rvs OFTP Proxy Version 1.0 Benutzerhandbuch

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1 rvs OFTP Proxy Version 1.0 Benutzerhandbuch

2 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch Die in diesem Handbuch aufgeführten Produkte sind urheberrechtlich geschützt und stehen dem jeweiligen Rechtsinhaber zu. rvs OFTP Proxy Version 1.0 Benutzerhandbuch 2008 by T-Systems GmbH Pascalstraße Berlin Das vorliegende Handbuch ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Buches darf ohne Genehmigung von T-Systems in irgendeiner Form durch Fotokopie, Mikrofilm oder andere Verfahren reproduziert oder in eine für Maschinen, insbesondere Datenverarbeitungsanlagen, verwendbare Sprache übertragen werden. Auch die Rechte der Wiedergabe durch Vortrag, Funk und Fernsehen sind vorbehalten. Inhaltliche Änderungen dieses Handbuches behalten wir uns ohne Ankündigung vor. T-Systems haftet nicht für technische oder drucktechnische Fehler oder Mängel in diesem Handbuch. Außerdem übernimmt T-Systems keine Haftung für Schäden, die direkt oder indirekt auf Lieferung, Leistung und Nutzung dieses Materials zurückzuführen sind. 2

3 Inhalt 1 Einführung Kurze Beschreibung des Systems rvs OFTP Proxy Architektur Repräsentationsmittel Zielgruppe Installation Systemvoraussetzungen Erhalten einer Lizenz Neuinstallation von rvs OFTP Proxy Update-Installation von rvs OFTP Proxy Konfiguration Verzeichnisstruktur Konfigurationsdateien Basiskonfiguration in der Datei rvsconfig.xml Wie konfiguriere ich Proxy-Stationen? Konfigurationsbeispiel (LineIn-, LineOut-Element) Beispiel einer TLS-Station Erklärung der Parameter Wie konfiguriere ich die TLS-Kommunikation? Systemvoraussetzungen Welche Schritte sind für die verschlüsselte Kommunikation notwendig? JMX-Web-Adapter-Konfiguration Konfiguration der Datei rvslogger.xml Starten von rvs OFTP Proxy...33 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev. 3. Juli 2008 T-Systems GmbH / rvs Systems 3

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5 Einführung 1 Einführung Dieses Kapitel beinhaltet eine kurze Beschreibung des Produkts rvs OFTP Proxy, sowie eine Erklärung der typografischen Auszeichnungen, die in diesem Handbuch verwendet werden. 1.1 Kurze Beschreibung des Systems Internet Das Internet wird zunehmend genutzt, um auch kommerzielle und unternehmenskritische Daten beliebigen Inhalts zu übertragen. Dafür sind solche Vorteile ausschlaggebend, wie seine große Verbreitung, die enormen verfügbaren Bandbreiten und die günstigen Übertragungskosten. Diesen Vorzügen stehen ernst zu nehmende Gefahren gegenüber: Im Internet sind alle Daten Angriffen auf ihre Vertraulichkeit und Integrität ausgesetzt. Ihre Authentizität ist ebenfalls nicht ohne weiteres sichergestellt. Das kann dazu führen, dass Daten von ihrem augenscheinlichen Absender verleugnet werden (repudiation). Solchen Gefahren wird mit geeigneten Protokollen, wie TLS und HTTPS begegnet. Für CAD Daten, wie auch EDI -und beliebige andere Daten ist die OFTP Version 2 als sicheres Internet-Protokoll standardisiert worden. Ein weiteres Risiko besteht durch Malware, die im Internet in großem Umfang und automatisiert verbreitet wird. Viren, Würmer, Trojaner und andere schädliche Programme können beträchtliche Schäden in der IT- Infrastruktur von Unternehmen anrichten. Um dieses Risiko zu minimieren, werden Netzbereiche geschaffen, die von den Unternehmensnetzen durch Firewalls getrennt sind (auch demilitarized Zone - DMZ genannt). In den DMZ werden beispielsweise http-proxys eingesetzt, die Nutzdaten transportieren, ohne direkte Verbindungen zwischen dem Internet und dem Intranet zuzulassen. Eine ähnliche Lösung bietet der rvs OFTP Proxy, der in der DMZ eingesetzt werden kann, um kontrolliert Daten des OFTP Protokolls Version 1 und 2 zwischen Intranet und Internet zu übertragen. Der rvs OFTP Proxy ist ein universelles Software-Produkt, das mit beliebigen OFTP Produkten zusammenarbeiten kann Nähere Informationen über unterstützte Plattformen entnehmen Sie bitte dem Dokument $RVS_HOME\doc\readme.txt (Release Notes). Hinweis: Lesen Sie bitte das Kapitel 1.3 "Repräsentationsmittel" für eine Erklärung von $RVS_HOME. 1.2 rvs OFTP Proxy Architektur Zwei Instanzen Der rvs OFTP-Proxy wird mit zwei Instanzen betrieben: der Bastion Instance und der Connection Instance. Die folgende Abbbildung soll diesen Sachverhalt veranschaulichen: rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 5

6 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch ProxyListener Über die Bastion Instance können Verbindungen aus dem externen Netz entgegengenommen werden. Diese externen Verbindungen werden über die Connection Instance ins interne Netz weitergeleitet. Die Connection Instance wiederum nimmt Verbindungen aus dem internen Netz entgegen und leitet diese über die Bastion Instance an OFTP-Stationen im externen Netz weiter. Zwischen Connection Instance und Bastion Instance wird auschliesslich über von der Connection Instance aufgebaute Verbindungen kommuniziert. Die Kommunikation beschränkt sich auf einen Port, den konfigurierbaren RMI-Port der Bastion Instance. Für jede OFTP-Station des internen Netzes wird ein Stellvertreter/Proxy- Listener auf der Bastion Instance gestartet. Andersherum wird für jede externe Station ein Stellvertreter/Proxy-Listener auf der Connection Instance gestartet. Über diese Proxy-Listener wird eine Verbindung zu der zu erreichenden Partnerstation hergestellt. Diese Definitionen sind in der Proxy-Stationsliste auf der Connection Instance hinterlegt. Ebenso die für die TLS-Kommunikation benötigten Schlüssel und Zertifikate. Insgesamt sind alle fachlichen Konfigurationen ausschliesslich auf der Connection Instance hinterlegt. 6

