des modernen Expressionismus und Sergej Ejsensteins Film eneralnaja linja gegen den Galtonschen Monismus ins Feld. Diese unterlaufen das klassische Schönheitsideal der regelmässigen Form ausgehend vom konkreten Detail, das, unter der Lupe oder mit modernen Aufzeichnungstechniken betrachtet, noch schizoider und unverfügbarer erscheint und Kriterium einer neuen Anti-Ästhetik den Betrachter in das Tremolo des Alptraumhaften versetzt. 28 Vgl. hierzu Bataille I 650: Der Materialismus bedeutet keinesfalls, daß die Materie die Essenz ist, was einfach eine der Formen der idealistischen Philosophie wäre vermittels der Gleichsetzung der Materie mit der Idee, daß der Mensch sich nur einer Sache unterwirft, die tiefer steht als er, tiefer steht als seine Vernunft der Materie; sie ist die Grundlage seiner Vernunft, aber sie verrät sie gerade durch ihre Natur, die von dem Augenblick an, wo sie über sich keine Autorität mehr findet, die sie wie Gott oder die Idee bestätigt, nicht auf diese Vernunft reduzierbar ist Documents 4, 1929 Bataille I 183. Documents 2, Galton zufolge ergeben vierhundert übereinanderprojizierte Gesichter ergeben ein typisches Gesicht, und dieses typische bzw. zusammengesetzte Gesicht ist harmonischer, da die Irregularitäten aus den Einzelgesichtern weggerundet worden sind. Das der Galtonschen Theorie zugrundeliegende Formideal ist die platonische Idee, die Harmonie des gemeinsamen und ausbalancierten Masses. 33 Pierre Boaistuas, 1561, Histoires prodigieuses.

13 13 Der Artikel Cheminée d usine 34 richtet sich gegen den Abstraktionsgrad technischer und technizistischer Diskurse. Diese vermöchten zwar eine oberflächliche Deskription dessen zu geben, was das Zeitalter der Industrialisierung heisst und mit sich bringt, die unbewussten, mythologisch aufgeladenen Schichten dieses Zeitalters, dessen tiefschwarzes Korybantenherz bleibe ihnen jedoch verschlossen. Bataille memoriert Kindheitsängste im angesicht von Fabrikschornsteinen und verehrt diese Erinnerungen als jeder technisch-objektiven Beschreibung überlegen. Ein Schornstein ist mehr als eine ökologisch verdächtige Entsorgungsmassnahme. Ein Schornstein ist eine Metapher für den kleinen Bataille, Metapher für das grosse Dunkel und Orakel für eine rauchgeschwängerte Zukunft. Die heterologische Mikroskopierung des Konkreten erfolgt, vorangegange Beispiele bezeugen es, bevorzugt in den Bereichen von Anatomie und Physiognomie. Bataille fragmentiert und kartographiert den menschlichen Körper aus einer Perspektive, die mit den naturwissenschaftlichen und biologischen Diskursen nicht viel teilt, die überhaupt nicht naturwissenschaftlich motiviert ist, sondern polemisch, mythologisch, spekulativ, aber dennoch oder gerade darum einige flotte evolutionsgeschichtliche Denkanreize anbietet. Batailles minutiöse Betrachtung von Körperteilen wie grossen Zehen, abstehenden Ohren und aufgerissenen Mündern intendiert eine Umwertung anatomischer Bestände und Proportionen und ihrer moralischen Innenbestände. Ganz im bereits erläuterten Stil des Dictionnaire critique transportiert Batailles Schizo-Orthopädie eine Destruktion monistischer Begriffssysteme und der für sie konstitutiven Oppositionen. Der Beitrag über Le gros orteil 35 wird begleitet von Bildern von Boiffard, der für Bataille die Zehen seiner Freunde photographiert hat, und seine Quintessenz lautet, dass der grosse Zeh der menschlichste aller Körperteile überhaupt ist. Bataille evolviert diese Behauptung im Zuge einer oben bereits angekündigten, stark privatisierten Evolutionsgeschichte: Eine ehemalige Gleichwertigkeit der Zehen als zweites Händepaar werde mit dem Übergang des Menschen in die Vertikale, mit dem er sich vom Affen differenziert, aufgehoben. So werde also eine fortlaufende Cerebration kontrapunktiert durch eine Entwertung und Vernachlässigung der noch immer im Dreck stehenden Füsse. Dass Bataille diesen Cerebrationsschub, diese Verhirnlichung nicht positiv konnotiert, ist evident: Die Cerebration als eine Folge von profanisierender Arbeit und dem damit entstehenden Prinzip des Triebaufschubs und der Verdrängung niederer Triebe reflektiert sich in der kardinal krankhaften Opposition der Moderne - agiles Fingerspiel mit cerebraler Standleitung und platte, ungelenkige Füsse. Batailles Fussanalyse fügt sich in das heterologische System der Oppositionen - oben/unten, gut/böse, erhaben/niedrig. Das Wechselspiel von menschlicher Schrulligkeit und Entsetzen, von Notwendigkeiten und Verirrungen ist in der Tat so beschaffen, daß die Finger geschicktes Tun und Unbeirrbarkeit bedeuten, die Zehen Stumpfsinn und niedrigste Dummheit. 36 Die Inszenierung des grossen Zehs verfährt konsequent dualistisch. Die Kritik an den gängigen, moralisch aufgeladenen Gegensätzen und deren Auflösung durch Hierarchisierung vollzieht sich nicht in Form einer Umkehrung. Der grosse Zeh bleibt bis auf weiteres eine ambivalente Angelegenheit, weist unterschiedliche und unvereinbare Facetten auf: Sein Bild ist zum einen hässlich und leichenhaft, andererseits exaltiert und arrogant. Er erweist sich als Analogon des plötzlichen Stürzens, eines unvermittelten Todes-Falls, zudem trägt er verborgene sexuelle Implikationen. 37 Der grosse Zeh stellt ein heterogenes Phänomen dar, er ist gut und er ist böse, Faszinosum und zugleich Schreckgegenstand, der grosse Zeh elektrisiert die Sinne aufgrund seiner Schrecklichkeit. In ähnlicher, evolutionistisch-anatomisch argumentierender Weise führt der Documents 6, 1929 Documents 6, 1929 Bataille I In diesem Zusammenhang zitiert Bataille Salomon Reinach, Pieds pudique, 1905, in: Cultes, mythes et religions, t.1. Reinach stellt in seinem Buch andere Kulturen vor, z.b. China, Türkei, Spanien, in denen die Füsse mit einem Blicktabu belegt sind, aufgrund ihres sexuellen Verweischarakters verdeckt werden müssen.

14 14 Artikel Bouche 38 zur Verfremdung monistischer Scheinheitsideale. Bataille geht aus von einer zentralen anatomischen Differenz von Mensch und Tier: Die für das Tier konstitutive Horizontale macht den Mund zum Anfang des Tierwesens, während beim vertikalisierten Menschen die Schädelspitze, der Scheitel, den Dominanzpunkt markiere. Er differenziert weiter: Der beim Menschen oben situierte Schädel ist weniger markant und ausgebildet als die Mundorgane und Kauwerkzeuge der horizontalisierten Tiere und überdies weniger attraktiv und hypnotisierend als die Augen, die animalischen Blicke. Grosse Affekte oder Emotionen werden nun vom Menschen einerseits im Gehirn oder aber durch den Mund (Zähneknirschen, Schreien) artikuliert, wobei im Fall niederer und triebhafter Affekte die archaischere Verarbeitung durch den Mund von grösserer Relevanz sei. Kurzum, der Mensch wird von seiner horizontalen, bestialischen, tierischen Vergangenheit eingeholt und überrannt. In der Sekunde mächtiger emotionaler Erschütterungen reisst er kataplektisch den Mund auf und nimmt eine tierische Stellung ein: Kopf im Nacken, Mund nach vorne, Rücksturz in frühe vorsokratische Reiche. In Métamorphose 39, dem dritten Teil einer zusammen mit Marcel Griaule und Michel Leiris für die Documents verfassten Trilogie über den Paroxysmus, spezifiziert Bataille das Verhältnis zwischen Mensch und Tier als ein durch Neid und Ranküne beherrschtes. Trotz der trügerischen Gewissheit seines höheren Reflexions- und Freiheitsgrades entlüden sich angesichts faunischer Reiche Neid und Eskapismusträume im Menschen als dem gefangenen Tier der Zivilisation, der Personifikation eines bürokratischen Gefängnisses. Verräterische Indizien findet Bataille auf Kostümfesten, in Karnevalszeiten und Swinger Clubs, bei Verwandlungskünstlern, Transvestiten, Zirkusdirektoren und nicht zuletzt in den gefiederten Hüten der Damen der Belle Époque. Sonderbare Einzelheiten und erstickte Details, Scherbengesichter, Aborte, Hutfedern und vernachlässigte Organe, ein Rauchfang mit Schwermütigkeit allesamt Abfälle der Formalisierung. Bataille erlöst sie von jenem Schweigen, zu dem Abstraktion und begriffliche Überhöhung sie verurteilt hatten. Dabei macht seine Gegenkampagne zur idealistischen Reduktion nicht notwendig halt bei der Rückkehr zur Konkretion, nicht immer bleibt er auf der molekularen Ebene stehen. Über die Börse der eidosdiffamierenden Phänome hinaus macht er sich an das Ding oder eben Unding selber, ans Unendliche, Verfliessende, Amorphe. Wie immer geht es um eine Zurückweisung idealistischer Massansprüche, um Rehabilitation der niederen Materie, gerade auch in moralischer Hinsicht. Die Documents sind für Bataille der Kanal, über den er die A-Liste idealistischer Objekte deformiert und im selben Zug die niedere Materie lanciert, ob formlos oder allzukonkret, in jedem Fall abseitig, widerspenstig, mutagen und irreduzibel. Natürlich wird das nicht allein durch Batailles eigene Texte ausgetragen, obzwar jene sicherlich die extremsten darstellen. Auch die anderen Beiträge stellen sich, und nicht nur in Form struktureller Disparität, in den Kontext der modernen Gnosis, der Heterologie; auch sie befinden sich auf der Fährte der von klassischen Ästhetik unterschlagenen Einzelheiten, Randerscheinungen und ontologischen Auslaufmodelle. Betrachtungen über das Malheur, den Auswurf (Crachat), die Schwelle (Seuil), einen Gewehrschuss (Un coup de fusil), Engel (Ange), Hygiène, das Chrysler Building in New York und Wolkenkratzer (Gratte-Ciel) überhaupt sowie über die Trouvaille von Oseberg sorgen für Turbulenzen in der Ordnung der Dinge und in der Hierarchie des kunstwissenschaftlich Denkwürdigen. Photographien stimulieren die Verliebtheit ins konkrete, manchmal raritätenladenhafte, manchmal traumatische Detail. Ein Photo, das ganz im Stil des zerstückelten Körpers die Augen und die Haare einer Puppe zeigt, begleitet Michel Griaules Beitrag Joujou. Leiris Débacle kommt nahe durch ein Bild, welches die im wahrhaft debakelhaften Ausmass mit Eisschollen bedeckte Seine im Winter 1870/71 zeigt. Der von Bataille und Arnaud Dandieu gemeinsam formulierte Beitrag über den Raum (Espace) wird heterogen bebildert durch drei Photographien: ein Schimpansenmädchen in Mädchenkleidern, ein grosser Fisch, der gerade drei kleine verschlingt, und ein zusammengestürztes Gefängnisgebäude in Ohio. Nie kommen die Tiere zu Documents 5, 1930 Documents 6, 1929

