riscontrol Ab in den Urlaub Fingerspitzengefühl Wissen mit Mehrwert Interview mit Dr. Peter Winkler, Geschäftsführer faircheck

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1 Pbb VA Z039586M riscontrol DAS Nachrichtenmagazin für Versicherungs- und Finanzinformation NR HEFT JAHRGANG EURO 10,00 Bei Unzustellbarkeit retour an: riscontrol, 3701 Oberthern, Oberthern 33 Interview mit Dr. Peter Winkler, Geschäftsführer faircheck Fingerspitzengefühl Interview mit Prof. Dr. Alexander Mürmann, Wirtschaftsuniversität Wien Wissen mit Mehrwert Ab in den Urlaub

2 FÜR SIE DA, UM FÜR SIE DA ZU SEIN! Unsere Partnerbetreuer sorgen mit hoher Kompetenz und bestem Service dafür, dass es unseren Vertriebspartnern in ganz Österreich an nichts fehlt. IHRE SORGEN MÖCHTEN WIR HABEN Mehr Infos bei Ihrem Partnerbetreuer oder auf wienerstaedtische.at/vertriebspartner

3 riscontrol 06/15 3 EDITORIAL Sommergedicht Liebe Leserin, Lieber Leser! Viele aktuelle Themen gibt es, die mich zu einem ausführlichen Editorial inspirieren würden, die Bassena Gespräche am G7 Gipfel, alles um die neuen Zeltlager für Flüchtlinge oder die Award- und Auszeichnungsflut. Ich habe mich im Sinne des wunderschönen Wetters und Ihres sicherlich übermäßig vielen Lesestoffes für ein kleines Gedicht von Heinz Erhardt entschieden: Liebe Sonne Nach so vielen Regenwochen kamst du endlich vorgekrochen, froh sind Menschen, Tiere und Gras! Schein auf unsre Mutter Erde, dass sie wieder trocken werde, liebe Sonne, tue das! Trockne sie und unsre Tränen und den Kuckuck, der ganz nass! Schick uns nach langen Qualen deines Fehlens alle Strahlen und besonders diese netten, diese ultravioletten! Liebe Sonne, schein uns was!

4 4 riscontrol 06/15 INHALT S.54: Traumziel S. 30: Fingerspitzengefühl S. 36: Wissen mit Mehrwert EDITORIAL 3 Sommergedicht KARRIERE 6 Fachverband d. Finanzdienstleister: Obmann 6 Erratum/FH Joanneum: Institutsleiter 6 Baloise Schweiz: Rücktritt 6 Fachverband d. Pensionskassen: Obmann 7 Vienna Insurance Group: Rechtsabteilung 7 Fair Finance: Neues Mitglied 7 Fachverband d. Finanzdienstleister: Kärnten 7 ÖBV Versicherung: Stabstelle 8 Wirtschaftskammer Österreich: Bestätigt 8 Erratum: Professur KURZNACHRICHTEN 10 UNIQA: Erstes Quartal 10 VIG: Bulgarien 10 Feier 10 Wiener Städtische Versicherung/s Bausparkasse: ster Bausparkunde 11 Zurich Konzern: Sparstift 11 Fachverband der Finanzdienstleister: Information 11 Oberösterreichische Versicherung: Erfolgsprodukt 11 Arbeitslosigkeit 11 Wirtschaft/Welt: Rückruf S.43:Abschluß WIRTSCHAFT 12 Risikoeinstellungen und Versicherungsnachfrage von Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) in Österreich (Teil 1) MARKT 20 Freiheit auf zwei Rädern 45 VVO: Cyberkriminalität 46 Generali Autostudie: Spaßfaktor VERANSTALTUNG 24 Verleihung 32 Steirische Versicherungsagenten: Triple A Prädikat 32 Allianz Versicherung: Allianz Junior Music Camp erstmals in Wien 34 ÖBV: Future Recollections 34 Trigos Österreich: Auszeichung 48 EFM Versicherungsmakler: Jahreskongress 2015 TITELGESCHICHTE 26 Ab in den Urlaub KOLUMNE 50 Anlagestrategien umsetzen mit ETFs

5 riscontrol 06/15 5 INHALT S. 6: Obmann S. 40: Dokumente kommen jetzt auf Wunsch elektronisch klimaneutral S. 20: Freiheit auf zwei Rädern INTERVIEW 30 faircheck: Fingerspitzengefühl 36 Wirtschaftsuniversität Wien: Wissen mit Mehrwert 40 Generali Versicherung AG: Dokumente kommen jetzt auf Wunsch elektronisch S. 42: Assistance Leistung S. 26: Ab in den Urlaub Urkunde VERSICHERUNG 42 Allianz Österreich: Übernahme 42 Nürnberger Versicherung AG: Assistance Leistung 43 Wüstenrot: Abschluß 44 Care Consult: Eventrechner 44 VIG: Vorsicht 44 Allianz Versicherung: Totalschadenschutz 47 Ihr kompletter Bestand von A wie Allianz bis Z wie Zurich 52 Mit der VAV fit fürs Internet REISE 54 Traumziel SCHLUSSPUNKT 58 Buchvorstellung: Liegenschaft und Wert 58 Was folgt im Juli? 58 Sudoku Dieses Zertifikat bescheinigt die Kompensation von Treibhausgasen durch zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen in Höhe von CO 2 -ÄQUIVALENTEN kg UNTERSTÜTZTES PROJEKT Energieeffizienz, Nordrhein- Westfalen, Deutschland Impressum: VERLIEHEN AN riscontrol, Oberthern AUFTRAG A Magazin "riscontrol" 6/Juni s. DATUM Ausgabe-Nr.: 06 riscontrol 06/2015 Heft-Nr.: Jahrgang ClimatePartner-ID: riscontrol - Eigentümer, Herausgeber & Verleger Redaktion: riscontrol, Der Verein für Versicherung- und Finanzinformation, 3701 Oberthern, Oberthern 33 ZVR , Telefon: +43 (0) , Fax: +43 (0) , Doris Schachinger, Chefredakteurin, Christian Proyer, CAS-Design, Layout Titelbild: Voyages Lambert. Weitere Bilder: Peter Hautzinger, Alexander Blum, Christopher Klettermayer, TRIGOS/Richard Tanzer, Doris Kucera, flickr/vvvracer, Gerhard Haindl, Philip Schroll, Denkrahm, ABUS Security Tech Germany, CAS-Design, Kawasaki, flickr/igby, Driver Photography, Ian Ehm, Furgler, Dennis Skley, Familjen Helsingborg, J. Aigner, Willibald Haslinger, N. Formanek, Pictures of Money, FH JOANNEUM/Manfred Terler. Nachdruck nur mit Quellenangabe u. schriftlicher Genehmigung d. Verlages. Namentlich gezeichnete Artikel geben die Meinung des Autors wieder und müssen sich nicht mit jener der Redaktion decken. Unverlangt eingesandte Manuskripte werden nicht retourniert. Mit der Annahme u. Veröffentlichung eines Artikels erwirbt der Verlag das ausschließliche Verlagsrecht daran, bis zum Ende des, der Veröffentlichung, folgenden Jahres. Produktanalysen werden nach besten Wissen erstellt, jedoch OHNE JEDE Gewähr. Angaben und Mitteilungen, welche von Firmen stammen, (pdi+/o/public relation, oder namentlich gezeichnete Artikel), unterliegen nicht der Verantwortlichkeit der Redaktion. Ihre Wiedergabe besagt nicht, daß sie eine Empfehlung oder die Meinung der Redaktion darstellen. riscontrol identifiziert sich gemäß dem österreichischen Medienrecht nicht mit dem Inhalt angeführter Brancheninformationen und den in Interviews geäußerten Meinungen. Abonnementbestellungen gelten auf ein Jahr, ab dem Monat der Bestellung und verlängern sich jeweils um ein Jahr, sofern das Abonnement nicht spätestens ein Monat vor Ablauf des Bestellzeitraumes gekündigt wird. Für Anzeigen sind die allgemeinen Anzeigenbedingungen des Österreichischen Zeitschriftenverbandes vom 1. Februar 1990 bindend. Es gilt der Anzeigentarif 01/2015 / (ca)

