Kapitel 8 Web, Mail & Co.

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1 Kapitel 8 Web, Mail & Co. Das Thema dieses Kapitels sind salopp gesagt»internet-programme«. Neben Webbrowsern und -Clients behandelt dieses Kapitel auch Download-Manager, Twitter-Clients, Chat- und Telefonie-Programme sowie Cloud-Synchronisationswerkzeuge. Im Detail stelle ich Ihnen die folgenden Programme vor: Firefox und Google Chrome (Webbrowser) Thunderbird, Evolution, KMail und Mutt (Mail-Clients) Gwibber, Hotot (Twitter-Clients) Skype (Telefonie) Dropbox und Ubuntu One (Dateiaustausch und -synchronisation) Transmission und FileZilla (Download-Manager) In das Kapitel sind zwei Grundlagenabschnitte zu den Themen»Webbrowser«und» «eingebettet. Dort lernen Sie beispielsweise die -Protokolle POP, IMAP und SMTP kennen, lernen etwas über Techniken zur -Verschlüsselung und erfahren, welche Web- und Mail-Clients es abseits der in diesem Kapitel vorgestellten Programme noch gibt. 8.1 Webbrowser-Grundlagen Im Prinzip sind alle Webbrowser gleich, möchte man meinen. Sie stellen eine Webseite dar und helfen bei der Verwaltung von Bookmarks. An der Oberfläche stimmt das, hinter den Kulissen gibt es aber erhebliche Unterschiede. Entscheidend für die Darstellung der Webseiten ist nicht die Benutzeroberfläche, die sogenannte Rendering Engine: Diese Software-Komponente (Bibliothek) ist für die Darstellung des HTML-Codes verantwortlich. Tabelle 8.1 fasst zusammen, welche Rendering Engine in welchem Browser momentan zum Einsatz kommt. Gecko versus Webkit 243

2 8 Web,Mail&Co. Rendering Engine Blink Gecko KHTML Trident WebKit Webbrowser Google Chrome, Chromium, Opera Firefox, Iceweasel alte Konqueror-Versionen Internet Explorer (Microsoft) Arora, Epiphany, Konqueror, Midori, Rekonq, Safari (Apple) etc. Tabelle 8.1 Rendering Engines Interessant ist die Geschichte von WebKit: Apple hat für seinen Webbrowser Safari ursprünglich die Rendering Engine KHTML des KDE-Webbrowsers Konqueror eingesetzt. Aufgrund der umfangreichen Änderungen am Code bekam die Rendering Engine schließlich den neuen Namen WebKit und wurde dann auch von Google weiterentwickelt. Zuletzt hat WebKit zurück zu KDE gefunden und wird nun auch in Konqueror und Rekonq eingesetzt. Dafür hat sich Google von der Webkit-Entwicklung abgekoppelt und entwickelt den Code nun getrennt unter dem Namen Blink weiter. JavaScript- Interpreter Plugins HTML5 Neben der Rendering Engine hat auch der JavaScript-Interpreter großen Einfluss darauf, wie schnell und zuverlässig der Webbrowser funktioniert, insbesondere bei modernen Web-2.0-Seiten. Je nach Webbrowser kommen abermals unterschiedliche Interpreter zum Einsatz, z. B. SpiderMonkey in Firefox, KJS in Konqueror, JavaScriptCore in vielen WebKit-Browsern, V8 in Google Chrome und Carakan in Opera. Plugins sind externe Erweiterungsprogramme mit Zusatzfunktionen für einen Webbrowser. Sie ermöglichen es beispielsweise, Multimedia-Inhalte abzuspielen (Adobe Flash) und PDF-Dokumente darzustellen. Zum Glück greifen die meisten gängigen Webbrowser auf das Mozilla-Plugin-System zurück. Einmal installierte Plugins sollten daher mit den meisten Linux-Webbrowsern funktionieren. HTML5 ist ein Standard zur Gestaltung von dynamischen Webseiten mit Multimedia-Inhalten. Flash-basierte Webseiten nehmen seit der Einführung von HTML5 langsam ab eine aus Linux-Sicht durchaus erfreuliche Entwicklung. HTML5 sieht unter anderem die Möglichkeit vor, Audio-Streams und Videos direkt im Webbrowser abzuspielen, also ohne zusätzliche Plugins. Das Problem dabei: Die am HTML5-Standard beteiligten Unternehmen konnten sich nicht auf einen Codec einigen. Deswegen unterstützen verschiedene Webbrowser unterschiedliche Codecs: Der Internet Explorer und Safari setzen auf H.264. Dieser kommerzielle Codec ist für Open-Source-Software aber schlecht geeignet und kann nur über Umwege unter- 244

3 8.1 Webbrowser-Grundlagen stützt werden (siehe auch Kapitel 10). Firefox und Google Chrome unterstützen deswegen die Open-Source-Codecs Ogg Theora und VP8 bzw. VP9. Ob Sie ein Video einer HTML5-Seite tatsächlich abspielen können, hängt also davon ab, welchen Codec die Website einsetzt häufig leider H.264. Von der Windows-Version von Firefox sind Ihnen vielleicht die automatischen Firefox-Updates bekannt. Unter Linux ist diese Art der Updates unüblich. Hier kümmert sich die zentrale Paketverwaltung um alle Updates, wobei die meisten Distributoren zwischen 2011 und 2012 dazu übergegangen sind, die Versions-Updates einfach direkt zu übernehmen. Solange es für eine Distribution Updates gibt, ist somit stets die aktuelle Version des Webbrowsers installiert. Updates Das war aber nicht immer so: In der Vergangenheit versuchten viele Distributionen, zwar Sicherheits-Updates einzupflegen, die Grundversion des Webbrowsers aber unverändert zu lassen. Das merken Sie vor allem bei Enterprise-Distributionen, auf denen teilweise noch uralte Browser-Versionen laufen. Die meisten Distributionen verwenden Firefox oder Chromium als Default-Browser; viele Anwender installieren zudem selbst Google Chrome. Aber auch abseits des Mainstreams gibt es durchaus interessante Browser, die vor allem durch ihre perfekte Integration in das jeweilige Desktop-System brillieren. Ob das alleine als Grund für ihren Einsatz ausreicht, müssen Sie selbst entscheiden. Tabelle 8.2 zählt kurz die wichtigsten Vertreter auf. Alternativen Webbrowser Dillo Konqueror Midori Rekonq Web Lynx, ELinks, w3m Beschreibung minimalistischer Browser ohne JavaScript KDE-Standard-Browser Xfce-Standard-Browser schlanke Alternative zu Konqueror Gnome-Standard-Browser (ehemals Epiphany) Textmodus-Browser Tabelle 8.2 Alternative Webbrowser Wahrscheinlich fragen Sie sich, welchen Sinn ein Webbrowser für den Textmodus macht. Tatsächlich kommt es aber immer wieder vor, dass man in Linux in einer Textkonsole arbeitet und rasch eine Webseite besuchen oder ein HTML-Dokument lesen möchte. Dabei helfen Programme wie ELinks, Lynx oder w3m. Nebenbei können Sie mit diesen Programmen einfache HTML-Dokumente in reinen Text umwandeln. Alle drei Programme sind ähnlich zu bedienen. Zahlreiche Optionen sowie Tastenkürzel sind in den man-seiten bzw. im integrierten Hilfesystem dokumentiert. Textmodus- Webbrowser 245