15 15 kurz in den Documents: Schalentiere (Crustacés), Krokodile und Pythonschlangen (Reptiles), Kamele (Chameau) und eine Photographie von Keystone, die eine Dame aus den oberen Zehntausend im lasziven Pelzmantel vor einer Reihe getöteter und abgezogener Nerze zeigt. Textbeiträge von Leiris, Robert Desnos, Hans Reichenbach, Marcel Jouhandeau bilden das geisteswissenschaftliche Fundament dieser unhegelianischen Periodisierung von Erscheinungen aus der sogenannten Wirklichkeit: Crise de la causalité, Métaphore, Civilisation, Eloge an die Unvorsichkeit (Éloge de l imprudence), Bankrott des Unbewussten? (Faillite de l inconscient?). Über diese Böschung niederer Materie hinaus fügen sich die Texte der Documents auch in kunstgeschichtlicher Hinsicht in Batailles Unternehmen einer modernen Gnosis ein. Im Gnosis-Text sieht Bataille in den azephalischen Skulpturen der gnostischen Kunst, den Repräsentationen von Chimären und Göttern mit Tierköpfen, eine Antizipation der modernen expressionistischen und kubistischen Kunst. Der im desillusionierten Materialismus der gnostischen Kunst durchforstete Bereich des Untergründigen, des Unheimlichen, des Konvulsivischen kehrt, so Bataille, auf den Bildern André Massons und anderer moderner Maler wieder. Damit verleiht er der Rede von der modernen Gnosis nach Verweisen auf die Satanisten des 19. Jahrhunderts sowie auf Nietzsche und den Marquis de Sade im bezug auf die Kunst und die Kunst in den Documents einmal mehr Bedeutsamkeit. 40 Die Verfasser der Documents wenden sich einer langen Reihe moderner Maler zu von Paul Klee über George Braque, Joan Miró, Dalí, Gaston-Louis Roux, Léger bis hin zu Picasso, sie setzen die skulpturgewordenen Aneurien von Alberto Giacometti ins Licht, die Konstruktionen von Giorgio de Chirico, Lipschitz und Laurens, die expressionistischen Reliefs von Hans Arp. Damit lassen sie sich einer von Bataille als moderne Gnosis apostrophierten Strömung subsumieren, der es um die Subversion klassischer Formideale und die auf unterschiedlichste, aber immer kompromisslose Weise vollzogene Destruktion der platonischen Idee gelegen ist. Auch die ethnologischen Beiträge stellen Platonismus und Metaphysik des Abendlands mitsamt ihren Ansprüchen teleologischer Notwendigkeit in Frage, indem sie, ähnlich wie Bataille in seinem Aufsatz über die Gnosis, fremde und andere Vegetationsformen des Denkens erschliessen. Hierzu zählen insbesondere die Texte des jüdischen Kunsthistorikers und Dichters Carl Einstein ( ), berühmt geworden durch seine beiden Bücher über die Negerplastik (1915) und die Kunst der XX. Jahrhunderts (1926). In seinem Beitrag über Beninische Baumfetische (Arbres-Fétiches du Benin) 41 gewährt er tiefe Einblicke in totemistisches und magisches Denken, während er in Une légende des Iroquois: la Grande Tête 42, illustriert durch Irokesenzeichnungen von 1880, die kulturellen Praktiken und Riten nordamerikanischer Ureinwohner beschreibt. Der Experte für magisches Denken von primitiven Kulturvölkern, Marcel Griaule, knüpft mit einem Beitrag zum Totémisme abyssin 43 hieran an, widmet sich ausserdem der Légende illustré de la reine de Saba 44, und das Graffiti abessinischer Kinder, das er auf einer Expedition in die Provinz Godscham in den Jahren 1928/29 gesammelt hat, bebildert Batailles Beitrag für die Documents 7, 1930, L art primitif - nur ein Beispiel für die vielfältige inhaltliche Vernetzung der Texte untereinander. Batailles engster Freund, der Ethnologe und Ethnopoet Michel Leiris (1901*), der kurz nach Einstellung der Zeitschrift für zwei Jahre nach Afrika expedieren und danach Mitarbeiter am völkerkundlichen Musée d Éthnographie in Paris werden wird, zollt in L île magique 45 dem berühmten Afrikaforscher William Seabrook seine Reverenzen, kommentiert darüber hinaus Vodoo-Rituale und die afrikanische Mantik. In der Nummer Bataille, Der niedere Materialismus und die Gnosis: 9. Documents 4, 1929 Documents 7, 1929 Documents 6, 1929 Documents 1, Documents 6, 1929

16 16 7, 1930, erscheint Leiris, seinen späteren bekannten Buchtitel vorwegnehmend, Aufsatz L oeil de l ethnographe zusammen mit Photographien von der Expedition Dakar-Djibouti. Im Zuge seiner Dekonstruktion des abendländischen Logozentrismus als Phonozentrismus lenkt Jacques Derrida, geboren im Jahre 1929, den Blick auf die Linearität als typisches Symptom logozentrischer Geschichtsschreibung. So wie der Logozentrismus die Unität und Präsenz des Begriffs affirmiert, indem er dessen mehrdimensionale Gedächtnisstruktur negiert, das heisst die Tatsache, dass sich im Ablauf der Zeit zahlreiche Bedeutungen und Konnotationen eingeschrieben und sich zu einer komplizierten und differenzierten Schichtungsstruktur verräumlicht haben 46, so reduziert er die Geschichte und Geschichtsschreibung selbst auf die Form einer Linie. Die Linearität des Symbols korreliert mit dem traditionellen Begriff der Zeit und der ganzen daran hängenden klassischen Weltordnung. Voraussetzung für dieses relativ junge, nämlich abendländische Schriftmodell der Linearität ist, so Derrida weiter, eine Verdrängung all dessen, was bis dahin der Linearisierung widerstanden hätte, eine Verdrängung der Mythographie, der magischen Zeit von Piktogrammen und Hieroglyphen. Eine ursprünglich nicht-linear formatierte Vergangenheit, in die die Wurzeln der phonetischen Schrift dennoch zurückverfolgt werden können, musste im Zuge der Übernahme phonozentrischer Linearität besiegt und unterdrückt werden; alle Ansätze einer mehrdimensional sich konstituierenden Schrift mussten eskamotiert werden, um ein Schriftmodell zu erlassen, welches auf Sukzessivität, Chronologie und der irreversible Zeitlichkeit des Lautes aufruht. Der phonozentrischen Zeitlichkeit, der eindimensionalen Verkettung von Stimm- bzw. Wahrheitsmomenten entspricht ein historisches Denkprinzip, das eine lineare und einsinnige Rekonstruktion des geschichtlichen Ablaufes und damit eine Reduktion der Geschichte vorsieht denn die Wahrheit spricht nur jeweils einmal an jedem Punkt dieser sich von der Vergangenheit über die Gegenwart bis in die Zukunft erstreckenden Zeitachse. Wenn Geschichte phonozentrisch als eine Folge von vergangenen Präsenzmomenten definiert wird, dann kann es nur eine einzige wahre Geschichte geben. Geschichte wurde, urteilt Derrida, zweifellos seit je mit einem linearen Ablaufschema der Präsenz in Verbindung gebracht. Der traditionelle Geschichtsbegriff des Logozentrismus supponiert die Vernetzung einer finalen mit einer ursprünglichen Präsenz. 47 Eine Verdrängung aber ist immer zugleich auch die Wiederkehr des Verdrängten. 48 Und so wird die phonozentrische Geschichtsschreibung interpungiert durch die verdrängte Mehrdimensionalität und Verräumlichung von Schriften und deren übergangenen, überschriebenen und untersagten Bedeutungen, von allen möglichen die Stimme des Logos aufstörenden Geisterbildern. Aufgabe einer Grammatologie ist nun, dies Symptom zu katalysieren, die Pluralität von Geschichten und die 46 Derrida geht von der prinzipiellen Vergleichbarkeit und Isomorphie von Eigennamen oder Begriffen und Piktogrammen aus. In der Struktur einer piktographischen Beschreibung kann eine Ding-Darstellung, ein Totemzeichen, den symbolischen Wert von Eigennamen annehmen. (...) Die Schichtung eines derartigen Piktogramms kann also außerordentlich komplexe Formen annehmen und das Fassungsvermögen des empirischen Bewußtseins, welches an seinen direkten Gebrauch gebunden ist, überschreiten. Die Diachronie der Bedeutungen reflektiert sich in der synchronischen Struktur des Piktogramms, das sein eigenes unbewußtes Gedächtnis manifestiert, und nur die obere Schicht dieses mehrdimensionalen Gebildes ist einer bewußten Repräsentationstechnik also genau das, worauf sich der Phonozentrismus beläuft - zugänglich. Auf der Basis der strukturellen Homologie von Piktogramm und Eigennamen kann nun die Dekonstruktion ihren Fortgang nehmen.: die Dekonstruktion des phonozentrischen Namens kann sich vollziehen als eine Dekonstruktion der Linearität des Namens, indem der Name als ein im Piktogramm verräumtlicher, nicht-identischer beschrieben wird. Wir sehen, daß der Name, insbesondere der Eigen-Name, immer von einer Kette oder einem System von Differenzen umgeben ist. Benennung wird er nur in dem Maße, wie er sich in eine bildliche Darstellung einfügen läßt. Das Eigentümliche des Namens entgeht nicht der Verräumlichung, die entweder ursprünglich mit der räumlichen Repräsentation von Dingen oder einem System phonischer Differenzen (...) verhaftet ist. Die phonozentrische Behauptung der Einheit des Eigennamens ist also immer geknüpft an die Voraussetzung der Linearität und die Eskamotierung der Räumlichkeit. In der linearen Reduktion als Verdrängung der Mehrdimensionalität zeigt sich ein typisch phonozentrisches Symptom, das auf einer anderen Ebene die phonozentrische Zwangsmaßnahme artikuliert: die Assertion der Einheitlichkeit und die Verwerfung der Differentialität. Vgl. Derrida, Grammatologie: 161f Vgl. Derrida, Grammatologie: 151f. Vgl. Jacques Lacan, 1978, Das Seminar I, Freuds technische Schriften ( ), hrsg. v. Norbert Haas. Weinheim-Berlin. S. 244.