6 6 riscontrol 06/15 KARRIERE FACHVERBAND D. FINANZDIENSTLEISTER Obmann KommR Wolfgang K. Göltl wurde einstimmig zum Obmann des Fachverbandes d. Finanzdienstleister wiedergewählt. Damit steht er nun seit Gründung im Jahr 2000 an dessen Spitze. Zu Obmann-Stellvertretern wurden Hannes Dolzer, der Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister in der WK Steiermark, und Robert Fletschberger aus Wien gewählt. Göltl zeigt sich erfreut über die Einstimmigkeit der Wiederwahl, die das in ihn gesetzte Vertrauen der gesamten Branche beweist. Er erklärt die wichtigsten Vorhaben seiner vierten und nunmehr letzten Periode: Seit ungefähr 2010 laufen massive interessenpolitische Vorhaben, die uns direkt betreffen. Seither waren wir bei den Verhandlungen immer ganz vorne dabei und insbesondere wegen der Mitgliedschaft beim europäischen Verband BIPAR wird dies auch so bleiben. Die Umsetzung der Europäischen Richtlinien MiFID II, die Wohnimmobilienkreditvertrags-Richtlinie und die Versicherungsvermittlungs- Richtlinie können als die größten Herausforderungen bezeichnet werden. Deshalb KommR Wolfgang K. Göltl ist mein Ziel, die Umsetzung nicht nur ins nationale Recht, sondern auch in den Betriebe möglichst gut zu begleiten, so Göltl. ERRATUM/FH JOANNEUM Institutsleiter Seit März leitet Dieter Vogl das Institut Bank- und Versicherungswirtschaft, den gleichnamigen Bachelor-Studiengang sowie den Master-Studiengang Bank- und Versicherungsmanagement an der FH JOANNEUM in Graz. Der 44-jährige Dieter Vogl studierte Meteorologie und Geophysik an der Karl-Franzens-Universität in Graz. Seine ersten Berufsjahre verbrachte der gebürtige Wolfsberger am Institut für Weltraumforschung, ehe er in die Security KAG wechselte. Dort beschäftigte er sich in erster Linie mit finanz- und versicherungsmathematischen Problemstellungen sowie dem Risikomanagement in einer Kapitalanlagegesellschaft. Seine Begeisterung für die Macht Dieter Vogl der Zahlen hat seinen Berufsweg stark beeinflusst und diese Faszination möchte er als Institutsleiter an die Studierenden der FH JOANNEUM weitergeben. BALOISE SCHWEIZ Rücktritt Martin Strobl CEO des Baloise-Konzerns, tritt aus persönlichen Gründen mit April 2016 von seiner Vorstandstätigkeit zurück. Unter seiner Führung wurde das Deutschlandgeschäft neu geordnet und u.a. der Verkauf der Basler Versicherung an die Helvetia Österreich abgehandelt. Auch in anderen Ländern trennte sich der Konzern von Gesellschaften. Der 49-jährige sucht nach eigenen Angaben nach neuen beruflichen Herausforderungen, seine Nachfolge ist noch offen. FACHVERBAND D. PENSIONSKASSEN Obmann Andreas Zakostelsky wurde erneut einstimmig vom Fachverbandsausschuss der Österreichischen Pensionskassen zum Obmann gewählt. Für Zakostelsky ist dies die zweite Funktionsperiode, er ist bereits seit 2010 Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen. Der Wiedergewählte hat für seine neue Amtszeit bereits thematische Schwerpunkte definiert: Forcierung des Dialogs mit allen Anbietern der 2. und 3. Säule des Pensionssystems zur Stärkung einer Gesamtstrategie in der Altersvorsorge, Überzeugungsarbeit zur Aufnahme von Firmenpensionen in Kollektivverträge, sowie die Analyse und Bewertung neuer Veranlagungsansätze. Ich freue mich über das einstimmige Votum für eine zweite Periode als Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen. Die Sicherung der Altersvorsorge und gleichzeitig die Vertretung aller betrieblichen und überbetrieblichen Pensionskassen Österreichs ist heute wichtiger denn je, erklärt Zakostelsky. Andreas Zakostelsky