7 Einführung 1.3 Repräsentationsmittel Dieser Abschnitt enthält die Beschreibung, welche Ausprägungen und Auszeichnungen in diesem Handbuch verwendet werden und welche Bedeutung besonders gekennzeichnete Ausdrücke haben. Typografische Auszeichnungen Handlungsanweisungen beginnen mit dem Punkt als Aufzählungszeichen. Sonstige Aufzählungen verwenden den Halbgeviertstrich. Zeichenformate Courier FETT und GROSSBUCHSTABIG "Hochkommata" Fett Kommandos, Menübefehle, Dateinamen, Pfadnamen, Programme, Beispiele, Script- Dateien, Optionen, Qualifiers, Datensätze, Felder, Modi, Fensternamen, Dialogboxen und Status Parameter, Umgebungsvariablen, Variablen Verweise auf andere Handbücher, Kapitel und Abschnitte, Literatur wichtige Begriffe, Betriebssystemnamen, Eigennamen, Schaltflächen (Buttons), Funktionstasten. Verzeichnisse $RVS_HOME Weil Benutzerverzeichnisse auf unterschiedlichen Plätzen bei den unterschiedlichen Betriebssystemen zu finden sind, benutzen wir in diesem Handbuch die Variable $RVS_HOME. Die Standardwerte sind: C:\Programme\rvsProxy für Windows XP und Windows Ersetzen Sie diese Variable durch Ihren richtigen Pfad. 1.4 Zielgruppe Dieses Handbuch ist sowohl für Benutzer gedacht, die mit rvs OFTP Proxy routinemäßig arbeiten, als auch für Administratoren. Es gibt Ihnen einen Überblick über die Basisfunktionalität von rvs OFTP Proxy. Kenntnisse Folgende Fähigkeiten sind erforderlich, um rvs OFTP Proxy nutzen zu können: gute Kenntnisse über das benutzte Betriebssystem Kenntnisse über aktuell verwendete Kommunikationstechniken TCP/IP und TLS rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 7

8 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch Wir empfehlen dieses Handbuch zu lesen, bevor Sie anfangen mit rvs OFTP Proxy zu arbeiten. 8

9 Installation 2 Installation In diesem Kapitel werden die Installationsvoraussetzungen und der Installationsvorgang von rvs OFTP Proxy Bastion und Connection Instance beschrieben. 2.1 Systemvoraussetzungen Für einen erfolgreichen Betrieb von rvs OFTP Proxy benötigen Sie folgende Software: Software Betriebssystem: Windows XP / Windows 2000 und UNIX (AIX, SunOS, HP-UX, Linux). Java Laufzeitumgebung (JRE) 1.5._XX oder Java Software Development Kit (JSDK) 1.5._XX. Eine Java-Laufzeitumgebung 1.5 wird auch von der Installation mitgebracht (siehe Kapitel 2.3). Zurzeit unterstützt rvs OFTP Proxy das TCP/IP- und TLS-Protokoll. In der Regel wird rvs OFTP Proxy als CD ROM oder Datenband geliefert. Ihr System muss diese Datenträger lesen können. Wenden Sie sich bitte an Ihren Vertriebspartner (Telefon: ; Telefax: ; wenn Sie andere Voraussetzungen haben. 2.2 Erhalten einer Lizenz Zum Funktionieren benötigt rvs OFTP Proxy einen Lizenzschlüssel. rvs -Kundendienst Um einen Lizenzschlüssel zu erhalten, wenden Sie sich bitte an den rvs - Kundendienst (Telefon: ; Telefax: ; Folgende Schritte sind notwendig, um einen Lizenzschlüssel zu erwerben: In dem Eingabeaufforderungsfenster (Ausführen -> cmd) den Befehl hostname eingeben. Die Ausgabe dieses Befehls (Ihr Rechnername z.b. BWcd00034) ist dem rvs -Kundendienst mitzuteilen. Beachten Sie dabei unbedingt die Groß-/Kleinschreibung, da andernfalls kein gültiger Lizenzschlüssel für Ihren Rechner generiert werden kann. Ihre Lizenzschlüsseldatei erhalten Sie per . Die Lizenzschlüsseldatei muss im Ordner $RVS_HOME\conf\ unter dem Dateinamen license.properties gespeichert werden. Hinweis: Lesen Sie bitte das Kapitel 1.3 "Repräsentationsmittel" für eine Erklärung von $RVS_HOME. rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems / rvs Systems 9

10 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch 2.3 Neuinstallation von rvs OFTP Proxy Installationsschritte Unix-Systeme In diesem Kapitel wird die Neuinstallation von rvs OFTP Proxy (Bastion und Connection Instance) beschrieben. Bevor Sie mit der Installation beginnen, vergewissern Sie sich, dass Ihre Systemumgebung alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Installation erfüllt (Siehe Kapitel 2.1). Zuerst wird die Installation auf Windows-Systemen (Bastion und Connection) beschrieben. Anschließend wird kurz auf die Installation auf UNIX- Systemen eingegangen, da die Installationsschritte auf beiden Betriebssystemen gleich verlaufen. Installation auf Windows-Systemen Starten Sie Ihr Windows-System und melden Sie sich als Windows- Benutzer mit Administrator-Rechten an. Starten Sie die Installationssoftware rvsproxy_x.x_setup.exe (wobei X.X der Versionsnummer von rvs OFTP Proxy entspricht) per Doppelklick oder über den Windows-Befehl: Start -> Ausführen. Der erste Schritt der Installationsroutine (Introduction) ist für die beiden Instanzen (Bastion und Connection) identisch. Im ersten Dialog (Choose Install Set) können Sie auswählen, welche Instanz Sie installieren möchten (eine Bastion oder eine Connection Instance). Mit <OK> kommen Sie zum nächsten Schritt der Installationsroutine. Choose Install Set 10