17 17 Promiskuität von Wahrheiten aufzuzeigen. Zu zeigen schliesslich, dass jeder Verzeitlichung eine ihr gleichursprüngliche antagonistische Kraft der Verräumlichung entspricht, dass die Grenzen der graphischen, nicht-linearen Schrift gleichzeitig mit der Möglichkeit ihrer Begrenzung entstanden sind; sie eröffneten, was sie beendeten; sie heißen: Diskretion, Differenz, Verräumlichung. 49 Jahre bevor Derrida das Prinzip der différance als einer Differenzen produzierenden Bewegung, jene Bewegung, durch die sich die Sprache oder jeder Code, jedes Verweisungssystem im allgemeinen historisch als Gewebe von Differenzen konstituiert 50, zu Zwecken der Subversion auf die traditionelle Geschichtswissenschaft appliziert, demonstrieren die Documents, dass die Voraussetzung einer linearen und okzidental abschlussreichen Geschichte ein abschussbereites Phantasma ist. Wenn Statuen der sumerischen Epoche, Fragilitäten aus der chinesischen Ming-Dynastie und Igor Strawinskys Crescendos sich in rascher Aufeinanderfolge in ein und derselben Ausgabe präsentieren, wenn die Hethitische Sphinx zur Nachbarin des Marquis de Sade wird, der Rosen in die Jauchegrube wirft, und wenn Das Mysterium des Juden Abraham unmittelbar abgelöst wird von Jules Vernes Reise um die Welt in achtzig Tagen, dann wird klar, dass zumindest für die Redakteure der Documents die Zeit der linearen, homogenen Geschichtsschreibung abgelaufen ist. Die Documents scheinen mit der Philosophie ihres Layouts etwas zu prophezeien, die Philosophie einer Bewegung vom Charakter eines Einflechtens, eines Webens, eines Bindens (...), welches die unterschiedlichen Fäden und die unterschiedlichen Linien des Sinns oder die Kraftlinien wieder auseinanderlaufen läßt, als sei sie bereit, andere hineinzuknüpfen. 51 Der gotische Palast Chiaramonte in Palermo, kultisches Tierschlachten in Neu-Guinea, Seurats Blouse Blanche, eine Fotodokumentation der Chicagoer Bandenkriege: X marks the spot und The Big Pond am Rialto in New York infarktartig und piktographisch wird die phonozentrische Bedeutung ausgehöhlt. La femme 100 têtes, par Max Ernst, Pygmalion und die Sphinx, Der Louvre der Marionetten, Fantomas, es kommt also dazu, daß die Gegenwart und besonders das Bewußtsein, das Beisichsein des Bewußtseins nicht mehr als die absolute Matrixform des Seins, sondern als eine Bestimmung und ein Effekt gesetzt wird. Bestimmung oder Effekt innerhalb eines Systems, das nicht dasjenige der Gegenwart, sondern das der différance ist, und die Opposition von Tätigkeit und Passivität ebensowenig zuläßt Joan Mirós Portrait de Mrs. Mills, Betty Compson in Weary River und dann die Statue von Kâfiristân, die Vasen von Bouzonville, die Bronzetüren von San-Zeno in Verona und das Cover der modernen okkultistischen Comicreihe Sar Dubnotal die epiphanische Präsenz des historischen Augenblicks wird beim Blättern durch die Documents ad absurdum geführt. Stattdessen spreizt sich jedes nur scheinbar gegenwärtige Element in der Spannung zwischen einer Vergangenheit und einer Zukunft, die ihrerseits niemals gegenwärtig gewesen sein werden, denn zu abrupt sind die Sprünge zwischen André Massons Nummer Fünf und dem Antiken Goldschatz des Nagy-Szent-Miklosz, zwischen der Göttin Besa und den Lew Leslie s Black Bands am Moulin Rouge, als dass noch jemand an den Logos und die lineare Zeit glauben könnte. An die lineare Zeit oder auch die Innerzeitigkeit. Die Mitarbeiter der Documents waren ganz sicher auf der Höhe der Zeit und dennoch keine Paragnosten. Der Paragnosie oder anderer Augurenbegabungen bedurfte es auch nicht. Im Jahr 1927 war Martin Heideggers Sein und Zeit erschienen. Zwar sollte die rege Übersetzungstätigkeit Henry Corbins erst 1931 beginnen, doch bestand schon vorher und gerade in den Kreisen um Bataille ein grosses, zum Teil durch Jean Wahls Lektüren angeregtes Interesse an den Konzepten der drei deutschen Philosophen Hegel, Husserl und Heidegger. Hinzu kam, dass Carl Einstein, der theoretische Leiter der Documents, nicht nur philosophisch hochbegabt und belesen, sondern Deutscher war. Es liegt also nahe, dass Impulse der 49 Derrida, Grammatologie: 152f. 50 Jacques Derrida, 1988/1996, Die différance, in: J.D., 1988/1996, Randgänge der Philosophie, Wien. S Derrida, Die différance: S Derrida, Die différance: S. 42.

18 18 Heideggerschen Philosophie, wenn auch nicht in direkter Adaption, so aber doch indirekt in die Redaktion der Zeitschrift diffundierten. Derridas Denken der Verräumlichung und Temporisation, seine Kritik am linearen Zeitbegriff des Phonozentrismus rekurriert selbst auf Heideggers Unterscheidung zwischen einer vulgären Zeit oder Innerzeitigkeit und einem eigentlichen Zeitbegriff oder der Geschichtlichkeit. 53 Die Geschichtlichkeit, von Aristoteles bis hin zu Bergson fortwährend zugunsten eines vulgären Zeitbegriffs unterdrückt, fasst Heidegger als zukünftig-gewesendaugenblickliche Zeitigung der Zeit. Ein Prinzip von Zeit also, welches die drei die Innerzeitigkeit konstituierenden Formen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft allererst hervorbringt, aber dies nicht im Sinne eines Ursprungs, sondern als eine die Innerzeitigkeit unterminierende, tiefere, fundamentalontologische Programmebene. Die Innerzeitigkeit, dieses häuslich-imaginäre Konstrukt eines linearen und chronologischen Zeitablaufs, entspricht der antizipatorischen Struktur des Daseins innerhalb der Selbstverständlichkeit des Man, des Daseins als Unentschlossenheit. Die Innerzeitigkeit verkennt die Geschichtlichkeit, die Zeit als Wesen des Seins, indem sie Zeit selbst objektiviert und systematisiert nach Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie kennt lediglich und in klar abgegrenzter Form das Gewärtigen des noch ausstehend in der Zeit Seienden, das Gegenwärtigen des Vorhandenen und das Behalten des Vorhandenen, um zu vergessen, dass diese Unterscheidung selbst skandiert wird, oder besser noch: sich implementiert in der ursprünglichen Zeit selbst. Die Konzeption einer Innerzeitlichkeit oder Vulgärzeit kontextualisiert die Kritik an der metaphysischen Idee der Zeit, die sich selbst bzw. das Denken stets einer bestimmten Zeit, nämlich der für die Erkenntnis eines unterschiedslos Vorhandenen prädestinierten Gegenwart verhaftet. Als gewärtigend-behaltendes Gegenwärtigen vermag diese tradierte ontologische Zeitauffassung das Denken niemals zu transzendieren hin auf jene ursprüngliche Zeit als Wesen des Seins, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in der letztendlich Denken und Zeitigen selber konvergieren, sofern auch Denken selbst immer nur als faktischer Vollzug, als geschichtliche Prozedur sein kann. Heidegger versucht genau diesen, die Grenzen von Denken und Sprache, zumindest sofern letztere auf objektivierende Massnahmen reduziert werden, übersteigenden Lauf einzuholen. Er unternimmt den Versuch, auf dem Wege der Rekonstruktion aufzuzeigen, inwiefern die Emergenz und Verbreitung des vulgären Zeitbegriffs selbst aus der Zeitlichkeit entspringen. 54 Wie nah oder wie fern das auch immer der Redaktion am Boulevard Saint-Germain gewesen sein mag, welche Abgründe auch immer die Impulse zwischen Heidegger und Bataille, Leiris, Einstein und F. Adama van Scheltema zu überqueren hatten - eine Landschaft von Lorenzetti aus dem 14. Jahrhundert und dann die Comicserie Les Pieds Nickelés (sozusagen die Vorläufer von Disneys Panzerknackerbande) und dann Gaston-Louis Roux Homme poursuivant une jeune fille und dann ein Beitrag über Kâli, die indische Göttin des Grauens, der Destruktion, der Nacht und der Ungestalt, Schutzpatronin der Cholera, der Friedhöfe, der Diebe und Prostituierten, das ist Kammerflimmern in der Innerzeitigkeit. * Am 12. Februar 1929 verfasste der Surrealist Raymond Queneau ein Rundschreiben, das an etwa sechzig Surrealisten im engeren und weiteren Umkreis verschickt wurde. Bataille befand sich unter den Adressaten. 55 Das Rundschreiben enthielt einen Aufruf zu Stellungnahme und Option betreffs der Orientierung und konkreten Weiterentwicklung der avantgardistischen Tätigkeit. Im Zenit stand die Frage nach dem Aktionsmodus der surrealistischen Gruppe individueller oder kollektiver Einsatz für die neue Wirklichkeit? Die Frage war insinuativ und zutiefst strategisch. Tatsächlich ging es um eine mögliche Abspaltung vom politisierten Kern der surrealistischen Gruppe, also von Breton, Aragon, Fourrier, Péret, Unik und Queneau, es ging um die Perspektive einer möglichen Vgl. Derrida, Grammatologie: 153. Vgl. Martin Heidegger, 1953/1993, Sein und Zeit. Tübingen. S. 18ff. 55 Vgl. hierzu auch Mattheus, Thanatographie: 131ff.