7 riscontrol 06/15 7 VIENNA INSURANCE GROUP Rechtsabteilung KARRIERE MMMag. Dr. Stephan Klinger hat die Leitung des Bereichs Recht der Vienna Insurance Group übernommen. Die bisherige Leiterin der VIG-Rechtsabteilung, Mag. Natalia Čadek, übt mittlerweile die Funktion des Group Compliance Officers aus und ist die Emittenten Compliance Beauftragte der Vienna Insurance Group. Der gebürtige Oberösterreicher war zuletzt Stabstellenleiter Legal & Compliance bei der Österreichischen Volksbanken AG. Frühere berufliche Engagements führten ihn als Wirtschaftsjurist zu einer Anwaltskanzlei und zur Finanzmarktaufsicht, dort in den Bereich Markt- und Börsenaufsicht. Er studierte Rechtswissenschaften mit Schwerpunkt Kapitalmarkt- und Arbeitsrecht, Philosophie und Völkerkunde an der Universität Wien sowie Betriebswirtschaftslehre MMMag. Dr. Stephan Klinger (Doktorat) an der Wirtschaftsuniversität Wien. Stephan Klinger publiziert auch regelmäßig zu wissenschaftlichen Fachthemen und ist seit mehr als 15 Jahren als Lehrender und Vortragender im universitären und außeruniversitären Bereich tätig. FAIR FINANCE Neues Mitglied Der Aufsichtsrat der fair finance hat ein neues Mitglied, Mag. Edith Pfeiffer, Generalsekretärin der Caritas Diözese Graz Seckau, sie hat bei der letzten ordentlichen Hauptversammlung ein Kapitalvertretermandat erhalten. Sie begann ihre berufliche Laufbahn als Revisorin beim Revisionsverband für gemeinnützige Bauvereinigungen. Von 1997 bis 2002 bekleidete sie die Funktion der Abteilungsleiterin für Finanzen, Organisation und Personal in der Bundeswertpapieraufsicht. Von 2002 bis 2004 war sie als Abteilungsleiterin für Personal, Finanzen und Controlling in der Österreichischen Finanzmarktsaufsicht tätig. Pfeiffer lebt in Graz. Mag. Christine Cernin, FACHVERBAND D. FINANZDIENSTLEISTER Kärnten HR Operations Managerin bei Swarovski wurde als Ersatzmitglied gewählt. Cernin: Ich freue mich eine Mitarbeiterin von Swarovski zu sein, und es würde mich stolz und glücklich machen, für fair-finance tätig sein zu dürfen. Mag. Edith Pfeiffer KommR Dr. Wilhelm Miklin wurde zum Obmann der Fachgruppe der Finanzdienstleister in Kärnten gewählt und ist auch Vorsitzender des Fachausschusses der gewerblichen Vermögensberater.. Damit ist er Branchensprecher für insgesamt etwa aktive Unternehmen. Miklin über seine Vorhaben: Mein Ziel ist, die vollständige Bandbreite der Interessen für die gewerbliche Vermögensberatung und die Wertpapiervermittler abzudecken. Dazu gehören beispielsweise die praktikable Umsetzung neuer EU- Richtlinien oder der Umgang mit neuen Anlageformen. Unterstützend wird der gewerbliche Vermögensberater und Fachgruppenobmann der Fachgruppe Tirol, Michael Posselt, die Themenführerschaft bei alternativen Finanzierungen innerhalb der beiden Fachausschüsse übernehmen. ÖBV VERSICHERUNG Stabstelle Margit Konrad ist die neue Strategiekoordinatorin bei der ÖBV. Sie wird die Umsetzung der konkretisierten Strategie koordinieren und zahlreiche Projekte dazu begleiten. Die gebürtige Kärntnerin studierte Marketing an der Fachhochschule Campus02 in Graz und ist seit zehn Jahren im Versicherungsbereich tätig. Sie wechselt von der Uniqa, wo sie unterschiedliche Positionen im In- und Ausland innehatte, in die ÖBV. Margit Konrad startete ihre Versicherungslaufbahn bereits im Zuge ihres Studiums in der Marketingabteilung der Uniqa Landesdirektion in Graz. Danach übernahm sie als Assistentin der Geschäftsleitung erste Projekte, wovon sie eines für ein Jahr nach Ungarn führte. Wieder zurück in Österreich war sie zuerst in der internationalen Marketingabteilung beschäftigt und wechselte dann als Assistentin zum Vorstand, wo sie für die Projektkoordination zuständig war. Margit Konrad

8 8 riscontrol 06/15 KARRIERE WIRTSCHAFTSKAMMER ÖSTERREICH Bestätigt Sowohl die wahlwerbenden Gruppen Wirtschaftsbund (WB), Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband (SWV) und Unabhängiges Wirtschaftsforum (UWF), als auch die Gremialvorsteher aller 9 Bundesländer haben akad.vkfm. Gunther Riedlsperger als neuen Fachverbandsobmann (Bundesobmann) bestätigt, zu seinen Stellvertretern wurden Christoph Berghammer und KommR Rudolf Mittendorfer gewählt. Die Wahl fand unter der Leitung von Bundesspartenobmann KommR Robert Bodenstein, MBA, CMC und im Beisein von Spartengeschäftsführer Dr. Josef Moser und Fachverbandsgeschäftsführer Mag. Erwin Gisch statt. Riedlsperger wurde dabei als Bundesobmann des Fachverbandes der Versicherungsmakler bereits zum dritten Mal für die 5-jährige Funktionsperiode gewählt. Er hat bei der Wahl die Zustimmung aller Ausschussmitglieder erhalten und nennt als wichtigste Aufgaben für die kommenden Jahre: Qualität, Bildung und Regulierung stehen für mich an erster Stelle. Ein detailliertes Arbeitsprogramm dazu wird in den nächsten Wochen erarbeitet werden. Obmann-Stellvertreter Berghammer, der bereits bisher die EU-Agenden des Fachverbandes betreut hat, sieht als ein wesentliches Thema der nächsten Jahre die maklerfreundliche Fertigstellung der IMD II / IDD und deren Umsetzung in das nationale Recht: Oberste Priorität hat nach wie vor die Sicherstellung der Vergütungs- und Verdienstmöglichkeiten für den Versicherungsmakler. Die ungebundene qualifizierte Beratungs- und Vermittlungstätigkeit des Versicherungsmaklers hat einen hohen Wert für den Kunden und diese muss auch weiterhin mittels Provision entlohnt werden können. Rudolf Mittendorfer wird sich als weiterer Stellvertreter und gleichzeitig als konsumentenschutzpolitischer Sprecher für den Fachverband u.a. um konsumentenschutzpolitischen Aufgaben kümmern: Ich will (m) einen Beitrag zu einer positiven und lebbaren Umsetzung der IMD II leisten. Mein weiteres Ziel ist, das Berufsbild und Image des Versicherungsmaklers bei Institutionen und der gesamten Bevölkerung so zu positionieren, wie es unserem Know-how und den Anforderungen des Maklergesetzes entspricht. Wie bereits in den vergangenen Jahren wird sich auch weiterhin Mag. Gerhard Jeidler als Arbeitskreisleiter für die Öffentlichkeitsarbeit im Fachverband einsetzen; Christoph Berghammer wird sich wiederum um die europäischen Angelegenheiten kümmern und den Arbeitskreis Technologie (früher: EDV) wird erneut Siegfried Fleischacker leiten. Neu als Arbeitskreisleiter sind Dr. Klaus Koban, der die Rechtsagenden des Fachverbandes übernehmen wird, sowie Michael Schopper, der künftig dem Arbeitskreis Bildung (Aus- und Weiterbildung) vorstehen wird. ERRATUM Professur Für seine Verdienste in der Finanzbranche verlieh Bundespräsident Dr. Heinz Fischer dem renommierten Wiener Rechtsanwalt Dr. Christian Winternitz, LL.M. (60) den Berufstitel Professor. Entscheidend für die Auszeichnung war vor allem sein seit 1997 konsequenter Einsatz für eine praxisorientierte Ausgestaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen in Verhandlungen mit dem Gesetzgeber, in die Winternitz als Rechtsberater der Interessenvertretung der Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer Österreich involviert ist. Die Überreichung der Auszeichnung erfolgte durch Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

