Hochschule für Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften sowie Internationale Beziehungen (HSG) HSGBlatt

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1 PP 9000 St. Gallen Universität St.Gallen Hochschule für Wirtschafts-, Rechts- und Sozialwissenschaften sowie Internationale Beziehungen (HSG) Nr Dezember 2012 HSGBlatt Kommunikation Dufourstrasse 50 CH-9000 St Gallen AUS DEM INHAlt Vernetzte Spitäler: Ein neues Projekt unterstützt die Kooperation von Spitälern im Bodenseeraum. Seite 2 Start-up Monitor: Einfacher zu externen Stakeholdern. Seite 3 HSG gegen HSG: Studenten-Duell im Eishockey-Derby. Seite 5 Grossanlass in Bildern: Die «CEMS Annual Events» an der HSG. Seiten 8+9 Sprung in die topten im «Ft-Ranking» Die internationale Wirtschaftszeitung «Financial Times» hat die Universität St.Gallen in ihrem «European Business Schools»-Ranking 2012 als Nummer 7 eingestuft. Die HSG verbessert sich gegenüber 2011 um fünf Plätze und springt erstmals in die Top Ten. Das Ranking erscheint jährlich und bewertet die besten 80 Wirtschaftsuniversitäten Europas. Innert nur drei Jahren hat die HSG den Sprung von Platz 30 unter die besten zehn in der Rangliste der «Financial Times» geschafft. Auf Rang 7 liegt die Universität St.Gallen dieses Jahr gemeinsam mit der IMD Business School in Lausanne. Die ersten drei Plätze des neusten Rankings belegen die IE Business School in Madrid, gefolgt von der London Business School sowie der HEC Paris. (red.) Fortsetzung auf Seite 5. HSG Focus das neue Unimagazin Elektronische Publikation mit ausgebautem Inhalt löst im Februar 2013 das HSGBlatt ab Liebe Leserinnen, liebe Leser Sie halten die letzte Ausgabe des HSGBlatts in den Händen. Das künftige Magazin der Universität St.Gallen erscheint elektronisch. HSG Focus wird als App herausgegeben optimiert für Tablet-Computer wie ipads, verfügbar in einer Version für alle gängigen Smartphones sowie herunter-ladbar in einem PDF-Format auf www. unisg.ch. Der Inhalt wird umfangreicher und vielfältiger. Immer weniger Papier Die Medien haben während der vergangenen Jahre einen dramatischen Wandel erlebt immer weniger wird auf Papier gedruckt, immer mehr elektronisch publiziert. Nicht nur die jüngeren Generationen haben ihr Mediennutzungsverhalten verändert und konsumieren zunehmend elektronische Publikationen. Die Universität St.Gallen möchte die Vorteile dieser Entwicklung nutzen: keine herkömmlichen Platzbeschränkungen für redaktionellen Inhalt. problemloser Einbau multimedialer Beiträge. kostenlose Sofortzustellung in alle Welt. finanzielle Einsparungen bei Druck und Versand. ökologische Verträglichkeit. Das Servicezentrum Kommunikation, Herausgeber des bisherigen HSGBlatts, hat unter Einbezug von HSG-Kommunikationsexpertin Miriam Meckel, Rektor Thomas Bieger und Verwaltungsdirektor Markus Brönnimann ein elektronisches Unimagazin entwickelt, das zum Semesterstart am 18. Februar 2013 erstmals und fortan viermal jährlich erscheinen wird. HSG Focus wird inhaltlich umfangreicher und vielfältiger sein als Ab 18. Februar 2013: Die HSG Focus App zum Download in App Store und auf Google Play. das HSGBlatt. Das Magazin setzt sich einerseits aus einem Dossier mit Beiträgen zum Schwerpunktthema der jeweiligen Ausgabe zusammen. Andererseits aus wissenswerten News und hintergründigen Geschichten von öffentlichem Interesse über das Unileben. Die Ausrichtung des Magazins ist extern: Es soll nicht nur lesenswert für die HSG-Gemeinde sein, sondern vor allem auch eine breite Öffentlichkeit mit seinen Dossier- und Universitätsinhalten ansprechen. Erstes Dossier: «Die Welt ist rund Fussball- Management und andere ballsichere Themen». Weiterhin kostenlos für alle HSG Focus erscheint grundsätzlich auf Deutsch, berücksichtig an unserer zweisprachigen Universität aber auch das Englische. Wo es angebracht erscheint wenn zum Beispiel der Autor eines Artikels englischer Muttersprache ist, werden die Beiträge auf Englisch publiziert. Die App mit dem neuen HSG Focus wird ab dem 18. Februar 2013 im App Store und auf Google Play (Android) für jedermann kostenlos herunterladbar sein. Empfehlenswert ist, nach dem Download die Push-Funktion zu aktivieren. So erhält man viermal jährlich automatisch die neuste Ausgabe auf sein Tablet oder Smartphone. Weitere Erscheinungstermine 2013 sind voraussichtlich: 6. Mai, 16. September sowie 2. Dezember. Viele Kommunikationskanäle HSG Focus (genauso wie das bisherige HSGBlatt) ist heute einer von vielen Kommunikationskanälen der Universität Für interne Nachrichten, die nur die HSG-Gemeinde oder einen Teil von ihr betreffen, gibt es das gut ausgebaute Intranet inklusive Facultyweb und Studentweb. Auf der Internetseite werden vor allem aktuelle Nachrichten der HSG von breitem öffentlichem Interesse publiziert. Eine Auswahl davon wird monatlich im HSG-Newsletter verschickt. Überdies versendet die HSG-Kommunikation jährlich rund 100 Medienmitteilungen an Journalisten im In- und Ausland. Neue Kommunikationskanäle hat die Universität dieses Jahr in den Sozialen Medien eröffnet, wo sie Wissenswertes und Unterhaltendes auf Facebook, YouTube und Twitter verbreitet. Im Weiteren gibt es an der HSG eine bemerkenswerte Vielfalt von gedruckten und elektronischen Publikationen, die von Instituten, Forschungsstellen, Centers, Abteilungen und Verwaltungsbereichen herausgegeben und betreut werden. In ihnen spiegelt sich auch der akademische Reichtum der Universität Marius Hasenböhler, Jürg Roggenbauch Mehr zu den aktuellen Entwicklungen in der Medienlandschaft im Interview mit HSG-Kommunikationsexpertin Miriam Meckel auf der letzten Seite.