19 19 Auseinanderdividierung der Gruppe in Prosurrealisten und Individualisten. Den Anlass zu diesen Gedanken über Sonderung und Sortierung stellte eine tiefe Krise innerhalb der surrealistischen Gruppe dar, eine Krise und Divergenz im Selbstverständnis und in der Selbstdeklaration des Surrealismus. Die Fragen nach der Priorität der künstlerischen Insurrektion oder aber der sozialen Revolution, nach der Transformation der Wirklichkeit mit geistigen oder, im genauen Gegensatz, mit politischen Mitteln, konnten nicht länger einheitlich beantwortet werden, und die surrealistische Gruppe drohte, an ihnen zu zersprengen. Queneaus Rundschreiben erging zu einem Zeitpunkt, an dem die surrealistische Gruppe bereits stark fraktioniert und innerlich zerrissen war, gezeichnet vom Misslingen der Zusammenarbeit mit der KPF und der Clarté, vom Auftauchen konkurrierender Bewegungen (die Zeitschriften Grand Jeu und Documents) sowie von der Desolidarisierung zahlreicher Anhänger. Bataille stellte sich angesichts der Entscheidungsfrage von Queneau auf die Seite der Solisten und apolitischen Künstler, eine Reaktion, die hinsichtlich seiner Polemik gegen die Massnahmen des dialektischen Materialismus konsequent erscheint. Zu viele idealistische Nervensägen 56, so verunglimpfte Bataille die politisch Aktiven und Revolutionäre unter den flammenden Augen von Breton. In Batailles Gefolge waren Artaud, Bernier, Boiffard, Fraenkel, Leiris, Limbour, Masson, Picabia, Souris, Tual, Vitrac u.a. Am 11. März 1929 kam es zu einer Versammlung aller von Queneau Angeschriebenen in der Bar du Château unter dem Vorwand, über die Expatriierung Trotzkis zu deliberieren. Tatsächlich aber wurden die bei Queneau eingegangenen Antworten öffentlich verlesen, was dazu führte, dass die Situation sehr bald eskalierte zu einem Tribunal über diejenigen, die gegen Breton und die politische Aktion optierten, kurzum: über die Derserteure von der offiziellen surrealistischen Bewegung. Die Surrealisten um Breton blieben bei ihrem Entschluss und projektierten eine mit aktiven Mitteln und politischen Interventionen in Angriff zu nehmende Revolution. Dalí befand sich zu Batailles Entsetzen unter ihnen, ausserdem Giacometti, Char und Luis Bunuel. Die übrigen, die sich für eine Revolution im ausschliesslich subjektiv-künstlerischen Bereich aussprachen, schlossen sich, von der Stunde an Ex-Surrealisten, den beiden neu gegründeten Periodika an, den Zeitschriften Bifur und Documents. Das Ergebnis des 11. März 1929 machte es explizit und öffentlich: Die Documents stellten eine Alternative, ein Konkurrenzunternehmen zum Surrealismus dar. Der Gegensatz zwischen der surrealistischen Gruppe und den Künstlern und Schriftstellern der Documents, der sich von diesem Datum an in Form von offenen Rivalitäten und Positionsbeziehungen in der realistischsten aller Wirklichkeiten manifestierte, hatte jedoch eine Vorgeschichte. Er wurde präformiert und personifiziert in den zwei Hauptfiguren der Geschichte, auf der einen Seite das Surrealistenoberhaupt André Breton, auf der anderen der Begründer der Heterologie und Herausgeber der Documents Bataille. Über diese Trajektorie, über die ideologischen Dissonanzen und persönlichen Ressentiments zwischen Breton und Bataille, deren Höhe- und Tiefpunkte, lässt sich eine weitere Facette des Programms der Documents rekonstruieren. Die Documents stellen in diesem Kontext nur eine Etappe, ein allerdings wahrhaft Dokument gewordenes Kapitel dar in der jahrzehntelangen Fehde zwischen Breton und Bataille, die sich, unterbrochen durch Zeiten von suspekter Versöhnungsbereitschaft und dann wieder eristischen Angriffen erster Klasse, bis in die 50er Jahre des 20. Jahrhunderts hinziehen sollte. Vor der Gründung der Documents, also vor dem ausdrücklichen Ergreifen einer Gegenposition verhielt Bataille sich den Surrealisten gegenüber wie eine Amphibie. Das Verhältnis war ambivalent von Beginn an und sollte es bleiben. Bataille vermochte bestimmten idealistischen Einfärbungen des surrealistischen Programms niemals anderes als Misskredit entgegenzubringen. Zu keiner Zeit hat er geglaubt an die surrealistische Apotheose der Liebe, an die Levitation in unbewussten Wunderländern und an das poestisierte Delirium; der Beschwörung von sibyllinischen objet trouvés und der lyrischen Aufladung und Hysterisierung der Dingwelt konnte er niemals folgen. Dennoch gab es Parallelen: So standen die surrealistische Affirmation des Anti-rationalistischen, Anti-Nationalistischen und 56 Bataille in: Leiris, Auge des Ethnographen: 80.

20 20 Destruktiven Batailles Furor zu Transgression und Fieberreise nicht sehr fern. Aber Bataille war defaitistischer, realistischer als die Surrealisten. Den fanatischen Glauben an eine Möglichkeit der faktischen Transformation der Wirklichkeit in eine Überwirklichkeit hat er nie geteilt. Zu einer Zeit, als die Surrealisten noch glühten in ihrer Traumenklave, Abschussrampe zur surrealité, hat Bataille schon das glanzlose Ende dieses Traums erblickt, fatalistisch, detachiert und immer einsamer mit seinen Gedanken: Unabhängig von dem, was ich hörte, glaubte ich, daß (niemand weiß, was), aber wahnsinnig verlangte, begehrte wie eine in Tränen aufgelöste Verliebte in der Ungewißheit. So viele Schluchzer, Agonien und Schmerzen verlangen eine Antwort, die blendet, verlangen etwas Sanftes, Unsinniges, Verklärendes. Es schien mir klar, daß man einer solchen Erwartung nicht mit Gedichten, Gemälden, Ausstellungen entsprechen konnte. Und ich meine, dies war allen klar. Aber eine Erwartung ist niemals genau abgegrenzt: daneben gibt es andere Erwartungen, die mit der Literatur, den bildenden Künsten, dem Handel, dem persönlichen Ansehen verbunden sind. Verwirrt und ohne erschöpfende Entsprechung der großen Erwartung bleibend, die sie gehabt hatten - oder zu haben glaubten -, vergaßen die meisten sie. Und allmählich gab es keine Funken mehr, weder Erregung noch Prophetismus. Zumindest nahm ich nicht mehr den Anschein dieser Erwartung in der Haltung und in den Worten der anderen wahr. In mir jedoch war die Erwartung nicht weniger ätzend, weniger himmelschreiend geworden. Ich spürte nur, wie ich nach und nach einsam wurde. 57 Im Juli 1925 hatte Michel Leiris, Batailles Freund und Kontaktmann zu den Surrealisten, Bataille eingeladen, einige Fatrasien (Nonsensgedichte aus dem 13.Jahrhundert) für die Révolution Surréaliste zu übersetzen. Erst ein dreiviertel Jahr später, im März 1926, wurden die von Bataille übersetzen Gedichte publiziert und noch dazu ohne namentliche Nennung des Übersetzers. Was viel verrät über die Präludien der Begegnung: Bataille und die Surrealisten. Aber es gab nicht nur böse Omen. Im Herbst 1925 nahm Leiris seinen Freund mit auf eine Party bei André Masson, und es sollte der Beginn einer treuen, lebenslangen Freundschaft zwischen Bataille und dem Universalkünstler Masson sein. Auf den Expeditionen durch die Bars und Kabaretts des nächtlich illuminierten Paris knüpfte Bataille freundschaftliche Kontakte mit den Surrealisten Robert Desnos, Jacques Prévert, Tristan Tzara. Intensiv lernte er Théodore Fraenkel kennen, Ex-Dadaist, Arzt, Psychoanalytiker und Intimus von Jacques Vaché und Breton, und über Fraenkel den leicht psychotischen Antonin Artaud, in dem Bataille sogleich einen geheimnisvoll schweigenden Geistesverwandten zu erkennen glaubte. Und dann schliesslich Breton. Leiris hatte lange gezögert, Bataille zu guter letzt der Surrealistenhoheit vorzustellen, aus guten Gründen. Bataille hatte das surrealistische Manifest als unlesbar diffamiert. Er hatte die Techniken der écriture automatique als esoterische Unternehmungen bezeichnet, die ihn in keiner Weise elektrisierten. 58 Leiris Verehrung von Bretons Confession dédaigneuse erschien Bataille als ganz und gar unverständlich und absurd, das hatte er dem peinlich berührten Leiris ins Gesicht gesagt und weiter, dass er nach der Konfrontation mit einer derartigen Logorröe in Buchform, mit einer derartigen Entladung von Narzissmus und Exaltation nur noch eine lagerechte Alternative erblicke: Schweigen, tiefes, tödliches, renitentes Schweigen. 59 Alles in allem reagierte Bataille auf alles Beton Betreffende mit einer undurchschaubaren Gefühlsmixtur aus Hybris, Reserve und cholerischem Nihilismus. Trotz all dieser anaphylaktischen Reaktionen auf einen André Breton, dem er noch nicht ein einziges Mal persönlich gegenübergestanden hatte, nahm Leiris Bataille Ende 1926 schliesslich mit ins Café Cyrano und stellte ihn dort dem wie immer von einem Teil seines Hofstabs eskortierten Breton vor. Wieder schwankte und verwischte sich das Bild. Aus der Höhe seiner Verachtung stürzte Bataille ab in die Rolle des Ausgeschlossenen, des Erstickten, des aufgrund seiner unausdenkbaren Normalität Diskriminierten, der kleine Bibliothekar, die Un-Person mit dem grauen Hut Bataille V 423. Vgl. Bataille VIII 173. Bataille V 82.

Hinduismus. Man sollte sich gegenüber anderen. nicht in einer Weise benehmen, die für einen selbst unangenehm ist; Hinduismus 1

Hinduismus. Man sollte sich gegenüber anderen. nicht in einer Weise benehmen, die für einen selbst unangenehm ist; Hinduismus 1 Hinduismus Man sollte sich gegenüber anderen nicht in einer Weise benehmen, die für einen selbst unangenehm ist; das ist das Wesen der Moral. Ingrid Lorenz Hinduismus 1 Die Wurzeln des Hinduismus reichen

Mehr

Ist Gott eine Person?

