Protokoll. Höhere Technische Bundeslehranstalt Fischergasse 30 A-4600 Wels. Titel der Übung: SuSe Linux-Installation

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1 Protokoll Nr. 1 Höhere Technische Bundeslehranstalt Fischergasse 30 A-4600 Wels Protokoll Abteilung IT Übungs Nr.: 1 Titel der Übung: SuSe Linux-Installation Katalog Nr.: 3 Verfasser: Christian Bartl Jahrgang: 4 AIT An dieser Übung haben mitgearbeitet: Lisa Adlesgruber Christian Bartl Gruppe: B Datum der Übung: Abgabe Datum: Übungsleiter: Prof. Hell Equipment: Wechselfestplatte (B-19) PC SuSe Linux 9.3 Boot-CD FTP-Server mit Quellpaketen ( ) Beurteilung:

2 NWSY Übung Nr: 1 Seite 1 SuSe Linux-Installation Aufgabenstellung Es ist auf der Wechselplatte (B-19) SuSe Linux 9.3 zu installieren. Dabei soll die Partitionierung so vorgenommen werden, dass später eine Windows-Installation ohne Probleme durchgeführt werden kann, bzw. soll eine Partition zum Datenaustausch zwischen den beiden Systemen erstellt werden. Der Bootloader soll in den Bootsektor einer eigenen Bootpartition geschrieben werden. Dabei muss die Bootpartition am Anfang der Festplatte liegen und darf die 1024-Zylinder-Grenze nicht überschreiten, da meisten Rechner älteren Baujahres sind und deren Bios noch nicht im Stande ist von über dieser Grenze liegenden Partitionen zu booten. Partitionseinteilung der Wechselfestplatte 1. Boot Partitionsgröße: 20MB Partitionstyp: Primär Mountpoint: /boot 2. Windows Dateisystem: NTFS (vorläufig mit Linux als FAT32 formatiert) Partitionsgröße: 10GB Partitionstyp: Primär Mountpoint: /windows 3. Datenaustauschpartition Dateisystem: FAT32 Partitionsgröße: 1GB Partitionstyp: Primär Mountpoint: /daten 4. Swap Dateisystem: Swap Partitionsgröße: 512MB Mountpoint: /swap 5. Root Partitionsgröße: 5GB Mountpoint: / 6. Var Partitionsgröße: 1GB Mountpoint: /var 7. Temp Partitionsgröße: 1.1GB Mountpoint: /tmp

