Vinoquant 20. durchgeführt von Ing. Paul Lebmann

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1 Vinoquant 20 Ein neues System zur Gärsteuerung im Praxistest Versuch in Zusammenarbeit mit der Fa. LEO KUEBLER GMBH Stephanienstr D Karlsruhe durchgeführt von Ing. Paul Lebmann an der Landwirtschaftliche Fachschule Eisenstadt Neusiedlerstraße 6 A 7000 Eisenstadt Eisenstadt, Februar 2009

2 Inhaltsverzeichnis 1 Vorwort 2 2 Zielsetzung 3 3 Beschreibung des Systems Slave Master Software Betriebssystem: Linux Was ist Linux? Installation der Vinoquant 20 Software Server Client Modell Server Client Die Benutzeroberfläche Netzwerkfähigkeit Versuchsanordnung Vorbereitungen Das Gärgut Installation bzw. Update der Software Montage des Slaves Anschluss des Magnetventils an den Slave Einstellung der Gärung auf der Software Gärstart Gärverlauf Daten aus der Datenbank Daten aus dem Bericht Daten aus eigener Erfassung Fazit Zusammenfassung Empfehlung

3 1 Vorwort Wir, die Landwirtschaftliche Fachschule Eisenstadt, arbeiten schon seit längerem mit der Fa. Kübler zusammen und beziehen über sie verschiedene Geräte für unser Labor. Im Mai 2008 wurden wir von Hr. Dr. Alber angesprochen ob wir mit ihrem neuen Gärsteuerungssystem Vinoquant 20 eine Gärung durchführen wollen. Da wir immer darauf bedacht sind, unseren Schülern und Schülerinnen die aktuellsten Techniken zu demonstrieren stimmten wir zu. Der Vorschlag, das System während der Ernte zu testen wurde von Seiten der Fa. Kübler verworfen, da sie gerne vergleichbare Ergebnisse hätten. Uns wurde mitgeteilt, dass schon verschiedene Anstalten einen Gärversuch mit Traubensaftkonzentrat und Orangensaftkonzentrat durchgeführt hatten und Fa. Kübler hatte gern Vergleichswerte dazu. Nachdem ich erste Informationen zu dem System erhalten hatte, und auch erfahren hatte, dass es das Betriebssystem Linux als Basis benutzt und kabellos die Daten vom Tank zum PC bekommt benutzt war ich hell auf begeistert. Nach anfänglichen organisatorischen Schwierigkeiten wurde die Hardware Mitte August geliefert. Da es zu kurzfristig war um den Versuch noch vor der Ernte durchzuführen, musste er abermals verschoben werden. Nachdem die Ernte abgeschlossen war und ein Behälter in passender Größe wieder verfügbar war konnten wir den Versuch ab Mitte November wieder in Angriff nehmen. Der Gärversuch verlief sehr interessant und lieferte mir einige Erkenntnisse. Ich glaube auch die Fa. Kübler kann von den Ergebnissen profitieren und der Aufwand für den Versuch hat sich gelohnt. Dieser Versuchsbericht weist auf verschiedene Stärken und Schwächen des Systems hin. Für Leser und Leserinnen die es nicht kennen beschreibt der erste Teil kurz den Aufbau und die Bestandteile von Vinoquant 20. Im zweiten Teil wird der Praxisversuch und die daraus gewonnenen Erfahrungen beschrieben. Dipl.Päd. Ing. Paul Lebmann 2

4 2 Zielsetzung Die Ziele des Versuchs waren: Die Feststellung und Bewertung der Möglichkeiten die das System bietet. Die Überprüfung der Praxistauglichkeit. Die Ermittlung von eventuellen Schwächen um der Firma entsprechende Rückmeldung zu geben. 3

5 3 Beschreibung des Systems Das System besteht im aus drei Teilen - dem Slave, dem Master und der Zugehörigen Software, deren Funktionalität soll im folgenden kurz beschrieben werden. 3.1 Slave Der Slave ist für die Erfassung und Übermittlung der Daten zum Master zuständig. Das wohl auffälligste an diesem System ist, dass der Slave mit Batterien betrieben wird und die Daten per Funk zum Master überträgt. Dadurch wird die meist aufwändige und unflexible Installation der Gärsteuerung an den Tanks wesentlich vereinfacht. Das ermöglicht flexiblen Einsatz und kann helfen Investitionskosten gering zu halten. Abbildung 3.1: Der Slave vor Montage auf den Tank. Deutlich zu erkennen ist die Gärschaumbremse und der Temperaturfühler im Kunststoffschlauch über der Gärschaumbremse. Der Gärspund ist nicht montiert. Die, für die Messung zuständigen, Teile des Slaves sind ein Sensor zur Messung des CO 2 Ausstoßes und ein Temperatursensor. Um die Messung möglichst genau durchführen zu können gibt es Slaves mit verschieden Dimensionierten CO 2 Durchflussmessern die für je einen Bereich von Behältergrößen empfohlen werden. Die Temperatur wird im Kunststoffstutzen, der den Slave mit dem Tank verbindet, und somit im Gärgas gemessen. Die Fa. Kübler geht davon aus, dass das eine repräsentative Temperatur ist, da das Gärgas aus der Gesamtmenge entsteht und somit die durchschnittliche Temperatur haben sollte. Die normale Messung der Temperatur, mit einem Sensor in einem Rohr an einer Stelle im Tank soll dadurch ersetzt werden. Das vereinfacht zwar die Montage des Geräts, macht das System aber für 4