9 Hochwasser Überschwemmung Vermurung Absicherung bis zu einer Versicherungssumme von * auf 1. Risiko möglich Allianz bis für Gebäude + bis für Inhalt + bis für Betriebsunterbrechungsschaden Höchstgrenze 30 Mio. für alle bei der Allianz gemeldeten Schäden aus dem selben Ereignis innerhalb von 72 Stunden Unser neues Produkt: Allianz Business Hoffentlich Allianz. *) Die Versicherungsleistung ist begrenzt mit max. 50% der Versicherungssumme für Gebäude und Inhalt bzw. 50% der Haftungssumme. Diese Deckung gilt auch für Lawinen und Lawinenluftdruck. Bei Erdbeben ist die Leistung mit 20% wie oben beschrieben begrenzt (exklusive HORA 1-Zone, exklusive Industrie). Änderungen, Irrtümer und Druckfehler vorbehalten! Der angeführte Leistungsumfang stellt einen Auszug aus den Allgemeinen, Ergänzenden Allgemeinen und Besonderen Versicherungsbedingungen dar. Diese werden dadurch nicht ersetzt. Vollständige Informationen entnehmen Sie bitte dem Antrag, der Polizze und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

10 10 riscontrol 06/15 KURZNACHRICHTEN UNIQA Erstes Quartal Das erste Quartal hat der UNIQA Versicherung ein außergewöhnlich gutes Ergebnis gebracht, in Zeiten wie diesen. Das EGT ist um 15,5 % auf 94,4 Mio. Euro gestiegen. Das Konzernergebnis ist um 37,5 % auf 76,9 % Mio. Euro gewachsen, trotz HETA Moratorium und einer Abschreibung von 9 Mio. Euro. Die verrechneten Prämien legten in den ersten drei Monaten um 19,8 % auf 2.039,5 Mio. Euro zu. Starker Wachstumstreiber war hier das Einmalerlagsgeschäft in der Lebensversicherung in Österreich und Italien. Die Verwaltungskosten konnten um 10,7 % reduziert werden. Die Konzernquote verbesserte sich in Folge der stark gestiegenen Prämieneinnahmen und der reduzierten Verwaltungskosten, wird aber mit dem erwarteten Abflachen des Prämienwachstums in den kommenden Quartalen wieder ansteigen. Die Prognose im Bereich EGT für das Gesamtjahr bleibt unverändert bei 425 bis 450 Mio. Euro. VIG Bulgarien Die VIG Konzerngesellschaft Bulstrad wird die UBB AIG übernehmen, und hat einen Kooperationsvertrag mit der United Bulgarian Bank abgeschlossen. UBB ist die drittgrößte bulgarische Retail Bank und der Vertrieb der Versicherungsprodukte der UBB AIG, erfolgt nahezu ausschließlich Feier Die Schinner Vermögenstreuhand- und Versicherungsberatung GmbH hat im feudalen Rahmen ihre 30-Jahres Feier abgehalten. Im Palais Schönburg wurde mit über 200 Gästen das Jubiläum ausgiebig über das UBB Netzwerk. CEO Peter Hagen, Bulgarien zählt zu unseren Kernmärkten. Mit dem Erwerb werden wir die Möglichkeit nutzen, unsere Präsenz zu stärken. Darüber hinaus eröffnen sich durch den neu erschlossenen Vertriebskanal weitere Kundensegmente. gefeiert. Hochrangige Vertreter der Versicherungswirtschaft, viele Freunde und Geschäftspartner der Kanzlei, gratulierten Prof. Heinz Schinner, seiner Familie und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. WIENER STÄDTISCHE VERSICHERUNG/S BAUSPARKASSE ster Bausparkunde Die Wiener Städtische Versicherung und die s Bausparkasse konnten im Rahmen ihrer Partnerschaft den sten Bausparkunden begrüßen. Bei einer kleinen Feierlichkeit im Ringturm wurde als Dankeschön dem Bausparkunden ein Gutschein über einen 2-tägigen Wellness-Aufenthalt überreicht. Dr. Ralph Müller, Vertriebsvorstand der Wiener Städtischen Versicherung, freut sich, dass sich die Zusammenarbeit mit der s Bausparkasse zu einer tollen Erfolgsgeschichte entwickelt hat. Bausparen ist gerade im Vorsorgebereich eine ausgezeichnete Abrundung unseres Produkt-Portfolios und ein wichtiger Baustein in unserem Konzept einer ganzheitlichen Kundenberatung. Wir sind stolz darauf, dem sten Kunden, der über unsere Kooperation einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, gratulieren zu dürfen.

11 riscontrol 06/15 11 ZURICH KONZERN Sparstift Der Zurich Konzern möchte bis 2018 laut Pressenachrichten bis zu einer Milliarde Dollar einsparen. Der Sparkurs soll den Aktionären bereits Ende 2016 mehr Dividenden bringen oder für Zukäufe verwendet werden. Ob sich die Einsparungen durch Stellenabbau bemerkbar machen wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Der Konzern geht von einem gebremsten Wachstum in den nächsten Jahren aus und möchte so seine Effizienz beibehalten. KURZNACHRICHTEN FACHVERBAND DER FINANZDIENSTLEISTER Information Versicherungsvermittlungsrichtlinie: Massive Bewegungen in den letzten Tagen. Nachdem die Situation im Trilog monatelang fast nur den Anwendungsbereich behandelt hat, wurden in den letzten Tagen viele Themen besprochen. Es gibt noch keine Endergebnisse, daher sind BIPAR und die Fachverbandsgeschäftsstelle jetzt besonders aktiv in der Interessenvertretung. Unter den jetzt besprochenen offenen Punkten sind unter anderem: Die Provisionsoffenlegung für Sachversicherungen; hier ist noch alles offen. Der Fachverband in Union mit BIPAR regt insbesondere bei den ECON Mitgliedern im Parlament an, sich an die beschlossene Position (keine Offenlegung) zu halten. Die Cross Selling Regelungen sollen ähnlich wie in der Wohnimmobilienkreditvertragsrichtlinie gestaltet werden. Wenn die Verhandlungen in der jetzigen Geschwindigkeit weitergeführt werden, ist eine politische Einigung vor dem Sommer noch möglich. OBERÖSTERREICHISCHE VERSICHERUNG Erfolgsprodukt Die ExistenzKasko der Oberösterreichischen Versicherung ist ein voller Erfolg für das Unternehmen, so Gen. Dir. Josef Stockinger. In den ersten drei Monaten wurden bereits Verträge abgeschlossen. Zum Erfolg beigetragen hat laut Unternehmen nicht nur der umfassende Deckungsschutz, Arbeitslosigkeit In den Euro Ländern ist die Arbeitslosigkeitsquote auf ein Drei-Jahres-Tief gesunken. Die Quote betrug 11,1 % nach 11,2 % im März, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat mitteilte. Zuletzt hatte die Quote im Februar 2012 niedriger gelegen, damals mit 10,9 Prozent. Im April hatten sondern vor allem auch der Preis. Erstmalig werden mit der ExistenzKasko die drei größten Risiken für junge Menschen Unfall mit schweren Dauerfolgen, vorzeitiges Ableben und vor allem die Berufsunfähigkeit - in einem Bündel gegen eine leistbare Prämie abgesichert. in den 19 Ländern mit der Gemeinschaftswährung knapp 17,85 Millionen Männer und Frauen keinen Job. Deutschland meldete die niedrigste Quote, während im Krisenland Griechenland sowie in Spanien die Lage besonders schlecht war. Auch in Österreich sind die Zahlen steigend. WIRTSCHAFT/WELT Rückruf Die weltgrößte Rückrufaktion am Automobilsektor betrifft 33,8 Millionen Fahrzeuge. Schuld daran ist der japanische Airbag Hersteller Takata. Die Airbags lösen sich wegen Verarbeitungsmängel unvermittelt selbst aus, mindestens sechs Todesopfer und mehr als 100 Verletzte werden dem Fehler bereits zugeordnet. Die Rückrufaktion läuft bereits seit 2013 und betrifft u.a. die Automarken, BMW, Fiat Chrysler, Ford, General Motors, Honda, Mazda, Mitsubishi, Nissan, Subaru und Toyota.