11 Installation Installation der Bastian Instance Die folgenden Dialoge beschreiben die Installation der Bastion Instance. Im Dialog Choose Install Folder können Sie das Verzeichnis auswählen, in welches die Bastion Instance von rvs OFTP Proxy installiert werden soll. Choose Install Folder Im nächsten Dialog (Enter Host and Port) müssen Sie die IP-Adresse (oder Rechnername) und den Port für die Bastion Instance festlegen. Enter Host and Port rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems / rvs Systems 11

12 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch Choose Java VM Im nächsten Dialog wählen Sie aus, welche Java-Laufzeitumgebung für den Betrieb von rvs OFTP Proxy eingesetzt werden soll. Hierbei sucht das Installationsprogramm nach installierten Komponenten und schlägt Ihnen die gefundenen Versionen in einem Auswahldialog vor. rvs OFTP Proxy ist für einen Betrieb mit der Java-Version 1.5 freigegeben. Anschließend gibt es noch eine kurze Zusammenfassung der von Ihnen festgelegten Parameter (Installationsordner, Verknüpfungsordner). Gleichzeitig erhalten Sie Informationen über den erforderlichen und tatsächlich vorhandenen Speicherplatz. Durch Betätigen der Schaltfläche Installieren startet die Installation und kopiert die Installationsdateien in Ihre Verzeichnisse. Die letzte Bildschirmanzeige informiert Sie über die erfolgreiche Installation von der Bastion Instance des rvs OFTP Proxy. Installation der Connection Instance Der erste Schritt der Installationsroutine für die Connection Instance ist identisch mit dem ersten Schritt der Bastion Instance-Installation. Im zweiten Dialog Choose Install Set soll jetzt als Installations- Instanz Connection Instance ausgewählt werden. Im nächsten Dialog sollen die Angaben: die Bastion IP-Adresse (oder Rechnername) und der Port wiederholt werden. Java 1.5 Auch bei dieser Installation kann ausgewählt werden, welche Java- Laufzeitumgebung für den Betrieb von rvs OFTP Proxy eingesetzt werden soll. rvs OFTP Proxy ist für einen Betrieb mit der Java- Version 1.5 freigegeben. 12

13 Installation Nach einer kurzen Zusammenfassung über die Installation werden Sie über die erfolgreiche Installation der Connection Instance des rvs OFTP Proxy informiert. Um zu erfahren, welche Konfigurationsschritte notwendig sind, um rvs OFTP Proxy betriebsbereit einzusetzen, lesen Sie bitte das Kapitel 3 "Konfiguration". Unix-Systeme Installation auf Unix-Systemen Wie schon am Anfang dieses Kapitels erwähnt, ist die Installation auf UNIX-Systemen analog zur Installation auf Windows-Systemen durchzuführen. Die Installationsdatei heißt rvsproxy_x.x.x_setup.bin. Hinweis: Das Installationskript soll als Shell-Skript aufgerufen werden: Beispiel (Aufruf): sh./rvsproxy_1_00_setup.bin Die Installationsabfragen in beiden Modi sind gleich (Siehe Abschnitt Installation auf Windows-Systemen). Es soll, wie auf Windows-Systemen, zuerst die Installation der Bastion Instance durchgeführt werden und anschließend die Installation der Connection Instance. 2.4 Update-Installation von rvs OFTP Proxy Update-Installation Der Ablauf einer Update-Installation von rvs OFTP Proxy ist fast identisch mit dem Ablauf einer normalen Installation (siehe Kapitel 2.3). Am Anfang der Installationsroutine wird dem Benutzer angeboten, eine Neuinstallation oder ein Update durchzuführen. Bei einem Update werden die schon vorhandenen Konfigurationsdaten übernommen. Gleichzeitig wird das ganze Verzeichnis $RVS_HOME/conf gesichert, indem die alten Dateien aus diesem Verzeichnis mit der Endung backup versehen werden. rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems / rvs Systems 13

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15 Konfiguration 3 Konfiguration Dieses Kapitel beschreibt, wie Sie rvs OFTP Proxy mittels der XML- Konfigurationsdateien und mittels der Web-Oberfläche (JMX-Web- Adapter) für Ihre Zwecke anpassen können. 3.1 Verzeichnisstruktur Verzeichnisse Nach der Installation von Bastion und Connection Instance sind folgende Verzeichnisse im Installationsordner entstanden: bin - Batch- (Windows) oder Shell-Skripte (Unix) conf - Dateien für Anwenderkonfiguration jre - Java Runtime Environment (nur Windows und Linux) keytool - Tool für Zugriff auf Schlüsselverwaltung (nur in der Connection Instance) lib - Bibliotheken log - Logdateien system - Dateien für Systemkonfiguration Konfigurationsdateien Konfiguration Im Verzeichnis $RVS_HOME/conf befinden sich die Dateien für die Anwendungskonfiguration. Die ganze Konfiguration des rvs OFTP Proxy (Basiskonfiguration, Stationsliste,...) findet auf der Connection Instance statt; auf der Bastion Instance können nur Loggingstufen in der Datei rvslogger.xml eingestellt werden. Folgende Dateien befinden sich im Verzeichnis $RVS_HOME/conf einer Connection Instance-Installation: rvsconfig.xml - Basiskonfiguration des rvs OFTP Proxy (z.b. Bastion RMI-Konfiguration) rvslogger.xml - Logger-Konfigurationsdatei rvsstationlist.xml - Liste mit Proxy-Stationsdefinitionen In den folgenden Kapiteln wird beschrieben, wie Sie rvs OFTP Proxy vor dem Start konfigurieren müssen. 3.2 Basiskonfiguration in der Datei rvsconfig.xml Basiskonfiguration In der Datei $RVS_HOME/conf/rvsConfig.xml befinden sich die Grundeinstellungen des rvs OFTP-Proxy. Die Angaben, die während der Installation vom Benutzer abgefragt werden, sind in dieser Datei rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 15