6 Temperatursteuerung außerhalb der Gärphase (z.b. Gärstart, Weinsteinstabilisierung) unbrauchbar. Weiters bedingt diese Art der Messung der Temperatur eine Mindestfüllmenge im Gärbehälter. Wenn der Behälter nicht zu 80 % gefüllt ist, könnte die Temperatur des Gärgases auf dem Weg vom Most zum Sensor zu sehr sinken und so den Wert verfälschen. Zusätzlich ist durch die Mindestfüllmenge nur ein geringer Spielraum 80 % - 90 % des Tankvolumens für die Vergärung möglich. Bei zu viel Most im Tank, könnte dieser Während der Gärung überschäumen und dabei auch den CO 2 Sensor verkleben. Laut Auskunft der Firma kann ein Vorhandener Temperatursensor auch an den Slave angeschlossen werden. Allerdings gibt es dafür weder einen Anschluss, der dafür vorgesehen ist, noch eine Anleitung. Wahrscheinlich müsste der Slave geöffnet werden und der vorhandene Sensor ersetzt werden. Dabei verliert man allerdings die Garantie. Empfehlenswert wäre ein Anschluss über Stecker für vorhandene Temperatursensoren. Das würde die Einsatzmöglichkeiten des Systems wesentlich erweitern. Auf dem Slave befinden sich weiters zwei Anschlüsse über die Magnetventile zum Heizen und zum Kühlen gesteuert werden können. In der Anleitung wird empfohlen die Installation von einer Fachkraft durchführen zu lassen. Das verringert die in der Anleitung zitierte Flexibilität, die durch den Batteriebetrieb und das Funksystem gegeben wäre, wesentlich. Bei der Neuanlage eines Temperatursteuerungssystems gibt es keine Probleme, es können einfach alle Magnetventile mit passenden Steckern ausgestattet werden. Beim Umstellen einer bestehenden Temperatursteuerung sollte durch die Verwendung von Steckern und den entsprechenden Buchsen, für das Kabel, das über das im Slave gesteuerte Relais geleitet wird, die Verwendung der Kühlung ohne Vinoquant 20 auch ermöglicht bleiben. Eine weitere Buchse, die wie die beiden für den Anschluss der Magnetventile vorgesehenen Buchsen aussieht, dient nur zum aufwecken des Slaves. Da der Slave in der Grundeinstellung nur alle 15 Minuten (um Strom zu sparen) Daten an den Master schickt besteht durch Kurzschluss der Anschlüsse in dieser Buchse die Möglichkeit dieses Verhalten herbeizuführen. Dadurch kann die Zeit, bis der Master die Slaves erkennt verkürzt werden. Verbesserungswürdig wäre das Aussehen des Schalters. Es könnte bei Anwendern und Anwenderinnen leicht passieren, dass die Buchse mit einer für die Magnetventile verwechselt wird. Das letzte mit dem Slave fix verbundene Bauteil ist eine LED 1. Bis auf den Hinweis, dass diese nach dem Einlegen der Batterien und dem Aufwecken des Slaves kurze Zeit leuchtet wird auf die Bedeutung dieser LED in der Anleitung nicht weiter eingegangen. Weitere Bestandteile sind ein Gärspund und eine Schaumbremse und ein Siphon. Die Schaumbremse soll das Eindringen von Schaum in den Slave, und somit das verkleben des CO 2 Sensors, verhindern. Der Gärspund ist aus ziemlich steifem Kunststoff gefertigt und wirkt spröde. Das hat sich auch im Praxisversuch bestätigt. Der Gärspund fiel von einem Tisch und bekam sofort einen Sprung und musste ersetzt werden. 3.2 Master Die als Master oder auch Steuerbox bezeichnete Komponente des Systems empfängt die Daten per Funk und leitet sie über ein Netzwerkkabel an die Netzwerkschnittstelle des PC s weiter. Die Anschlüsse beschränken sich auf eine RJ45 - Buchse für das Netzwerkkabel und eine Buchse für die Stromversorgung. Weiters ist der Master noch mit fünf LEDs ausgerüstet die auf der Box mit Power, Channel 1, Channel 2, Mode und LAN 2 beschriftet sind. Leider findet sich hier kein Hinweis in der Anleitung auf die Bedeutung des Verhaltens (leuchten / blinken / dunkel) der LEDs. 1 engl.: Light Emitting Diode Leuchtdiode 2 Local Area Network Netzwerk 5

7 Abbildung 3.2: Gärschaumbremse nach der durchgeführten Gärung. Der Master sollte, um in der Reichweite des Funksignals der Slaves zu bleiben, im selben Raum wie die Slaves platziert werden. Da dadurch auch der Computer im Keller platziert werden muss wäre interessant, ob der Master die Daten über das Netzwerkkabel über TCP/IP 3 oder mit einem eigenen Protokoll überträgt. Für den Fall, dass TCP/IP verwendet wird wäre das Weiterleiten der Daten über ein Netzwerk oder Funknetzwerk zum PC im Büro eventuell möglich. 3.3 Software Betriebssystem: Linux Vinoquant 20 unterscheidet sich sicherlich in einigen Punkten von zur Zeit handelsüblichen Gärsteuerungssystemen. Die, für den Benutzer, die Benutzerin radikalste Änderung betrifft meiner Meinung nach das Betriebssystem des PC s. Linux ist zwar auf dem Vormarsch am Markt der Betriebssysteme, trotzdem stammen die Entscheidungsträger in Weinbaubetrieben (zur Zeit) zu einem großen Teil aus einer Generation die keine Alternativen zu Windows kennt. Ich persönlich, als langjähriger Linux - User, begrüße diese Entscheidung zwar, bezweifle aber ob der Markt dazu bereit ist. Was ist Linux? Linux ist ein freies (gratis), Unix ähnliches Betriebssystem, das von Freiwilligen auf der ganzen Welt immer weiter entwickelt und aktuell gehalten wird. Da Linux nur den Kern des Betriebssystems ausmacht, haben verschiedene Firmen ebenfalls gratis erhältliche Distributionen zusammen gestellt. Diese umfassen dann verschiedenste Programme von grafischen Oberflächen bis Finanzbuchhaltung und Office Pakete wobei diese Programme dann optimal aufeinander abgestimmt sind und lassen sich leicht aktuell halten. Da Computer mit Linux stabil und ohne Probleme lange laufen können ist es für einen Einsatz als Server (z.b. als Webserver) sehr geeignet und auch beliebt. 3 kurz für Transfer Control Protocol / Internet Protocol ein Standard Netzwerkprotokoll 6