12 12 riscontrol 06/15 WIRTSCHAFT Risikoeinstellungen und Versicherungsnachfrage von Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) in Österreich Eine empirische Studie zu ausgewählten Branchen Teil 1 Laura Fruhmann BSc (WU) und ao. Univ.-Prof. Dr. Erwin Eszler Institute for Finance, Banking and Insurance Wirtschaftsuniversität Wien 1. Einleitung Auf die von Erwin Eszler in riscontrol!online! (Ausgabe Nr. 25 vom 23. Juni 2014, S. 6) veröffentlichte Einladung hin, versicherungswirtschaftliche Themen von allgemeinem Interesse und mit Praxisrelevanz für die Verfassung von Bachelorarbeiten an der WU zu nennen, wurde aus der Versicherungswirtschaft unter anderem vorgeschlagen, die Risikosituation und den Versicherungsbedarf von Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) zu untersuchen 1. Ausgewählte Ergebnisse der ersten hierzu fertiggestellten Bachelorarbeit von Laura Fruhmann 2 werden im Folgenden vorgestellt Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) Nach der Definition der Wirtschaftskammer Österreich ist ein Ein-Personen-Unternehmen ein Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, das am Markt orientiert ist und dessen Tätigkeit auf Dauer ausgerichtet ist. An einem EPU kann kein Mitunternehmertum bestehen, daher kommen nur die Einzelfirma und die Ein-Personen- GmbH als Rechtsform für ein Ein-Personen-Unternehmen in Frage. Außerdem darf ein Ein-Personen-Unternehmen aktuell keine fest angestellten Mitarbeiter beschäftigen, die eine dauerhafte Anstellung für mehr als fünf Monate pro Jahr haben. 5 Im Dezember 2013 belief sich die Anzahl der Ein-Personen-Unternehmen innerhalb Österreichs auf , das sind mehr als die Hälfte aller Mitgliedsbetriebe der Wirtschaftskammer Österreich. Den größten Anteil bilden EPUs in den Sparten Gewerbe und Handwerk (63,4 %) und Information und Consulting (60,6 %). Allgemein sind Ein-Personen-Unternehmen vorrangig im Dienstleistungsgewerbe tätig Methodik und Datenerhebung Für die geplante statistische Erhebung ergaben sich zwei Schwierigkeiten: Zum einen, eine genügend große Anzahl von gerade Ein- Personen-Unternehmen ausfindig zu machen; zum anderen, mit der Vielfalt der Unternehmensinhalte von Ein-Personen-Unternehmen umzugehen. Da auch mögliche Unterschiede zwischen Branchen untersucht werden sollten, erfolgte eine Einschränkung der Untersuchung auf einige wenige Branchen, wo auch Kontaktdaten verfügbar waren. Die ausgewählten Berufsgruppen sind Unternehmensberater, Steuerberater, Dolmetscher, gerichtliche Sachverständige und medizinische Dienstleister. Der Überbegriff medizinische Dienstleister umfasst Physiotherapeuten und selbstständige Krankenpfleger. Als Erhebungsinstrument wurde ein Fragebogen mit zwei risikobezogenen Fragen (Risikobewusstsein, Risikoeinstellung) und drei versicherungsbezogenen Fragen (Versicherungswahrnehmung, Versicherungsangebot, Wünsche an die Versicherungswirtschaft) entwickelt (die vollständigen Fragen sind unten im Auswertungsteil wiedergegeben). Dazu wurden sieben personen- bzw. unternehmensbezogene Angaben erbeten (vgl. den Abschnitt Stichprobenstruktur ). Der Fragebogen wurde im Zeitraum zwischen dem 22. Februar 2015 und dem 29. Februar 2015 per mit einem Weblink zu dem Online-Tool Surveymonkey, das es erlaubt, die Anonymität der 1 Dieser Vorschlag wurde von Herrn Dr. Peter Loisel, Mitglied des Vorstandes der VAV Versicherungs-Aktiengesellschaft, Anfang Juli 2014 gemacht. Für weiterführende Gespräche standen dann freundlicherweise Frau Mag. Daniela Sisa, Abteilungsleitung Marketing & Unternehmenskommunikation, und Herr Prokurist Ing. Werner Blaschke, Ressortleitung Firmengeschäft, beide ebenfalls VAV-Versicherung, zur Verfügung. 2 Fruhmann, Laura: Risikoeinstellungen und Versicherungsnachfrageverhalten von Einpersonenunternehmen in Österreich, Bachelorarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien, April 2015, 104 Seiten (unveröffentlicht). 3 Die Erstellung des Textes für die vorliegende Veröffentlichung, die Auswahl, Strukturierung und formale Gestaltung hat Erwin Eszler besorgt (unter Verwendung von Daten und Textteilen/ Abbildungen aus der Bachelorarbeit). Für die Richtigkeit der Darstellungen der Daten und Datenauswertungen ist ausschließlich Laura Fruhmann verantwortlich. Die graphischen Gegenüberstellungen in der Zusammenfassung wurden von Erwin Eszler aufgrund der vorhandenen Daten und Datenauswertungen erstellt. 4 Zur besseren Lesbarkeit werden personenbezogene Bezeichnungen, die sich zugleich auf Frauen und Männer beziehen, generell nur in der im Deutschen üblichen männlichen Form angeführt, also z.b. Unternehmer statt UnternehmerInnen oder Unternehmerinnen und Unternehmer. Dies soll jedoch keinesfalls eine Geschlechterdiskriminierung oder eine Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes bedeuten. 5 Vgl. Wirtschaftskammer Österreich (2013): Erläuterungen zur EPU Auswertung, in: ( ), S.1. 6 Vgl. Wirtschaftskammer Österreich (2013): Fact-Sheet EPU 14 Unternehmen wir es gemeinsam, in: https://www.wko.at/content.node/interessenvertretung/epu/zahlen/wko_epu_fact_ sheet_2014_2.pdf ( ), S. 2.

