Mehrwert Mobilität MDM: Nutzerkonferenz November 2012 BASt, Bergisch Gladbach

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1 Mehrwert Mobilität MDM: Nutzerkonferenz November 2012 BASt, Bergisch Gladbach

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5 Herzlich Willkommen Begrüßung Stefan Strick Präsident der Bundesanstalt für Straßenwesen Entwicklung von Mobilitätsdiensten in Deutschland Dr. Jürg Sparmann ITS Network Germany Der Mobilitäts Daten Marktplatz die künftige Schnittstelle zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft Prof. Dr. Josef Kunz Leiter der Abteilung Straßenbau Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Offizielle Eröffnung des MDM

6 Inhalt Fachbeiträge Der MDM als Katalysator für PPP-Ansätze im Bereich Detektionsinfrastruktur 8 Dr. Sven Kohoutek, traffic information and management GmbH Messung von fließendem und ruhendem Verkehr mit den Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X 9 Hartmut Runge, Steffen Suchandt, Michael Bäßler, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Neue Daten für die Verkehrslage Berlin 10 Peter Aicher, Siemens AG Geschäftsmodelle zur Datenbereitstellung / -nutzung im Rahmen des MDM 11 Anja Mann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.v. (DLR) Intermodale und Tür-zu-Tür Mobilität 12 Guido vom Berge, Mobiliance AG Schlaganfallrettung Schneller in der Klinik dank MDM 13 Franziska Wolf, Danny Weßling, Otto-von-Guericke-Universität / IFAT Intermodale Navigation auf Basis einer hochperformanten Datenplattform 14 Anton Brucker, Map and Route GmbH & Co. KG Das Verbundprojekt WikiNavi Technologieentwicklung für eine verbesserte Fußgängernavigation 15 René Hempel, Institut für Automation und Kommunikation e.v. Magdeburg (ifak) Auf einem Auge blind: Aktivitäten zur Umsetzung von Mobilitätsdatenplattformen 16 Benno Bock, Valentin Jahn, Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (innoz) GmbH DATEX II TPEG: Beispiel für einen Datenveredlungsdienst 17 Prof. Dr. Michael Ortgiese, FH Potsdam Matthias Mann, PTV Group

7 MDM-Content: Programm fürs Digitalradio 18 Thomas Kusche, Westdeutscher Rundfunk Mehrwertdienste der Firma GEWI für den MDM 19 Hagen Geppert, GEWI Europe Von der Betriebsmeldung zur Verkehrsinformation Nutzung inhaltlich und zeitlich zuverlässiger Informationen 20 Patric Stieler, Landeshauptstadt Düsseldorf Mobilparken die intelligente Dienstleistungsplattform für das straßenseitige Parken 21 Dr. Joachim Wahle, TraffGo Road GmbH/Telematics Pro e.v. Parkinformationen aus Wuppertal im MDM 22 Johannes Blöser, Stadt Wuppertal Nutzung kommunaler Signalisierungsdaten über den MDM 23 Michael Neuner, GEVAS software DIANA II Dynamic Information and Navigation Assistance 24 Andrea Elster, Hessen Mobil Straßen- und Verkehrsmanagement Webbasierte Baustellenverwaltung auf Grundlage von OSM 25 Joachim Schade, Institut für Automation und Kommunikation e.v. Magdeburg (ifak) Die kommunale Baustelle im Navi 26 Bernd Weidner, Dr. Stefan von der Ruhren, Kompetenzplattform Kommunales Infrastrukturmanagement Straße KIM Straße e.v. Das digitale Leben endet an der Autotür aber nicht mehr lange! 27 Stefan Unterhuber, Atos IT Solutions and Services GmbH Endlich angekommen: Strategisches Routing in der Praxis 28 Dr. Ulrich Fastenrath, BMW Group