2 Forschung 17. Dezember «Case study teaching and writing» Das Institut für Systemisches Management und Public Governance (IMP-HSG) hat in Kolobrzeg (Polen) eine internationale Summer School zum Thema «Case study teaching and writing» durchgeführt. Neben 10 HSG-Angehörigen nahmen 17 Personen der Universität Stettin und der National University of Food Technologies, Kiew, teil. Als Referierende konnten Prof. Christoph Metzger (HSG), Prof. Andrew Bennett (Georgetown University) und Karen Tinsner (Universität Zürich) gewonnen werden. Die Summer School fand im Rahmen des Projekts «Case study teaching in economics and management education» statt. Dieses Projekt wird vom SNF im SCOPES-Programm (Institutionelle Zusammenarbeit mit Osteuropa) finanziell unterstützt und vom IMP geleitet. (red.) LEUTE Prof. Dr. Anne van Aaken (LS-HSG) wurde per zum Chair des Programmatic Steering Board des Hague Institute for Internationalisation of Law ernannt sowie per zum Mitglied des Vorstandes der Europäischen Gesellschaft für Völkerrecht (European Society of International Law) gewählt. Teamwork Das Kompetenzzentrum Health Network Engineering der HSG hilft mit, ein Netzwerk für Spitäler in der Bodenseeregion aufzubauen. Bild: mclo/photocase.com Prof. Enrico De Giorgi, Ph.D., und Prof. Guido Cozzi, Ph.D. (beide SEPS-HSG), gehören seit dem dem Editorial Board der Zeitschrift «Mathematics and Financial Economics» an. Prof. Dr. Florian Möslein (FIR-HSG) hat einen Ruf als Ordinarius an den Lehrstuhl für Rechtswissenschaft der Universität Bremen angenommen. Prof. Dr. Lukas Summermatter (IMP- HSG) wurde von der St.Galler Kantonsregierung per zum Leiter des Amtes für Gemeinden gewählt. Dr. Marcus Matthias Keupp (ITEM-HSG) hat Rufe an die University of Leeds und die Militärakademie der ETH Zürich erhalten. Er hat den Ruf an die ETH Zürich angenommen und wird dort ab die Dozentur für Militärökonomie übernehmen. Unisportlehrer Daniel Studer wurde vom Exekutivkomitee der European University Sport Association (EUSA) für die Amtszeit als neuer Technischer Delegierter für Tennis gewählt. Schulterschluss der Spitäler Plattform zur Unterstützung von Spitalkooperationen im Bodenseeraum Ökonomisierung der Medizin, Fachkräftemangel und demografischer Wandel sind nur einige Schlagworte, die im Kontext medizinischer Versorgung immer häufiger zu hören sind. Ob nun Panikmache oder Realität mit Einführung der Fallpauschalen und der gestiegenen Qualitätssensitivität in der Bevölkerung hat der Druck zur Spezialisierung und Beschleunigung der Abläufe im Gesundheitsbereich zugenommen. «Das Gesundheitswesen sieht sich heute mit Herausforderungen konfrontiert, mit denen sich andere Wirtschaftsbereiche bereits Mitte der 80er-Jahre oder früher auseinandersetzen mussten», sagt Prof. Dr. Robert Winter vom Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) an der HSG. «Damals liessen sich die Qualität und Effektivität nur durch stärkere Arbeitsteilung und einen höheren Spezialisierungsgrad sowie eine enge Vernetzung entlang der Leistungskette stabilisieren und sogar steigern.» Netzwerke stärken und erweitern Für Spitäler, die nach wie vor wichtigsten Säulen der Versorgung, bedeutet das, dass sie ihre Behandlungskernleistungen definieren, die Prozesse entlang der Behandlungskette ausrichten und eng mit komplementären Dienstleistern kooperieren sollten. Nach Meinung Stephan Kunz, dem Direktor des Kantonspitals Münsterlingen TG, ist für einen Erhalt «der Versorgungsqualität im Bodenseeraum zukünftig elementar wichtig, dass wir die Spitäler bestehende Netzwerke ausbauen und neue aufbauen. Leider gibt es hierfür bis dato keine gezielte Unterstützung.» Der Schlüssel für gleichbleibende Versorgungsqualität bei einer Stabilisierung der Kosten liegt also in neuen Formen wettbewerbsorientierter Zusammenarbeit zwischen Spitälern und ihren vor- und nachgelagerten Versorgungspartnern. Plattform für regen Austausch Leider gibt es aktuell praktisch keinen beziehungsweise nur sehr wenig Austausch zwischen den verschiedenen Gesundheitsdienstleistern. Um aber die Kooperation in diesem Sektor zu stärken, braucht es eine attraktive und einfache Möglichkeit, Leistungsvergleiche durchzuführen, sich mit anderen Gesundheitsdienstleistern zu vernetzen und erfolgreiche Praktiken auszutauschen. Hierfür bietet sich eine Plattform hervorragend an. Unterstützt durch das «Interreg IV ABH Förderprogramm» ent- wickeln Prof. Dr. Robert Winter, Dr. Peter Rohner, Dr. Tobias Mettler und André Blondiau vom Kompetenzzentrum Health Network Engineering der HSG in Zusammenarbeit mit führenden Gesundheitsorganisationen der Interreg- Förderregion rund um den Bodensee ein professionelles Netzwerk für Spitäler. Die neue Plattform erlaubt es den Spitälern wichtige Kennzahlen zu vergleichen, etablierte Praktiken zur Verbesserung von Prozessflüssen, Behandlungsabläufen und anderen Aktivitäten auszutauschen und in Foren bestimmte Fachthemen zu diskutieren. Auf diese Weise soll ein nachhaltiger Wettbewerb in der Region gestärkt und gleichzeitig ein grenzübergreifender Austausch erleichtert werden. André Blondiau ehealth.iwi.unisg.ch Impressum Dezember Jahrgang Auflage: 6000 Mitteilungen der Universität St.Gallen Hochschule für Wirtschafts-, Rechtsund Sozialwissenschaften sowie Internationale Beziehungen (HSG) Erscheint sechs Mal pro Jahr und ist auch über Internet abrufbar: (Rubrik: Für Medien, Publikationen, HSGBlatt) Redaktion Stephanie Brändli, Marius Hasenböhler, Annkathrin Heidenreich, Bentley Jenson, Jürg Roggenbauch, Edith Steiner, Markus Zinsmaier Layout Walo von Büren Herausgeber Universität St.Gallen (HSG) Kommunikation Dufourstrasse 50 Tel Fax Druck St.Galler Tagblatt AG 9001 St.Gallen Auszeichnungen Neues aus der Forschung Im Rahmen des G-Forum 2012, der 16. Interdisziplinären Jahreskonferenz zur Gründungsforschung vom November in Potsdam, wurde das Paper «Why social entrepreneurs act the intention formation of corporate volunteers» von Prof. Dr. Dietmar Grichnik und Florian Forster (beide ITEM-HSG) mit dem «FGF Best Sustainable- und Social Entrepreneurship Award» ausgezeichnet. Johannes Luger (IfB) konnte zum zweiten Mal in Folge den begehrten «Best PhD Award» der Strategic Management Society gewinnen. Die Studie «The Paradox of Static and Dynamic Ambidexterity» in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Sebastian Raisch (Universität Genf) wurde ebenso unter die Finalisten der besten Praktikerstudien gewählt. Publikationen FCI Spanjol, J./Mühlmeier, S./Tomczak, T.: Strategic Orientation and Product Innovation: Exploring a Decompositional Approach. In: Journal of Product Innovation Management, Vol. 29(6), 2012, FGN Roux, C./Lefouili, Y.: Leniency Programs for Multimarket Firms: The Effect of Amnesty Plus on Cartel Formation. In: International Journal of Industrial Organization, Vol. 30(6), 2012, ITEM Keupp, M.M./Palmié, M./Gassmann, O.: The Strategic Management of Innovation: A Systematic Review and Paths for Future Research. In: International Journal of Management Reviews, Vol. 14(4), 2012, IWE Wettstein, F.: CSR and the Debate on Business and Human Rights: Bridging the Great Divide. In: Business Ethics Quarterly, Vol. 22(4), 2012, IWÖ Peloza, J.P./Loock, M./Cerruti, J./ Muyot, M.: Sustainability: How Stakeholder Perceptions Differ From Corporate Reality. In: California Management Review, Vol. 55(1), 2012, M+S Brown, D.B./De Giorgi, E./Sim, M.: Aspirational preferences and their representation by risk measures. In: Management Science, Vol. 58(11), 2012, OPSY Nentwich, J.C./Ostendorp, A.: Weltoffenheit unter Gleichgesinnten: Widersprüchlicher Ein- und Ausschluss als diskursive Alltagspraxis. In: Swiss Journal of Psychology, Vol. 71(4), 2012, Wie soll die Welt regiert werden? Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sieht sich die Welt zentralen Herausforderungen gegenübergestellt: Klimawandel, Armut, Terrorismus und eine stetig wachsende Zahl von Flüchtlingen sind nur einige davon. Wie aber können diese Probleme adressiert werden? Entstanden sind zahlreiche Institutionen wie die UNO, die EU, die Weltbank, die WTO. Welches System jedoch das angemessenste ist, bleibt offen. An dieser Stelle stellt sich die Frage, welche Anforderungen Gerechtigkeit und Legitimität an eine Weltordnungspolitik (Global Governance) stellen? Der Profilbereich «Global Democratic Governance» am Institut für Politikwissenschaften (IPW-HSG) hat dazu einen Workshop durchgeführt. Zu Gast waren prominente Wissenschafter aus dem In- und Ausland. Die Veranstaltung diente der Erkundung, welche politischen und sozialen Institutionen denn eine gerechte Welt ermöglichen würden. (red.) Mehr Infos zum Profilbereich Global Democratic Governance:

