Die Bedienung des Linux-Systems

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1 2 Die edienung des Linux-Systems Inhalt 2.1 Anmelden und Abmelden An- und Ausschalten Der Systemadministrator Lernziele Sich beim System anmelden und abmelden können Den Unterschied zwischen normalen enutzerkonten und dem Systemadministrator kennen Vorkenntnisse Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit omputern sind hilfreich grd1-bedienung.tex (867bbccb870aad1a)

2 34 2 Die edienung des Linux-Systems ild 2.1: Die Anmeldebildschirme einiger gängiger Linux-Distributionen 2.1 Anmelden und Abmelden Das Linux-System unterscheidet verschiedene enutzer. Konsequenterweise können Sie deswegen nach Einschalten des Rechners mitunter nicht sofort loslegen. Zuerst müssen Sie dem Rechner mitteilen, wer Sie sind Sie müssen sich anmelden (oder, neudeutsch,»einloggen«). Mit dieser Kenntnis kann das System entzugangsberechtigung scheiden, was Sie dürfen (oder nicht dürfen). Natürlich müssen Sie eine Zugangsberechtigung zum System haben der Systemverwalter muss Sie als enutzer eingetragen und Ihnen einen enutzernamen (zum eispiel hugo) und ein Kennwort (zum eispiel geheim) zugeordnet haben. Das Kennwort soll sicherstellen, dass nur Sie diese Zugangsberechtigung nutzen können; Sie müssen es geheimhalten und sollten es niemandem sonst zugänglich machen. Wer Ihren enutzernamen und Ihr Kennwort kennt, kann sich gegenüber dem System als Sie ausgeben, alle Ihre Dateien lesen (oder löschen), in Ihrem Namen elektronische Post verschicken und alle möglichen anderen Arten von Schindluder treiben. Modernere Linux-Distributionen möchten es Ihnen leicht machen und erlauben es, auf einem Rechner, den sowieso nur Sie benutzen, den Anmeldevorgang zu überspringen. Wenn Sie so ein System verwenden, dann müssen Sie sich nicht explizit anmelden, sondern der Rechner startet direkt in Ihre enutzersitzung. Sie sollten das natürlich nur ausnutzen, wenn Sie nicht damit rechnen müssen, dass Dritte Zugang zu Ihrem Rechner haben; verkneifen Sie sich das vor allem auf Notebooks und anderen mobilen Systemen, die gerne mal verloren gehen oder gestohlen werden.