16 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch hinterlegt. Eine Änderung dieser Werte ist nur dann notwendig, wenn sich die während der Installation eigetragenen Werte ändern. Hier ist ein Beispiel der Datei rvsconfig.xml. <?xml version="1.0" encoding="utf-8" standalone="yes"?> <APPINFO> <Name>rvs-Configuration</Name> <Version>2.0</Version> <Environment> <Description></Description> <FirstLanguage>de</FirstLanguage> <TraceItem>N</TraceItem> <StationsConfigFile>rvsStationlist.xml</StationsConfigFile> <MonlogStylesheet>MonlogStylesheet.xslt</MonlogStylesheet> <PersistenceArchive>RevisionLog.xml</PersistenceArchive> <MonlogFile></MonlogFile> <ConnSetupFailWaitTime>10000</ConnSetupFailWaitTime> <OFTPTimeout>30000</OFTPTimeout> <MaxSessions>20</MaxSessions> <MaxMonLogSize> </MaxMonLogSize> <MaxMonLogCount>100</MaxMonLogCount> <MaxRevisionLogSize> </MaxRevisionLogSize> <MaxRevisionLogCount>100</MaxRevisionLogCount> <Browser>explorer</Browser> <ProtocolValidation>none</ProtocolValidation> <Reconnect> <Attempts>3</Attempts> <WaitTime>360</WaitTime> </Reconnect> <OftpProxy> <Instance> <Id>1</Id> <Type>Bastion</Type> <Bastion> <BastionServiceName>service</BastionServiceName> <BastionHost> </BastionHost> <BastionPort>3388</BastionPort> </Bastion> </Instance> <Instance> <Id>2</Id> <Type>Connection</Type> </Instance> </OftpProxy> </Environment> </APPINFO> Hinweis: Beim Ändern der Bastion-RMI-Parameter muss darauf geachtet werden, dass diese Parameter auch im Startskript bastion.cmd/bastion.sh anzupassen sind. Beispiel (bastion.cmd): -Djava.rmi.server.hostname= com.gedas.rvs.proxy.bastion -u rvs -p gedas -h r s service In diesem Beispiel sind die Angaben über Host und Port anzupassen: und 4567 (siehe Fettgedrucktes im Beispiel). 16

17 Konfiguration In der Parametergruppe Umgebung (XML-Element Environment) sind allgemeine Parameter, die sich auf die rvs OFTP Proxy-Umgebung beziehen. rvs OFTP Proxy-Umgebung (Environment) In der folgenden Tabelle werden diese Parameter erklärt. PARAMETER Description FirstLanguage TraceItem StationsConfigFile MonlogFile OFTPTimeout MaxSessions MaxMonLogSize MaxMonLogCount ProtocolValidation Reconnect BESCHREIBUNG für zukünftige Verwendung Als Sprache wird nur Englisch unterstützt.. für zukünftige Verwendung Stationskonfigurationsdatei: beinhaltet die Konfigurationsparameter der rvs OFTP Proxy-Stationen: externe Nachbarstationen im Internet, sowie interne Stationen im Intranet. Name der Datei für die Monitor-Meldungen. Time Out in Millisekunden auf der ODETTE-Ebene; Standard: , kein Maximum. Maximale Anzahl gleichzeitig laufender Empfängerprozesse für TCP/IP-Kommunikation. Standard 20; Maximum ist begrenzt durch System-Ressourcen. maximale Dateigröße der Log-Datei monlog.log (in Bytes) Anzahl der Log-Dateien $RVS_HOME/log/ monlog.log, die generiert werden können. Die Datei mit der höchsten Zahl ist die zuletzt generierte. Mit diesem Parameter läßt sich die Überprüfung von empfangenen Daten einschalten. Die Daten werden vor der Weiterleitung daraufhin überprüft, ob es sich um gültige OFTP-Protokollelemente handelt (F_PDU). Falls nicht, wird ohne Rückmeldung die Verbindung abgebrochen. Mögliche Werte: OFTP (für Ja), None (für Nein). In diesem XML-Block sind die Parameter, die sich auf die RMI-Verbindung zwischen einer Bastion und einer Connection Instance, beziehen. RMI steht für Remote Method Invocation und ist ein Protokoll, welches für interne Prozesskommunikation in Java verwendet wird rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 17

18 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch PARAMETER Attempts WaitTime OFTPProxy Instance Id Type Bastion BESCHREIBUNG Anzahl der Versuche, die gestartet werden sollen, wenn die RMI-Verbindung zwischen einer Bastion und einer Connection Instance verloren geht. Zeit in Millisekunden, die gewartet werden sollen, zwischen zwei Verbindungsversuchen. In diesem Block werden die Parameter hinterlegt, die sich auf die Konfiguration von rvs OFTP Proxy- Bastion und -Connection Instance beziehen. Im Instance-Element werden die Parameter, die sich auf die jeweilige Instance beziehen, festgelegt. Für Bastion sind dies: Id, Type, ServiceName, Host und Port; für die Connection Instance sind dies Id und Type. Id der rvs OFTP Proxy Instance. Eine Id ist vom Benutzer frei vergebbar. Die möglichen Instance-Typen sind: Bastion und Connection. In diesem Element werden die Netzwerkparameter für Bastion eingetragen: ServiceName, Host und Port. BastionServiceName Hier ist der Name des Bastions Service eingetragen. Standard: service. BastionHost BastionPort Rechnername oder IP-Adresse des Rechners für die Bastion Instance Port der Bastion Instance für die RMI-Kommunikation, auf dem ein Listener gestartet wird. 3.3 Wie konfiguriere ich Proxy-Stationen? Stationen Nach der Installation der Connection Instance muss die Stationsliste $RVS_HOME/conf/rvsStationlist.xml auf der Connection Instance angepasst werden. In dieser Stationsliste werden Proxy-Stationen definiert, die den Zusammenhang zwischen Eingangsparameter (Listener/XML-Element LineIn) und Ausgangsverbindung (XML-Element LineOut) herstellen. Für jede interne (im Intranet) und für jede externe Station (im Internet) muss in der Proxy-Stationsliste eine Proxy-Station definiert werden. In jeder Proxy-Station muss ein LineIn-Element für den Port auf dem ein Listener gestartet wird und ein LineOut-Element für die ausgehende Verbindung definiert werden. 18