3 Unternehmertum 17. Dezember «What you give is what you get!» Swiss Start-up Monitor hilft, Start-up Hotspots zu erkennen, Erfolgsfaktoren abzuleiten und Förderprogramme zu stärken Die Kommunikation mit externen Stakeholdern wird für Start-ups in Zukunft keine grosse Herausforderung mehr sein. Im Swiss Start-up Monitor (SSM) reicht ein einfacher Eintrag in eine Whitelist, um einem interessierten Investor, Inkubator oder sonstigen Interessenten den Zugang zu Performance-Daten zu gewähren. Die lange Suche nach Startup-Wettbewerben und dazugehörigen Bewerbungsfristen gehört bald ebenso der Vergangenheit an wie die zeitaufwändige Aufbereitung von Reports für verschiedene Stakeholder. Auch der Austausch von Geschäftsverträgen und die Verbreitung von wichtigen Informationen über die Nutzung einer Mailing-List sowie die kostenlose Verwendung einfacher Finanztools gehören zum Unterstützungsprogramm für registrierte Start-ups der Initiative Swiss Start-up Monitor. Fördern die Wirtschaftskraft Dieses hochschulübergreifende Projekt wurde von der Universität St.Gallen mit der ETH Zürich und der Universität Basel im Jahre 2011 ins Leben gerufen, um als zentrale Plattform Schweizer Start-ups zu fördern. Die Kommission für Technologie und Innovation (KTI), die Gebert-Rüf-Stiftung und die Avina- Stiftung unterstützen als zentrale Partner. Mit der Quantifizierung von Aktivitäten junger Unternehmen lassen sich Start-up Hotspots erkennen, Erfolgsfaktoren ableiten und Förderprogramme effizienter gestalten. Diese Erkenntnisse helfen innovativen jungen Unternehmen in den frühen Wachstumsphasen und fördern so die Wirtschaftskraft der Schweiz. Seit der Initiierung des Swiss Start-up Monitors wird die Vision die bedeutendste Schweizer Start-up Community zu werden systematisch verfolgt. Dahinter steht das Prinzip für Start-ups «What you give is what you get!», das heisst wie bei Facebook kann ein Start-up nur dann im vollem Umfang von der Plattform profitieren, wenn es selbst auch Informationen eingibt. Über 1200 Start-ups erfasst Das System bietet hierbei höchste Datensicherheit und legt die Kontrolle über jegliche Sichtbarkeitseinstellungen in die Hände der Benutzer. Im September 2011 wurde der erste Teil des Monitors das Start-up Directory lanciert, welches mittlerweile über 1200 Schweizer Start-ups erfasst. Damit wurde eine erste Visualisierung der Schweizer Startup-Landschaft erreicht und der breiten Öffentlichkeit dargestellt. Die geografische Verteilung (siehe Bild) zeigt auf einem Blick mehrere Ballungszentren, insbesondere um die technischen Hochschulen in Zürich und Lausanne. Eine Analyse der Entfernungen der im SSM erfassten Spin-offs beider Hochschulen hat ergeben, dass die maximale durchschnittliche Entfernung (Luftlinie) zur Hochschule 14,8 km beträgt und dies auch noch nach zehn Jahren nach der Unternehmensgründung. Dieses Ergebnis deutet auf sich bildende «Spin-off-Ecosysteme» an den technischen Hochschulen hin, welche in ihrer Funktionalität verstanden werden müssen, um Best-Practices auf andere Kantone beziehungsweise Hochschulen übertragen zu können. Probleme und Bedürfnisse verstehen Im September 2012 wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht, als ein Grossteil des Community-Bereichs in einer ersten Beta-Phase online ging. Seitdem können sich Start-ups unter registrieren, die Plattform testen und Feedback geben. In einem nächsten Schritt wird der Community-Bereich um die Interaktionsmöglichkeit zwischen Startups und Stakeholdern erweitert. Junge Unternehmerinnen und Unternehmer, ihre Probleme und ihre Bedürfnisse zu verstehen, ist die Voraussetzung für den Aufbau einer blühenden Schweizer Start-up-Landschaft. Dafür steht der Swiss Start-up Monitor. Maria Fantetti, Prof. Dr. Dietmar Grichnik Kassenzettel mehr als ein Beleg? HSG-Mitarbeiter erhalten das Förderpaket Startfeld «Intensiv» für eine mobile Applikation Die mobile Applikation der Cosibon AG übermittelt Konsumenten im Handel nach deren Einkauf die Kassenzettel direkt auf ihr Smartphone. Nicht nur der blosse Rechnungsbetrag wird angezeigt, sondern ein echter Mehrwert basierend auf den einzelnen Positionen des Kassenbons generiert. Zu jedem der gekauften Produkte sind weitere Informationen wie beispielsweise Inhaltsstoffe, Herkunft und die Warengruppe vermerkt. Ausserdem besteht die Möglichkeit, die eigenen Einkäufe mit dem sozialen Netzwerk zu teilen, die Produkte zu bewerten und an Freunde zu empfehlen. So können mit dem System alle Ausgaben kontrolliert, eigene Ziele (zum Beispiel der Kauf von mehr Bio-Produkten) definiert und Belohnungen erhalten werden. Der schnelle Beitritt zu einzelnen Bonusprogrammen und die damit verbundene Option, Herstellern zu «folgen», um exklusive Angebote zu erhalten, rundet das Angebot der App auf Kundenseite ab. Interessant für beide Seiten Den Handelsunternehmen bietet diese Applikation ebenfalls interessante Möglichkeiten. So können sie ihre existierenden Bonusprogramme in das System integrieren oder falls noch kein Bonusprogramm implementiert wurde schnell und einfach ohne grosse Investitionen aufsetzen. Die Akquise neuer Kunden für das eigene Bonusprogramm ist über das implementierte «Vendor Relationship Management» besonders einfach möglich. Zudem haben die eigentlichen Produkthersteller nun erstmals die Möglichkeit, ein von den Handelsunternehmen unabhängiges Bonusprogramm zu implementieren um direkt mit ihren loyalsten Kunden in Kontakt zu treten. Diese Erfindung von Dr. Thorben Keller und Dr. Matthias Raffelsieper bietet somit einen Mehrwert für alle Bezugsgruppen im Handel. Team aus dem ITEM-HSG Thorben Keller und Matthias Raffelsieper sind Mitarbeiter am Institut für Technologiemanagement der Universität St.Gallen (ITEM-HSG) und konnten bereits im Anfangsstadium zwei weitere Mitglieder des ITEM-HSG von ihrer Idee überzeugen. Dr. Alexander Ilic fungiert als Chairman der Cosibon AG und Prof. Elgar Fleisch als Investor. Der Sprung von der Geschäftsidee zur Gründung eines Start-ups wurde insbesondere durch den HSG Entrepreneurship Campus (Center for Entrepreneurship) ermöglicht. Dieser koordiniert und etabliert institutsübergreifend Forschung, Lehre sowie Gründung und Transfer im Bereich Unternehmertum an der Universität In den vergangenen zwei Jahren wurde bereits eine mehrstufige Förderunterstützung aufgebaut mit der jährlich stattfindenden HSG Gründergarage, der individuellen Startfeld Das Projekt Startfeld verstärkt in Zusammenarbeit mit den bestehenden Förderinstitutionen sowie Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik die Positionierung der Ostschweiz als starkes Zentrum von Unternehmertum und Innovation. Ins Leben gerufen von der Universität St.Gallen, der Fachhochschule St.Gallen, der Stadt St.Gallen und der Empa, bietet Startfeld den Gründerinnen und Gründern sowie jungen Unternehmen aus der Ostschweiz und dem internationalen Bodenseeraum Beratung und Coaching, günstige Infrastruktur und Startfinanzierungen über die seit April 2011 aktive Stiftung Startfeld. Diese wurde mit der St.Galler Kantonalbank gegründet und verfügt über ein Startkapital von fünf Millionen Franken. Gründungsberatung durch das HSG- Gründer-Lab, das Stipendienprogramm HSG Entrepreneurial Talents sowie den Preis zum HSG-Gründer des Jahres. Mehr Informationen zum umfassenden Angebot gibt es auf der Website Förderweg von Anfang an Ansprechpartnerin des HSG Entrepreneurship Campus ist Dorina Thiess, die gleichzeitig die Uni-interne Verbindung zu Startfeld unterhält. Das Projekt Cosibon ist den Förderweg von einer ersten individuellen Beratung am HSG Entrepreneurship Campus über das HSG-Entrepreneurial-Talents-Programm gegangen, um anschliessend in einem zweiten Schritt für weiterführende Beratungen und gründungsbezogene Dienstleistungen an Startfeld vermittelt zu werden. Thorben Keller und Matthias Raffelsieper konnten mit ihrer Präsentation das Startfeld- Expertenkomitee überzeugen, sodass im Herbst das Förderpaket «Intensiv» vergeben wurde. Für alle, die eine Geschäftsidee haben, stehen die Türen des HSG Entrepreneurship Campus und Startfeld offen. «Ideen zum Fliegen bringen» lautet hier die Devise. DorinaThiess, Andrea Geiser Überlebensstrategien im digitalen Zeitalter Fast scheint es, als habe sich der frische Wind der Revolution im Internet in eine laue Brise verwandelt. Die neue Machtposition des Kunden ist längst bekannt. Für die Wirtschaft rangieren ein eigener Facebook- und Twitter-Account sowie eine attraktive Website auf den obersten Plätzen propagierter Erfolgsrezepte. Doch reicht das wirklich aus? Wenn aus einer kleinen Luftbewegung plötzlich ein Sturm entsteht, wird klar, dass es ein Fehler sein kann, Trends der sich stetig entwickelnden Digitalisierung die ständig neue Daten generiert und auch immer häufiger physische Produkte vernetzt nicht permanent zu hinterfragen. Wie schnell kann es geschehen, dass einem unzufriedenen Kunden, der seinem Unmut online Luft macht, ganze Heerscharen verärgerter Nutzer folgen, die den Ruf eines Unternehmens dauerhaft schädigen können? Sind die Daten der Schlüssel zum Unternehmenserfolg von morgen? Das Buch «Erfolg im digitalen Zeitalter» versammelt erstmalig die Erfolgsgeschichten und Erfahrungsberichte von 17 CEOs und Topmanagern aus unterschiedlichen Branchen sowie von führenden Wissenschaftern. Herausgegeben wird es von Rupert Stadler (Vorstandsvorsitzender der Audi AG und HSG-Honorarprofessor) sowie den HSG-Professoren Walter Brenner und Andreas Herrmann. Zu den Autoren gehören auch Thomas Bieger, Rektor der Uni St.Gallen, sowie HSG-Kommunikationsexpertin Miriam Meckel. (red.) Frankfurter Allgemeine Buch (2012).