8 3.3.2 Installation der Vinoquant 20 Software In der Anleitung wird davon ausgegangen, dass mit dem Vinoquant 20 System auch ein PC mit vorinstallierter Software (unter SuSe Linux) gekauft wird. Da die Software im Rahmen des Versuchs aktualisiert werden musste ist unter eine Beschreibung der Installation zu finden Server Client Modell Server Client heißt, dass ein Programm der Server Daten bereit stellt und ein anderes Programm der Client sich diese Daten holt und für den Benutzer, die Benutzerin aufbereitet. Ein Beispiel hierfür wäre das ansehen einer Homepage im Internet. Der Webserver stellt die Daten bereit und wartet auf Anfragen von Clients. Der Client der Browser (z.b. Internet Explorer oder Mozilla Firefox) stellt eine Anfrage an den Webserver, erhält die Daten und stellt sie für den Benutzer, die Benutzerin lesbar dar. Server Das Server Programm wird mit dem Start des Computers gestartet und läuft die ganze Zeit. Es sammelt die Daten, die über die Netzwerkschnittstelle vom Master kommen und speichert diese in eine SQLite Datenbank. Wenn Anfragen vom Client kommen schickt ihm der Server die gewünschten Daten bzw. leitet die gewünschten Aktionen (z.b. Änderung der Einstellungen) an den Master, und dieser dann an den Slave, weiter. Diese Server Client Architektur ermöglicht es auch, dass der Client (die grafische Oberfläche) geschlossen werden kann und die Daten weiterhin gesammelt werden können. Client Die Benutzeroberfläche Der Client, die Benutzeroberfläche, ist die Schnittstelle zwischen dem Winzer bzw. der Winzerin und dem Serverprogramm, das die Daten sammelt und zur Verfügung stellt. Um Zugriff auf die Slaves zu erhalten müssen diesen jeweils Nummern vergeben werden. Das erfolgt im Menüpunkt Funksystem. Hier können auch die jeweils aktuellen Daten der einzelnen Slaves abgerufen werden, die Relais zur Steuerung der Magnetventile können geschaltet werden und der Slave kann in den Alarmmodus versetzt werden. Da der Slave auf verschiedenen Tanks montiert werden kann und Berechnungen aufgrund der Tankgrößen erfolgen müssen in einem ersten Arbeitsschritt die Gärbehälter angelegt werden. Die wichtigsten Angaben zu den Tanks sind die Bezeichnung, und das Volumen. Zusätzliche Angaben wie Material oder Standort können ebenso gemacht werden, haben aber keinen Einfluss auf die Gärsteuerung. Die Zuteilung der Slaves zu einem Behälter erfolgt ebenfalls in diesem Menüpunkt. Der nächste Schritt ist das Anlegen der Gärung. Neben den Daten, die für die Überwachung der Gärung notwendig sind (Behälter, Zuckergehalt und Menge des Mostes und der Art der Gärung) können hier auch weitere Details wie z.b. Art und Dosage der Hefe oder Hefenährstoff angegeben werden. 7