19 Konfiguration Konfigurationsbeispiel (LineIn-, LineOut-Element) Das folgende Beispiel soll die Konfiguration der Proxy-Stationen veranschaulichen: Der Einfachheit halber haben wir im Beispiel nur TCP/IP- Stationen verwendet. Beispiel: Beispiel LineIn LineOut EXT1 ist eine externe Station (eine Partnerstation, die über das Internet erreichbar ist) und INT1 eine interne Station (eine Station, die sich im eigenen Intranet befindet). Die Netzwerkdaten-Daten der beiden Stationen für OFTP-Übertragung, könnten folgendermaßen aussehen: EXT1: IP-Adresse , Port: 3305 INT1: IP-Adresse: , Port: 3305 Für jede von diesen Stationen muss in der Proxy-Stationsliste eine Proxy- Station (XML-Element StationProxy) definiert werden. Wie schon im Kapitel 1.2 "rvs OFTP Proxy Architektur" beschrieben, besteht ein rvs OFTP Proxy aus einer Bastion und einer Connection Instance. Für jede OFTP-Station des internen Netzes wird ein Stellvertreter/Proxy- Listener auf der Bastion Instance gestartet. Andersherum wird für jede externe Station ein Stellvertreter/Proxy-Listener auf der Connection Instance gestartet. Über diese Proxy-Listener wird ein Zusammenhang zu der zu erreichenden Partnerstation hergestellt. Die Proxy-Stationsliste ist auf der Connection Instance (Datei $RVS_HOME/conf/rvsStationlist.xml) hinterlegt. Innerhalb eines XML-Elements StationProxy müssen für jede Station, unabhängig davon, ob es sich um eine externe oder interne Station handelt, die XML-Elemente LineIn und LineOut zusammen mit der Angabe der Instance-Id (Bastion oder Connection) definiert werden. Die Richtung LineIn (eingehend) bezieht sich immer auf einen Listener, der für eine Instance gestartet wird: für eine externe Station ist dies ein Listener auf der Connection Instance, wohingegen für eine interne Station ein Listener auf der Bastion Instance gestartet wird. LineOut (ausgehend) steht für die Richtung, wohin die Daten, die auf LineIn ankommen, weitergeleitet werden. Hinweis: Alle verfügbaren Parameter werden in der Tabelle im Kapitel "Erklärung der Parameter" erklärt. Der Übersichtlichkeit halber sind in diesem Beispiel nur Netzwerkelemente (LineIn und LineOut) aufgeführt. Die Station EXT1 sollte als eine ProxyStation dann folgendermaßen definiert werden (Connection Instance hat die Id 2 und die Bastion Instance Id 1): <StationProxy> <Sid>EXT1</Sid> <LineIn> rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 19

20 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>2</Instance> <Timeout>0</Timeout> <Type>TCPIP</Type> <Tcp> <IPAddress>IP der Connection Instance</IPAddress> <Port>Port auf Connection Instance für EXT1, z.b </Tcp> </LineIn> <LineOut> <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>1</Instance> <Type>TCPIP</Type> <Tcp> <IPAddress> </IPAddress> <Port>3305</Port> </Tcp> </LineOut> </StationProxy> Erklärung der Daten Da es sich bei EXT1 um eine externe Station handelt, muss diese Station einen Listener auf der Connection Instance starten (LineIn für Instance 2). Um die Kommunikation der Station EXT1 mit der internen Station INT1 zu ermöglichen, muss im Element LineOut als Instance die ID der Bastion Instance angegeben werden. Die Port- und IP-Adressen-Angabe im Element LineOut sind die Daten der EXT1 (die Verbindung wird über die Bastion Instance in diese Richtung aufgebaut). Für ein besseres Verständis dieses Sachverhalts, schauen Sie bitte nochmals die Abbildung im Kapitel 1.2 "rvs OFTP Proxy Architektur" an. Die Station INT1 sollte als eine Proxy-Station folgendermaßen definiert werden: <StationProxy> <Sid>INT1</Sid> <LineIn> <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>1</Instance> <Timeout>0</Timeout> <Type>TCPIP</Type> <Tcp> <IPAddress>IP der Bastion Instance</IPAddress> <Port>Port auf Bastion Instance für INT1, z.b </Port> </Tcp> </LineIn> <LineOut> <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>2</Instance> <Type>TCPIP</Type> <Tcp> </StationProxy> <IPAddress> </IPAddress> <Port>3305</Port> </Tcp> In der Definition der Station INT1, sind die Netzwerkparameter für LineIn, neben der Id der Bastion Instance auch der Port und die IP- Adresse der Bastion Instance, da für jede interne OFTP-Station ein Stell- 20

21 Konfiguration vertreter/proxy-listener auf der Bastion Instance gestartet wird. Die LineOut-Parameter sind neben der Id der Connection Instance, der Port und die IP-Adresse der Station INT1 (siehe Anfang des Beispiels für die OFTP-Daten von INT1). Wenn die Station INT1 mit einer anderen externen Station kommunizieren möchte z.b. EXT2, muss auf der Connection Instance auch ein Listener für diese externe Station gestartet werden. Die Konfiguration der Station EXT2 könnte dann folgendermaßen aussehen: <StationProxy> <Sid>EXT2</Sid> <LineIn> <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>2</Instance> <Timeout>0</Timeout> <Type>TCPIP</Type> <Tcp> <IPAddress>IP der Connection Instance</IPAddress> <Port>Port auf der Connection Instance für EXT2: 4307</Port> </Tcp> </LineIn> <LineOut> <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>1</Instance> <Type>TCPIP</Type> <Tcp> <IPAddress> </IPAddress> <Port>3305</Port> </Tcp> </StationProxy> Im XML-Element LineOut der Station EXT2 ist als Instance Id 1 für Bastion Instance und die OFTP-Daten der EXT2 sind IP: und Port: Noch ein weiteres Beispiel wäre eine weitere interne Station INT2, die eine Verbindung zu der externen Station EXT1 aufbauen möchte. Die Konfiguration dieser Station könnte folgendermaßen aussehen: <StationProxy> <Sid>INT2</Sid> <LineIn> <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>1</Instance> <Timeout>0</Timeout> <Type>TCPIP</Type> <Tcp> <IPAddress>IP der Bastian Instance </IPAddress> <Port>Port auf Bastion von INT2 z.b.3457</port> </Tcp> </LineIn> <LineOut> <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>2</Instance> <Type>TCPIP</Type> <Tcp> <IPAddress> </IPAddress> <Port>3306</Port> </Tcp> rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 21