8 Der MDM bietet Perspektiven für Leasingmodelle für Detektionsinfrastruktur. 8 Der MDM als Katalysator für PPP-Ansätze im Bereich Detektionsinfrastruktur Trotz einer umfassend vorhandenen Detektionsinfrastruktur äußern viele Kommunen Bedarf nach darüber hinaus gehenden Verkehrsdaten. Dieser zusätzliche Bedarf betrifft überwiegend gezielte fachliche Fragestellungen aus den Gebieten des Verkehrsmanagements oder der Luftreinhaltungs- und Lärmminderungsplanung. Im Rahmen der Erhebungen, welche hierfür mehrmals jährlich und häufig zwischen denselben Partnern durchgeführt werden, entstehen wiederkehrend Aufwendungen zur Angebotserstellung, zur Organisation der Erhebung, zur Dokumentation der Qualitätssicherung und zur Übergabe der Daten. Der Mobilitäts Daten Marktplatz als zentrale Daten-Austausch-Plattform verbessert erheblich die Voraussetzungen für ein Vertragsverhältnis (Dauer z. B. 3 bis 5 Jahre) zwischen der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand zur Erbringung dieser Dienstleistungen: Zum einen werden der Initialaufwand und die Betriebskosten für Komponenten zur Übermittlung der Daten an kommunale Systeme deutlich reduziert, zum anderen kann er dabei unterstützen, eine vertragliche Basis für die Datenübergabe von der Privatwirtschaft an die Öffentliche Hand zu etablieren. Datenflüsse und Aufgaben in einem Leasing-Modell für Detektionsinfrastruktur Dr. Sven Kohoutek traffic information and management GmbH

9 Radarsatelliten ermöglichen die großflächige und automatische Erhebung von Verkehrsinformationen. Messung von fließendem und ruhendem Verkehr mit den Radarsatelliten TerraSAR-X und TanDEM-X 9 Die Daten moderner bildgebender und nach dem Prinzip der synthetischen Apertur arbeitender Radarsatelliten bieten eine Vielzahl wissenschaftlicher und kommerzieller Anwendungsmöglichkeiten, so auch die Ableitung verkehrsbezogener Informationen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreibt operationell die 2007 und 2010 gestarteten Satelliten TerraSAR-X und TanDEM-X. Über deren Hauptanwendungen wie die Kartierung und Vermessung von Landoberflächen hinaus bieten diese Systeme auch die Möglichkeit einzelne Objekte wie fahrende oder stehende Fahrzeuge zu erfassen und auf diesem Weg Verkehrsinformationen abzuleiten. Das DLR Institut für Methodik der Fernerkundung (IMF) forscht u.a. an automatischen Softwaresystemen und Auswerteverfahren, um solcherart Informationen aus den Satellitenbildern zu extrahieren. Eine daraus hervorgegangene Entwicklung ist der TerraSAR-X/TanDEM-X Traffic Processor (TTP), ein softwarebasiertes Nahe-Echtzeit System zur stichprobenartigen Verkehrsmessung. Allgemeine Vorteile dieser satellitenbasierten Methode sind die: Wetter- und Tageslichtunabhängige Verkehrsmessung durch Verwendung eines bildgebenden Radars Simultane Erfassung von Verkehrsflüssen in großen Gebieten Möglichkeit einer regionalen, grenzüberschreitenden bis weltweiten Datenerfassung Das Verfahren basiert auf der Detektion und hochgenauen Messung von fahrenden oder stehenden Einzelfahrzeugen. Die so akquirierten Daten eignen sich zum: Stichprobenartigen Erfassen von Verkehrsströmen großer Gebiete Überprüfen konventioneller Verkehrssensoren sowie providerbasierter Verkehrsdaten Ermitteln der Auslastung von Parkierungsanlagen an Autobahnen und Veranstaltungsorten Hartmut Runge Steffen Suchandt Michael Bäßler Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Institut für Methodik der Fernerkundung

10 Georeferenzierung von streckenbezogenen Daten im städtischen Umfeld eine besondere Herausforderung. 10 Neue Daten für die Verkehrslage Berlin Die oft sehr unterschiedliche Kartenbasis von städtischen Behörden und marktgängigen Navigationsnetzen erfordert spezielle Verfahren, die eine Georeferenzierung für den bidirektionalen Austausch von streckenbezogenen Daten im städtischen Umfeld ermöglichen. Insbesondere die unterschiedlichen Ansprüche an die Nutzung der Kartenbasis führen bei deren Erstellung zu speziellen Lösungen, die eine spätere Abbildbarkeit aufeinander im Nachhinein erschweren kann. Die vorgestellte Lösung soll einen Weg aufzeigen, der eine praktikable Vorgehensweise darstellt und sich bereits in einer umfangreichen Anwendung der VMZ Berlin bewährt hat. Peter Aicher Siemens AG