4 Weiterbildung 17. Dezember Competence in Insurance Management (CIM-HSG) (Die Weiterbildungsplattform des Instituts für Versicherungswirtschaft I.VW-HSG) HSG-Diplomprogramm Insurance Management 6 Module (total 7 Wochen) zwischen März 2013 und Juni 2014, Start der 8. Durchführung: , Zielgruppe: Mittlere und obere Führungskräfte der Assekuranz. Dr. Marco Allenspach Tel. +41 (0) St.Galler AssekuranzForum 2 Module à 5 Tage, Start 17. Durchführung: , Zielgruppe: Nachwuchsführungskräfte des Innenund Aussendienstes von Versicherungsunternehmen oder Intermediären. Monika Lutz Tel. +41 (0) Basisseminar «Fit for Insurance» 3-tägige Einführung in die Versicherungswirtschaft, nächste Durchführung: 15. bis , Zielgruppe: Führungskräfte sowie Quereinsteiger mit begrenzten Branchenkenntnissen. Monika Lutz Tel. +41 (0) Executive School of Management,Technology and Law (ES-HSG) Neue Perspektiven für Very Experienced Persons (VEPs) Einziges Seminar für erfahrene Führungskräfte , , und ES-HSG, Holzstrasse 15 CH-9010 St.Gallen Tel. +41 (0) Executive School of Management,Technology and Law (ES-HSG) Henri B. Meier Unternehmerschule der Universität St.Gallen Advanced Management Program (AMP-HSG), , 3. Durchführung 2013/2014, 21 Kurstage (4 Modulwochen). Weiterbildungszertifikat der Universität St.Gallen (Certificate of Advanced Studies CAS). HSG-Diplom-Programm für Technologie-Unternehmer (TU-HSG), , 7. Durchführung 2013/2014, 42 Kurstage (8 Modulwochen), Abschluss: Weiterbildungsdiplom der Universität St.Gallen (Diploma of Advanced Studies DAS). Wachstum in Business-to-Business- Märkten (WBM-HSG), , 1. Durchführung 2013/2014, 21 Kurstage (4 Modulwochen). Intensiv-Workshop I, Weiterbildung aktuell , 1. Durchführung 2013, 3 Kurstage. Kursbestätigung. Intensiv-Workshop II, , 1. Durchführung 2013, 3 Kurstage. Kursbestätigung. oder Tel. +41 (0) Institut für Betriebswirtschaft (IfB-HSG) Bevorstehendes Diplomprogramm Weiterbildungsdiplom HSG in «Unternehmensführung», beinhaltet die Zertifikatskurse «St.Galler Strategie- Zertifikat», «Finanzielle Führung und Controlling», «St.Galler Leadership- Zertifikat» sowie intensives Coaching und elearning, Start: laufend möglich. Bevorstehende Zertifikatskurse Middle Management-Programm der Universität St.Gallen, berufsbegleitender Zertifikatskurs in den General Management-Themen Strategie, Finanzen, Leadership inkl. elearning und Transferprojekt, Start: laufend möglich. IfB Management-Seminare Dufourstrasse 40a Tel. +41 (0) Institut für Führung und Personalmanagement (I.FPM-HSG) «Neue Konzepte des VR-Managements» (6-teiliges Intensiv-Seminar), 25.1., 1.3., 22.3., 26.4., und , Hotel Radisson Blu in Zürich-Airport, mit Prof. Dr. Martin Hilb, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rolf Dubs und Prof. Dr. Roland Müller. «Wirksame Führung und Aufsicht von Spitälern», , Hotel Radisson Blu in Zürich-Airport, mit Prof. Dr. Martin Hilb, Prof. Dr. Andreas Binder, Dr. Thomas Kehl, Prof. Dr. Thomas Szucs und Rita Ziegler. I.FPM-HSG, Dufourstrasse 40a Tel. +41 (0) Institut für Systemisches Management und Public Governance (IMP-HSG) Weiterbildung zu Finanzfragen im öffentlichen Sektor: CAS, Certified Public Financial Officer (PFO-HSG), 16 Tage in 4 Modulen, Start: Studiengang für Führungspersonen im öffentlichen Sektor: Certificate of Advanced Studies in Public Administration (CeMaP), 14 Präsenztage im Zeitraum zwischen 8.3. und St.Galler Zertifikatskurs für systemisch-unternehmerisches Management Ganzheitliche Managementfähigkeiten entwickeln für die zentralen Aufgabenfelder moderner Unternehmensführung, 19 Tage in 6 Modulen, Start: Operational Excellence durch strategisches Management Das Kompaktseminar für exzellente Prozessqualität bei minimalen Kosten, IMP-HSG, Dufourstrasse 40a Tel. +41 (0) Institut für Rechtswissenschaft und Rechtspraxis (IRP-HSG) Haftpflicht- und Versicherungsrecht at noon, , Kongresshaus Zürich. Haftpflicht- und Versicherungsrecht at noon, , Kongresshaus Zürich. ZPO Fallstricke und Chancen, , Kongresshaus Zürich. Haftpflicht- und Versicherungsrecht at noon, , Kongresshaus Zürich. Haftpflicht- und Versicherungsrecht at noon, , Kongresshaus Zürich. Haftpflicht- und Versicherungsrecht at noon, , Kongresshaus Zürich. Arztzeugnis, , Zentrum Paul Klee, Bern. Zwischen Wahrheit und Lüge Aussagepsychologie für die Praxis, , Kartause Ittingen. Lehrgang Human Resources: Recht und Gesprächsführung mit Certificate of Advanced Studies, Ausbildung in 5 Modulen, Start: März Lehrgang Prozessführung «Civil Litigation» mit Certificate of Advanced Studies, Ausbildung in 5 Modulen, Start: Mai Fachausbildung Haftpflicht- und Versicherungsrecht mit Certificate of Advanced Studies, Ausbildung in 5 Modulen, Start: September Lehrgang Konfliktlösung in Unternehmen und Verwaltung mit Certificate of Advanced Studies, Ausbildung in 5 Modulen, Start: Herbst IRP-HSG, Bodanstrasse 4 Tel. +41 (0) Institut fürwirtschaftsinformatik (IWE-HSG) Certified CSR Professional Der Zertifikatskurs für Praktiker aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik vermittelt umfassende Perspektiven zum Thema Corporate Social Responsibility (CSR). 20 Kurstage, 5 Module, Februar September 2013, Unternehmen in globaler Verantwortung (2/2013), CSR der Organisation (3/2013), CSR im Umfeldmanagement und Kommunikation (5/2013), Unternehmen im Gemeinwesen (7/2013), CSR à la Carte (9/2013). IWE-HSG, Tannenstrasse 19 Tel. +41 (0) aspx Institut fürwirtschaftsinformatik (IWI-HSG) HSG-Diplomprogramm IT Business Management (Fokus: Erwerb von Managementkompetenzen für die Schnittstelle zwischen Business und IT), berufsbegleitend 45 Tage, 15 Module, 6. Durchführung: Februar Mai IWI-HSG Müller-Friedberg-Strasse 8 Tel. +41 (0) Institut fürwirtschaft und Ökologie (IWÖ-HSG) Diploma of Advanced Studies in Renewable Energy Management (REM-HSG), in Englisch. Start: Februar 2013, Dauer: 40 Tage (8 x 1 Woche) in St.Gallen, Berlin, Singapur, Anmeldefrist: IWÖ-HSG Tigerbergstrasse 2 Tel. +41 (0) Schweizerisches Institut für Banken und Finanzen (s/bf-hsg) Vortragsreihe «Fit for Finance» Frühjahr 2013, unter der Leitung von Prof. Dr. Manuel Ammann, findet an folgenden Tagen statt: 26.3., 2.4., 9.4., 16.4., 23.4., 30.4., 