Ist Gott eine Person? Lieferung 10 Hilfsgerüst zum Thema: Ist Gott eine Person? 1. Schwierigkeiten mit dem Begriff Person Karl Rahner: Die Aussage, daß Gott Person, daß er ein persönlicher Gott sei, gehört zu den grundlegenden

Mehr

Vorlesung Christologie und Gotteslehre 3. Das Verständnis von Inkarnation in kontextuellen Theologien Prof. Dr. Lucia Scherzberg Sommersemester 2010

Vorlesung Christologie und Gotteslehre 3. Das Verständnis von Inkarnation in kontextuellen Theologien Prof. Dr. Lucia Scherzberg Sommersemester 2010 Vorlesung Christologie und Gotteslehre 3 Das Verständnis von Inkarnation in kontextuellen Theologien Prof. Dr. Lucia Scherzberg Sommersemester 2010 Begriffe Kontextualität: Bezug auf Text und Kontext Theologie

Mehr

Sozialisation und Identität

Sozialisation und Identität Universität Augsburg Lehrstuhl für Soziologie Übung: Grundkurs Soziologie Dozent: Sasa Bosancic, M.A. Sebastian Schmidt, Marion Röder, Hanna Heß Sozialisation und Identität Inhaltsverzeichnis Biographie

Mehr

Die schönsten Banknoten der Schweiz

Die schönsten Banknoten der Schweiz Die schönsten Banknoten der Schweiz MoneyMuseum Banknoten sind die Visitenkarte eines jeden Landes. Das gilt für die neuen Euronoten, die ab Januar 2002 in Umlauf gelangen werden, wie für die acht Banknotenserien

Mehr

26. November 2014 Universität Zürich. Dr.med. Timo Rimner Christen an den Hochschulen

26. November 2014 Universität Zürich. Dr.med. Timo Rimner Christen an den Hochschulen 26. November 2014 Universität Zürich Dr.med. Timo Rimner Christen an den Hochschulen Aktuelle Lage und Hintergrund Gott eine Person oder eine Energie? Gottes Weg zum Menschen Der Weg des Menschen zu Gott

Mehr

Diesseitigkeit ist nun einmal kein abendfüllendes Programm.

Diesseitigkeit ist nun einmal kein abendfüllendes Programm. Diesseitigkeit ist nun einmal kein abendfüllendes Programm. Vorletzte Fragen Alpha und Omega, das A und O, der Anfang und das Ende sind Chiffren, deren Tiefsinn man ironisieren kann und die uns doch unwiderstehlich

Mehr

Hinduismus. Einstieg: Icebreaker Arbeitsblatt/Bildmaterial. Die fünf klassischen Weltreligionen und ihre Symbole. Aufgabe:

Hinduismus. Einstieg: Icebreaker Arbeitsblatt/Bildmaterial. Die fünf klassischen Weltreligionen und ihre Symbole. Aufgabe: Lehrerinformation 1/6 Arbeitsauftrag Ziel Überleitung durch die Lehrperson auf das Thema Muslime in der Schweiz. Die Sch ordnen verschiedene religiöse Symbole den fünf klassischen Weltreligionen zu. Sie

Mehr

Übersetzt von Udo Lorenzen 1

Übersetzt von Udo Lorenzen 1 Kapitel 1: Des Dao Gestalt Das Dao, das gesprochen werden kann, ist nicht das beständige Dao, der Name, den man nennen könnte, ist kein beständiger Name. Ohne Namen (nennt man es) Ursprung von Himmel und

Mehr

Predigt Mt 5,1-3 am 5.1.14

Predigt Mt 5,1-3 am 5.1.14 Predigt Mt 5,1-3 am 5.1.14 Zu Beginn des Jahres ist es ganz gut, auf einen Berg zu steigen und überblick zu gewinnen. Über unser bisheriges Leben und wohin es führen könnte. Da taucht oft die Suche nach

Mehr

Christliches Zentrum Brig. CZBnews MAI / JUNI 2014. Krisen als Chancen annehmen...

Christliches Zentrum Brig. CZBnews MAI / JUNI 2014. Krisen als Chancen annehmen... Christliches Zentrum Brig CZBnews MAI / JUNI 2014 Krisen als Chancen annehmen... Seite Inhalt 3 Persönliches Wort 5 6 7 11 Rückblicke - Augenblicke Mitgliederaufnahme und Einsetzungen Programm MAI Programm

Mehr

WENN SICH DAS GEHEIME VERBIRGT, DANN LIEGT VOR IHM ETWAS ANDERES

WENN SICH DAS GEHEIME VERBIRGT, DANN LIEGT VOR IHM ETWAS ANDERES WENN SICH DAS GEHEIME VERBIRGT, DANN LIEGT VOR IHM ETWAS ANDERES Ein kompositorischer Prozess C h r i s t o p h H e r n d l e r Was bedeutet GEGENTEIL? Ist MANN das Gegenteil von FRAU? Ist + das Gegenteil

Mehr

Die Heilige Taufe. HERZ JESU Pfarrei Lenzburg Bahnhofstrasse 23 CH-5600 Lenzburg. Seelsorger:

Die Heilige Taufe. HERZ JESU Pfarrei Lenzburg Bahnhofstrasse 23 CH-5600 Lenzburg. Seelsorger: Seelsorger: HERZ JESU Pfarrei Lenzburg Bahnhofstrasse 23 CH-5600 Lenzburg Die Heilige Taufe Häfliger Roland, Pfarrer Telefon 062 885 05 60 Mail r.haefliger@pfarrei-lenzburg.ch Sekretariat: Telefon 062

Mehr

Leben 1. Was kannst Du tun, damit Dein Körper zu seinem Recht kommt?

Leben 1. Was kannst Du tun, damit Dein Körper zu seinem Recht kommt? Leben 1 1.Korinther / Kapitel 6 Oder habt ihr etwa vergessen, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, den euch Gott gegeben hat? Ihr gehört also nicht mehr euch selbst. Dein Körper ist etwas

Mehr

I. Die 7 Wurzel- oder Stammrassen (Menschheiten) auf Globus D unserer Erdkette

I. Die 7 Wurzel- oder Stammrassen (Menschheiten) auf Globus D unserer Erdkette I. Die 7 Wurzel- oder Stammrassen (Menschheiten) auf Globus D unserer Erdkette (jede Wurzelrasse mit je 7 Unterrassen) AAB Einfluß- Strahl * Länder der Manif. Nachkommen o. manifest. heute in (Ziel) (begleitend)

Mehr

Lebensweisheiten. Eine Woche später kehrte das Pferd aus den Bergen zurück. Es brachte fünf wilde Pferde mit in den Stall.

Lebensweisheiten. Eine Woche später kehrte das Pferd aus den Bergen zurück. Es brachte fünf wilde Pferde mit in den Stall. Lebensweisheiten Glück? Unglück? Ein alter Mann und sein Sohn bestellten gemeinsam ihren kleinen Hof. Sie hatten nur ein Pferd, das den Pflug zog. Eines Tages lief das Pferd fort. "Wie schrecklich", sagten

Mehr

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Lernwerkstatt: Den Hinduismus kennen lernen

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Lernwerkstatt: Den Hinduismus kennen lernen Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form Auszug aus: : Den Hinduismus kennen lernen Das komplette Material finden Sie hier: Download bei School-Scout.de Inhalt Seite Vorwort & methodisch-didaktische

Mehr

Ich bin der Weinstock ihr seid die Flaschen? Von der Freiheit der Abhängigkeit

Ich bin der Weinstock ihr seid die Flaschen? Von der Freiheit der Abhängigkeit FrauenPredigthilfe 112/12 5. Sonntag in der Osterzeit, Lesejahr B Ich bin der Weinstock ihr seid die Flaschen? Von der Freiheit der Abhängigkeit Apg 9,26-31; 1 Joh 3,18-24; Joh 15,1-8 Autorin: Mag. a Angelika

Mehr

Hat die Religion uns heute noch etwas zu sagen?

Hat die Religion uns heute noch etwas zu sagen? Vortrag im Islamischen Kulturzentrum am 08.06.2010, 19:00 Uhr Hat die Religion uns heute noch etwas zu sagen? Imam Mohamed Ibrahim, Wolfsburg 1. Die erste Frage, die sich stellt: Was meinen wir mit Religion?

Mehr

Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte

Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte Dietrich Busse. Fritz Hermanns Wolfgang Teubert (Hrsg.) Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte Methodenfragen und Forschungsergebnisse der historischen Semantik Westdeutscher Verlag. Opladen 1994 [vergriffen]

Mehr

Damit Würde Wirklichkeit wird

Damit Würde Wirklichkeit wird Evangelisch-lutherisches Missionswerk in Niedersachsen Stiftung privaten Rechts Georg-Haccius-Straße 9 29320 Hermannsburg Postfach 1109 29314 Hermannsburg Damit Würde Wirklichkeit wird Grundsätze der Entwicklungsarbeit

Mehr

Das Neue Testament 6.Klasse

Das Neue Testament 6.Klasse Das Neue Testament 6.Klasse 1 Erstbegegnung...durch dick und dünn... Gruppenarbeit - Auswertung: Umfangvergleich AT / NT und Evangelien, grobe Einteilung => Gruppenarbeitsblatt 2 Die Entstehung des NT

Mehr

Die Zeit und Veränderung nach Aristoteles

Die Zeit und Veränderung nach Aristoteles Lieferung 4 Hilfsgerüst zum Thema: Die Zeit und Veränderung nach Aristoteles 1. Anfang der Untersuchung: Anzweiflung Aristoteles: Es reiht sich an das bisher Versprochene, über die Zeit zu handeln. Zuerst

Mehr

Deepam Das Licht Indiens

Deepam Das Licht Indiens Deepam Das Licht Indiens Projektleiter Prof. Jörg Winde Zeitraum 2003 2004 Förderung Fachhochschule Dortmund, Forschungssemester Kontakt Prof. Jörg Winde,, Fachhochschule Dortmund, Max-Ophüls-Platz 2,

Mehr

6. ÜBERBLICK ÜBER DIE ÜBERSETZUNGSWISSENSCHAFT

6. ÜBERBLICK ÜBER DIE ÜBERSETZUNGSWISSENSCHAFT 26 6. ÜBERBLICK ÜBER DIE ÜBERSETZUNGSWISSENSCHAFT 6.1. GESCHICHTE DER ÜBERSETZUNGSWISSENSCHAFT Die Übersetzungswissenschaft ist eine sehr junge akademische Disziplin und wurde erst Anfang der 60er Jahre

Mehr

Internationales Symposion, Wien, 26.-28. Juni 2015. Österreichische Gesellschaft für Musik, 1010 Wien, Hanuschgasse 3, Stiege 4, 4.

Internationales Symposion, Wien, 26.-28. Juni 2015. Österreichische Gesellschaft für Musik, 1010 Wien, Hanuschgasse 3, Stiege 4, 4. W x bñxüxààx âçw w x yx ÇxÇ hçàxüáv{ xwx Internationales Symposion, Wien, 26.-28. Juni 2015 Österreichische Gesellschaft für Musik, 1010 Wien, Hanuschgasse 3, Stiege 4, 4. Stock Eintritt frei! Der Standesunterschied,

Mehr

HOFFNUNG. Wenn ich nicht mehr da bin, bin ich trotzdem hier. Leb in jeder Blume, atme auch in dir.