11 Erfolgreiche Geschäftsmodelle liefern einen Mehrwert und führen damit zur Akzeptanz und Nutzung. Geschäftsmodelle zur Datenbereitstellung / -nutzung im Rahmen des MDM 11 Der Erfolg des Mobilitäts Daten Marktplatzes (MDM) steht und fällt mit seinem Angebot sprich der Datenbereitstellung und -nutzung. Nur wenn die jeweiligen Akteure wie Serviceanbieter, die öffentliche Hand und Rundfunkanstalten einen Mehrwert für sich sehen, werden sie das Angebot des MDM auch nutzen. Daher ist es wichtig, dass das Geschäftsmodell des MDM allen Akteuren diesen Mehrwert liefert und sich in deren Geschäftsmodelle integriert bzw. diese ergänzt. Das Geschäftsmodell des MDM kann auch als eine Architektur der Wertschöpfung bezeichnet werden. Diese Architektur beinhaltet eine Beschreibung der verschiedenen Akteure und ihrer Rollen in der Wertschöpfung und weist den Nutzen für die Akteure und deren Kunden aus. Neben dem Austausch von Daten muss auch der finanzielle Mittelfluss betrachtet werden. Das Prinzip der kostenlosen Datennutzung bei entsprechender kostenloser Datenbereitstellung kann für den MDM sinnvoll sein. Mehrwerte sind in Folge dieses Geschäftsmodells sowohl für die öffentliche Hand (im Sinne des Verkehrsmanagements) als auch die Privatwirtschaft und Unternehmen des öffentlichen Verkehrs vorhanden (Verbesserung des Angebots und damit Gewinnung neuer und Bindung bestehender Kunden). Eine effiziente Nutzung des MDM bringt dadurch nicht nur den Akteuren des MDM selber sondern auch den Endnutzern, sprich dem mobilen Bürger, Vorteile. Hierzu ist eine konsequente Fortführung und Ausbau des Angebots der Akteure notwendig. Anja Mann Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.v. (DLR)

12 Mobiliance vereinfacht Mobilität und navigiert intermodal von Tür zu Tür. 12 Intermodale und Tür-zu-Tür Mobilität Mobiliance unternimmt einen ganzheitlichen Ansatz zur Optimierung von Reisen. Mit Mobiliance erleben geschäftlich und privat Reisende einzigartige Einfachheit bei Reiseauskunft und -buchung sowie eine umfassende Betreuung während und nach der Reise. Vor der Reise findet Mobiliance für Reisende alle Reisemöglichkeiten, um adressgenau von A nach B zu gelangen. Hierbei werden alle zur Verfügung stehenden Verkehrsträger berücksichtigt und gemäß der Faktoren Zeit, Kosten und CO2 bewertet. Während der Reise begleitet Mobiliance den Reisenden mittels einer Reise App auf dem Smartphone oder alternativen Endgeräten mit sinnvollen Informationen und Angeboten. Nach der Reise erhält der Reisende bzw. das Unternehmen ein Mobilitätsreporting über sämtliche Reiseaktivitäten der Mitarbeiter. Reporting und Zahlung alles aus einer Hand! Guido vom Berge Mobiliance AG

13 Im Fall von Schlaganfall entscheidet jede Minute im Projekt Aster wird der Rettungsweg gezielt beschleunigt. Schlaganfallrettung Schneller in der Klinik dank MDM 13 In ASTER (Akut-Schlaganfall-Versorgung Telematikplattform für den Rettungstransportwagen) wird die Transportzeit des Patienten in die Klinik reduziert und damit die Heilungschance besonders für Schlaganfallpatienten potenziell erhöht. Dem Rettungsteam wird eine optimierte semi-automatische Diagnose- und Routenplanung zur Verfügung gestellt. Die dem Notfall angepasste zeit- und wegeoptimierte Transportroute berücksichtigt Spezialisierungen und aktuelle Behandlungskapazitäten der Kliniken. Bei der Routenberechnung fließen, neben statischen Daten zu Weglänge und Straßenbeschaffenheit, besonders dynamische Aspekte ein. Wege-Zeit-Parameter abhängig von Mikroverkehrslagen, Stau- und Verkehrslageinformationen, Schließbzw. Wartezeiten an Bahnübergängen oder LSA-betriebenen Knotenpunkten werden berücksichtigt. Durch eine aktive Priorisierung an signalisierten Knotenpunkten wird der Rettungswagen auf seiner Route zusätzlich beschleunigt. Das Aster-System bietet erstmals eine Verknüpfung von mobilem Rettungswesen, Krankenhaus, Akut-Schlaganfallnetzwerken und verkehrstechnischen Systemen des MDM. Sie ermöglicht so einen beschleunigten, die Verkehrswege effizient und sicher nutzenden, Patiententransport. Technische, medizinische und verkehrliche Module des Aster-Systems im Gesamtverbund Franziska Wolf Danny Weßling Otto-von-Guericke-Universität / IFAT