22 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch </LineOut> </StationProxy> Der Listener aus dem LineIn-XML-Element wird für INT2 auf der Bastion Instance gestartet. Im XML-Element LineOut der Station INT2 ist als Instance Id 2 für die Connection Instance und die OFTP-Daten der INT2 sind IP: und Port: Beispiel einer TLS-Station TLS Wenn Sie TLS als Netzwerk wählen, muss die Partnerstation eine TLSfähige Patnerstation sein (z.b. rvsevo). Mit TCP/IP als Netzwerk kann als Proxy-Station jede OFTP-Station dienen. Beispiel einer TLS-Proxy-Stationsdefinition: <StationProxy> <Enabled>Yes</Enabled> <Contact> <Department>rvs</Department> <Enterprise>gedas</Enterprise> <Location>Berlin</Location> <Name>local station</name> <Phone> </Phone> <Street>Pascalstr. 11</Street> </Contact> <Sid>STATION3</Sid> <LineIn> <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>2</Instance> <Timeout>0</Timeout> <Type>TLS</Type> <Tls> <IPAddress> </IPAddress> <Port>4306</Port> <ClientAuthentication>NONE</ClientAuthentication> </Tls> </LineIn> <LineOut> <Enabled>Yes</Enabled> <Instance>2</Instance> <Type>TLS</Type> <Tls> <IPAddress> </IPAddress> <Port>1112</Port> <ClientAuthentication>NONE</ClientAuthentication> </Tls> </LineOut> </StationProxy> Erklärung der Parameter In der folgenden Tabelle werden die Stationsliste-Parameter für die TCP/ IP- und TLS-Proxy-Stations-Definition erklärt: 22

23 Konfiguration Parameter Contact SID LineIn Instance Type TLS TCPIP IP-Adresse <IPAddress> Port <Port> ClientAuthentication LineOut Beschreibung Kontaktinformationen: Abteilung (Department), Firma (Enterprise), Ort (Location), Name, Telefonnummer und Straße. Der Parameter SID ist eine eindeutige StationID, die aus bis zu 16 Zeichen bestehen kann. Im XML-Element LineIn sind die Parameter, die die Eingangsverbingung (Listener) beschreiben. Diese sind: Instance, Type (TCPIP oder TLS) und TCP/IP-Adresse und Port. Eine TLS-Stationskonfiguration hat zusätzlich noch den Parameter ClientAutentication. Angabe der Instanz, auf der die Eingangsverbindung erzeugt wird; frei wählbar; Standard: 1: Bastion Instance 2: Connection Instance Angabe des Netzwerks. Mögliche Werte: TCPIP und TLS. TLS - Typ des Netzwerks; in diesem XML-Element werden die Netzwerkparameter, die das TLS-Netzwerk definieren festgelegt. Diese sind: IP-Adresse, Port und ClientAuthentification. TCPIP - Typ des Netzwerks; in diesem XML-Block werden die Netzwerkparameter, die das TCP/IP-Netzwerk definieren festgelegt. Diese sind: IP-Adresse und Port. IP-Adresse (oder DNS-Name), auf der der Listener gestartet wird. Port, auf dem ein TCP/IP- oder TLS-Listener gestartet wird. Nur für TLS: Bei einer TLS-Verbindung wird manchmal erwünscht, dass sich auch der Client (in diesem Fall, der Partner, von dem Sie die Daten empfangen), authentifiziert. Mit diesem Parameter können Sie festlegen, ob dies NONE (nicht erforderlich) OPTIONAL oder MANDATORY (benötigt) wird. Hinweis: Die Authentifizierung erfolgt mittels X.509-Zertifikaten. Definition der Ausgangsverbindung (Connection); in diesem XML-Element sind die gleichen Parameter wie im XML-Element LineIn mit dem Unterschied, dass sich LineOut-Parameter auf einer Ausgangsverbindung beziehen. rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 23

24 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch Parameter Instance Type IPAdress Port ClientAuthentication Beschreibung Angabe der Instanz, auf der die Ausgangsverbindung erzeugt wird, frei vergebbar; Standard: 1: Bastion Instance 2: Connection Instance Typ des Netzwerks: möglich TLS or TCPIP. IP-Adresse, zu der die Verbindung aufgebaut wird Port, zu dem die Verbindung aufgebaut wird Nur für TLS: Bei einer TLS-Verbindung wird manchmal erwünscht, dass sich auch der Client (in diesem Fall, der Partner, von dem Sie die Daten empfangen), authentifiziert. Mit diesem Parameter können Sie festlegen, ob dies NONE (nicht erforderlich) OPTIONAL oder MANDATORY (benötigt) wird. Hinweis: Die Authentifizierung erfolgt mittels X.509-Zertifikaten. JMX-Web-Adapter Die Konfiguration der Stationen ist auf zwei Wegen möglich: mittels der XML-Stationskonfigurationsdatei $RVS_HOME/conf/ rvsstationlist.xml oder mittels der Web-Oberfläche (JMX-Web-Adapter). Mehr darüber, wie Sie die Stationskonfiguration über JMX abwickeln können, lesen Sie bitte im Kapitel 3.5 "JMX-Web-Adapter-Konfiguration". 3.4 Wie konfiguriere ich die TLS-Kommunikation? In diesem Kapitel werden die Systemvoraussetzungen für verschlüsselte Kommunikation mit TLS beschrieben, da es dabei ein paar Besonderheiten gibt Systemvoraussetzungen JCE Folgende Systemvoraussetzungen und Randbedingungen sind bei der TLS-Kommunikation zu beachten: rvs OFTP Proxy verwendet für die Verschlüsselung eine Erweiterung der Java Laufzeitumgebung (JRE) - die JCE (Java Cryptography Extension) von Sun Microsystems, Inc. Diese wird aufgrund von Import- bzw. Exportbeschränkungen verschiedener Staaten standardmäßig in einer 24