HOFFNUNG. Wenn ich nicht mehr da bin, bin ich trotzdem hier. Leb in jeder Blume, atme auch in dir. I HOFFNUNG Wenn ich nicht mehr da bin, bin ich trotzdem hier. Leb in jeder Blume, atme auch in dir. Wenn ich nicht mehr da bin, ist es trotzdem schön. Schließe nur die Augen, und du kannst mich sehn. Wenn

Mehr

Berührt von Gott, der allen Menschen Gutes will... 2 Wer sich von Gott geliebt weiß, kann andere lieben... 2 In wacher Zeitgenossenschaft die

Berührt von Gott, der allen Menschen Gutes will... 2 Wer sich von Gott geliebt weiß, kann andere lieben... 2 In wacher Zeitgenossenschaft die Berührt von Gott, der allen Menschen Gutes will... 2 Wer sich von Gott geliebt weiß, kann andere lieben... 2 In wacher Zeitgenossenschaft die Menschen wahrnehmen... 3 Offen für alle Menschen, die uns brauchen...

Mehr

Adam online Newsletter

Adam online Newsletter Adam online Newsletter Ausgabe August 2010 Unsere Themen für Sie: Freundschaften als strategische Allianzen Männer überschätzen ihre Gesundheit Von 125 PS auf 2 ABS Adam rund um den Globus online Jüngerschaft

Mehr

Ein und dieselbe Taufe

Ein und dieselbe Taufe 1 Ein und dieselbe Taufe Eph. 4,5 Nach V. 3 geht es um die Einheit des Geistes. In diesem Zusammenhang nennt Paulus sieben Aspekte der geistlichen Einheit: Ein [geistlicher] Leib Ein Geist Eine Hoffnung

Mehr

Berufsbildung ist Allgemeinbildung Allgemeinbildung ist Berufsbildung

Berufsbildung ist Allgemeinbildung Allgemeinbildung ist Berufsbildung Andreas Schelten Berufsbildung ist Allgemeinbildung Allgemeinbildung ist Berufsbildung In: Die berufsbildende Schule 57(2005)6, S. 127 128 Die Auseinandersetzung zwischen Allgemeinbildung und Berufsbildung

Mehr

Humanistischer Generalismus

Humanistischer Generalismus Humanistischer Generalismus Grundlegende philosophische Forderungen Beginn: Sommer 2005 Letzte Bearbeitung: Sommer 2008 Autor: Franz Plochberger Freier Wissenschaftler Email: plbg@bluewin.ch Home: http://www.plbg.ch

Mehr

Hessen. Wie wir uns verstehen. Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e.v. Selbstverständnis

Hessen. Wie wir uns verstehen. Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e.v. Selbstverständnis Hessen Wie wir uns verstehen Diakonisches Werk in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck e.v. Selbstverständnis 2 Selbstverständnis Diakonie Hessen Diakonie Hessen Selbstverständnis 3 Wie wir uns verstehen

Mehr

3. Sätze und Formeln

3. Sätze und Formeln Klaus Mainzer, Die Berechnung der Welt. Von der Weltformel zu Big Data, München 2014 29.07.14 (Verlag C.H. Beck, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, geb. 24,95, S.352) (empfohlene Zitierweise: Detlef

Mehr

Reader : Copyshop Rotplombe Nr. 19

Reader : Copyshop Rotplombe Nr. 19 Reader : Copyshop Rotplombe Nr. 19 Online Texte: Homepage: http://www.unierfurt.de/internationalebeziehungen/ Passwort: EinführungPO Politische Ordnungen Staaten und Soveränität Dr. Andrea Ribeiro Hoffmann

Mehr

Von der Metaethik zur Moralphilosophie: R. M. Hare Der praktische Schluss/Prinzipien Überblick zum 26.10.2009

Von der Metaethik zur Moralphilosophie: R. M. Hare Der praktische Schluss/Prinzipien Überblick zum 26.10.2009 TU Dortmund, Wintersemester 2009/10 Institut für Philosophie und Politikwissenschaft C. Beisbart Von der Metaethik zur Moralphilosophie: R. M. Hare Der praktische Schluss/Prinzipien Überblick zum 26.10.2009

Mehr

Erläuterungen von Kurt Seidel und Gerhard Hörster, Dietzhölztal-Ewersbach

Erläuterungen von Kurt Seidel und Gerhard Hörster, Dietzhölztal-Ewersbach Erläuterungen von Kurt Seidel und Gerhard Hörster, Dietzhölztal-Ewersbach!"! # $ % &'( & )!! 1.1 Im NT gibt es keinen Abschnitt, in dem eine zusammenfassende Tauflehre dargelegt würde. Das heißt: Es gibt

Mehr

Innewerden des Ewigen

Innewerden des Ewigen Das reine Sein Alles ist der Eine Geist, neben dem nichts anderes existiert, und jede vielheitliche Wahrnehmung ist Illusion. Alles, was Inhalt unserer Wahrnehmung werden kann, ist lediglich eine Erscheinung

Mehr

Das I Ging unterscheidet drei verschiedene Situationen von Burnout. Jeder dieser Situationen ist ein eigenes Zeichen (Hexagramm) gewidmet:

Das I Ging unterscheidet drei verschiedene Situationen von Burnout. Jeder dieser Situationen ist ein eigenes Zeichen (Hexagramm) gewidmet: Rettungslos verloren? Burnout als Chance I GING- Seminar in Berlin 15.-17. November 2013 Leitung: Hanna Moog und Carol K. Anthony Seminarbeschreibung: Zustände von Burnout sind Zeichen, dass wir unsere

Mehr

Rudolf Steiner DER FATALISMUS ALS ZEITSCHÄDLING

Rudolf Steiner DER FATALISMUS ALS ZEITSCHÄDLING Rudolf Steiner DER FATALISMUS ALS ZEITSCHÄDLING Erstveröffentlichung in: Die Dreigliederung des sozialen Organismus, I. Jg. 1919/20, Heft 41, April 1920 (GA 24, S. 163-168) Man wird nicht leugnen können,

Mehr

Uwe Meyer Universität Osnabrück Seminar Der Sinn des Lebens (WS 2003/04) Karl R. Popper: Hat die Weltgeschichte einen Sinn?

Uwe Meyer Universität Osnabrück Seminar Der Sinn des Lebens (WS 2003/04) Karl R. Popper: Hat die Weltgeschichte einen Sinn? Karl R. Popper: Hat die Weltgeschichte einen Sinn? * 28.07.1902 in Wien Frühe Auseinandersetzung mit Marx, Freud und Einsteins Relativitätstheorie; um 1918 als Sozialist politisch aktiv, dann kritische

Mehr

Bilder der Moderne: Siegfried Kracauer: Der Angestellte, der Flaneur und der Detektiv

Bilder der Moderne: Siegfried Kracauer: Der Angestellte, der Flaneur und der Detektiv Bilder der Moderne: Siegfried Kracauer: Der Angestellte, der Flaneur und der Detektiv Siegfried Kracauer (1889 in Frankfurt am Main -1966 in New York) -Frankfurt: kleinbürgerliches jüdisches Elternhaus.

Mehr

Ich bin das Licht. Eine kleine Seele spricht mit Gott. Einmal vor zeitloser Zeit, da war eine kleine Seele, die sagte zu Gott: "ich weiß wer ich bin!

Ich bin das Licht. Eine kleine Seele spricht mit Gott. Einmal vor zeitloser Zeit, da war eine kleine Seele, die sagte zu Gott: ich weiß wer ich bin! Ich bin das Licht Eine kleine Seele spricht mit Gott Einmal vor zeitloser Zeit, da war eine kleine Seele, die sagte zu Gott: "ich weiß wer ich bin!" Und Gott antwortete: "Oh, das ist ja wunderbar! Wer

Mehr

Kunstgeschichte: Skulptur und Plastik 1. ANTIKE > Griechische Kunst > Römische Kunst

Kunstgeschichte: Skulptur und Plastik 1. ANTIKE > Griechische Kunst > Römische Kunst Kunstgeschichte: Skulptur und Plastik 1 ANTIKE > Griechische Kunst > Römische Kunst GRIECHISCHE KUNST > Archaik > Klassik > Hellenismus ARCHAIK 7. 6. JH. V. CHR. Themen/ Motive: zwei Grundtypen, der Kouros

Mehr

Blaue Seiten. Das war für uns an den Neuen Lernorten auch noch interessant: Ein paar Einblicke

Blaue Seiten. Das war für uns an den Neuen Lernorten auch noch interessant: Ein paar Einblicke Blaue Seiten Das war für uns an den Neuen Lernorten auch noch interessant: Ein paar Einblicke Das Belvedere Ich war schon in Tunesien. Im Belvedere war ich noch nie., erzählt Gernot. Also fahren wir hin!

Mehr

Evangelisch-Lutherisches Pfarramt St. Christophorus Siegen Dienst am Wort. vor zwei Wochen habe ich euch schon gepredigt, dass das

Evangelisch-Lutherisches Pfarramt St. Christophorus Siegen Dienst am Wort. vor zwei Wochen habe ich euch schon gepredigt, dass das Evangelisch-Lutherisches Pfarramt St. Christophorus Siegen Dienst am Wort Johannes 14,23-27 Wer mich liebt, der wird mein Wort halten. Liebe Gemeinde, 24. Mai 2015 Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes

Mehr

Religionen oder viele Wege führen zu Gott

Religionen oder viele Wege führen zu Gott Religionen oder viele Wege führen zu Gott Menschen haben viele Fragen: Woher kommt mein Leben? Warum lebe gerade ich? Was kommt nach dem Tod? Häufig gibt den Menschen ihre Religion Antwort auf diese Fragen

Mehr

Christentum, Judentum Hinduismus, Islam

Christentum, Judentum Hinduismus, Islam Christentum, Judentum Hinduismus, Islam Christentum Judentum Das Christentum ist vor ca. 2000 Jahren durch Jesus Christus aus dem Judentum entstanden. Jesus war zuerst Jude. Das Judentum ist die älteste

Mehr

Präsente Vergangenheit erinnerte Zukunft

Präsente Vergangenheit erinnerte Zukunft Präsente Vergangenheit erinnerte Zukunft Zeit und Geschichte im Alten Testament Semester-Eröffnung für Gasthörende am 30. März 2010 an der CvO Universität Oldenburg Prof. Dr. Kim Strübind 1. Bibel und

Mehr

Mission Ein Auftrag! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Joh 20,21)

Mission Ein Auftrag! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Joh 20,21) Mission Ein Auftrag! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. (Joh 20,21) 1 Mission ein Auftrag! Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich

Mehr

Marketing ist tot, es lebe das Marketing

Marketing ist tot, es lebe das Marketing Einleitung: Marketing ist tot, es lebe das Marketing Seit jeher verbarrikadieren sich Menschen in sicheren Winkeln, um sich dem Wandel der Zeit zu entziehen. Es gibt Zeiten, wo das durchaus funktioniert.