4 8 Web,Mail&Co. Aus Platzgründen stelle ich hier nur exemplarisch das bekannteste Programm Lynx näher vor. Die Bedienung von Lynx ist einfach: Sie starten das Programm im Regelfall dadurch, dass Sie eine WWW-Adresse oder den Namen einer HTML-Datei als Parameter angeben. Lynx lädt das Dokument und zeigt die erste Seite an, wobei Überschriften und Links durch unterschiedliche Farben gekennzeichnet sind. Wenn Sie Lynx mit der Option -use_mouse starten, können Sie das Programm auch per Maus bedienen: Mit der linken Taste folgen Sie einem Link, die mittlere Taste zeigt ein Kontextmenü an, und die rechte Taste führt zur vorherigen Seite zurück. Lynx verwendet zur Ausgabe standardmäßig den Latin-1-Zeichensatz. Damit Sonderzeichen in Unicode-Konsolen richtig dargestellt werden, geben Sie die Option -display_charset=utf-8 an. Das folgende Kommando zeigt, wie Sie Lynx als Konverter vonhtmlinreinentexteinsetzen: user$ lynx -dump quelle.html > ziel.txt 8.2 Firefox Geschichte und Namen Firefox ist der populärste Webbrowser für Linux. Firefox ist aus dem Netscape Navigator hervorgegangen, der ursprünglich auch einen -Client und einen HTML- Editor enthielt. Später wurde der Code in Komponenten zerlegt so entstanden Firefox und Thunderbird. Abbildung 8.1 DerWebbrowserFirefox Firefox und Debian Obwohl Firefox aus Open-Source-Code besteht, darf ein Programm nur Firefox heißen, solange es ausschließlich»offiziellen«code der Firefox-Entwickler enthält. Um unkompliziert Änderungen am Code vornehmen zu können, entschied sich Debian, den Webbrowser Firefox und den -Client Thunderbird unter eigenen Namen 246

5 8.2 Firefox in seine Distribution zu integrieren. Aus diesem Grund heißt Firefox bei Debian»Iceweasel«und Thunderbird»Icedove«. Seit Mitte 2011 erscheint alle sechs Wochen eine neue Firefox-Version, die gleichermaßen Sicherheits-Updates und neue Features enthält. Ältere Firefox-Versionen werden nicht gewartet. ESR-Versionen Neben den»gewöhnlichen«firefox-versionen gibt es auch spezielle ESR-Versionen (Extended Support Release) für den kommerziellen Einsatz. Der Vorteil von ESR- Versionen besteht darin, dass diese circa ein dreiviertel Jahr lang mit Sicherheits- Updates versorgt werden. Das erspart ESR-Anwendern ständig neue Firefox-Versionen. Die Firefox-ESR-Versionen kommen z. B. in Debian und in Enterprise-Distributionen wie RHEL 6 zum Einsatz. Grundfunktionen Mit (Strg)+(T) sowie beim Anklicken von Links, die eine Webseite in einem neuen Fenster öffnen, erzeugt Firefox automatisch ein neues Dialogblatt (englisch Tab). Wer viel im Web surft, hat rasch 10, 20 Tabs offen, worunter die Übersichtlichkeit leidet. Firefox hilft mit zwei Funktionen bei der Organisation der Tabs: Tabs Mit dem Kontextmenü Tab anpinnen können Sie eine Seite in ein sogenanntes App-Tab umwandeln. App-Tabs werden vor allen anderen Tabs als Icons ohne Text angezeigt, um Platz zu sparen. App-Tabs bieten sich für Seiten an, die Sie ohnedies ständig offen haben z. B. Facebook, Twitter, Google Mail etc. Der Button Tab-Gruppen ganz rechts in der Tab-Zeile verkleinert alle Tabs in Icons. Sie können die Tabs nun per Drag&Drop in Gruppen ordnen und diese Gruppen dann benennen. Per Mausklick aktivieren Sie dann den Tab, in dem Sie weiterarbeiten möchten. Die Tab-Zeile zeigt nun nur noch die Tabs der gerade aktuellen Gruppe an. Um in eine andere Gruppe zu wechseln, müssen Sie abermals den Button Tabs gruppieren anklicken. Falls der Button Tabs gruppieren fehlt, müssen Sie die Symbolleiste per Kontextmenü anpassen und den Button Tab-Gruppen hinzufügen. Wenn Sie ein platzsparendes Erscheinungsbild von Firefox wünschen, können Sie die Menüleiste mit Ansicht Symbolleisten Menüleiste deaktivieren. Die Menükommandos können weiter über ein kleines Dropdown-Menü links in der Tab-Leiste aufgerufen werden. Mit Bearbeiten Seite durchsuchen bzw. mit (Strg)+(F) öffnen Sie einen Suchdialog. Noch schneller gelangen Sie mit (/) (A) (B) (C) zum Text abc. (Strg)+(G) wiederholt diese Suche. Als Variante zu dieser Suchfunktion können Sie mit ( ) (A) (B) (C) nach Links suchen, die den Text abc enthalten. Menüleiste Textsuche 247