14 Erstmalige ÖPNV- und PKW-Navigation in einer Lösung mit Realtime-Daten und High-Quality-POI. 14 Intermodale Navigation auf Basis einer hochperformanten Datenplattform Sich im Verkehrsnetz großer Städte zurechtzufinden, individuell zwischen PKW und öffentlichen Verkehrsmitteln zu wechseln und dabei zuverlässig das Ziel zu erreichen, stellt für jedermann im fließenden Verkehr eine große Herausforderung dar. Unterstützung naht vom eigenen Handy, ausgerüstet mit einer intermodalen Navigation! Der Spezialist für Maps und Location Based Content, Map and Route, integriert die ÖPNV-Navigation des Instituts Fraunhofer IVI sowie die Handy-Ticket-Lösung von The Agent Factory in sein eigenes Navigationssystem V-Navi, das für alle gängigen Smartphone-Plattformen zur Verfügung steht. Die drei Partner arbeiten dafür direkt mit den jeweiligen Verkehrsverbünden zusammen, die jederzeit die Hoheit an ihren Daten behalten. Die Map and Route nutzt dazu die eigene Contentplattform, über die Kunden im In-und Ausland täglich mit aktuellen, werthaltigen und teils hochdynamischen Daten versorgt werden (Yellow Pages, Automobilhersteller, Reiseführer u.v.a.). Anton Brucker Map and Route GmbH & Co. KG

15 Einheitliche Daten schaffen die Basis für neue Navigationshilfen im Alltag mobilitätseingeschränkter Personen. Das Verbundprojekt WikiNavi Technologieentwicklung für eine verbesserte Fußgängernavigation 15 Für Kraftfahrzeuge haben sich Navigationssysteme auf Basis von GPS durchgesetzt. Auch in den öffentlichen Personenverkehr ist Informationstechnik eingezogen, die es dem individuellen Reisenden erlaubt, sich z. B. eine optimale Route von einem Start- und einem Zielbahnhof ggf. mit Angaben zum Umsteigen in Zwischenbahnhöfen zusammenstellen zu lassen. In der Alltagspraxis fehlen jedoch Navigationshilfen, die u. a. Bewegungseinschränkungen berücksichtigen, Mobilitätsketten ermöglichen, die Routenführung individuell optimieren, dynamisch aktuelle Verkehrsdaten integrieren oder eine aktive Mitwirkung der Nutzer ermöglichen. Im Verbundprojekt WikiNavi soll daher eine Navigationslösung für urbane Gebiete geschaffen werden, die die angedeutete Funktionalität bietet. Besonders wichtig ist der kontrollierte Einfluss der Nutzer auf die Datenbasis. Dies betrifft speziell die Mitteilung von entdeckten Verkehrsbehinderungen oder baulichen Veränderungen im Wegebereich, z. B. Baustellen. Dieser Teil des geplanten Dienstes ist der Grund für die Kurzbezeichnung WikiNavi des Verbundprojektes. Konzept und Grundbestandteile der geplanten Navigationslösung René Hempel Institut für Automation und Kommunikation e.v. Magdeburg (ifak)

16 Eine erfolgreiche Daten- Plattform muss gleichermaßen Daten des IV und des ÖV berücksichtigen können. 16 Auf einem Auge blind: Aktivitäten zur Umsetzung von Mobilitätsdatenplattformen Nach den Apps stehen heute Plattformen vieler Mobilitätsanbieter im Blickpunkt. Als Treiber sind die innovativen Carsharing-Angebote zu sehen, die ihr Kernangebot mit Informationen ergänzender Mobilitätsangebote erweitern, wie z.b. moovel oder MultiCity. Damit wird aber lediglich die Heterogenität an Mobilitätsangeboten und deren informationstechnische Hinterlegung auf eine höhere Aggregationsstufe gehoben, ohne dass dadurch ein besseres Informationsangebot für die Nutzer geschaffen wird. Aus Nutzersicht besteht die Anforderung alle persönlich wichtigen Informationen zu den individuell genutzten Mobilitätsangeboten in einer Plattform zu vereinigen. Im Projekt BeMobility Berlin elektromobil konnte der Service Interconnection, ein weitreichender Integrationsansatz für Mobilitätsdienste, entwickelt werden. Auf Basis von semantischen Beschreibungen von Daten und Mikrodiensten wird die Kommunikationsfähigkeit zwischen den Diensten sichergestellt und dadurch Redundanz bei der Bedienung vermieden. So lassen sich auch sensible Prozesse, wie Buchung und Abrechnung, im Interesse der beteiligten Partner umsetzen. Weiterhin besteht jedoch ein Defizit, dass sowohl bei BeMobility als auch bei der Umsetzung des Mobilitäts Daten Marktplatzes komplementär zutage tritt: Diese Datenplattformen sind auf einem Auge blind. Während die BeMobility-Plattform, moovel oder MultiCity auf den ÖV-bzw. intermodale Angebote ausgerichtet sind, fokussiert der MDM auf IV-Daten. Eine umfassende Informationsplattform, auf der IV- und ÖV-Daten gleichermaßen bereitgestellt werden, ist derzeit nicht in Sicht. Doch genau darin bestehen wesentliche Nutzeranforderungen. Benno Bock Valentin Jahn Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (innoz) GmbH