9 Die Software bietet die Möglichkeit für verschiedene Fälle ( Kein Gärstart innerhalb von 48 Stunden, Gärstopp / Gärende, Temperaturschwankungen von mehr als 4 C/Stunde, Temperaturabsenkung um mehr als 2 C/Tag gegen Ende der Gärung und beim Erreichen einer konfigurierbaren Zuckerkonzentration - z.b. 15 g/l) Alarm zu geben. Diese können, neben der optischen und akustischen Darstellung am PC auch per SMS auf ein Mobiltelefon versendet werden. Die Gärführung selbst wird auch zu diesem Zeitpunkt festgelegt. Es kann gewählt werden zwischen Gärführung durch einen Temperaturkorridor und der Steuerung über den CO 2 Ausstoß. Bei der Steuerung über den Temperaturkorridor kann die gewünschte Minimumtemperatur und die Höchsttemperatur eingegeben werden. Die Gärführung über den CO 2 Ausstoß wird im im Programm mit der Überschrift: Hefefreundlich (wenig Hefestress) versehen. Hier kann entweder die gewünschte Zuckerabnahme pro Tag oder die gewünschte Gärdauer angegeben werden. Die Software errechnet daraus dann den notwendigen CO 2 Ausstoß und steuert diesen über die Temperatur. Nach Abschluss der Einstellungen für die Gärung beginnt die Messung. Ab diesem Zeitpunkt können die Werte (Temperatur, Zucker- und Alkoholgehalt des Mostes) im Programmteil Gärungen nach Auswahl der Gärung verfolgt werden. In diesem Übersichtsfenster zu der einzelnen Gärung besteht auch die Möglichkeit einer Anreicherung (Zuckerung) des Mostes. Dort kann auch an Hand eines Diagramms der Verlauf der Gärung verfolgt werden. Weiters bietet dieser Programmteil die Möglichkeit den berechneten Zuckergehalt des Mostes aufgrund einer Analyse zu korrigieren oder sich einen Bericht über die Gärung anzusehen. Der Bericht zur Gärung enthält: Beschreibung des Behälters in dem die Gärung durchgeführt wird Details zur Gärung (die beim Erstellen der Gärung eingegeben wurden Alarme die während der Gärung ausgelöst wurden den Gärverlauf als Diagramm die Zeitpunkte zu denen die Relais zur Steuerung der Magnetventile für die Kühlung und Erwärmung geschaltet wurden und sämtliche erfasste Gärdaten (viertelstündlich, beginnend mit Gärstart Zeit, Zuckergehalt, Alkoholgehalt und Temperatur) Beim Ende der Gärung kann man die Datenerfassung stoppen. Anschließend hat man die Möglichkeit mit dem nunmehr unbenutzten Slave im selben Behälter eine neue Gärung zu starten oder den Slave einem anderen Behälter zuzuordnen um darin die nächste Charge zu vergären. Wie schon in Pkt. 3.1 auf Seite 4 angemerkt, würde die Möglichkeit eines weiteren Temperatursensor die Einsatzmöglichkeiten des Systems stark erweitern. Dazu passen würde auch eine Einstellungsmöglichkeit im Client um zu einer bestimmten Zeit eine bestimmte Temperatur zu haben. Diese Funktion ist z.b. in der Gärsteuerung der Fa. SITT implementiert und wird bei uns u.a. zum Aufwärmen von weinsteinstabilisertem Traubensaft vor der Abfüllung genutzt. So kann Gas gespart werden und der Saft ist nicht unnötig lange warm und somit mikrobiologisch gefährdet. Netzwerkfähigkeit Da Server und Client über einen TCP Port kommunizieren sollte es möglich sein, diese auf unterschiedlichen Rechnern auszuführen. So wäre zwar ein (alter) Rechner im Keller notwendig, aber die 8

10 Steuerung und Überwachung der Gärung könnte vom Büro aus erfolgen. Die Daten würden dann über ein Netzwerk oder Funknetzwerk zwischen Client und Server ausgetauscht werden. Diese Lösung ist von der Konzeption der Software her problemlos umzusetzen, allerdings fehlt in der Bedienungsanleitung jeder Verweis auf diese Möglichkeit. 9

11 4 Versuchsanordnung 4.1 Vorbereitungen Abbildung 4.1: Der Gärbehälter mit montiertem Vinoquant 20 Slave. Das einzige, vom Gerät wegführende, Kabel stellt die Verbindung zum Magnetventil her Das Gärgut Nach Absprache mit Hr. Dr. Alber (Fa. Kübler) wurde der Gärversuch mit Most aus Traubensaftkonzentrat durchgeführt. Um genügend Trubstoffe für eine sichere Vergärung zu haben wurde Orangensaftkonzentrat hinzu gemischt. Es wurden 9 * 25 kg Traubensaftkonzentrat (65 Bx) mit 1 * 25 kg Orangensaftkonzentrat (65 Bx) mit Wasser auf 855 l (die Menge ergab sich aus dem Verfügbaren Behälter l Edelstahl Tank) verdünnt. Der Most zeigte am Biegeschwinger 15,6 KMW weshalb er mit 39 kg Rohrzucker auf ca. 19,5 KMW aufgebessert wurde um eine realistische Ausgangssituation zu schaffen. Zur Vergärung wurden 30 g/hl LittoLevure Sauvignon Blanc und 20 g/hl Vitamon Combi zugegeben Installation bzw. Update der Software Da bei Durchsicht der Bedienungsanleitung aufgefallen war, dass die gelieferte Software nicht dem aktuellen Stand entsprach musste diese aktualisiert werden. Die aktuelle Software (sowohl Server als auch Client) wurde mir per zugesandt. Die Software kam als gezipptes tar - Archiv (*.tar.gz) in der Datei installvq20.tar.gz 10

