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2 Die Entstehungsgeschichte von Schulbusse Sonnenschein ist sehr eng mit der Entstehung der Arbeit mit behinderten Menschen in Deutschland verbunden. Mit der Gründung der Lebenshilfe in Marburg wurden erstmals in Deutschland die Grundlagen geschaffen für ein menschengerechtes und sinnvolles Leben behinderter Menschen. Die Initiative zur Gründung der Lebenshilfe 1958 ging von dem Niederländer Tom Mutters aus, der als Verbindungsoffizier der Vereinten Nationen für Displaced Persons die soziale Betreuung geistig behinderter Flüchtlingskinder im Philipps-Hospital in Goddelau übernahm. Tom Mutters war als Lehrer ausgebildet. Tom Mutters mit Kindern auf Kutschfahrt In Goddelau fehlte es weitgehend an den erforderlichen pädagogischen und sozialen Voraussetzungen für eine angemessene Förderung der Kinder. Tom Mutters war von ihren Entwicklungsmöglichkeiten überzeugt und entschlossen, sie nicht verloren zu geben. Er organisierte in aller Welt Spenden für die Kinderabteilung und führte viele Verbesserungen ein, vor allem informierte

3 er sich bei verschiedenen Reisen darüber, was im Ausland bereits zur Förderung geistig behinderter Kinder und Erwachsener getan wurde. Diese Kenntnisse flossen einige Jahre später in die Arbeit der 1958 in Marburg von Tom Mutters gemeinsam mit Eltern und Fachleuten neu gegründeten Lebenshilfe ein. Seit der Gründung hat sich die Lebenshilfe mit Mitgliedern in 540 Ortsvereinigungen zur größten Selbsthilfeorganisation für geistig behinderte Menschen und ihre Familien entwickelt. In Wuppertal begann gleichzeitig eine ähnliche Bewegung mit ihrer Arbeit, deren Arbeitsgrundlage die Anregungen Rudolf Steiners aus der von ihm begründeten anthroposophischen Geisteswissenschaft waren. Der Verein Troxler-Haus Wuppertal e.v. wurde 1961 gegründet. Der Name geht zurück auf einen Schweizer Arzt, der bereits im 18. Jahrhundert die Förderungsmöglichkeiten Behinderter erkannt hatte. Die ersten vorsichtigen Schritte zur Integration behinderter Menschen wurden getan. Die immer noch unter den Kriegsfolgen leidende Infrastruktur und die eingeschränkte Mobilität vieler betroffener Familien, erforderten schon bald die Einrichtung eines professionell organisierten Fahrdienstes, weil außerdem viele der Schwerund Schwerstbehinderten nicht mit den normalen öffentlichen Verkehrsmitteln befördert werden konnten.

4 Auf der Suche nach geeigneten Beförderungsmöglichkeiten bekam man Kontakt zu dem Wuppertaler Jungunternehmerehepaar Rosemarie und Emil A. Sonnenschein, das sich eigentlich mehr mit Handel und Vertrieb beschäftigte, als mit dem öffentlichen Nahverkehr. Trotzdem wagte es sich auf dieses unternehmerische Neuland und schon bald war der Verein Troxler Haus e.v. der erste Auftraggeber für die regelmäßige Beförderung behinderter Menschen zu deren Arbeitsstätte. Es entstand alsbald noch eine Waldorfschule als Sonderschule, für die Beförderung der Schüler wurde auch die Firma Sonnenschein eingesetzt, die ihre Fahrzeuge mittlerweile mit der Aufschrift Schulbusse Sonnenschein versehen hatte. Fast gleichzeitig wurde der Ortsverein Wuppertal der Lebenshilfe gegründet, und auch hier übernahm Schulbusse Sonnenschein die Beförderung zur kurz darauf entstandenen Werkstatt für Behinderte. Die Fahrdienstleiterinnen 1976 Inzwischen prägten die in auffälligem Orange mit blauem Streifen lackierten Fahrzeuge das Straßenbild in Wuppertal und über die Stadtgrenzen hinaus. Der Begriff Sonnenscheinbus wurde zunächst von den behinderten Fahrgästen geprägt und alsbald von der Bevölkerung angenommen und ebenfalls verwendet. Im Jahre 1976 wurden Aufträge von Werkstätten für Behinderte auch aus Düsseldorf angenommen. Die Werkstatt für