17 Die Konvertierung DATEX II TPEG fördert die Öffentlich- Private Kooperation. Beispiel: Intermodale Strategien. DATEX II TPEG: Beispiel für einen Datenveredlungsdienst 17 TPEG löst in den nächsten Jahren TMC als Standardformat für die Übertragung von Informationen an mobile Endgeräte ab. TPEG ermöglicht hierbei die Bereitstellung umfangreicher Informationsschichten, wie z. B. Prognosen, intermodale Routen unter Berücksichtigung von Verkehrsmanagementstrategien oder Informationen zum Öffentlichen Verkehr über vielfältige Übertragungskanäle. Somit werden nicht nur die Anforderungen einer großen Anzahl von Serviceprovidern erfüllt, die zunehmend auch alternative Mobilitätsangebote (z. B. Car-Sharing plus ÖPNV) in den Markt einführen, sondern erleichtert auch die Kooperation zwischen öffentlichen Infrastrukturbetreibern und privaten Akteuren. Insbesondere für diesen Anwendungsfall wird ein Datenveredlungsdienst vorgeschlagen, der DATEX II in TPEG umsetzt. Zur Verbreitung von intermodalen Verkehrsmanagementstrategien sind zwei Wege denkbar: (1) Die Bereitstellung von Verkehrsmeldungen mit Umfahrungsempfehlungen über TPEG-TEC (Traffic Event Compact) oder (2) eine individuelle intermodale Routenbereitstellung über einen IP-basierten TPEG-RMR (Roads & Multimodal Routes) Service. Über beide Dienste können zukünftig Straßenbetreiber für ihren Hoheitsbereich Informationen bereitstellen. Die Informationen adressieren sowohl Reisende als auch Flottenbetreiber im Rahmen der Tourenplanung und der Disposition. Den Kern bildet ein Konvertierungsservice, der DATEX-Inhalte aus Verkehrsmanagementzentralen in TEPG-Meldungen konvertiert, die zukünftig über den MDM bereitgestellt werden könnten. Das Konzept unterstützt die MDM- Georeferenzierungsformen für DATEX II und wandelt diese in die von TPEG unterstützten Formen um. DAXEX II zu TPEG Konverter - Systemkonzept Prof. Dr. Michael Ortgiese FH Potsdam Matthias Mann PTV Group

18 Vom MDM bereit gestellte Daten können wichtiger Bestandteil des öffentlich-rechtlichen Mobilitätsservice sein. 18 MDM-Content: Programm fürs Digitalradio Mit ihrem Mobilitätsservice setzt die ARD einen Teil ihres Programmauftrages um: Die öffentlich-rechtlichen Sender sollen nämlich Informationen verbreiten, die die Lebenswirklichkeit des Publikums widerspiegeln. Und was prägt den Alltag des mobilen Menschen mehr, als der Wunsch, sich sicher und effizient durch den Verkehr zu bewegen? Die Daten die der MDM künftig bereit stellen wird, können einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Mobilität der Menschen zu erleichtern. Dies wollen die Landesrundfunkanstalten mit ihren Angeboten unterstützen jedoch ist dafür ein performanter, möglichst flächendeckender Verbreitungskanal erforderlich. Mit Digitalradio steht dieser Kanal zur Verfügung. So kann MDM-Content zum wertvollen Programm für digitales Radio werden. Thomas Kusche Westdeutscher Rundfunk