3 2.1 Anmelden und Abmelden 35 Anmelden in einer grafischen Umgebung Linux-Arbeitsplatzrechner bieten Ihnen heutzutage, wie sich das gehört, eine grafische Umgebung an, und auch der Anmeldevorgang spielt sich normalerweise auf dem Grafikbildschirm ab. Ihr Rechner präsentiert Ihnen einen Dialog, wo Sie Ihren enutzernamen und Ihr Kennwort eingeben können (ild 2.1 zeigt einige repräsentative eispiele.) Wundern Sie sich nicht, wenn Sie beim Eingeben Ihres Kennworts nur Sternchen sehen. Das bedeutet nicht, dass Ihr Rechner Ihre Eingabe missversteht, sondern dass er es Leuten schwerer machen möchte, die Ihnen beim Tippen über die Schulter schauen, um Ihr Kennwort zu erhaschen. Nach dem Anmelden baut Ihr Rechner eine grafische Sitzung für Sie auf, in der Sie über Menüs und Icons (Sinnbilder auf dem ildschirmhintergrund) bequemen Zugang zu Ihren Anwendungsprogrammen bekommen. Die meisten grafischen Umgebungen für Linux unterstützen eine»sitzungsverwaltung«, die dafür sorgt, dass beim Anmelden so weit wie möglich der Zustand wieder hergestellt wird, den Ihre Sitzung hatte, als Sie sich zuletzt abgemeldet haben. Auf diese Weise müssen Sie sich nicht merken, welche Programme Sie laufen hatten, wo deren Fenster auf dem ildschirm platziert waren, und welche Dateien Sie gerade bearbeitet haben. Abmelden in einer grafischen Umgebung Wenn Sie mit der Arbeit fertig sind oder den Rechner für einen anderen enutzer frei machen wollen, müssen Sie sich abmelden. Das ist auch wichtig, damit die Sitzungsverwaltung Ihre aktuelle Sitzung für das nächste Mal sichern kann. Wie das Abmelden im Detail funktioniert, hängt von Ihrer grafischen Umgebung ab, aber in der Regel gibt es irgendwo einen Menüeintrag, der alles für Sie erledigt. Konsultieren Sie im Zweifel die Dokumentation oder fragen Sie Ihren Systemadministrator (oder sich gut auskennenden Kumpel). Anmelden auf der Textkonsole Im Gegensatz zu Arbeitsplatzrechnern haben Serversysteme oft nur eine Textkonsole oder stehen in zugigen, lauten Rechnerräumen, wo man sich nicht länger aufhalten möchte als nötig, so dass man sich lieber über das Netz anmeldet, um auf dem Rechner zu arbeiten. In beiden Fällen bekommen Sie keinen grafischen Anmeldebildschirm, sondern der Rechner fragt Sie direkt nach Ihrem enutzernamen und Kennwort. Zum eispiel könnten Sie einfach etwas sehen wie rechner login: _ (wenn wir mal annehmen, dass der betreffende Rechner»rechner«heißt). Hier müssen Sie Ihren enutzernamen eingeben und mit der Eingabetaste abschließen. Daraufhin erscheint in ähnlicher Form die Frage nach dem Kennwort: Password: _ Hier müssen Sie Ihr Kennwort eingeben. (Hier erscheinen normalerweise nicht einmal Sternchen, sondern einfach gar nichts.) Wenn Sie sowohl enutzername als auch Kennwort korrekt angegeben haben, sollte das System die Anmeldung akzeptieren. Der Kommandozeileninterpreter (die Shell) wird gestartet, und Sie können über die Tastatur Kommandos eingeben und Programme aufrufen. Nach der Anmeldung befinden Sie sich automatisch in Ihrem»Heimatverzeichnis«, wo Sie Ihre Dateien finden können. Wenn Sie zum eispiel die»secure Shell«verwenden, um sich auf einem anderen Rechner über das Netz anzumelden, entfällt in der Regel die Frage nach Ihrem enutzernamen, da das System, wenn Sie nicht ausdrücklich etwas anderes angeben, davon ausgeht, dass Sie auf dem entfernten Rechner denselben enutzernamen haben wie auf dem Rechner, von dem aus Sie die