7.5., 14.5., 21.5., 28.5., 4.6. und , Zertifikatsprüfung: , SIX Swiss Exchange ConventionPoint Zürich. Workshop zum Seminar «Fit for Finance» findet an folgende Tagen statt: 11.4., 25.4., und , Durchführung 1: jeweils bis Uhr, Durchführung 2: jeweils bis Uhr. s/bf-hsg Rosenbergstrasse 52 Tel. +41 (0) Swiss Centre for Innovations in Learning (scil) 5. Internationale scil Kongress «Lost in Transition: Pathways to successful Learning in Organisations», 6./ , Weiterbildungszentrum HSG, Weiterbildungsdiplom HSG: Professional Learning Executive (PLE- HSG), 14 Präsenztermine (+Learning Days) in St.Gallen, Einstieg jederzeit möglich. Zertifikatsprogramm CAS «Training und Lernbegleitung» Certified Program Manager (CPM-HSG), 7 Präsenztermine in St.Gallen, Einstieg jederzeit möglich. Zertifikatsprogramm CAS «Bildungsmanagement», Certified Learning Officer (CLO-HSG), 7 Präsenztermine in St.Gallen, Einstieg jederzeit möglich. Seminare (1½ Tage) Coaching und Lernberatung kompetenzorientiert einsetzen, 14./ , Innovatives Learning Design: Lernen im Net-Zeitalter, 7./ , Kompetenzen professionell entwickeln und evaluieren, 21./ , Change Management im Bildungsbereich: Den Wandel gestalten und begleiten, 11./ , Bildungsprogramme kalkulieren und vermarkten, 25./ , Nachhaltige Optimierung: Qualitätsmanagement im Bildungsbereich, 2./ , Aktivierende Methoden kompetenzorientiert einsetzen, 13./ , Go Global: Bildungsmanagement international verankern, 20./ , Wertbeitrag von Programmen aufzeigen, 19./ , Die Rolle von Führungskräften: Gestaltung einer lernförderlichen Führungsarbeit, 10./ , SG. Informelle, mediengeschützte Lernformen nutzen, 24./ , Lernen für die Praxis: Gestaltung transferorientierter Bildungsmassnahmen, 7./ , Diversity durch individualisiertes und teamorientiertes Lernen nutzen, 14./ , Coaching und Lernberatung kompetenzorientiert einsetzen, 5./ , Für die Zukunft gerüstet: Strategisches Bildungsmanagement, 12./ , Swiss Centre for Innovations in Learning (scil), Universität St.Gallen Karen Kaspar, Dufourstrasse 40a Tel. +41 (0) Fax +41 (0)

5 Panorama 17. Dezember HSG gegen HSG Im Ostschweizer Eishockey-Derby treffen Uzwil und Herisau aufeinander und zwei Bachelor-Studenten der Uni St.Gallen Das traditionsreichste Derby im Ostschweizer Eishockey tragen der EHC Uzwil und der SC Herisau aus auch wenn die beiden ehemaligen Nationalligaclubs heute nur noch in der 1. Liga, der höchsten Schweizer Amateurliga, spielen. Nächstes Mal stehen sie sich zwei Tage vor Heiligabend in der Niederuzwiler Uzehalle gegenüber. Mit dabei: Philipp Aerni (Herisau) und Yannick Heid (Uzwil) beide leidenschaftliche Hockeyspieler, beide Stürmer, beide Bachelor-Studenten im dritten Semester an der HSG. Und die beiden treffen sich nicht nur auf dem Eis, wenn mal wieder Derby ist, sondern auch privat. Sie haben sich in der Startwoche zum Auftakt des Assessment-Jahres 2011/12 kennengelernt, waren in die gleiche Gruppe eingeteilt. Studium und Hockey 1.-Liga-Eishockey ist durchaus als Spitzensport zu betrachten. Zu drei bis vier Trainings pro Woche kommen während der Saison, die von Ende September bis Anfang März dauert, wöchentlich zwei Meisterschaftsspiele hinzu. Da bleibt nebst Studium und Hockey kaum noch freie Zeit. «Wenn es nur die zwei Dinge sind, dann geht es gut», sagt Yannick Heid. «Im ersten Studienjahr musste ich daneben auch noch zwanzig Prozent arbeiten, um finanziell über die Runden zu kommen. Da war dann alles zusammen schon eine sehr grosse Belastung.» Heid ist Baselbieter und ist fürs Studium in die Ostschweiz gekommen. Er wohnt in Uzwil, ein paar Velo-Minuten von der Eishalle entfernt. Sein sportliches Engagement bringt ihm auch einen finanziellen Zustupf. Aufs Jahr gerechnet verdienen 1.-Liga-Eishockeyspieler in der Regel ein paar hundert Franken pro Monat. Beim Herisauer Philipp Aerni ist der finanzielle Druck, um in der Studienzeit über die Runden zu kommen, etwas weniger gross. Er wohnt noch bei seinen Eltern. «Dank dem Hockey muss ich dafür sonst nicht arbeiten gehen, Gegner auf dem Eis, Studienkollegen daneben: Philipp Aerni (links) undyannick Heid. um etwas Geld zu verdienen», sagt er. «Man verbringt schon sehr viel Zeit mit dem Sport. Aber so verlagert man halt die Freizeit in den Hockeyverein und unternimmt auch mal was mit Mannschaftskollegen statt mehr am Studentenleben an der Uni teilzunehmen.» An den grossen Mittwoch-Studentenparties wird man die beiden kaum antreffen. Meistens stehen Spiel oder Training an. «Ein guter Auslgeich» «Mir passt das gut so», sagt Philipp Aerni. «Der Sport ist ein guter Ausgleich zum Studium ich gehe lieber aufs Eis, als zu Hause vor dem Fernseher zu liegen.» Yannick Heid pflichtet bei: «Die körperliche Betätigung ist ein sehr guter Ausgleich und man kann auch im Kopf mal abschalten, wie man so schön sagt.» Heid studiert Betriebswirtschaft. Er hatte BWL und Jura ins Auge gefasst und sich schliesslich für eine wirtschaftliche Richtung entschieden.und für ein Wirtschaftsstudium war die HSG seine erste Wahl. Seine beruflichen Ziele sind noch vage. Er kann sich vorstellen, in Unternehmensanalysen tätig zu werden. Philipp Aerni absolviert den Major Rechtswissenschaften mit Wirtschaftswissenschaften. Aerni liegen Mathematik und Technik. Von einem Gang an die ETH war er aber letztlich nicht überzeugt. In der Kanti war sein Schwerpunkt Wirtschaft. So entschloss auch er sich schliesslich für eine wirtschaftliche Richtung, zumindest teilweise. «Law und Economics ist eine gute Mischung. Und sie lässt mir die Option offen, später auch mal Anwalt zu werden.» Zukunftsgedanken zu beruflichen Herausforderungen gegenwärtig sind die sportlichen. Bild: HannesThalmann Matchtipp? Sowohl der SC Herisau wie auch der EHC Uzwil kämpfen diese Saison in der untersten Tabellenregion. Das heisst, im nächsten Aufeinandertreffen geht es vor allem um wichtige Punkte. So oder so sind die Spiele zwischen den beiden Regionalrivalen aber immer etwas Besonderes. Für Philipp Aerni erst recht. Er ist zwar Herisauer, hat aber den grössten Teil als Nachwuchsspieler in der traditionell starken Uzwiler Juniorenabteilung verbracht und als Teenager auch schon für Uzwil in der 1. Liga gespielt. «Ich freue mich