13 riscontrol 06/15 13 Antwortenden zu wahren, und trotzdem eine ausführliche Beantwortung ermöglicht, an rund 1000 relevante Ein-Personen-Unternehmer verschickt. Die Möglichkeit, eine große Anzahl an gerichtlichen Sachverständigen und Dolmetschern anzusprechen, hat sich durch eine vom Hauptverband der Gerichtssachverständigen beziehungsweise dem Österreichischen Verband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher veröffentlichten Liste aller registrierten Mitglieder ergeben. 7 Basierend auf der Annahme, dass sowohl gerichtliche Sachverständige als auch Dolmetscher in dieser Tätigkeit als EPUs tätig sind, wurden sie als geeignete Zielgruppe zur Durchführung der empirischen Untersuchung ausgewählt und per kontaktiert. Die gerichtlichen Sachverständigen bilden 37,7 % der Stichprobe von 284 Befragten. Es wurden Sachverständige vieler verschiedener Fachgebiete zur Beantwortung gebeten, darunter insbesondere aus den übergeordneten Kategorien Medizin, Bauwesen, Kriminologie, Maschinen, Sport und Tiere. 37,3 % der befragten Ein-Personen- Unternehmen haben das Dolmetschen zum Unternehmensgegenstand. Dabei wurden Dolmetscher für alle in der Liste des Österreichischen Verband der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher angeführten Sprachen, von Albanisch über Englisch und Schwedisch bis hin zu Vietnamesisch angeschrieben. Des Weiteren wurde der Fragebogen durch Frau Mag. Andrea Rieser, welche selber als Steuerberaterin als Ein-Personen-Unternehmerin tätig ist, an eine ausgewählte Gruppe von Steuerberatern und Wirtschaftstreuhändern, die als EPU tätig sind, zur Beantwortung weitergegeben. Einige Unternehmer, insbesondere medizinische Dienstleister Abbildung 1: Unternehmensgegenstand (N=257) und Unternehmensberater, die einen für die Befragung relevanten Unternehmensgegenstand haben, wurden außerdem persönlich angesprochen und zur Beantwortung gebeten. In Summe konnte ein Rücklauf von 284 Beantwortungen erreicht werden. Die Sicherstellung, dass es sich bei den Unternehmen tatsächlich um EPUs handelt, wurde streng gehandhabt. Anonymität der Auswertung war zugesichert worden. 4. Stichprobenstruktur Die auszuwertende Stichprobe besteht zur großen Mehrheit aus gerichtlichen Sachverständigen und Dolmetschern (vgl. Abb. 1). 468 gerichtlich zertifizierte Dolmetscher wurden eingeladen, an der Umfrage teilzunehmen, 106 haben tatsächlich geantwortet, was einer Rücklaufquote von 22,65 % entspricht. Von 502 befragten gerichtlichen Sachverständigen haben 107 Personen oder 21,31 % geantwortet. Die Struktur der Stichprobe setzt sich wegen der oben genannten großen Verfügbarkeit der Kontaktdaten zu einem so großen Teil aus diesen zwei Gruppen zusammen. Die Gruppen der medizinischen Dienstleister, Steuerberater und Unternehmensberater stellen einen Minderheitsanteil der auswertbaren Antworten dar und machen zusammen ungefähr 17 % des Rücklaufs aus. In Bezug auf die drei letztgenannten Gruppen ist keine genaue Aussage zur Rücklaufquote möglich, da der Fragebogen größtenteils persönlich an diese Unternehmer übermittelt wurde und diese dabei auch um die Weitergabe des Fragebogens an weitere in Frage kommende Unternehmen gebeten wurden. Aufgrund des persönlichen Kontakts liegt die Rücklaufquote aber deutlich über jener der Dolmetscher und gerichtlichen Sachverständigen. 27 der Befragten haben keine Angaben zu WIRTSCHAFT Abbildung 2: Dauer der bisherigen Tätigkeit als Ein-Personen-Unternehmer (N=250) Abbildung 3: Arbeitszeit (N=252) 7 Liste der gerichtlichen Sachverständigen: Liste der allgemein beeideten und gerichtlich zertifizierten Dolmetscher:

14 14 riscontrol 06/15 WIRTSCHAFT ihrem Unternehmensgegenstand gemacht, daher N=257. Die Dauer, die die befragten Personen als Ein-Personen-Unternehmer tätig sind (vgl. Abb. 2), reicht von 0 bis 55 Jahre (Durchschnittswert: 18 Jahre). Die Dauer der Tätigkeit wurde von 34 Personen nicht angegeben, daher N=250. Die in einer Arbeitswoche für die unternehmerische Tätigkeit ungefähr aufgewendete Arbeitszeit (vgl. Abb. 3) reicht von einer bis zu 120 Stunden, der Durchschnitt liegt bei 36 Arbeitsstunden und stellt somit in etwa Vollzeitbeschäftigung dar. 32 der Befragen machten hier keine Angaben, daher N= Personen haben keine Angaben zu ihrem durchschnittlichen Jahresumsatz gemacht, daher N=236. Unter denjenigen, die diese Information zur Verfügung gestellt haben, herrscht eine relativ gleichmäßige Verteilung über alle Kategorien (vgl. Abb. 4). Lediglich die Kategorie von liegt mit 8,1 % (von 284) der Antworten etwas hinter den anderen Kategorien zurück. 20,1 % (von 284) der Befragten gaben an, mehr als Umsatz im Jahr zu erwirtschaften. Von jenen, die Angaben zu ihrem Geschlecht gemacht haben (259 von 284), gaben 148 (57,1 %) männlich an, 111 weiblich. Von jenen, die Angaben zu ihrem Geburtsjahr gemacht haben (239 von 284), wurde der Älteste im Jahr 1935 geboren, der Jüngste 1986 (Durchschnittswert: 1960). Vgl. Abb. 5. Aufgrund der für die Bearbeitung ausgewählten Stichprobe besteht der Großteil der Stichprobe aus Hochschulabsolventen. 225 Personen bzw. 87,5 % derjenigen, die hierzu Angaben gemacht haben, bzw. 79,2 % der Stichprobe haben einen Hochschulabschluss, wohingegen nur 14 Personen BHS-Matura und 11 AHS-Matura haben. Außerdem haben sieben der Befragten Ein-Personen-Unternehmer einen Lehrabschluss vorzuweisen. Keine Person gab an, einen Pflichtschulabschluss zu haben. 27 Befragte haben keine Angabe zu ihrem höchsten Bildungsabschluss gemacht, daher N= Risikobewusstsein bei EPUs Die erste Frage lautete Wie sehr denken Sie an die Risiken im Rahmen Ihrer unternehmerischen Tätigkeit? und bezieht sich damit auf das Risikobewusstsein der Befragten. Die Frage wurde geschlossen gestellt, die Antwortmöglichkeiten waren in Form einer Skala von 0 Prozent ( gar nicht ) bis 100 Prozent ( sehr ) in 10-Prozent-Schritten gegeben. 282 Personen beantworteten diese Frage. Der Mittelwert liegt bei 44,5 %. Vgl. Abb Personen haben diese und auch die Abbildung 4: Durchschnittlicher Jahresumsatz, absolute Frage nach dem Geschlecht beantwortet Häufigkeiten (N=236) (vgl. Abb. 7). Männer dachten im Durchschnitt zu 49,59 % an die mit ihrer unternehmerischen Tätigkeit verbundenen Risiken, bei den Frauen liegt dieser Wert ungefähr neun Prozent darunter. Abbildung 6: Risikobewusstsein absolute Häufigkeit der Antworten (N=282) Abbildung 5: Geburtsjahr, absolute Häufigkeiten (N=239) Abbildung 7: Risikobewusstsein und Geschlecht: Boxplots (N=257, davon 146 männlich und 111 weiblich)