5 angepasste Arbeit wurde als eine der ersten Werkstätten mit Rollstuhlspezialfahrzeugen bedient. Selbst entwickelte seitliche Auffahrschienen und selbst entworfene Gurtsysteme ermöglichten diese Beförderungsart für Rollstuhlfahrer erstmalig. In enger Zusammenarbeit mit einem metallverarbeitenden Betrieb in Ostfriesland (Apener Maschinenfabrik) wurde das System der Rollstuhlbefestigung und die Innenausstattung der Fahrzeuge immer weiter entwickelt. Mittlerweile sind die Produkte der Fa. AMF zum Standard in der Beförderung von Rollstuhlfahrern in ganz Deutschland geworden. Im Jahre 1978 übernahm Schulbusse Sonnenschein die ersten Aufträge in Bassum. Damit begann die Ausdehnung nach Niedersachsen. In kurzen Abständen erfolgten hier weitere Übernahmen von Fahrdiensten in Sulingen, Ganderkesee, Oldenburg und Delmenhorst. Zeitgleich entwickelte sich in Westfalen mit dem Schwerpunkt Warendorf eine weiterer Zweig mit einem Einzugsgebiet, das den gesamten westfälischen Raum umfasst. Hier ist der Landschaftsverband Westfalen Lippe mit Sitz in Münster einer der großen Auftraggeber. Dabei setzte Schulbusse Sonnenschein schon damals konsequent nur Kleinbusse mit maximal acht Fahrgastplätzen ein, um eine optimale Beförderung innerhalb kurzer Zeit für die behinderten Fahrgäste gewährleisten zu können. Dieses Prinzip hat sich seither in der Praxis bestens bewährt und hat bis auf den heutigen Tag Gültigkeit.

6 Im Jahre 1982 trennten sich die Eheleute Sonnenschein und man einigte sich darauf, dass die Wuppertaler Fahrzeuge an Rosemarie Sonnenschein gingen, die sonstigen Fahrzeuge blieben weiterhin im Besitz von E. A. Sonnenschein. Nach dem Tod von Rosemarie Sonnenschein fiel das Wuppertaler Unternehmen letztlich infolge testamentarischer Bestimmungen und daraus resultierender Entscheidungen an die Lebenshilfe Wuppertal. Unter der Führung von Emil A. Sonnenschein entwickelte sich Schulbusse Sonnenschein mit den hauptsächlich in Norddeutschland sowie in Warendorf verbliebenen Unternehmungen weiter. Im Jahre 1984 wurde im Rheinland ein Unternehmen mit dem Sitz in Velbert unter dem Namen Verkehrsbetriebe Hermannspann gegründet. Auftraggeber und Vertragspartner ist auch hier in hohem Maße ein Landschaftsverband, nämlich der Landschaftsverband Rheinland mit Sitz in Köln, als Träger vieler Sonderschulen Gründung in Lamspringe im Harz Gründung in Celle 1987 Gründung in Hannover. Mit der Wende und der Wiedervereinigung begann im Jahre 1990 der Aufbau Ost. Ausgehend von Günthersdorf bei Leipzig werden hier die fünf neuen Bundesländer mittlerweile fast flächendeckend bedient. Im Jahre 1992 wurde mit der Übernahme von Fahraufträgen in Rheinland-Pfalz begonnen. Im Großraum

7 Koblenz / Neuwied und hauptsächlich im Raum Mainz / Alzey gehören die Sonnenscheinbusse inzwischen zum Straßenbild. Im Mai 1999 wurde in einer Feierstunde im VW- Werk in Hannover das Fahrzeug übergeben. Mittlerweile ist diese Zahl weit überschritten. Seit 2005 ist Schulbusse Sonnenschein auch in Hessen vertreten. In Offenbach und Oberursel werden seither regelmäßig Einrichtungen für Menschen mit Behinderung bedient. Im Mai 2006 erreichte Schulbusse Sonnenschein mit der Übernahme von Fahraufträgen in Cuxhaven die bisher weiteste Ausdehnung nach Norden. Bild oben: Fuhrpark im Jahre 1974

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