12 Installiert wurde die Software mit folgenden Befehlen die in der Shell im Verzeichnis in dem das Installationspaket liegt ausgeführt wurden: gunzip installvq20.tar.gz tar -xf installvq20.tar sudo./install.sh Der erste Befehl dekomprimiert die gzip Datei. Der zweite entpackt das Archiv. Hier sollte darauf geachtet werden, dass das entpacken in einem möglichst leeren Ordner erfolgt, da die Dateien im Archiv selbst nicht in einem Ordner sind und daher beim entpacken kein Unterordner angelegt wird. Beim entpacken werden verschiedene Ordner mit Dateien angelegt. Anhand der Namen der Ordner kann man schon nachvollziehen wohin die darin enthaltenen Dateien installiert werden (z.b. etc, etc/init.d, usr,...). Das Installationsskript (install.sh) ist bereits ausführbar und muss als Administrator (root) ausgeführt werden da, wie oben schon erwähnt, verschiedene Dateien in Systemordner wie /etc oder /usr kopiert werden müssen. Das Skript besteht aus einigen Anweisungen die bei einem Update die laufenden Vinoquant Programme schließen und ansonsten nur die entpackten Dateien an die richtigen Stellen im System kopieren. Eventuell vorhandene Dateien, z.b. bei einem Update, werden dabei überschrieben. Leider gehen hierbei die Daten, die bereits in der Datenbank gespeichert sind, verloren. Bei der Rücksprache mit Hr. Philipps, dem Softwareentwickler der Fa. Kübler, wurde ich allerdings darauf hingewiesen, dass die Installationsroutine noch in der Entwicklung ist. Als Nachteile bei der Installation sehe ich, dass Client und Server mit einer gemeinsamen Installationsroutine ausgeliefert werden. Für den Fall der Kontrolle der Gärung über ein Netzwerk wie in Punkt angedacht, sollte es möglich sein, den Client bzw. den Server getrennt zu installieren. Die Installation selbst ist zwar nicht zu kompliziert, macht aber eine eventuelle Deinstallation sehr aufwendig. Wesentlich einfacher wäre meiner Meinung nach eine Lieferung der Software in Paketen für die jeweilige Linux Distribution. 1 Die Erstellung der Pakete ist kein großer Aufwand und bietet für die Kunden den Vorteil, dass die Vinoquant20 Software, wie fast alle andere Software unter Linux auch, über einen Paketmanager verwaltet werden kann. Falls es Abhängigkeiten zwischen der Vinoquant20 Software und anderen Paketen gibt, wären diese so auch einfacher aufzulösen. Weiters würde es die Arbeit in einer rein grafischen Oberfläche (ohne Shell) ermöglichen, da die meisten Distributionen mit einfach anzuwendenden Paketmanagern (Synaptic, Adept,...) bestückt sind Montage des Slaves Bei der Montage des Slaves auf dem Gärspund ergab sich das erste Problem. Um den Austritt des Gärgases durch den CO 2 Durchflussmesser sicherzustellen muss der Slave dicht am Spundloch befestigt werden. Dazu wird ein Silikonstopfen, in der für das Spundloch passenden Größe, benutzt. Bei Spundlöchern mit Gewinde der Slave, bzw. der Silikonstopfen zusätzlich mit einer Überwurfmutter in der passenden Größe fixiert werden. Da die beiden mitgelieferten Größen von Silikonstopfen und Überwurfmutter nicht auf den Gärbehälter passten musste erst ein Adapter angeschafft werden. Schon bei der Vorbereitung fiel der mitgelieferte Gärspund einmal vom Tisch und bekam einen Sprung. Dadurch war er nicht mehr dicht und das eingefüllte Wasser tropfte heraus. Wie schon in Punkt Es stellt sich zweifelsohne auch die Frage wie viele Winzer und Winzerinnen bereit sind von Windows auf ein, ihnen unbekanntes, anderes Betriebssystem umzusteigen. Den anderen die, auch schon vor dem Einsatz von Vinoquant 20, Linux benutzen würde es entgegenkommen, wenn sie ihre bevorzugte Distribution benutzen könnten. 11

13 Abbildung 4.2: Die Montage des Vinoquant 20 am Tank war, nachdem ein passendes Übergangsstück auf die Mitgelieferte Gewindedimension angeschafft wurde, einfach. Deutlich zu erkennen sind die Beiden Anschlüsse für die Magnetventile (grau) und das, an das Relais für die Kühlung angeschlossene Kabel, das zum Magnetventil führt. Der schwarze Stecker deckt die Kontakte zum Aufwecken des Slaves ab. beschrieben wäre hier weniger steifer, weniger spröder Kunststoff eher angebracht. Im Versuch wurde der mitgelieferte Gärspund durch einen vorhandenen ersetzt (siehe Abb. 4.2) Anschluss des Magnetventils an den Slave Der Wohl umständlichste Teil des Versuches war der Anschluss des Magnetventils an den Slave. In der Bedienungsanleitung wird empfohlen die Installation von einem Elektriker durchführen zu lassen. Wie aber schon in Punkt 3.1 auf Seite 5 beschrieben würde das der Flexibilität des Systems widersprechen. Anhand der schematischen Zeichnung in der Bedienungsanleitung war ersichtlich, dass eine 24 Volt Leitung, die zur Versorgung des Magnetventils dient über den Slave geleitet werden soll und so die Funktionalität des Magnetventils vom Relais im Slave abhängt. Die Magnetventile im Kühlsystem der Landwirtschaftlichen Fachschule Eisenstadt haben drei Adern. Eine davon steht durchgehend unter Spannung, eine nur wenn das Magnetventil öffnen soll (Steuerstrom) und die Erdung. Um den Test der Gärsteuerung überhaupt erst zu ermöglichen wurde die Temperatursteuerung auf einen niedrigen Sollwert eingestellt damit der Steuerstrom gegeben ist, und der Slave über das Relais das Magnetventil bedienen kann. Nach einigen Versuchen mit dem Multimeter fanden wir heraus, dass der Steuerstrom über das Relais geleitet werden muss. Bei diesen Versuchen ergab sich die Frage, wann der PC bzw. der Master Anweisungen an den Slave sendet. Zu wissen ob das auch nur viertelstündlich passiert oder sofort wäre bei den Versuchen zum Anschluss hilfreich gewesen. Wir hatten den Eindruck, dass es nur viertelstündlich aktualisiert wurde. Somit wurden die Tests der Gärsteuerung sehr langwierig. Für die Integration des Systems in bestehende Kühlungssysteme wäre es sinnvoll Stecker für die Adern des Steuerstroms zu montieren. So kann bei Einsatz des Vinoquant 20 Systems das Magnetventil ohne Schraubarbeit und Tüftlerei (bzw. Elektriker) angeschlossen werden und bei der Demontage wird die Ader, die den Steuerstrom führt, direkt zusammengesteckt (wie ein Verlängerungskabel) und der bisher 12

