Haus des Lernens. Kommunales Medienpädagogisches Zentrum

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1 Entwurf Haus des Lernens Kommunales Medienpädagogisches Zentrum Die Bildungspolitik wird zunehmend beherrscht von Begriffen wie Informationsund Wissensgesellschaft, Lebenslanges Lernen, Medienkompetenz, Methodenkompetenz, Erhalt der Kulturtechnik Lesen, Kreativität Eigenverantwortliches Lernen. Die Anforderungen an die Schulträger, gut ausgestattete Schulen zu unterhalten, die dem erziehungswissenschaftlichen Erkenntnisstand entsprechen, der Entwicklung der Bildungsmedien Rechnung tragen, die Erwartungen der Eltern und der Wirtschaft erfüllen, steigen. Der Medieneinsatz stellt für Schulen eine große technische, organisatorische und nicht zuletzt pädagogische Herausforderung dar. Es müssen professionelle und dauerhafte Lösungen gefunden werden, die die einzelne Schule entlasten. Die schulbibliothekarischen Dienstleistungen der Schulträger sollten mit den bisher nur audiovisuell und zunehmend digital orientierten Medienzentren (ex- Bildstellen) fusionieren. Es macht z. B. keinen Sinn, einer Generation Google zuzumuten, in getrennten Katalogen (MeSax, SchulbibliotheksOPAC) zu recherchieren. Der Schulträger ist verantwortlich für eine ausgewogene regionale Schulentwicklung. Eine regionale Schulentwicklung aus einem Guss kann nicht länger in getrennten Bahnen verlaufen, hier der Schulträger, da die staatliche Schulaufsicht. Das medienpädagogische Zentrum sollte Teil einer gemeinsamen Qualifizierungsoffensive sein, die das Ziel hat, den Unterricht in den Schulen zu verbessern.

2 Ziele des Medienzentrums Förderung des kompetenten Umgangs mit Medien verschiedenster Art Qualifizierungsangebote in technischer und kultureller Medienkompetenz Sicherstellung einer zeitgemäßen Medienausstattung der Schulen Koordinierte und sparsame Verwendung der Haushaltsmittel des Schulträgers Entlastung der einzelnen Schule durch Bereitstellung von Materialien, durch Training und Support Aufgaben des medienpädagogischen Zentrums EDV- und Medienausstattung der Schulen Mitarbeit bei der Entwicklung der Medienkonzepte der Schulen Planung und Koordination der EDV- und Medienausstattung, Unterstützung bei der Einrichtung und Betreuung von EDV-Netzwerken in Schulen Gemeinsamer Einkauf von Hard- und Software Reparaturdienst (incl. Outsourcing-Lösungen) Medienwerkstatt und Fortbildungszentrum Multimediale Lernwerkstatt : Kreative Nutzung der Medien, z. B. im Tonstudio, Videostudio, Fotolabor Digitale Bild- und Videobearbeitung Information der Schulen über Software, Datenbanken usw. Erstellen von Internetseiten (HTML) und Desktop-Publishing (DTP) Schulung der ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen in den Schulbibliotheken Schulung im EDV- und Internetbereich Ausleihzentrale für Medien und AV-Geräte Ausleihe von: Video, Film, CD, DVD, Büchern, Klassensätzen, Medienkisten (Ergänzungsbestand für Schulbibliotheken) Videokameras u.a. Geräten (z. B. Klassensatz Fotoapparate, Kassettenrecorder) Übernahme des Medientransports in die Schulen Schulbibliotheksservice Mitwirkung bei der Entwicklung schulischer Bibliothekskonzepte Kontinuierliche Beratung der Schulen und Schulbibliotheken in allen Fragen der Bibliothekstechnik, -pädagogik und der Leseförderung, 2

3 Unterstützung der Schulen beim Einsatz eines EDV-Programms (OPAC: über Internet zugänglicher Bestandskatalog) bzw. Ankauf einer Lizenz für alle Schulen Koordination von Aktivitäten der Schulen (z.b. Lesereisen von Autoren organisieren) Unterstützung der Schulen bei der Durchführung von Projekttagen, Unterricht, Ausstellungen, Lesungen und Schreibwerkstätten Bereitstellung eines Ergänzungsbestandes für Schulbibliotheken Zusammenstellung und Auslieferung von Sach- und belletristischer Literatur für Unterrichtsvorhaben ( Bücherkisten, Medienkisten, Blockausleihe, Klassensätze ), Übernahme des Medientransports in die Schulen 3