4 36 2 Die edienung des Linux-Systems Sitzung aufbauen. Die Details würden hier aber zu weit führen; die Secure Shell wird in der Linup-Front-Schulungsunterlage Linux-Administration II ausführlich besprochen. Abmelden auf der Textkonsole Auf der Textkonsole können Sie sich zum eispiel mit dem efehl logout abmelden: $ logout Auf einer Textkonsole zeigt das System nach dem Abmelden wieder die Startmeldung und eine Anmeldeaufforderung für den nächsten enutzer. ei einer Sitzung mit der»secure Shell«über das Netz bekommen Sie einfach wieder die Eingabeaufforderung Ihres lokalen Rechners. Übungen 2.1 [!1] Versuchen Sie sich beim System anzumelden. Melden Sie sich anschließend wieder ab. (Einen enutzernamen und ein Kennwort verrät Ihnen die Dokumentation Ihres Systems oder im Schulungszentrum Ihr Trainer.) 2.2 [!2] Was passiert, wenn Sie (a) einen nicht existierenden enutzernamen, (b) ein falsches Kennwort angeben? Fällt Ihnen etwas auf? Welchen Grund könnte es dafür geben, dass das System sich so verhält, wie es sich verhält? 2.2 An- und Ausschalten Rechner ausschalten Einschalten darf einen Linux-Rechner normalerweise jeder, der an den Schalter kommt (lokale Gepflogenheiten können anders aussehen). Allerdings sollten Sie einen Linux-Rechner nicht einfach so ausschalten es könnten noch Daten im Hauptspeicher stehen, die eigentlich auf die Festplatte gehören und so verlorengehen, oder was schlimmer wäre die Daten auf der Festplatte könnten völlig durcheinanderkommen. Außerdem könnten andere enutzer über das Netz auf dem Rechner angemeldet sein, durch das plötzliche Abschalten überrascht werden und wertvolle Arbeit verlieren. Aus diesem Grund werden wichtige Rechner normalerweise nur vom Systemverwalter»heruntergefahren«. Arbeitsplatzrechner für eine einzige Person dagegen können Sie heutzutage meist auch über die grafische Oberfläche sauber herunterfahren; je nach Systemeinstellung genügen dazu die Privilegien eines normalen enutzers, oder Sie müssen das Kennwort des Systemverwalters eingeben. Übungen 2.3 [2] Prüfen Sie, ob Sie Ihr System als normaler enutzer sauber herunterfahren dürfen, und probieren Sie es gegebenenfalls aus. 2.3 Der Systemadministrator root Als normaler enutzer sind Ihre Rechte im System beschränkt. Sie dürfen zum eispiel in manche Dateien nicht schreiben (eigentlich die meisten, nämlich alle außer Ihren eigenen) und manche Dateien nicht einmal lesen (etwa die Datei, in der die verschlüsselten Kennwörter aller enutzer stehen). Für Systemverwaltungszwecke gibt es allerdings eine enutzerkennung, für die diese Einschränkung nicht gilt der enutzer»root«darf alle Dateien lesen und schreiben und auch sonst diverse Dinge tun, die den anderen enutzern nicht offenstehen.

5 2.3 Der Systemadministrator 37 Administrator- oder, wie man auch sagt, root-rechte zu haben ist ein Privileg, andererseits aber auch eine Gefahr deswegen sollten Sie sich nur als root anmelden, wenn Sie tatsächlich Administrationsaufgaben ausführen müssen, und nicht zum -Lesen oder Internet-Surfen. A Stellen Sie sich einfach vor, Sie seien Spider-Man:»Mit großer Macht kommt große Verantwortung.«Auch Spider-Man trägt seinen Elastan-Anzug nur, wenn er muss Vor allem sollten Sie es vermeiden, sich am grafischen Login als root anzumelden, da dann die gesamte grafische Oberfläche mit root-rechten läuft, was ein Sicherheitsrisiko darstellt Grafikoberflächen wie KDE enthalten riesige Mengen Grafische Oberfläche als root: ode, die in der Regel nicht so gründlich auf mögliche Sicherheitslücken abgeklopft werden wie die im Vergleich relativ kompakte textorientierte Shell. Üb- riskant licherweise können Sie mit dem efehl»/bin/su -«auf der Kommandozeile die Identität (und damit die Rechte) von root annehmen. su fragt nach dem root-kenn- Identität von root annehmen wort und startet dann eine neue Shell, in der Sie so arbeiten können, als hätten Sie sich als root angemeldet. Diese Shell können Sie später mit dem Kommando exit verlassen. E Sie sollten sich angewöhnen, das Programm su immer über seinen vollständigen Pfadnamen aufzurufen»/bin/su -«. Ansonsten könnte es sein, dass ein enutzer Sie foppt, indem er Sie wegen irgendeines unerklärlichen Fehlers an seinen Rechner holt und Sie dazu verleitet, in einem seiner Fenster»su«zu sagen und das root-kennwort einzugeben. Was Sie in dem Moment nicht wissen, ist, dass der clevere enutzer selber ein»trojanisches«su-programm geschrieben hat, das nichts tut außer das eingegebene Kennwort in eine Datei zu schreiben, die Fehlermeldung für vertippte Kennwörter auszugeben und sich selbst zu löschen. Wenn Sie es dann zähneknirschend nochmal probieren, dann bekommen Sie das echte su und Ihr enutzer ist fortan im esitz der begehrten Administratorprivilegien Dass Sie tatsächlich über Systemverwalterprivilegien verfügen, erkennen Sie meist daran, dass die Eingabeaufforderung mit dem Zeichen»#«aufhört. Die Ein- Eingabeaufforderung für root gabeaufforderung für normale enutzer endet gemeinhin auf»$«oder»>«. In Ubuntu können Sie sich standardmäßig gar nicht als root anmelden. Statt dessen erlaubt das System dem bei der Installation als erstes angelegten enutzer, Kommandos mit Administratorrechten auszuführen, indem er das Kommando sudo davorsetzt. Mit $ sudo chown hugo datei.txt könnte er zum eispiel die Datei datei.txt dem enutzer hugo überschreiben eine Operation, die dem Administrator vorbehalten ist. Neue Versionen von Debian GNU/Linux bieten ein ähnliches Arrangement an wie Ubuntu. In der KDE-Oberfläche haben Sie es übrigens ganz einfach, beliebige Pro- root und KDE gramme als root auszuführen: Wählen Sie im»kde«-menü normalerweise der Eintrag ganz links in der Leiste, da wo ein Windows-Rechner das»start«-menü hat den Punkt»efehl ausführen «. In dem dann erscheinenden Dialogfenster können Sie einen efehl eingeben. evor Sie ihn ausführen, klicken Sie auf die Schaltfläche»Einstellungen«; es öffnet sich ein ereich mit zusätzlichen Einstellungen, wo Sie»Mit anderer enutzerkennung«anklicken (hilfreicherweise ist root der Standardwert). Sie müssen dann nur noch das root-kennwort im vorgesehenen Feld eingeben (ild 2.2). Alternativ dazu können Sie im selben Dialogfenster im Kommandofeld auch»kdesu«vor das eigentliche Kommando schreiben. Dann werden Sie kdesu im Anschluss nach dem root-kennwort gefragt.