14 Abbildung 4.3: Anschluss des Slaves an das Magnetventil (oben). Der Stecker der Zuleitung (Kabel rechts) wurde geöffnet und die Ader, die den Steuerstrom führt (rotbraun), über das Verbindungskabel (links - blaue Ader) zum Relais des Slaves geleitet. Bei eingeschalteter Kühlung (Relais offen) kommt der Strom über das braune Kabel vom Slave zum Magnetventil und dieses schaltet. verwendete Schaltkasten kann benutzt werden. So wäre die in der Bedienungsanleitung angepriesene Flexibilität auch wirklich zu erreichen Einstellung der Gärung auf der Software Die Konfiguration des Behälters und der Gärung erfolgte nach dem Update der Software problemlos und wie in der Betriebsanleitung beschrieben. Bei der Eingabe der Dosage von Hefesorte und Gärhilfe (Hefenährstoff) wären die in der Kellerwirtschaft üblichen Angaben von g/hl anstelle der im Programm gewählten g/l zu bevorzugen. Die Gärsteuerung wurde auf die Vergärung von 12 g/l Zucker / Tag eingestellt 4.2 Gärstart Da, wie in Punkt 3.1 auf Seite 4 beschrieben, die Temperaturmessung im Gärgas erfolgt ist kein (temperatur-) kontrollierter, schneller Gärstart möglich. Es muss gewartet werden bis der Most zu gären beginnt. Um diesen Schwachpunkt auszumerzen sollte eine externe Anschlussmöglichkeit für einen Temperatursensor vorgesehen werden. Die Umschaltung für die Wahl der zu beachtenden Temperatur (Gärgas oder Tank) könnte dann per Software erfolgen. 13

15 4.3 Gärverlauf Nachdem am der Most vorbereitet und aufgebessert wurde, meldete das System erstmals am , dass die festgelegte Zuckerkonzentration erreicht sei. Da an diesem Tag eine Vertretung den Versuch überwachte und diese leider nicht ausreichend eingeschult war, beendete die Vertretung die Gärung. Da ich am nächsten Tag immer noch deutliche CO 2 Entwicklung feststellen konnte und auch die Mostgewichtsbestimmung mit dem Biegeschwinger nicht auf ein Gärende schließen ließ, setzte ich die Gärung wieder fort. Am meldete Vinoquant 20 Gärstopp / Gärende. Aus oben angeführten Gründen ließ ich den Wein aber weiter vergären. Zu diesem Zeitpunkt zeigte Vinoquant beim Restzucker 15,77 g/l an. Bei den nächsten Messungen konnte auch kein CO 2 Ausstoß mehr von Vinoquant gemessen werden. Auffällig war an diesem Punkt, dass Vinoquant 20 nicht versuchte das Relais für die Erwärmung zu öffnen um eine Gärstockung gegen Ende der Gärung zu verhindern. Entweder liegt hier ein Fehler in der Software, oder das System erkennt, ob ein Magnetventil am Relais angeschlossen ist oder nicht. Am um 23:30 war sogar das Ventil für die Kühlung geöffnet obwohl die Gärintensität (CO 2 Ausstoß / Minute) sank. Bei den stichprobenartigen Messungen fiel auf, dass, obwohl die Gärung über den CO 2 Ausstoß gesteuert wurde, eher die Temperatur in einem Korridor verlief und die CO 2 Werte schwankten als umgekehrt. Am wurde im Most die Bestimmung der reduzierenden Zucker nach Rebelein durchgeführt. Nach Bestimmung des Blindwertes und des Mostes kam heraus, dass im Most noch 7,6 g/l Restzucker vorhanden waren. Die Alkoholbestimmung mit dem Alcolyzer ergab einen Wert von 11,76 % vol. Bemerkenswert ist hier, dass der, von Vinoquant 20, berechnete Zuckerwert 7,56 g/l war und somit mit der Analyse übereinstimmte. Zu diesem Zeitpunkt wurden mit dem Handbiegeschwinger -0,9 KMW 2. gemessen und die Temperatur (bei allen Sensoren) betrug ca. 14 C. Leider veränderte sich der Zuckerwert in Vinoquant 20 nicht mehr, da wahrscheinlich der Gärgasausstoß zu niedrig war und in einem vom Gerät nicht messbaren Bereich lag. Mit dem Handbiegeschwinger konnte, trotz sinkender Temperatur, noch bis eine Abnahme des Mostgewichts auf -1,2 KMW festgestellt werden. Eine am genommene Probe wies bei der Untersuchung im Bundesamt für Weinbau 3,6 g/l reduzierende Zucker auf. Weitere auffällige Punkte gab es auch beim Umgang mit der Software: Beim Bearbeiten der Gärung ist es mühsam immer den Assistenten zu durchlaufen. Hier wäre eine Lösung über Karteireiter mit Start bei der Gärführung wahrscheinlich einfacher in der Handhabung. Wie in Pkt auf der vorherigen Seite beschrieben ist bei uns die Angabe in g/hl üblich und nicht in g/l Eine Anzeige für den aktuellen Status von Heiz- und Kühlventil im Fenster der Gärung wäre benutzerfreundlicher als der Weg über die Funkeinstellungen. 2 Der negative Wert ergibt sich daher, dass der Biegeschwinger die Dichte misst und diese in KMW umrechnet. Da im Most, in der Regel eine Dichte von über 1 herrscht haben wir positive Werte. Im Wein liegt die Dichte jedoch darunter und somit zeigt der Biegeschwinger einen negativen Wert an. Zur Veranschaulichung kann man auch von der Dichte (z.b. 1,080 / 0,955) auf Oe rechnen (das wären dann 80 Oe / -4,5 Oe) und davon auf KMW (in diesem Beispiel ca. 16 KMW / -0,9 KMW) 14

