5. Sitzung. Methoden der Politikwissenschaft: Wissenschaftstheorie

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1 5. Sitzung Methoden der Politikwissenschaft: Wissenschaftstheorie

2 Inhalt der heutigen Veranstaltung 1. Was ist Wissenschaft? 2. Gütekriterien von Wissenschaft 3. Exkurs: Wissenschaftssprache 4. Hypothese, Begriff, Variable und Theorie 5. Wissenschaftstheorie

3 1. Was ist Wissenschaft? Definitionen Wissenschaft nennt man die in ihren Aussagen überprüfbare und systematische Beschäftigung mit nahezu beliebigen Bereichen der Natur, des menschlichen Denkens und des menschlichen Zusammenlebens und seiner Gestaltungsformen. (Manfred Mols)

4 1. Was ist Wissenschaft? Wissenschaft ist jenes menschliche Handeln, das auf die Herstellung solcher Aussagen abzielt, die jenen Aussagen an empirischem und logischem Wahrheitsgehalt überlegen sind, welche schon mittels der Fähigkeiten des 'gesunden Menschenverstandes' formuliert werden können. (Werner Patzelt)

5 1. Was ist Wissenschaft? Eigenschaften von Wissenschaft 1. Aussagen über 2. wirkliche Sachverhalte, 3. die richtig sind, 4. die man systematisch erschießt 5. und sinnvoll aufeinander bezogen sind.

6 1. Was ist Wissenschaft? Spielregeln der Wissenschaft klare und exakte Sprache Offenlegung der Grundannahmen Darstellung der Methode Anwendung bestehender Methoden oder Begründung von neuen Kritikbereitschaft

7 1. Was ist Wissenschaft? Formen sozialwissenschaftlichen Wissens Begriffliches Wissen Wissenschaftstheoretische Grundlagen Methodenwissen Faktenwissen Theoretisches Wissen Handlungswissen

8 2. Gütekriterien von Wissenschaft 1. Objektivität 2. Reliabilität (Zuverlässigkeit) 3. Validität (Gültigkeit)

9 3. Exkurs: Wissenschaftssprache Wissenschaftssprache ist eine bestimmte, formalisierte Sprache, die Einheitlichkeit innerhalb einer Disziplin als Voraussetzung für das Postulat objektiver Erkenntnis gewährleisten soll!

10 3. Exkurs: Wissenschaftssprache Sprachliche Anforderungen: - Präzision - Relevanz - Stringenz - Redundanzfreiheit - Konsistenz

11 4. Hypothesen, Begriffe, Variablen und Theorie Die Tätigkeit des wissenschaftlichen Forschens besteht darin, Sätze oder Systeme von Sätzen aufzustellen und systematisch zu überprüfen; in den empirischen Wissenschaften sind es insbesondere Hypothesen, Theoriensysteme, die aufgestellt und an der Erfahrung durch Beobachtung und Experiment überprüft werden. (Karl Popper: Logik der Forschung, S. 3)

12 Hypothesen PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT 4. Hypothesen, Begriffe, Variablen und Theorie sind Vermutungen über die Relation zwischen Variablen beziehen sich auf nachvollziehbar Variablen lassen sich beliebig oft überprüfen haben einen theoretischen Anspruch sind präzise orientieren am etablierten Wissen

13 Begriffe PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT 4. Hypothesen, Begriffe, Variablen und Theorie Aufgaben von Begriffen: 1. Ordnungsfunktion 2. Kommunikationsfunktion 3. Bewertungsfunktion 4. Appellfunktion

14 4. Hypothesen, Begriffe, Variablen und Theorie Variablen dienen zur Operationalisierung eines theoretischen Konzeptes und gewährleisten objektive, zuverlässig und gültige Aussagen treffen. Man unterscheidet: - latente Variablen - manifeste Variablen (Indikatoren)

15 Theorien PHILOSOPHISCHE FAKULTÄT 4. Hypothesen, Begriffe, Variablen und Theorie = ein Gefüge von mehreren miteinander vernetzten Aussagen Funktionen stellen Begriffe, Argumentationen und Denkmuster bereit liefern Analyseraster und leiten das Forschungsinteresse ermöglichen Systematisierung von Ergebnissen Theorienpluralismus

16 5. Wissenschaftstheorie Der Kritischer Rationalismus Karl Popper: Logik der Forschung (1934) 1. Induktionsproblem 2. Abgrenzungsproblem 3. Wissenschaftlicher Fortschritt

17 5. Wissenschaftstheorie Thomas S. Kuhn The Structure of Scientific Revolutions(1962) Paradigma Gesamtheit der gegenstandsbezogenen Vorstellungen und Überzeugungen, die von der Wissenschaftlergemeinschaft eines bestimmten Forschungsgebietes geteilt und durch Ausbildung/Sozialisation tradiert wird

18 5. Wissenschaftstheorie Stadien der Wissenschaft 1. Normale Wissenschaft 2. Wissenschaftliche Entdeckungen 3. Wissenschaftliche Krisen 4. Wissenschaftliche Revolutionen

19 5. Wissenschaftstheorie Zwei provozierende Thesen Etablierte wissenschaftliche Theorien sind weitgehend immun gegen empirische Widerlegungen bzw. Falsifikationen". Konkurrierende Theorien (Paradigmen) sind inkommensurabel, d.h. der Konflikt zwischen konkurrierenden Paradigmen kann niemals durch Logik und Experiment allein eindeutig entschieden werden."

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