19 Mehrwertdienste für Datenanbieter und Datenabnehmer zur Datenformatkonvertierung. Mehrwertdienste der Firma GEWI für den MDM 19 Der MDM bietet die Möglichkeit Verkehrsdaten optimal zu nutzen, um damit den Verkehrsteilnehmern aktuelle und präzise Verkehrsinformationen zur Verfügung zu stellen. Der Datenaustausch zwischen Datenanbietern und Datenabnehmern erfolgt dabei über standardisierte MDM Schnittstellen. Die bei den Datenanbietern und Datenabnehmern verfügbaren Systeme müssen deshalb in die Lage versetzt werden, die Daten über diese Schnittstellen anzubieten bzw. abzunehmen. GEWI bietet dafür Datendienste auf Basis des GEWI TIC Produktes, die es ermöglichen, Daten aus bestehenden Systemen der Datenanbieter einzusammeln und diese auf dem MDM zur Verfügung zu stellen, bzw. die Daten vom MDM einzusammeln und diese den bestehenden Systemen der Datenabnehmer zur Verfügung zu stellen. Dies umfasst insbesondere: Datenformatkonvertierung (TMC, TPEG, DATEX) Unterstützung von unterschiedlichen Ortsreferenzierungsverfahren (Kilometrierung, TMC Location, TPEG-Loc, AGORA-C, openlr) Unterstützung von unterschiedlichen Ereigniskodierungsverfahren (TPEG TEC, TMC, DATEX2) Protokollkonvertierung Um Verkehrsteilnehmer mit aktuellen Informationen zu versorgen, ist es wichtig, dass die Daten in allen beteiligten Systemen möglichst ohne zeitliche Verzögerung verarbeitet werden. Dies bedingt, dass die Verarbeitung der Daten über alle Verarbeitungsschritte in der Prozesskette überwacht wird. Treten zeitliche Verzögerungen auf, dann erfolgt eine aktive Alarmierung des GEWI Support Teams. Die Störungsbehebung erfolgt auf Basis von abgestimmten Prozessen zwischen GEWI und den beteiligten Partnern. Der GEWI Support ist ständig verfügbar und sichert eine Reaktionszeit von 2 Stunden bei kritischen Störfällen zu. Hagen Geppert GEWI Europe

20 Systemverknüpfungen ermöglichen die schnelle Information von Verkehrsteilnehmern über Störungen im Verkehrsnetz. 20 Von der Betriebsmeldung zur Verkehrsinformation Nutzung inhaltlich und zeitlich zuverlässiger Informationen In Verkehrsrechnerzentralen werden zuverlässige und zeitaktuelle Informationen zu Schalt- und Betriebszustände verkehrstechnischer Anlagen erfasst: Lichtsignalanlagen liefern Informationen über Störungen oder Abschaltungen. Schaltzuständen (Programmen) an Lichtsignalanlagen und an Fahrstreifensignalisierungen sind jeweils spezifische Verkehrsregelungen zugeordnet. Tunnelsperranlagen liefern Informationen zu Sperrungen, Gefahrensituationen oder Baumaßnahmen im Tunnel. Wechselwegweiser, Variotafeln und Parkleitsystem geben Auskunft zum aktuellen Zustand, Störungen oder Sperrungen und bieten ggf. Alternativen an. Aus diesen Informationen werden Verkehrsmeldungen mit Handlungsempfehlungen erzeugt. Für eine umfängliche Verteilung und weiterreichende Veredelung der Informationen durch Serviceanbieter werden diese über den Mobilitäts Daten Marktplatz bereitgestellt. Schaltzustand der Fahrstreifensignalisierung Rotterdamer Straße / Am Staad Patric Stieler Landeshauptstadt Düsseldorf

21 Handy-Parken ist ein Dienst, der auf einer Plattform mit mehreren zertifizierten Betreibern angeboten wird. Mobilparken die intelligente Dienstleistungsplattform für das straßenseitige Parken 21 Handy-Parken ermöglicht die bargeldlose Bezahlung von Parkgebühren ohne Gang zum Parkscheinautomaten. Die Plattform ist innovativ, da: ein offener diskriminierungsfreier Marktplatz für alle Systembetreiber und alle Kommunen erreicht wurde. Alle Systembetreiber stellen ihre Daten über offene und standardisierte Schnittstellen zur Verfügung. Dadurch kann die Kommune mit mehreren Anbietern kooperieren. Neue Anbieter können sich an diese Schnittstellen anschließen und so schnell mit innovativen Services Fuß fassen. Neben der technischen Realisierung wurde ein organisatorischer Rahmen durch eine Zertifizierung gebildet. Die Zertifizierung gibt den Kommunen die Sicherheit, dass die Anbieter seriös sind. Die Zertifizierung gibt den Betreibern die Sicherheit, dass sie in neuen Städten angeschlossen werden können. Dr. Joachim Wahle TraffGo Road GmbH/ Telematics Pro e.v. TraffGo Road