immer sehr auf die Derbies. Ich habe noch viele gute Kollegen im EHC Uzwil und denen will man natürlich zeigen, was man drauf hat.» Yannick Heid hat als Baselbieter mehr Distanz würde man meinen. «Ich bin jetzt Uzwiler.» Von der Derby-Atmosphäre im Team lässt er sich deshalb genauso packen wie seine Mannschaftskollegen. Matchtipp? Heid und Aerni gehen je von einem knappen Sieg ihres Teams aus. Jürg Roggenbauch EHC Uzwil SC Herisau: Samstag, 22. Dezember, Uhr, Uzehalle, Niederuzwil. «Eine besondere Auszeichnung» 25 Jahre EMBA HSG Bild: HannesThalmann Rund 300 Alumni und Gäste feierten am 16. November 2012 im Weiterbildungszentrum das 25-jährige Bestehen des Executive MBA. Der Tag bot mit spannenden Referenten «Ansichten und Einsichten aus Wirtschaft, Kultur und Sport» sowie die Möglichkeit des Austausches und Wiedersehens von der Gründer- bis hin zur jüngsten EMBA-Generation. (red.) Die Universität St.Gallen hat im «European Business Schools»-Ranking 2012 der «Financial Times» erstmals den Sprung in die Top 10 geschafft. «Es ist eine besondere Auszeichnung für die HSG, zu den besten zehn Wirtschaftsuniversitäten Europas zu gehören», sagt Rektor Thomas Bieger. «Wir haben in den vergangenen Jahren hart für diese Topplatzierung gearbeitet. Das erfreuliche Ergebnis zeigt, dass wir eine hervorragende Ausbildung für Fach- und Führungskräfte bieten. Wir wollen und müssen die Qualität in Lehre und Forschung auch weiterhin halten und weiter verbessern.» Dies sei nicht nur notwendig, um dem Schweizer Arbeitsmarkt eine hervorragende und international ausgerichtete Ausbildung zu bieten, sondern auch, um im immer härteren Wettbewerb zwischen den Universitäten bestehen zu können. «Als Universität ausserhalb der grossen Wirtschaftszentren hat die HSG dabei nur eine Chance über eine hohe Reputation und Qualität», betont Thomas Bieger. Die «Financial Times» fasst in ihrem jährlichen «European Business Schools»-Ranking jeweils vier Einzelrankings zusammen, die sie im Laufe des Jahres veröffentlicht. Während die vier Einzelrankings weltweite Auswertungen sind, konzentriert sich das Jahres-Gesamtranking der Zeitung auf die besten Wirtschaftsuniversitäten in Europa. Unter diesen liegt die Universität St.Gallen dieses Jahr in den Einzelrankings auf den folgenden Plätzen: 1. (weltweit) im Master-in-Management-Ranking mit dem Programm «Strategy and International Management» 17. im Ranking offener und firmenspezifischen Weiterbildungsprogramme 23. im Ranking der MBA-Programme 26. im Ranking der EMBA-Programme Zudem belegt die Universität St.Gallen den 5. Platz weltweit im Ranking der Master-Programme in Finance. Dieses wird im «European Business Schools»- Ranking aber nicht berücksichtigt. (red.)

6 Inserat 17. Dezember

7 Panorama 17. Dezember Frischer Wind im Weiterbildungszentrum Auf den 1. Januar 2013 übernimmt die SV (Schweiz) AG die gesamte Gastronomie im Weiterbildungszentrum Holzweid. Sie hat in der öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag erhalten. Mit der Erweiterung des Zentrums 2007 und der Eröffnung des HSG Alumni Hauses mit 54 Gästezimmern haben sich die Anforderungen an die Gastronomie verändert. Mit einem Wechsel des Anbieters verspricht sich die Universität, noch besser auf die Bedürfnisse der Seminargäste eingehen zu können. Die SV (Schweiz) AG verfügt über langjährige Erfahrung in Seminarzentren. (gh) AGENDA DIENSTAG, ÖV: Writing the American Century II: The Depression Years HSG , , Prof. Dr. Alan Robinson. ÖV: Ritratto dell Italia dal vero: IV. I «banali» anni Ottanta HSG , , Prof. Dr. Renato Martinoni. MITTWOCH, «Besinnlich in den Tag», Akademikerhaus, , Diakon Thomas Reschke. DONNERSTAG, ÖV: Nikolei Leskov ( ) der unbekannte russische Klassiker HSG , , Prof. Dr. Ulrich Schmid. ÖV: Experten ihre Rolle, ihre Geschichte, ihre Macht und Ohnmacht, in der Reihe «Geschichte» HSG , , Prof. Dr. Caspar Hirschi. Die «KMU in einer paradoxen Welt vom Umgang mit Widersprüchen»: Das Thema des 10. Schweizer KMU-Tages war hochaktuell. Zur Jubiläumsausgabe folgten wie bisher jedes Jahr über 1000 KMU-Führungskräfte aus der ganzen Deutschschweiz der Einladung nach St.Gallen und tauschten sich zu Fragen der erfolgreichen Unternehmensführung aus. Antworten dazu fasste das «Gründer- Trio» des KMU-Tages Urs Fueglistaller, Roger Tinner und Walter Weber zum Jubiläum in einem Buch zusammen. Der Schweizer KMU-Tag gehört zu den grössten «Erfolg beginnt im Kopf» Bild: Roger Sieber, netfabrix Wirtschaftstagungen der Schweiz. Um die Plattform für KMU in ihrem Charakter zu erhalten «Nirgendwo sind sich die Schweizer KMU näher» wird die Beschränkung der Teilnehmerzahl aber auch in den kommenden Jahren beibehalten. Auf dem Bild: Die Schweizer Snowboard-Olympiasiegerin Tanja Frieden (Mitte) sowie Unternehmer und ETH-Vizepräsident Roman Boutellier im Gespräch mit Moderatorin Regula Späni: «Beginnt Erfolg nun im Kopf oder im Bauch?» Weitere Informationen zum Schweizer KMU-Tag unter (rt/red.) Das «Öl im Getriebe der HSG-Mechanik» Die Verwaltungsressorts der HSG (5) Das Ressort Informatik Mit der IT der HSG kommen Studierende, Dozierende und Mitarbeitende täglich in Berührung viele Handgriffe wie das Lesen von Mails, die Recherche in Bibliothekskatalog und im Internet, der Zugriff auf Vorlesungsmaterial, Prüfungsdaten oder auch Bestellfunktionen im HSG-Intranet sind heute so selbstverständlich, dass kaum mehr ein Gedanke an die komplexe, für all das notwendige IT-Infrastruktur verwendet wird. Diese rückt erst dann in den Fokus, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es sollte, wenn einem in der Anwendung eines IT-Werkzeugs nicht der richtige Handgriff einfallen will oder beim Angebotenen Wünsche offen bleiben. Dann wählt man als Angestellter die Telefonnummer 2900 oder kontaktiert als Studierender die IT-Tutoren, und das Anliegen ist in der HSG-IT platziert. Unterschiedliche Prozesse für Anfragen Anfragen an den Service Desk des Ressorts Informatik setzen je nach Ausrichtung unterschiedliche Prozesse in Gang: Einen Teil der Anfragen löst der Service-Desk-Mitarbeitende direkt, die sogenannte Erstlöserate wird in 2012 bei voraussichtlich über 50 Prozent liegen. Wenn es sich um komplexere Anfragen oder