Bluthochdruck systolischen Blutdruck diastolischer Blutdruck

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1 Bluthochdruck 1.Definition: Blutdruck gehört wie der Puls, die Atmung und die Körpertemperatur zu den sog. Vitalzeichen. Damit das Blut alle Organe und auch die kleinsten Kapillargefäße erreichen kann, muss es mit einem gewissen Druck aus dem Herzen gepumpt werden. Jedes Mal wenn sich das Herz zusammenzieht, drückt es Blut in die Arterien und der Blutdruck steigt. Der Blutdruck bewirkt die Zirkulation des Blutes in den Blutgefäßen und ist abhängig von der Herzleistung und dem Gefäßwiderstand.Er schwankt zwischen einen Maximalwert und einem Minimalwert. Wenn sich das Herz maximal zusammengezogen hat, ist der höchste Wert des Blutdrucks erreicht. Man nennt diesen (oberen) Wert den systolischen Blutdruck. Danach erschlafft das Herz, und es pumpt kein Blut mehr in die Arterien. Als Folge sinkt der Blutdruck wieder auf den niedrigsten Wert ab. Dieser (untere) Wert heißt diastolischer Blutdruck Mittlerer Blutdruck: wird der Mittelwert zwischen diastolischen und systolischen Wert bezeichnet. Es ist die Differenz zwischen den beiden Werten man bezeichnet es als die Blutdruckamplitude. 2.Folie! Herz in der Systole: In der Systole wird Blut aus der linken Herzkammer in die Aorta gepumpt und aus der rechten Herzkammer in die Lungenarterie Gleichzeitig füllen sich rechter und linker Vorhof Herz in der Diastole: In der Diastole fließt Blut aus den Vorhöfen in die Herzkammer. Technik der Blutdruckmessung: Bei der Blutdruckmessung gibt es zwei Varianten: Einmal handelt es sich um die ``direkte Blutdruckmessung`` auch genannt blutige Blutdruckmessung!! Dabei handelt es um Messungen des Blutdrucks über einen arteriellen Katheter der an einem Druckaufnehmer angeschlossen ist. Dabei wird der aufgenommene Druck durch einen Druckwandler in sichtbare elektrische Signale umgewandelt. Diese Methode wird meistens bei größeren Operationen oder bei Intensivpatienten angewendet. Indirekte Blutdruckmessung: Unblutige Blutdruckmessung entdeckt von Scipione Riva- Rocci ( ) Ermittlung des diastolischen Blutdruckwertes Blutdruckgeräte : Blutdruckgerät mit Quecksilbersäule nach Riva- Rocci (Bild) Oder Blutdruckgerät mit Federmanometer nach Recklinghausen mit Stethoskop

2 Messung des Blutdrucks: Bei der Blutdruckmessung ist es darauf zu achten das man unter vergleichbaren Bedingungen den Blutdruck messen soll. d.h. es sollte darauf geachtet werden, dass man: - immer am gleichen Arm - immer entweder im Liegen, im Sitzen oder im Stehen - immer in Ruhe oder unter Belastung die Messung durchführt. Methode: Die Manschette wird am Oberarm angelegt. Wenn man Luft in sie pumpt, steigt der Druck in der Manschette, sie dehnt sich aus und drückt immer stärker auf den Oberarm, bis in der Armschlagader kein Blut mehr vom Oberarm in den Unterarm fließt. Dann wird die Luft langsam wieder bis zum Erreichen des Druckes abgelassen, bei dem das Blut gerade wieder durch die Schlagader fließen kann. Diese Druckwellen kann der Arzt mit seinem Stethoskop an der Ellenbeuge als lautes Klopfen hören. Das Manometer zeigt in dem Moment, in dem die Klopfgeräusche auftreten und das Blut also gerade wieder in den Unterarm gelangt, den oberen oder systolischen Wert des Blutdrucks an. Die Luft wird weiter abgelassen, bis das Blut auch mit dem niedrigsten Druck wieder in den Unterarm fließen kann. Das laute Klopfen im Stethoskop verschwindet wieder. In diesem Moment wird der untere oder diastolische Wert des Blutdrucks auf dem Manometer angezeigt. Wann spricht man von Bluthochdruck??? Von hohem Blutdruck (Hypertonie) sprechen Mediziner erst, wenn der Blutdruck über einen längeren Zeitraum Werte von 140 mmhg systolisch und 90 mmhg diastolisch überschreitet.

3 Tabelle mit Schweregraden. Die Behandlung des Bluthochdrucks richtet sich ganz wesentlich nach diesen Stadien Klassifikation Systolisch (mmhg) Diastolisch (mmhg) Optimal <120 <80 Normal <130 <85 "noch normal" Milde Hypertonie (Schweregrad 1) Mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2) Schwere Hypertonie (Schweregrad 3) >180 >110 Unterteilung nach Ausmaß der hypertoniebedingten Schäden an den Schädigung Grad Grad I Grad II Grad III Klinisch keine nachweisbare Schädigung von Herz, Niere und Gehirn, normaler Augenhintergrund Schädigungen an Herz, Nieren oder Gehirn, Augenhintergrundveränderungen Schädigungen mehrerer Organe, Augenhintergrundveränderungen Wodurch entsteht Bluthochdruck? Hypertonie wird nach Ursachen eingeteilt: Primäre Hypertonie: In 80-90% liegt eine sogenannte "essentielle (primäre) Hypertonie" vor. Das bedeutet, dass bei den meisten Hypertonikern eine genetisch bedingte Veranlagung zu Bluthochdruck besteht % häufigste Form der Hypertonie Risikofaktoren sind: - genetische Faktoren - Übergewicht - zuviel Kochsalz