4 Begründung a) Die Medienausstattung der Schulen wird durch das Medienzentrum (im folgenden: MPZ) koordiniert. Damit ist eine kostenbewusste Ausgabenpolitik möglich. Im Bereich teurer Geräte (z. B. Datenprojektion, Netzwerktechnologie) lassen sich Doppelanschaffungen und die geringe Auslastung von Geräten in Einzelschulen vermeiden. b) US-amerikanische Erfahrungen aus 20 Jahren EDV-Ausstattung besagen, dass auf jeden für Hardware ausgegebenen Euro zwei Euro für Training, Anwenderunterstützung und Software nötig sind. Die Einführung der neuen Medien hat zu einem erhöhten Bedarf an dauerhafter Unterstützung und permanentem Training geführt. Der Bedarf an Training und Support ist in einer Zentrale effizienter zu organisieren, als wenn er von jeder Einzelschule allein sichergestellt werden muss. Zu beachten sind aber Entwicklungen, die die Schaffung aufwändiger lokaler IT-Infrastrukturen überflüssig machen: Cloud, Hosting, einfache Endgeräte c) Die klassischen Kulturtechniken Lesen und Schreiben werden durch neue Kommunikationsmedien ergänzt. Sie verlieren aber nicht nur nicht an Bedeutung, sondern sind im Gegenteil unverzichtbare Basistechniken für die neuen Medien. d) Die neuen Technologien ersetzen nicht die Schulbibliotheken, sondern erweitern deren bisherige Funktion zu modernen innerschulischen Medien- und Informationszentren. Es gibt Bereiche, in denen neue Medien wie Video, DVD und Internet den Printmedien überlegen sind. Dort sollten sie genutzt werden. e) Die Übernahme von Fortbildungsangeboten durch den Schulträger berührt die Zuständigkeit des Staates für das Schulwesen. Kreisbildstellen waren schon gemeinsame Einrichtungen von Staat und kommunalen Gebietskörperschaften. Leiter waren Lehrer. Sie waren schon immer auch Aus- und Fortbildungsstätte für Lehramtsreferendar/innen. Das MPZ kann nur ein Kooperationsprojekt sein, bei dem Ressourcen des Staates und des Schulträgers gebündelt werden. Eine Fusion oder mindestens Verzahnung staatlicher und kommunaler Ressourcen ist daher sinnvoll. Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft (Sparkassen, Banken, Großbetriebe, IHK) könnten alle Schulen transparent und effizient unterstützen, in dem sie das MPZ mittragen. f) Lehrer/innenfortbildung wird a) in den Schulen budgetiert und b) von den Teilnehmer/-innen mitfinanziert. Das MPZ kann also Einnahmen erzielen, indem es Kurse für Lehrer/-innen anbietet.. g) Es liegt im Interesse des Schulträgers, dass die von ihm finanzierte Ausstattung kompetent und verantwortungsbewusst genutzt wird. h) Das MPZ steht auch außerschulischen Nutzern zur Verfügung: Volkshochschulen, Vereinen, Kitas. 4

5 i) Die staatliche Schulaufsicht trägt das MPZ mit und bezieht es in die Entwicklung der regionalen Schullandschaft ein. Es unterstützt im Rahmen seiner Zuständigkeit für regionale Lehrerfortbildung durch Abordnung bzw. Freistellung für Kursleiter. j) Vorbild des MPZ sind die regionalen Einrichtungen in Frankreich (CRDP), Groß-Britannien (Regional Education Library Service), USA und Dänemark (amtscentrale). Vorsichtige, unverbindliche, aber aus mehrjähriger Beratung entstandene Bedarfs- und Kostenschätzung: Ca. 500 m 2 Raumbedarf Ca. 8 Stellen Jährlicher Aufwand Sach- und Personalkosten ca Einmaliger Investitionsaufwand ca (incl. schon vorhandener Ressourcen bei SBAL und Medienzentrum) SCHÜLERINNEN UND SCHÜLER, DIE GUTE SCHULBIBLIOTHEKEN BENUTZEN, SCHNEIDEN IN LEISTUNGSTESTS BESSER AB. Dies ist das Ergebnis mehrjähriger, breit angelegter Untersuchungen in über 8000 amerikanischen Schulen in 14 Bundesstaaten ( Colorado-Studien ) und in Kanada Günter K. Schlamp 5

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