16 Es gab am um 15:39 unterschiedliche Zuckerwerte im Fenster zur Gärung und im dazugehörigen Diagramm (auch wenn beide neu geöffnet wurden). Dieses nicht nachvollziehbare Verhalten sollte dringend korrigiert werden. Der Zoom beim Diagramm der Gärung sollte sich auf den markierten Zeitpunkt zentrieren und nicht immer am Beginn der Gärung starten Beim Diagramm werden unter einem Zuckergehalt von 87 g/l die Einheiten für das Mostgewicht nicht mehr angezeigt. Es kam öfters vor, dass beim Gärungsdiagramm unterschiedliche Werte als bei der Abfragen der Daten in den Funkeinstellungen angezeigt wurden. Beim Bericht der Gärung zeigt der Window Manager das X Icon zum schließen am Fenster oben rechts an. Dieses funktioniert allerdings nicht, wenn gewünscht wird, dass das Fenster mit dem Knopf Schließen geschlossen wird sollte das Icon oben ausgeblendet werden. Es ist nicht ganz klar, welche Daten bei Gärführung im Bericht zu der Gärung dokumentiert wird. Meines Verständnisses nach sollte jede Änderung des Status der Relais zur Steuerung der Magnetventile dort aufscheinen. Das passierte aber nicht. Aufgefallen ist mir auch, dass hin und wieder die LED am Slave aktiv war. Dafür hat ein andermal eine LED am Master nicht geleuchtet. Hier wäre wirklich, wie schon in Pkt. 3.1 auf Seite 5 und Pkt. 3.2 auf Seite 5 angemerkt, eine Beschreibung der Bedeutung es Verhaltens der LEDs in der Bedienungsanleitung sinnvoll. Zur Auswertung stehen aber weiterhin noch die Daten aus dem Bericht (siehe Pkt auf Seite 8) und direkt aus der Datenbank (siehe Pkt auf Seite 7 zur Verfügung Daten aus der Datenbank Die Daten wurden aus der SQLite - Datenbank mit der SQLite Manager 3 Erweiterung für Mozilla Firefox 4 gelesen, als csv 5 Textdatei exportiert und im Tabellenkalkulationsprogramm OpenOffice Calc 6 ausgewertet. Diese Daten spiegeln die viertelstündliche Messung wieder. Der Datenbank konnten der Gesamte CO 2 Ausstoß, der Verlauf des CO 2 Ausstoßes pro Minute und der Verlauf der Gärtemperatur entnommen werden. Der, schon beim ersten Diagramm erkennbare, Sprung in der Kurve entstand durch unsachgemäße Handhabung des Systems durch eine Vertretung und lässt keine Rückschlüsse auf die Qualität des Systems zu. In Abbildung 4.5 auf der nächsten Seite ist der CO 2 Ausstoß pro Minute zu sehen. Daraus lässt sich schließen, wie viel Zucker pro Minute von den Hefen verarbeitet wird und somit lässt dieser Wert einen direkten Schluss auf die Gärintensität zu. Im Anhang Die Geschichte der glücklichen Hefen zur Bedienungsanleitung findet sich unter anderem auch dieser Satz: 3 https://addons.mozilla.org/en-us/firefox/addon/ Comma Separated Version Die Daten werden mit Kommas getrennt und jeder Datensatz steht in einer Zeile

17 Abbildung 4.4: Die gesamte Gärgasentwicklung spiegelt den Verlauf der Gärung wieder. Ähnliche Kurven werden auch beim Verlauf des Zuckergehaltes und der Alkoholentwicklung zu sehen sein. Abbildung 4.5: In dieser Grafik ist der CO 2 Ausstoß pro Minute im Verlauf der Gärung zu erkennen. Daraus lässt sich direkt auf die Intensität der Gärung schließen. 16

18 Das Ziel dieser Gärführung wird sein, die tägliche entweichende Kohlensäuremenge während der gewünschten Gärdauer annähernd gleich zu halten. 7 Da das Diagramm auch die sehr langsame Endgärung umfasst ist klar, dass der CO 2 Ausstoß zu Beginn, bzw. in der Hauptgärphase etwas höher ist. Der extreme Peak aber und wie schon auf S. 14 angemerkt hatte ich auch während der Hauptgärphase eher den Eindruck, dass die Temperatur in einem Korridor verläuft und der Gärgasausstoß schwankt. Abbildung 4.6: Temperaturverlauf während der Gärung Daten aus dem Bericht Der Bericht, wie er in Pkt auf Seite 8 beschrieben wurde, stellt die viertelstündlichen Berechnungen des Zucker-, Alkoholgehalts und der Temperatur bereit. Aus den Messungen / Berechnungen wurde wieder mit OpenOffice Calc das Diagramm erstellt. In Abbildung 4.7 auf der nächsten Seite ist bei den Kurven zum Alkoholgehalt und zum Zuckergehalt die Ähnlichkeit zu Abb. 4.4 auf der vorherigen Seite deutlich zu erkennen. Schließlich werden diese Werte ja aus dem Gärgasausstoß und dem anfänglichen Zuckergehalt errechnet. Auch hier ist deutlich der Knick in den Kurven zu erkennen. Auffällig ist weiters noch, dass die Kurven, gegen Ende der Hauptgärung abflachen. Tabelle 4.1 auf Seite 19 zeigt, dass am die eingestellte Grenze für den Alarm von 30 g/l Restzucker unterschritten wurde. Schon am wurde bei 15,8 g/l Restzucker das Gärende signalisiert. 7 mit dem Verweis auf W. Saller, Mitteilungen der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau, Klosterneuburg, Heft 6, November