3 NWSY Übung Nr: 1 Seite 2 Installation 1. Booten Sie den PC mit Hilfe der SuSe Linux 9.3 Boot-CD. (Achtung! Falls notwendig müssen Sie im Bios die Bootreihenfolge der einzelnen Geräte geändert werden) 2. Es erscheint der Bootloader der Boot-CD. Da Sie die Installation wahrscheinlich auf Deutsch durchführen wollen ändern wir hier die Sprache durch drücken der F2-Taste und Auswählen der Sprache. Sollte Sie das Ändern der Sprache hier vergessen, kann dies nachträglich am Anfang der Installationsroutine geändert werden. Als zweites ändern Sie noch die Installationsquelle. Sollten Sie die Installation mit Hilfe von Installations-CD s durchführen können Sie diesen Schritt und alle die sich auf FTP-Server Angaben beziehen getrost überspringen. Ansonsten drücken Sie die F3-Taste und wählen Sie das passende Quellmedium aus. In diesem Fall: FTP-Server. Jetzt werden Sie nach den Zugangsdaten des FTP-Servers gefragt. Bei dieser Übung waren dies folgende: IP-Adresse: Benutzername: ftp Passwort: ftp Falls nötig ändern Sie durch drücken der F2-Taste noch die Auflösung. Starten Sie zum Schluss durch Auswahl des Punktes Installation im Bootmenü die Installation. 3. Da im Übungsnetzwerk kein DHCP-Server installiert ist, bricht der Bootvorgang der Installationsroutine mit folgender Fehlermeldung ab: Could not find SUSE Linux Installation Source. Activationd manual setup porgram. Bestätigen Sie mit OK. Es erscheint die Auswaähl der Tastaturbelegung, wo Sie Deutsch auswählen. Nun erscheint das Hauptmenü des manuellen Installationsprogramms. Wählen Sie Installation /System starten -> Installation / Update starten aus. Als Quellmedium wählen Sie bitte Netzwerk und im nächsten Schritt FTP. Jetzt werden Sie gefragt ob Sie eine Automatische Konfiguration via DHCP vornehmen möchten. Bestätigen Sie diese Abfrage mit Nein. Geben Sie nun die IP-Adresse, die Subnetmask, die Adresse des Gateways und die Adresse des Name-Servers ein. Danach werden Sie wieder nach den Zugangsdaten des FTP-Servers gefragt. Übernehmen Sie diese aus Punkt Sind diese Angaben alle Korrekt gewesen, startet die grafische Installationsroutine. Hier müssen Sie gegebenenfalls, dass laden von Treibermodulen bestätigen, bzw. Lizenzverträge akzeptieren um fortfahren zu können. 5. Als erstes richten Sie nun die Partitionen der Festplatte ein. Dazu klicken Sie auf den Punkt Ändern und wählen dort Partitionierung aus. Jetzt erscheint ein Assistent der Sie bei der Partitionierung unterstützen wird. Wählen Sie hier den Punkt Partitionen nach eigenen Vorstellungen anlegen aus. Klicken Sie auf weiter und wählen Sie im nächsten Dialog Erweiterte Einstellungen, manuelle Aufteilung (Partitionierung) aus, diesen bestätigen Sie ebenfalls mit Weiter. Nun gelangen Sie in den Expertenmodus des Partitionierungsprogrammes. In diesem Modus können Sie jetzt die Festplatte komplett selbst partitionieren. Im Normalfall haben Sie nur einen Eintrag vor sich der ihre Festplatte (meistens: dev/hda) darstellt. Jetzt müssen Sie alle Partitionen, wie oben in Punkt Partitionsaufteilung der Wechselplatte aufgelistet, anlegen. Dies tun Sie über den Punkt Anlegen. Hier wählen Sie zu nächst aus ob Sie eine Primäre Partition oder eine Erweiterte Partition anlegen möchten. Haben Sie einmal eine Erweiterte Partition angelegt, können nur mehr logische Laufwerke erstellt werden. Die erste Partition ist eine Primäre Partition, also wählen Sie den Punkt Primäre Partition aus. Nun müssen Sie im Punkt Formatieren bei