6 8 Web,Mail&Co. Chronik (History) Privates Surfen Firefox merkt sich für einige Tage die Namen und Adressen aller besuchten Websites. Diese Surf-Chronik können Sie mit (Strg)+(H) (History) in der Sidebar chronologisch anzeigen und durchsuchen. Der Speicherzeitraum beträgt standardmäßig 90 Tage. Wenn Sie den Speicherzeitraum verkürzen möchten, wählen Sie im Dialogblatt Bearbeiten Einstellungen Datenschutzdie Einstellung Firefox wird eine Chronik nach benutzerdefinierten Einstellungen anlegen. ImDialog erscheinen nun diverse Optionen, die den Umgang mit der Seiten-Chronik, der Download-Chronik, den Formulardaten und Cookies steuern. Normalerweise hinterlässt jeder Besuch einer Website Spuren auf Ihrem Computer: Die verwendeten Adressen erscheinen in der Chronik der besuchten Seiten, Cookies werden auf der Festplatte gespeichert, ebenso Bilder und HTML-Code im Seiten-Cache etc. Wenn Sie das nicht wollen, aktiviert Datei Neues privates Fenster einen speziellen Modus, in dem Firefox diese Spuren beim Programmende bzw. bei der Deaktivierung des Modus löscht. Spötter bezeichnen diese Funktion als»porno-modus«. Es gibt aber auch ernsthafte Anwendungen, etwa wenn Sie auf einem fremden Rechner Online-Banking durchführen oder auf andere sensitive Daten zugreifen möchten. Beachten Sie, dass Sie selbstverständlich auch im Privaten Modus Spuren im Netz hinterlassen zwar nicht auf dem lokalen Rechner, wohl aber auf den Webservern der Seiten, die Sie besuchen, und eventuell auch auf Proxy-Servern, die sich zwischen Ihnen und dem Webserver befinden. Downloads IPv6 Standardmäßig speichert Firefox Downloads im Verzeichnis Downloads. WennSie den Speicherort bei jedem Download manuell angeben möchten, führen Sie Bearbeiten Einstellungen Allgemein aus und aktivieren die Option Jedes Mal nachfragen, wo eine Datei gespeichert werden soll. Sofern Ihr Computer über eine IPv6-Verbindung verfügt, können Sie mit Firefox natürlich auch auf IPv6-Webseiten zugreifen. Dabei geben Sie wie üblich den Hostnamen der Seite an, also z. B. Nur in Ausnahmefällen bzw. bei einer Fehlkonfiguration ist es erforderlich, die IPv6-Adresse direkt anzugeben. Damit Firefox nicht mit den Doppelpunkten durcheinander kommt, geben Sie die Adresse in eckigen Klammern an. Die selten erforderliche Portnummer folgt außerhalb der eckigen Klammern. Der folgende Link führt zur Website Passwörter Wenn Sie Login-Formulare ausfüllen, z. B. um eine Webmail-Seite wie GMX zu nutzen, werden Ihre Login-Daten nach einer Rückfrage gespeichert. Das erspart bei einem neuerlichen Besuch der Website das wiederholte Ausfüllen. 248

7 8.2 Firefox Diese Bequemlichkeit hat natürlich ihren Preis: Wenn eine fremde Person Zugang zu Ihrem Rechner hat, öffnet Firefox auch den Zugang zu allen möglichen passwortgesicherten Websites. Deswegen können Sie sämtliche Passwörter selbst wiederum durch ein Master-Passwort schützen. Dieses Master-Passwort wird zur Verschlüsselung der anderen Passwörter eingesetzt. Sie müssen das Master-Passwort in Zukunft jeweils beim ersten Zugriff von Firefox auf die Passwortdatenbank angeben. Um ein Master-Passwort zu definieren, führen Sie Bearbeiten Einstellungen Sicherheit aus und aktivieren die Option Master-Passwort verwenden. Vor dem Ausdruck wählen Sie mit Datei Seite einrichten zwischen Hoch- und Querformat und geben die gewünschte Skalierung der Seite an (standardmäßig: Skalierung auf Seitenbreite). Datei Druckvorschau liefert eine Seitenansicht des Drucks. Datei Drucken startet den tatsächlichen Ausdruck. Drucken Papiergröße einstellen Bei vielen Distributionen verwendet Firefox die amerikanische Papiergröße letter,was in Europa je nach Drucker zu Problemen führen kann. Um die Standardgröße auf A4 umzustellen, öffnen Sie in Firefox die Seite about:config, suchen nach der Option print.postscript.paper_size und stellen diese per Doppelklick auf A4. Die neue Einstellung wird mit einem Neustart von Firefox wirksam. Lesezeichen (Bookmarks) Firefox zeigt Lesezeichen wahlweise an drei Orten an: im Lesezeichen-Menü, in einer Symbolleiste (Ansicht Symbolleisten) und in der Seitenleiste, die Sie mit (Strg)+(B) (Bookmarks) ein- bzw. wieder ausschalten. Neue Lesezeichen speichern Sie wahlweise mit (Strg)+(D) oder indem Sie die aktuelle Adresse per Drag&Drop in die Symbol- oder Seitenleiste mit den Lesezeichen verschieben. Zur Neuorganisation Ihrer Lesezeichen führen Sie Lesezeichen Lesezeichen verwalten aus. In einem eigenen Dialog können Sie nun Lesezeichen löschen, verschieben, umbenennen, sortieren, exportieren und importieren. Firefox-intern werden Lesezeichen in einer SQLite-Datenbank in der folgenden Datei gespeichert:.mozilla/firefox/nnnn.default/places.sqlite Um Lesezeichen zwischen mehreren Firefox-Installationen zu synchronisieren, können Sie die in Firefox integrierte Sync-Funktion nutzen. Die Konfiguration erfolgt mit Bearbeiten Einstellungen Sync. Firefox Sync synchronisiert standardmäßig nicht nur Ihre Lesezeichen, sondern auch die Passwörter, Grundeinstellungen des Browsers, die Chronik sowie die offenen Tabs. Wenn Sie möchten, können Sie den Geltungsbereich von Firefox Sync aber einschränken. Firefox Sync 249