6 38 2 Die edienung des Linux-Systems ild 2.2: Programme als anderer enutzer ausführen in KDE Übungen 2.4 [!1] Verwenden Sie das Programm su, um Systemverwalterprivilegien zu erlangen. Rufen Sie das Kommando id auf, um sich zu überzeugen, dass Sie tatsächlich root sind es sollte etwas ausgeben wie # id uid=0(root) gid=0(root) groups=0(root) und wechseln Sie zurück zu Ihrer normalen enutzerkennung. 2.5 [5] (Für Programmierer.) Schreiben Sie ein überzeugendes»trojanisches«su-programm. Versuchen Sie, Ihren Systemverwalter damit aufs Glatteis zu führen. 2.6 [2] Versuchen Sie, mit dem»efehl ausführen «-Dialog von KDE das Programm id in einer Terminalsitzung auszuführen. Kreuzen Sie dazu das entsprechende Feld in den erweiterten Einstellungen an. Kommandos in diesem Kapitel exit eendet eine Shell bash(1) 37 id Gibt UID und GIDs eines enutzers aus id(1) 38 kdesu Startet unter KDE ein Programm als anderer enutzer KDE: help:/kdesu 37 logout eendet eine Sitzung ( Abmelden ) bash(1) 36 su Startet eine Shell unter der Identität eines anderen enutzers su(1) 37 sudo Erlaubt normalen enutzern das Aufrufen bestimmter Kommandos mit Administratorprivilegien sudo(8) 37

7 2.3 Der Systemadministrator 39 Zusammenfassung Vor dem enutzen eines Linux-Rechners müssen Sie sich (meistens) mit enutzername und Kennwort anmelden und hinterher wieder abmelden. Für den enutzer root gelten die normalen Zugriffsrechte nicht er darf (tendenziell) alles. Diese Privilegien sollten so sparsam wie möglich eingesetzt werden. Sie sollten sich nicht als root in der grafischen Oberfläche anmelden, sondern lieber bei edarf zum eispiel mit su die Identität des Administrators annehmen.

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