22 Chancen der Verbreitung von Parkinformationen aus Wuppertal über den MDM sowie Erwartungen und weitere Planungen der Verwaltung. 22 Parkinformationen aus Wuppertal im MDM Die Stadt Wuppertal betreibt seit den 90er Jahren zwei Parkleitsysteme und ein Parkinformationssystem im Internet mit dem Ziel, dass sich Bürger und Gewerbetreibende über freie Parkmöglichkeiten Online informieren können. Ferner werden für Geschäfte und Betreiber die jeweils aktuellen Parkhausbelegungen über den FTP-Service angeboten. Dieser Dienst hat sich seit vielen Jahren bewährt, so dass die Stadt Wuppertal nun ein softwaretechnisches Upgrade dieses Dienstes, der unter zu erreichen ist, realisiert. Damit ist der Zugriff auf die Informationsseite auch über mobile Endgeräte unterwegs möglich. Ferner werden die aktuellen Parkhausbelegungen nun zusätzlich in das DATEX II-Format gewandelt und über den MDM angeboten. Somit macht die Stadt Wuppertal seine dynamischen Parkhausbelegungen für Verkehrsinformations- und Routingdienste verfügbar, indem die standardisierte und schlanke Informationsverbreitung durch den Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM) genutzt wird. Dies bildet die technische und betriebliche Grundlage dazu, zukünftig auch weitere Informationen, vorrangig aktuelle Meldungen zu Baustellen und anderen verkehrsrelevanten Informationen im Straßenraum für Navigationssysteme, Apps und andere Diensten sichtbar zu machen. Johannes Blöser Stadt Wuppertal

23 MDM als zentrale Austauschplattform für Signalisierungsdaten. Nutzung kommunaler Signalisierungsdaten über den MDM 23 Als Partner im Forschungsprojekt UR:BAN VV entwickelt und erprobt GEVAS software eine Schnittstelle zum MDM. Die Städte Düsseldorf und Kassel mit ihren Verkehrsmanagementsystemen von GEVAS software - stellen über diese Schnittstelle Daten aus den Lichtsignalanlagen zur Verfügung, zum Beispiel die Schaltzeitpunkte und deren Prognose. Auf der Basis dieser Daten unterstützen neue Funktionen in Fahrerassistenzsystemen die Autofahrer bei einer vorausschauenden, sparsamen Fahrweise. UR:BAN ist ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und steht für Urbaner Raum: Benutzergerechte Assistenzsysteme und Netzmanagement. UR:BAN VV Vernetzte Verkehrssysteme ist eine von drei Projektsäulen. Im UR:BAN VV-Teilprojekt Urbane Straßen stehen neue Fahrzeugfunktionen im Fokus. Die Assistenzsysteme in den Fahrzeugen nutzen die kommunalen Signalisierungsdaten, um den Fahrern eine Fahrweise mit möglichst geringem Spritverbrauch zu ermöglichen. Besonderes Augenmerk legt GEVAS software auf eine standardisierte Systemarchitektur mit dem MDM als zentraler Austauschplattform. Dadurch können im Anschluss an das Projekt die Ergebnisse leicht auf andere Content Provider und Service Provider übertragen werden. Kommunikationskette UR:BAN VV Michael Neuner GEVAS software

24 DIANA II hilft durch frühzeitige Gefahrenwarnung auf Baustellen hinzuweisen und Unfälle zu vermeiden. 24 DIANA II Dynamic Information and Navigation Assistance Für ein Transitland wie Hessen im Herzen von Europa sind Mobilität und Logistik nicht nur nachhaltige Wirtschaftsfaktoren, sondern Synonyme für eine moderne und fortschrittliche Gesellschaft. Hessen Mobil entwickelt und realisiert daher innerhalb der Initiative Staufreies Hessen seit Jahren Projekte zur intelligenten Verkehrssteuerung. Ein wesentlicher Aspekt sind dabei Strategien zur Unfallprävention. Statistiken zeigen, dass es besonders bei Baustellen von kurzer Dauer häufig zu gefährlichen Situationen und Unfällen kommt. Durch frühzeitige Gefahrenwarnung im Fahrzeug kann die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer und der beschäftigten Personen in der Baustelle erhöht werden. Hier greift DIANA II. Mittels GPS ortet das ebenfalls von Hessen Mobil entwickelte System DORA den Sicherungsanhänger und weitere Informationen zur Baustelle und übermittelt diese über Mobilfunk an die Verkehrszentrale Hessen. Von dort werden die Daten in das Format TPEG gewandelt und als Warnung an die entsprechend ausgestatteten Fahrzeuge übertragen. Eine frühzeitige Gefahrenwarnung im Fahrzeug ermöglicht dem Fahrer einen rechtzeitigen Spurwechsel bzw. eine schnellere Reaktionsfähigkeit und führt schließlich zu einem Sicherheitsgewinn für Verkehrsteilnehmer und Betriebsdienst. Die Gefahrenwarnung im Fahrzeug vor Baustellen ist eine der ersten Komponenten der kooperativen Systeme, die durch einen dauerhaften Betrieb nachhaltig die Sicherheit im Straßenverkehr steigern kann. DIANA ll hat gezeigt: Die Technik dazu funktioniert. Andrea Elster Hessen Mobil Straßen- und Verkehrsmanagement