8 8 Web,Mail&Co. Um die Sync-Funktion auf einem zweiten Rechner zu aktivieren, sollten Sie direkten Zugriff auf den ersten Rechner haben. Auf dem zweiten Rechner öffnen Sie das Dialogblatt Sync im Firefox-Einstellungsdialog und führen Firefox-Sync einrichten und Verbinden aus. Im Assistenten auf dem zweiten Rechner wird nun ein 12-stelliger Code angezeigt. Nun öffnen Sie den Sync-Einstellungsdialogauf dem ersten Rechner, klicken auf den Link Gerät verbinden und geben den Code dort ein. Fertig! Notieren Sie Ihren Synchronisationsschlüssel! Die Sync-Funktion verwendet zur Verschlüsselung ein zufällig generiertes Passwort, das anfänglich nur auf dem Rechner gespeichert wird. Wenn Sie diesen Rechner verlieren und über keinen zweiten, ebenfalls synchronisierten Rechner verfügen, sind Ihre Lesezeichen und alle anderen Daten unwiederbringlich verloren! Abhilfe: Führen Sie im Dialogblatt Einstellungen Sync das Menükommando Benutzerkonto verwalten Mein Wiederherstellungsschlüssel aus, und schreiben Sie den Schlüssel auf bzw. speichern Sie ihn an einem sicheren Ort. Xmarks Eine Alternative zur Firefox-Sync-Funktion ist das Add-on Xmarks. Der größte Vorteil von Xmarks besteht darin, dass das Add-on neben Firefox auch andere Webbrowser unterstützt und beispielsweise eine Synchronisation zwischen dem Internet Explorer, Safari und Firefox erlaubt. Xmarks ist allerdings weniger sicher als Firefox Sync. Konfiguration und Interna Menüleiste Konfigurationsdateien Proxy Wenn Sie ein platzsparendes Erscheinungsbild von Firefox wünschen, können Sie die Menüleiste mit Ansicht Symbolleisten Menüleiste deaktivieren. Die Menükommandos können weiter über ein kleines Dropdown-Menü links in der Tab-Leiste aufgerufen werden. Firefox erzeugt beim ersten Start das Verzeichnis.mozilla/firefox/profil.default, wobei profil eine zufällige Zeichenkette ist. In diesem Verzeichnis speichert Firefox alle Einstellungen, Bookmarks, den Cache etc. Falls Ihr Rechner an das Internet bzw. an das lokale Netzwerk angeschlossen ist, aber dennoch kein Webzugang möglich ist, verwendet Ihr lokales Netzwerk wahrscheinlich einen Proxy-Server. Das ist ein Rechner, der zwischen Ihrem PC und dem Internet steht. Er dient als Zwischenspeicher und beschleunigt den Zugriff auf häufig benötigte Seiten. Der Proxy kann aber auch dazu dienen, bestimmte Webseiten zu blockieren oder alle Webzugriffe zu protokollieren. 250

9 8.2 Firefox Damit Firefox den Proxy nutzt, öffnen Sie das Dialogblatt Bearbeiten Einstellungen Erweitert Netzwerk Einstellungen und geben die erforderliche(n) Proxy-Adresse(n) an. Im Regelfall reicht es aus, die Felder für den HTTP- und FTP- Proxy auszufüllen. Die richtige Port-Nummer lautet zumeist Fragen Sie Ihren Systemadministrator, wenn Sie die Proxy-Adresse nicht kennen. Firefox verwaltet einen lokalen Zwischenspeicher, in dem zuletzt besuchte Webseiten, Bilder etc. gespeichert werden. Wenn dieselbe Seite später ein zweites Mal betrachtet wird und sich seither nicht geändert hat, kann sie aus dem Cache geladen werden, was natürlich schneller ist. Standardmäßig werden bis zu 50 MByte auf der Festplatte für den Cache reserviert. Mit Bearbeiten Einstellungen Erweitert Netzwerk Offline-Speicher stellen Sie die Cache-Größe ein bzw. löschen den Cache. Im Hauptfenster führt die Adresse about:cache zu einer Liste aller Dateien, die momentan zwischengespeichert sind. Die wichtigsten Konfigurationseinstellungen ändern Sie ganz komfortabel in den Dialogen von Bearbeiten Einstellungen. Daneben gibt es unzählige weitere Optionen, die seltener benötigt werden. Eine alphabetische Liste dieser Optionen sowie deren aktuelle Einstellungen erhalten Sie, wenn Sie als Adresse about:config eingeben und dann ( ) drücken (siehe Abbildung 8.2). Im Textfeld Suchen können Sie die Optionsliste auf alle Einträge reduzieren, die den angegebenen Suchtext enthalten. Um eine Option zu verändern, führen Sie einen Doppelklick aus. Lokaler Cache about:config Abbildung 8.2 Firefox-Konfiguration 251

10 8 Web,Mail&Co. Textlinks bequem öffnen Firefox enthält eine Funktion, mit der Sie in Textform angegebene Webadressen besonders schnell öffnen können. Dazu markieren Sie die Webadresse mit der Maus. Anschließend reicht ein einfacher Klick mit der mittleren Maustaste, um die in der Zwischenablage enthaltene Adresse zu öffnen. Bei einigen Distributionen, darunter Ubuntu, ist diese Funktion deaktiviert. Abhilfe: Suchen Sie auf der Seite about:config nachder Optionmiddlemouse.contentLoadURL und stellen Sie diese auf true. MIME Die Abkürzung MIME steht für Multipurpose Internet Mail Extensions. MIME ist dafür verantwortlich, dass der Webbrowser weiß, welches Programm er starten soll, wenn Sie einen Link auf eine MP3- oder PDF-Datei anklicken. Firefox berücksichtigt die allgemeinen Linux-MIME-Einstellungen (siehe Abschnitt 15.3) sowie die MIME-Informationen aller installierten Browser-Plugins. Den einfachsten Weg zu neuen bzw. geänderten MIME-Einstellungen bietet der Öffnen-Dialog, der immer dann erscheint, wenn Firefox zwar einen MIME-Typ erkennt, aber kein Programm zuordnen kann. Sie haben nun die Möglichkeit, aus einer vorgegebenen Liste ein Programm auszuwählen oder selbst den vollständigen Dateinamen eines anderen Programms anzugeben. Unter Linux befinden sich die meisten Programme im Verzeichnis /usr/bin. Einen Überblick über alle Firefox-spezifischen MIME-Einstellungen gibt Bearbeiten Einstellungen Anwendungen. Dort können Sie vorhandene Einstellungen ändern und löschen, aber leider keine neuen Einträge hinzufügen. Ihre EinstellungenspeichertFirefoxinderXML-Datei.mozilla/firefox/profil/mimeTypes.rdf. Firefox-Erweiterungen (XPI-Dateien) Der vermutlich wichtigste Faktor für den Erfolg von Firefox auch unter Windows und Mac OS X ist seine universelle Erweiterbarkeit durch XPI-Dateien. XPI steht für Cross Platform Installation. XPI-Dateien enthalten Firefox-Erweiterungen, wobei die Installationsdateien in einem Archiv samt JavaScript-Installationscode verpackt sind. Die Bandbreite der verfügbaren Erweiterungen reicht von Werbeblockern über Erweiterungen der Benutzeroberfläche, Download-Hilfen bis hin zu Werkzeugen für HTML-Entwickler (siehe auch Tabelle 8.3). Das Dialogblatt Extras Add-ons Add-ons suchen hilft bei der Suche nach Erweiterungen. Zur Installation reicht ein einziger Mausklick auf den Link zur betreffenden XPI-Datei. Viele Erweiterungen werden allerdings erst nach einem Neustart von Firefox wirksam. Extras Add-ons Erweiterungen gibt einen Überblick über installierte Extensions sowie die Möglichkeit zur Deaktivierung bzw. Deinstallation. 252