25 Konfiguration Variante mit Unterstützung eingeschränkter Schlüssellängen installiert. Um unbeschränkte Schlüssellängen benutzen zu können, ist es nötig, diese Erweiterung der Java-Laufzeitumgebung nachträglich zu installieren. In den nächsten zwei Kapiteln wird die Konfiguration der JRE auf SUN und IBM-Systemen erläutet. Konfiguration der JRE auf SUN-Systemen Folgende Schritte sind notwendig, um die JCE auf SUN-Systemen zu installeren: SUN Download der JCE Unlimited Strength Jurisdiction Policy Files: Laden Sie dazu die Dateien von der folgenden Seite herunter: Wählen Sie dort unter "Other Downloads" den Download-Link für "Java Cryptography Extension (JCE) Unlimited Strength Jurisdiction Policy Files 5.0". Es ist die Datei jce_policy-1_5_0.zip Installation der JCE Unlimited Strength Jurisdiction Policy Files: Extrahieren Sie den Inhalt der heruntergeladenen Archivdatei jce_policy-1_5_0.zip in ein temporäres Verzeichnis. In der zip-datei, im Verzeichnis jce befinden sich die folgenden Dateien: local_policy.jar, US_export_policy.jar, COPY- RIGHT.html und README.txt. Auf Ihrem System, im Verzeichnis $JAVA_HOME/jre/lib/security befinden sich auch die gleichnamigen Dateien local_policy.jar und US_export_policy.jar. Die Dateien local_policy.jar und US_export_policy.jar im Verzeichnis $JAVA_HOME/ jre/lib/security müssen durch die gleichnamigen Dateien aus dem Archiv jce_policy-1_5_0.zip ersetzt werden (Hinweis: Es soll kein Unterverzeichnis jce angelegt werden, die Dateien müssen direkt ins Verzeichnis $JAVA_HOME/jre/lib/ security hineinkopiert werden). Es empfiehlt sich, vor dem Ersetzen eine Sicherungkopie der alten Dateien anzulegen. Konfiguration der JRE auf IBM-Systemen IBM Für die Benutzung einer JRE von IBM muss Folgendes getan werden: Wenn Sie Java 2 SDK, v1.5 von IBM nutzen, ist es notwendig die "unrestricted policy files" von IBM zu installieren. Diese können unter folgender URL heruntergeladen werden: Wählen Sie dort den Link IBM SDK Policy files. Es gilt das Gleiche wie für die SUN Policy Files. Extrahieren Sie den Inhalt der heruntergeladenen Archivdatei in ein temporäres Verzeichnis. Die auf Ihrem System im Verzeichnis $JAVA_HOME/ jre/lib/security, vorhandenen Dateien rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 25

26 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch local_policy.jar und US_export_policy.jar müssen durch die gleichnamigen Dateien aus der Archiv-Datei ersetzt werden. Es empfiehlt sich, vor dem Ersetzen eine Sicherungkopie der alten Dateien anzulegen. BouncyCastle In der verwendeten JRE in der Datei jre/lib/security/ java.security der Security-Provider von BouncyCastle hinzugefügt werden: Auszug aus der Datei java.security: security.provider.1=com.ibm.jsse2.ibmjsseprovider2 security.provider.2=com.ibm.crypto.provider.ibmjce security.provider.3=com.ibm.security.jgss.ibmjgssprovider security.provider.4=com.ibm.security.cert.ibmcertpath security.provider.5=com.ibm.security.sasl.ibmsasl security.provider.6=org.bouncycastle.jce.provider.bouncycastleprovider TLSParameter.xml Eine weitere Besonderheit, auf die geachtet werden muss, wenn Sie auf Ihrem System die JRE von IBM haben, ist die Konfiguration in der Datei $RVS_HOME/lib/TLSParameter.xml, die standarmäßig auf SUN eingestellt ist. Wenn Sie TLS mit einer JRE von IBM benutzen, müssen Sie in der Datei $RVS_HOME/lib/TLSParameter.xml in den beiden XML- Blöcken keymanagerparameter und trustmanagerparameter den Wert für keymanagementalgorithm von SunX509 auf IbmX509 ändern. Im Verzeichnis $RVS_HOME/system auf beiden Instanzen (Bastion und Connection) befindet sich die Konfigurationsdatei für TLS. Hier lässt sich der Keystore-Algorithmus anpassen, falls nicht eine SUN-JRE verwendet wird. Die Anpassung ist selbstverständlich auf beiden Instanzen durchzuführen. Beispiel: <?xml version="1.0" encoding="iso "?> <!-- TLS Configuration file ---> <tlsparameter> <!-- Default KeyManager definition used for authentication of local station --> <keymanagerparameter> <!-- Algorithm for Sun Implementation SunX509 for IBM Security Implementation IbmX509 must be used --> <keymanagementalgorithm>sunx509</keymanagementalgorithm> <keystoreparameter> <filename>../system/tlskeymanagerkeystore.p12</filename> <provider>bc</provider> <type>pkcs12</type> </keystoreparameter> <version>1.1</version> </keymanagerparameter> <!-- protocols element include all protocols that could be used to communicate over an SSLSocket --> <protocols> <protocol> 26

27 Konfiguration <name>tlsv1</name> </protocol> </protocols> <!-- TrustManager definition used for validiting incoming certificates --> <trustmanagerparameter> <!-- Algorithm for Sun Implementation SunX509 for IBM Security Implementation IbmX509 must be used --> <keymanagementalgorithm>sunx509</keymanagementalgorithm> <keystoreparameter> <filename>../system/tlstrustmanagerkeystore.p12</filename> <provider>bc</provider> <type>pkcs12</type> </keystoreparameter> <version>1.1</version> </trustmanagerparameter> <version>1.0</version> </tlsparameter> Welche Schritte sind für die verschlüsselte Kommunikation notwendig? Die Schlüsselpaare und die Zertifikate für rvs OFTP Proxy werden ausschließlich auf der Connection Instance erzeugt und aufbewahrt. Im Verzeichnis $RVS_HOME/system/ auf der Connection Instance befinden sich folgende Dateien, die für die Verschlüsselung von Bedeutung sind: der TLS-Keystore tlskeymanager-keystore.p12. Dies ist die Schlüsselverwaltungsdatei. In dieser Datei befindet sich das Schlüsselpaar des rvs OFTP Proxy (Jedes Schlüsselpaar besteht aus einem privaten und einem öffentlichen Schlüssel). Dieses Schlüsselpaar wird bei der Installation von rvs OFTP Proxy erzeugt und unter dem Namen (Key Pair Entry Alias) tls abgelegt. Wie Sie ein Schlüsselpaar gererieren können, lesen Sie bitte im Abschnitt Wie generiere ich ein Schlüsselpaar? in diesem Kapitel. und TLS-Truststore tlstrustmanagerkeystore.p12. Dies ist die Schlüsselverwaltungsdatei für vertrauenswürdige Zertifikate von Partnerstationen. In dieser Datei müssen die Zertifikate aller Stationen, mit denen man mittels TLS kommunizieren möchte, importiert sein. Wie Sie ein Zertifikat importieren können, lesen Sie bitte im Abschnitt Import eines X.509-Zertifikats einer Station in diesem Kapitel. Die folgenden Schritte müssen ausgeführt werden, um die TLS-Kommunikation mit Partnerstationen zu ermöglichen: Für rvs OFTP Proxy muss auf der Connection Instance ein Schlüsselpaar generiert werden. Dieser Schritt wurde bei der Installation von rvs OFTP Proxy (Connection Instance) durchgeführt. Das Schlüsselpaar für rvs OFTP Proxy befindet sich auf der Connection Instance in rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 27