Mehr

Joseph Beuys' Modell für ein Mahnmal in Auschwitz-Birkenau

Joseph Beuys' Modell für ein Mahnmal in Auschwitz-Birkenau Joseph Beuys' Modell für ein Mahnmal in Auschwitz-Birkenau STEPHAN RÖẞLER Abb: 1 > Die Besonderheit der hier gezeigten Fotografie wird schon allein durch die Bezeichnung «K-283» am linken Rand oberhalb

Mehr

Simson, Gottes Starker Mann

Simson, Gottes Starker Mann Bibel für Kinder zeigt: Simson, Gottes Starker Mann Text: Edward Hughes Illustration: Janie Forest Adaption: Lyn Doerksen Deutsche Übersetzung 2000 Importantia Publishing Produktion: Bible for Children

Mehr

BERUFEN UM IN DEINER HERRLICHKEIT ZU LEBEN

BERUFEN UM IN DEINER HERRLICHKEIT ZU LEBEN Seite 1 von 9 Stefan W Von: "Jesus is Love - JIL" An: Gesendet: Sonntag, 18. Juni 2006 10:26 Betreff: 2006-06-18 Berufen zum Leben in deiner Herrlichkeit Liebe Geschwister

Mehr

Arche Noah Kindergarten Ahornstraße 30 59755 Arnsberg Tel. (0 29 32) 2 54 45

Arche Noah Kindergarten Ahornstraße 30 59755 Arnsberg Tel. (0 29 32) 2 54 45 Arche Noah Kindergarten Ahornstraße 30 59755 Arnsberg Tel. (0 29 32) 2 54 45 Katharinen-Kindergarten Fresekenweg 12 59755 Arnsberg Tel. (0 29 32) 2 49 50 Martin-Luther-Kindergarten Jahnstraße 12 59821

Mehr

Der Glaube als Antwort auf die Frage nach der Existenz Gottes: Blaise Pascal und Hans Küng

Der Glaube als Antwort auf die Frage nach der Existenz Gottes: Blaise Pascal und Hans Küng Lieferung 18 Hilfsgerüst zum Thema: Der Glaube als Antwort auf die Frage nach der Existenz Gottes: Blaise Pascal und Hans Küng 1. Ist der Glaube der Zugang zu Gott? Ist Theologie Glaubenswissenschaft?

Mehr

Über die Leistungen und die Bedeutung von Bibliotheken brauche ich in dieser Runde keine Worte zu verlieren - das hieße, Eulen nach Athen zu tragen.

Über die Leistungen und die Bedeutung von Bibliotheken brauche ich in dieser Runde keine Worte zu verlieren - das hieße, Eulen nach Athen zu tragen. IFLA-Konferenz Free Access and Digital Divide Herausforderungen für Wissenschaft und Gesellschaft im digitalen Zeitalter Sehr geehrter Herr Staatsminister, verehrte Frau Präsidentin, meine sehr geehrten

Mehr

Einführung in die praktische Philosophie

Einführung in die praktische Philosophie Einführung in die praktische Philosophie Vorlesung 1. Was ist praktische Philosophie? Claus Beisbart TU Dortmund Sommersemester 2011 Ziel der heutigen Vorlesung In der ersten Vorlesung möchte ich Sie an

Mehr

Reinhold Albert: Burgen, Schlösser und Kirchenburgen im Landkreis Rhön-Grabfeld, Bad Neustadt 2014; 19,80 Euro.

Reinhold Albert: Burgen, Schlösser und Kirchenburgen im Landkreis Rhön-Grabfeld, Bad Neustadt 2014; 19,80 Euro. 1 Reinhold Albert: Burgen, Schlösser und Kirchenburgen im Landkreis Rhön-Grabfeld, Bad Neustadt 2014; 19,80 Euro. 1977 erschien letztmals ein Buch über die Burgen und Schlösser im Landkreis Rhön-Grabfeld,

Mehr

Zur Fundierung der monetären Krisentheorie und deren Philosophie

Zur Fundierung der monetären Krisentheorie und deren Philosophie Zur Fundierung der monetären Krisentheorie und deren Philosophie Marxsche epistemologishe Ambivalenzen der Finanzkrisentheorie Ein Versuch der Weiterentwicklung Als Dissertation am Fachreich Philosophie

Mehr

Malen ist eine stille Angelegenheit Ein Gespräch mit dem Künstler Boleslav Kvapil

Malen ist eine stille Angelegenheit Ein Gespräch mit dem Künstler Boleslav Kvapil Malen ist eine stille Angelegenheit Ein Gespräch mit dem Künstler Boleslav Kvapil Von Johannes Fröhlich Boleslav Kvapil wurde 1934 in Trebic in der Tschechoslowakei geboren. Er arbeitete in einem Bergwerk

Mehr

Die (Kultur-) Geschichte der Türkei

Die (Kultur-) Geschichte der Türkei Die (Kultur-) Geschichte der Türkei s [1] Seminarbeitrag im Modul Terrestrische Ökosysteme (2101-232) Botanisches Institut (210) Universität Hohenheim Stuttgart vorgetragen von Felix Giera am 15.01.2014

Mehr

Die Kühe muhen, die Traktoren fahren. Aber gestern-

Die Kühe muhen, die Traktoren fahren. Aber gestern- Janine Rosemann Es knarzt (dritte Bearbeitung) Es tut sich nichts in dem Dorf. Meine Frau ist weg. In diesem Dorf mähen die Schafe einmal am Tag, aber sonst ist es still nach um drei. Meine Frau ist verschwunden.

Mehr

Botschaften Mai 2014. Das Licht

Botschaften Mai 2014. Das Licht 01. Mai 2014 Muriel Botschaften Mai 2014 Das Licht Ich bin das Licht, das mich erhellt. Ich kann leuchten in mir, in dem ich den Sinn meines Lebens lebe. Das ist Freude pur! Die Freude Ich sein zu dürfen

Mehr

Geistige Biografiearbeit und meditative Poesiekunst mit ätherischen Ölen

Geistige Biografiearbeit und meditative Poesiekunst mit ätherischen Ölen Geistige Bigrafiearbeit und meditative Pesiekunst mit ätherischen Ölen Was sind die Grundideen der geistigen Bigraphie-Arbeit mit ätherischen Ölen? Viele Menschen möchten ihre ptenziellen Fähigkeiten und

Mehr

Radtour auf den Spuren von August Macke und Hans Thuar

Radtour auf den Spuren von August Macke und Hans Thuar Radtour auf den Spuren von August Macke und Hans Thuar Bonn durch Künstleraugen gesehen Auf den Spuren der Künstlerfreunde August Macke und Hans Thuar Die Malerfreunde August Macke und Hans Thuar gehören

Mehr

Warum braucht es Blutvergiessen für r die Sündenvergebung, wenn doch alles Gnade ist? wenn doch alles Gnade ist?

Warum braucht es Blutvergiessen für r die Sündenvergebung, wenn doch alles Gnade ist? wenn doch alles Gnade ist? Warum braucht es Blutvergiessen für r die ündenvergebung, Warum braucht es Blutvergiessen für r die ündenvergebung, Die Frage ergibt sich aus folgender telle: Auf was geht diese Aussage zurück? 1 Warum

Mehr

Post-strukturale Habitus- Hermeneutik der Institutionalisierung.

Post-strukturale Habitus- Hermeneutik der Institutionalisierung. Post-strukturale Habitus- Hermeneutik der Institutionalisierung. Univ.-Prof. Hon.-Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt Professur für Sozialpolitik im ISS Sektion Alter(n) und Gesellschaft der DGS Köln 2013

Mehr

Familienbund der Katholiken im Erzbistum Paderborn Damit Leben gelingt

Familienbund der Katholiken im Erzbistum Paderborn Damit Leben gelingt Familienbund der Katholiken im Erzbistum Paderborn Damit Leben gelingt Segenswünsche Wir über uns Der Familienbund ist eine Gemeinschaft von katholischen Eltern, die sich dafür einsetzt, dass Kinder eine

Mehr

Schon als Tier hat der Mensch Sprache.

Schon als Tier hat der Mensch Sprache. Schon als Tier hat der Mensch Sprache. Herder und seine Abhandlung über den Ursprung der Sprache 2 Ebenen der Sprachursprungsfrage 1. Ontogenetischer Sprachursprung: Sprachentstehung im Individuum (Spracherwerb

Mehr

Das Porträt als Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit von der Daguerreotypie bis zu Google-Plus.

Das Porträt als Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit von der Daguerreotypie bis zu Google-Plus. Texte - Fallstudien 001/ 07-2011 Bildbegrenzung? Das Porträt als Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit von der Daguerreotypie bis zu Google-Plus. Johannes von Müller Digitale Analogie Google-Plus

Mehr

Die 7 menschlichen Illusionen von Gott

Die 7 menschlichen Illusionen von Gott Die 7 menschlichen Illusionen von Gott 1. KRIEG In der menschlichen Mythologie gibt es immer wieder Kriege zwischen den Göttern. Sie haben sich gegenseitig bekämpft bis nur einer, der Stärkste, übrig war.

Mehr

Einführung in die praktische Philosophie I

Einführung in die praktische Philosophie I Einführung in die praktische Philosophie I Vorlesung 1. Was tun? Die Grundfrage der Praktischen Philosophie Claus Beisbart Wintersemester 2011/12 Ziel der heutigen Vorlesung In der ersten Vorlesung möchte

Mehr

Friedrich Nietzsche Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten (Universitätsvorträge)

Friedrich Nietzsche Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten (Universitätsvorträge) Friedrich Nietzsche Über die Zukunft unserer Bildungsanstalten (Universitätsvorträge) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg Institut für Bildungswissenschaft Seminar: Bildung des Bürgers Dozent: Dr. Gerstner

Mehr

Ein Treffen mit Hans Bryssinck

Ein Treffen mit Hans Bryssinck Ein Treffen mit Hans Bryssinck Hans Bryssinck Gewinner des Publikumspreises des Theaterfilmfest 2014 fur seinen Film Wilson y los mas elegantes Ich hatte das Privileg, mit Hans Bryssinck zu reden. Der

Mehr

Die Führungskraft als Vorbild - Neun Faktoren erfolgreichen Führens

Die Führungskraft als Vorbild - Neun Faktoren erfolgreichen Führens Die Führungskraft als Vorbild - Neun Faktoren erfolgreichen Führens Immer wieder tritt die Frage auf, welche Eigenschaften eine erfolgreiche Führungskraft kennzeichnen. Wie immer gibt es hier keine Musterantwort.