11 8.2 Firefox Erweiterung Adblock Firebug Flashblock Linkification NoScript Readability ReloadEvery Screengrab WebDeveloper WOT (Web of Trust) Xmarks Funktion blockiert die Anzeige von Werbe-Bitmaps und -Animationen. hilft Webentwicklern bei der Suche nach Fehlern im HTML-Code. zeigt einen Button an, um Flash-Animationen zu starten. wandelt als Text angegebene Adressen in echte Links um. erlaubt JavaScript-Code nur auf vertrauenswürdigen Seiten. hilft dabei, längere Texte komfortabler zu lesen. lädt eine Website regelmäßig neu und verhindert so Auto-Logouts. erzeugt Screenshots von mehrseitigen Webseiten. enthält diverse Tools für Webentwickler. warnt vor gefährlichen Seiten (ideal für Computer-Laien). synchronisiert Bookmarks zwischen mehreren Browsern. Tabelle 8.3 Populäre Firefox-Add-ons Sicherheitsrisiko XPI Bevor der XPI-Installationscode ausgeführt wird, warnt Firefox davor, dass XPI-Dateien auch bösartigen Code enthalten können. Nehmen Sie diese Warnung ernst. Von Firefox-Extensions können ähnliche Risiken ausgehen wie von ActiveX-Dateien für den Microsoft Internet Explorer! Installieren Sie keine Erweiterungen, von deren Notwendigkeit und Sicherheit Sie nicht überzeugt sind! Browser-Plugins Wenn Firefox auf eine Seite stößt, deren Inhalte ein nicht installiertes Plugin erfordern, zeigt es eine entsprechende Warnung sowie einen Installations-Button an. Allerdings funktioniert die Plugin-Installation aus Firefox heraus unter Linux häufig nicht! Zumeist ist eine manuelle Installation erforderlich, die Thema dieses Abschnitts ist. Installation Einen Überblick über alle momentan in Firefox verfügbaren Plugins samt der zugeordneten Dateiformate erhalten Sie, wenn Sie als Adresse about:plugins eingeben und ( ) drücken. Auch das Dialogblatt Extras Add-ons Plugins liefert eine Liste aller Plugins. Dort können Sie einzelne Plugins deaktivieren. 253

12 8 Web,Mail&Co. Plugins generell deaktivieren nspluginwrapper Verzeichnisse Firefox bietet die Möglichkeit, das Laden sämtlicher Plugins generell zu blockieren. Dazu suchen Sie auf der Seite about:config nach der Option plugins.click_to_play und aktivieren diese. Von nun an werden an der Stelle der Plugins in der Webseite nur noch Platzhalter angezeigt. Bei Bedarf können Sie das betreffende Plugin dann durch einen Mausklick aktivieren. Von manchen Plugins gibt es bis heute nur 32-Bit-Kompilate. Diese können nicht ohne Weiteres in einem Webbrowser ausgeführt werden, der als 64-Bit- Kompilat vorliegt. Um dieses Problem zu umgehen, wird häufig der nspluginwrapper eingesetzt. Diese Bibliothek erlaubt die Ausführung einiger 32-Bit-Plugins in 64-Bit-Linux-Distributionen. Außerdem müssen dann auch die grundlegenden 32-Bit-Bibliotheken installiert sein. Je nachdem, welche Distribution und Firefox-Version Sie einsetzen, werden die Plugin-Dateien an den folgenden Orten gesucht: im Verzeichnis /usr/lib[64]/xulrunner/plugins im Verzeichnis /usr/lib[64]/xulrunner-addons/plugins im Verzeichnis /usr/lib[64]/mozilla/plugins im Verzeichnis /usr/lib[64]/firefox/plugins im Verzeichnis.mozilla/plugins in allen Verzeichnissen, die die Umgebungsvariable MOZ_PLUGIN_PATH angibt Die Vielzahl an Verzeichnissen führt dazu, dass Plugins bei vielen Rechnern nicht an einem einheitlichen Ort installiert werden, sondern quasi über die ganze Festplatte verteilt werden. Flash-Plugin Der Adobe Flash Player (ehemals Macromedia Flash) ermöglicht das Abspielen von Flash-Animationen im Webbrowser. Zwar verdrängt HTML5 Flash zunehmend, dennoch gibt es noch immer viele Webseiten, die Sie nur mit Flash benutzen können. Das Adobe-Flash-Plugin ist kostenlos verfügbar. Allerdings hat Adobe entschieden, die Weitergabe des Flash-Plugins für Linux mit Version 11.2 zu beenden. Adobe verspricht zwar, diese Version noch bis 2017 mit Sicherheits-Updates zu versorgen, neuere Flash-Versionen für Linux werden aber nicht mehr frei verfügbar sein. Stattdessen haben Adobe und Google für den Webbrowser Chrome die neue Programmierschnittstelle»Pepper«entwickelt. Aktuelle Flash-Versionen nutzen diese Schnittstelle und sind direkt in Google Chrome integriert. Mit anderen Worten: 254