4 NWSY Übung Nr: 1 Seite 3 Dateisystem Ext3 auswählen. Im Bereich Größe geben Sie bei Ende die Dateigröße in Form von +20MB oder +0.02GB an. (Der Wert des Startzylinders ist immer der Endwert+1 der vorherigen Partition, sollten Sie daher unverändert lassen). Im Punkt Mountpoint wählen Sie bitte /boot aus. Bestätigen Sie den Dialog mit OK. Nun erscheint ein neuer Eintrag in der Liste, der die gerade erstellte Partition anzeigt. Gehen Sie nun für alle anderen oben aufgelisteten Partitionen genau so vor. Beachten Sie, dass Sie vor dem erstellen der 4.Partition (Swap) eine Erweiterte Partition anlegen müssen. Sie können die von Linux vorgeschlagen Zylinderdaten ohne Problem übernehmen. Beenden Sie danach den Partitionierunsmanager mit Beenden. 6. Als nächstes wählen Sie die Softwarepakete die Sie installieren wollen aus. Klicken Sie auf Ändern und Software. Wählen Sie hier Erweiterte Auswahl aus. Wählen Sie auf der linken Seite folgende Software-Selektionen aus: 1. Grafisches Grundsystem 2. KDE-Desktopumgebung 3. Dokumentation, Hilfe&Support 4. Büroanwendungen 5. LDAP Server und Werkzeuge 6. Netzwerk/Server 7. C/C++ Compiler und Werkzeuge Nachdem Sie die Pakete ausgewählt haben klicken Sie auf OK. Es erscheint nun ein Dialog Geänderte Pakete (Es werden automatisch alle noch für die ausgewählten Software- Selektion benötigten Pakete (die nicht in diesen Selektionen enthalten sind, aber von Software aus Selektionen benötigt wird) zur Installation hinzugefügt). Klicken Sie hier auf Fortfahren. 7. Als letzten Schritt vor der eigentlichen Installation muss noch der Bootloader konfiguriert werden. Klicken Sie dazu auf Ändern und Systemstart. Ändern Sie nun die unten angeführten Optionen auf die angegebenen Werte, indem Sie eine Option markieren und auf Bearbeiten klicken: 1. Ort des Bootloaders: Bootsektor der Boot-Partition /dev/hda1 2. Bootloaderpartition aktivieren: ja, /dev/hda1 aktivieren Bestätigen Sie den Vorgang mit Beenden. 8. Um die Installation zu Starten klicken Sie nun auf Übernehmen. Akzeptieren Sie gegebenenfalls Lizenzverträge und klicken Sie im Dialog Installation bestätigen auf Installieren. Es wird nun zuerst die Festplatte partitioniert, danach wird das Grundsystem installiert. Sind alle Pakete des Grundsystemes installiert, wird der Bootloader installiert, danach Startet das System neu. 9. Nach dem das System neu gestartet wurde, werden die restlichen Pakete installiert. Nach der Installation der Pakete wird die Grundkonfiguration des Systems vorgenommen. 10. Als ersten Schritt der Grundkonfiguration müssen Sie ein Passwort für den Benutzer root (vergleichbar mit dem Adminstrator unter Windows) erstellen. 11. Als nächstes wird das Netzwerk konfiguriert. Sollte kein DHCP-Server im Netzwerk vorhanden sein, können Sie hier nun die Netzwerkeinstellungen für das LAN-Interface vornehmen.

5 NWSY Übung Nr: 1 Seite Im nächsten Schritt können Sie die Internetverbindung testen. Überspringen Sie diesen Test, außer Sie wollen anschließend ein Online-Update durchführen. 13. Als nächstes wird die Methode für die Benutzer-Authentifikation abgefragt. Standard ist Lokal (/etc/passwd). Alle anderen Methoden sind nur in großen Netzwerken in denen Benutzer zentral auf einem Server verwaltet werden interessant. 14. Im nächsten Schritt geben Sie bitte Ihre Benutzerdaten an. Achtung! Deaktivieren Sie bitte auf jeden Fall die Automatische Anmeldung. Lassen Sie diese aktiviert, wird bei jedem Systemstart automatisch der eben erstellte Benutzer eingeloggt, dies stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. 15. Jetzt werden die Änderungen in alle Konfigurationsfiles geschrieben. Nach diesem Vorgang erscheint ein Hinweis den Sie je nach Lust und Laune durchlesen können oder eben auch nicht. 16. Zum Schluss der Installation können Sie noch einige Geräte konfigurieren. Darunter die Grafikkarte. Hier sollten Sie auf jeden Fall die Einstellungen kontrollieren um Schäden am Monitor vorzubeugen. Nach dem Schließen des Grafikkonfigurationsassistenten (SaX2) sollten Sie auf jeden Fall den Test durchführen um ihre Konfiguration zu Testen und bei Bedarf noch zu korrigieren. 17. Mit Weiter beenden Sie die Installation und Linux startet mit der grafischen Oberfläche. Gratulation! Ihr Linux-System läuft!