den Ausfall einer Dienstleistung handelt, wird der sogenannte «2nd Level Support» eingebunden: Spezialisten übernehmen die Bearbeitung solcher Anfragen. Fällt ein kritisches System wie zum Beispiel oder Study- Net aus, wird das Problem mit höchster Priorität und dem Ziel angegangen, eine Problembehebung innerhalb eines Dreiviertel-Werktages zu erreichen. Impliziert die Anfrage gar eine Erweiterung des Leistungsportfolios, treten die sogennanten IT Service Manager auf den Plan, die Anregungen von Anwenderseite aufgreifen und entsprechende Änderungs- und Verbesserungsvorschläge im Ressort Informatik vertreten. Alle Dienstleistungen in einem Katalog Neue Leistungen finden ihren Niederschlag im Service-Katalog der IT, einer Auflistung der durch das Ressort erbrachten Dienstleistungen. Der Katalog findet sich im Mitarbeitenden-Intranet unter >Services >Informatik und umfasst verschiedene Leistungsgruppen wie zum Beispiel den Zugang mittels HSG-Konto, den IT-Arbeitsplatz mit PC, VOIP-Telefon und Drucker, Informationssystemen wie dem HSG-Webauftritt oder den Infoterminals und Info Screens im Hauptgebäude, spezialisierten IT-Plattformen zur Unterstützung der Lehre usw. Die Leistungsgruppen HSG Zugang und Informationssysteme standen zuletzt im Fokus: Der signifikante WLAN- Ausbau verbessert den HSG-Zugang ebenso wie die Bereitstellung von persönlichem Speicherplatz «in der Cloud» (Wuala). Auch die Studierenden-Mailboxen wanderten «in die Cloud», sie weisen neu Kapazität von je 25 GB auf. Im Bereich der Informationssysteme wurde Bild: HannesThalmann Auch eine Ausbildungsstätte: Krisna Nagalingam, Lehrling im Ressort Informatik. der Webauftritt der Universität St.Gallen mit einem neuen Design unterlegt und die Mobile-Uni-App in Zusammenarbeit mit dem IWI-HSG erweitert (www.app. unisg.ch). Mittel- und langfristigeverbesserungen Die grössten Neuinvestitionen werden momentan in die den Lehrprozess unterstützenden Systeme getätigt, hier darf in naher und mittlerer Zukunft mit interessanten Verbesserungen gerechnet werden, insbesondere im Serviceportal für Studierende und der Merkblatt- Anwendung. Langfristig (2016+) wird die Ablösung der Notes-Plattform angestrebt, die verschiedenen Notes-basierten Informationssysteme werden laufend, Schritt für Schritt, ersetzt. So ist für 2014 die Ablösung der Adressverwaltung Ikarus durch ein Standard CRM (Customer Relationship Management) System geplant. All diese Arbeiten stehen unter der Prämisse, für eine zeitgemässe, auf die Anwenderbedürfnisse abgestimmte Weiterentwicklung der HSG-IT zu sorgen die IT als «Öl im Getriebe» der vielschichtigen «Mechanik HSG». Dabei ist auf Zuverlässigkeit, Speditivität und Kosteneffizienz zu achten: Schwerpunkte setzen und sich an Standards orientieren, lautet also die Devise. Christoph Baumgarten, Kai Blanke

8 CEMS ANNUAL EVENTS Dezember Gute Musik, gutes Essen Dinner in der St.GallerTonhalle. Bilder: Philipp Baer «Mit Werten überzeugen» Jahreskonferenz und Diplomfeier des CEMS-Netzwerks in St.Gallen Schnee liegt vor den St.Galler Olma- Hallen. Unter Läuten mit Schweizer Schellen werden knapp 800 frisch diplomierte Absolventen feierlich in die Wirtschaftswelt entlassen. Die Zeremonie ist der Höhepunkt der so genannten «CEMS Annual Events». 28 führende Business Schools von vier Kontinenten bringt die Allianz CEMS jedes Jahr an einer anderen Wirtschaftsuniversität zusammen. Rund 70 transnational tätige Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen sind mit dem Netzwerk verbunden. Die HSG war nach 1995 erstmals wieder Gastgeberin eine Ehre für die Universität Gäste, darunter Studierende, Dozierende und Wirtschaftsvertreter, beschäftigten sich während der letzten Novemberwoche mit dem Thema «Responsible Leadership». Verantwortung ein Gesicht geben HSG-Professor Günter Müller-Stewens erläuterte das Leadership-Konzept in einem Zeitungskommentar: «Verantwortungsvolle Führung erfordert Führungskräfte, die persönlich Sorge tragen für die Anliegen ihrer Anspruchsgruppen. Sie müssen über ausgeprägte moralische Werte verfügen und auch moralisch bewusst handeln. Sie delegieren diese Aufgabe auch nicht abstrakt an ein Gremium, sondern zeigen in dieser Sache Gesicht.» Berufliche Ziele eines guten Leaders sollten auf Interessen und Ideen ausgerichtet sein, nicht auf Hierarchie oder Boni, gab HSG-Professor Wolfgang Jenewein den Studierenden des fünftägigen CEMS-Kurses, der in St.Gallen abgehalten wurde, mit auf den Weg. «Mangelnde Glaubwürdigkeit lässt Chefs scheitern. Begeisterung für das, was man tut, befördert dagegen Führungskraft und Belegschaft.» Kreative Standortbestimmung Teil dieses Kurses war eine kreative Standortbestimmung: Mit Farbstiften, Karton, Schere und Kleber brachten 25 Studierende ihre persönlichen Werte zu Papier. Visionen auf Pappe für das spätere Berufsleben. Mit den Collagen gestalteten sie eine Vernissage im Foyer des Bibliotheksgebäudes. Im sportlichen Teil des Kurses wetteiferten die Studierenden in zwei Teams darum, wer zuerst durch die Fäden eines mannshohen Netzes auf die andere Seite schlüpft. Wie Verantwortung in Wirtschaft und Ausbildung verankert sein soll, beleuchtete eine Podiumsdiskussion. Rektor und CEMS-ChairmanThomasBiegersagte,dass HSG-Studierenden eine Weitwinkelsicht aufs Thema Leadership vermittelt werde. Die Uni wolle Absolventen ausbilden, die sich im Klaren über die Umfelder seien, die sie mit Entscheidungen beeinflussen. Ein Bewusstsein, das auch den CEMS-Absolventen während der abschliessenden Diplomfeier mit auf den Weg gegeben wurde. (red.) Leonard Cheng, Dean der Hong Kong University of Science andtechnology, und CEMS-ChairmanThomas Bieger. Lohn für harte Arbeit: CEMS-Studierende marschieren ein zur Diplomfeier.

9 CEMS ANNUAL EVENTS Dezember «Responsible Leadership» Thema der CEMS Annual Events 2012 wie auch der Podiumsdiskussion im Audimax. Grund zur Freude knapp 800 Studierende erhielten ihr Diplom. Reger Austausch im einwöchigen Kurs zu «Responsible Leadership» mit Prof. Dr.Wolfgang Jenewein. Liessen sich den Anlass nicht entgehen: Stadtpräsident Scheitlin, Prorektor Roberto, Regierungsrat Kölliker. Feierlicher Abschluss des CEMS-Master-Programms: Diplomfeier in der Olma-Halle.