13 8.2 Firefox Flash-Seiten, die Flash 11.3 oder eine neuere Version voraussetzen, können unter Linux nur noch mit Google Chrome verwendet werden. Die Lizenzbedingungen von Adobe machen es den meisten Distributionen unmöglich, Pakete für Flash 11.2 selbst zur Verfügung zu stellen. Einige Distributionen liefern stattdessen Installations-Scripts aus, die sich um den Download und die Installation des Flash-Plugins kümmern: Installation von Version 11.2 Debian: opensuse: Ubuntu: flashplugin-nonfree (contrib-paketquelle) pullin-flash-player flashplugin-installer Wenn es für Ihre Distribution weder fertige Flash-Pakete noch ein Installations- Script gibt, müssen Sie Flash selbst installieren. Auf der folgenden Seite finden Sie das Flash-Plugin in Form von Debian- und RPM-Paketen, als YUM-Paketquelle sowie als TAR-Archiv. Falls Sie sich für die YUM-Paketquelle entscheiden, müssen Sie die eigentliche Plugin-Installation nach dem Einrichten der Paketquelle manuell starten (yum install flash-plugin). Das TAR-Archiv enthält lediglich die Plugin-Datei libflashplayer.so. Diese Datei kopieren Sie in eines der vorhin angegebenen Plugin-Verzeichnisse. Anschließend starten Sie Ihren Webbrowser neu fertig! Nach einem Neustart von Firefox besuchen Sie die folgende Seite, um die Installation zu testen: Flash testen Die Testseite zeigt animierte Werbung für diverse Adobe-Produkte an (willkommen in der Flash-Welt!) und gibt Auskunft darüber, welche Flash-Version gerade aktuell ist und welche auf Ihrem Rechner installiert ist. So toll Flash-Animationen sein können, so lästig ist ihre allgegenwärtige Präsenz für Werbezwecke. Die Firefox-Erweiterung FlashBlock schafft Abhilfe. Alle Flash-Objekte einer Seite erscheinen nun als Buttons. Die Animation beginnt erst, wenn dieser Button angeklickt wird. Anstelle von FlashBlock können Sie ab Firefox 14 auch die about: config-option click_to_play aktivieren. Wichtige Programmkomponenten, die keiner freien Lizenz unterstehen, sind der Open-Source-Gemeinde immer ein Dorn im Auge. So verwundert es nicht, dass es auch zu Flash Open-Source-Alternativen gibt: den GNU Flash Movie Player (kurz gnash), das Lightspark-Projekt sowie das noch recht experimentelle Shumway- Projekt. Letzeres wurde in JavaScript entwickelt und kann als XPI-Erweiterung installiert werden. FlashBlock gnash, Lightspark und Shumway 255

14 8 Web,Mail&Co. Einen vollwertigen Ersatz kann leider keines der drei Projekte bieten. Sowohl bei der Kompatibilität als auch bei der Darstellungsqualität gibt es noch erhebliche Einschränkungen. Weitere Informationen finden Sie hier: https://github.com/mozilla/shumway Adobe Reader Adobe Reader ist ein Programm zur Darstellung von PDF-Seiten. Aktuelle Versionen von Firefox und Google Chrome enthalten zwar bereits einen PDF-Viewer, und auch die Programme Evince (Gnome) und Okular (KDE) können PDF-Dokumente darstellen, dennoch gibt es Argumente für den Adobe Reader: bessere Darstellungsqualität ausgereiftere Druckfunktionen Formularfunktionen Gegen den Einsatz des Adobe Readers sprechen allerdings die seit Jahren andauernden Sicherheitsprobleme. Wenn Sie nur gelegentlich durch ein PDF-Dokument blättern möchten, sollten Sie bei den mit Linux bzw. Google Chrome mitgelieferten PDF-Viewern bleiben! Der Adobe Reader ist kostenlos im Internet verfügbar, aus lizenzrechtlichen Gründen sind die meisten Distributionen aber nicht in der Lage, offizielle Adobe-Reader- Pakete in ihre Distribution zu integrieren. Aus diesem Grund müssen Sie das Programm von der Adobe-Website herunterladen und manuell installieren. Manuelle Installation Auf der folgenden Website finden Sie eine 32-Bit-Version des Adobe Readers als Debian- oder RPM-Paket, als TAR-Archiv (*.tar.bz2) oder als ausführbares Installationsprogramm (*.bin). Eine 64-Bit-Versionexistiert nicht. Die Debian- bzw. RPM-Pakete installieren Sie wie üblich mit dpkg -i, rpm -i oder yum localinstall. Wenn Sie bei Debian-basierten 64-Bit-Distributionen Warnungen erhalten, die besagen, dass die CPU-Architektur nicht stimmt, schafft die zusätzliche dpkg-option --force-architecture Abhilfe. Zur Installation des TAR-Archivs führen Sie in einer Konsole die folgenden Kommandos aus: 256

15 8.2 Firefox root# root# root# tar xjf AdobeReader_ n.n.tar.bz2 cd AdobeReader sh INSTALL Falls Sie sich für die.bin-variante entschieden haben, setzen Sie deren Execute-Bit und führen die Datei dann aus: root# root# chmod a+x AdobeReader_ n.n.bin./adobereader_ n.n.bin Im textbasierten Installationsprogramm bestätigen Sie durch ( ) das Installationsverzeichnis /opt und die automatische Installation des Mozilla-Plugins. Bei der Installation werden auch Startkommandos in die Gnome- und KDE-Menüs eingefügt. Wenn Sie die Installation auf einem 64-Bit-Betriebssystem durchgeführt haben, brauchen Sie grundlegende 32-Bit-Bibliotheken, bevor Sie den Adobe Reader starten können. Unter Debian und Ubuntu installieren Sie dazu die Bibliothek ia32-libs. Bei Fedora sorgen die im RPM-Paket des Adobe Readers definierten Abhängigkeiten dafür, dass die erforderlichen Bibliotheken automatisch installiert werden. Java-Plugin Damit Sie Java-Applets im Webbrowser nutzen können, brauchen Sie ein Java-Plugin. Fast alle Distributionen stellen fertige Java-Plugin-Pakete auf der Basis von Open- JDK zur Verfügung, deren Installation ein Kinderspiel ist. Vom Plugin-Paket sind in der Regel eine Menge weiterer Pakete abhängig, die die eigentliche Java-Runtime enthalten. Debian: Fedora, opensuse, RHEL: Ubuntu: icedtea-6-plugin oder icedtea-7-plugin icedtea-web icedtea-plugin Um sicherzustellen, dass alles funktioniert hat, öffnen Sie die folgende Webseite. Darin gibt ein Applet Auskunft über die installierte Java-Version. Test Multimedia-Plugins Aktuelle Versionen von Firefox und Google Chrome können von sich aus bereits Dateien bzw. Streams in mehreren Audio- und Video-Formaten abspielen. Viele Websites mit Multimedia-Angeboten setzen zudem auf Flash. Ein eigenes Multimedia- Plugin ist somit nur dann erforderlich, wenn Ihr Webbrowser die in eine Website integrierten Audio- und Video-Angebote nicht abspielen kann. 257