25 Baustellen und strategische Routen von der webbasierten Eingabe bis zur Anzeige im Navigationsgerät. Webbasierte Baustellenverwaltung auf Grundlage von OSM 25 Die webbasiere Applikation ZEBRA wurde mit dem Ziel entwickelt, sowohl die Verwaltung von Sperrinformationen als auch deren Veröffentlichung und benutzerfreundliche Darstellung in unterschiedlichen Medien zu ermöglichen. Nach der Erfassung der Baustellendaten erfolgt automatisch die Aufbereitung, Konvertierung und Verteilung der Informationen an weitere Systeme, wie das landesweite Baustelleninformationssystem SPERRINFO des Landes Sachsen-Anhalt. Neben der Darstellung von Baumaßnahmen auf einer digitalen OSM-Karte ermöglicht das System auch die Eingabe strategischer Routen, wie bspw. Umleitungen oder künftig auch Routen für die Planung von Schwerlastverkehr, wobei der Benutzer durch ein integriertes Routingmodul unterstützt wird. Durch Schaffung einer DATEX II-Schnittstelle und Anbindung an den MDM können Dienste- und Serviceprovider künftig Sperrinformationen und strategische Routen aus Sachsen-Anhalt auch über den MDM beziehen. Verkehrslageabhängige Zielführung auf mobilem Gerät Ein Anwendungsfall für die Nutzung von Sperrinformationen und strategischen Routen ist die Darstellung dieser Informationen sowie eine verkehrslageabhängige Zielführung in Navigationssystemen. Das mobile Gerät MoPad der Firma Tonfunk empfängt als Datennehmer des MDM Sperrinformationen und strategische Routen und präsentiert diese dem Nutzer übersichtlich in der Navigationsanwendung. Das Routing erfolgt dabei unter Berücksichtigung der aktuellen Baustellensituation. Joachim Schade Institut für Automation und Kommunikation e.v. Magdeburg (ifak)

26 MDM als Datenvermittler zwischen der kommunalen Straßenbewirtschaftung und Verkehrsinformationsdiensten. 26 Die kommunale Baustelle im Navi Fachdaten zu Ereignissen und zu Einschränkungen der Netzverfügbarkeit aus kommunalen Straßen- und Verkehrsverwaltungen sind eine wichtige, aber bislang weitestgehend unerschlossene Datenquelle für Verkehrsinformations- und Routingdienste. Die standardisierte und schlanke Informationsverbreitung wird durch den MDM möglich. Ein als Web Service ausgeprägter MDM-naher Dienst empfängt im standardisierten OKSTRA kommunal/okstra -Format Baustellen- und Ereignisdaten der Straßenbewirtschaftung aus kommunalen Fachsystemen, führt die notwendigen Referenzierungsübersetzungen und Formatwandlungen nach DATEX II durch und dient als Access Point für den MDM. Für Content Provider, bei denen keine digitalen Ereignisdaten vorliegen, wird ein Redaktions-Client zur Nutzung in der Cloud bereitgestellt. Der Redaktions-Client kann um weitere Funktionen erweitert werden, so dass die Kommunen interne Geschäftsprozesse wie die Genehmigung von Sondernutzungen, die Koordination von Baumaßnahmen mit Leitungsträgern und Aufgrabungsgenehmigungen über den Web Service abwickeln können. So werden Synergien zwischen der Straßenbewirtschaftung und der Erzeugung von Verkehrsinformationen geschaffen und in der Folge Doppelarbeit und Fehler vermieden. Die software-technische Infrastruktur wird vom KIM-Straße e.v. als Angebot für Mitglieder und andere Kommunen zur Nutzung bereitgestellt. Im Sinne von Open Source soll die Software unter einer geeigneten Open Source-Lizenz für die Entwicklung anderer Software-Lösungen vom KIM-Straße e.v. bereitgestellt werden. Bernd Weidner Dr. Stefan von der Ruhren Kompetenzplattform Kommunales Infrastrukturmanagement Straße - KIM Straße e.v.

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