15 Die familienfreundlichste BU in Österreich: Neu ab 1. Juli Setzen Sie die Sorge Ihrer Kunden an die Luft: Mit der Gothaer Berufsunfähigkeitsversicherung Premium. Attraktiver Familienbonus Zusatzschutz für eigene Kinder Lebenslange Pflegerente Weitere Informationen bei Gothaer Lebensversicherung AG, Goldschmiedgasse 2, 1010 Wien, Telefon ,

16 16 riscontrol 06/15 WIRTSCHAFT 237 Personen haben diese und auch die Frage nach dem Geburtsjahr beantwortet. Wie sich anhand der Trendlinie 8 in der folgenden Abb. 8 erkennen lässt, scheint ein nahezu linearer Zusammenhang zwischen dem Risikobewusstsein und dem Alter der Unternehmer, die vor 1950 bzw. nach 1973 geboren wurden, gegeben zu sein. Lediglich die zwischen den Jahren 1950 und 1973 geborenen Ein-Personen- Unternehmer bilden eine Ausnahme von dieser Linearität. Auch anhand der Regressionsgerade in Abb. 9 ist der positive Zusammenhang zwischen Risikobewusstsein und Geburtsjahr zu erkennen. In der betrachteten Stichprobe denken Unternehmer tendenziell umso mehr an Risiken, je jünger sie sind. Für die Untersuchung des Zusammenhanges zwischen Risikobewusstsein und Unternehmensgegenstand konnten 255 Antworten ausgewertet werden. Aus der Abb. 10 lässt sich erkennen, dass es zwischen den einzelnen Berufsgruppen teils sehr große Unterschiede gibt, was ihr Risikobewusstsein betrifft. Während die gerichtlichen Sachverständigen und die Steuerberater im Mittelwert mit gut 55 % angaben, an die Risiken zu denken, denken die Dolmetscher, medizinischen Dienstleister und Unternehmensberater weniger an die Risiken im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit. Überraschenderweise lässt sich in diesem Sinne zwischen den relativ ähnlichen Berufsgruppen der Steuerberater und der Unternehmensberater keine Ähnlichkeit feststellen. Ihre jeweiligen Mittelwerte von 55,79 % bzw. 42,86 % liegen deutlich auseinander. Allerdings ist zu beachten, dass die untersuchte Stichprobe für Steuerberater und Unternehmensberater keine signifikante Größe hat und dieses Ergebnis daher unter Vorbehalt zu betrachten ist. Aber auch in den zwei Berufsgruppen mit aussagekräftiger Stichprobengröße, den Dolmetschern und Sachverständigen, ist ein deutlicher Unterschied von rund 20 % in den Mittelwerten zu erkennen. Abbildung 8: Risikoeinstellung und Geburtsjahr mit Trendlinie (N=237) Abbildung 10: Risikobewusstsein und Unternehmensgegenstand: Boxplots (N=255, davon 106 Dolmetscher, 105 gerichtliche Sachverständige, 11 medizinische Dienstleister, 19 Steuerberater, 14 Unternehmensberater) Abbildung 9: Risikoeinstellung und Geburtsjahr, mit Regressionsgerade (N=237) Abbildung 11: Risikobewusstsein und bisherige Dauer der Tätigkeit, mit Trendlinie (N=249) 8 Was hier als Trendlinie bezeichnet wird (automatische Erstellung durch das Programm), ist von IBM so definiert: Bei Anpassungslinien werden die Datenpunkte an eine Linie angepasst, die normalerweise nicht durch alle Datenpunkte verläuft. Die Anpassungslinie zeigt den Trend der Daten auf, es wird nach dem Epanechnikov-Kern ausgewertet. (Laura Fruhmann)

17 riscontrol 06/ Beantwortungen konnten hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen der bisherigen Dauer der unternehmerischen Tätigkeit und Risikobewusstsein ausgewertet werden. Aus Abb. 11 ist offensichtlich, dass tendenziell Personen, die seit kürzerer Zeit ein Ein-Personen- Unternehmen führen, mehr an die Risiken im Rahmen ihrer unternehmerischen Tätigkeit denken, als jene die seit vielen Jahren tätig sind. Das passt auch zu den obigen Auswertungen, wonach ältere Unternehmer weniger risikobewusst sind als ihre jüngere. Auch die Regressionsgerade in Abb. 12 zeigt diesen negativen linearen Zusammenhang zwischen bisheriger Dauer der Tätigkeit und Risikobewusstsein. Zur Auswertung eventueller Zusammenhänge zwischen den Stunden, die pro Woche ungefähr für die unternehmerische Tätigkeit aufgewendet werden, und der Risikoeinstellung konnten 250 Beantwortungen herangezogen werden. Das Risikobewusstsein der Befragten liegt wie in Abb. 13 anhand der Trendlinie zu sehen - für jede Arbeitszeit zwischen 35 und 60 %. An der Regressionsgeraden in Abb. 14 lässt sich zwar ein positiver linearer Zusammenhang zwischen Risikobewusstsein und dem Ausmaß der Arbeitszeit ablesen, die Pearson-Korrelation ergibt allerdings keinen signifikanten linearen Zusammenhang. 235 Befragte haben sowohl Angaben zu ihrem Risikobewusstsein als auch zu ihrem Umsatz gemacht (vgl. Abb. 15). Die Gruppe, die am meisten an Risiken denkt, ist mit, einem Mittelwert von 52,61 %, jene der Unternehmer, die jährlich zwischen und erwirtschaften. Allerdings liegt die Anzahl der von dieser Gruppe abgegebenen Antworten mit 23 deutlich unter den von den anderen Gruppen erhaltenen Beantwortungen. Die Ein-Personen- Unternehmer, die einen durchschnittlichen Jahresumsatz von weniger als erwirtschaften, weisen auch den niedrigsten Mittelwert (41,35 %) auf. 255 Personen haben sowohl Angaben zu ihrem höchsten Bildungsabschluss als auch zu ihrem Risikobewusstsein gemacht (vgl. Abb. 16). Die Ein-Personen-Unternehmer mit Lehrabschluss haben mit fast 52,86 % den höchsten Mittelwert. Auch jene mit BHS- WIRTSCHAFT Abbildung 12: Risikobewusstsein und bisherige Dauer der Tätigkeit, mit Regressionsgerade (N=249) Abbildung 14: Risikobewusstsein und Arbeitszeit, mit Regressionsgerade (N=250) Abbildung 13: Risikobewusstsein und Arbeitszeit, mit Trendlinie (N=250) Abbildung 15: Risikobewusstsein und durchschnittlicher Jahresumsatz: Boxplots (N=235, davon , , , , )