16 8 Web,Mail&Co. Die unter Linux verfügbaren Multimedia-Plugins basieren auf den Multimedia- Frameworks des jeweiligen Desktops bzw. auf den Video-Playern MPlayer, VLC oder Xine. Unter Ubuntu stehen momentan gleich vier Webbrowser-Plugins zur Auswahl, wobei standardmäßig das Totem-Plugin installiert ist: gecko-mediaplayer mozilla-plugin-vlc totem-mozilla xine-plugin Plugin auf der Basis von MPlayer; löst mozilla-mplayer ab Plugin auf der Basis von VLC Plugin auf der Basis von Totem (Gnome) Plugin auf der Basis von Xine Für die meisten anderen Distributionen gibt es vergleichbare Pakete, die Paketnamen variieren aber. Es ist möglich, mehrere Multimedia-Player parallel zu installieren, aber Sie sollten sich für ein Webbrowser-Plugin entscheiden. Entscheidend ist in jedem Fall, dass Sie auch die erforderlichen Codec-Pakete installieren, die sich aus Lizenz- und Patentgründen oft nicht in den offiziellen Paketquellen befinden. Mehr Informationen zu diesem leidigen Thema finden Sie in Kapitel Google Chrome In den vergangenen Jahren ist Google Chrome neben Firefox zum wichtigsten Webbrowser für Linux geworden. Was macht Chrome so attraktiv? Google Chrome ist ein vergleichsweise kleiner und schneller Webbrowser. Google Chrome ist im Hinblick auf größtmögliche Sicherheit optimiert und wird bei bekannten Sicherheitsmängeln schnell aktualisiert. Google Chrome enthält einen integrierten PDF-Viewer und die gerade aktuelle Version des Flash-Plugins. Weitere Plugins sind im Regelfall nicht erforderlich. Google Chrome richtet bei der Erstinstallation eine eigene Paketquelle ein, über die es Updates bezieht. Damit ist sichergestellt, dass jederzeit die gerade aktuellste stabile Version von Google Chrome installiert ist. Gerade bei älteren Distributionen, die sich noch nicht an den raschen Firefox-Release-Zyklus angepasst haben, bietet Google Chrome den oft einfachsten Weg hin zu einem modernen, standardkonformen Webbrowser. Jede Webseite (jedes Tab) wird von einem eigenen Prozess ausgeführt. Sollte eine Seite einen Absturz verursachen, so ist davon nur das entsprechende Dialogblatt betroffen. Der Webbrowser an sich läuft mit den anderen Seiten weiter. Gegen Google Chrome sprechen eigentlich nur Datenschutzbedenken sowie der Umstand, dass das Angebot an Erweiterungen kleiner ist als für Firefox. Persönlich vermisse ich zudem eine vertikale Lesezeichenleiste ((Strg)+(B) bei Firefox). 258

17 8.3 Google Chrome Abbildung 8.3 Google Chrome Google stellt Chrome zwar kostenlos zur Verfügung, die Binärpakete von google. com stehen aber nicht unter einer Open-Source-Lizenz zur Verfügung! Wenn Sie auf reinen Open-Source-Code Wert legen, müssen Sie statt Google Chrome dessen Open- Source-Basis Chromium installieren. Chromium steht bei vielen Distributionen als Paket zur Verfügung und kann mühelos installiert werden. Google Chrome versus Chromium Es gibt nur wenige Unterschiede zwischen Google Chrome und Chromium: Bei Chromium fehlen das Google-Logo und das Google-Update-System. Stattdessen beziehen Sie Chromium-Updates über die Paketverwaltung Ihrer Distribution. Damit sind Sie darauf angewiesen, dass Ihre Distribution das Chromium-Paket gut wartet. In der Vergangenheit hat das leider nicht bei allen Distributionen gut geklappt! Auch auf die Integration der Plugins für Flash und PDF müssen Sie verzichten. Sie finden RPM- und DEB-Installationspakete für Debian, Fedora, SUSE und Ubuntu in 32- und 64-Bit-Versionen auf der folgenden Seite zum Download: Installation Bei den meisten Distributionen wird nach dem Download automatisch ein geeignetes Paketinstallationsprogramm gestartet. Ist das nicht der Fall, installieren Sie das Paket manuell mit zypper install, yum localinstall rpm -i oder dpkg -i. Während der Installation wird automatisch eine eigene Paketquelle eingerichtet: bei Debian/Ubuntu in der Datei /etc/apt/sources.list.d/google-chrome.list, beifedo- ra in /etc/yum.repos.d/google-chrome.repo und bei opensuse in /etc/zypp/repos.d/ google-chrome.repo. Die Paketquelle stellt sicher, dass Sie in Zukunft über das Update-System neue Google-Chrome-Versionen erhalten. 259

18 8 Web,Mail&Co. Anmeldung Beim ersten Start bietet Google Chrome Ihnen an, sich bei Ihrem Google-Konto anzumelden. Dieser Schritt ist natürlich freiwillig; wenn Sie aber ohnedies ein Google- Konto bzw. eine Gmail-Adresse haben, bietet die Verbindung des Webbrowsers zum Google-Konto eine Menge Vorteile: Ihre Lesezeichen, Online-Passwörter, offene Tabs, Google Apps etc. können nun über alle Ihre Geräte bzw. Webbrowser-Instanzen synchronisiert werden. Im Detail steuern Sie mit Einstellungen Erweiterte Synchronisierungseinstellungen, welche Daten abgeglichen werden sollen und ob Ihre Daten mit einem eigenen Passwort verschlüsselt werden sollen. Um dem NSA und anderen Geheimdiensten den Zugriff auf Ihre persönlichen Daten nicht allzu leicht zu machen, ist Letzeres zu empfehlen etwa nach dem Motto:»Wer meine Daten lesen will, muss sich zumindest anstrengen!«. Bedienung Die Benutzeroberfläche von Google Chrome ist minimalistisch. Es gibt kein reguläres Menü. Dafür führt ein Button ganz rechts in der Symbolleiste zu einem Menü mit diversen Einträgen, um die aktuelle Seite auszudrucken, diverse Optionen einzustellen etc. Ebenso fehlt in Google Chrome ein eigenes Suchfeld. Stattdessen geben Sie die Suchbegriffe direkt im Adressfeld an. Die Suche wird standardmäßig natürlich mit Google durchgeführt, Sie können im Optionsdialog aber auch eine andere Suchmaschine einstellen. Um im Web zu browsen, ohne Spuren auf dem lokalen Rechner zu hinterlassen, können Sie im Werkzeugmenü ein Inkognito-Fenster öffnen. Lesezeichen Plugins Lesezeichen können nur in einer Symbolleiste dargestellt werden. Diese Lesezeichenleiste kann mit (ª)+(Strg)+(B) ein- und ausgeschaltet werden. Dafür enthält Google Chrome eine eingebaute Synchronisationsfunktion für Lesezeichen. Diese Funktion setzt voraus, dass Sie ein Google-Konto einrichten bzw. ein vorhandenes Konto angeben. Die Synchronisation erfolgt zwischen allen Google-Chrome-Installationen, die Sie mit dem Google-Konto verknüpft haben. Google Chrome wirbt damit, dass ein sicherer PDF-Reader sowie das gerade aktuellste Flash-Plugin direkt in den Browser integriert sind. Darüber hinaus ist die Plugin-Architektur von Google Chrome Firefox-kompatibel. Wenn Sie also andere Plugins für Firefox installiert haben, funktionieren diese Plugins in der Regel auch unter Chrome. Informationen über die verfügbaren Plugins liefert die Adresse chrome://plugins. Dort können Sie bei Bedarf einzelne Plugins deaktivieren. 260