10 Experten-Gespräch 17. Dezember Miriam Meckel: «Ich glaube alle einschneidendenveränderungen, die wir in den letzten 15 Jahren erlebt haben, hängen mit dem Internet zusammen.» Bild: HannesThalmann itunes für Journalismus Prof. Dr. Miriam Meckel über den Kultur- und Medienwandel der vergangenen Jahre, journalistisches Schreiben im 21. Jahrhundert und künftige Geschäftsmodelle. Inwieweit verändern sich Inhalte durch Social Media und Internet und welche Rolle spielen Tablets und Apps bei dieser Entwicklung? Miriam Meckel arbeitet als Professorin für Corporate Communication am Institut für Kommunikationsmanagement der HSG (MCM-HSG). In gewisser Weise haben wir einen Kultur- und Medienwandel in den vergangenen Jahren beobachten können. Was waren die einschneidendsten Veränderungen, die wir erlebt haben? Miriam Meckel: Ich glaube alle einschneidenden Veränderungen, die wir in den letzten 15 Jahren erlebt haben, hängen mit dem Internet zusammen. Aus meiner Sicht gibt es hierbei ein paar Schwerpunkte, die schwierig sind. Die Geschäftsmodelle der traditionellen Medienunternehmen brechen weg. Alle Bereiche sind davon betroffen, Medien, Musik, Entertainment. Die Transformation der Geschäftsmodelle, das Sich-neu- Erfinden im Digitalen, funktioniert bislang nicht gut. Momentan gibt es eine Bewegung hin zu Paywalls. Die NZZ etwa hat sie gerade eingeführt. Im internationalen Bereich haben wir mit der «New York Times» und dem «Wall Street Journal» oder auch der «Financial Times» schon einige Vorreiter. Langsam entwickelt sich etwas. Das Business ist jedoch extrem schwierig geworden. Haben sich die Inhalte durch diesen Prozess verändert? MM: Heute kann dank Internet theoretisch jeder kommunizieren, Informationen zur Verfügung stellen, Themen setzen, Agenda-Setting betreiben. Aus dem Amerikanischen importiert sagen wir: «Cut out the middle man.» Der Journalist wird sozusagen aus der Gleichung hinausgerechnet. Dies bringt einen Bedeutungsverlust für Journalisten mit sich. Wir erfahren also eine Demokratisierung von Inhalten, gleichzeitig wird es schwieriger, Qualität wirklich zu definieren. Man muss als Nutzerin und Nutzer heute stärker selbst recherchieren, analysieren. Es sei denn man verlässt sich auf die traditionellen Medienmarken. Welche Rolle spielen die sozialen Medien? Wird sich das Berufsbild des Journalisten verändern? MM: Ich glaube, dass Journalisten sich in Zukunft sehr viel stärker über ihren Persönlichkeitsbrand etablieren und im Markt behaupten werden, weniger durch die Medienmarke. Sie erleben das bereits im deutschsprachigen Markt. Es gibt eine ganze Reihe von Journalistinnen und Journalisten, die nicht mehr an ein Medium gebunden sind. Der Personality Brand ist gefragt. Dies gilt auch für den amerikanischen Markt, wenn sie z.b. an Andrew Sullivan denken oder einige Aushängeschilder der «New York Times». Diese Persönlichkeitsmarken bilden sich interessanterweise durch Social Media heraus und nicht allein durch Printartikel. Da ist ein Twitter-Accout relevant, da ist Facebook relevant, da sind Dinge wie Storify relevant oder YouTube, das es einem ermöglicht, sein eigenes Fernsehen zu produzieren. Für den traditionellen Journalismus ist diese eine Bedrohung und gleichzeitig ein Zwang, sich mit den sozialen Medien auseinanderzusetzen. Es gibt eine Reihe von Journalisten, die dies sehr forsch tun. Die grössere Anzahl glaubt jedoch, wenn sie sich Augen und Ohren zuhalten, könne diese Welt an ihnen vorbeigehen. Das ist aber nicht so. Wiederspricht dies nicht in gewisser Weise der zuvor angesprochenen Demokratisierung der Inhalte, dem Multichor an Stimmen, der uns aus den sozialen Medien entgegenschallt. Das Modell des Autoren, des Herrschers über Einordnung und Weisheit, ist ein altes Modell, eines das eigentlich im 21. Jahrhundert schon obsolet schien? Warum suggeriert der Autor trotzdem Verlässlichkeit? MM: Wenn ein Autor eine Marke ist, ist er eine verlässliche Stimme. Er hat sich dann Glaubwürdigkeit aufgebaut, eine verlässliche Angebotsstruktur entwickelt, die durch eine bestimmte Qualität geprägt ist. Wir alle möchten eine Orientierung in unserem Leben haben. Wer kann sich schon vorstellen, jeden Morgen das Internet zu durchforsten, um sich seine eigene tägliche Informationsdiät den «full brain mix» zusammenzustellen? Das ist ja schlichtweg unmöglich. Wir sind darauf angewiesen, Medienmarken zu nutzen, vor allem aber uns auf bestimmte Persönlichkeiten zu verlassen, die uns eine Art «daily digest» bieten. Mit den entsprechenden Tools können Sie dies natürlich auch technisch aufsetzen. Was bedeutet dieser Wandel für die Nutzerinnen und Nutzer, die Öffentlichkeit, die in diesem neuen digitalen Raum entsteht? MM: Wir erleben eine starke Veränderung von Orientierungsstrukturen, von Institutionalisierungen in unserer Gesellschaft. Der Autor war in der Frühzeit anonym, es gab keine Namensautoren. Interessanterweise kommen wir auf eine gewisse Art im Internet darauf zurück. Wir können auch sagen, es gibt so etwas wie den Kollektivautor, die «wisdom of the crowd». Wikipedia ist ein Beispiel. Und wie Studien beweisen, ist das Ergebnis dieses kollektiven Schreibens genauso gut wie beispielsweise die Encyclopædia Britannica oder der Deutsche Duden es im analogen Zeitalter waren. Es gibt aber ganz verschiedene Autorenmodelle. Den Schwarm auf der einen, die Persönlichkeitsmarke, verbunden mit einem Trend zur Ich- Erzählung, auf der anderen Seite. Dazwischen öffnet sich ein weites Feld. Was bedeutet dies für die Inhalte, für die Form der bereitgestellten Informationen? MM: Die traditionellen Gattungsdifferenzen, die Unterscheidung von Textsorten, wie wir sie kennen, heben sich zuweilen auf. Bis hin zu Forderungen nach einer fragmentarischen Intertextualität, einer neuen Remix-Culture, wie es im amerikanischen Raum heisst. Selbst das Plagiat gilt ja zum Teil nicht mehr als solches: Man setzt alles aus allem zusammen. Das ist eine sehr weitreichende Idee, mit der ich durchaus meine Schwierigkeiten habe. Ich finde, dass es ureigene Ideen und Gedanken geben kann, auch wenn diese auf etwas Existierendes Bezug nehmen. David Shields etwa hat mit «Reality Hunger» ein Buch vorgelegt, das nur aus plagiierten Textbausteinen besteht. Das sei die Art und Weise wie wir in Zukunft Text produzieren und lesen werden, meint er. Ich glaube das allerdings nicht. Um noch einmal auf die Medienlandschaft zurückzukommen. Wird es in 30 Jahren noch gedruckte Zeitungen geben? MM: Hätten Sie mich das vor drei Jahren gefragt, hätte ich gesagt: Auf jeden Fall! Mittlerweile bin ich sehr skeptisch geworden. Grundsätzlich, denke ich, muss man die Nutzungssituationen unterscheiden. Am Wochenende, in der Entspannungsphase, greifen Menschen eher zur Zeitung. Ich könnte mir vorstellen, hier haben wir noch eine ganze Weile gedruckte Medien, Zeitungen, Zeitschriften und auch Bücher. Aber es werden eher elitäre Medien sein, die auch teurer werden müssen. Darüber hinaus werden die Inhalte hintergründiger werden. Nachrichten sind in der Zeitung das langweiligste, was es gibt, weil sie im Internet längst zur Commodity geworden sind, bevor man überhaupt das E-Paper oder die Papierzeitung in die Hand nehmen kann. Und vielleicht erleben wir schon bald, dass sich die Erscheinungsweisen verschieben und die Tageszeitung dann nur noch Mittwochs und am Wochenende erscheint. Welche Erlösmodelle werden sich durchsetzen? Die Paywall? MM: Bei internationalen Brands, bei Finanz- und Wirtschaftsmedien, augenblicklich ja. Aber es gibt weitere Möglichkeiten, z.b. das Genossenschaftsmodell, das die taz in Deutschland nutzt. Dort bezahlen Sie über Flatrate für Artikel, die Ihnen gefallen haben. Ich denke, dass wir in ein paar Jahren so etwas wie itunes für Journalismus haben werden, wiederum auf die Personality Brands bezogen. Ich abonniere dann zum Beispiel Constantin Seibt, unabhängig davon, auf welcher Plattform er publiziert. Darüber hinaus gibt es das slowakische Modell: eine Flatrate für 20 oder 25 Medienangebote. All das ist in der Erprobungsphase und im Übergang. Sind Tablets wie das ipad die Motoren dieser Entwicklung? MM: Das ist sicher. Aus Marktuntersuchungen wissen wir, die Tablets haben enorm dazu beigetragen, die mobile Nutzung des Internets, aber auch die mobile Nutzung von Medienangeboten, voranzutreiben. Viele Verlage starren auf diese «Heilsbringer» wie das Kaninchen auf die Schlange und müssten doch alle Möglichkeiten ausloten, ihr Kernprodukt, die qualitativ hochwertigen journalistischen Inhalte, zu monetarisieren. Welche Rolle spielen Apps? MM: Eine wesentliche. Was ich interessant, aber auch schwierig finde: Wir haben über das Internet immer als eine freie, offene, demokratisierte Plattform gesprochen, auf der die User zu Prosumern, zu Produzenten von Inhalten werden. Apps machen diesem Gedanken den Garaus, weil sie sich in der Nutzungshaltung eines fertig zugeschnittenen Inhalts oder Angebots ergehen. Das, was ursprünglich mal an Nutzung und an Eigenaktivität gedacht war, findet in der App-Struktur kaum mehr statt. So toll und nützlich viele Apps sind: wenn die künftige Netzökonomie eine App-Ökonomie wird, verlieren wir eine wesentliche Errungenschaft des Internets. Interview: Markus Zinsmaier

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