28 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch UNIX: X-Server der Datei $RVS_HOME/system/tlsKeyManager- KeyStore.p12 und wurde unter dem Namen (Key Pair Entry Alias) tls abgelegt. Der öffentliche Schlüssel von rvs OFTP Proxy muss als ein X.509- Zertifikat exportiert und den Partnern zugesendet werden. Die Partner müssen dieses Zertifikat in ihre eigene TLS-Truststore importierten. Wie Sie einen öffentlichen Schlüssel als Zertifikat exportieren, lesen Sie bitte im Abschnitt Export des öffentlichen Schlüssels einer Station als Zertifikat in diesem Kapitel. In umgekehrter Richtung gilt auch: rvs OFTP Proxy muss X.509- Zertifikate von Partnerstationen in die Schlüsseldatei für vertrauenswürdige Zertifikate (TlsTrustManager) importieren. Wie generiere ich ein Schlüsselpaar? Auf die Keystoreverwaltung hat man Zugriff mit dem Commandline-Tool $RVSHOME/bin/keystore.cmd für Windows-Systeme oder $RVSHOME/bin/keystore.sh für UNIX-Systeme, das die graphische Oberfläche Portecle für die Keystoreverwaltung öffnet. Wichtiger Hinweis für UNIX-Systeme: Für das Schlüsselverwaltungstool Portecle wird der X-Server und die Umgebungsvariable DISPLAY benötigt. Vereinbaren Sie diese Variable in der UNIX-Umgebungsdatei z.b..profile. Syntax: export DISPLAY=Rechnername(oder IP):0.0 Testen Sie diesen Schritt mit dem folgenden Befehl: echo $DISPLAY und starten sie anschließend den X-Server. Skript keystore So generieren Sie ein Schlüsselpaar: Starten Sie Portecle mit dem Skript $RVSHOME/bin/ keystore.cmd Um zur Funktionalität Schlüsselpaar erzeugen (Generate Key Pair) zu gelangen, wählen Sie das Symbol Tools in der Funktionsleiste. Im Fenster Generate Key Pair wählen Sie als Schlüssel-Algorithmus RSA und als Standard-Schlüssellänge (default key size) Drücken Sie die OK-Schaltfläche und das Fenster Generate Certificate öffnet sich. In diesem Fenster sind folgende Felder zu setzen: 28

29 Konfiguration Nach dem Ausfüllen aller Felder und Bestätigung mit OK öffnet sich das nächste Fenster. Im Feld Key Pair Entry Alias wird die StationsID der Station, für die das Schlüsselpaar generiert wurde eingetragen. Nach Drücken von OK soll ein Schlüsselpaar erfolgreich erzeugt werden. Export des öffentlichen Schlüssels einer Station als Zertifikat Rufen Sie wieder Portecle mittels des Skriptes keystore auf. Klicken Sie auf das Schlüsselpaar der Station, für die Sie den öffentlichen Schlüssel exportieren möchten mit der rechten Maustaste. Das Kontextmenü öffnet sich und bietet Ihnen die Funktion Export. Mit Aktivierung dieser Option des Kontextmenüs öffnet sich das nächste Fenster Export Keystore Entry. Mit Aktivierung dieser Option des Kontextmenüs öffnet sich das nächste Fenster Export Keystore Entry. rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch / Rev T-Systems GmbH / rvs Systems 29

30 rvs OFTP Proxy Benutzerhandbuch Verwenden Sie die Standardeinstellungen für Export: Export Type: Head Certificate; Export Format: DER Encoded. Bestätigen Sie Ihre Angaben mit OK. Im nächsten Fenster sollten Sie den Namen, unter dem Sie möchten, dass das Zertifikat gespeichert wird, eingeben. Wir empfehlen, dass der Name der Datei, in der das Zertifikat gespeichert wird mit.cer oder.crt endet. Hinweis: Erstellen Sie auch eine Kopie Ihrer Daten für die TLS-Verschlüsselung und speichern Sie diese an einem anderen sicheren Ort. Import eines X.509-Zertifikats einer Station truststore Im TLS-Truststore tlstrustmanagerkeystore.p12 (Schlüsselverwaltungsdatei für vertrauenswürdige Zertifikate) müssen die Zertifikate der Partnerstationen hinterlegt werden. Zugriff auf diese Datei haben Sie, indem Sie das Skript $RVSHOME/bin/truststore.cmd für Windows-Systeme oder $RVSHOME/bin/truststore.sh für UNIX-Systeme aufrufen. Im Skript wird wieder das Tool Portecle aufgerufen, diesmal für die Verwaltung von der Datei $RVSHOME/bin/system/ tlstrustmanagerkeystore.p12. Wählen Sie das Tool icon in der Funktionsleiste and dann die Funktion Import Trusted Certificate. Wählen Sie die Zertifikatsdatei im nächsten Fenster. 3.5 JMX-Web-Adapter-Konfiguration Für die Konfiguration der Proxy-Stationen kann auch die Web-Oberfläche mit Hilfe von JMX-Web-Adapter verwendet werden. 30

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