19 8.4 Mail-Grundlagen Google Chrome kann wie Firefox um zusätzliche Funktionen erweitert werden. Darüber hinaus kann Chrome dazu verwendet werden, sogenannte Apps auszuführen, also gewissermaßen eigenständige Programme, die im Browser laufen. Erweiterungen und Apps (die meisten sind kostenlos!) finden Sie im Chrome Web Store: Erweiterungen https://chrome.google.com/webstore Das Werkzeugmenü Tools Erweiterungen listet alle installierten Erweiterungen auf und gibt Ihnen die Möglichkeit, einzelne Erweiterungen zu deaktivieren oder ganz zu entfernen. 8.4 Mail-Grundlagen Aus Anwendersicht ist das Senden und Empfangen von s eine einfache Angelegenheit. Hinter den Kulissen sind die Vorgänge, die dabei stattfinden, aber nicht so trivial. Dieser Abschnitt gibt Ihnen daher einige Hintergrundinformationen zum Thema . Noch mehr in die Tiefe geht Kapitel 37, wo es um die Konfiguration eines eigenen Mail-Servers geht. Wenn in diesem Kapitel von -Clients die Rede ist, dann gehe ich davon, dass Sie Ihre s mit einem eigenen -Programm bearbeiten möchten und nicht mit einer Weboberfläche (wie oder Beide Verfahren haben Vorteile, die sich sogar kombinieren lassen: Die Weboberfläche kann ja parallel zu einem Mail-Client verwendet werden, z. B. im Urlaub. In diesem Kapitel stelle ich Ihnen vier -Clients näher vor Thunderbird, Evolution (KDE), Kontact bzw. KMail (KDE) und Mutt. Daneben gibt es eine Reihe weiterer Programme. Für Rechner mit begrenzten Ressourcen bieten sich beispielsweise Claws Mail oder Slypheed an: Beide Programme bieten ansprechende Benutzeroberflächen, kommen aber mit vergleichsweise wenig RAM aus. Web-Mail versus Mail-Client Die Qual der Wahl Im riesigen Mail-Client-Angebot unter Linux klafft eine offensichtliche Lücke: Ich kenne kein Programm, das für IT-Laien optimiert ist. Ein gemeinsames Merkmal aller in diesem Kapitel vorgestellten Programme ist eine überladene Oberfläche mit zahllosen Funktionen, die nur für Profis hilfreich sind. Vielleicht wird das Gnome- Programm Geary diese Lücke demnächst schließen. Die im Sommer 2013 verfügbare Version 0.3 besticht durch eine elegante, minimalistische Benutzeroberfläche, ist aber noch nicht alltagstauglich. 261

20 8 Web,Mail&Co. Konto/Account Wenn Ihnen ein Mail-Anbieter eine -Adresse zur Verfügung stellt, wird dieser Service auch als -Konto oder -Account bezeichnet. Viele Leute besitzen mehrere -Adressen, daher können die meisten -Programme mehrere Konten verwalten. Damit Sie s von Ihrem Account lesen und neue Nachrichten versenden können, stellt Ihnen Ihr -Provider Zugangsdaten zur Verfügung, die so ähnlichwie intabelle 8.4 aussehen: Parameter -Adresse Postfach-Adresse für eingehende (IMAP/POP) Server-Adresse für ausgehende (SMTP) Beispiel imap.mailxxx.de oder pop.mailxxx.de smtp.mailxxx.de Login-/BenutzernamefürdasPostfach khofer oder Passwort xxxxxxxx Tabelle 8.4 Account-Zugangsdaten mit Beispielen Mitunter wird als Login-Name für das Postfach auch die gesamte -Adresse verwendet. Bei vorwiegend für die Benutzung über einen Webbrowser konzipierten -Accounts (z. B. GMX, Google Mail) müssen Sie möglicherweise zuerst in der Weboberfläche einige Optionen ändern, bevor eine POP- oder IMAP-Nutzung möglich ist. Protokolle Die drei Abkürzungen POP, SMTP und IMAP bezeichnen verschiedene Protokolle zur Übertragung von s zwischen Ihrem Rechner und dem -Provider: POP: Zur Übertragung von s vom Provider auf Ihren Rechner kommt häufig das Post Office Protocol (POP) zum Einsatz. Das Protokoll ist perfekt, wenn Sie nur ein -Programm verwenden und die heruntergeladenen s auf Ihrem eigenen Rechner speichern. POP ist hingegen ungeeignet, wenn Sie parallel mehrere Mail-Clients benutzen. IMAP: Eine Alternative zu POP ist das Internet Message Access Protocol (IMAP). Der Hauptunterschied zu POP besteht darin, dass bei IMAP die s üblicherweise auf dem IMAP-Server bleiben und dort in mehreren Verzeichnissen (»Postfächern«) organisiert werden. Das -Programm dient in diesem Fall also nur zur Kommunikation mit dem Server. IMAP ist dann optimal, wenn Sie Ihre s von unterschiedlichen Rechnern, Smartphones, Tablets etc. aus bearbeiten möchten. Wenn Sie auf der Suche nach einem neuen Mail-Account sind, sollten Sie unbedingt auf IMAP bestehen. Leider unterstützen manche kostenlose Mail-Provider nur POP. 262

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