4 - Alkohol - Nikotin - Stress - Mangelnde Bewegung Bei Frauen wirkt sich zusätzlich die Hormonumstellung in den Wechseljahren ungünstig auf den Bluthochdruck aus. Faktoren unseres Wohlstandslebens bleiben aber die Hauptauslöser Sekundäre Hypertonie nur % aller Pat. erleiden an Sekundärer Hypertonie Bluthochdruck in Folge einer Organ - oder Systemerkrankung z.b. Renale Hypertonie: Beeinträchtigung der Nierenfunktion Endokrine Hypertonie: Adrenalinausschüttung Medikamentöse Hypertonie: durch Medikamente - Antibabypille - Cortisonpräparate - Lakritze - renale Hypertonie (eine Nierenerkrankung bedingte Hypertonie)durch Verengung der Nierenarterien) - endokrine Hypertonie (Ausschüttung von blutdrucksteigernden Hormonen durch z. B. Tumoren - Medikamentöse Hypertonie durch Medikamente verursachte Hypertonie wie: Antibabypille Cortisonpräparate Antirheumatika Drogen Symptome bei Bluthochdruck Allgemeine Unruhe und Nervosität Kopfschmerzen Schwindel Atemnot Müdigkeit Hitzegefühl, Schweißausbrüche Sehstörungen Ohrensausen, Nasenbluten

5 Bei extrem hohen Blutdruckwerten (hypertone Krise): Bewusstseinseintrübung Krämpfe Lähmungserscheinungen. Warum ist ein längere anhaltene Hypertonie gefährlich?? Besteht ein zu hoher Blutdruck über einen längeren Zeitraum, so treten Schädigungen an den Gefäßwänden der Arterien auf, die sog. Arteriosklerose entsteht: Durch den ständigen Druck auf die Gefäßwände werden diese so verändert, dass sich - besonders, wenn gleichzeitig eine Fettstoffwechselstörung besteht - Fett und Kalkpartikel ablagern können. Der Innendurchmesser der Blutgefäße wird langsam enger und die Gefäßwände starrer und poröser. In Folge der abnehmenden Elastizität können sich die Blutgefäße nicht mehr durch Eng- oder Weitstellen den normalen Schwankungen des Blutflusses anpassen: der diastolische Blutdruck steigt. Es entsteht ein Teufelskreis: Da die Gefäße immer enger werden, muss auch das Herz gegen einen ständig wachsenden Widerstand anpumpen: Der systolische Blutdruck steigt, was wiederum zu einer erhöhten Druckbelastung der Blutgefäße und des Herzens führt. normales Blutgefäß Angina pectoris arteriosklerotisch verändertes Blutgefäß Durch den ständig erhöhten Blutdruck und die Verkalkung der Herzkranzgefäße gerät der Herzmuskel in Durchblutungsnot. Es entsteht die sog. Angina pectoris (Enge der Brust). Ein solcher Herzanfall kündigt sich z.b. durch einen bohrenden Schmerz in der linken Brustseite mit Ausstrahlung in den

6 Herzinfarkt linken Arm an. Führt die Verengung und Verkalkung einer oder mehrerer Äste der Herzkranzgefäße zu einem völligen Verschluss derselben, so stirbt der abhängige Bezirk des Herzmuskels aufgrund der fehlenden Blutversorgung ab. Es entwickelt sich ein lebensbedrohlicher Herzinfarkt Schlaganfall Wenn das Gehirn von der lebensnotwendigen Blutzufuhr abgeschnitten wird oder wenn diese durch die Gefäßverengung stark eingeschränkt ist, kann als schlimmste Folge der Schlaganfall auftreten. Als zweiter Mechanismus kann das Einreißen von porös gewordenen Blutgefäßen zu einer Einblutung in das Gehirn führen. Je nachdem, wie viele und welche Bereiche des Gehirns betroffen sind, können bleibende Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder der Tod resultieren. Nierenversagen Wenn die Nieren nicht mehr genügend mit Blut versorgt werden, können sie ihre wichtigste Funktion, nämlich die Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten, nicht mehr ausreichend erfüllen, schließlich kann sogar das ganze Organ versagen. Augenschäden Veränderungen der Blutgefäße des Augenhintergrunds (Netzhaut) lassen sich schon sehr früh in einer augenärztlichen Untersuchung erkennen. Bei chronischem Bluthochdruck kann es durch das Einreißen kleinerer Blutgefäße zu Einblutungen in die Netzhaut kommen. Die Verengung der Arterien kann eine Minderdurchblutung bis zum Infarkt des Sehnerven und der Netzhaut führen. Beides führt zu einer Sehverschlechterung bis zur Erblindung des betroffenen Auges.

7 Wie wird Bluthochdruck behandelt? Eine Änderung der Lebensgewohnheiten ist daher die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Bluthochdrucktherapie. Allein hierdurch kann eine medikamentöse Therapie, die natürlich immer das Risiko von Nebenwirkungen birgt, oft vermieden oder zumindest minimiert werden Abbau von Übergewicht (BMI<25 kg/m²) (Blutdrucksenkung pro kg Gewichtsverlust ca. 2 mmhg) gesunde Ernährung; natriumarm; Fertiggerichte, gepökelte Fleischwaren und Räucherwaren meiden ausreichende Bewegung Rauchen einschränken oder besser noch ganz einstellen Kaffee in Maßen (max. 4 Tassen täglich!) Alkohol in Maßen Stress abbauen Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

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