6 NWSY Übung Nr: 1 Seite 5 Theorie Dateisysteme und Linux (zu Punkt 5) Ext3 - third extended filesystem Ist ein im Gegensatz zu Ext2 ein Journaling FileSystem und deswegen klar zu bevorzugen. Ein Journaling-Dateisystem unterscheidet sich durch zwei Faktoren von einem herkömmlichen Dateisystem. So wird ein Journal über die gerade geänderten Daten geführt und die zu ändernden Daten behalten ihre Gültigkeit, bis der Schreibvorgang beendet ist. Diese Funktion fällt beim störungsfreien Betrieb eines Computers, von einer Verminderung der Leistung abgesehen, nicht auf, zeigt sich aber bei Systemabstürzen. So ist nach einem Absturz nicht das gesamte Dateisystem zu überprüfen. Nur die zum Zeitpunkt des Absturzes bearbeiteten Daten müssen überprüft und eventuell repariert werden. Dies bedeutet bei den heutigen großen Platten eine große Zeitersparnis beim Hochfahren, dauert das Überprüfen von einigen Hundert Gigabyte großen Partitionen durchaus bis zu mehreren Stunden. Man unterscheidet zwischen Metadaten-Journaling und Full-Journaling. Während Metadaten-Journaling lediglich die Konsistenz des Dateisystems garantiert, wird beim Full-Journaling auch die Konsistenz der Dateiinhalte gewährleistet. Umgangssprachlich wird oft der allgemeine Begriff des Journaling verwendet, wenn eigentlich Metadaten-Journaling gemeint ist. FAT32 - File Allocation Table Dieses Dateisystem kann von Linux wie von den meisten Betriebsystemen sowohl gelesen als auch beschrieben werden. Achtung, FAT32 besitzt keine Rechteverwaltung, daher ist die Rechteverwaltung von Linux auf Partitionen die mit FAT32 formatiert wurden, nur für das ganze Volume anwendbar, nicht aber auf einzelne Dateien. Beispiel-Eintrag in der Fstab: /dev/hda6 /daten-linux vfat gid=users,umask= NTFS - New Technology File System Wird von Linux bis jetzt nur Ansatzweise unterstützt. Im Moment sind nur Lesezugriffe auf dieses Dateisystem möglich. Achtung genau wie bei FAT32 ist die Rechteverwaltung von Linux auf diesem Filesystem nicht möglich. Beispiel-Eintrag in der Fstab: /dev/hda5 /daten ntfs ro,user,gid=users,umask=0002,nls=utf8 0 0 Der Bootloader und die 1024-Zylinder-Grenze des Bios (zu Punkt 5 und 7) Altere Computer (ca. vor Baujahr 1998) können von Partitionen die über dem 1023sten Zylinder der Festplatte liegen nicht booten, da das Bios nicht mehr adressieren kann. Um dieses Problem zu Umgehen ist es sinnvoll bzw. notwendig eine eigene Partition zu erstellen die im Bootsektor den Bootloader enthält. Unter Linux kann man dann auch noch das Verzeichnis /boot darauf ablegen. Eine Partitionsgröße von 20MB und auch weniger ist völlig ausreichend. Um dann auch Booten zu können muss diese Partition aktiviert werden. Als netter Nebeneffekt löst diese Methode auch das Problem mit einer Installation von Windows als Primär- oder Zweitbetriebsystem. Da Windows seinen Bootloader immer in

7 NWSY Übung Nr: 1 Seite 6 den MBR schreibt bzw. Linux auch nicht booten kann, muss nach der Installation von Windows nur mehr die Bootpartition aktiviert werden und ein Bootloadereintrag für Windows erstellt werden und schon können beide System gestartet werden. Problembericht Bei der ersten Installation konnte nach dem Neustart die grafische Oberfläche nicht geladen werden und somit auch nicht der 2 Teil der Installation in dem die Grundkonfiguration des Systems vorgenommen wird. Dadurch lag ein komplett unkonfiguriertes System vor. Die Ursache war leider nicht feststellbar und wurde deshalb durch eine Neuinstallation behoben.

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