Mehr

Gibt es Halloween in Österreich? (Does Halloween Exist in Austria?) Dan Wilcox

Gibt es Halloween in Österreich? (Does Halloween Exist in Austria?) Dan Wilcox Gibt es Halloween in Österreich? (Does Halloween Exist in Austria?) Dan Wilcox 82-222: Intermediate German II Während wir in Amerika unsere glühenden Jack-O-Lanterns anmachen, beängstigende Kostüme anziehen

Mehr

Die TOS-hörfabrik!!! TOS-HÖRFABRIK 06/2014 1

Die TOS-hörfabrik!!! TOS-HÖRFABRIK 06/2014 1 Die TOS-hörfabrik 1 Geschichte TOS-hörfabrik Das Leben ist Hörspiel. Im Hörspiel ist Leben. 2007 trafen sich Tobias Schier und Tobias Schuffenhauer. Mehr oder weniger zufällig kam das Gespräch auf das

Mehr

Weihnachtskrippe. der Röm.- kath. Pfarrei Heilig Kreuz Binningen-Bottmingen BL. Ein Werk des Holzbildhauers Robert Hangartner, 2009

Weihnachtskrippe. der Röm.- kath. Pfarrei Heilig Kreuz Binningen-Bottmingen BL. Ein Werk des Holzbildhauers Robert Hangartner, 2009 Weihnachtskrippe der Röm.- kath. Pfarrei Heilig Kreuz Binningen-Bottmingen BL Ein Werk des Holzbildhauers Robert Hangartner, 2009 Die Krippe in der Pfarrei Heilig Kreuz Die Krippe zu Binningen umfasst

Mehr

Ausbildung in Laozis Daodejing. Ein intensives Studium in Theorie und Praxis mit Meister Jan Silberstorff!!!! NEU ab 2015!!!

Ausbildung in Laozis Daodejing. Ein intensives Studium in Theorie und Praxis mit Meister Jan Silberstorff!!!! NEU ab 2015!!! Ausbildung in Laozis Daodejing Ein intensives Studium in Theorie und Praxis mit Meister Jan Silberstorff NEU ab 2015 Einleitung Obwohl das Daodejing das nach der Bibel meistübersetzte Buch und in aller

Mehr

»Ich lebe und ihr sollt auch leben«johannes 14,19

»Ich lebe und ihr sollt auch leben«johannes 14,19 Ostergottesdienst 23. März 2008 Hofkirche Köpenick Winfried Glatz»Ich lebe und ihr sollt auch leben«johannes 14,19 Heute geht es um»leben«ein allgegenwärtiges Wort, z.b. in der Werbung:»Lebst du noch oder

Mehr

LÖSUNGSVORSCHLÄGE EINSTIEGSFÄLLE

LÖSUNGSVORSCHLÄGE EINSTIEGSFÄLLE UE Straf- und Strafverfahrensrecht WS 2008/09 Hinterhofer 1 LÖSUNGSVORSCHLÄGE EINSTIEGSFÄLLE 1. A will X loswerden. Zu diesem Zweck schüttet er Gift in dessen Vitaminsaft. a) Die vom Vorhaben des A nichts

Mehr

Kapitel III: Roboter...11 1. Definition Roboter...12 2. Beispiele...14 3. Robotergesetze...15 4. Testen...16

Kapitel III: Roboter...11 1. Definition Roboter...12 2. Beispiele...14 3. Robotergesetze...15 4. Testen...16 Kapitel III: Roboter Inhalt Kapitel III: Roboter...11 1. Definition Roboter...12 2. Beispiele...14 3. Robotergesetze...15 4. Testen...16 Copyright: RoCCI e.v. www.rocci.net Seite 11 1. Definition Roboter

Mehr

ERSTE LESUNG 2 Kön 5, 14-17

ERSTE LESUNG 2 Kön 5, 14-17 ERSTE LESUNG 2 Kön 5, 14-17 Naaman kehrte zum Gottesmann zurück und bekannte sich zum Herrn Lesung aus dem zweiten Buch der Könige In jenen Tagen ging Naaman, der Syrer, zum Jordan hinab und tauchte siebenmal

Mehr

in diesem Fragebogen finden Sie eine Reihe von allgemeinen Aussagen. Ein Beispiel: Gutmütige Menschen lassen sich leicht schikanieren.

in diesem Fragebogen finden Sie eine Reihe von allgemeinen Aussagen. Ein Beispiel: Gutmütige Menschen lassen sich leicht schikanieren. Sehr geehrte Teilnehmerin, sehr geehrter Teilnehmer unserer Untersuchung, in diesem Fragebogen finden Sie eine Reihe von allgemeinen Aussagen. Ein Beispiel: Gutmütige Menschen lassen sich leicht schikanieren.

Mehr

Lebensquellen. Ausgabe 7. www.neugasse11.at. Seite 1 gestaltet von Leon de Revagnard

Lebensquellen. Ausgabe 7. www.neugasse11.at. Seite 1 gestaltet von Leon de Revagnard Lebensquellen Ausgabe 7 www.neugasse11.at Seite 1 Die Texte sollen zum Lesen und (Nach)Denken anregen. Bilder zum Schauen anbieten, um den Weg und vielleicht die eigene/gemeinsame Gegenwart und Zukunft

Mehr

Computermuseum Hoyerswerda. Zu Besuch bei der Ausstellung zur Geschichte der Rechentechnik

Computermuseum Hoyerswerda. Zu Besuch bei der Ausstellung zur Geschichte der Rechentechnik Computermuseum Hoyerswerda Zu Besuch bei der Ausstellung zur Geschichte der Rechentechnik Ausstellungsverlauf Die Einleitung beginnt mit einem Videofilm unter der Leitung von Herrn Dipl.-Ing. Jens-Uwe

Mehr

Akt die Treppe herabsteigend Nr.2

Akt die Treppe herabsteigend Nr.2 Dokumentation Akt die Treppe herabsteigend Nr.2 im Fach 3D Animation im WS 04/05 von Christian Kerl, Sonja Schoett Marcel Duchamp Die Vorlage zu unserem Film liefert das Bild Akt die Treppe herabsteigend

Mehr

CHARTA VON VENEDIG Art. 1-16 Internationale Charta über die Konservierung und Restaurierung von Denkmälern und Ensembles (1964)

CHARTA VON VENEDIG Art. 1-16 Internationale Charta über die Konservierung und Restaurierung von Denkmälern und Ensembles (1964) CHARTA VON VENEDIG Art. 1-16 Internationale Charta über die Konservierung und Restaurierung von Denkmälern und Ensembles (1964) Artikel 1 Der Denkmalbegriff umfasst sowohl das einzelne Denkmal als auch

Mehr

U R T E I L S A U S Z U G

U R T E I L S A U S Z U G ÜBERSETZUNG Geschäftsverzeichnisnr. 2703 Urteil Nr. 104/2003 vom 22. Juli 2003 U R T E I L S A U S Z U G In Sachen: Präjudizielle Frage in bezug auf Artikel 67ter des Gesetzes über die Straßenverkehrspolizei,

Mehr

Charta von Venedig (1964) INTERNATIONALE CHARTA ÜBER DIE ERHALTUNG UND RESTAURIERUNG VON KUNSTDENKMÄLERN UND DENKMALGEBIETEN

Charta von Venedig (1964) INTERNATIONALE CHARTA ÜBER DIE ERHALTUNG UND RESTAURIERUNG VON KUNSTDENKMÄLERN UND DENKMALGEBIETEN Charta von Venedig (1964) Das 1964 verabschiedete Dokument bildet die einzig verbindliche Grundlage für den Umgang mit historischer Bausubstanz auf internationaler Ebene und ist auch in der Einzelaussage

Mehr

Die Dreipunkt- Beleuchtung

Die Dreipunkt- Beleuchtung Die Dreipunkt- Beleuchtung Die Dreipunkt- Beleuchtung ist eine der Standard -Methoden bei der Ausleuchtung in der Materie Film und Foto und wurde auch für die Ausleuchtung im Bereich der Computer-generierten

Mehr

Materialien Das Gold der Makedonen

Materialien Das Gold der Makedonen Aristoteles Universität Thessaloniki Abteilung für Deutsche Sprache und Philologie Masterstudiengang: Sprache und Kultur im deutschsprachigen Raum -----------------------------------------------------------------------------------------

Mehr

Herzlich willkommen. Zum Gottesdienst Gemeinde Jesu Christi - GJC. Gemeinde Jesu Christi - Predigt 07.06.2015 Oliver Braun

Herzlich willkommen. Zum Gottesdienst Gemeinde Jesu Christi - GJC. Gemeinde Jesu Christi - Predigt 07.06.2015 Oliver Braun Herzlich willkommen Zum Gottesdienst Gemeinde Jesu Christi - GJC 1 Schweigen ist Silber Beten ist Gold! 2 Reden 1. Timotheus 6 / 20 : bewahre sorgfältig, was Gott dir anvertraut hat! Halte dich fern von

Mehr

DER KIRCHENBAUMEISTER MARTIN WEBER (1890-1941) Leben und Werk eines Architekten für die liturgische Erneuerung

DER KIRCHENBAUMEISTER MARTIN WEBER (1890-1941) Leben und Werk eines Architekten für die liturgische Erneuerung DER KIRCHENBAUMEISTER MARTIN WEBER (1890-1941) Leben und Werk eines Architekten für die liturgische Erneuerung Inauguraldissertation zur Erlangung des Grades eines Doktors der Philosophie im Fachbereich

Mehr

Dokument 19: Nr. 54, 2001, Ausgabe 1, S. 24 f.:

Dokument 19: Nr. 54, 2001, Ausgabe 1, S. 24 f.: Horst Groschopp Die diesseits und die Humanistische Akademie (Fortsetzung 1) Teil 2: Der Aufbau Dokumente 19-37 (2001-2005) Teil 1 der Studie endete mit dem Verweis auf mehr Einheit in der säkularen Szene,

Mehr

DAS REDEN VOM ENDE Witiker Gespräche 2013. Katholische Kirchgemeinde Witikon Reformierte Kirchgemeinde Witikon Paulus-Akademie Zürich

DAS REDEN VOM ENDE Witiker Gespräche 2013. Katholische Kirchgemeinde Witikon Reformierte Kirchgemeinde Witikon Paulus-Akademie Zürich DAS REDEN VOM ENDE Witiker Gespräche 2013 Katholische Kirchgemeinde Witikon Reformierte Kirchgemeinde Witikon Paulus-Akademie Zürich Endet was? Und wenn ja, was? Zur Metaphorik des Endens Prof. Dr. Karl

Mehr

Verdienen Sie, soviel Sie wollen

Verdienen Sie, soviel Sie wollen 1 Verdienen Sie, soviel Sie wollen Ein Report zum Nachdenken von Karma Singh Published by: Harmony United Ltd. London, Munich www.harmonyunited.com Karma Singh, 14. Oktober 2005 2 Inhalt Am Anfang. 3 Das

Mehr