19 Abbildung 4.7: Verlauf von Zucker- und Alkoholgehalt in g/l (Linke Y Achse) und Temperaturverlauf in C (rechte Y Achse) 18

20 Meldung Festgestellt am Beendet am Festgelegte ZuckerKonzentration erreicht 27 Nov :43:29 27 Nov :05:41 Festgelegte ZuckerKonzentration erreicht 27 Nov :13:30 27 Nov :14:04 Festgelegte ZuckerKonzentration erreicht 27 Nov :58:02 27 Nov :58:13 Festgelegte ZuckerKonzentration erreicht 27 Nov :22:28 27 Nov :22:38 Festgelegte ZuckerKonzentration erreicht 28 Nov :08:20 28 Nov :08:50 Festgelegte ZuckerKonzentration erreicht 28 Nov :23:20 28 Nov :24:36 Festgelegte ZuckerKonzentration erreicht 28 Nov :10:50 28 Nov :11:04 Festgelegte ZuckerKonzentration erreicht 28 Nov :25:51 01 Dez :35:40 Gärstopp / Gärende 28 Nov :41:22 01 Dez :35:40 Keine Verbindung zum Slave seit mind. 1 Stunde 14 Dez :55:44 15 Dez :42:47 Keine Verbindung zum Slave seit mind. 1 Stunde 15 Dez :41:58 15 Dez :42:38 Keine Verbindung zum Slave seit mind. 1 Stunde 15 Dez :57:01 15 Dez :07:32 Keine Verbindung zum Slave seit mind. 1 Stunde 15 Dez :10:19 15 Dez :10:56 Keine Verbindung zum Slave seit mind. 1 Stunde 15 Dez :34:09 15 Dez :46:09 Keine Verbindung zum Slave seit mind. 1 Stunde 15 Dez :49:10 17 Dez :19:08 Keine Verbindung zum Slave seit mind. 1 Stunde 17 Dez :05:48 18 Dez :04:53 Tabelle 4.1: Alarme während der Gärung Ab gab es immer wieder Probleme mit der Verbindung vom Master zum Slave. Die Bedienungsanleitung verweist auf einen Wackelkontakt oder Probleme mit der Stromversorgung bzw. eine unterbrochene (und wieder hergestellte) Stromversorgung beim Master. Nach dem Aufwecken des Clients leuchtete die LED somit konnte ein Fehler bei der Stromversorgung des Clients ausgeschlossen werden. In der Software konnte ich im Programmteil Funk den Slave hin und wieder finden und auch die Daten abrufen. Am fiel mir auf, dass die LED ( Power ) nicht leuchtete. Trotzdem leuchteten andere LEDs am Master. Hier wäre wirklich, wie schon mehrfach erwähnt, eine Beschreibung der Bedeutung es Verhaltens der LEDs in der Bedienungsanleitung oder sogar ein Aufkleber mit einer kurzen Hilfe zur Fehleranalyse auf der Rückseite des Masters hilfreich. Mir ist nicht klar, was die Spalte Grenzwert, mit dem Wert 12, zu bedeuten hat. In der Bedienungsanleitung habe ich leider umsonst gesucht. Da die Vergärung auf 12 g/l Zucker pro Tag eingestellt war, ist es möglicherweise dieser Wert. Der Aktuelle Wert, wäre dann der berechnete Zuckerabbau pro Tag nach der momentanen Gärintensität. Hier wäre es hilfreich, wenn eine Einheit oder Erläuterung der Werte der Tabelle angeschlossen wäre. Wie deutlich zu sehen ist, fehlt mindestens ein Eintrag. In den beiden ersten Zeilen steht Starte Kühlung ohne, dass diese inzwischen beendet wird. Die zweite Spalte, mit dem aktuellen Wert von 25,3 wirft natürlich auch die Frage auf wie dieser, bei einem Grenzwert von 12, so hoch werden konnte und warum die Kühlung jetzt erst eingeschaltet wird. Problematisch finde auch, dass die Kühlung bei einem (berechneten) Restzuckergehalt von ca. 30 g/l noch einmal eingeschaltet wird. Gegen Ende der Gärung (und mit abnehmender Gärintensität - wie in Abb. 4.5 auf Seite 16 zu sehen) hätte ich eher damit gerechnet, dass Vinoquant 20 versucht den Wein etwas zu erwärmen um ein Steckenbleiben der Gärung zu verhindern. Optimal wäre natürlich ein konstant gleich bleibender Gärgasausstoß und somit eine gleichmäßige Gärung. Diese könnte erreicht werden, wenn gegen Ende der Gärung der Wein wieder erwärmt wird. Da nicht alle Betriebe über die Möglichkeit der Erwärmung verfügen, wäre es interessant, zwei Soll Gärkurven, eine mit der Möglichkeit zur Erwärmung und eine ohne, vorzugeben. Bei zweiterer sollte dann die Kühlung entsprechend früher aussetzen (der Zeitpunkt könnte evtl. durch die durchschnittliche Wärmeentwicklung während der Gärung berechnet werden) um durch die, bei der Gärung erzeugten, 19

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