18 18 riscontrol 06/15 WIRTSCHAFT Matura (51,53 %) haben einen ähnlich hohen Mittelwert. Deutlich darunter der Mittelwert der Hochschulabsolventen (45,80) und mit einem sehr große Abstand davon Personen mit AHS-Matura als höchstem Bildungsabschluss (27,00 %). Es muss hier darauf hingewiesen werden, dass 87,8 % der hier ausgewerteten Antworten von Hochschulabsolventen gegeben wurden und die übrigen Kategorien demnach keine signifikante Größe aufweisen. 6. Risikoeinstellung bei EPUs Auch bei der Frage Wie würden Sie Ihre Risikoeinstellung einschätzen? wurde gebeten, Antworten auf einer Skala von 0 % ( sehr risikoscheu ) bis 100 % ( sehr risikofreudig ), in 10-Prozent- Intervallen, zu geben. Kein einziges Mal wurde der Wert 100 % angegeben. Die mit Abstand meisten Befragten gaben 50 % an, der Mittelwert liegt bei 41,5 %. Vgl. Abb beantwortete Fragebögen konnten zur Auswertung nach dem Geschlecht herangezogen werden. Die Risikoeinstellung der männlichen und weiblichen befragten Ein-Personen-Unternehmen ist nur geringfügig unterschiedlich (vgl. Abb. 18). Bei den Männern lag der Durchschnittswert bei 43,95 %, bei den Frauen bei 40,81 %. 238 beantwortete Fragebögen konnten nach dem Alter ausgewertet werden. Auffällig ist (vgl. Abb. 19), dass die ältesten und die jüngsten Befragten im Durchschnitt hier niedrigere Werte angegeben haben. Die Angaben der zwischen 1945 und 1970 Geborenen weisen selbst in der Trendlinie starke Unterschiede auf. Die Regressionsgerade hierzu (nicht wiedergegeben) verläuft nahezu horizontal und lässt keinen linearen Zusammenhang erkennen. (Für einzelne Altersbereiche legt allerdings die Trendlinie einen linearen Zusammenhang nahe.) Abbildung 16: Risikobewusstsein und höchster Bildungsabschluss: Boxplots (N=255, davon 7 Lehrabschluss, 10 AHS Matura, 14 BHS Matura, 224 Hochschulabschluss) Abbildung 18: Risikoeinstellung und Geschlecht: Boxplots (N=258, davon 147 männlich, 111 weiblich) Abbildung 17: Risikoeinstellung absolute Häufigkeit der Antworten (N=260) Abbildung 19: Risikoeinstellung und Alter, mit Trendlinie (N=238)

19 riscontrol 06/15 19 Für alle Unternehmensgegenstände (Branchen) liegt der jeweilige Durchschnittswert der hierzu ausgewerteten 256 Fragebögen unter der 50 % Marke (vgl. Abb. 20). Dabei ist wie auch in der vorangegangenen Auswertung des Risikobewusstseins zu erkennen, dass der Mittelwert der Risikoeinstellung der Dolmetscher und medizinischen Dienstleister unter dem der gerichtlichen Sachverständigen und Steuerberater liegt. Hier weisen Steuerberater und Unternehmensberater allerdings einen nahezu gleichen Durchschnittswert auf. Der Mittelwert der Dolmetscher liegt bei 39,62 %, der der gerichtlichen Sachverständigen bei 44,77 %. Die medizinischen Dienstleister gaben im Durchschnitt eine Risikoeinstellung von 40,00 % an. Der Wert der Steuerberater lag bei 45,26 % und der der Unternehmensberater bei 45,00 %. Bei der Prüfung des Zusammenhanges zwischen bisheriger Dauer der Tätigkeit und Risikoeinstellung in der Stichprobe (hierzu 249 auswertbare Fragebögen) zeigt sich (vgl. Abb. 21), dass seit Längerem tätige Unternehmer durchschnittlich risikofreudiger sind, doch weist die Trendlinie im Bereich der seit zehn bis 30 Jahren tätigen Unternehmer Unterschiede auf. Die außerhalb dieses Bereichs liegende Trendlinie verläuft linear. Diese Linearität ist im höheren Bereich der Unternehmensalter aufgrund der geringen Anzahl an Antworten vorbehaltlich zu sehen. Teil 2 dieser Studie können Sie in der nächsten Ausgabe lesen. WIRTSCHAFT Abbildung 20: Risikoeinstellung und Unternehmensgegenstand: Boxplots (N=256, davon 105 Dolmetscher, 107 gerichtliche Sachverständige, 11 medizinische Dienstleister, 19 Steuerberater, 14 Unternehmensberater) Abbildung 21: Risikoeinstellung und bisherige Dauer der Tätigkeit, mit Trendlinie (N=249) GFK AUSTRIA Kfz Versicherungsmarkt Das Marktforschungsinstituts GfK hat die aktuellen Entwicklungen des Kfz-Versicherungsmarktes in den CEE Ländern genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis lautet: Slowenien ist der größte Kfz-Kaskoversicherungsmarkt. Im Durchschnitt besitzen aktuell 7 % der mittel- und osteuropäischen Haushalte eine Kaskoversicherung. Weit über den Durchschnitt liegt Slowenien, dort haben bereits 41 % aller Haushalte eine Kaskoversicherung abgeschlossen, Grund dafür könnte die hohe Rate an Leasingfahrzeugen sein, denn dafür ist eine Kaskoversicherung verpflichtend. Ebenfalls über den Durchschnitt liegen Tschechien, Slowakei und Bulgarien. In Österreich haben 28 % der Haushalte eine Kfz- Zusatzversicherung, 35 % eine Kfz Rechtsschutzversicherung. Die Abschlussraten für Kfz-Rechtsschutzversicherungen liegen in Salzburg (48 %), Tirol (50 %) und Vorarlberg (60 %) weit über dem Österreich-Durchschnitt, wobei Wien (18 %) hier deutlich unterdurchschnittlich abschneidet. Insgesamt, sind die Abschlussraten der Kfz-Zusatz- und Rechtschutzversicherungen bei den Personen mit höherem Einkommen (monatliches Haushaltsnettoeinkommen ab 1.950,- und mehr) deutlich höher im Vergleich zu Personen mit niedrigerem Einkommensniveau.

20 20 riscontrol 06/15 MARKT Freiheit auf zwei Rädern

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